Das Wichtigste in Kürze
- Meridiana ist eine historische italienische Airline: 1963 als Alisarda in Olbia gegründet, ab 1991 Meridiana, ab März 2018 Air Italy.
- Codes: IATA IG, ICAO ISS. Beide Codes nutzte auch die Nachfolgerin Air Italy bis zu ihrem Ende 2020.
- Heimat war Olbia an der Costa Smeralda – die Airline entstand, um die Ferienregion des Aga Khan an das Festland anzubinden.
- Die MD-82 prägte das Bild: Von Mitte der 1980er-Jahre bis 2017 flog der Typ für Alisarda und Meridiana, die I-SMEL steht heute in Volandia.
- Qatar Airways stieg 2017 mit 49 Prozent ein, kurz darauf wurde Meridiana in Air Italy umbenannt.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| IATA-Code | IG |
|---|---|
| ICAO-Code | ISS |
| Drehkreuze | OLB |
| Status | Historisch – unter dem Namen Meridiana bis 28. Februar 2018, ab 1. März 2018 als Air Italy weitergeführt |
| Gegründet | 29. März 1963 als Alisarda in Olbia, initiiert von Karim Aga Khan IV |
| Erster Flug | April 1964 im Lufttaxi-Betrieb mit zwei Beechcraft C-45 ab dem alten Flugplatz Olbia-Venafiorita |
| Umbenennung | 1991 von Alisarda in Meridiana, Beschluss der Aktionäre im Mai 1991 |
| Geschäftsmodell | Linien- und Charterairline mit dichtem Inlandsnetz, Europa-Strecken und später Langstrecke |
| Sitz und Basis | Olbia auf Sardinien, Flughafen Olbia-Costa Smeralda (OLB) |
| Weitere Schwerpunkte | Unter anderem Mailand-Linate, Rom-Fiumicino, Neapel, Verona und Cagliari; Florenz bis 2011 |
| Fusionen | Eurofly (Kontrolle ab 2007, Meridiana fly ab 2010), Air Italy (Übernahme 2011) |
| Eigentümer zuletzt | AQA Holding: 51 % Alisarda S.p.A. (Aga Khan), 49 % Qatar Airways ab September 2017 |
Woran du die Airline erkennst
Ist das wirklich Meridiana?
- Schriftzug „meridiana“ am Rumpf, ab 2013 gemeinsames Design für Meridiana und Air Italy
- Italienische Kennzeichen mit I-, bei den MD-82 typischerweise aus der Serie I-SM… wie I-SMEL
- Flugnummern mit IG, im Flugplan der ICAO-Code ISS
- Typen: über Jahrzehnte MD-82, zuletzt Boeing 737-700/-800 und 767-300ER
- Starke Präsenz in Olbia und auf den Sardinien-Strecken nach Mailand und Rom
Wer in den 1990er- oder 2000er-Jahren im Sommer nach Sardinien geflogen ist oder in Mailand-Linate am Zaun stand, kennt sie: die schlanken MD-82 mit dem Schriftzug „meridiana“. Die Airline aus Olbia war über ein halbes Jahrhundert die Fluggesellschaft der Insel – erst als Alisarda, dann als Meridiana, zuletzt als Air Italy. Heute fliegt keine Maschine mehr unter diesem Namen. Auf dieser Seite erfährst du, wie aus einem Lufttaxi-Betrieb an der Costa Smeralda eine Linienairline wurde, welche Flugzeuge sie flog, wie du Meridiana auf alten Fotos erkennst und warum der Name 2018 verschwand.
Dein Archiv, sauber sortiert
Mit Planetrack postest du Sichtungen mit Foto, Kennzeichen, Typ, Airline und Flughafen – so findest du auch alte Meridiana-Fotos jederzeit wieder. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Meridiana im Überblick
Meridiana war eine private italienische Airline mit Sitz in Olbia auf Sardinien. Gegründet wurde sie am 29. März 1963 unter dem Namen Alisarda – ein Name, in dem sich „ali“ (Flügel) und Sardinien lesen lassen. Hinter dem Projekt stand Karim Aga Khan IV, der zu dieser Zeit die Costa Smeralda im Nordosten der Insel zu einer exklusiven Ferienregion ausbaute. Gäste, Investoren und Personal brauchten eine schnelle Verbindung zum Festland – und genau dafür entstand die Airline.
Aus dem kleinen Lufttaxi-Betrieb wurde mit den Jahren eine Linien- und Charterairline mit einem dichten Inlandsnetz. Die Verbindungen von Sardinien nach Mailand und Rom blieben das Rückgrat, dazu kamen Strecken zwischen den Großstädten des Festlands, nach Sizilien und in viele europäische Länder. 1991 bekam die Gesellschaft den Namen Meridiana, der bis 2018 bestehen blieb.
Für Spotter ist Meridiana vor allem eine MD-80-Airline. Mehr als drei Jahrzehnte lang war die McDonnell Douglas MD-82 das Arbeitspferd der Flotte. In den letzten Jahren übernahmen Boeing 737 und 767, bevor die Airline nach dem Einstieg von Qatar Airways zur Air Italy wurde.
Die Geschichte in Etappen
Die ersten Flüge waren alles andere als glamourös. Im April 1964 startete Alisarda mit zwei achtsitzigen Beechcraft C-45 vom alten Flugplatz Olbia-Venafiorita. Zwei Jahre später kamen die ersten Turboprops vom Typ Nord 262 mit 26 Sitzen, und mit ihnen begann der Linienverkehr: zuerst nach Rom, im Mai 1966 auch nach Mailand-Linate.
1963/1964
Gründung von Alisarda in Olbia am 29. März 1963. Im April 1964 beginnt der Lufttaxi-Betrieb mit zwei Beechcraft C-45.
1966
Mit der Nord 262 startet der Linienverkehr von Olbia nach Rom und Mailand-Linate.
1968–1974
Fokker F27 übernehmen die Strecken. 1974 eröffnet der neue Flughafen Olbia-Costa Smeralda, und mit zwei Douglas DC-9 beginnt das Jetzeitalter.
1984/1985
Die erste MD-82 kommt in die Flotte. Sie bleibt mehr als 30 Jahre lang das wichtigste Muster der Airline.
1991
Aus Alisarda wird Meridiana. Neue Basen in Florenz und Verona, dazu die ersten BAe 146.
2007–2011
Kontrolle über Eurofly ab 2007, Zusammenführung zur Meridiana fly bis 2010, 2011 Übernahme von Air Italy.
2013–2017
Der Aga Khan übernimmt wieder die Regie und stockt das Kapital auf. Im September 2017 steigt Qatar Airways mit 49 Prozent ein.
2018
Am 28. Februar 2018 fliegt die Airline zum letzten Mal als Meridiana, ab 1. März 2018 heißt sie Air Italy.
Der wichtigste Schritt der Frühzeit war der neue Flughafen. Mit Olbia-Costa Smeralda bekam Alisarda 1974 eine Piste, auf der auch Jets landen konnten, und stellte prompt auf die Douglas DC-9 um. 1978 übernahm die Airline die Strecke von Cagliari nach Mailand-Linate und war damit erstmals im Süden der Insel stark vertreten. Im selben Zeitraum kamen saisonale Flüge ins Ausland dazu, etwa nach Zürich, Genf, Frankfurt und Paris.
Warum der Name „Meridiana“?
Ende der 1980er-Jahre flog Alisarda längst nicht mehr nur von und nach Sardinien. Das Netz umfasste Ziele wie Bologna, Genua, Neapel, Pisa und Verona, dazu Saisonstrecken nach Deutschland, in die Schweiz und nach Frankreich. Der Name einer Inselairline passte nicht mehr. Im Mai 1991 beschlossen die Aktionäre deshalb die Umbenennung in Meridiana – italienisch für „Sonnenuhr“. Im selben Jahr baute die Airline neue Basen in Florenz-Peretola und Verona auf und eröffnete von Florenz aus Verbindungen nach Sizilien.
Codes und Rufzeichen
- IATA-Code IG: stand in den Flugnummern, auf Tickets und Anzeigetafeln. Schon Alisarda flog mit IG.
- ICAO-Code ISS: verwendete die Flugsicherung im Flugplan.
- Kennzeichen: Die Flotte war überwiegend in Italien registriert, die Kennzeichen beginnen also mit I-.
Für dein Logbuch ist eine Besonderheit wichtig: Die Codes überlebten den Namen. Air Italy flog ab dem 1. März 2018 weiter mit IG-Flugnummern und dem ICAO-Code ISS. Ein Flugplaneintrag mit ISS sagt dir also erst zusammen mit dem Datum, ob die Maschine als Meridiana oder als Air Italy unterwegs war. Beim Rufzeichen findest du in den Quellen unterschiedliche Angaben – verlass dich hier lieber auf Code und Datum.
Alte Fotos richtig beschriften
Notiere bei Meridiana-Fotos immer Kennzeichen, Typ und Datum. Rund um den März 2018 flogen dieselben Flugzeuge mit denselben Codes erst als Meridiana, dann als Air Italy. Wie Kennzeichen aufgebaut sind, erklärt der Guide Flugzeug-Kennzeichen verstehen.
Die Flotte im Wandel der Jahrzehnte
Kaum eine italienische Airline hat so viele unterschiedliche Typen geflogen wie Alisarda und Meridiana – von zweimotorigen Kolbenflugzeugen bis zur Boeing 767. Die Jets stammten vor allem von McDonnell Douglas, später von Airbus und Boeing.
| Typ | Zeitraum | Spotter-Hinweis |
|---|---|---|
| Beechcraft C-45 | 1964–1965 | Lufttaxi der Gründungszeit |
| Nord 262 | 1966–1971 | Erster Turboprop, Start des Linienverkehrs |
| Fokker F27 | Ende 1960er bis 1978 | Hochdecker mit zwei Turboprops |
| DC-9 | ab 1974 | Zuerst DC-9-14, später -32 und -51 bis Ende der 1990er |
| MD-82 | 1984–2017 | Das prägende Muster der Airline |
| MD-83 | 1990er/2000er | Version mit mehr Reichweite |
| BAe 146-200 | 1991–2004 | Vierstrahliger Hochdecker, u. a. ab Florenz |
| Airbus A319 | 2004–2014 | Ersatz für die BAe 146 |
| Airbus A320 und A330-200 | etwa 2010–2014 | Vor allem aus dem Eurofly-Bestand |
| Boeing 737-300 | bis 2016 | Kurz- und Mittelstrecke |
| Boeing 737-700 und 737-800 | bis 2018 | Rückgrat der letzten Jahre |
| Boeing 767-200ER und 767-300ER | 767-200ER bis 2017, 767-300ER bis 2018 | Langstrecke und Charter |
Die MD-82 ist das Symbol der Airline. Im Mai 1985 kamen die ersten beiden Exemplare zu Alisarda, die letzten Maschinen der Familie musterte Meridiana erst 2017 aus. Das ergibt mehr als drei Jahrzehnte, in denen die Jets mit den zwei Hecktriebwerken und dem T-Leitwerk die Sardinien-Strecken bestimmten. Wie sich die einzelnen Mitglieder unterscheiden, zeigt die Übersicht zur MD-80-Familie.
Vom Mischbetrieb zur reinen Boeing-Flotte
Mit Eurofly und Air Italy kamen ab 2010 sehr unterschiedliche Flugzeuge zusammen: Airbus A320 und A330 aus dem Charterbetrieb, Boeing 737 und 767 von Air Italy und die eigenen MD-80. Diese Vielfalt war teuer. Bis Ende 2014 gab Meridiana deshalb die Airbus-Typen ab, die letzten beiden A320 gingen in diesem Zeitraum aus der Flotte. Danach setzte die Airline nur noch auf Boeing und die verbliebenen MD-80.
Bei der Umbenennung Anfang 2018 bestand die Flotte aus rund einem Dutzend Flugzeugen: eine Boeing 737-700, mehrere 737-800 sowie Boeing 767-300ER. Das Durchschnittsalter lag laut italienischen Quellen bei knapp 19 Jahren – ein Hinweis darauf, wie dringend die Airline neues Kapital brauchte.
Typen sicher unterscheiden
Zwischen 737-300, -700 und -800 helfen dir Triebwerksform, Rumpflänge und Winglets, wie es der Guide Boeing 737 Original, Classic, NG und MAX unterscheiden zeigt. Bei den Airbus-Jets aus der Eurofly-Zeit führt der Guide A318, A319, A320 und A321 auseinanderhalten weiter.
Ex-Meridiana-Maschinen aufspüren
Setz Kennzeichen auf deine Wunschliste und lass dich benachrichtigen, wenn eine frühere Meridiana-Maschine heute im Anflug auf deinen Flughafen ist. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.
Woran du Meridiana erkennst
Das wichtigste Merkmal auf jedem Foto ist der Schriftzug „meridiana“ am Rumpf. Laut italienischen Berichten hielt sich das Design der Meridiana-Anfangsjahre farblich eng an die letzte Alisarda-Bemalung – der Wechsel des Namens war also vor allem ein neuer Schriftzug, kein kompletter Bruch. 2013 führte die Airline ein gemeinsames Design für Meridiana und die übernommene Air Italy ein, damit beide Flugbetriebe nach außen als eine Marke auftraten.
Weil Meridiana viele Gebrauchtflugzeuge übernahm und mit Eurofly und Air Italy fremde Flotten integrierte, lohnt bei ungewöhnlichen Bemalungen immer ein Blick auf Kennzeichen und Datum. Wer sich für historische Designs interessiert, findet Verwandtes im Beitrag zu Retro-Lackierungen.
Zeigt dein altes Foto wirklich Meridiana?
- Schriftzug „meridiana“ am Rumpf
- Italienisches Kennzeichen mit I- am Heck
- Typ wie MD-82, MD-83, Boeing 737, Boeing 767, A319 oder BAe 146
- Aufnahme aus der Zeit zwischen 1991 und Februar 2018
- Ort wie Olbia, Cagliari, Mailand-Linate, Rom-Fiumicino, Verona oder Neapel
- Flugnummer mit IG im Flugplan oder auf der Anzeigetafel
Drehkreuze und Strecken
Das Herz der Airline schlug immer in Olbia. Hier saß die Verwaltung, hier lag die Technik, und hier begannen die meisten Umläufe. Meridiana war außerdem Hauptgesellschafter der Betreibergesellschaft des Flughafens Olbia, die 1989 gegründet wurde. Im Sommer war das Streckennetz von Olbia aus besonders dicht, im Winter schrumpfte es deutlich.
Die wichtigsten Verbindungen führten von Sardinien zum Festland: nach Mailand-Linate, nach Rom-Fiumicino und von Cagliari aus ebenfalls nach Mailand. Dazu kamen Strecken zwischen den Festlandsflughäfen und nach Sizilien, etwa nach Catania und Palermo. Als Schwerpunkte nennen die Quellen neben Olbia vor allem Rom-Fiumicino, Neapel und Verona. Die Basis in Florenz schloss 2011.
Mit Eurofly und Air Italy kamen Charter- und Langstreckenflüge dazu, etwa nach Mauritius im Indischen Ozean. Die Wartung betreute Meridiana Maintenance an vielen Flughäfen des Landes, darunter Mailand-Malpensa und -Linate, Verona, Venedig, Florenz, Neapel, Alghero, Cagliari, Palermo und Catania.
Fusionen, Partner und Neustarts
Ab Mitte der 2000er-Jahre wurde Meridiana zu einer kleinen Konsolidiererin im italienischen Markt. Die Phasen im Überblick:
| Phase | Zeitraum | Was passierte |
|---|---|---|
| Eurofly | 2007–2010 | Kontrolle über die Charterairline Eurofly, Zusammenführung zur Meridiana fly bis Februar 2010 |
| Air Italy | 2011–2013 | Übernahme der privaten Charterairline Air Italy, gemeinsame Holding |
| Rückkehr zur Marke | 2013–2016 | Neues Kapital vom Aga Khan, gemeinsamer Auftritt als Meridiana, Vielfliegerprogramm mit Avios |
| Qatar-Ära | 2017–2018 | 49 Prozent für Qatar Airways, Neuausrichtung auf Mailand-Malpensa |
Die Eurofly-Integration brachte Langstreckenerfahrung und Airbus-Großraumflugzeuge in die Flotte. Aus der Zusammenführung entstanden die Meridiana fly S.p.A. für den Flugbetrieb und die Meridiana Maintenance S.p.A. für die Technik. 2011 folgte die Übernahme von Air Italy, einer 2005 gegründeten Charterairline mit Boeing 737 und 767.
2013 kam die Wende. Nach hohen Verlusten verließ der bisherige Chef das Unternehmen, und der Aga Khan stockte das Kapital um 190 Millionen Euro auf. Die Airline trat wieder einheitlich als Meridiana auf. Ab 2014 gab es für Vielflieger das Programm Meridiana Club auf Basis von Avios, mit dem man auch bei British Airways und später Iberia sammeln konnte.
Konkurrenz im eigenen Land
Auf den Strecken zwischen Mailand und Rom und nach Sardinien traf Meridiana auf Alitalia, Air One und später zahlreiche Low-Cost-Airlines. Wie viele italienische Airlines in diesem Umfeld scheiterten, zeigt der Beitrag zu großen Airline-Pleiten in Europa.
Im Juli 2016 unterschrieben Meridiana und Qatar Airways eine Vereinbarung über einen Einstieg. Umgesetzt wurde er im September 2017: Die neu gegründete AQA Holding gehörte zu 51 Prozent der Alisarda S.p.A. des Aga Khan und zu 49 Prozent Qatar Airways. Kurz darauf kündigte die Airline einen Umbau an – weg von Linate, hin zu Mailand-Malpensa mit neuen Langstrecken in die USA. Wie die Golf-Airline damals in Europa investierte, ordnet der Beitrag zum Geschäftsmodell der Golf-Airlines ein.
Das Ende des Namens 2018
Am 28. Februar 2018 flog die Airline zum letzten Mal als Meridiana. Seit dem 1. März 2018 hieß sie Air Italy – mit neuem Design, dem Drehkreuz Mailand-Malpensa und Plänen für deutliches Wachstum.
September 2017
Qatar Airways übernimmt offiziell 49 Prozent an der AQA Holding, der Dachgesellschaft der Airline.
Februar 2018
Name und Logo von Air Italy werden vorgestellt. Am 28. Februar endet der Flugbetrieb unter dem Namen Meridiana.
1. März 2018
Die Gesellschaft fliegt als Air Italy weiter, mit denselben Codes IG und ISS.
Februar 2020
Die Gesellschafter beschließen die Liquidation von Air Italy, der Flugbetrieb endet.
Air Italy war also keine neue Airline, sondern Meridiana unter neuem Namen. Rechtlich und betrieblich lief die Geschichte durch – das ist für dein Logbuch der entscheidende Punkt. Wie es mit Air Italy weiterging, erfährst du auf der eigenen Seite zu Air Italy.
Spotten heute: nur noch mit Vorgeschichte
Ein Flugzeug im Linienbetrieb für Meridiana wirst du nicht mehr sehen. Was bleibt, sind Fotos bis Februar 2018 und frühere Meridiana-Maschinen, die bei anderen Betreibern weiterflogen oder ausgemustert wurden. Fotografiere sie wie jedes andere Flugzeug nur von öffentlich zugänglichen Bereichen aus.
Meridiana im Spotter-Alltag heute
Für dein Logbuch ist Meridiana vor allem ein Archiv-Thema. Wer bis 2018 in Mailand-Linate, Rom-Fiumicino oder auf Sardinien fotografiert hat, findet mit hoher Wahrscheinlichkeit eine MD-82 oder eine Boeing 737 der Airline auf der Speicherkarte. Mit Typ, Kennzeichen, Ort und Datum werden daraus saubere Einträge. Tipps für die Ordnung im Bildarchiv gibt der Guide Flugzeugfotos archivieren.
Einen Klassiker kannst du sogar heute noch anfassen: Die I-SMEL, eine der frühen MD-82 der Airline, verabschiedete sich im November 2016 unter anderem mit einem letzten Start in Bologna und wurde dann von Olbia nach Malpensa überführt. Seitdem gehört sie zum Luftfahrtmuseum Volandia – wie du sie dort am besten fotografierst, steht beim Spot Volandia am Flughafen Mailand-Malpensa.
Spannend ist auch die Spurensuche nach den übrigen Maschinen. Die Boeing 737 und 767 flogen zunächst bei Air Italy weiter, danach verteilten sich die Maschinen auf andere Betreiber oder wurden ausgemustert. Wie du den Lebenslauf eines Flugzeugs über Seriennummer und Kennzeichen nachverfolgst, erklärt der Guide Wie alt ist dieses Flugzeug?.
Gute Chancen auf Meridiana-Spuren, wenn …
- du dein Fotoarchiv aus der Zeit vor März 2018 durchsiehst
- du Volandia besuchst und die MD-82 I-SMEL fotografierst
Prüf es genau, wenn …
- ein Foto aus März 2018 oder später stammt – dann flog die Maschine als Air Italy
- eine Aufnahme vor 1991 entstanden ist – dann hieß die Airline noch Alisarda
Keine Chance auf Meridiana, wenn …
- du heute im Tracker nach dem Code ISS suchst – weder Meridiana noch Air Italy fliegen noch
Häufige Verwechslungen
- Air Italy für eine neue Airline halten – die Air Italy von 2018 bis 2020 war die umbenannte Meridiana mit denselben Codes.
- Die Air Italy von 2005 mit der von 2018 gleichsetzen – die erste war eine eigenständige Charterairline, die Meridiana 2011 übernahm.
- Aeroitalia mit Air Italy verwechseln – Aeroitalia ist eine eigene, deutlich jüngere Gesellschaft.
- Alisarda und Meridiana als zwei Airlines notieren – es ist dieselbe Gesellschaft, nur 1991 umbenannt.
- Eurofly-Langstrecken immer Meridiana zuschreiben – vor der Integration 2010 war Eurofly ein eigener Betrieb mit eigenen Codes.
- Meridiana für eine Low-Cost-Airline halten – sie war eine klassische Linien- und Charterairline mit Sitz in Olbia.
Geschichte im eigenen Hangar
Sammle deine Meridiana- und Alisarda-Fotos im Hangar, poste sie mit Typ, Kennzeichen und Flughafen und tausch dich in der Community mit anderen Spottern aus. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
Meridiana war die Airline Sardiniens – gegründet, um eine Ferienregion zu erschließen, und gewachsen zu einer der wichtigsten privaten Fluggesellschaften Italiens. Von der Beechcraft C-45 über DC-9 und MD-82 bis zur Boeing 767 reicht eine Flottengeschichte, die viele Spotter-Archive füllt. Der Name verschwand 2018, die Gesellschaft flog als Air Italy noch zwei Jahre weiter. Mit der I-SMEL in Volandia und vielen alten Fotos bleibt die Airline sichtbar.
Kurzfazit
Meridiana (IATA IG, ICAO ISS) flog von 1991 bis zum 28. Februar 2018, davor ab 1964 als Alisarda, mit Heimat in Olbia. Die MD-82 prägte das Bild, das Datum trennt Meridiana von Alisarda und von Air Italy, die mit denselben Codes weiterflog.
Zusammenfassung
- Alisarda begann 1964 mit Lufttaxi-Flügen ab Olbia und wuchs über Nord 262, Fokker F27 und DC-9 zur Linienairline.
- 1991 wurde aus Alisarda Meridiana, die Flotte bestand lange aus MD-82, DC-9-51 und BAe 146, später aus Airbus- und Boeing-Typen.
- Mit Eurofly und Air Italy kamen Charter- und Langstreckenerfahrung dazu, ab 2014 setzte Meridiana nur noch auf Boeing und die MD-80-Familie.
- Nach dem Einstieg von Qatar Airways flog Meridiana am 28. Februar 2018 zum letzten Mal unter eigenem Namen, danach als Air Italy.
Häufige Fragen
Welchen IATA- und ICAO-Code hatte Meridiana?
Meridiana flog mit dem IATA-Code IG und dem ICAO-Code ISS. Dieselben Codes hatte schon Alisarda verwendet, und auch Air Italy flog ab März 2018 weiter mit IG-Flugnummern.
Was ist der Unterschied zwischen Alisarda und Meridiana?
Es ist dieselbe Airline unter zwei Namen. Alisarda wurde 1963 in Olbia gegründet und flog bis 1991 unter diesem Namen. Dann beschlossen die Aktionäre die Umbenennung in Meridiana, weil die Gesellschaft zunehmend über Sardinien hinaus und ins europäische Ausland flog.
Wer stand hinter Meridiana?
Gründer war Karim Aga Khan IV, der in den 1960er-Jahren die Costa Smeralda im Nordosten Sardiniens als Ferienregion entwickelte. Seine Holding blieb bis zuletzt Mehrheitseigner. Ab September 2017 hielt Qatar Airways 49 Prozent an der neuen Dachgesellschaft AQA Holding.
Ist Air Italy dieselbe Airline wie Meridiana?
Ja, im rechtlichen Sinn. Meridiana wurde zum 1. März 2018 in Air Italy umbenannt und behielt die Codes IG und ISS. Neu waren Name, Design und die Ausrichtung auf Mailand-Malpensa. Air Italy beschloss im Februar 2020 die Liquidation und stellte den Flugbetrieb ein.
Welche Flugzeuge flog Meridiana zuletzt?
Bei der Umbenennung Anfang 2018 bestand die Flotte aus Boeing 737-700 und 737-800 sowie Boeing 767-300ER. Die letzten MD-82 hatte Meridiana 2017 ausgemustert, die Airbus-Typen schon Ende 2014.
Wo kann ich heute noch eine Meridiana-Maschine sehen?
Die MD-82 I-SMEL, eine der frühen MD-82 der Airline, wurde im November 2016 nach ihren letzten Einsätzen von Olbia nach Mailand-Malpensa überführt und dem Luftfahrtmuseum Volandia übergeben. Dort steht sie als Ausstellungsstück.
Hatte Meridiana etwas mit Eurofly zu tun?
Ja. Meridiana übernahm 2007 die Kontrolle über die Charterairline Eurofly. Bis Februar 2010 wurden beide Betriebe zur Meridiana fly zusammengeführt, die Wartung ging in die Meridiana Maintenance über.
Meridiana im Blick behalten
Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Flugzeugtypen in der Flotte
McDonnell Douglas MD-82
Mehr als jede andere Version prägte die MD-82 das Bild der MD-80-Familie: Hunderte „Super 80“ bei American Airlines, 90 Maschinen bei Alitalia, Lizenzmontage in Shanghai. So erkennst du sie und so findest du heute noch eine.
FlugzeugtypMcDonnell Douglas MD-83
Mehr Treibstoff, mehr Gewicht, mehr Reichweite: Die MD-83 war die Langstrecken-Version der MD-80 und flog Urlauber ohne Zwischenstopp ans Mittelmeer und auf die Kanaren. Heute hält sie sich als ACMI-Charterjet und als Frachter.
FlugzeugtypMcDonnell Douglas DC-9
Zwei Triebwerke am Heck, das Höhenleitwerk oben auf der Flosse: Die DC-9 prägte ab 1965 die Kurzstrecke in Europa und den USA. So erkennst du die Serien 10 bis 50 und trennst sie von MD-80, 717 und One-Eleven.
FlugzeugtypBAe 146-200
Hoher Flügel, vier kleine Triebwerke, Muschel-Heck: Die BAe 146-200 ist die mittlere und meistgesehene Version des britischen Vierstrahlers. Heute fliegt sie vor allem als Löschflugzeug über Nordamerika.
FlugzeugtypAirbus A319
Kurz, kompakt und seit 1996 im Liniendienst: Die A319 ist das gestutzte Mitglied der A320-Familie. So trennst du sie sicher von A318, A320 und A319neo.
FlugzeugtypAirbus A320 (ceo)
Der Jet, mit dem Airbus den Kurzstreckenmarkt umgekrempelt hat: Die A320 der ersten Generation ist seit 1988 im Dienst und noch immer an fast jedem Flughafen zu sehen. So erkennst du sie und ihre Varianten.
FlugzeugtypAirbus A330-200
Kürzer als die A330-300, mit auffällig hohem Seitenleitwerk und großer Reichweite: Die A330-200 ist ein Langstrecken-Klassiker, der langsam aus Europas Flotten verschwindet. So erkennst du sie sicher.
FlugzeugtypBoeing 737-800
Das Arbeitspferd der Kurz- und Mittelstrecke: Die 737-800 ist die meistgebaute Version der 737 Next Generation und an vielen Flughäfen Europas ein Dauergast.
FlugzeugtypBoeing 767-300ER
Schlanker Rumpf, zwei große Triebwerke, oft hochgezogene Winglets: Die 767-300ER war jahrzehntelang das Arbeitspferd über den Atlantik. Heute wird sie selten – so erkennst und findest du sie.
FlugzeugtypFokker F27 Friendship
Hoher Flügel, zwei Rolls-Royce-Dart-Turboprops und große ovale Fenster: Die Fokker F27 Friendship war Europas erfolgreichster Turboprop-Airliner ihrer Zeit. Heute ist sie ein echter Sammlerfang.
Weitere Airlines
Air Italy
Historische italienische Airline: 2018 aus Meridiana hervorgegangen, mit Qatar Airways als Miteigentümerin und Langstrecke ab Mailand-Malpensa – nach nur zwei Jahren im Februar 2020 liquidiert.
FerienfliegerEurofly
Historische italienische Ferienairline: 1989 mit Alitalia und Olivetti gegründet, Heimat Mailand-Malpensa, erst MD-80, dann A320 und A330 – am 28. Februar 2010 wurde daraus Meridiana fly.
NetzwerkAlitalia
Historische Nationalairline Italiens: 1946 gegründet, Drehkreuz Rom-Fiumicino, ab 1960 mit DC-8 und Caravelle im Jetzeitalter, später SkyTeam – nach mehreren Pleiten endete der Flugbetrieb am 14. Oktober 2021.
NetzwerkAir One
Historische italienische Airline von Carlo Toto: aus der Aliadriatica in Pescara entstanden, ab 1995 Herausforderin der Alitalia mit Boeing 737, eng mit Lufthansa verbunden, ab 2009 Teil von Alitalia und bis 2014 als „Smart Carrier“ unterwegs.
NetzwerkQatar Airways
Die Airline aus Katar mit der Oryx am Leitwerk: Drehkreuz Doha, oneworld-Mitglied, Erstkundin des A350 und mit fünf deutschen Zielen eine der präsentesten Golf-Airlines in Deutschland.
NetzwerkITA Airways
Italiens Netzwerk-Airline und Nachfolgerin von Alitalia: Drehkreuz Rom-Fiumicino, seit April 2026 in der Star Alliance, mit Lufthansa als Anteilseignerin und einer reinen Airbus-Flotte in tiefem Blau.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Flughafen Mailand-Linate
Nur rund sieben Kilometer vom Mailänder Zentrum entfernt: Linate ist der Stadtflughafen der Lombardei, mit einer einzigen Bahn, politisch begrenztem Verkehr nach Italien und Europa, einer großen ITA-Airways-Präsenz und viel Geschäftsreiseverkehr. Seit 2022 hält die U-Bahn M4 direkt am Terminal – und die Erinnerung an das Unglück von 2001 prägt den Flughafen bis heute.
FlughafenFlughafen Mailand-Malpensa
Italiens zweitgrößter Passagierflughafen und die Nummer eins bei der Fracht: zwei fast 4.000 Meter lange Parallelbahnen am Rand des Ticino-Parks, eine große easyJet-Basis, Langstrecke von Emirates bis Cathay Pacific und Frachter von FedEx, DHL und Cargolux. Eine Besucherterrasse gibt es nicht – gespottet wird am Zaun und am Terminal.
FlughafenFlughafen Rom-Fiumicino
Italiens größter Flughafen liegt direkt am Tyrrhenischen Meer: drei Bahnen mit klarer Arbeitsteilung, ITA Airways als Heimatairline, viel Nordamerika- und Asienverkehr – und keine Besucherterrasse. Wer hier spotten will, braucht ein Auto, einen Plan für die Betriebsrichtung und Respekt vor dem Zaun.
HerstellerMcDonnell Douglas
Historischer US-Hersteller, 1967 aus McDonnell Aircraft und Douglas Aircraft entstanden und 1997 in Boeing aufgegangen. Seine Jets mit Hecktriebwerken – DC-9, MD-80, DC-10 und MD-11 – prägten Jahrzehnte des Luftverkehrs und sind heute gesuchte Motive für Spotter.
Wo du Meridiana vor die Linse bekommst
Spotting-Spots, an denen diese Airline regelmäßig zu sehen ist – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.
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