Air One

Historische italienische Airline von Carlo Toto: aus der Aliadriatica in Pescara entstanden, ab 1995 Herausforderin der Alitalia mit Boeing 737, eng mit Lufthansa verbunden, ab 2009 Teil von Alitalia und bis 2014 als „Smart Carrier“ unterwegs.

Auch bekannt als: Air One S.p.A. · Aliadriatica · Air One Smart Carrier · Airone · AP

ItalienItalienNetzwerk-AirlinesIATA: APICAO: ADH13 Min. Lesezeit

AP

IATA-Code

ADH

ICAO-Code

HERON

Rufzeichen im Funk

2014

Ende des Flugbetriebs

Das Wichtigste in Kürze

  • Air One ist eine historische italienische Airline: 1983 als Aliadriatica in Pescara gegründet, ab 1995 Air One, Flugbetrieb bis 30. Oktober 2014.
  • Codes: IATA AP, ICAO ADH, Rufzeichen „HERON“ – passend zum Namen, denn „airone“ ist der Reiher.
  • Carlo Toto machte aus einem Lufttaxi-Betrieb die zweitgrößte Airline Italiens und forderte Alitalia ab 1995 auf ihrer wichtigsten Strecke Rom–Mailand heraus.
  • Star Alliance ohne Mitgliedschaft: Air One war ab 2000 eng mit Lufthansa verbunden und strebte 2006 in die Allianz, trat aber nie bei.
  • Ab 2009 Teil von Alitalia: Die Flotte ging weitgehend in Alitalia auf, die Marke lebte 2010 bis 2014 als Low-Cost-Ableger „Smart Carrier“ weiter.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Air One im Überblick
  2. 2.Die Geschichte in Etappen
  3. 3.Codes und Rufzeichen
  4. 4.Die Flotte: von der Jetstream zur A330
  5. 5.Lufthansa-Nähe und die Star Alliance
  6. 6.Woran du Air One erkennst
  7. 7.Die Konkurrentin der Alitalia
  8. 8.Fusion mit Alitalia und Smart Carrier
  9. 9.Air One im Spotter-Alltag heute
  10. 10.Italiens private Airlines im Vergleich
  11. 11.Häufige Verwechslungen
  12. 12.Fazit

Steckbrief

IATA-CodeAP
ICAO-CodeADH
RufzeichenHERON
DrehkreuzeFCO, LIN
StatusHistorisch – Flugbetrieb am 30. Oktober 2014 eingestellt
Gegründet1983 in Pescara als Aliadriatica, zunächst Luftarbeit und Lufttaxi
EigentümerAb 1988 Carlo Toto (Toto-Gruppe, später AP Holding), ab 2009 Alitalia – Compagnia Aerea Italiana
Name Air OneSeit November 1995, zugleich Start der Strecke Rom–Mailand
GeschäftsmodellBis 2008 Linienairline mit Schwerpunkt Inland, 2010–2014 Low-Cost-Marke „Smart Carrier“ der Alitalia
Wichtigste FlughäfenRom-Fiumicino (FCO) und Mailand-Linate (LIN), 2008 auch Langstrecke ab Mailand-Malpensa (MXP)
AllianzKeine – enge Partnerschaft mit Lufthansa ab 2000, Beitritt zur Star Alliance 2006 angestrebt, aber nie vollzogen
Typische FlotteBoeing 737-300 und 737-400, ab 2006 Airbus A320, kurzzeitig A330-200; Regionaltochter mit Bombardier CRJ900
Smart-Carrier-BasenMailand-Malpensa (2010–2013), Pisa, Venedig, Catania und Palermo

Woran du die Airline erkennst

Ist das wirklich Air One?

Hak ab, was auf das Flugzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Klassische Optik ähnlich der alten Lufthansa: weißer Rumpf, graue Unterseite, blaues Leitwerk
  • Stilisierter Reiher am Leitwerk – „airone“ heißt auf Italienisch Reiher
  • Schriftzug „Air One“ am Rumpf, bei der Low-Cost-Marke ab 2010 mit Zusatz „Smart Carrier“
  • Bis etwa 2008 fast immer eine Boeing 737, danach überwiegend Airbus A320
  • Meist italienische Kennzeichen mit I-, einzelne geleaste Maschinen mit ausländischem Präfix
  • Flugnummer mit AP, im Flugplan der Flugsicherung ADH bzw. „HERON“

Wer in den 1990er- und 2000er-Jahren in Rom oder Mailand am Zaun stand, kannte das Bild: eine Boeing 737 mit blauem Leitwerk, die auf den ersten Blick nach Lufthansa aussah – und dann doch „Air One“ am Rumpf trug. Air One war die private Herausforderin der Alitalia, gegründet von einem Bauunternehmer aus den Abruzzen, eng verbandelt mit Lufthansa und am Ende ausgerechnet Teil der Airline, gegen die sie jahrelang geflogen war. Diese Seite zeigt dir, wie Air One entstand, welche Flugzeuge sie flog, woran du sie auf alten Fotos erkennst und wie die Geschichte 2014 endete.

Alte Fotos, sauber archiviert

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Air One im Überblick

Air One war eine italienische Airline, die von 1983 bis 2014 bestand – erst unter dem Namen Aliadriatica, ab 1995 als Air One. Ihr Aufstieg ist eng mit einem Namen verbunden: Carlo Toto, Unternehmer aus den Abruzzen, übernahm die kleine Gesellschaft 1988 und machte aus ihr innerhalb von gut zehn Jahren die zweitgrößte Airline Italiens. 2007 beförderte Air One je nach Quelle und Zählweise zwischen gut fünf und rund sieben Millionen Fluggäste.

Der Schwerpunkt lag im Inlandsverkehr, vor allem auf der Rennstrecke zwischen Rom-Fiumicino und Mailand-Linate. Dort trat Air One direkt gegen die damalige Staatsairline Alitalia an. Partner fand sie im Norden: Ab 2000 arbeitete Air One eng mit Lufthansa zusammen, und das Erscheinungsbild der Flotte erinnerte nicht zufällig an die Kranich-Airline.

Das Ende kam in zwei Schritten. 2009 ging Air One in der neu gestarteten Alitalia auf. Ab 2010 lebte der Name als Low-Cost-Marke „Smart Carrier“ weiter, bis Alitalia im Zuge der Partnerschaft mit Etihad auch diesen Ableger auflöste. Der letzte Flugbetrieb endete am 30. Oktober 2014.

APIATA-Code in der Flugnummer
ADHICAO-Code der Airline
2014Ende des Flugbetriebs

Die Geschichte in Etappen

Die Anfänge waren bescheiden. 1983 gründeten sieben Gesellschafter in Pescara die Aliadriatica. Die ersten Jahre flog sie keine Linie, sondern Luftarbeit und Lufttaxi-Einsätze. 1988 übernahm Carlo Toto, dessen Familie mit der Toto Costruzioni Generali im Bauwesen groß geworden war.

1983

Gründung der Aliadriatica in Pescara, zunächst mit Luftarbeit und Lufttaxi.

1988–1991

Carlo Toto übernimmt die Gesellschaft. Neben Geschäftsreiseflugzeugen kommen zwei Turboprops vom Typ Jetstream 31 in die Flotte.

1994/1995

Mit der ersten Boeing 737-200 beginnt der Jetbetrieb. Ab 27. April 1995 fliegt Aliadriatica täglich von Mailand-Linate nach Brindisi, Reggio Calabria und Lamezia Terme.

November 1995

Umbenennung in Air One und Start der Strecke Rom–Mailand in direkter Konkurrenz zu Alitalia.

2000

Partnerschaft mit Lufthansa, fast alle Flüge laufen im Codeshare.

2006–2008

Großbestellung bei Airbus, Start der Regionaltochter Air One CityLiner mit CRJ900, Langstrecke in die USA mit A330-200.

2009

Am 13. Januar wird Air One Teil der neu gestarteten Alitalia.

2010–2014

Air One fliegt als Low-Cost-Marke „Smart Carrier“, bis der Betrieb am 30. Oktober 2014 endet.

Bemerkenswert ist, wie vorsichtig der Einstieg in den Linienverkehr ablief. Die ersten Strecken ab Linate ergänzten das Alitalia-Netz eher, als dass sie es angriffen. Erst mit dem neuen Namen im November 1995 ging Air One auf die Strecke, auf der in Italien das meiste Geld verdient wurde: Rom–Mailand. Ende 1999 flog die Airline rund 350 Mal pro Woche zu sieben Inlandszielen, mit elf Boeing 737 und etwa 700 Beschäftigten.

Codes und Rufzeichen

  • IATA-Code AP: stand in der Flugnummer, auf Tickets und Anzeigetafeln.
  • ICAO-Code ADH: nutzte die Flugsicherung im Flugplan – ein Überbleibsel aus der Aliadriatica-Zeit.
  • Rufzeichen HERON: so meldeten sich die Besatzungen im Funk.

Das Rufzeichen ist ein kleines Wortspiel. Der Name wird zwar englisch als „Air One“ ausgesprochen, zusammengeschrieben ergibt sich aber „Airone“ – das italienische Wort für Reiher. Und der Reiher heißt auf Englisch „heron“. Das Tier schmückte deshalb auch das Leitwerk.

Codeshare im Logbuch

Viele Air-One-Flüge trugen ab 2000 zusätzlich eine Lufthansa-Flugnummer. Entscheidend für dein Logbuch ist die durchführende Airline – also Air One mit ADH. Wie solche Flugnummern zustande kommen, erklärt der Beitrag Codeshare-Flüge erklärt.

Die Flotte: von der Jetstream zur A330

Air One war über weite Strecken eine Boeing-737-Airline. Das Rückgrat bildeten 737-300 und 737-400, die überwiegend geleast waren. Anfang 2006 standen rund 30 Boeing 737 in der Flotte. Dann folgte der Wechsel zu Airbus: Im Januar 2006 bestellte Air One 30 A320 mit Optionen auf weitere 60 Flugzeuge, im Mai 2007 wurde die Bestellung auf insgesamt 90 A320 aufgestockt.

Typ Zeitraum bei Air One Spotter-Hinweis
BAe Jetstream 31 1991–1993 Zwei Turboprops aus der Aliadriatica-Zeit
Boeing 737-200 ab 1994, bis 2008 Erster Jet, schlanke Triebwerke der ersten Generation
Boeing 737-300 1995–2010 Classic-Generation, ab 1995 im Linienbetrieb
Boeing 737-400 1997–2010 Größte Gruppe der Flotte, insgesamt 27 Exemplare
Boeing 737-800 2002–2004 Nur kurze Episode mit sechs Maschinen
McDonnell Douglas MD-83 2006–2008 Einzelstück, von Spanair geleast
Avro RJ70 2006–2009 Zwei geleaste Vierstrahler aus Schweden
Airbus A320 ab 2006 Ersetzte die 737, später einziger Typ des Smart Carrier
Airbus A330-200 2008–2009 Zwei Maschinen für die USA-Flüge

Die Angaben folgen der Flottenhistorie in gängigen Nachschlagewerken; Einzelzahlen und genaue Jahre können je nach Quelle leicht abweichen. Daneben gab es weitere kurzzeitig geleaste Typen wie eine DC-9, eine Fokker 50, eine Saab 2000 und eine ATR 42-300. Hersteller der wichtigsten Typen war Boeing.

Wenn du alte 737-Fotos von Air One sortierst, hilft dir der Guide Boeing 737 Original, Classic, NG und MAX unterscheiden. Zwischen 737-300 und 737-400 entscheidet vor allem die Rumpflänge: Die -400 ist sichtbar gestreckt und hat zwei Notausgänge über dem Flügel statt einem.

Air One CityLiner und die Regionaljets

Im Juni 2006 gliederte Air One ihre Regionalstrecken in eine eigene Tochter aus: Air One CityLiner. Sie flog neue Bombardier CRJ900. Die Tochter bestand bis 2009 und ging dann ebenfalls im Alitalia-Konzern auf. Für dein Logbuch gilt wie bei vielen Regionaltöchtern: Optisch war es Air One, durchgeführt hat aber die CityLiner.

Ein kurzer Ausflug auf die Langstrecke

2008 wagte Air One den Sprung über den Atlantik. Ab 14. Juni 2008 flog Air One mit einem Airbus A330-200 von Mailand-Malpensa nach Boston, ab 21. Juni auch nach Chicago O’Hare. Die beiden Maschinen hatten 239 Sitze, davon 38 in der Business Class. Partner auf der US-Seite waren US Airways für Boston und United Airlines für Chicago.

Im Juni 2008 bestellte Air One zudem zwölf A330 und zwölf Airbus A350-900. Diese Bestellung ging nach der Fusion an Alitalia über – Air One selbst hat nie einen A350 betrieben.

Ex-Air-One-Maschinen aufspüren

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Lufthansa-Nähe und die Star Alliance

Ab 2000 war Air One fest an Lufthansa gebunden. Fast alle Flüge liefen im Codeshare, außerdem war Air One Partner im Vielfliegerprogramm Miles & More. Lufthansa gewann so Zubringer im italienischen Inlandsnetz, Air One den Zugang zu einem großen europäischen Netzwerk – eine Konstellation, die gut zur damaligen Konkurrenz zwischen Lufthansa und dem SkyTeam-Mitglied Alitalia passte.

Mitte 2006 hatte Air One Codeshares mit mehreren Mitgliedern der Star Alliance, darunter Lufthansa, SAS, US Airways, TAP Air Portugal und Air Canada. Im Juni 2006 kündigte das Management an, den Beitritt zur Allianz vorzubereiten – mit Unterstützung von Lufthansa, zunächst womöglich als regionales Mitglied.

Zum Beitritt kam es nie. Mit dem Aufgehen in Alitalia wechselte Air One praktisch ins Lager von SkyTeam. Die Partnerschaften lösten sich 2009 auf: Die Zusammenarbeit mit Miles & More endete am 28. März 2009, die mit den Programmen von United und Air Canada Ende Juni 2009. Wie die drei großen Allianzen aufgebaut sind, erklärt der Beitrag Star Alliance, oneworld und SkyTeam.

Ironie der Geschichte

Mit ITA Airways gehört die Nachfolgerin der Alitalia inzwischen zur Star Alliance, und die Lufthansa Group ist an ihr beteiligt. Was Air One Mitte der 2000er-Jahre anstrebte, hat die italienische Luftfahrt damit auf Umwegen doch noch erreicht.

Woran du Air One erkennst

Die Grundoptik war schlicht und auffällig zugleich: weißer Rumpf, graue Unterseite und ein blaues Leitwerk. Schon in der Aliadriatica-Zeit erinnerte das Schema an die klassische Lufthansa-Bemalung, obwohl Lufthansa damals nicht an der Airline beteiligt war. Aus der Ferne wurden Air-One-Maschinen deshalb oft für Lufthansa gehalten.

Den Unterschied machte das Detail: Statt des Kranichs trug Air One einen stilisierten Reiher am Leitwerk, dazu den Schriftzug „Air One“ am Rumpf. Bei der Low-Cost-Marke ab 2010 flogen die A320 weiter in der Air-One-Optik, ergänzt um den Zusatz „Smart Carrier“.

Zeigt dein altes Foto wirklich Air One?

Hak ab, was auf dem Foto zu sehen ist – ab vier Treffern ist die Zuordnung ziemlich sicher.

  • Blaues Leitwerk mit Reiher statt Kranich
  • Schriftzug „Air One“ am Rumpf
  • Boeing 737 (bis etwa 2010) oder Airbus A320
  • Italienisches Kennzeichen mit I- oder erkennbar geleastes Flugzeug
  • Aufnahme aus der Zeit vor November 2014
  • Ort wie Rom-Fiumicino, Mailand-Linate, Malpensa, Pisa, Venedig oder Catania

Nach 2009 gab es Übergangsphasen: Frühere Air-One-Flugzeuge flogen für Alitalia, teils noch mit Resten der alten Bemalung. Solche Mischformen ordnet der Beitrag zu Hybrid- und Mischlackierungen ein.

Die Konkurrentin der Alitalia

Air One wuchs vor allem auf Kosten der Staatsairline. 2006 bezifferte sie ihren Anteil am italienischen Inlandsmarkt je nach Angabe auf rund ein Viertel bis knapp ein Drittel, und Carlo Toto betonte gern, dass seine Airline nie Staatsgeld erhalten habe – anders als die teilweise staatliche Alitalia.

2007 ging Toto noch einen Schritt weiter. Als der italienische Staat Alitalia verkaufen wollte, legte Air One über die Holding AP Holding ein Angebot vor, gestützt auf eine Bankengruppe um Intesa Sanpaolo. Im Wettbewerb stand Air France-KLM, die von der Regierung bevorzugt wurde. Air One wehrte sich Anfang 2008 sogar juristisch gegen die exklusiven Verhandlungen mit den Franzosen. Die Gespräche mit Air France-KLM scheiterten jedoch im Frühjahr 2008.

Was Air One stark machte

  • Schlanke, private Struktur ohne staatliche Altlasten
  • Starke Stellung auf Rom–Mailand
  • Lufthansa als Partner mit großem Netz
  • Moderne Flotte nach der Airbus-Bestellung

Was am Ende fehlte

  • Kapital für Wachstum und Langstrecke
  • Ein starkes Netz jenseits Italiens
  • Schutz vor Low-Cost-Airlines und Hochgeschwindigkeitszügen
  • Finanzielle Reserven, um allein gegen eine neu aufgestellte Alitalia zu bestehen

Fusion mit Alitalia und Smart Carrier

Im August 2008 wurde die Lösung bekannt, die Italien schließlich wählte: Ein Investorenkonsortium, die Compagnia Aerea Italiana (CAI), übernahm die tragfähigen Teile der Alitalia und verschmolz sie mit Air One. Air One brachte nahezu ihre gesamte Flotte ein. Am 13. Januar 2009 startete die neue Alitalia, und Air One war offiziell Teil von ihr. Im Laufe des Jahres wurden Buchungssysteme und Abläufe vereinheitlicht – die beiden Airlines wurden praktisch eins.

Der Name verschwand trotzdem nicht. Am 28. März 2010 startete Alitalia Air One „Smart Carrier“, eine Low-Cost-Marke mit fünf A320 und je 180 Sitzen ab Mailand-Malpensa. Zum Start ging es zu neun Inlands- und fünf Auslandszielen. Danach wuchs das Netz über neue Basen:

März 2010

Start in Mailand-Malpensa mit fünf A320.

Juli 2011

Neue Basis in Pisa.

2012

Flüge ab Venedig (ab Mai) und ab Catania (ab Oktober).

2013/2014

Malpensa schließt im Oktober 2013, im März 2014 kommt Palermo hinzu.

Im Februar 2013 bestand die Flotte aus neun A320. Am 26. August 2014 kündigte Alitalia das Aus an – die Neuaufstellung mit Etihad als Großaktionär sah keine eigene Low-Cost-Marke mehr vor. Catania, Palermo und Venedig schlossen zum 30. September 2014, die übrigen Strecken endeten am 30. Oktober 2014. Ein Teil der Verbindungen und die Flugzeuge gingen an Alitalia. Im Dezember 2014 wurde das Luftverkehrsbetreiberzeugnis widerrufen. Einordnung in die Reihe italienischer Airline-Pleiten und -Fusionen bietet der Beitrag Große Airline-Pleiten in Europa.

Spotten heute: nur noch mit Vorgeschichte

Ein Flugzeug im Air-One-Linienbetrieb siehst du nicht mehr. Was bleibt, sind Archivfotos und frühere Air-One-Maschinen bei anderen Betreibern. Fotografiere sie wie jedes andere Flugzeug nur von öffentlich zugänglichen Bereichen aus.

Air One im Spotter-Alltag heute

Für dein Logbuch ist Air One ein klassisches Archiv-Thema. Wer zwischen 1995 und 2014 an italienischen Flughäfen fotografiert hat, hat gute Chancen auf eine Air-One-737 oder einen A320 auf der Speicherkarte. Mit Typ, Kennzeichen, Ort und Datum werden daraus saubere Einträge.

Spannend ist die Spurensuche. Viele A320 aus der Air-One-Bestellung flogen nach 2014 bei Alitalia weiter, einige später bei ITA Airways. Laut einem Bericht von Anfang 2023 bekam damals das letzte noch erkennbare Ex-Air-One-Exemplar die blauen ITA-Farben. Wie du den Lebenslauf eines Flugzeugs über Kennzeichen und Seriennummer verfolgst, erklärt der Guide Wie alt ist dieses Flugzeug?. Und wenn du heute in Rom unterwegs bist, findest du gute Standpunkte im Guide Planespotting in Rom-Fiumicino.

Gute Chancen auf Air-One-Spuren, wenn …

  • du dein Fotoarchiv aus der Zeit vor November 2014 durchsiehst
  • du gezielt nach Kennzeichen früherer Air-One-A320 suchst

Prüf es genau, wenn …

  • ein Foto aus 2009 bis 2010 stammt – dann kann die Maschine schon für Alitalia geflogen sein
  • du nur ein blaues Leitwerk siehst – das kann auch Lufthansa sein

Keine Chance auf Air One, wenn …

  • du heute im Tracker nach ADH oder „HERON“ suchst – die Airline fliegt seit Oktober 2014 nicht mehr

Italiens private Airlines im Vergleich

Air One war nicht die einzige private Airline, die Italien in jener Zeit prägte. Meridiana aus Sardinien, Volare Airlines und Wind Jet aus Sizilien versuchten sich ebenfalls neben Alitalia – keine von ihnen fliegt heute noch. Meridiana wurde 2018 zu Air Italy, die 2020 aufgab. Ferienflieger wie Blue Panorama setzten dagegen vor allem auf Charter- und Urlaubsverkehr. Air One unterschied sich von den anderen vor allem durch ihre Größe und die Lufthansa-Partnerschaft.

Häufige Verwechslungen

  • Air One für Lufthansa halten – weißer Rumpf und blaues Leitwerk sahen ähnlich aus, aber Air One trug den Reiher statt des Kranichs.
  • Air One als Star-Alliance-Mitglied notieren – der Beitritt war angekündigt, wurde aber nie vollzogen.
  • Air One mit Alitalia gleichsetzen – bis 2008 war Air One eigenständig, erst ab 2009 Teil von Alitalia.
  • CityLiner-CRJ als Air One notieren – die Regionaljets flog die Tochter Air One CityLiner.
  • Die Smart-Carrier-A320 für eine eigenständige Airline halten – ab 2010 war Air One eine Alitalia-Tochter.
  • Die Langstrecke ab Rom vermuten – die USA-Flüge mit A330 starteten 2008 in Mailand-Malpensa.

Geschichte im eigenen Hangar

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Fazit

Air One war die erfolgreichste private Herausforderin, die Alitalia je hatte: aus einem Lufttaxi-Betrieb in Pescara zur Nummer zwei im Land, mit Boeing 737, später A320 und sogar einem kurzen Abstecher in die USA. Die Nähe zu Lufthansa und der angestrebte Star-Alliance-Beitritt machten sie zum Gegenpol der SkyTeam-Airline Alitalia – bis die Fusion 2009 beide zusammenführte. Für Spotter bleibt eine Airline, die man leicht mit Lufthansa verwechselt und genau deshalb genau hinschauen muss.

Kurzfazit

Air One (IATA AP, ICAO ADH, Rufzeichen „HERON“) flog von 1995 bis zum 30. Oktober 2014 und war Italiens größte private Airline. Der Reiher am blauen Leitwerk trennt sie von Lufthansa, das Datum von ihrer späteren Rolle als Alitalia-Tochter.

Zusammenfassung

  • Air One entstand aus der Aliadriatica, einem kleinen Luftarbeits- und Lufttaxi-Betrieb aus Pescara, den der Bauunternehmer Carlo Toto 1988 übernahm.
  • Mit einer Flotte aus Boeing 737 wurde Air One zur wichtigsten privaten Konkurrentin der Alitalia im Inland und arbeitete eng mit Lufthansa zusammen.
  • 2006 bis 2008 folgten Airbus A320, Bombardier CRJ900 der Tochter Air One CityLiner und zwei A330-200 für Flüge von Mailand-Malpensa in die USA.
  • Nach dem Neustart der Alitalia 2009 ging Air One in ihr auf; als „Smart Carrier“ flog die Marke bis Oktober 2014 mit A320 von Basen wie Pisa, Venedig und Catania.

Häufige Fragen

Welchen IATA- und ICAO-Code hatte Air One?

Air One flog mit dem IATA-Code AP in der Flugnummer und dem ICAO-Code ADH. Im Funk meldeten sich die Besatzungen mit dem Rufzeichen „HERON“ – eine Anspielung auf den Namen, denn „airone“ bedeutet auf Italienisch Reiher.

Wer stand hinter Air One?

Die Airline gehörte ab 1988 dem Unternehmer Carlo Toto, dessen Familie vor allem im Bauwesen tätig ist. Gegründet hatten die Vorgängerin Aliadriatica 1983 sieben Gesellschafter in Pescara. Toto baute sie zu einer Linienairline aus und führte sie als Präsident.

War Air One Mitglied der Star Alliance?

Nein. Air One arbeitete ab 2000 eng mit Lufthansa zusammen, fast alle Flüge liefen im Codeshare, und es gab Partnerschaften mit weiteren Star-Alliance-Airlines. 2006 kündigte Air One an, den Beitritt zur Allianz vorzubereiten. Durch die Fusion mit Alitalia, die zu SkyTeam gehörte, kam es dazu nie.

Warum flog Air One so viele Boeing 737?

Die 737 war in den 1990er-Jahren auf dem Leasingmarkt gut verfügbar und passte zu Inlandsstrecken wie Rom–Mailand. Air One flog nacheinander 737-200, 737-300, 737-400 und kurzzeitig 737-800. 2006 begann der Wechsel zum Airbus A320, der die 737 bis 2010 ablöste.

Ist Air One dasselbe wie Alitalia?

Nein, nicht ursprünglich. Air One war bis 2008 eine eigenständige Konkurrentin. Erst beim Neustart der Alitalia am 13. Januar 2009 übernahm die neue Alitalia – Compagnia Aerea Italiana auch Air One. Ab 2010 war Air One dann eine Alitalia-Tochter mit eigener Low-Cost-Marke.

Was war Air One „Smart Carrier“?

Unter diesem Namen startete Alitalia am 28. März 2010 eine Low-Cost-Marke, zunächst mit fünf Airbus A320 mit je 180 Sitzen ab Mailand-Malpensa. Später kamen Basen in Pisa, Venedig, Catania und Palermo hinzu. Im Oktober 2014 endete auch dieser Flugbetrieb.

Flog Air One auch Langstrecke?

Ja, kurz. Im Juni 2008 startete Air One mit zwei Airbus A330-200 Flüge von Mailand-Malpensa nach Boston und Chicago. Durch die Fusion mit Alitalia blieb es bei dieser kurzen Episode; auch eine Bestellung über A330 und A350 ging an Alitalia über.

Fliegen noch ehemalige Air-One-Flugzeuge?

Einige A320 aus der Air-One-Zeit flogen nach 2014 bei Alitalia und später bei ITA Airways weiter. Laut einem Bericht von 2023 wurde damals das letzte erkennbare Exemplar in die ITA-Farben umlackiert. Über das Kennzeichen kannst du den Lebenslauf eines Flugzeugs zurückverfolgen.

Air One im Blick behalten

Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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