Das Wichtigste in Kürze
- IATA VCE, ICAO LIPZ: Venedigs Flughafen liegt bei Tessera direkt am Rand der Lagune und kam 2025 auf rund 11,85 Millionen Passagiere.
- Eine Bahn macht die Arbeit: Die 3.300 Meter lange 04R/22L trägt den Verkehr, die parallele 04L/22R dient vor allem als Rollweg.
- Meist Betriebsrichtung 04: Landungen kommen aus Südwesten, Starts gehen Richtung Nordosten über die Felder bei Ca' Noghera.
- Low-Cost trifft Langstrecke: Basen von Volotea, Wizz Air und easyJet, dazu saisonal Flüge nach Nordamerika und ganzjährig an den Golf.
- Nachmittags fotografieren: Die meisten Spotterplätze haben erst ab dem späten Nachmittag gutes Licht, im Sommer mit viel Hitzeflimmern.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Steckbrief
- 2.Tätigkeitsfelder
- 3.Struktur & Marken
- 4.Geschichte im Zeitraffer
- 5.Was du als Spotter wissen solltest
- 6.Stärken und Schwächen
- 7.Vom Lido aufs Festland
- 8.Lagunenlage: Ein Flughafen am Wasser
- 9.Zwei Bahnen, eine macht die Arbeit
- 10.Betriebsrichtung: meist 04
- 11.Wer in Venedig fliegt
- 12.Verkehr und Wachstum
- 13.Spotting in Venedig: Deiche, Felder und Salzwiesen
- 14.Jahreszeiten und Wetter
- 15.Ausbau und Bahnanschluss
- 16.Venedig im Vergleich
- 17.Fazit
- 18.Häufige Fragen
Steckbrief
| IATA-Code | VCE |
|---|---|
| ICAO-Code | LIPZ |
| Betreiber | SAVE S.p.A. mit Sitz in Venedig, seit 1987 Betreiber von Marco Polo; die Gruppe betreibt auch den Flughafen Treviso und ist am Betreiber des Flughafens Verona beteiligt |
| Lage | Auf dem Festland bei Tessera, einem Ortsteil der Gemeinde Venedig, am nördlichen Rand der Lagune; rund 13 km vom historischen Zentrum Venedigs entfernt |
| Höhe | Rund 2 m über dem Meer |
| Start- und Landebahnen | Hauptbahn 04R/22L, 3.300 m lang, Asphalt, mit ILS; parallel dazu die kürzere 04L/22R, die überwiegend als Rollweg dient |
| Passagierterminal | Ein Terminal, eröffnet 2002, mit getrennten Bereichen für Schengen- und Non-Schengen-Abflüge; Ankunft im Erdgeschoss, Abflug im ersten Obergeschoss |
| Verkehr 2025 | Rund 11,85 Mio. Passagiere, knapp 87.600 Flugbewegungen und rund 62.000 t Luftfracht |
| Verkehr 2026 | Januar bis August 2026 laut Flughafenverband Assaeroporti rund 8,68 Mio. Passagiere, ein Plus von gut 9 Prozent; Platz 5 unter den italienischen Flughäfen, bei der Fracht Platz 3 |
| Eröffnung | 31. Juli 1961 – als Ersatz für den zu klein gewordenen Flugplatz auf dem Lido |
| Wasseranbindung | Eigener Bootsanleger (Darsena) mit Laufband-Verbindung; Alilaguna-Linien nach Venedig, Murano und zum Lido sowie Wassertaxis |
| Bahnanschluss | Im Bau: rund 8 km lange Strecke zur Bahnlinie Venedig–Triest, davon 3,4 km im Tunnel; Betriebsaufnahme nach aktuellem Stand Anfang 2027 |
| Für Spotter relevant | Keine offizielle Besucherterrasse; Spotterplätze an Feldwegen, Deichen und Salzwiesen rund um die Hauptbahn, Licht vor allem am Nachmittag |
| Offizielle Website | www.veniceairport.it |
Tätigkeitsfelder
Struktur & Marken
Geschichte im Zeitraffer
Flughafen Venedig Marco Polo aus Spotter-Sicht
Deine Checkliste für Flughafen Venedig Marco Polo
- Die Betriebsrichtung geprüft – meist wird auf der 04R gestartet und gelandet, die Gegenrichtung 22L ist deutlich seltener
- Eine Landung über den Salzwiesen der Lagune fotografiert
- Einen Volotea-Airbus erwischt – Venedig ist eine der wichtigsten Basen der Airline
- Eine Wizz-Air-A321neo an ihrer Basis Venedig notiert
- Einen saisonalen Langstreckenflug aus den USA oder Kanada gesehen
- Einen Golf-Carrier wie Emirates oder Qatar Airways im Abflug fotografiert
- Einen Regionaljet der Air Dolomiti auf dem Weg nach München gesehen
- Das Kennzeichen jeder Sichtung notiert, nicht nur Airline und Typ
Stärken und Schwächen
Das spricht dafür
- Einzigartige Kulisse: Anflüge über Salzwiesen und Wasser der Lagune
- Ein dominierender Betriebsmodus – meist läuft alles über die 04R
- Bunte Mischung aus Low-Cost, Netzwerk-Airlines und saisonaler Langstrecke
- Gut mit Spotting und Venedig-Besuch kombinierbar
- Mehrere Standorte für Starts, darunter einer mit Morgenlicht
Wo es hakt
- Keine offizielle Besucherterrasse
- Gutes Licht an den meisten Plätzen erst am Nachmittag
- Im Sommer starkes Hitzeflimmern über Wasser und Wiesen
- Spots oft abgelegen, ohne Toiletten und Verpflegung
- Im Winter häufig Nebel und Hochnebel über der Lagune
Es gibt nicht viele Flughäfen, an denen du nach der Landung in ein Boot steigst. Venedig Marco Polo ist einer davon. Der Flughafen liegt bei Tessera direkt am Rand der Lagune, die Hauptbahn zieht sich zwischen Feldern und Salzwiesen entlang, und die Anflüge kommen tief über Wasser und Schilf herein. Für Spotter heißt das: keine Aussichtsterrasse, aber eine Kulisse, die du an kaum einem anderen europäischen Flughafen bekommst – und ein Verkehrsmix aus Low-Cost-Basen, Netzwerk-Airlines und Langstrecke, der deutlich bunter ist, als die Größe vermuten lässt.
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Vom Lido aufs Festland
Venedigs erster Verkehrsflughafen lag auf dem Lido, der langen Sandinsel zwischen Lagune und Adria. Für die Flugzeuge der Nachkriegszeit war der Platz dort schnell zu klein, und Raum zum Wachsen gab es auf der Insel nicht. Die Lösung lag auf dem Festland: Bei Tessera, am nördlichen Rand der Lagune, wurde Ende der 1950er-Jahre ein neuer Flughafen gebaut. Ganz neu war das Gelände nicht – schon im Ersten Weltkrieg nutzte das Militär die Felder bei Bazzera und Ca’ Tessera als Flugplatz.
Am 31. Juli 1961 nahm der Flughafen Venedig-Tessera den Betrieb auf. Seinen heutigen Namen trägt er nach dem venezianischen Kaufmann und Reisenden Marco Polo. Seit 1987 managt die Gesellschaft SAVE den Flughafen, die heute auch den nahen Flughafen Treviso betreibt. 2002 ging das jetzige Terminal in Betrieb, das mit seiner hellen Halle das alte Abfertigungsgebäude ablöste.
Lagunenlage: Ein Flughafen am Wasser
Was Marco Polo von fast allen anderen italienischen Flughäfen unterscheidet, ist die Lage. Das Gelände liegt nur rund zwei Meter über dem Meer, südöstlich der Bahn beginnen Salzwiesen, Priele und das offene Wasser der Lagune. Die Venezianer nennen diese Salzwiesen Barene – flache, mit Gras und Schilf bewachsene Inseln, die bei Flut teilweise überspült werden. Genau dort liegt einer der bekanntesten Spotterplätze.
Auch die Landseite ist vom Wasser geprägt. Direkt am Flughafen gibt es einen eigenen Bootsanleger, die Darsena. Seit dem Ausbau 2017 führt ein überdachter Weg mit Laufbändern vom Terminalbereich dorthin. Von der Darsena fahren die Boote von Alilaguna nach Venedig, Murano und zum Lido, dazu die deutlich teureren Wassertaxis. Wer lieber an Land bleibt, nimmt einen Bus von ATVO oder die ACTV-Linie 5 zur Piazzale Roma am Rand der Altstadt oder fährt nach Mestre.
Für deine Fotos hat die Lage zwei Seiten. Einerseits bekommst du Motive mit Wasser, Schilf und manchmal Vögeln im Vordergrund, die es an Binnenflughäfen nicht gibt. Andererseits sorgt die feuchte Luft über der Lagune im Winter oft für Nebel, und im Sommer flimmert die Luft über den sonnenwarmen Wiesen kräftig. Wie du damit umgehst, steht im Beitrag zum Hitzeflimmern in der Flugzeugfotografie.
Zwei Bahnen, eine macht die Arbeit
Auf dem Papier hat Venedig zwei parallele Bahnen in Nordost-Südwest-Richtung. Im Alltag trägt aber fast ausschließlich die 04R/22L den Verkehr: 3.300 Meter lang, aus Asphalt und mit Instrumentenlandesystem ausgerüstet. Im Frühjahr 2019 wurde sie in rund drei Monaten komplett erneuert und am 1. Juli wieder freigegeben. Die parallele 04L/22R ist kürzer, wurde Ende 2018 um 600 Meter verlängert und dient überwiegend als Rollweg; nur gelegentlich starten oder landen dort Flugzeuge.
| Bahn | Bezeichnung | Rolle im Betrieb | Was du dort typischerweise siehst |
|---|---|---|---|
| Hauptbahn | 04R/22L | nahezu alle Starts und Landungen | Linienverkehr vom Regionaljet bis zum Großraumflugzeug |
| Nebenbahn | 04L/22R | überwiegend Rollweg, selten Bahnbetrieb | rollende Maschinen auf dem Weg zur oder von der Hauptbahn |
| Vorfeld | – | nördlich der Bahnen, vor dem Terminal | abgestellte Flugzeuge, vom öffentlichen Bereich kaum einsehbar |
Für Spotter ist diese Konstellation angenehm. Weil praktisch alles über eine Bahn läuft, musst du dich nicht zwischen verschiedenen Pisten entscheiden – nur zwischen den beiden Enden.
Betriebsrichtung: meist 04
Flugzeuge starten und landen gegen den Wind. In Venedig herrscht nach Erfahrung der Spotterszene meist die Betriebsrichtung 04: Die Maschinen landen dann aus Südwesten kommend über die Salzwiesen und starten Richtung Nordosten, über die Felder bei Ca’ Noghera. Die Gegenrichtung 22 kommt deutlich seltener vor, dann kehrt sich das Bild um.
Blind verlassen kannst du dich darauf trotzdem nicht. Ein Blick auf Wind und Live-Verkehr vor dem Losfahren spart dir im Zweifel einen langen Fußweg in die falsche Richtung. Wie du die Betriebsrichtung einschätzt, erklärt der Beitrag Betriebsrichtung am Flughafen verstehen; mit einer Flugverfolgung per ADS-B siehst du live, wo gerade gelandet wird. In Planetrack siehst du dazu Wetter, Wind und die aktive Piste am Flughafen auf einen Blick.
Licht und Bahn zusammen denken
Die Bahn verläuft von Südwest nach Nordost. Die meisten zugänglichen Standorte liegen auf der Landseite nordwestlich der Bahn – dort hast du die Sonne erst am späten Nachmittag im Rücken. Im Sommer gilt grob: ab etwa 16 Uhr wird es gut. Vormittags fotografierst du an den meisten Plätzen gegen das Licht. Mit dem Beitrag zum Sonnenstand am Fotospot planst du das vorher.
Wer in Venedig fliegt
Das Verkehrsbild in Venedig hat drei Schichten. Die erste sind die Low-Cost-Basen: Volotea hat hier eine ihrer wichtigsten Basen und fliegt mit Airbus A319 und A320 zu Zielen in Italien und Europa. Wizz Air hat ebenfalls eine Basis in Venedig und setzt vor allem den A321neo ein. Dazu kommen easyJet mit ihrer A320-Familie und Ryanair mit der Boeing 737-800 und der 737 MAX.
Die zweite Schicht sind die Zubringer der Netzwerk-Airlines zu ihren Drehkreuzen. ITA Airways verbindet Venedig mit Rom-Fiumicino, Lufthansa mit Frankfurt, Air Dolomiti mit ihren Embraer E195 mit München. Air France und KLM fliegen nach Paris und Amsterdam, British Airways nach London-Heathrow, Turkish Airlines nach Istanbul. Hinzu kommen Swiss, Austrian, Brussels Airlines, Iberia, Aegean, TAP und weitere europäische Gesellschaften.
Die dritte Schicht macht Venedig für Spotter besonders: Langstrecke. Ganzjährig verbinden Emirates und Qatar Airways die Lagune mit Dubai und Doha, Delta fliegt nach New York-JFK. In der Sommersaison kommen weitere Nordamerika-Verbindungen dazu, zuletzt etwa von United, American, Air Canada und Air Transat. Welche Strecken gerade laufen und mit welchem Gerät, ändert sich mit jedem Flugplan – Stand Oktober 2026 lohnt der Blick in die aktuellen Tafeln.
| Segment | Beispiele | Typisches Flugzeugbild |
|---|---|---|
| Low-Cost-Basen | Volotea, Wizz Air, easyJet, Ryanair | A319, A320, A321neo, Boeing 737 |
| Netzwerk-Zubringer | ITA Airways, Lufthansa, Air Dolomiti, Air France, KLM, British Airways | Airbus A220, A320-Familie, Embraer-Regionaljets |
| Golf und Nahost | Emirates, Qatar Airways, Turkish Airlines | Großraumjets und Schmalrumpfjets |
| Nordamerika (meist saisonal) | Delta, United, American, Air Canada, Air Transat | Großraumjets für den Transatlantik |
Die Langstrecke nicht verpassen
Mit Planetrack legst du Sichtungs-Alarme für Airlines, Typen und Kennzeichen an und wirst bei Anflug benachrichtigt – auch bei Special Liveries. Die App startet bald – trag dich unten in die Warteliste ein.
Verkehr und Wachstum
Venedig hat sich nach der Pandemie schnell erholt. 2019 zählte der Flughafen rund 11,56 Millionen Passagiere, 2020 brach der Verkehr auf rund 2,8 Millionen ein. 2023 waren es wieder gut 11,3 Millionen, und 2025 erreichte Marco Polo mit rund 11,85 Millionen Fluggästen einen neuen Höchstwert. Dazu kamen knapp 87.600 Starts und Landungen und rund 62.000 Tonnen Luftfracht.
Auch 2026 wächst der Verkehr weiter. Laut Statistik des italienischen Flughafenverbands Assaeroporti zählte Venedig von Januar bis August rund 8,68 Millionen Passagiere, gut neun Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Damit liegt der Flughafen auf Platz fünf in Italien. Bei der Fracht reicht es sogar für Platz drei, mit rund 40.500 Tonnen in den ersten acht Monaten. Ein großer Teil davon reist als Beiladung im Bauch der Passagierflugzeuge, vor allem der Langstrecke.
Spotting in Venedig: Deiche, Felder und Salzwiesen
Eine offizielle Besucherterrasse gibt es in Venedig nicht. Ein früher beliebter Blick aufs Vorfeld vom Terminal aus ist nach Angaben von Spottern wegen Bauarbeiten am Terminal nicht mehr nutzbar. Stattdessen verteilt sich die Szene auf Plätze rund um die Hauptbahn. Die wichtigsten Bereiche im Überblick – Zufahrten und Regeln vor Ort können sich ändern, prüf deshalb immer die Beschilderung:
- Salzwiesen bei Tessera (Landungen 04R): Vom Ort Tessera führt die Via Bazzera zu einem Feldweg am Rand der Barene. Von dort siehst du die Landungen auf der 04R über Wasser und Schilf; weiter hinten auch Maschinen, die sich zum Start aufstellen. Licht im Sommer erst ab dem späten Nachmittag.
- Kleiner Strand an der Lagune (Landungen 04R): Etwas weiter entlang desselben Wegs liegt ein kleiner Uferstreifen mit Blick in den Anflug. Hier gibt es nichts – bring Wasser und Verpflegung mit.
- Felder bei Ca’ Noghera (Starts 04R): Rund um die Via Paliaga nahe dem Casino und an der Via Paliaghetta von der Via Triestina aus siehst du die Starts Richtung Nordosten. Für Großraumflugzeuge sind das die besten Positionen, Schmalrumpfjets sind dort schon recht weit weg.
- Montiron (Starts 04R, Morgenlicht): Einige Kilometer nordöstlich an der Via Triestina liegt der einzige bekannte Platz mit gutem Vormittagslicht. Der Haken: Die Flugzeuge sind hier schon recht hoch, für Schmalrumpfjets brauchst du viel Brennweite.
Für alle Plätze gilt: Ein Auto hilft, ist aber nicht zwingend. Mit Bus und längeren Fußwegen kommst du ebenfalls hin – Tipps zur Anreise findest du im Beitrag Anreise zum Spot mit ÖPNV oder Auto. Brennweiten zwischen 150 und 300 Millimetern decken die meisten Situationen ab, für Starts aus der Ferne darf es mehr sein. In der Planetrack-Spot-Karte findest du Plätze mit Anreise, bestem Licht, Bewertungen und Community-Fotos.
Wind und Betriebsrichtung prüfen
Meist gilt 04. Dann kommen die Landungen über die Salzwiesen bei Tessera, die Starts gehen Richtung Ca' Noghera.
Langstrecke heraussuchen
Emirates, Qatar und die Nordamerika-Flüge haben feste Zeiten. Ein Blick in die Abflug- und Ankunftstafel spart dir stundenlanges Warten.
Nachmittag einplanen
An den meisten Plätzen kommt das Licht erst ab dem späten Nachmittag von der richtigen Seite. Vormittags lohnt sich höchstens Montiron.
Vorräte mitnehmen
Die Plätze an Lagune und Feldern sind abgelegen. Wasser, Sonnenschutz und Mückenschutz gehören im Sommer in den Rucksack.
Kennzeichen mitschreiben
Bei vielen gleichen A320 und 737 ist das Kennzeichen der einzige Weg, Sichtungen später sauber auseinanderzuhalten.
Privatwege und Sperrbereiche respektieren
Einige Zugänge führen über Feldwege und Deiche, an denen Privatgrundstück-Schilder stehen können – halte dich an die Beschilderung. Absperrungen, Sicherheitszonen und militärisch oder industriell genutzte Bereiche am Flughafen fotografierst du nicht und betrittst sie nicht. Was in Italien grundsätzlich gilt, ordnet der Beitrag Ist Planespotting erlaubt? ein.
Jahreszeiten und Wetter
Der Sommer ist in Venedig die beste Spotter-Saison. Dann laufen die meisten Saisonstrecken, die Tage sind lang, und das Nachmittagslicht steht weit genug im Westen, um die Bahn von den Landseiten-Spots aus gut auszuleuchten. Der Preis dafür ist das Hitzeflimmern: Über den Salzwiesen und dem Asphalt der Bahn wabert die Luft an heißen Tagen so stark, dass lange Brennweiten weich werden. Je näher du am Flugzeug bist und je flacher die Sonne steht, desto besser.
Im Winter wird es schwieriger. Die Sonne steht tief im Süden, viele Plätze liegen dann den ganzen Tag im Gegenlicht, und die Lagune bringt häufig Nebel und Hochnebel. Wer nur in der kalten Jahreszeit Zeit hat, plant am besten flexibel und schaut morgens auf Webcams und Wetterdaten, bevor er sich auf den Weg macht.
Venedig passt zu dir, wenn …
- du Anflüge mit Wasser und Salzwiesen im Bild suchst
- du einen Städtetrip mit einem Spotter-Nachmittag verbinden willst
- du Low-Cost-Basen und Langstrecke an einem Ort sehen möchtest
Bedingt geeignet, wenn …
- du nur vormittags Zeit hast
- du im Hochsommer mit langen Brennweiten arbeiten willst
Eher woanders, wenn …
- du eine bequeme Besucherterrasse mit Infrastruktur erwartest
- du viele reine Frachter fotografieren willst
Ausbau und Bahnanschluss
Marco Polo ist bisher nur über Straße und Wasser erreichbar. Das ändert sich mit der Bahnanbindung, die seit Dezember 2023 im Bau ist. Die rund acht Kilometer lange Strecke zweigt von der Linie Venedig–Triest ab, verläuft auf 3,4 Kilometern im Tunnel und endet in einem neuen Bahnhof am Flughafen. Ursprünglich war die Fertigstellung für Ende 2025 vorgesehen; nach aktuellem Stand beginnt der Zugverkehr Anfang 2027.
Parallel wird am Terminal gebaut. Für Spotter hat das bereits eine Folge gehabt: Der frühere Blick auf das Vorfeld vom öffentlichen Bereich aus fällt weg. Wie sich das Terminal nach Abschluss der Arbeiten präsentiert und ob es wieder einen Aussichtspunkt gibt, bleibt abzuwarten.
Venedig im Vergleich
Unter den großen italienischen Flughäfen ist Venedig der mit dem stärksten Urlaubs- und Städtereise-Charakter. Rom-Fiumicino ist das Drehkreuz von ITA Airways mit deutlich mehr Langstrecke – wie du dort spottest, zeigt der Spotting-Guide für Fiumicino. Mailand-Malpensa bietet mehr Fracht und mehr Großraumverkehr, Mailand-Linate ist der Stadtflughafen mit viel Inlandsverkehr. In Norditalien lohnt außerdem ein Abstecher zum Flughafen Bologna, und jenseits der Grenze liegt der Flughafen Ljubljana nur wenige Autostunden entfernt.
Für Spotter aus Süddeutschland ist Venedig auch über die Air-Dolomiti-Verbindung mit dem Flughafen München verknüpft. Wer die SkyTeam-Partner sammelt, kommt in Venedig ebenfalls auf seine Kosten: Delta, Air France und KLM gehören zur SkyTeam-Allianz, für deren Passagiere es im Terminal sogar eine eigene Lounge gibt.
Jede Landung über der Lagune zählt
Beiträge mit Flugzeugdaten, Spot-Karte, Sonnenstand-Planer und Community in einer App – das ist Planetrack. Planetrack startet bald. Die Warteliste findest du unten auf dieser Seite.
Fazit
Der Flughafen Venedig Marco Polo ist kein Drehkreuz und hat keine Besucherterrasse – und trotzdem einer der reizvollsten Spotterflughäfen Italiens. Die Lage am Rand der Lagune liefert Motive mit Wasser und Salzwiesen, eine einzige Hauptbahn macht die Planung einfach, und der Verkehrsmix reicht von Volotea und Wizz Air bis zu Emirates und Delta.
Den Unterschied machen die üblichen Faktoren: Betriebsrichtung, Licht und Wetter. Wer am späten Nachmittag an der richtigen Seite der 04R steht und vorher einen Blick in die Ankunftstafel geworfen hat, nimmt aus Tessera Bilder mit, die es so nur hier gibt.
Kurzfazit
VCE ist der Lagunenflughafen Italiens: eine Hauptbahn 04R/22L, meist Betriebsrichtung 04, Low-Cost-Basen plus Langstrecke. Plane deinen Besuch für den späten Nachmittag, nimm Vorräte mit und respektiere Privatwege – dann lohnt sich der Ausflug an den Rand der Lagune.
Zusammenfassung
- Marco Polo ist der Lagunenflughafen Italiens – mit Bootsanleger, Salzwiesen und einer einzigen Hauptbahn, die fast den ganzen Verkehr trägt.
- Das Verkehrsbild mischt europäische Low-Cost-Basen, Zubringer zu den großen Drehkreuzen und Langstrecke aus den USA, Kanada und vom Golf.
- Eine Besucherterrasse fehlt; gespottet wird an Feldwegen, Deichen und Ufern rund um die Bahn, meist in der Nachmittagssonne.
- Mit Blick auf Betriebsrichtung, Licht und Hitzeflimmern lässt sich ein Spottertag gut mit einem Venedig-Besuch verbinden.
Häufige Fragen
Was sind die Codes des Flughafens Venedig?
Der IATA-Code ist VCE, der ICAO-Code LIPZ. VCE steht auf Gepäckanhängern und Tickets, LIPZ nutzen Flugsicherung und Flugverfolgungsdienste.
Wie viele Start- und Landebahnen hat der Flughafen Venedig?
Zwei parallele Bahnen, aber im Alltag zählt fast nur eine: Die 04R/22L ist 3.300 Meter lang, mit ILS ausgerüstet und trägt den Linienverkehr. Die kürzere 04L/22R wird überwiegend als Rollweg genutzt und nur gelegentlich für Starts und Landungen.
Wer betreibt den Flughafen Venedig?
Die Gesellschaft SAVE S.p.A. mit Sitz in Venedig. Sie managt Marco Polo seit 1987 und betreibt über ihre Mehrheitsbeteiligung AerTre auch den Flughafen Treviso, der manchmal als „Venedig-Treviso“ vermarktet wird.
Welche Betriebsrichtung ist in Venedig üblich?
Meist die 04: Die Flugzeuge landen dann aus Südwesten kommend und starten Richtung Nordosten. Die Gegenrichtung 22 kommt seltener vor. Prüf vor dem Losfahren Wind und Live-Verkehr, wie im Beitrag Betriebsrichtung am Flughafen verstehen beschrieben.
Gibt es am Flughafen Venedig eine Besucherterrasse?
Eine offizielle, öffentlich zugängliche Besucherterrasse gibt es nicht. Spotter weichen auf Feldwege, Deiche und Ufer rund um die Hauptbahn aus. Ein früher beliebter Blick aufs Vorfeld am Terminal ist wegen Bauarbeiten nicht mehr nutzbar.
Wie komme ich vom Flughafen in die Altstadt von Venedig?
Per Boot oder Bus. Vom Anleger am Flughafen fahren Alilaguna-Linien nach Venedig, Murano und zum Lido, außerdem Wassertaxis. Busse von ATVO und die ACTV-Linie 5 fahren zur Piazzale Roma, dem Busbahnhof am Rand der Altstadt.
Hat der Flughafen Venedig einen Bahnhof?
Noch keinen eigenen. Seit Dezember 2023 wird eine rund 8 Kilometer lange Anbindung an die Strecke Venedig–Triest gebaut, davon 3,4 Kilometer im Tunnel. Der Zugverkehr ist nach aktuellem Stand für Anfang 2027 vorgesehen. Bis dahin bringen Busse dich zum Bahnhof Mestre.
Welche Langstreckenflüge gibt es ab Venedig?
Ganzjährig fliegen unter anderem Emirates nach Dubai und Qatar Airways nach Doha, Delta nach New York-JFK. Im Sommer kommen weitere Verbindungen nach Nordamerika dazu, etwa von United, American, Air Canada und Air Transat. Das Angebot ändert sich mit jedem Flugplan – schau vorher in die aktuellen Tafeln.
Sichtungen rund um Flughafen Venedig Marco Polo sammeln
Foto mit Kennzeichen, Typ, Airline und Spot posten, Funde im Hangar sammeln und Likes und Kommentare aus der Community bekommen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Passende Airlines
Die Fluggesellschaften dazu – mit IATA- und ICAO-Code, Rufzeichen und Lackierung.
Volotea
Die spanische Low-Cost-Airline der Vueling-Gründer: Direktflüge zwischen mittelgroßen Städten in Frankreich, Italien und Spanien, eine reine Flotte aus Airbus A319 und A320 – und der Werksshuttle für Airbus.
W6 / WZZWizz Air
Ungarns Low-Cost-Airline aus Budapest: reine Airbus-Flotte mit Schwerpunkt A321neo, drei Gesellschaften mit HA-, 9H- und G-Kennzeichen und ein Netz, das von Mittel- und Osteuropa bis in den Nahen Osten reicht.
U2 / EZYeasyJet
Die orange Low-Cost-Airline aus Luton: ausschließlich Airbus der A320-Familie, Basen in ganz Europa und drei Gesellschaften unter einer Marke – mit britischen, österreichischen und Schweizer Kennzeichen.
FR / RYRRyanair
Europas größte Low-Cost-Airline aus Irland: fast reine Boeing-737-Flotte, Punkt-zu-Punkt-Verkehr statt Drehkreuz und mehrere Schwestergesellschaften, die unter Ryanair-Flugnummern fliegen.
AZ / ITYITA Airways
Italiens Netzwerk-Airline und Nachfolgerin von Alitalia: Drehkreuz Rom-Fiumicino, seit April 2026 in der Star Alliance, mit Lufthansa als Anteilseignerin und einer reinen Airbus-Flotte in tiefem Blau.
DL / DALDelta Air Lines
Die US-Netzwerk-Airline aus Atlanta: 1925 als Schädlingsbekämpfer gestartet, Gründungsmitglied von SkyTeam und mit rund 1.000 Flugzeugen eine der größten Airlines der Welt – in Deutschland vor allem in Frankfurt und München zu sehen.
EK / UAEEmirates
Die Langstrecken-Airline aus Dubai: Emirates betreibt die größte A380-Flotte der Welt, fliegt fast ausschließlich Großraumjets und ist an vier deutschen Flughäfen ein fester Bestandteil des Spotteralltags.
QR / QTRQatar Airways
Die Airline aus Katar mit der Oryx am Leitwerk: Drehkreuz Doha, oneworld-Mitglied, Erstkundin des A350 und mit fünf deutschen Zielen eine der präsentesten Golf-Airlines in Deutschland.
EN / DLAAir Dolomiti
Die italienische Regionalairline der Lufthansa Group aus Verona: reine Embraer-Flotte, eigene Marke statt Kranich und Flüge von Italien zu den Drehkreuzen München und Frankfurt.
LH / DLHLufthansa
Deutschlands größte Airline und Kern der Lufthansa Group: Netzwerk-Airline mit den Drehkreuzen Frankfurt und München, Gründungsmitglied der Star Alliance.
Typische Flugzeuge
Airbus A319
Kurz, kompakt und seit 1996 im Liniendienst: Die A319 ist das gestutzte Mitglied der A320-Familie. So trennst du sie sicher von A318, A320 und A319neo.
FlugzeugtypAirbus A320 (ceo)
Der Jet, mit dem Airbus den Kurzstreckenmarkt umgekrempelt hat: Die A320 der ersten Generation ist seit 1988 im Dienst und noch immer an fast jedem Flughafen zu sehen. So erkennst du sie und ihre Varianten.
FlugzeugtypAirbus A321neo
Der lange Bruder der A320neo: Die A321neo ist der größte Jet der Familie und fliegt als LR und XLR sogar über den Atlantik. So erkennst du sie und ihre Varianten.
FlugzeugtypBoeing 737-800
Das Arbeitspferd der Kurz- und Mittelstrecke: Die 737-800 ist die meistgebaute Version der 737 Next Generation und an vielen Flughäfen Europas ein Dauergast.
FlugzeugtypEmbraer E195
Der größte E-Jet der ersten Generation: Die E195 streckt die E190 um rund 2,4 Meter und bringt typischerweise gut 100 bis 120 Passagiere in einer 2+2-Kabine in die Luft. In Europa ist sie vor allem im Lufthansa-Konzern zu Hause.
FlugzeugtypAirbus A220-300
Schlanker Rumpf, riesige Getriebefan-Triebwerke, große Fenster: Die A220-300 begann als Bombardier CS300 und ist heute bei Swiss, airBaltic und Air France Alltag. So erkennst du sie.
Weitere Einträge
Flughafen Mailand-Malpensa
Italiens zweitgrößter Passagierflughafen und die Nummer eins bei der Fracht: zwei fast 4.000 Meter lange Parallelbahnen am Rand des Ticino-Parks, eine große easyJet-Basis, Langstrecke von Emirates bis Cathay Pacific und Frachter von FedEx, DHL und Cargolux. Eine Besucherterrasse gibt es nicht – gespottet wird am Zaun und am Terminal.
FlughafenFlughafen Rom-Fiumicino
Italiens größter Flughafen liegt direkt am Tyrrhenischen Meer: drei Bahnen mit klarer Arbeitsteilung, ITA Airways als Heimatairline, viel Nordamerika- und Asienverkehr – und keine Besucherterrasse. Wer hier spotten will, braucht ein Auto, einen Plan für die Betriebsrichtung und Respekt vor dem Zaun.
FlughafenFlughafen Mailand-Linate
Nur rund sieben Kilometer vom Mailänder Zentrum entfernt: Linate ist der Stadtflughafen der Lombardei, mit einer einzigen Bahn, politisch begrenztem Verkehr nach Italien und Europa, einer großen ITA-Airways-Präsenz und viel Geschäftsreiseverkehr. Seit 2022 hält die U-Bahn M4 direkt am Terminal – und die Erinnerung an das Unglück von 2001 prägt den Flughafen bis heute.
FlughafenFlughafen Bologna Guglielmo Marconi
Eine Bahn, ein Terminal und über elf Millionen Passagiere im Jahr: Der Marconi-Flughafen am Stadtrand von Bologna ist das Tor zur Emilia-Romagna, eine der größten Ryanair-Basen Italiens und ein wichtiger Frachtstandort mit eigenem DHL-Hub. Gespottet wird an den beiden Enden der Bahn 12/30 – mit Auto, Leiter und Blick auf den Nebel.
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