Das Wichtigste in Kürze
- Die Dragon Rapide war ein Kurzstrecken-Airliner der 1930er: zweimotorig, Doppeldecker, sechs bis acht Passagiere, erster Flug am 17. April 1934 in Hatfield.
- Schnellster Erkennungsweg: zwei Flügel übereinander, zwei Motorgondeln am Unterflügel, spitz zulaufende Flügelenden und verkleidete Räder unter den Motoren.
- Im Krieg wurde sie zur Dominie: Über 500 Exemplare entstanden als Funk- und Navigationstrainer sowie Verbindungsflugzeug für RAF und Royal Navy.
- Ein Flug schrieb Geschichte: Im Juli 1936 brachte die Rapide G-ACYR General Franco von den Kanaren nach Spanisch-Marokko – sie steht heute im Museo del Aire in Madrid.
- Rundflugklassiker bis heute: In Großbritannien heben einzelne Rapides noch mit zahlenden Gästen ab, etwa in Duxford und Old Warden.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist die De Havilland Dragon Rapide?
- 2.Vom Dragon zur Rapide: die Entstehung
- 3.Linienflug im Doppeldecker: die Rapide bei den Airlines
- 4.Die Dominie: Rapide im Militärdienst
- 5.Der Franco-Flug von 1936
- 6.So erkennst du die Dragon Rapide
- 7.Wo du die Dragon Rapide heute siehst
- 8.Selbst mitfliegen: Rundflug in der Rapide
- 9.Fototipps für die Dragon Rapide
- 10.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
- 11.Fazit
Steckbrief
| Hersteller | de Havilland Aircraft Company, Hatfield (Großbritannien); Kriegsproduktion zum Teil bei Brush Coachworks |
|---|---|
| Konstrukteur | Arthur E. Hagg |
| Erstflug | 17. April 1934 in Hatfield |
| Erster Airline-Kunde | Hillman’s Airways, Juli 1934 |
| Bauzeit | 1934 bis 1946 |
| Stückzahl | rund 730 Rapides und Dominies (je nach Quelle 727 oder 731) |
| Status | historisch – einzelne Exemplare fliegen noch, vor allem in Großbritannien |
| Bauart | Zweimotoriger Doppeldecker in Holzbauweise mit Sperrholz und Stoffbespannung, starres Fahrwerk mit Spornrad |
| Triebwerke | 2 × de Havilland Gipsy Six, je rund 200 PS; Series 4 mit Gipsy Queen |
| Länge | 10,52 m |
| Spannweite | 14,63 m |
| Höhe | 3,12 m |
| Passagiere | 6 bis 8 |
| Max. Startgewicht | rund 2,5 t (DH.89A) |
| Höchstgeschwindigkeit | rund 253 km/h |
| Reisegeschwindigkeit | rund 212 km/h |
| Reichweite | rund 840 bis 900 km (je nach Quelle) |
| Militärversion | DH.89B Dominie (Funk- und Navigationstrainer, Verbindungsflugzeug) |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Doppeldecker mit zwei Motoren: Die beiden Triebwerke sitzen in schlanken Gondeln am unteren Flügel, links und rechts neben dem Rumpf
- Nach außen hin spitz zulaufende Flügel mit abgerundeten Enden – das Erbe der viermotorigen DH.86 Express
- Starres Hauptfahrwerk direkt unter den Motorgondeln, die Räder in stromlinienförmigen Verkleidungen, dazu ein Spornrad am Heck
- Einsitziges Cockpit in der Rumpfnase vor der Kabine, dahinter eine Reihe rechteckiger Kabinenfenster
- Einzelnes, abgerundetes Seitenleitwerk und verstrebte Flügelzelle mit Spanndrähten
- Kompakt: gut 10 m lang, knapp 15 m Spannweite – deutlich größer als eine Tiger Moth, aber viel kleiner als eine DC-3
Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein tiefes, sonores Brummen über dem Gras, zwei Flügel übereinander, zwei Motoren in schlanken Gondeln und eine Kabine mit kleinen Fenstern: Wenn das über einen englischen Flugplatz zieht, ist es mit hoher Wahrscheinlichkeit eine De Havilland DH.89 Dragon Rapide. Der Doppeldecker war Mitte der 1930er ein moderner Kurzstrecken-Airliner, diente im Krieg als Trainer und Verbindungsflugzeug und gehört heute zu den liebsten Rundflug-Oldtimern Großbritanniens. Hier erfährst du, wie du die Rapide erkennst, was sie von Dragon, Tiger Moth und Co. unterscheidet und wo du sie noch fliegen siehst.
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Was ist die De Havilland Dragon Rapide?
Die DH.89 ist ein zweimotoriger Doppeldecker für sechs bis acht Passagiere, gebaut von der de Havilland Aircraft Company in Hatfield nördlich von London. Sie war für kurze und mittlere Strecken gedacht: Inselverbindungen, Strecken innerhalb Großbritanniens, Zubringer- und Charterdienste. Im Cockpit in der Rumpfnase saß ein Pilot, dahinter lag die Kabine.
Gebaut ist die Rapide überwiegend aus Holz: Rumpf und Flügel bestehen aus einer leichten Sperrholz- und Holzstruktur, die Flügel sind mit Stoff bespannt. Das war damals nichts Ungewöhnliches und ein typischer de-Havilland-Ansatz – derselbe Hersteller baute später mit der DH.98 Mosquito eines der bekanntesten Holzflugzeuge überhaupt.
Angetrieben wird sie von zwei de Havilland Gipsy Six, luftgekühlten Sechszylinder-Reihenmotoren mit je rund 200 PS. Damit erreicht die DH.89A nach den Daten der späten 1930er rund 253 km/h Höchstgeschwindigkeit und reist mit gut 210 km/h. Zum Vergleich: Für ihre Zeit war das auf Kurzstrecken flott, gegenüber den Ganzmetall-Eindeckern, die ab Mitte der 1930er aus den USA kamen, aber bereits ein Konzept der vorherigen Generation.
Vom Dragon zur Rapide: die Entstehung
Ende 1933 begann das Team um den Konstrukteur Arthur E. Hagg mit einer Nachfolgerin für die DH.84 Dragon. Die Dragon hatte sich bei kleinen Fluggesellschaften bewährt, war aber mit ihren Vierzylindermotoren eher gemächlich. Der Kniff bei der neuen Maschine: Sie wurde im Grunde als zweimotorige, verkleinerte Version der viermotorigen DH.86 Express angelegt. Von ihr übernahm sie die spitz zulaufenden Flügel, die stromlinienförmigen Verkleidungen und den Gipsy-Six-Motor.
Am 17. April 1934 startete der Prototyp in Hatfield zum Erstflug, am Steuer saß Testpilot Hubert Broad. Zunächst lief das Muster als „Dragon Six“, verkauft wurde es als „Dragon Rapide“. Bereits im Juli 1934 übernahm Hillman’s Airways als erste britische Fluggesellschaft eine Rapide, im August folgte Railway Air Services. Auch Ölgesellschaften wie die Anglo-Persian Oil Company setzten den Typ ein, in Kanada ging die erste Maschine an Quebec Airways.
Bis Kriegsbeginn entstanden rund 205 Exemplare. Später lieferte de Havilland die verbesserte DH.89A mit Landeklappen am Unterflügel, Landescheinwerfer, geänderten Flügelenden und Kabinenheizung. Gerade die Klappen am unteren Flügel sind ein Detail, das du auf Nahaufnahmen erkennen kannst.
1933: Projektstart
Arthur E. Hagg entwickelt eine schnellere Nachfolgerin der DH.84 Dragon auf Basis der DH.86 Express.
April 1934: Erstflug
Der Prototyp fliegt am 17. April in Hatfield, im Sommer beginnen die ersten Airline-Einsätze.
Weiterentwicklung: DH.89A
Landeklappen, Landescheinwerfer und Kabinenheizung machen die Rapide alltagstauglicher.
1939–1946: Dominie
Die Militärversion für RAF und Royal Navy macht den Großteil der Gesamtproduktion aus.
Linienflug im Doppeldecker: die Rapide bei den Airlines
In den 1930ern war die Rapide das Rückgrat vieler kleiner britischer Fluggesellschaften. Sie flog auf kurzen Inlands-, Insel- und Zubringerstrecken, etwa bei Hillman’s Airways und Railway Air Services, die London mit Nordengland, Nordirland und Schottland verband. Auch außerhalb Großbritanniens war sie verbreitet, etwa in Kanada, Australien und in mehreren europäischen Ländern; aus der Schweiz gibt es zum Beispiel ein Foto der Rapide HB-APU am Flughafen Zürich aus dem Jahr 1961.
Ein früher Rückschlag kam schon im Herbst 1934: Am 2. Oktober stürzte die Hillman-Maschine G-ACPM vor Folkestone ins Meer, der Pilot und sechs Passagiere kamen ums Leben. Am Erfolg des Typs änderte das wenig – das Konzept aus robuster Holzzelle, zwei zuverlässigen Motoren und kurzen Start- und Landestrecken passte perfekt zu den damaligen Graspisten.
Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen viele ehemalige Dominies zurück in den zivilen Dienst. Die staatliche BEA British European Airways übernahm im Februar 1947 insgesamt 39 Rapides und setzte sie auf Regional- und Inselstrecken ein. In den folgenden Jahrzehnten lösten modernere Eindecker – bei de Havilland selbst etwa die DH.104 Dove – die Rapide nach und nach ab.
Historisch einordnen
Die Dragon Rapide ist ein historischer Typ. Im regulären Linienverkehr fliegt sie seit Jahrzehnten nicht mehr. Was du heute siehst, sind gepflegte Einzelstücke bei Museen, Sammlern und Rundflugbetrieben.
Die Dominie: Rapide im Militärdienst
Mit Kriegsbeginn wurde die Rapide zur DH.89B Dominie. Die Mk I diente als Funk- und Navigationstrainer, die Mk II als Transport- und Verbindungsflugzeug. Ab 1943 übernahm die Firma Brush Coachworks – eigentlich ein Hersteller von Fahrzeugaufbauten – den größten Teil der Dominie-Fertigung. Insgesamt entstanden über 500 Dominies, die letzte Maschine verließ im Juli 1946 die Fertigung.
Im Mai und Juni 1940 flogen Rapides der No. 24 Squadron der RAF Kurierflüge zwischen Großbritannien und Frankreich; dabei gingen zehn von 24 Maschinen verloren. Neben RAF und Fleet Air Arm nutzten unter anderem die Luftstreitkräfte Australiens, Kanadas, Neuseelands und der Niederlande den Typ. Auch die deutsche Luftwaffe flog erbeutete Exemplare. Die Royal Navy stellte ihre letzten Dominies 1963 außer Dienst.
Nach dem Krieg führte de Havilland ein eigenes Mark-System für umgebaute Maschinen ein: Mk 2 für sechssitzige, Mk 3 für achtsitzige Umbauten und Mk 4 mit Gipsy-Queen-Motoren, Verstellpropellern und höherem Startgewicht. Für Spotter sind diese Unterschiede von außen kaum zu sehen; Kennzeichen und Datenblatt der jeweiligen Maschine geben Auskunft.
Der Franco-Flug von 1936
Eine einzelne Rapide hat es in die Geschichtsbücher geschafft. Im Juli 1936 wurde die G-ACYR in England gechartert; Pilot Cecil Bebb flog damit General Francisco Franco von den Kanarischen Inseln nach Spanisch-Marokko. Von dort aus übernahm Franco das Kommando über die Truppen in Nordafrika – der Spanische Bürgerkrieg begann.
Die Maschine selbst ist erhalten und steht heute im Museo del Aire in Madrid-Cuatro Vientos. Wenn du dort bist, lohnt auch ein Blick auf den Spot am Flugplatz Cuatro Vientos. Spanien nutzte die Rapide anschließend auch militärisch; die Exportversion DH.89M ging unter anderem an Spanien und Litauen.
So erkennst du die Dragon Rapide
Auf Flugtagen stehen oft mehrere Doppeldecker nebeneinander. Mit diesen drei Schritten grenzt du die Rapide schnell ein.
Motoren zählen
Ein Doppeldecker mit zwei Motoren in Gondeln am Unterflügel ist in der Oldtimer-Szene selten. Einmotorige Doppeldecker wie Tiger Moth oder Stearman scheiden damit sofort aus.
Flügelform prüfen
Die Flügel der Rapide verjüngen sich deutlich zu den abgerundeten Enden hin. Bei der älteren DH.84 Dragon wirken sie gerader und eckiger.
Fahrwerk und Kabine
Die Räder stecken in Verkleidungen direkt unter den Motoren, hinten sitzt ein Spornrad. Seitlich siehst du eine Reihe kleiner Kabinenfenster hinter dem Cockpit.
Die Bestätigung liefert wie immer das Kennzeichen. Viele flugfähige Rapides sind in Großbritannien zugelassen und tragen ein G-Kennzeichen, das du im britischen Register nachschlagen kannst. Wie das funktioniert, erklärt der Beitrag zu britischen G-Kennzeichen.
| Merkmal | DH.89 Dragon Rapide | DH.84 Dragon | DH.82 Tiger Moth |
|---|---|---|---|
| Motoren | 2 × Gipsy Six | 2 × Gipsy Major | 1 × Gipsy Major |
| Flügel | stark zulaufend, abgerundet | eher gerade, eckiger | gerade, leicht gepfeilt |
| Kabine | 6–8 Passagiere | kleinere Kabine | offene Sitze für 2 Personen |
| Rolle | Airliner, Trainer, Verbindung | früher Kurzstrecken-Airliner | Schulflugzeug |
Die DH.82 Tiger Moth kann auf britischen Flugtagen aus der Ferne für Verwechslungen sorgen – sobald du aber nur einen Propeller in der Nase siehst, ist die Sache klar.
Schnellbestimmung: Oldtimer mit zwei Flügeln oder zwei Motoren
De Havilland DH.89 Dragon Rapide
Zweimotoriger Doppeldecker mit verkleideten Rädern unter den Motoren – das ist das typische Rapide-Bild. Prüf noch die zulaufenden Flügelenden, um die ältere DH.84 Dragon auszuschließen.
De Havilland DH.82 Tiger Moth oder ähnlicher Schuldoppeldecker
Ein Motor, offene Sitze und ein kleines Flugzeug sprechen für eine Tiger Moth oder einen anderen einmotorigen Doppeldecker.
De Havilland DH.104 Dove
Zwei Motoren, aber nur ein tiefliegender Flügel und ein Bugradfahrwerk: Das passt zur Dove, der Nachkriegs-Nachfolgerin der Rapide.
Wo du die Dragon Rapide heute siehst
Weltweit ist nur noch eine überschaubare Zahl an Rapides flugfähig, der Schwerpunkt liegt klar in England. Dazu kommen Museumsmaschinen in mehreren Ländern.
Duxford: Am Imperial War Museum Duxford sind Rapides seit Jahren für Rundflüge stationiert, darunter die G-AKIF und die G-AIYR. Mit etwas Glück startet eine von ihnen, während du am Spot in Duxford stehst. Besonders lohnend sind die Flugtage dort, mehr dazu im Beitrag zu den Duxford-Airshows.
Old Warden: Bei der Shuttleworth Collection bietet laut dem Museum Scillonia Airways Passagierflüge in einer DH.89A an. Der Grasplatz in Old Warden ist genau die Umgebung, für die die Rapide einst gebaut wurde – Tipps für den Standort findest du beim Spot an der Shuttleworth Collection.
Museen außerhalb Englands: Neben der Franco-Maschine in Madrid steht eine Dominie im National Museum of the US Air Force in Dayton. Ein Exemplar ist in Brüssel im Königlichen Armeemuseum. Die älteste erhaltene DH.89, die G-ACPP, steht im Reynolds-Alberta Museum in Kanada. Weitere Maschinen gibt es unter anderem in Istanbul, Sintra in Portugal und im israelischen Luftwaffenmuseum in Hatzerim.
Deutschland: Nach verfügbaren Angaben ist beim Fliegenden Museum in Großenhain in Sachsen die einzige flugfähige Rapide Deutschlands zu Hause. Ob sie bei deinem Besuch fliegt, hängt von Wartung und Saison ab. Wer deutsche Oldtimer-Treffen besucht, sollte auch das Fliegertreffen auf der Hahnweide im Blick haben – welche Typen dort jeweils erscheinen, wechselt allerdings von Jahr zu Jahr.
Wer sich für die Geschichte des Herstellers interessiert, findet im de Havilland Aircraft Museum in London Colney nahe Hatfield viel Hintergrund zu den Flugzeugen aus Hatfield.
| Ort | Chance auf eine Rapide | Warum |
|---|---|---|
| Duxford (England) | hoch in der Saison | Stationierte Rundflugmaschinen, viele Flugtage |
| Old Warden (England) | mittel bis hoch | Passagierflüge an der Shuttleworth Collection |
| Madrid-Cuatro Vientos | sicher (statisch) | Franco-Maschine G-ACYR im Museo del Aire |
| Großenhain (Sachsen) | unsicher | Flugfähiges Exemplar, Einsatz je nach Saison |
| Normale Verkehrsflughäfen | sehr gering | Höchstens Überführungen oder Sonderauftritte |
Oldtimer fliegen nach Wetter und Wartung
Eine Rapide ist Jahrzehnte alt, aus Holz und Stoff gebaut und wird nur bei passendem Wetter bewegt. Verlass dich nicht auf ältere Berichte, sondern prüf Flugtage und Rundflugtermine kurz vor deiner Tour direkt beim Museum oder Betreiber.
Rapide auf die Wunschliste
Setz die Dragon Rapide auf die Wunschliste in deinem Hangar und teile deine Flugtag-Fotos mit Kennzeichen und Spot in der Community. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.
Selbst mitfliegen: Rundflug in der Rapide
Die Rapide ist einer der wenigen Airliner der 1930er, in dem du heute noch als Passagier sitzen kannst. Genau das macht sie zum Rundflugklassiker: Du steigst über eine kleine Tür in die Kabine, sitzt in einer Reihe kleiner Sessel und schaust durch die Kabinenfenster auf die Landschaft, während die Gipsy-Six-Motoren laufen. Meist ist es eine kurze Runde über die Umgebung des Flugplatzes; an der Shuttleworth Collection etwa gibt der Anbieter rund 20 Minuten in der Luft an.
Anbieter, Termine, Mindestalter und Preise legen die Betreiber selbst fest; frag direkt bei ihnen nach. Als Geschenkidee eignet sich so ein Flug übrigens hervorragend – Anregungen findest du im Beitrag Rundflug verschenken.
Fototipps für die Dragon Rapide
Die Rapide ist ein dankbares, aber anspruchsvolles Motiv: langsam, mit viel Struktur, aber auch mit drehenden Propellern, die bei falscher Belichtung einfrieren.
Propeller drehen lassen
Mit einer zu kurzen Verschlusszeit stehen die Propeller still und das Flugzeug wirkt wie geparkt. Arbeite mit längeren Zeiten und Mitzieher – wie das geht, zeigt der Guide Propeller fotografieren.
Seitenprofil für die Flügel
Die doppelte Flügelzelle mit Streben und Spanndrähten wirkt am besten schräg von der Seite. Frontal verschwinden die Flügel fast hinter den Motoren.
Am Boden die Details
Beim Rollen und Abstellen kommst du auf Flugtagen oft nah heran. Nimm Kennzeichen, Motorverkleidungen und die Lackierung der Kabine ins Bild – viele Rapides tragen historische Airline-Farben.
Licht im Rücken
Holz, Stoff und glänzender Lack reflektieren schnell. Mit tiefstehender Sonne im Rücken bleiben Farben und Strukturen kräftig.
Weitere Tipps für Oldtimer findest du im Beitrag Oldtimer am Himmel erkennen, und einen Überblick über lohnende Flugtage liefert Airshows in Europa für Planespotter.
Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
Es spricht für die Dragon Rapide, wenn …
- du einen Doppeldecker mit zwei Motoren am Unterflügel siehst
- die Flügel spitz zu abgerundeten Enden zulaufen
- die Räder verkleidet direkt unter den Motoren sitzen
- eine Reihe Kabinenfenster hinter dem Cockpit zu sehen ist
Sieh genauer hin, wenn …
- die Flügel eher gerade und eckig wirken – dann könnte es eine DH.84 Dragon sein
- das Flugzeug deutlich kleiner wirkt und nur wenige Fenster hat
- du die Maschine nur von vorn oder im Gegenlicht siehst
Es ist keine Dragon Rapide, wenn …
- nur ein Motor in der Nase sitzt – dann eher eine Tiger Moth
- das Flugzeug nur einen Flügel und ein Bugrad hat – dann eher eine Dove
- du drei Motoren und eine Wellblechhaut siehst – dann bist du bei der Junkers Ju 52
- ein großer Ganzmetall-Eindecker mit zwei Sternmotoren vor dir steht – das ist eher eine Douglas DC-3
Fazit
Die Dragon Rapide verbindet zwei Welten: Sie ist ein echter Airliner mit Kabine und Linienflug-Geschichte, sieht aber mit ihren zwei Flügeln, Spanndrähten und Holzbauweise aus wie aus der Pionierzeit. Zwischen 1934 und 1946 entstanden rund 730 Exemplare, von Inselverbindungen in Großbritannien über den Franco-Flug 1936 bis zur Dominie im Krieg hat der Typ viel erlebt. Heute ist er ein Stück lebendige Luftfahrtgeschichte – und in Duxford und Old Warden kannst du sogar noch mitfliegen. Wer die Entwicklung bei de Havilland weiterverfolgen will, schaut sich als Nächstes die DH.106 Comet an: Nur 15 Jahre nach der Rapide eröffnete derselbe Hersteller das Jetzeitalter.
Kurzfazit
Zwei Flügel, zwei Motoren am Unterflügel, zulaufende Flügelenden und verkleidete Räder: Das ist die Dragon Rapide. Fliegend siehst du sie am ehesten in Duxford und Old Warden, statisch unter anderem in Madrid, Dayton und Brüssel.
Zusammenfassung
- Die DH.89 entstand 1933/34 als schnellere, elegantere Nachfolgerin der DH.84 Dragon und flog ab Sommer 1934 bei britischen Fluggesellschaften.
- Mit rund 730 gebauten Exemplaren inklusive der militärischen Dominie gehört sie zu den erfolgreichsten britischen Verkehrsflugzeugen der Vorkriegszeit.
- Nach dem Krieg flogen umgebaute Dominies wieder zivil, unter anderem bei BEA, bevor modernere Eindecker sie nach und nach ablösten.
- Heute siehst du die Rapide vor allem bei Rundflügen und Flugtagen in England, einzelne Exemplare stehen in Museen in Madrid, Brüssel, Dayton und Kanada.
Häufige Fragen
Warum heißt sie „Dragon Rapide“?
Die DH.89 baut auf der DH.84 Dragon auf, war aber deutlich schneller und eleganter. Zunächst hieß sie „Dragon Six“ nach ihren Gipsy-Six-Motoren, vermarktet wurde sie dann als „Dragon Rapide“. Im Alltag setzte sich später einfach „Rapide“ durch.
Was ist der Unterschied zwischen Dragon und Dragon Rapide?
Die ältere DH.84 Dragon hat schwächere Gipsy-Major-Vierzylinder und eckigere, nicht so stark zulaufende Flügel. Die Rapide nutzt die stromlinienförmigeren Gondeln und die spitz zulaufenden Flügel der viermotorigen DH.86 Express und ist mit zwei Gipsy-Six-Motoren spürbar schneller.
Was ist eine Dominie?
So hieß die Rapide im Militärdienst. Die DH.89B Dominie wurde als Mk I für die Funk- und Navigationsausbildung und als Mk II für Transport- und Verbindungsaufgaben gebaut. Während des Zweiten Weltkriegs entstanden über 500 Dominies, ein großer Teil davon bei Brush Coachworks. Die Royal Navy nutzte die letzten Dominies bis 1963.
Was hat die Rapide mit Franco zu tun?
Im Juli 1936 flog die in England gecharterte Rapide G-ACYR General Francisco Franco von den Kanarischen Inseln nach Spanisch-Marokko. Damit begann seine Rolle im Spanischen Bürgerkrieg. Die Maschine ist heute im Museo del Aire in Madrid-Cuatro Vientos ausgestellt.
Fliegen heute noch Dragon Rapides?
Ja, einige wenige. In Großbritannien sind mehrere Rapides flugfähig und werden für Rundflüge genutzt, unter anderem in Duxford und bei der Shuttleworth Collection in Old Warden. Weitere flugfähige Exemplare gibt es etwa in Neuseeland. Welche Maschine gerade fliegt, ändert sich mit Wartung und Saison – prüf das vor deiner Tour beim jeweiligen Betreiber.
Kann ich in einer Dragon Rapide mitfliegen?
In England ja. An der Shuttleworth Collection in Old Warden bietet Scillonia Airways Rundflüge in einer DH.89A an, und auch in Duxford sind Rapides für Passagierflüge stationiert. Termine, Bedingungen und Preise legen die Anbieter selbst fest, deshalb solltest du dich direkt dort informieren.
Gibt es eine Dragon Rapide in Deutschland?
Nach verfügbaren Angaben ist beim Fliegenden Museum in Großenhain in Sachsen eine flugfähige Rapide beheimatet. Ob sie gerade fliegt oder ausgestellt ist, solltest du vor einem Besuch direkt beim Museum klären. Historisch nutzte auch die deutsche Luftwaffe im Krieg erbeutete Exemplare.
De Havilland DH.89 Dragon Rapide sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
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