British European Airways

Historische britische Staatsairline für Europa und das Inland: BEA flog von 1946 bis 1974 ab London-Heathrow, machte die Viscount und die Trident groß und verband West-Berlin mit Westdeutschland, bevor sie in British Airways aufging.

Auch bekannt als: BEA · British European Airways Corporation · BEA Scottish Airways · BEA Airtours · BE

GroßbritannienGroßbritannienNetzwerk-AirlinesIATA: BEICAO: BEA12 Min. Lesezeit

BE

IATA-Code der BEA

1946–1974

Jahre im Flugbetrieb

1950

Erster Turbinen-Linienflug der Welt

THF

Berlin-Basis Tempelhof

Das Wichtigste in Kürze

  • BEA war die britische Staatsairline für Europa und das Inland, von 1946 bis 1974, mit Heimat zuletzt in London-Heathrow.
  • Codes: IATA BE, ICAO BEA, Rufzeichen „BEALINE“.
  • BEA war Turbinen-Pionier: 1950 der erste Linienflug mit Turbinenantrieb, ab 1953 die Viscount im Liniendienst, 1965 die erste automatische Landung im Linienbetrieb mit einer Trident.
  • West-Berlin war eine zweite Heimat: Ab Tempelhof verband BEA die geteilte Stadt mit Westdeutschland, gemeinsam mit Pan Am und Air France.
  • 1974 ging BEA mit BOAC in British Airways auf – Flugzeuge, Strecken und Personal wechselten in die neue Gesellschaft.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.BEA im Überblick
  2. 2.Codes und Rufzeichen
  3. 3.Die Geschichte: von der DC-3 zur Trident
  4. 4.Die Flotte im Überblick
  5. 5.BEA und Berlin: die Luftbrücke nach dem Krieg
  6. 6.Regionen, Inseln und Hubschrauber
  7. 7.Woran du BEA erkennst
  8. 8.Unglücke in der BEA-Geschichte
  9. 9.Das Ende: Aufgehen in British Airways
  10. 10.BEA heute: Museen und Archive
  11. 11.Häufige Verwechslungen
  12. 12.Fazit

Steckbrief

IATA-CodeBE
ICAO-CodeBEA
RufzeichenBEALINE
DrehkreuzeLHR, THF
StatusHistorisch – als eigene Gesellschaft bis 1. April 1974, dann Teil von British Airways
GeschäftsmodellStaatliche Linienairline für Europa, das britische Inland und den innerdeutschen Berlin-Verkehr
GegründetAnfang 1946 als Abteilung von BOAC, ab 1. August 1946 eigenständige Staatsgesellschaft
SitzDen größten Teil ihrer Geschichte BEAline House in Ruislip im Westen Londons
DrehkreuzeLondon-Northolt bis 1954, danach London-Heathrow (LHR); Berlin-Tempelhof (THF) als zweite Basis 1951–1974
Prägende TypenDouglas DC-3 „Pionair“, Vickers Viking, Airspeed Ambassador „Elizabethan“, Vickers Viscount, Vickers Vanguard, Comet 4B, Hawker Siddeley Trident, BAC One-Eleven 500
AblegerBEA Helicopters, BEA Airtours, Scottish Airways Division, Channel Islands Airways Division, Beteiligungen an Cambrian Airways und BKS/Northeast
EndeFusion mit BOAC, Cambrian Airways und Northeast Airlines zu British Airways, wirksam ab 1. April 1974

Woran du die Airline erkennst

Ist das wirklich British European Airways?

Hak ab, was auf das Flugzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Großer Schriftzug „BEA“ am Rumpf
  • Bis Ende der 1950er-Jahre blankes Metall mit weinroter Zierlinie, ab Ende der 1950er das rot-schwarz-weiße Farbschema
  • Ab Ende der 1960er das „Speedjack“-Design – die letzte BEA-Bemalung
  • Britisches Kennzeichen mit G-, Tridents etwa in den Serien G-ARP.., G-AVF.. und G-AWZ..
  • Typisch für die Flotte: Viscount und Vanguard mit Propellerturbinen, später Trident mit drei Hecktriebwerken
  • Viele Flugzeuge mit Klassennamen, etwa „Elizabethan“ für die Ambassador oder „Discovery“ für die Viscount 701

Wer alte Fotos aus Tempelhof, Heathrow oder Düsseldorf durchsieht, entdeckt immer wieder drei große Buchstaben am Rumpf: BEA. British European Airways war fast drei Jahrzehnte lang die Airline, mit der Großbritannien in Europa unterwegs war – und für West-Berlin eine Lebensader. Diese Seite zeigt dir, woher BEA kam, welche Flugzeuge sie geprägt hat, was der Berlin-Verkehr bedeutete und wo du BEA-Maschinen heute noch findest.

Historische Sichtungen sauber archivieren

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BEA im Überblick

British European Airways war eine historische britische Staatsairline für Europa und das Inland. Nach dem Zweiten Weltkrieg ordnete Großbritannien den Luftverkehr neu: BOAC übernahm die Langstrecke ins Empire und über den Atlantik, BEA die Verbindungen auf dem Kontinent und innerhalb des Königreichs. BEA startete Anfang 1946 als Abteilung von BOAC und wurde am 1. August 1946 eine eigenständige Gesellschaft im Staatsbesitz.

Die erste Heimat war der Flugplatz Northolt im Westen Londons. Ab 1950 zog BEA schrittweise nach London-Heathrow um, Ende 1954 war der Wechsel abgeschlossen. Dort blieb die Airline bis zum Schluss. Ihr Werbespruch lautete selbstbewusst „Number One in Europe“ – und gemessen an den Fluggästen gehörte BEA tatsächlich zu den großen Airlines des Kontinents: Im Geschäftsjahr 1973/74 waren es rund 8,7 Millionen.

Am 1. April 1974 endete die Geschichte als eigene Gesellschaft. BEA ging gemeinsam mit BOAC und zwei Regionalairlines in British Airways auf, die heute zur International Airlines Group gehört.

BEIATA-Code der BEA
BEALINERufzeichen im Funk
G-Kennzeichen-Präfix der Flotte

Codes und Rufzeichen

  • IATA-Code BE: stand in den Flugnummern, etwa auf Tickets und in Flugplänen.
  • ICAO-Code BEA: die dreistellige Kennung, identisch mit dem bekannten Kürzel der Airline.
  • Rufzeichen BEALINE: so meldeten sich die Crews im Funk – ein Flug BE 943 hieß dort „Bealine 943“.
  • Kennzeichen G-: Alle Flugzeuge waren in Großbritannien registriert. Wie das britische System aufgebaut ist, erklärt der Guide zu britischen G-Kennzeichen.

Vorsicht bei alten Belegen: Den IATA-Code BE nutzten später andere Airlines, etwa Flybe. Eine BE-Flugnummer aus den 1960er-Jahren gehört zu BEA, eine aus den 2010er-Jahren nicht. Ohne Datum lässt sich so ein Beleg nicht sicher zuordnen.

Die Geschichte: von der DC-3 zur Trident

Die Anfangsjahre 1946 bis 1952

BEA begann mit dem, was nach dem Krieg verfügbar war. Den Kern bildeten Douglas DC-3, die BEA teils von BOAC übernahm. In den ersten Nachkriegsjahren flogen kurzzeitig sogar elf ehemalige Junkers Ju 52/3m für die Airline. Für kleine Inselstrecken in Schottland, auf den Kanalinseln und zu den Scilly-Inseln nutzte BEA die De Havilland Dragon Rapide.

Der erste eigene Nachkriegstyp war die Vickers Viking: Die Auslieferungen begannen im August 1946, am 1. September 1946 flog eine Viking den ersten Linienflug von Northolt nach Kopenhagen. Ab 1951 baute BEA viele DC-3 zu „Pionairs“ um – modernisierte Versionen für Zubringer- und Inselstrecken, dazu Frachtversionen mit dem Namen „Leopard“. Mehr zum Klassiker liest du in der Geschichte der Douglas DC-3.

1952 kam die Airspeed Ambassador. BEA nannte sie „Elizabethan“, zu Ehren der Thronbesteigung von Elizabeth II. im selben Jahr. Der zweimotorige Hochdecker mit Kolbenmotoren flog bis Juli 1958 für die Airline.

Pionier der Propellerturbine

Den wichtigsten Schritt machte BEA mit der Vickers Viscount. Am 29. Juli 1950 flog der Prototyp mit 14 zahlenden Fluggästen von Northolt nach Paris – der erste Linienflug der Welt mit einem Turbinenflugzeug. Im April 1953 begann der reguläre Liniendienst mit der Viscount 701, die BEA „Discovery“-Klasse nannte. Die Flugzeuge trugen Namen von Entdeckern, etwa „Sir John Franklin“ oder „Sir Robert Falcon Scott“.

Die Viscount war leiser, schneller und deutlich ruhiger als die Kolbenflugzeuge. Angetrieben wurde sie von Rolls-Royce-Dart-Propellerturbinen. Ab 1957 kamen die gestreckten Versionen 802 und 806 dazu. Die Viscount wurde zum Rückgrat der Flotte und half BEA im Geschäftsjahr 1954/55 zum ersten Gewinn.

1961 folgte die größere Vickers Vanguard, für die BEA 1955 den Erstauftrag über 20 Maschinen erteilt hatte. Sie flog ab dem 1. März 1961. Ende der 1960er-Jahre ließ BEA einen Teil der Vanguards zum Frachter „Merchantman“ umbauen; sie ersetzten die Armstrong Whitworth Argosy, die ersten reinen Frachtflugzeuge der Airline.

Ins Jetzeitalter: Comet und Trident

Am 1. April 1960 begann BEA den Jetbetrieb mit der Comet 4B, einer auf Europa zugeschnittenen Version der De Havilland Comet. Wie es zum ersten Düsenverkehrsflugzeug der Welt kam, liest du im Artikel über die Comet als ersten Düsenjet.

Das Flugzeug, das BEA am stärksten prägte, war aber die Hawker Siddeley Trident. BEA hatte den dreistrahligen Jet nach ihren eigenen Vorgaben bestellen lassen und war erster Betreiber. Die Trident 1C ging am 1. April 1964 in Dienst, 1968 folgte die Trident 2E, 1971 die gestreckte Trident 3B. Die 3B hatte eine Besonderheit, die du auf jedem Foto erkennst: ein viertes, kleines Zusatztriebwerk im Heck, das bei Bedarf beim Start zusätzlichen Schub lieferte.

Berühmt wurde die Trident durch ihre Landeautomatik. Am 10. Juni 1965 landete eine BEA-Trident in Heathrow als erstes Verkehrsflugzeug im regulären Liniendienst vollautomatisch. Im November 1966 gelang einer BEA-Trident dort die erste vollautomatische Landung eines Zivilflugzeugs im Nebel bei praktisch null Sicht – ein großer Schritt für die Pünktlichkeit in Londons Nebelwintern.

Klassiker auf der Wunschliste

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Die Flotte im Überblick

Über 28 Jahre flog BEA eine erstaunliche Bandbreite an Typen – fast alle aus britischer Produktion. Diese Tabelle hilft dir, alte Fotos zeitlich einzuordnen:

Typ Zeitraum bei BEA Einsatz Spotter-Hinweis
Douglas DC-3 / „Pionair“ 1946–1962 Zubringer, Inseln, Fracht („Leopard“) Zweimotoriger Spornradflieger
Vickers Viking 1946–1956 Europa der frühen Jahre Kolbenmotoren, Spornrad
Airspeed Ambassador „Elizabethan“ 1952–1958 Europa Hochdecker mit dreifachem Seitenleitwerk
Vickers Viscount (701, 802, 806) ab 1953 Europa, Inland, Berlin Vier Propellerturbinen, große ovale Fenster
Vickers Vanguard / Merchantman ab 1961 Europa, später Fracht Größer und rundlicher als die Viscount
De Havilland Comet 4B ab 1960 Erste Jets der BEA Triebwerke in den Flügelwurzeln
Hawker Siddeley Trident 1C, 2E, 3B ab 1964 Hauptjet auf der Europa-Strecke Drei Hecktriebwerke, T-Leitwerk; 3B mit Zusatztriebwerk
BAC One-Eleven 500 ab 1968 Berlin, Regionalstrecken Zwei Hecktriebwerke, T-Leitwerk
Sikorsky S-61N ab 1964 BEA Helicopters, Scilly-Inseln Großer Hubschrauber mit Bootsrumpf

Die Lockheed TriStar war zwar noch für den Europa-Verkehr bestellt, kam aber erst nach der Fusion bei British Airways an. Die BAC One-Eleven lief bei BEA als „Super One-Eleven“; ihr regulärer Dienst begann im November 1968. Beide Jettypen – Trident und One-Eleven – entstanden bei Vorgängern des heutigen Konzerns BAE Systems.

BEA und Berlin: die Luftbrücke nach dem Krieg

Für deutsche Spotter ist dieses Kapitel das spannendste. Nach dem Zweiten Weltkrieg durften nur Airlines der drei Westalliierten West-Berlin anfliegen – Lufthansa war davon ausgeschlossen. Der Verkehr lief über drei festgelegte Luftkorridore durch die DDR. Hintergrund und Vorgeschichte erklärt der Artikel zur Berliner Luftbrücke.

BEA war von Anfang an dabei. Im September 1946 flog die Airline erstmals innerdeutsch von Hamburg zum britischen Militärflugplatz Gatow, auf dessen Gelände heute das Militärhistorische Museum Berlin-Gatow liegt. Am 8. Juli 1951 zog BEA nach Berlin-Tempelhof um, das bis 1974 die zweite Basis der Airline blieb. Wie der Flughafen mitten in der Stadt funktionierte, erzählt die Geschichte von Tempelhof.

Den Berlin-Verkehr teilte sich BEA vor allem mit Pan Am und Air France. Ab 1958 ersetzten Viscounts die Kolbenflugzeuge, ab 1965 flog die Viscount 802 sogar nonstop von Heathrow nach Tempelhof. Als Pan Am 1966 mit Boeing 727 auf Jets umstellte, verlor BEA Marktanteile. Die Antwort kam im September 1968: Die One-Eleven 500 übernahm die Berlin-Strecken, damit BEA im Wettbewerb mit den Jets von Pan Am mithalten konnte. Auch die Strecken von Heathrow nach Bremen, Düsseldorf und Hannover gingen auf die One-Eleven über. Anfang der 1970er-Jahre beförderte BEA auf den Berlin-Strecken rund zwei Millionen Fluggäste pro Jahr.

Berlin-Fotos datieren

Zeigt ein Bild aus Tempelhof eine BEA-Viscount, stammt es eher aus den 1950er- oder 1960er-Jahren. Eine One-Eleven in BEA-Farben kann erst ab Herbst 1968 entstanden sein. Nach 1974 flog an gleicher Stelle British Airways. Weitere Tipps zum Datieren alter Aufnahmen findest du im Guide Oldtimer am Himmel erkennen.

Regionen, Inseln und Hubschrauber

BEA war nicht nur eine Europa-Airline, sondern auch der wichtigste Inlandsbetreiber Großbritanniens. Dafür gab es mehrere Bereiche:

  • Schottland: BEA übernahm die Strecken der früheren Scottish Airways und bediente auch abgelegene Orte in den Highlands und auf den Inseln. Ab 1948 flogen BEA-Maschinen den schottischen Luftrettungsdienst. 1971 entstand die BEA Scottish Airways Division mit Sitz in Glasgow. Den Rettungsdienst übernahm 1973 Loganair.
  • Kanalinseln: 1947 übernahm BEA die Channel Islands Airways. Die Inselverbindung Jersey–Guernsey ging 1969 an Aurigny.
  • BEA Helicopters: Die 1964 gegründete Tochter flog mit Sikorsky S-61N unter anderem von Penzance zu den Scilly-Inseln. Sie ging später in British Airways Helicopters über.
  • BEA Airtours: Die Charter-Tochter entstand 1969 und flog Urlauber ab Gatwick. Aus ihr wurde unter British Airways später British Airtours, die 1988 den Namen Caledonian Airways übernahm – mehr dazu bei British Caledonian.

Dazu hielt BEA Beteiligungen an Regionalairlines wie Cambrian Airways aus Wales und BKS, später Northeast Airlines. Beide gingen 1974 ebenfalls in British Airways auf.

Woran du BEA erkennst

Die Bemalung hilft dir beim Datieren. In den ersten Jahren flogen BEA-Maschinen in blankem Metall mit einer weinroten Zierlinie. Ab Ende der 1950er-Jahre bekam die Flotte ein rot-schwarz-weißes Farbschema mit dem markanten „BEA“-Schriftzug. Ende der 1960er folgte das sogenannte „Speedjack“-Design. Es war die letzte BEA-Bemalung; nach der Fusion flogen viele Flugzeuge noch eine Weile in Speedjack-Grundfarben, nur mit neuen Schriftzügen.

Schriftzug suchen

„BEA“ am Rumpf oder Leitwerk grenzt den Zeitraum auf 1946 bis etwa Mitte der 1970er ein.

Bemalung einordnen

Blankes Metall spricht für die 1950er, Rot-Schwarz-Weiß für die 1960er, Speedjack für die letzten Jahre.

Typ bestimmen

Viscount, Vanguard, Comet, Trident oder One-Eleven – jeder Typ engt das Aufnahmejahr weiter ein.

Kennzeichen notieren

Das G-Kennzeichen macht die Aufnahme eindeutig und lässt sich mit Registerdaten abgleichen.

Unglücke in der BEA-Geschichte

Zur Geschichte gehören auch schwere Unfälle. Zwei davon sind bis heute bekannt:

  • München, 6. Februar 1958: Die Ambassador G-ALZU verunglückte beim Startversuch in München-Riem. An Bord war die Mannschaft von Manchester United. 23 der 44 Menschen an Bord starben. Als Ursache gilt Schneematsch auf der Piste; der Kapitän wurde später entlastet.
  • Staines, 18. Juni 1972: Die Trident 1C G-ARPI stürzte kurz nach dem Start in Heathrow ab, alle 118 Menschen an Bord kamen ums Leben – der schwerste Unfall der BEA. In der Folge wurden Cockpit-Stimmenrekorder in größeren britischen Verkehrsflugzeugen ab 1973 Pflicht.

Weitere tödliche Unfälle trafen unter anderem eine Viscount bei Manchester 1957 sowie Vanguards 1965 in Heathrow und 1971 bei Aarsele in Belgien.

Das Ende: Aufgehen in British Airways

Anfang der 1970er-Jahre beschloss die britische Regierung, BEA und BOAC zusammenzuführen. Am 1. April 1972 entstand das British Airways Board als gemeinsames Dach, ab September 1972 war BEA nur noch eine Division der neuen Gruppe. Am 1. April 1974 verschmolzen BEA, BOAC, Cambrian Airways und Northeast Airlines endgültig zu British Airways. Ausgerechnet das letzte Geschäftsjahr 1973/74 brachte BEA den höchsten Gewinn ihrer Geschichte.

Was von BEA blieb

  • Die Trident- und One-Eleven-Flotte bei British Airways
  • Heathrow als Heimat des Europa-Verkehrs
  • Der Berlin-Verkehr, den British Airways fortführte
  • Mehrere Flugzeuge in BEA-Farben in Museen

Was mit BEA verschwand

  • Der Schriftzug „BEA“ und das Rufzeichen BEALINE
  • Die Trennung zwischen Europa- und Langstreckenairline
  • Der IATA-Code BE als Kennung einer Staatsairline
  • Die Klassennamen wie „Elizabethan“ oder „Pionair“

BEA heute: Museen und Archive

Im Linienverkehr siehst du BEA nie wieder – in Museen dagegen schon. Diese Flugzeuge tragen laut den Museumsangaben und gängigen Nachschlagewerken BEA-Farben:

Flugzeug Kennzeichen Ort
Vickers Viscount 701 „Sir John Franklin“ G-ALWF Imperial War Museum Duxford
Hawker Siddeley Trident 2E G-AVFB Imperial War Museum Duxford
Vickers Viscount 701 „Sir Robert Falcon Scott“ G-AMOG National Museum of Flight East Fortune
Hawker Siddeley Trident 3B G-AWZK Runway Visitor Park am Flughafen Manchester

Dazu kommt im Brooklands Museum der Merchantman G-APEP – ursprünglich eine Vanguard der BEA, später als Frachter bei anderen Betreibern unterwegs. Wer Duxford besucht, kann das gut mit einer Airshow verbinden; Tipps dazu stehen im Artikel zu den Duxford-Airshows.

Vor dem Besuch prüfen

Museumsflugzeuge werden restauriert, umgestellt oder eingelagert. Prüf vor der Anreise auf der Website des Museums, ob das gesuchte Flugzeug gerade zu sehen ist. In Großbritannien gelten beim Fotografieren an Flughäfen eigene Regeln – der Artikel Spotten in Großbritannien fasst sie zusammen.

Wenn du alte BEA-Dias digitalisierst, gehe systematisch vor: Kennzeichen, Typ, Ort und Datum festhalten. Neben BEA lohnt der Blick auf die Zeitgenossen BOAC, British Caledonian und Dan-Air. Und wer heute in Heathrow auf Spurensuche geht, findet im Heathrow-Spotterguide die passenden Standorte.

Häufige Verwechslungen

  • BEA mit BOAC verwechseln – BOAC flog Langstrecke, BEA Europa und Inland.
  • BE für eine aktuelle Flugnummer halten – bei alten Belegen entscheidet das Datum.
  • BEA für eine Berliner Airline halten – Tempelhof war nur die zweite Basis, die Zentrale lag bei London.
  • Jede Trident für BEA halten – Tridents flogen auch für andere Airlines, etwa in China, auf Zypern und in Pakistan.
  • TriStar bei BEA suchen – die bestellten TriStars kamen erst bei British Airways an.
  • BEA Airtours mit British Caledonian verwechseln – Airtours war die Charter-Tochter, aus der später Caledonian Airways wurde, nicht BCal selbst.

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Fazit

British European Airways war von 1946 bis 1974 Großbritanniens Airline für Europa. Sie machte die Viscount zum Erfolg, prägte die Trident und flog mit der ersten automatischen Landung im Linienbetrieb Luftfahrtgeschichte. Für West-Berlin war BEA über Jahrzehnte eine der wichtigsten Verbindungen nach draußen. Heute lebt die Airline in British Airways, in Museen und in alten Dias weiter – und wer Schriftzug, Bemalung, Typ und Kennzeichen zusammen liest, ordnet diese Bilder sicher ein.

Kurzfazit

BEA (IATA BE, ICAO BEA, Rufzeichen BEALINE) war die britische Staatsairline für Europa von 1946 bis 1974. Geprägt von Viscount und Trident, mit Basis in Heathrow und Tempelhof – und 1974 in British Airways aufgegangen.

Zusammenfassung

  • BEA war neben BOAC die zweite große Staatsairline Großbritanniens: BOAC flog Langstrecke, BEA Europa und Inland.
  • Die Flotte erzählt britische Industriegeschichte – von der DC-3 über Viscount und Vanguard bis zur Trident, die BEA mitgeprägt hat.
  • Für deutsche Fans besonders spannend ist der Berlin-Verkehr: BEA flog über die alliierten Luftkorridore nach Tempelhof.
  • Heute begegnest du BEA in Museen und auf alten Dias – mehrere Viscounts und eine Trident tragen dort noch BEA-Farben.

Häufige Fragen

Wann gab es BEA?

BEA entstand Anfang 1946 zunächst als Abteilung von BOAC und wurde am 1. August 1946 mit dem neuen britischen Luftfahrtgesetz eine eigenständige Staatsgesellschaft. 1972 kamen BEA und BOAC unter das Dach des neuen British Airways Board, am 1. April 1974 ging BEA endgültig in British Airways auf.

Welchen IATA- und ICAO-Code hatte BEA?

BEA flog mit dem IATA-Code BE und dem ICAO-Code BEA, im Funk meldeten sich die Crews als „BEALINE“. Der IATA-Code BE wurde später von anderen Airlines genutzt, etwa von Flybe. Alte Flugnummern mit BE musst du deshalb immer zusammen mit dem Datum lesen.

Welche Flugzeuge flog BEA?

In den Anfangsjahren vor allem Douglas DC-3, die BEA später „Pionair“ nannte, dazu die Vickers Viking und ab 1952 die Airspeed Ambassador („Elizabethan“). Ab 1953 prägte die Vickers Viscount die Flotte, ab 1961 die größere Vanguard. Mit der Comet 4B begann 1960 der Jetbetrieb, ab 1964 folgte die Hawker Siddeley Trident und ab 1968 die BAC One-Eleven 500.

Warum flog BEA nach Berlin?

Nach dem Zweiten Weltkrieg durften nur Airlines der drei Westalliierten – USA, Großbritannien und Frankreich – West-Berlin anfliegen. BEA verband die Stadt deshalb gemeinsam mit Pan Am und Air France mit Westdeutschland. Der erste innerdeutsche BEA-Flug ging im September 1946 von Hamburg nach Berlin-Gatow, ab 1951 war Tempelhof die Berliner Basis.

Was hat BEA mit der Viscount zu tun?

BEA flog am 29. Juli 1950 mit dem Viscount-Prototyp den ersten Linienflug der Welt mit einem Turbinenflugzeug, von London-Northolt nach Paris. Im April 1953 begann der reguläre Viscount-Liniendienst. Die Viscount wurde danach über Jahre zum Rückgrat der BEA-Flotte und zum Exporterfolg der britischen Industrie.

Was war das Unglück von München 1958?

Am 6. Februar 1958 verunglückte die BEA-Ambassador G-ALZU beim dritten Startversuch in München-Riem. An Bord war die Mannschaft von Manchester United auf dem Rückweg von einem Europapokalspiel in Belgrad. 23 der 44 Menschen an Bord kamen ums Leben. Als Ursache gilt Schneematsch auf der Piste, der das Flugzeug unter die Abhebegeschwindigkeit bremste.

Was war der schwerste BEA-Unfall?

Am 18. Juni 1972 stürzte die Trident 1C G-ARPI kurz nach dem Start in Heathrow bei Staines ab, alle 118 Menschen an Bord starben. Die Untersuchung führte unter anderem dazu, dass Cockpit-Stimmenrekorder in größeren britischen Verkehrsflugzeugen ab 1973 Pflicht wurden.

Wo kann ich heute noch BEA-Flugzeuge sehen?

Im Linienbetrieb nicht mehr, aber in Museen: Im Imperial War Museum Duxford stehen die Viscount G-ALWF und die Trident 2E G-AVFB in BEA-Farben, im National Museum of Flight in East Fortune die Viscount G-AMOG. Eine Trident 3B in BEA-Farben stand zuletzt im Besucherpark am Flughafen Manchester. Prüf vor dem Besuch, ob das Flugzeug aktuell ausgestellt ist.

British European Airways im Blick behalten

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Flugzeugtypen in der Flotte

Flugzeugtyp

Vickers Viscount

Riesige ovale Fenster, vier pfeifende Rolls-Royce-Dart-Turbinen und ein Platz in den Geschichtsbüchern: Die Vickers Viscount brachte 1953 als erstes Turboprop-Flugzeug den Linienverkehr in Schwung. Hier erfährst du, wie du sie erkennst und wo du die letzten Exemplare findest.

Flugzeugtyp

Vickers Vanguard

Vier kräftige Tyne-Turboprops, ein bauchiger Rumpf und später ein riesiges Frachttor: Die Vanguard kam als Passagierflugzeug zu spät, als Frachter Merchantman flog sie dafür bis 1996.

Flugzeugtyp

Hawker Siddeley Trident

Drei Spey-Triebwerke am Heck, T-Leitwerk und ein schief eingebautes Bugfahrwerk: Die Trident war der britische Gegenentwurf zur Boeing 727 – und das erste Verkehrsflugzeug, das im Liniendienst automatisch landete.

Flugzeugtyp

BAC One-Eleven

Zwei Rolls-Royce Spey am Heck, T-Leitwerk, kompakter Rumpf: Die One-Eleven war Großbritanniens erfolgreichster Kurzstreckenjet – und flog später als Rombac 1-11 aus rumänischer Fertigung sogar für die junge Ryanair.

Flugzeugtyp

De Havilland DH.106 Comet

Vier Triebwerke versteckt in den Flügelwurzeln, eine schlanke Nase und ein Kapitel Luftfahrtgeschichte, das Triumph und Tragödie vereint: Die De Havilland Comet eröffnete 1952 das Jetzeitalter im Linienverkehr. Hier erfährst du, wie du sie erkennst und wo sie heute steht.

Flugzeugtyp

Douglas DC-3 / C-47

Zwei Sternmotoren, Spornrad, schräg stehender Rumpf am Boden: Die DC-3 und ihre Militärschwester C-47 sind Legenden. So erkennst du sie und so findest du die letzten Flieger in Europa.

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