Imperial War Museum Duxford

Duxford ist Museum und aktiver Flugplatz zugleich: In den Hangars des früheren RAF-Jägerflugplatzes stehen Concorde, SR-71 und B-52, auf dem Vorfeld warten flugfähige Spitfires – und mehrmals im Jahr hebt alles ab, was Propeller hat. Der Guide für Airshow-Besucher und Spotter.

Auch bekannt als: IWM Duxford · Duxford Airfield · RAF Duxford (historisch) · Flugplatz Duxford (ICAO EGSU)

GroßbritannienGroßbritannienLuftfahrtmuseenseit 197713 Min. Lesezeit

1938

erste Spitfire-Staffel der RAF

1977

Öffnung als Museum

EGSU

ICAO-Code des Flugplatzes

7

Flugveranstaltungen in der Saison 2026

Das Wichtigste in Kürze

  • Duxford ist ein historischer RAF-Jägerflugplatz, auf dem 1938 die erste Spitfire-Staffel stationiert wurde – heute eine Außenstelle des Imperial War Museums.
  • In den Hallen stehen Weltraritäten: Concorde, SR-71, B-52, B-29, Vulcan, TSR-2 und Lancaster, dazu eine eigene Sammlung britischer Verkehrsflugzeuge.
  • Der Flugplatz ist aktiv: Private Sammlungen betreiben hier flugfähige Warbirds, darunter mehrere Spitfires und die B-17 „Sally B“.
  • Die Airshows sind der Höhepunkt: 2026 mit Summer Air Show, Flying Evening, Battle of Britain Air Show und Flying Finale – die frühere „Flying Legends“ gibt es seit 2019 nicht mehr.
  • Plane Licht und Anreise vorher: Zuschauer stehen an der Hangarseite und blicken grob nach Süden, für große Shows buchst du Tickets am besten vorab.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Steckbrief
  2. 2.Tätigkeitsfelder
  3. 3.Was du als Spotter wissen solltest
  4. 4.Stärken und Schwächen
  5. 5.Vom Jägerflugplatz zum Museum
  6. 6.Museum und aktiver Flugplatz
  7. 7.Die Raritäten in den Hallen
  8. 8.Die Airshows: Duxfords Flugsaison
  9. 9.Fotografieren bei der Airshow
  10. 10.Besuch planen: Anreise und Tagesablauf
  11. 11.Duxford im britischen Museumsnetz
  12. 12.Fazit
  13. 13.Häufige Fragen

Steckbrief

TrägerImperial War Museums (IWM) – Duxford ist eine der Außenstellen des Londoner Museums
LageBei Duxford in Cambridgeshire, südlich von Cambridge direkt an der Autobahn M11 (Ausfahrt 10)
FlugplatzAktiver ziviler Flugplatz mit ICAO-Code EGSU; befestigte Bahn und parallele Graspiste in Richtung 06/24
GeschichteAb 1917/18 Fliegerschule, ab 1925 Jägerflugplatz der RAF; 1938 erste Spitfire-Staffel; 1943 bis 1945 US-Jagdgruppe; letzter RAF-Flugbetrieb 1961
Museum seitKomplette Übernahme durch das IWM 1976, Öffnung für Besucher 1977
Wichtige GebäudeAirSpace (Hangar 1), American Air Museum von Norman Foster (1997), Battle-of-Britain-Ausstellung in Hangar 4, Restaurierungshangar, historische Hangars unter Denkmalschutz
Partner vor OrtDuxford Aviation Society mit der British Airliner Collection sowie private Betreiber flugfähiger Oldtimer, etwa The Fighter Collection, The Aircraft Restoration Company und B-17 Preservation
Airshows 2026Flying Days im Mai, Juni und Juli, Summer Air Show (4./5. Juli), Flying Evening (22. August), Battle of Britain Air Show (12./13. September), Flying Finale (3. Oktober)
UmbauLangfristiges Programm „Transforming IWM Duxford“; die Land Warfare Hall ist seit 2025 geschlossen, Ausstellungen werden schrittweise neu geordnet
AnreiseMit dem Auto über die M11; nächster Bahnhof Whittlesford Parkway, an großen Airshow-Tagen laut IWM Shuttlebus ab Bahnhof Cambridge
Offizielle Websitewww.iwm.org.uk/visits/iwm-duxford

Tätigkeitsfelder

Dauerausstellung – Militär- und Zivilluftfahrt in mehreren Hangars, vom Doppeldecker bis zum Überschall-Aufklärer
Airshows und Flying Days – mehrere Flugveranstaltungen pro Saison mit historischen und modernen Flugzeugen
Aktiver Flugplatz – Heimat privater Oldtimer-Sammlungen und Restaurierungsbetriebe, die ihre Maschinen hier warten und fliegen
Konservierung – Restaurierungshangar, in dem Museumsflugzeuge erhalten und wiederaufgebaut werden
British Airliner Collection – Verkehrsflugzeuge britischer Bauart, betreut von der Duxford Aviation Society
Bildung und Erinnerung – Ausstellungen zur Luftschlacht um England und zur Rolle der US-Luftwaffe in Großbritannien

Imperial War Museum Duxford aus Spotter-Sicht

Deine Checkliste für Imperial War Museum Duxford

Hak ab, was du schon gesehen oder erledigt hast.

  • Die Concorde G-AXDN im AirSpace-Hangar gesehen – eine Vorserienmaschine, die 1977 selbst nach Duxford flog
  • Die SR-71 Blackbird im American Air Museum fotografiert – das einzige ausgestellte Exemplar außerhalb der USA
  • Unter der Tragfläche der B-52 gestanden, die sich das Gebäude mit B-17 und B-29 teilt
  • Eine Spitfire im Flug über dem historischen Jägerflugplatz erwischt
  • Den „Big Wing“ beim Battle of Britain Air Show erlebt – den großen Formationsüberflug historischer Jagdflugzeuge
  • Die B-17 „Sally B“ am Boden oder in der Luft gesehen, Europas einzige flugfähige Flying Fortress
  • Die Airliner der Duxford Aviation Society abgehakt – von Comet und Viscount bis Trident und Super VC10
  • Das Kennzeichen jeder Maschine notiert – bei Warbirds oft eine historische Seriennummer statt einer zivilen Registrierung

Stärken und Schwächen

Das spricht dafür

  • Museum und aktiver Flugplatz an einem Ort – du siehst historische Flugzeuge nicht nur stehend, sondern auch fliegend
  • Raritäten wie SR-71, B-52, TSR-2 und Concorde unter einem Dach
  • Mehrere Airshows pro Saison mit sehr unterschiedlichem Charakter
  • Viele flugfähige Spitfires und andere Warbirds sind hier dauerhaft stationiert
  • Gute Kombination mit weiteren Museen und dem Spotten an Londoner Flughäfen

Wo es hakt

  • Kein Linienverkehr – wer Airliner im Anflug sucht, ist am falschen Ort
  • An Airshow-Tagen voll, Tickets und Parkscheine solltest du vorab buchen
  • Die Zuschauerbereiche blicken grob nach Süden – mittags fotografierst du schnell gegen die Sonne
  • Umbau läuft: Hallen und Exponate werden in den nächsten Jahren umgestellt
  • Ohne Auto ist die Anreise an normalen Tagen umständlich

Es gibt Luftfahrtmuseen, in denen Flugzeuge stehen. Und es gibt Duxford. Auf dem alten RAF-Flugplatz südlich von Cambridge rollt an einem Sommertag eine Spitfire aus dem Hangar, während nebenan Besucher unter der Tragfläche einer B-52 durchlaufen. Das Imperial War Museum hat hier keine Halle mit Exponaten gebaut, sondern einen ganzen Flugplatz übernommen – mit allem, was dazugehört: Graspiste, denkmalgeschützten Hangars, die teils noch aus dem Ersten Weltkrieg stammen, und einer Szene aus privaten Sammlern und Restauratoren, die ihre Oldtimer hier warten und fliegen. Mehrmals im Jahr wird daraus eine der bekanntesten Airshow-Bühnen Europas.

Jeder Warbird zählt

Spitfire im Tiefflug oder Concorde in der Halle: In Planetrack postest du jede Sichtung mit Foto, Typ, Kennzeichen und Ort und sammelst sie in deinem Hangar. Planetrack startet bald – trag dich unten in die Warteliste ein.

Vom Jägerflugplatz zum Museum

Duxford gehört zu den traditionsreichsten Flugplätzen Großbritanniens. Ausgewählt wurde das Gelände gegen Ende des Ersten Weltkriegs als Ausbildungsplatz, ab 1925 war es ein Jägerflugplatz der Royal Air Force. Im August 1938 schrieb Duxford Geschichte: Die hier stationierte No. 19 Squadron war die erste Staffel der RAF, die mit der Supermarine Spitfire ausgerüstet wurde.

Während der Luftschlacht um England 1940 war Duxford eine Sektorstation im Verteidigungsnetz der RAF. Von hier aus wurden auch große Jagdverbände erprobt – der sogenannte „Big Wing“, an den heute ein Höhepunkt der Battle of Britain Air Show erinnert. Ab 1943 zog die 78th Fighter Group der US Army Air Forces ein, die zunächst P-47 und gegen Kriegsende die P-51 Mustang flog. Ende 1945 kehrte die RAF zurück, 1961 endete der militärische Flugbetrieb.

Danach drohte dem Gelände das Schicksal vieler ehemaliger Flugplätze. Das Verteidigungsministerium erklärte es Ende der Sechzigerjahre für überflüssig, das Imperial War Museum nutzte zunächst Teile als Lager. 1976 ging das gesamte Gelände an das Museum über, 1977 kamen die ersten Besucher. Im selben Jahr schnitt der Bau der Autobahn M11 das östliche Bahnende ab – deshalb ist die Piste heute kürzer als zu RAF-Zeiten, und die Autobahn verläuft direkt hinter dem Bahnende.

1938erste Spitfire-Staffel der RAF
1940Sektorstation in der Luftschlacht um England
1961letzter RAF-Flugbetrieb
1977Öffnung als Museum

Museum und aktiver Flugplatz

Was Duxford von fast allen anderen Luftfahrtmuseen unterscheidet: Der Flugplatz lebt. Er trägt den ICAO-Code EGSU und hat eine befestigte Bahn sowie eine parallele Graspiste, beide in Richtung 06/24. Neben dem Museum sind hier mehrere private Organisationen zu Hause, die flugfähige historische Flugzeuge besitzen, restaurieren und betreiben – darunter The Fighter Collection, The Aircraft Restoration Company, Classic Wings und B-17 Preservation mit der Boeing B-17 „Sally B“, nach gängigen Angaben die einzige flugfähige Flying Fortress in Europa.

Für dich bedeutet das: Auch außerhalb der großen Shows kann es passieren, dass eine Spitfire zum Testflug startet oder ein Doppeldecker Runden dreht. Planbar ist das nicht, aber es gehört zum Reiz eines Besuchs. Die Flugbewegungen hängen von Wetter, Wartung und Aufträgen der Betreiber ab.

Die Hangars im Überblick

Bereich Schwerpunkt Was du dort findest (Stand der letzten Jahre)
AirSpace (Hangar 1) Britische und Commonwealth-Luftfahrt Concorde G-AXDN, Avro Vulcan, TSR-2, Avro Lancaster, späte Spitfire-Versionen
Hangar 2 Flugfähige Maschinen Warbirds privater Betreiber, je nach Saison und Wartung
Hangar 3 See- und Marineluftfahrt Maritime Ausstellung
Hangar 4 Luftschlacht um England, RAF-Geschichte Spitfire, Hurricane und das Umfeld von 1940
Hangar 5 Konservierung Restaurierungsarbeiten an Museumsflugzeugen
American Air Museum US-Luftwaffe in Großbritannien SR-71, B-52, B-29, B-17 und weitere US-Muster
Vorfeld der Duxford Aviation Society Britische Verkehrsflugzeuge Comet, Trident, Super VC10, Britannia, Viscount und andere

Die Tabelle ist eine Orientierung, keine feste Zusage. Das IWM baut Duxford im Rahmen des Programms „Transforming IWM Duxford“ langfristig um: Die Land Warfare Hall mit Panzern und Fahrzeugen ist seit 2025 geschlossen, und Hangar 1 plant das Museum als Ausstellung zum Kalten Krieg und zu jüngeren Konflikten. Dafür ziehen Flugzeuge um, neue Ausstellungen kommen schrittweise hinzu. Wenn du wegen eines bestimmten Exponats anreist, prüfe vorher auf der Museumsseite, ob es gerade zugänglich ist.

Die Raritäten in den Hallen

American Air Museum

Das Gebäude ist selbst ein Exponat: Der flache, halb in den Boden gesenkte Betonbogen stammt von Norman Foster und dem Ingenieur Chris Wise, wurde 1997 eröffnet und erhielt 1998 den renommierten Stirling Prize für Architektur. Gebaut wurde die Halle um die größten Flugzeuge der Sammlung herum.

Unter dem Bogen steht die Lockheed SR-71 Blackbird – das einzige Exemplar des Aufklärers, das außerhalb der USA ausgestellt ist. Daneben die gewaltige Boeing B-52, die jahrelang im Freien stand, bevor sie mit dem Neubau ins Trockene kam. Dazu kommen eine B-29 Superfortress und eine statische B-17. Für Fotografen ist die Halle eine Herausforderung: Die Flugzeuge stehen dicht, teils hängen kleinere Muster unter der Decke, und du hast selten genug Abstand für eine Gesamtansicht.

AirSpace und die Concorde

Im großen AirSpace-Hangar ging es bislang um britische Luftfahrtgeschichte. Der Star ist die Concorde G-AXDN, eine Vorserienmaschine, die 1977 aus eigener Kraft nach Duxford flog. Die Geschichte des Überschall-Airliners erzählt der Beitrag zur Concorde.

Um sie herum gruppierten sich die Ikonen des britischen Kalten Kriegs: der Deltaflügel-Bomber Avro Vulcan, der nie in Serie gegangene Tiefflug-Bomber TSR-2 und aus dem Zweiten Weltkrieg eine Avro Lancaster. Mit dem Umbau von Hangar 1 kann sich diese Aufstellung ändern.

British Airliner Collection

Für Airliner-Fans ist das Vorfeld der Duxford Aviation Society ein Pflichtstopp. Der 1975 gegründete Verein betreut eine Sammlung britischer Verkehrsflugzeuge, zu der unter anderem eine de Havilland Comet 4 in BOAC-Farben gehört, außerdem eine Trident, eine Super VC10, eine Bristol Britannia und eine Vickers Viscount. Viele dieser Typen prägten einst den Verkehr von British Airways und ihren Vorgängern. Auch die Concorde gehört zur Sammlung des Vereins.

Wer sich für die Anfänge des Jet-Zeitalters interessiert, findet im Beitrag zur de Havilland Comet den passenden Hintergrund.

Museumsmaschinen sauber loggen

Viele Museumsflugzeuge tragen historische Militärseriennummern oder alte zivile Kennzeichen. Notiere beides, wenn vorhanden – sonst verlierst du später den Überblick, welche Comet oder Spitfire du gesehen hast. Mit Planetrack hältst du Typ, Kennzeichen und Ort in einem Beitrag fest und setzt Muster, die dir noch fehlen, auf die Wunschliste deines Hangars. Die App startet bald – sichere dir über die Warteliste frühen Zugang.

Die Airshows: Duxfords Flugsaison

Seit 1973 finden in Duxford regelmäßig Flugtage statt. Bekannt wurde der Platz international vor allem durch die Flying Legends, eine Warbird-Show, die über viele Jahre Sammler und Fotografen aus ganz Europa anzog. Sie fand in Duxford zuletzt 2019 statt und wurde danach dort nicht fortgeführt. Heute organisiert das IWM eine eigene Saison mit mehreren Formaten.

Die Termine 2026

Datum Veranstaltung Charakter
9. Mai Flying Days: VE Day Kleinerer Themenflugtag zum Kriegsende in Europa
6. Juni Flying Days: D-Day Themenflugtag zur Landung in der Normandie
4./5. Juli Duxford Summer Air Show Großes Air-Show-Wochenende mit gemischtem Programm
24. Juli Flying Days: The Americans Themenflugtag zu US-Flugzeugen in Großbritannien
22. August Duxford Flying Evening Abendshow mit Formationskunstflug und Pyrotechnik in der Dämmerung
12./13. September Battle of Britain Air Show Historische Flugzeuge, „Big Wing“, Living History zu 1940
3. Oktober Duxford Flying Finale Saisonabschluss mit Oldtimern

Mit dem Flying Finale Anfang Oktober ist die Saison 2026 vorbei. Die Termine für 2027 veröffentlicht das IWM auf seiner Website; erfahrungsgemäß folgt das Programm einem ähnlichen Rhythmus, garantiert ist das aber nicht. Einen Überblick über weitere Veranstaltungen findest du im Beitrag Airshows in Europa für Planespotter, Hintergründe speziell zu Duxford im Artikel IWM Duxford Airshows.

Battle of Britain Air Show: der Klassiker

Die Show im September ist das Wochenende, das am stärksten mit Duxford verbunden ist. Thema ist das Jahr 1940, und der Flugplatz selbst ist dafür die perfekte Kulisse: Hier waren damals tatsächlich Spitfire-Staffeln stationiert. Ein Höhepunkt ist der „Big Wing“, ein großer Formationsflug historischer Jagdflugzeuge, bei dem typischerweise Spitfires und Hurricanes das Bild prägen. Am Boden ergänzen Darsteller in historischen Uniformen und Fahrzeuge das Programm.

Die Show ist regelmäßig gut besucht, und Parkplätze gibt es laut IWM nur mit vorab gebuchtem Parkschein. Verlass dich nicht darauf, am Tor noch Karten zu bekommen – buche rechtzeitig online.

Summer Air Show und Flying Evening

Die Summer Air Show Anfang Juli ist breiter aufgestellt und mischt historische Maschinen mit schnelleren Kunstflug-Darbietungen. Für 2026 meldete die Fachpresse unter anderem einen Auftritt der Flying Bulls aus Salzburg, die mit ihrer Oldtimer-Flotte auch im Hangar-7 in Salzburg zu sehen sind.

Der Flying Evening im August ist das Format für Fotografen, die Stimmung suchen: Die Flüge rücken in die Abendstunden, das Licht wird warm, und gegen Ende sorgen Formationskunstflug und Pyrotechnik in der Dämmerung für Motive, die du tagsüber nicht bekommst. Was in diesem Licht technisch wichtig ist, steht im Beitrag zur Golden Hour.

Dein Airshow-Tag in einer Sammlung

Mit Planetrack postest du jede Maschine des Tages mit Foto und Daten, die Community kommentiert und liked deine Bilder, und mit etwas Glück wird deins Foto der Woche. Planetrack startet bald – zur Warteliste.

Fotografieren bei der Airshow

Eine Warbird-Show stellt andere Anforderungen als ein Tag am Flughafenzaun. Die Flugzeuge sind kleiner, schneller in der Kurve und fast alle propellergetrieben – und genau daran scheitern viele Bilder.

Propeller brauchen Bewegung

Mit einer sehr kurzen Verschlusszeit frierst du den Propeller ein, und das Flugzeug sieht aus, als würde es mit stehendem Motor durch die Luft gleiten. Für eine sichtbare Propellerscheibe musst du die Verschlusszeit deutlich verlängern und das Flugzeug sauber mitziehen. Wie lang „lang genug“ ist, hängt von Drehzahl und Brennweite ab; die Details stehen im Beitrag Propeller fotografieren. Die Technik dahinter erklärt der Artikel zur Mitzieher-Technik. Übe an Rollbewegungen und ruhigen Überflügen, bevor der schnelle Tiefflug kommt.

Licht und Blickrichtung

Die Zuschauerbereiche liegen an der Hangarseite nördlich der Bahn. Du blickst also grob nach Süden auf Piste und Vorführraum – um die Mittagszeit steht die Sonne damit eher vor dir als hinter dir. Morgens und am späten Nachmittag wird das Licht seitlicher und meist freundlicher. Wie du das vorab einschätzt, zeigt der Beitrag zum Sonnenstand am Fotospot; bei Gegenlicht hilft dir der Artikel zur Gegenlicht-Fotografie.

Tickets früh buchen

Große Shows sind ein Vorverkaufs-Ereignis. Buche Tickets und, falls du mit dem Auto kommst, den Parkschein gleich mit.

Früh da sein

Die besten Plätze an der Absperrung sind schnell weg. Wer früh kommt, kann außerdem die Maschinen auf dem Vorfeld in Ruhe fotografieren.

Brennweite variieren

Ein Telezoom für die Vorführungen, ein Standardzoom für Vorfeld und Hallen. In den Hangars brauchst du eher Weitwinkel als Tele.

Verschlusszeit wechseln

Für Jets kurz, für Propellermaschinen bewusst länger. Wer den ganzen Tag mit einer Einstellung fotografiert, verschenkt die halbe Ausbeute.

Akkus und Speicherkarten doppelt

Ein Airshow-Tag erzeugt schnell Tausende Auslösungen. Leere Akkus beim „Big Wing“ sind das klassische Ärgernis.

Was sonst in die Tasche gehört – von Sonnenschutz über Sitzgelegenheit bis Regenhülle –, steht in der Checkliste für den Airshow-Tag. Allgemeine Tipps zu Kameraeinstellungen und Bildgestaltung bei Flugvorführungen findest du im Beitrag Airshows fotografieren, und wer die alten Muster sicher unterscheiden will, liest Oldtimer am Himmel erkennen.

Regeln der Veranstaltung gelten

Leitern, Tritte, Drohnen und große Stative sind bei Großveranstaltungen oft eingeschränkt oder verboten. Maßgeblich sind die Besucher- und Ticketbedingungen des IWM – lies sie vor dem Show-Tag nach. Außerhalb des Museumsgeländes gilt: Betriebsflächen des Flugplatzes sind tabu. Was in Großbritannien beim Fotografieren rund um Flugplätze zu beachten ist, erklärt der Beitrag Spotten in Großbritannien.

Besuch planen: Anreise und Tagesablauf

Duxford liegt südlich von Cambridge direkt an der Ausfahrt 10 der M11. Mit dem Auto ist das Museum damit einfach zu erreichen, an Show-Tagen ist allerdings mit Stau an der Zufahrt zu rechnen. Ohne Auto wird es komplizierter: Der nächste Bahnhof ist Whittlesford Parkway, von dort sind es laut IWM rund 30 Minuten zu Fuß, inklusive Querung einer viel befahrenen Straße. An den großen Air-Show-Wochenenden bietet das Museum einen im Ticket enthaltenen Shuttlebus ab dem Bahnhof Cambridge an. An normalen Tagen fahren nur wenige Busse – prüfe die aktuellen Verbindungen vorab.

Die Öffnungszeiten wechseln mit der Saison und an Veranstaltungstagen. Verlass dich nicht auf ältere Angaben, sondern schau kurz vor dem Besuch auf der Website des Museums nach.

Wie viel Zeit brauchst du in Duxford?

Wähle aus, was du vorhast – der Rechner schätzt deine Zeit auf dem Gelände.

Grober Richtwert ohne Anreise und Pausen.

Duxford im britischen Museumsnetz

Wer für Duxford nach England reist, sollte weitere Ziele einplanen. Nicht weit entfernt, in Bedfordshire, fliegt die Shuttleworth Collection in Old Warden mit noch älteren Maschinen, oft aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg. Das de Havilland Aircraft Museum nördlich von London widmet sich dem Hersteller von Comet und Mosquito. Das RAF Museum in London-Hendon und das RAF Museum Cosford zeigen die Geschichte der Royal Air Force in großen Sammlungen, das Brooklands Museum und Aerospace Bristol haben ebenfalls eine Concorde. Die große Militär-Airshow des Sommers ist das Royal International Air Tattoo in Fairford.

Und weil Duxford keinen Linienverkehr hat, lohnt sich die Kombination mit einem Flughafen. Der Flughafen London-Stansted liegt an derselben Autobahn weiter südlich, London-Heathrow ist der klassische Großflughafen für Langstrecken-Spotting.

Duxford passt zu dir, wenn …

  • du Warbirds nicht nur stehend, sondern fliegend sehen willst
  • dich SR-71, B-52, Vulcan oder Concorde aus nächster Nähe reizen
  • du eine Airshow mit echtem historischen Hintergrund suchst

Vorher klären, wenn …

  • du ein bestimmtes Exponat sehen willst – der Umbau verschiebt einiges
  • du ohne Auto an einem normalen Wochentag anreist
  • du mit großer Ausrüstung zu einer Show kommen möchtest

Eher woanders, wenn …

  • du vor allem aktuelle Airliner im Anflug fotografieren willst
  • du spontan am Show-Tag ohne Ticket und Parkschein auftauchen möchtest

Von Duxford zum nächsten Spot

Spot-Karte mit Anreise und bestem Licht, Sonnenstand-Planer und Sichtungs-Alarme für Kennzeichen, Typen und Special Liveries: Planetrack plant den zweiten Teil deiner England-Tour mit. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

Fazit

IWM Duxford ist kein Museum, in dem Flugzeuge enden, sondern ein Flugplatz, auf dem Geschichte weiterfliegt. Die Hallen bieten Weltraritäten von der SR-71 bis zur Concorde, das Vorfeld eine der besten Sammlungen britischer Verkehrsflugzeuge, und die privaten Betreiber sorgen dafür, dass Spitfire, Mustang und Flying Fortress nicht nur Fotos aus Büchern bleiben.

Den größten Eindruck hinterlässt Duxford an einem Airshow-Tag – vor allem beim Battle of Britain Air Show im September, wenn über dem Platz, auf dem 1938 die erste Spitfire-Staffel stand, wieder Spitfires fliegen. Buch rechtzeitig, plane Licht und Anreise und nimm genug Akkus mit.

Kurzfazit

Duxford verbindet ein großes Luftfahrtmuseum mit einem aktiven Warbird-Flugplatz. Für Spotter sind die Airshows von Juli bis Oktober der Höhepunkt – Tickets vorher buchen, Exponate wegen des Umbaus vorab prüfen.

Zusammenfassung

  • IWM Duxford verbindet ein großes Luftfahrtmuseum mit einem lebendigen Flugplatz, auf dem historische Flugzeuge gewartet und geflogen werden.
  • Für Spotter zählen zwei Seiten: die Hallen mit Raritäten aus Kaltem Krieg und Zivilluftfahrt und die Airshows mit Warbirds in der Luft.
  • Die Flugsaison 2026 umfasst themenbezogene Flying Days, zwei große Air-Show-Wochenenden, einen Abendflugtag und ein Saisonfinale im Oktober.
  • Wegen des laufenden Umbaus können Exponate umziehen oder zeitweise fehlen – prüfe vor dem Besuch die Hinweise des Museums.

Häufige Fragen

Was ist IWM Duxford?

Eine Außenstelle der Imperial War Museums aus London. Sie liegt auf dem früheren RAF-Flugplatz Duxford südlich von Cambridge und ist zugleich Luftfahrtmuseum und aktiver Flugplatz. Das IWM übernahm das Gelände 1976 komplett und öffnete es 1977 für Besucher.

Welche Airshows finden 2026 in Duxford statt?

Laut IWM gab es 2026 Flying Days zu VE Day (9. Mai), D-Day (6. Juni) und zu den Amerikanern (24. Juli), die Duxford Summer Air Show am 4. und 5. Juli, den Flying Evening am 22. August, die Battle of Britain Air Show am 12. und 13. September und das Flying Finale am 3. Oktober. Damit ist die Saison 2026 abgeschlossen; die Termine für 2027 veröffentlicht das Museum auf seiner Website.

Gibt es die Flying Legends noch?

Nein. Die Flying Legends waren über Jahre die bekannteste Warbird-Show in Duxford und fanden dort zuletzt 2019 statt. Danach wurde die Veranstaltung in Duxford nicht fortgeführt. Heute füllen die Summer Air Show und die Battle of Britain Air Show diese Rolle aus.

Was ist der „Big Wing“?

Ein großer Formationsüberflug historischer Jagdflugzeuge, der zu den Höhepunkten der Battle of Britain Air Show gehört. Der Name erinnert an die Taktik großer Jagdverbände, die 1940 von Duxford aus erprobt wurde. Welche und wie viele Maschinen teilnehmen, hängt von Wetter und Verfügbarkeit ab.

Kann ich Airshow-Tickets an der Kasse kaufen?

Darauf solltest du dich nicht verlassen. Die großen Shows sind auf den Vorverkauf ausgelegt, und auch Parkplätze vergibt das IWM nur mit vorab gebuchtem Parkschein. Buche Tickets deshalb rechtzeitig online. IWM-Mitglieder bekommen laut Museum freien Eintritt zu den Flying Days und Rabatt auf Air-Show-Tickets.

Welche Flugzeuge sind die Highlights im Museum?

Im American Air Museum stehen die SR-71 Blackbird, eine B-52, eine B-29 und eine B-17. Im AirSpace-Hangar findest du unter anderem die Concorde G-AXDN, die Vulcan, die TSR-2 und eine Lancaster. Wegen des Umbaus können sich Standorte ändern.

Wie komme ich ohne Auto nach Duxford?

Der nächste Bahnhof ist Whittlesford Parkway. Von dort ist es laut IWM ein Fußweg von etwa einer halben Stunde, der eine stark befahrene Straße kreuzt. An den großen Air-Show-Wochenenden fährt laut Museum ein im Ticket enthaltener Shuttlebus ab dem Bahnhof Cambridge. An normalen Tagen ist das Busangebot dünn – prüfe die aktuellen Verbindungen vor der Fahrt.

Gibt es in Duxford Linienverkehr zu sehen?

Nein. Duxford ist ein Flugplatz für Oldtimer, Sport- und Geschäftsflugzeuge ohne Linienflüge. Für Airliner im Anflug bietet sich ein Abstecher zum Flughafen London-Stansted an, der südlich von Duxford an derselben Autobahn liegt.

Darf ich in Duxford fotografieren?

Private Fotos sind im Museum und bei den Airshows üblich und gewollt. Was an Ausrüstung erlaubt ist – etwa Leitern, Tritte, Drohnen oder große Stative im Publikumsbereich –, regeln die Besucher- und Veranstaltungsbedingungen des IWM. Lies sie vor einem Show-Tag nach. Grundsätzliches zur Lage in Großbritannien steht im Beitrag Spotten in Großbritannien.

Sichtungen rund um Imperial War Museum Duxford sammeln

Foto mit Kennzeichen, Typ, Airline und Spot posten, Funde im Hangar sammeln und Likes und Kommentare aus der Community bekommen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

Früher Zugang, Vorteile zum Start und Mitsprache bei neuen Features.

Passende Airlines

Die Fluggesellschaften dazu – mit IATA- und ICAO-Code, Rufzeichen und Lackierung.

Typische Flugzeuge

Flugzeugtyp

Supermarine Spitfire

Der elliptische Flügel ist unverwechselbar: Die Supermarine Spitfire ist das berühmteste britische Jagdflugzeug und heute einer der häufigsten Warbirds Europas. So unterscheidest du Merlin- und Griffon-Spitfires, findest die Maschinen der BBMF und erfährst, wie Rundflüge im Zweisitzer funktionieren.

Flugzeugtyp

Hawker Hurricane

Buckelrücken, dicker Flügel und ein breites Fahrwerk: Die Hawker Hurricane trug in der Luftschlacht um England die Hauptlast der RAF-Abwehr und steht heute im Schatten der Spitfire. So erkennst du sie, unterscheidest die Versionen und findest flugfähige Exemplare.

Flugzeugtyp

North American P-51 Mustang

Bauchkühler, Blasenhaube und das Singen des Merlin-Motors: Die P-51 Mustang ist der bekannteste Jäger des Zweiten Weltkriegs und auf Europas Airshows bis heute ein Star. So erkennst du sie, unterscheidest die Versionen und findest flugfähige Exemplare.

Flugzeugtyp

Boeing B-17 Flying Fortress

Vier Sternmotoren, ein riesiges Seitenleitwerk und Maschinengewehrtürme rundum: Die B-17 ist der bekannteste Bomber des Zweiten Weltkriegs. So erkennst du sie – und hier siehst du heute noch eine.

Flugzeugtyp

Boeing B-52 Stratofortress

Acht Triebwerke, ein Flügel, der am Boden durchhängt, und eine Dienstzeit von über 70 Jahren: Die B-52 ist der Methusalem der US-Bomberflotte. So erkennst du die Stratofortress, verstehst den Umbau zur B-52J und erwischst sie in Europa.

Flugzeugtyp

Lockheed SR-71 Blackbird

Titanrumpf, schwarze Hitzelackierung, Mach 3: Die SR-71 Blackbird hält seit 1976 den Geschwindigkeitsrekord für Flugzeuge mit Strahlantrieb. Hier erfährst du, wie sie funktionierte, woran du sie erkennst und wo die Museumsexemplare stehen.

Flugzeugtyp

Aérospatiale/BAC Concorde

Deltaflügel, absenkbare Nase, vier Olympus-Triebwerke mit Nachbrenner: Die Concorde ist ein historischer Typ mit nur 20 gebauten Flugzeugen. Hier findest du Technik, Varianten, jede Registrierung und den Standort jedes erhaltenen Exemplars.

Flugzeugtyp

Avro Vulcan

Ein riesiges Dreieck am Himmel und ein Heulen, das man nicht vergisst: Die Avro Vulcan war der markanteste der britischen V-Bomber. Hier erfährst du, wie du sie erkennst, was XH558 so besonders macht und wo du heute noch eine Vulcan siehst.

Flugzeugtyp

Avro Lancaster

Vier Merlin-Motoren, zwei ovale Seitenleitwerke und ein Klang, den du nie vergisst: Die Avro Lancaster ist der bekannteste britische Bomber des Zweiten Weltkriegs. Hier erfährst du, wie sie entstand, welche Versionen es gab, woran du sie erkennst und wo du eine der nur zwei flugfähigen Lancasters erleben kannst.

Flugzeugtyp

De Havilland DH.106 Comet

Vier Triebwerke versteckt in den Flügelwurzeln, eine schlanke Nase und ein Kapitel Luftfahrtgeschichte, das Triumph und Tragödie vereint: Die De Havilland Comet eröffnete 1952 das Jetzeitalter im Linienverkehr. Hier erfährst du, wie du sie erkennst und wo sie heute steht.

Spotting-Spots rund um Imperial War Museum Duxford

Spots, an denen du die passenden Flugzeuge regelmäßig vor die Linse bekommst – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.

Alle Spotting-Spots im Überblick →

Weitere Einträge

GroßbritannienMuseum

RAF Museum London (Hendon)

Das RAF Museum London steht auf dem früheren Flugplatz Hendon im Norden der Stadt – einem der Geburtsorte der britischen Luftfahrt. In sechs Hangars erzählt es die Geschichte der Royal Air Force von den Holz-und-Stoff-Doppeldeckern des Ersten Weltkriegs über Spitfire, Lancaster und Vulcan bis zu Tornado und Eurofighter. Der Eintritt ist frei, ein kostenloses Ticket buchst du vorab online.

GroßbritannienMuseum

RAF Museum Cosford

Das RAF Museum Cosford in Shropshire – seit 2022 offiziell RAF Museum Midlands – zeigt alle drei britischen V-Bomber in einer Halle, den Überschall-Prototyp TSR-2 und laut Museum die älteste Spitfire Mk I der Welt. Der Eintritt ist frei, das Museum liegt auf einer aktiven RAF-Station, und einmal im Jahr wird das Gelände zum Schauplatz einer großen Airshow.

GroßbritannienMuseum

Shuttleworth Collection

In Old Warden stehen die Flugzeuge nicht nur in der Halle: Die Shuttleworth Collection hält Maschinen von 1909 bis in die 1950er-Jahre flugfähig – darunter einige der ältesten fliegenden Flugzeuge der Welt. Der Guide zu Sammlung, Graspiste, Airshows und Fotoplanung.

GroßbritannienMuseum

de Havilland Aircraft Museum

Dort, wo 1939 die Mosquito entworfen wurde, steht heute ihr Prototyp – daneben zwei weitere Mosquitos, der Rumpf einer frühen Comet und mehr als ein halbes Jahrhundert de-Havilland-Geschichte. Der Guide zum nach eigener Aussage ersten Luftfahrtmuseum Großbritanniens bei London Colney.

Passende Guides aus dem Blog

PT

Planetrack Redaktion

Diese Datenbank beschreibt Flughäfen, Flugzeughersteller, Airline-Gruppen, Allianzen und Luftfahrtmuseen. Eigentümer, Beteiligungen und Mitgliedschaften ändern sich laufend – gesicherte Angaben stehen im Steckbrief, alles Veränderliche ist als solches gekennzeichnet. Die einzelnen Fluggesellschaften findest du in der Airline-Datenbank.

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