Flughafen Palermo

Siziliens zweitgrößter Flughafen liegt auf einem schmalen Küstenstreifen bei Cinisi, eingeklemmt zwischen Tyrrhenischem Meer und steilen Bergen. Benannt nach den Richtern Falcone und Borsellino, geprägt von Low-Cost-Basen, Schirokko-Wind und einer zweiten Bahn für starken Seitenwind.

Auch bekannt als: Aeroporto Internazionale Falcone Borsellino · Flughafen Palermo-Punta Raisi · Palermo Airport · Aeroporto di Punta Raisi · GES.A.P. S.p.A. (Betreiber)

ItalienItalienFlughäfenPMO / LICJseit 196011 Min. Lesezeit

PMO

IATA-Code

LICJ

ICAO-Code

3.326 m

Länge der Hauptbahn 07/25

9,2 Mio.

Passagiere im Jahr 2025

Das Wichtigste in Kürze

  • IATA PMO, ICAO LICJ: zweitgrößter Flughafen Siziliens nach Catania, 2025 mit rund 9,22 Millionen Passagieren auf Rekordniveau.
  • Zwei Bahnen, ein Grund: Die Hauptbahn 07/25 misst 3.326 Meter, die kürzere 02/20 hilft bei starkem Seitenwind wie dem Schirokko.
  • Benannt nach Falcone und Borsellino, den 1992 von der Mafia ermordeten Richtern aus Palermo – im Alltag heißt der Platz oft noch Punta Raisi.
  • Low-Cost prägt das Bild: Ryanair, Wizz Air, Volotea, Aeroitalia und DAT haben hier Basen.
  • Zwischen Meer und Bergen: Die Lage macht Anflüge anspruchsvoll und Fotos besonders reizvoll.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Steckbrief
  2. 2.Tätigkeitsfelder
  3. 3.Geschichte im Zeitraffer
  4. 4.Was du als Spotter wissen solltest
  5. 5.Stärken und Schwächen
  6. 6.Von Boccadifalco nach Punta Raisi
  7. 7.Ein Name mit Gewicht
  8. 8.Zwei Bahnen wegen eines Windes
  9. 9.Anflug zwischen Felsen und Wasser
  10. 10.Low-Cost-Basis im Mittelmeer
  11. 11.Langstrecke im Sommer
  12. 12.Rekordzahlen und Ausweichflughafen für Catania
  13. 13.Anreise: Bahn unter dem Terminal
  14. 14.Spotten in Palermo: was du wissen solltest
  15. 15.Palermo im Vergleich
  16. 16.Fazit
  17. 17.Häufige Fragen

Steckbrief

IATA-CodePMO
ICAO-CodeLICJ
BetreiberGES.A.P. S.p.A. (Gestione Aeroporto Palermo) – Anteilseigner sind öffentliche Träger der Region, darunter Stadt und Großraum Palermo, die Handelskammer und die Gemeinde Cinisi
LageAm Kap Punta Raisi auf dem Gebiet der Gemeinde Cinisi, rund 35 km westlich der Innenstadt von Palermo, etwa 20 m über dem Meer
Start- und LandebahnenHauptbahn 07/25 mit 3.326 × 60 m und Querwindbahn 02/20 mit rund 2.070 m Länge, beide asphaltiert und mit ILS ausgestattet
TerminalEin Passagierterminal mit Fluggastbrücken, eröffnet 1995, seither mehrfach erweitert
FlugsicherungENAV (Turm und Anflug)
Basis-AirlinesRyanair, Wizz Air, Volotea, Aeroitalia und DAT
Verkehr 2025Rund 9,22 Mio. Passagiere (Rekord, rund +3,5 % zum Vorjahr), gut 1.500 t Luftfracht
Eröffnung1960 als Ersatz für den stadtnahen Flugplatz Palermo-Boccadifalco
BahnanschlussBahnhof unter dem Terminal, Verbindung über die S-Bahn-artige Stadtbahn (Linie A) nach Palermo Centrale
Für Spotter relevantDichter Schmalrumpfverkehr der Low-Cost-Airlines, häufige Seitenwind-Situationen und eine spektakuläre Kulisse aus Bergen und Meer
Offizielle Websitewww.aeroportodipalermo.it

Tätigkeitsfelder

Passagierverkehr – vor allem Punkt-zu-Punkt-Verbindungen innerhalb Italiens und nach Europa, dazu saisonale Langstrecke nach Nordamerika
Low-Cost-Basis – Stationierung von Flugzeugen der Ryanair, Wizz Air, Volotea und Aeroitalia
Inselverkehr – Regionalflüge, unter anderem mit Turboprops der DAT
Ausweichflughafen – Aufnahme umgeleiteter Flüge, wenn Catania wegen Ätna-Asche schließen muss
Infrastruktur und Kommerz – Terminalbetrieb, Parkhäuser, Gastronomie und Duty-free durch die GES.A.P.

Geschichte im Zeitraffer

1953Ein Konsortium für einen neuen Flughafen wird gegründet. Der alte Platz Boccadifalco am Stadtrand ist für Strahlflugzeuge zu kurz und zu sehr von Bergen umgeben.
1960Am 2. Januar landet der erste Linienflug aus Rom-Ciampino am neuen Flughafen Punta Raisi. Die Standortwahl war schon damals umstritten.
1972Am 5. Mai prallt eine Alitalia-DC-8 (Flug 112) im Anflug gegen die Montagna Longa. Alle 115 Menschen an Bord sterben.
1978Am 23. Dezember stürzt eine Alitalia-DC-9 (Flug 4128) im Anflug ins Meer. 108 Menschen kommen ums Leben, 21 werden gerettet.
1995Das neue Terminal mit Fluggastbrücken geht in Betrieb. Der Flughafen trägt die Namen der 1992 ermordeten Richter Giovanni Falcone und Paolo Borsellino.
2001Der Bahnanschluss zum Hauptbahnhof Palermo Centrale ist fertig.
2010Am 24. September setzt ein Wind-Jet-A319 bei Gewitter vor der Bahn 07 auf. Es gibt Leichtverletzte, aber keine Toten.
2025Mit rund 9,22 Millionen Passagieren erreicht PMO einen neuen Höchststand. United Airlines fliegt seit Mai saisonal nach Newark.
2026Im Juli unterzeichnen GES.A.P. und die Luftfahrtbehörde ENAC den Programmvertrag mit Investitionen von 68 Millionen Euro. Im Sommer nimmt Palermo hunderte Flüge auf, die wegen des Ätna von Catania umgeleitet werden.

Flughafen Palermo aus Spotter-Sicht

Deine Checkliste für Flughafen Palermo

Hak ab, was du schon gesehen oder erledigt hast.

  • Eine Seitenwindlandung bei Schirokko erwischt – auf PMO keine Seltenheit
  • Einen Start oder eine Landung auf der Querwindbahn 02/20 notiert
  • Einen Ryanair-Boeing 737 MAX 8-200 von einem normalen 737-800 unterschieden
  • Eine ATR 72 der DAT auf einem Inselflug fotografiert
  • Einen Aeroitalia- oder Volotea-Jet an der Basis gesehen
  • Einen saisonalen Transatlantikflug im Sommer erwischt, etwa von United oder Neos
  • Ein Flugzeug mit der Bergkulisse der Montagna Longa im Hintergrund fotografiert
  • Das Kennzeichen jeder Sichtung notiert, nicht nur Airline und Typ

Stärken und Schwächen

Das spricht dafür

  • Spektakuläre Kulisse: Berge auf der einen, Meer auf der anderen Seite
  • Viel Low-Cost-Verkehr mit fünf stationierten Airlines
  • Häufige Seitenwind-Situationen für dynamische Landebilder
  • Bahnanschluss direkt unter dem Terminal
  • Im Sommer Langstreckenflüge nach Nordamerika

Wo es hakt

  • Kaum Großraumflugzeuge außerhalb der Sommersaison
  • Keine offizielle Besucherterrasse oder ausgewiesener Spotterplatz bekannt
  • Starker Schirokko bringt Hitzeflimmern, Staub und unruhige Luft
  • Lage weit außerhalb von Palermo – ohne Auto bist du an die Bahn gebunden
  • Flottenbild stark von A320-Familie und Boeing 737 dominiert

Kaum ein Flughafen in Europa liegt so dramatisch wie Palermo. Auf einem schmalen Küstenstreifen bei Cinisi hat das Tyrrhenische Meer auf der einen Seite und eine steile Bergkette auf der anderen Seite Platz für den Flughafen gelassen – mehr nicht. Was im Anflug für Piloten anspruchsvoll ist, ist für dich als Spotter ein Geschenk: Flugzeuge vor Felswänden, glitzerndem Wasser und, an Schirokko-Tagen, schräg in der Luft hängende Jets im Seitenwind. Dazu kommt ein dichter Low-Cost-Betrieb mit gleich fünf stationierten Airlines.

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Von Boccadifalco nach Punta Raisi

Palermos erster Flugplatz lag in Boccadifalco am südwestlichen Stadtrand. Für die aufkommenden Strahlflugzeuge war er ungeeignet: zu kurze Bahn, ringsum Berge. In den 1950er-Jahren fiel deshalb die Entscheidung für einen Neubau, und die Wahl fiel auf das Kap Punta Raisi rund 35 Kilometer westlich der Stadt. Am 2. Januar 1960 landete dort der erste Linienflug, er kam aus Rom-Ciampino.

Die Standortwahl gilt bis heute als einer der umstrittensten Entscheidungen der italienischen Luftfahrtgeschichte. Eine Alternative an der Küste östlich von Palermo war ebenfalls im Gespräch. Spätere Gerichtsverfahren kamen laut italienischer Darstellung zu dem Ergebnis, dass Interessen der örtlichen Mafia bei der Entscheidung für Punta Raisi eine Rolle gespielt hatten. Für den Flugbetrieb blieb ein Platz mit schwierigen Bedingungen: Die Berge stehen dicht am Flughafen, und der heiße, böige Schirokko aus Südosten weht quer zur Hauptbahn.

Boccadifalco gibt es übrigens noch – heute ist er ein ziviler Platz für die allgemeine Luftfahrt und Sitz eines Aeroclubs. Der Linienverkehr läuft vollständig über Punta Raisi.

9,22 Mio.Passagiere im Jahr 2025
3.326 mLänge der Hauptbahn 07/25
35 kmEntfernung zur Innenstadt von Palermo
1960erster Linienflug in Punta Raisi

Ein Name mit Gewicht

Seit den 1990er-Jahren trägt der Flughafen die Namen von Giovanni Falcone und Paolo Borsellino. Die beiden Untersuchungsrichter aus Palermo hatten jahrelang gegen die Cosa Nostra ermittelt und wurden 1992 im Abstand weniger Wochen bei Bombenanschlägen getötet. Der Anschlag auf Falcone geschah auf der Autobahn zwischen Flughafen und Stadt – genau auf der Strecke, die du heute nimmst, wenn du mit dem Auto vom Terminal Richtung Palermo fährst.

Offiziell heißt der Platz Aeroporto Internazionale Falcone Borsellino. Im Alltag, in vielen Flugplänen und unter Spottern ist trotzdem oft einfach von Punta Raisi die Rede. Beide Namen meinen denselben Flughafen mit den Codes PMO und LICJ.

Zwei Bahnen wegen eines Windes

Die Hauptbahn 07/25 ist 3.326 Meter lang und 60 Meter breit. Sie verläuft ungefähr parallel zur Küste und ist für große Muster bis hin zur Boeing 747 ausgelegt. Fast der gesamte Verkehr läuft über sie. Daneben gibt es die rund 2.070 Meter lange Querwindbahn 02/20. Sie kommt vor allem dann zum Einsatz, wenn starker Seitenwind wie der Schirokko den Betrieb auf der Hauptbahn erschwert. Beide Bahnen sind asphaltiert und mit Instrumentenlandesystemen ausgestattet.

Bahn Länge Funktion Was du dort typischerweise siehst
07/25 3.326 m Hauptbahn, Normalbetrieb Nahezu alle Starts und Landungen, von der ATR bis zum Großraumjet
02/20 rund 2.070 m Querwindbahn bei starkem Seitenwind Seltene Bewegungen, vor allem bei kräftigem Schirokko
Vorfeld am Terminal – Abfertigung mit Fluggastbrücken Basis-Flugzeuge der Low-Cost-Airlines, Regionalflieger

Welche Richtung auf der Hauptbahn gerade genutzt wird, entscheidet wie überall der Wind. Wie du die aktive Richtung vorab einschätzt, erklärt der Beitrag Betriebsrichtung am Flughafen verstehen. Für Palermo lohnt außerdem ein Blick auf Wetterkarten, um Schirokko-Lagen früh zu erkennen – Tipps dazu stehen im Beitrag zu Windy und anderen Wetterkarten.

Schirokko-Tage gezielt nutzen

Wenn der heiße Südostwind kräftig weht, landen die Jets mit deutlichem Vorhaltewinkel – ideale Bedingungen für dynamische Seitenwindbilder. Wie solche Landungen ablaufen, erklärt der Beitrag zur Seitenwindlandung. Mit Planetrack siehst du Wetter, Wind und aktive Pisten am Flughafen auf einen Blick.

Anflug zwischen Felsen und Wasser

Die Bergkette südlich des Flughafens, zu der die Montagna Longa gehört, reicht nah an die Bahn heran. Anflüge verlaufen deshalb auf festgelegten Verfahren, und die Besatzungen müssen bei Wind und schlechter Sicht besonders sorgfältig arbeiten. Zwei schwere Unglücke prägen die Geschichte des Platzes: Am 5. Mai 1972 flog eine Alitalia-DC-8 im Nachtanflug gegen die Montagna Longa, alle 115 Menschen an Bord starben. Am 23. Dezember 1978 stürzte eine Alitalia-DC-9 im Anflug ins Meer; 108 Menschen kamen ums Leben, 21 wurden gerettet.

Seitdem hat sich die Technik grundlegend verändert. Beide Bahnen haben heute Instrumentenlandesysteme, und moderne Anflugverfahren führen die Flugzeuge sicher an den Hindernissen vorbei. Für dich als Spotter bleibt vor allem das Bild: Flugzeuge, die vor einer Felswand ins Bild schweben oder über dem Wasser auf die Bahn zufliegen. Wie ein Instrumentenanflug grundsätzlich funktioniert, liest du im Beitrag zum ILS-Anflug.

Auch in jüngerer Zeit zeigte sich, wie anspruchsvoll das Wetter sein kann. Im September 2010 setzte ein Airbus A319 der inzwischen eingestellten Wind Jet bei einem Gewitter mit Windscherung vor der Bahn 07 auf. Das Flugzeug wurde schwer beschädigt, es gab Leichtverletzte, aber keine Todesopfer.

Low-Cost-Basis im Mittelmeer

Palermo ist kein Umsteigedrehkreuz, sondern ein klassischer Ziel- und Inselflughafen. Das Bild prägen Low-Cost- und Ferienairlines. Basen unterhalten Ryanair, Wizz Air, Volotea, Aeroitalia und die dänische DAT. Hinzu kommen Inlandsflüge von ITA Airways nach Rom und Mailand sowie europäische Gesellschaften wie easyJet, Transavia France und Turkish Airlines.

Für die Flottenbeobachtung heißt das: Du siehst vor allem Schmalrumpfjets. Bei Ryanair sind das die Boeing 737-800 und die neuere 737 MAX 8-200, bei Wizz Air überwiegend die A321neo, bei Volotea Muster wie der A319 und A320. Turboprops wie die ATR 72 tauchen auf Regionalverbindungen auf. Welche Maschinen eine Airline gerade konkret einsetzt, ändert sich mit Flottenplanung und Saison – prüf das im aktuellen Flugplan oder in einer Flugverfolgung.

Airline-Gruppe Typisches Flugzeugbild in PMO Besonderheit
Ryanair Boeing 737-800, 737 MAX 8-200 Größte Basis-Airline, sehr dichter Takt
Wizz Air Airbus A321neo, A320-Familie Basis mit Verbindungen nach Mittel- und Osteuropa
Volotea, Aeroitalia A319, A320, teils Turboprops Italienische Inlands- und Europaverbindungen
DAT ATR 72 Regionalverkehr innerhalb Italiens
ITA Airways A320-Familie Shuttle nach Rom und Mailand
Saisonale Langstrecke Großraum- und Langstrecken-Schmalrumpfjets Sommerflüge nach Nordamerika

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Langstrecke im Sommer

Außerhalb der Hochsaison bekommst du in Palermo kaum Großraumflugzeuge zu sehen. Im Sommer ändert sich das ein Stück weit: Neos bietet saisonal Flüge nach New York-JFK an, und United Airlines fliegt seit Mai 2025 saisonal nach Newark. Schon in den 2000er-Jahren hatte die frühere italienische Ferienairline Eurofly eine New-York-Verbindung angeboten. Solche Saisonstrecken können sich von Jahr zu Jahr ändern – ob sie im aktuellen Flugplan stehen, prüfst du am besten vor der Reise.

Die Hauptbahn wäre für noch größere Flugzeuge geeignet. Laut italienischer Darstellung können am Terminal sogar zwei Boeing 747 gleichzeitig an Fluggastbrücken abgefertigt werden. Im Linienalltag spielt das aber keine Rolle; hier bestimmen die Schmalrumpfjets der Basis-Airlines das Bild.

Rekordzahlen und Ausweichflughafen für Catania

Der Verkehr ist in den letzten Jahren kräftig gewachsen. Nach dem Einbruch im Pandemiejahr 2020 auf rund 2,7 Millionen Fluggäste stieg die Zahl bis 2025 auf etwa 9,22 Millionen – ein Rekord und ein deutliches Plus gegenüber dem Vorkrisenniveau von rund 7 Millionen im Jahr 2019. Damit ist Palermo nach dem Flughafen Catania der zweitgrößte Flughafen Siziliens. Fracht spielt dagegen kaum eine Rolle: 2025 waren es nur gut 1.500 Tonnen.

Eine besondere Rolle hat Palermo als Ausweichflughafen. Wenn der Ätna Asche ausstößt, muss Catania zeitweise den Betrieb einschränken oder einstellen. Laut Betreiber wurden im Sommer 2026 so mehrere hundert Flüge von Catania nach Palermo umgeleitet. Für Spotter sind solche Tage spannend, weil dann Airlines und Muster auftauchen, die sonst nur auf der Ostseite der Insel landen. Wer im Sommer auf Sizilien ist, sollte die Ätna-Meldungen deshalb im Auge behalten.

Investiert wird ebenfalls: Im Juli 2026 unterzeichneten die GES.A.P. und die italienische Luftfahrtbehörde ENAC einen Programmvertrag mit Investitionen von 68 Millionen Euro. Zuvor hatte der Betreiber bereits das Terminal schrittweise erweitert, etwa mit einer neuen Ankunftshalle 2016 und einem zusätzlichen Check-in-Bereich 2017.

Anreise: Bahn unter dem Terminal

Der Flughafen liegt weit außerhalb, ist aber gut angebunden. Direkt unter dem Terminal befindet sich ein Bahnhof, der seit 2001 in Betrieb ist. Züge der Linie A der Palermoer Stadtbahn fahren von dort zum Hauptbahnhof Palermo Centrale, werktags etwa im Halbstundentakt bis zum späten Abend. Zusätzlich verkehren Busse privater Anbieter in die Innenstadt und in andere Städte Siziliens. Mit dem Auto erreichst du den Flughafen über die Autobahn A29 zwischen Palermo und Trapani beziehungsweise Mazara del Vallo.

Für Spotter ist ein Mietwagen trotzdem oft die bessere Wahl. Die Küstenstraßen und Orte rund um den Flughafen, etwa Cinisi und Terrasini, erreichst du mit dem Zug nur umständlich. Allgemeine Tipps zur Anreise findest du im Beitrag Anreise zum Spot.

Wind und Betriebsrichtung prüfen

Die Windrichtung entscheidet, ob auf 07 oder 25 gelandet wird – und ob die Querwindbahn ins Spiel kommt.

Licht einplanen

Sizilianische Sonne ist hart. Morgens und am späten Nachmittag sind Kontraste und Hitzeflimmern deutlich angenehmer.

Basis-Wellen beachten

Die stationierten Low-Cost-Jets starten morgens in dichter Folge und kehren abends zurück. Ein Blick in die Abflugtafel zeigt dir die Spitzen.

Sonnenschutz und Wasser einpacken

Im Sommer wird es an der Küste sehr heiß, Schatten ist rar. Planung schützt Kamera und Kopf.

Kennzeichen mitschreiben

Bei vielen fast identischen 737 und A320 ist das Kennzeichen der einzige Weg, Sichtungen sauber zu unterscheiden.

Spotten in Palermo: was du wissen solltest

Einen offiziellen Besucherpark, eine Aussichtsterrasse oder einen vom Betreiber beworbenen Spotterplatz gibt es in Palermo nach unseren Recherchen nicht. Spotter weichen deshalb auf öffentliche Wege und Straßen rund um das Gelände aus. Welcher Standort sich lohnt, hängt stark von der Betriebsrichtung und vom Sonnenstand ab – und davon, ob du Landungen vor den Bergen oder über dem Wasser im Bild haben willst.

Das Licht ist ein eigenes Thema. Die Hauptbahn verläuft ungefähr in Ost-West-Richtung, die Sonne steht mittags im Süden über den Bergen. Je nachdem, auf welcher Seite der Bahn du stehst, fotografierst du mittags mit der Sonne im Rücken oder dagegen. Mit dem Sonnenstand-Planer von Planetrack siehst du vorab, wann das Licht an deinem Standort passt; die Grundlagen erklärt der Beitrag Sonnenstand am Fotospot planen. Bei Hitze kommt Flimmern über dem Asphalt dazu – Gegenmittel stehen im Beitrag zu Hitzeflimmern.

Zaun bleibt Zaun

Auch in Italien gelten Absperrungen, Sicherheitsbereiche und Hinweise des Flughafens ausnahmslos – ebenso für Drohnen, die in Flughafennähe tabu sind. Was beim Spotten erlaubt ist, fasst der Beitrag Ist Planespotting erlaubt? zusammen; für den Urlaub hilft zusätzlich Planespotting im Urlaub.

Palermo passt zu dir, wenn …

  • du Flugzeuge vor einer spektakulären Kulisse aus Bergen und Meer fotografieren willst
  • du Seitenwindlandungen bei Schirokko suchst
  • du Spotting mit einem Sizilien-Urlaub verbindest

Bedingt geeignet, wenn …

  • du ohne Auto unterwegs bist und flexibel Standorte wechseln willst
  • du im Hochsommer bei großer Hitze fotografierst

Eher woanders, wenn …

  • du vor allem Großraumflugzeuge in großer Zahl sehen willst
  • du einen offiziellen, ausgeschilderten Spotterplatz mit Infrastruktur suchst

Palermo im Vergleich

Auf Sizilien ist der Flughafen Catania größer und hat den Ätna als Kulisse, Palermo punktet mit der Lage zwischen Bergen und Meer. Wer eine Mittelmeer-Rundreise plant, kann Palermo mit dem Flughafen Neapel oder dem Flughafen Malta kombinieren – beide liegen ebenfalls dramatisch am Wasser. Für Langstrecke und ITA-Flotte führt in Italien dagegen kein Weg am Flughafen Rom-Fiumicino vorbei.

Wie du eine solche Tour sinnvoll aufbaust und dabei Geld sparst, zeigen die Beiträge Spotting-Urlaub planen und Spotting-Reisen günstig planen. Und wer an Schirokko-Tagen lieber filmt als fotografiert, findet Tipps im Beitrag zu Seitenwindlandungen und Stürmen im Video.

Jeder Spot auf Sizilien zählt

Beiträge mit Flugzeugdaten, Spot-Karte mit Bewertungen und Community-Fotos, Sonnenstand-Planer und Wind am Flughafen in einer App – das ist Planetrack. Planetrack startet bald. Die Warteliste findest du unten auf dieser Seite.

Fazit

Der Flughafen Palermo ist kein Ort für Großraum-Jäger, aber einer der fotogensten Flughäfen Italiens. Die Lage auf dem schmalen Küstenstreifen von Punta Raisi liefert Kulissen, die du an kaum einem anderen Platz bekommst, und der Schirokko sorgt regelmäßig für Seitenwindlandungen, die Bilder lebendig machen. Mit fünf Basis-Airlines ist zudem fast immer etwas los.

Wie überall entscheiden Wind, Licht und ein Blick in den Flugplan über den Erfolg des Tages. Wer dazu noch die Geschichte des Platzes kennt – vom umstrittenen Standort bis zu den Namensgebern Falcone und Borsellino –, sieht Punta Raisi mit anderen Augen.

Kurzfazit

PMO ist Siziliens zweitgrößter Flughafen mit Rekordverkehr und viel Low-Cost. Die Kulisse aus Bergen und Meer und der Schirokko machen ihn besonders – plane nach Wind und Licht und miete dir am besten ein Auto.

Zusammenfassung

  • Palermo ist kein Drehkreuz, sondern ein klassischer Ferien- und Inselflughafen mit sehr viel Schmalrumpfverkehr.
  • Die Lage auf dem Küstenstreifen bei Punta Raisi sorgt für eine der schönsten Kulissen Italiens – und für schwierige Windverhältnisse.
  • Ryanair und weitere Low-Cost-Airlines stellen den Großteil der Flüge, im Sommer kommen Langstrecken nach Nordamerika dazu.
  • Wer Seitenwindlandungen fotografieren will, sollte Schirokko-Tage gezielt ansteuern.

Häufige Fragen

Was sind die Codes des Flughafens Palermo?

Der IATA-Code ist PMO, der ICAO-Code LICJ. PMO findest du auf Bordkarten und Gepäckanhängern, LICJ nutzen Flugsicherung und viele Flugverfolgungsdienste.

Warum heißt der Flughafen Falcone-Borsellino?

Er trägt die Namen von Giovanni Falcone und Paolo Borsellino, zwei Untersuchungsrichtern aus Palermo, die 1992 bei Anschlägen der Mafia getötet wurden. Der ältere Name Punta Raisi stammt vom Kap, an dem der Flughafen liegt, und ist im Alltag weiter verbreitet.

Wie viele Start- und Landebahnen hat Palermo?

Zwei: die Hauptbahn 07/25 mit 3.326 Metern Länge und 60 Metern Breite sowie die kürzere Querwindbahn 02/20 mit rund 2.070 Metern. Die zweite Bahn kommt vor allem bei starkem Seitenwind zum Einsatz, der auf der Hauptbahn den Betrieb erschweren würde.

Wer betreibt den Flughafen Palermo?

Die GES.A.P. S.p.A. mit Sitz am Flughafen. Ihre Anteile liegen bei öffentlichen Trägern der Region, darunter Stadt und Großraum Palermo, die Handelskammer und die Gemeinde Cinisi. Die Flugsicherung übernimmt die staatliche ENAV.

Wie komme ich vom Flughafen nach Palermo?

Unter dem Terminal liegt ein Bahnhof, von dem Züge der Linie A der Stadtbahn nach Palermo Centrale fahren, tagsüber etwa im Halbstundentakt. Daneben gibt es Busse privater Anbieter in die Innenstadt und nach ganz Sizilien sowie Taxis. Mit dem Auto erreichst du den Flughafen über die Autobahn A29. Fahrpläne und Preise ändern sich – prüf sie vor der Reise.

Gibt es am Flughafen Palermo eine Besucherterrasse?

Eine offizielle Besucherterrasse oder einen ausgewiesenen Spotterplatz bewirbt der Betreiber nicht. Viele Spotter fotografieren deshalb von öffentlichen Wegen außerhalb des Geländes. Halte dich dabei an Absperrungen und Hinweise und lies vorher den Beitrag Ist Planespotting erlaubt?.

Fliegen auch Großraumflugzeuge nach Palermo?

Ja, aber nur selten. Die Hauptbahn ist für große Muster bis zur Boeing 747 ausgelegt. Im Sommer kommen saisonale Transatlantikflüge dazu – Neos fliegt saisonal nach New York-JFK, United fliegt seit 2025 saisonal nach Newark. Ob diese Verbindungen im aktuellen Flugplan stehen, prüfst du am besten vorher.

Was hat der Ätna mit Palermo zu tun?

Wenn der Vulkan Asche ausstößt, muss der Flughafen Catania zeitweise schließen. Palermo nimmt dann einen Teil der Flüge auf. Laut Betreiber wurden im Sommer 2026 so mehrere hundert Flüge von Catania nach Palermo umgeleitet – für Spotter ein seltener Mix an Airlines und Mustern.

Sichtungen rund um Flughafen Palermo sammeln

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Passende Airlines

Die Fluggesellschaften dazu – mit IATA- und ICAO-Code, Rufzeichen und Lackierung.

FR / RYR

Ryanair

Europas größte Low-Cost-Airline aus Irland: fast reine Boeing-737-Flotte, Punkt-zu-Punkt-Verkehr statt Drehkreuz und mehrere Schwestergesellschaften, die unter Ryanair-Flugnummern fliegen.

W6 / WZZ

Wizz Air

Ungarns Low-Cost-Airline aus Budapest: reine Airbus-Flotte mit Schwerpunkt A321neo, drei Gesellschaften mit HA-, 9H- und G-Kennzeichen und ein Netz, das von Mittel- und Osteuropa bis in den Nahen Osten reicht.

V7 / VOE

Volotea

Die spanische Low-Cost-Airline der Vueling-Gründer: Direktflüge zwischen mittelgroßen Städten in Frankreich, Italien und Spanien, eine reine Flotte aus Airbus A319 und A320 – und der Werksshuttle für Airbus.

XZ / AEZ

Aeroitalia

Junge italienische Airline mit Sitz in Rom: Boeing-737-Flotte, ein paar ATR 72-600, viel Inlandsverkehr zu den Inseln – und ein Namensstreit mit ITA Airways, der Spotter-Logbücher kurz durcheinanderbrachte.

AZ / ITY

ITA Airways

Italiens Netzwerk-Airline und Nachfolgerin von Alitalia: Drehkreuz Rom-Fiumicino, seit April 2026 in der Star Alliance, mit Lufthansa als Anteilseignerin und einer reinen Airbus-Flotte in tiefem Blau.

DX / DTR

DAT Danish Air Transport

Familiengeführte Airline aus Vamdrup in Jütland: eigene Linienflüge nach Bornholm, in Norwegen, Deutschland und Italien, dazu Wet-Lease mit ATR-Turboprops und Airbus A320 für andere Airlines.

IV / JET

Wind Jet

Historische Low-Cost-Airline aus Sizilien: 2003 in Catania gegründet, mit Airbus A319 und A320 und auffällig oranger Nase unterwegs, zeitweise Italiens größter Billigflieger – bis eine geplatzte Übernahme durch Alitalia im August 2012 den Flugbetrieb beendete.

Typische Flugzeuge

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Planetrack Redaktion

Diese Datenbank beschreibt Flughäfen, Flugzeughersteller, Airline-Gruppen, Allianzen und Luftfahrtmuseen. Eigentümer, Beteiligungen und Mitgliedschaften ändern sich laufend – gesicherte Angaben stehen im Steckbrief, alles Veränderliche ist als solches gekennzeichnet. Die einzelnen Fluggesellschaften findest du in der Airline-Datenbank.

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