Das Wichtigste in Kürze
- Die Trident ist ein britischer Dreistrahler der 1960er-Jahre: drei Rolls-Royce Spey am Heck, T-Leitwerk, Kurz- und Mittelstrecke.
- Ihr großer Beitrag zur Luftfahrt: Am 10. Juni 1965 landete eine BEA-Trident als erstes Verkehrsflugzeug mit Passagieren im Liniendienst automatisch.
- Kommerziell blieb sie hinter der Boeing 727 zurück: 117 Tridents standen 1.832 gebauten 727 gegenüber.
- Schnellster Erkennungsweg: das nach links versetzte Bugfahrwerk und, bei der 3B, der vierte Lufteinlass am Heck.
- Heute ein reines Museumsflugzeug: Komplette Exemplare stehen unter anderem in Duxford und Manchester, dazu mehrere Bugsektionen in britischen Sammlungen.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist die Hawker Siddeley Trident?
- 2.Vom DH.121 zur Trident: eine Geschichte mit Knick
- 3.Autoland: Die Trident landet von selbst
- 4.Die Versionen im Überblick
- 5.Woran du die Trident erkennst
- 6.Trident, Boeing 727 oder Tu-154?
- 7.Wer die Trident flog
- 8.Unfälle, die die Luftfahrt verändert haben
- 9.Wo du die Trident heute siehst
- 10.Fototipps für Museums-Tridents
- 11.Fazit
Steckbrief
| Hersteller | Hawker Siddeley (Entwurf ursprünglich de Havilland als DH.121) |
|---|---|
| Versionen | Trident 1C, 1E, 2E, 3B und Super Trident 3B |
| Erstflug | 9. Januar 1962 in Hatfield (G-ARPA) |
| Indienststellung | 1. April 1964 bei British European Airways (BEA) |
| Triebwerke | 3 × Rolls-Royce Spey am Heck; Trident 3B zusätzlich 1 × Rolls-Royce RB.162 als Booster |
| Länge | rund 35,0 m (Trident 1C) bis rund 40,0 m (Trident 3B) |
| Pfeilung der Tragfläche | 35 Grad |
| Cockpit-Besatzung | 3 (Kapitän, Copilot, Flugingenieur) |
| Sitzplätze | typisch rund 100 (1C) bis zu 180 (3B) |
| Max. Startgewicht | rund 52 t (1C) bis rund 68 t (3B) |
| Produktion | 117 Flugzeuge zwischen 1962 und 1978 |
| Status | Historisch – bei British Airways bis Ende 1985, in China bis 1995 im Einsatz; heute nur noch in Museen |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Drei Triebwerke am Heck: zwei seitlich am Rumpf, das dritte im Rumpfende, gespeist über einen S-förmigen Einlauf vor der Seitenflosse
- T-Leitwerk mit dem Höhenleitwerk ganz oben auf der Seitenflosse
- Stark gepfeilter, triebwerksfreier Flügel mit 35 Grad Pfeilung
- Bugfahrwerk aus der Mitte versetzt: Es sitzt rund 60 cm nach links verschoben und klappt seitlich ein
- Hauptfahrwerk mit vier Reifen nebeneinander pro Bein statt eines Drehgestells
- Bei der Trident 3B: zusätzlicher kleiner Lufteinlass mit Klappen über dem mittleren Triebwerk für den Booster RB.162
- Deutlich kürzer und schlanker als eine Boeing 727-200 – die Trident 1C misst nur rund 35 m
Aktualisiert: Oktober 2026 – Drei Triebwerke am Heck, ein hohes T-Leitwerk und ein Bugfahrwerk, das irgendwie schief unter der Nase sitzt: Wer im Museum vor so einem Jet steht, hat sehr wahrscheinlich eine Hawker Siddeley Trident vor sich. Der britische Dreistrahler war in den 1960er- und 1970er-Jahren das Rückgrat der BEA im europäischen Kurzstreckennetz – und das erste Verkehrsflugzeug, das im Liniendienst mit Passagieren automatisch gelandet ist. Hier erfährst du, woher die Trident kommt, wie du sie von Boeing 727 und Tu-154 unterscheidest und wo du sie heute noch zu sehen bekommst.
Ein Klassiker für deinen Hangar
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Was ist die Hawker Siddeley Trident?
Die Trident ist ein dreistrahliger Schmalrumpfjet für Kurz- und Mittelstrecken aus britischer Produktion. Ihre drei Rolls-Royce-Spey-Triebwerke sitzen am Heck, das Höhenleitwerk thront oben auf der Seitenflosse. Im Cockpit arbeiteten drei Personen: Kapitän, Copilot und Flugingenieur. Je nach Version nahm die Trident rund 100 bis zu 180 Passagiere auf.
Gebaut wurde sie zwischen 1962 und 1978, insgesamt entstanden 117 Exemplare in fünf Versionen. Der Erstflug der G-ARPA fand am 9. Januar 1962 in Hatfield nördlich von London statt, am 1. April 1964 ging der Typ bei British European Airways in den Liniendienst – nur rund zwei Monate nach der Boeing 727. Die Trident war für ihre Zeit sehr schnell: Bei der Einführung lag ihre Reisegeschwindigkeit bei Mach 0,88, der Flügel war mit 35 Grad stark gepfeilt.
Heute ist die Trident ein historisches Flugzeug. British Airways nahm die letzten Maschinen am 31. Dezember 1985 aus dem Dienst, in China flogen sie noch bis 1995. Eine aktive Trident wirst du also nicht mehr spotten – wohl aber einige gut erhaltene Museumsexemplare.
Vom DH.121 zur Trident: eine Geschichte mit Knick
Die Trident beginnt als Projekt von de Havilland, dem Hersteller der Comet, des ersten Düsenverkehrsflugzeugs der Welt. Mitte der 1950er-Jahre formulierte BEA ihre Anforderungen an einen Kurzstrecken-Jet der zweiten Generation, 1957 antwortete de Havilland mit dem Entwurf DH.121. Ursprünglich war er größer geplant: mit stärkeren Rolls-Royce-Medway-Triebwerken, gut 110 Sitzen in zwei Klassen und deutlich mehr Reichweite.
1959 kam der entscheidende Einschnitt. BEA befürchtete ein langsameres Passagierwachstum und Überkapazitäten und verlangte ein kleineres Flugzeug. De Havilland schrumpfte den Entwurf: weniger Startgewicht, weniger als die halbe Reichweite, kürzerer Rumpf, kleinerer Flügel und als Antrieb das schwächere Rolls-Royce Spey. Im August 1959 bestellte BEA 24 Maschinen, im September 1960 wurde auf der Luftfahrtschau in Farnborough der Name Trident bekannt gegeben.
Im selben Zeitraum ordnete sich die britische Luftfahrtindustrie neu. Hawker Siddeley übernahm de Havilland, aus dem DH.121 wurde die HS.121 Trident. Hawker Siddeley ging später in British Aerospace auf, deren Nachfolger heute BAE Systems ist. Die Verkleinerung passte zwar zu BEA, schmälerte aber die Chancen bei anderen Airlines. Boeing brachte mit der 727-100 einen größeren Dreistrahler mit vergleichbarem Konzept auf den Markt und gewann die meisten Exportkunden. Am Ende stehen 117 Tridents gegen 1.832 Boeing 727.
Autoland: Die Trident landet von selbst
Wenn die Trident in Luftfahrtgeschichtsbüchern auftaucht, dann meistens wegen ihrer automatischen Landung. BEA flog viel in London, wo Nebel im Winter regelmäßig den Betrieb lahmlegte. Deshalb erhielt die Trident ein Autoland-System von Smiths Aircraft Instruments, das Anflug, Abfangen, Aufsetzen und Ausrollen ohne Eingriff der Piloten erledigen konnte. Die Avionik war mehrfach redundant ausgelegt, damit ein einzelner Fehler nicht zum Problem wurde.
Am 10. Juni 1965 war es so weit: Die Trident 1C G-ARPR flog als BE343 von Paris Le Bourget nach London Heathrow und setzte dort mit Fluggästen an Bord automatisch auf. Es war die erste automatische Landung eines Verkehrsflugzeugs im planmäßigen Liniendienst. Am 4. November 1966 folgte die erste echte Blindlandung im Passagierbetrieb. Das System wurde in den Folgejahren weiterentwickelt und erlaubte schrittweise Landungen bei immer geringerer Sicht.
Warum das für dich als Spotter wichtig ist
Wenn bei dichtem Nebel heute ein Jet nach dem anderen sauber landet, steckt dahinter dieselbe Idee: ein präziser Instrumentenanflug, gekoppelt mit einem Autopiloten, der bis zum Aufsetzen fliegt. Wie das ILS funktioniert und welche Kategorien es gibt, erklärt der Beitrag ILS-Anflug erklärt.
Die Versionen im Überblick
Die Trident wuchs von Version zu Version: mehr Schub, mehr Treibstoff, mehr Sitze. Die Grundform blieb dabei gleich.
| Version | Gebaut | Besonderheiten |
|---|---|---|
| Trident 1C | 24 | Ursprungsversion für BEA, typisch rund 100 Sitze, Spey 505 |
| Trident 1E | 15 | Stärkere Triebwerke, größerer Flügel, Exportversion |
| Trident 2E | 50 | Mehr Reichweite, Vorflügel, verlängerte Flügelspitzen, Spey 512 |
| Trident 3B | 26 | Rund 5 m länger, bis zu 180 Sitze, zusätzlicher Booster RB.162 |
| Super Trident 3B | 2 | Reichweitenversion der 3B für China |
Die Trident 1E ging an Exportkunden wie Kuwait Airways, Iraqi Airways, Pakistan International Airlines und Air Ceylon sowie an die britischen Airlines Channel Airways und BKS/Northeast. Die Trident 2E war die meistgebaute Version: BEA übernahm 15 Maschinen, Cyprus Airways zwei und die chinesische CAAC insgesamt 33.
Die Trident 3B ist die markanteste Version. BEA brauchte für die dichtesten Strecken mehr Kapazität, also verlängerte Hawker Siddeley den Rumpf um rund fünf Meter. Für den Start reichte die Leistung der drei Speys dann nicht mehr aus. Die Lösung war ungewöhnlich: Ein kleines Rolls-Royce RB.162 im Heck, mit eigenem Lufteinlass hinter beweglichen Klappen, lieferte bei Bedarf zusätzlichen Startschub. Die 3B flog erstmals am 11. Dezember 1969 und ging am 1. April 1971 in Dienst.
Woran du die Trident erkennst
Im Museum oder auf alten Fotos ist die Trident mit etwas Übung schnell bestimmt. Diese Beobachtungen helfen dir.
Heck anschauen
Drei Triebwerke am Heck – zwei seitlich, eines im Rumpfende mit Einlauf vor der Seitenflosse – plus T-Leitwerk. Das grenzt auf die klassischen Dreistrahler ein: Trident, Boeing 727 und Tu-154.
Bugfahrwerk prüfen
Bei der Trident sitzt das Bugfahrwerk rund 60 cm links neben der Mittelachse und klappt seitlich ein. Der Grund ist der Avionikschacht darunter. Kein anderer Dreistrahler zeigt dieses Detail.
Hauptfahrwerk zählen
Vier Reifen nebeneinander an jedem Hauptfahrwerksbein sind typisch für die Trident. Die 727 hat nur zwei Reifen pro Bein, die Tu-154 ein Drehgestell mit sechs Rädern.
Nach dem vierten Einlass suchen
Siehst du über dem mittleren Triebwerkseinlass noch eine kleinere Öffnung mit Klappen, steht eine Trident 3B vor dir – mit Booster-Triebwerk.
Auch die Proportionen helfen. Die Trident 1C ist mit rund 35 Metern deutlich kürzer als eine Boeing 727-200 mit knapp 47 Metern und wirkt insgesamt schlanker. Selbst die gestreckte 3B bleibt mit rund 40 Metern spürbar kürzer als die 727-200. Am Ende bestätigt das Kennzeichen den Typ. Die BEA-Tridents trugen britische Registrierungen in den Blöcken G-ARP…, G-AVF… und G-AWZ… – wie das britische System aufgebaut ist, liest du im Beitrag zu britischen G-Kennzeichen.
Trident, Boeing 727 oder Tu-154?
Die drei klassischen Hecktriebwerks-Jets werden gern verwechselt, vor allem auf alten Fotos ohne gut lesbares Kennzeichen.
| Merkmal | Trident | Boeing 727 | Tupolew Tu-154 |
|---|---|---|---|
| Triebwerke am Heck | 3 (3B: 3 + Booster) | 3 | 3 |
| Bugfahrwerk | nach links versetzt | mittig | mittig |
| Hauptfahrwerk | 4 Reifen nebeneinander | 2 Reifen | Drehgestell mit 6 Rädern |
| Fahrwerksgondeln am Flügel | nein | nein | ja, markant |
| Länge | ca. 35–40 m | ca. 41–47 m | deutlich länger |
| Herkunft | Großbritannien | USA | Sowjetunion |
Die Tupolew Tu-154 erkennst du sofort an den langen Verkleidungen hinter dem Flügel, in die ihr Hauptfahrwerk einfährt. Bei der 727 ist es schwieriger: Hier helfen dir vor allem Fahrwerk und Rumpflänge. Auch zwei britische Zeitgenossen tragen ihre Triebwerke am Heck, allerdings nicht zu dritt: die kleinere BAC One-Eleven hat zwei, die Langstrecken-Vickers VC10 vier Triebwerke in Paaren.
Es spricht für eine Trident, wenn …
- das Bugfahrwerk sichtbar links neben der Rumpfmitte sitzt
- jedes Hauptfahrwerksbein vier Reifen nebeneinander trägt
- ein zusätzlicher kleiner Einlass mit Klappen am Heck sitzt (3B)
- das Kennzeichen mit G-ARP, G-AVF oder G-AWZ beginnt
Sieh genauer hin, wenn …
- du nur eine Seitenansicht ohne Fahrwerk hast
- die Maschine in einer chinesischen Lackierung abgebildet ist – hier trugen Tridents wie andere Typen B-Kennzeichen
- nur die Bugsektion erhalten ist, wie in mehreren britischen Museen
Es ist keine Trident, wenn …
- du zwei oder vier Triebwerke am Heck siehst
- große Fahrwerksgondeln hinter dem Flügel sitzen
- unter dem Heck eine ausklappbare Treppe zu sehen ist – das deutet auf eine 727 hin
Weitere Tipps, wie du ältere Typen auf Fotos und in Sammlungen auseinanderhältst, findest du im Guide Oldtimer am Himmel erkennen.
Wer die Trident flog
Hauptkunde war British European Airways. Sie setzte alle Hauptversionen von 1C bis 3B ein, vor allem von London Heathrow aus im Inlands- und Europaverkehr. Nach der Fusion von BEA und BOAC 1974 übernahm British Airways die Flotte und flog sie bis Ende 1985.
Zweitgrößter Betreiber war die chinesische CAAC. Sie übernahm 1970 vier gebrauchte Trident 1E von PIA, anschließend 33 neue Trident 2E und die beiden Super Trident 3B. Insgesamt landeten deutlich mehr als 35 Tridents in China, wo der Typ länger flog als irgendwo sonst: Erst 1995 endete dort der Einsatz.
Kleinere Flotten hatten Kuwait Airways, Iraqi Airways, PIA, Air Ceylon, Channel Airways, BKS/Northeast und Cyprus Airways. Eine Trident 2E der Cyprus Airways wurde 1974 bei den Kämpfen auf Zypern am Flughafen Nikosia beschädigt und steht seither in der UN-Pufferzone.
Unfälle, die die Luftfahrt verändert haben
Zur Geschichte der Trident gehören auch schwere Unfälle. Am 3. Juni 1966 stürzte die G-ARPY bei einem Testflug in der Nähe von Felthorpe ab, nachdem sie in einen sogenannten Deep Stall geraten war – einen Strömungsabriss, aus dem sich Flugzeuge mit T-Leitwerk kaum befreien können. Alle vier Besatzungsmitglieder kamen ums Leben.
Der folgenschwerste Unfall ereignete sich am 18. Juni 1972: Die Trident 1C G-ARPI geriet als BEA-Flug 548 kurz nach dem Start in Heathrow ebenfalls in einen Deep Stall und stürzte bei Staines ab. Alle 118 Menschen an Bord starben. Die Untersuchung nannte unter anderem das zu frühe Einfahren der Vorderkantenklappen und das Abschalten des Überziehschutzes. Eine wichtige Folge: In Großbritannien wurden Cockpit-Stimmenrekorder für größere Verkehrsflugzeuge ab 1973 Pflicht.
Wo du die Trident heute siehst
Fliegend gibt es die Trident nicht mehr, doch mehrere Museen bewahren Exemplare oder Teile davon. Stand Oktober 2026 sind das die wichtigsten Anlaufpunkte:
| Ort | Exponat | Hinweis |
|---|---|---|
| IWM Duxford (England) | Trident 2E G-AVFB in BEA-Farben | Komplettes Flugzeug |
| Runway Visitor Park, Manchester | Trident 3B G-AWZK in BEA-Farben | 2005 aus Heathrow überführt |
| East Fortune (Schottland) | Trident 1C G-ARPH | Bugsektion |
| de Havilland Aircraft Museum (London Colney) | Teile von 2E und 3B | Vordere Rumpfsektion und Bug |
| Peking | mehrere ehemalige CAAC- und Militär-Tridents | in verschiedenen Museen |
Im Imperial War Museum Duxford kannst du den Besuch mit einer Flugschau verbinden – der Beitrag zu den Duxford-Airshows zeigt dir, wann sich das lohnt. Als Fotostandort ist der Flugplatz Duxford ohnehin ein Klassiker.
Am Flughafen Manchester steht die Trident 3B im Runway Visitor Park. Dort hast du den Vorteil, dass du zwischen Museumsbesuch und aktuellem Flugbetrieb kaum laufen musst. Mehr zum Spotten vor Ort steht im Manchester-Guide.
Die Bugsektion in Schottland gehört zum National Museum of Flight East Fortune, wo auch andere britische Verkehrsflugzeuge ausgestellt sind. Und im de Havilland Aircraft Museum schließt sich der Kreis zum ursprünglichen Hersteller.
Vor dem Besuch prüfen
Museumsexponate werden restauriert, umgestellt oder zeitweise abgesperrt. Schau vor deiner Reise auf der Website des Museums nach, ob die Trident zugänglich ist und ob Innenbesichtigungen angeboten werden.
Fototipps für Museums-Tridents
Eine Trident im Museum zu fotografieren ist anders als ein Landeanflug – das Flugzeug läuft dir nicht davon, dafür kämpfst du mit Absperrungen, Hallenlicht und anderen Besuchern.
Fahrwerk zeigen
Das versetzte Bugfahrwerk ist das Detail, das die Trident einzigartig macht. Ein Bild schräg von vorn, tief angesetzt, zeigt es zusammen mit der Nase.
Heck im Profil
Von der Seite siehst du die drei Triebwerke, das T-Leitwerk und bei der 3B den Booster-Einlass. Etwas Abstand und eine mittlere Brennweite helfen gegen Verzerrungen.
Licht nutzen
Draußen stehende Exponate fotografierst du am besten mit der Sonne im Rücken. Wann das an deinem Standort der Fall ist, kannst du mit dem Sonnenstand-Planer vorab prüfen.
Details sammeln
Kennzeichen, Lackierung, Cockpit, Triebwerkseinläufe: Mehrere Detailbilder erzählen die Geschichte des Flugzeugs besser als ein einzelnes Übersichtsfoto.
Wie selten eine Sichtung im Vergleich zu anderen ist, kannst du mit dem Beitrag Wie selten ist meine Sichtung? einordnen. Und wer sich für die Vorgeschichte der britischen Jets interessiert, findet im Artikel zur de Havilland Comet den passenden Einstieg.
Museumsfunde sammeln
In Planetrack setzt du seltene Typen auf deine Wunschliste, postest deine Museumsfotos mit Kennzeichen und Standort und tauschst dich mit anderen Klassiker-Fans in der Community aus. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.
Fazit
Die Trident ist eines dieser Flugzeuge, deren Bedeutung größer ist als ihre Stückzahl. Kommerziell unterlag sie der Boeing 727 deutlich, technisch setzte sie mit der ersten automatischen Landung im Liniendienst einen Meilenstein, von dem jeder Nebelanflug heute noch profitiert. Wer sie sehen will, fährt nach Duxford, Manchester oder in eines der Museen mit erhaltenen Bugsektionen – und achtet dort auf das schief sitzende Bugfahrwerk.
Kurzfazit
Drei Spey am Heck, T-Leitwerk, Bugfahrwerk links versetzt, vier Reifen nebeneinander pro Hauptfahrwerksbein: Das ist die Trident. Fliegend gibt es sie seit 1995 nicht mehr, komplette Exemplare stehen in Duxford und Manchester.
Zusammenfassung
- De Havilland entwarf die Trident als DH.121 für British European Airways; auf Wunsch der BEA wurde das Flugzeug 1959 deutlich verkleinert, was den späteren Verkaufserfolg bremste.
- Nach der Übernahme von de Havilland lief sie als Hawker Siddeley Trident; zwischen 1962 und 1978 entstanden 117 Exemplare in fünf Versionen.
- Mit dem Autoland-System von Smiths schrieb die Trident Geschichte: 1965 erste automatische Landung im Linienverkehr, 1966 erste echte Blindlandung mit Passagieren.
- British Airways musterte den Typ Ende 1985 aus, in China flogen Tridents bis 1995. Heute findest du sie nur noch in Museen.
Häufige Fragen
Was war das Besondere an der Trident?
Vor allem ihre Avionik. Die Trident war mit einem automatischen Landesystem von Smiths ausgerüstet und absolvierte am 10. Juni 1965 die weltweit erste automatische Landung eines Verkehrsflugzeugs im planmäßigen Passagierdienst. Am 4. November 1966 folgte die erste echte Blindlandung mit Fluggästen. Damit legte sie die Grundlage für Landungen bei sehr schlechter Sicht, wie sie heute an großen Flughäfen Alltag sind.
Welches Flugzeug machte die erste Autoland-Landung im Liniendienst?
Die BEA-Trident 1C mit dem Kennzeichen G-ARPR. Sie flog als BE343 von Paris Le Bourget nach London Heathrow und setzte dort automatisch auf.
Wie unterscheide ich die Trident von der Boeing 727?
Beide haben drei Hecktriebwerke und ein T-Leitwerk. Die Trident ist aber kleiner und schlanker, ihr Bugfahrwerk sitzt sichtbar links neben der Rumpfmitte, und ihr Hauptfahrwerk trägt vier Reifen nebeneinander. Die 727 hat ein mittig eingebautes Bugfahrwerk und nur zwei Reifen pro Hauptfahrwerksbein. Bei der Trident 3B verrät zudem der zusätzliche Booster-Einlass am Heck den Typ.
Warum hatte die Trident 3B vier Triebwerke?
Die 3B war rund fünf Meter länger und schwerer als die früheren Versionen, die Spey-Triebwerke kamen beim Start an ihre Grenzen. Statt neuer, größerer Triebwerke baute Hawker Siddeley ein kleines Rolls-Royce RB.162 ins Heck ein. Es lieferte beim Start und im Steigflug bei Bedarf zusätzlichen Schub und blieb im Reiseflug abgeschaltet.
Warum verkaufte sich die Trident so viel schlechter als die 727?
Ein wichtiger Grund war die Verkleinerung von 1959: BEA wollte ein kleineres Flugzeug, und de Havilland baute den Entwurf entsprechend um – mit weniger Reichweite, weniger Sitzen und schwächeren Triebwerken. Der Zuschnitt passte gut zu BEA, aber schlechter zu anderen Airlines. Boeing kam mit der größeren 727 auf den Markt und gewann die meisten Exportkunden.
Fliegt heute noch eine Trident?
Nein. British Airways beendete den Trident-Betrieb am 31. Dezember 1985, in China endete der Einsatz 1995. Seitdem ist die Trident ein reines Museumsflugzeug.
Wo kann ich eine Trident besichtigen?
Eine komplette Trident 2E in BEA-Farben steht im Imperial War Museum Duxford, eine Trident 3B im Runway Visitor Park am Flughafen Manchester. Bugsektionen findest du unter anderem im National Museum of Flight in East Fortune und im de Havilland Aircraft Museum. Auch in Peking sind mehrere ehemals chinesische Tridents ausgestellt. Prüf vor einem Besuch, ob das jeweilige Exponat gerade zugänglich ist.
Hawker Siddeley Trident sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
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