Das Wichtigste in Kürze
- Brooklands ist Geburtsort britischer Motorsport- und Luftfahrtgeschichte: 1907 öffnete hier die erste eigens gebaute Rennstrecke der Welt, kurz darauf folgten Flugschulen und das Vickers-Werk.
- Hier entstanden Wellington, Viscount, Vanguard und VC10 – die VC10 startete 1962 in Brooklands zu ihrem Erstflug.
- Die Concorde G-BBDG kam 2004 in Teilen per Straße nach Weybridge und ist seit 2006 von innen zu besichtigen – mit separatem Ticket.
- Die VC10 A4O-AB war die letzte zivil betriebene VC10 und flog 1987 vom Oman zurück nach Brooklands.
- Kein Flugbetrieb: Wer Bewegungen sehen will, kombiniert den Besuch mit Heathrow oder Gatwick.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Steckbrief
- 2.Tätigkeitsfelder
- 3.Was du als Spotter wissen solltest
- 4.Stärken und Schwächen
- 5.Rennstrecke, Flugplatz, Flugzeugwerk
- 6.Die Concorde G-BBDG
- 7.Die VC10 des Sultans von Oman
- 8.Der Aircraft Park: Vickers-Airliner am Stück
- 9.Aircraft Factory, Flight Shed und Stratosphere Chamber
- 10.Die frühen Jahre: Nachbauten und Rekorde
- 11.Fotografieren im Museum
- 12.Besuch planen
- 13.Brooklands mit Flughäfen und Museen kombinieren
- 14.Fazit
- 15.Häufige Fragen
Steckbrief
| Träger | Brooklands Museum Trust – gemeinnützige Gesellschaft, 1987 gegründet; erster Vorsitzender war Sir Peter Masefield |
|---|---|
| Lage | Brooklands Drive, Weybridge (Surrey), KT13 0SL – südwestlich von London |
| Gelände | Rund 30 Acres der ursprünglichen Rennstrecke von 1907, mit Zielgerade, Members' Banking und Test Hill |
| Geschichte des Ortes | 1907 erste eigens gebaute Rennstrecke der Welt, ab 1909/1910 Flugplatz mit Flugschulen, ab 1915 Flugzeugwerk von Vickers, später BAC und British Aerospace bis Ende der 1980er-Jahre |
| Museum | Erste Besucher im Sommer 1990, offizielle Eröffnung 1991 |
| Luftfahrt-Highlights | Concorde G-BBDG, Vickers VC10 A4O-AB (ex G-ASIX), Vickers Wellington N2980 aus dem Loch Ness, Hawker Hurricane Z2389, Vickers Vanguard/Merchantman G-APEP, Viking, Viscount und Varsity |
| Gebäude | Brooklands Aircraft Factory (seit 2017), Flight Shed, Stratosphere Chamber von Barnes Wallis (1946), Clubhouse von 1907 |
| Weitere Sammlung | Renn- und Rekordfahrzeuge wie der Napier-Railton, dazu das London Bus Museum auf dem Gelände |
| Öffnungszeiten | Laut Museum im Herbst 2026 in der Regel 10 bis 17 Uhr – den aktuellen Kalender vor dem Besuch prüfen |
| Anreise | Bahnhof Weybridge (rund 30 bis 35 Minuten ab London Waterloo), von dort 20 bis 30 Minuten zu Fuß oder Bus 436; kostenloser Parkplatz am Haupteingang |
| Offizielle Website | www.brooklandsmuseum.com |
Tätigkeitsfelder
Brooklands Museum aus Spotter-Sicht
Deine Checkliste für Brooklands Museum
- In der Concorde G-BBDG gesessen – einem Serienflugzeug, das nie im Liniendienst flog
- Die VC10 A4O-AB in den Farben der omanischen Royal Flight fotografiert
- Die Loch-Ness-Wellington N2980 in der Aircraft Factory gesehen
- Die Hurricane Z2389 im Flight Shed entdeckt – der Typ flog 1935 in Brooklands zum ersten Mal
- Die Vanguard G-APEP abgehakt, laut Nachschlagewerken das einzige vollständig erhaltene Exemplar
- Viking, Viscount und Varsity im Aircraft Park abgehakt
- Den Members' Banking, die steilste Kurve der alten Rennstrecke, zu Fuß erklommen
- Jedes Museumsflugzeug mit Kennzeichen oder Seriennummer notiert
Stärken und Schwächen
Das spricht dafür
- Die Flugzeuge stehen dort, wo viele von ihnen gebaut oder getestet wurden
- Concorde mit Innenbesichtigung und VC10 an einem Ort
- Seltene Vickers-Airliner wie Vanguard und Viking, die du anderswo kaum siehst
- Gut mit der Bahn ab London erreichbar, kostenloser Parkplatz für Autofahrer
- Kombinierbar mit Heathrow, Gatwick und weiteren Museen in Südengland
Wo es hakt
- Kein Flugbetrieb mehr – Brooklands ist ein reines Museum ohne aktiven Flugplatz
- Concorde-Tour kostet extra und ist auf kleine Gruppen begrenzt
- Die Flugzeuge im Aircraft Park stehen eng – Gesamtansichten sind schwierig
- Ein großer Teil des Museums widmet sich dem Motorsport, nicht der Luftfahrt
- Vom Bahnhof Weybridge ist der Fußweg recht lang
In den meisten Luftfahrtmuseen stehen Flugzeuge, die irgendwann von irgendwoher angeliefert wurden. In Brooklands stehen viele von ihnen zu Hause. Auf dem Gelände bei Weybridge, südwestlich von London, wurden Wellington-Bomber, Viscount-Turboprops und die VC10 gebaut, hier hob die Hawker Hurricane zum ersten Mal ab, und hier entstanden große Baugruppen für die Concorde. Dazu kommt eine Rennstrecke, die 1907 als erste ihrer Art eröffnet wurde. Wer britische Luftfahrtgeschichte nicht nur im Lehrbuch, sondern am Originalschauplatz erleben will, ist hier richtig.
Concorde, VC10, Wellington – alles in deinen Hangar
In Planetrack postest du jede Museumsmaschine mit Foto, Typ, Kennzeichen und Ort und sammelst sie in deinem Hangar. Planetrack startet bald – trag dich unten in die Warteliste ein.
Rennstrecke, Flugplatz, Flugzeugwerk
Brooklands begann nicht mit Flugzeugen, sondern mit Autos. Der Grundbesitzer Hugh Fortescue Locke King ließ ab 1906 eine Rennstrecke mit steilen Kurvenüberhöhungen anlegen, die am 17. Juni 1907 eröffnet wurde – die erste eigens gebaute Motorsportstrecke der Welt. Der äußere Rundkurs war knapp viereinhalb Kilometer lang, die betonierten Steilkurven ragten bis zu neun Meter in die Höhe. 1926 fand hier der erste britische Grand Prix statt. 2026 begeht das Museum den 100. Jahrestag dieses Rennens mit einem Jubiläumsprogramm, die Dauerausstellung „Britain’s Grand Prix Story“ erzählt die Geschichte dahinter.
Wenig später wurde der Innenraum der Strecke zum Flugfeld. 1908 machte Alliott Verdon Roe hier Roll- und Sprungversuche mit seinem ersten Flugzeug, im Oktober 1909 gelang dem Franzosen Louis Paulhan der erste offiziell anerkannte Motorflug in Brooklands. 1910 eröffneten Hilda Hewlett und Gustave Blondeau hier die erste Flugschule Großbritanniens, weitere folgten – unter anderem von Bristol, Vickers und Thomas Sopwith. Ab 1915 baute Vickers in Brooklands Flugzeuge, und gegen Ende des Ersten Weltkriegs war der Standort das größte Flugzeugbauzentrum des Landes.
Vom Krieg bis zur Concorde
Am 6. November 1935 flog in Brooklands der Prototyp der Hawker Hurricane zum ersten Mal. Im Zweiten Weltkrieg liefen hier vor allem Wellington-Bomber vom Band. Am 4. September 1940 traf ein deutscher Luftangriff das Vickers-Werk, fast 90 Beschäftigte kamen ums Leben. Mit Kriegsbeginn 1939 war auch der Rennbetrieb beendet – die Strecke wurde nie wieder als solche genutzt.
Nach dem Krieg kaufte Vickers-Armstrongs das Gelände. Was dann folgte, liest sich wie das Who’s who der britischen Zivilluftfahrt: Viking, Viscount, Vanguard, One-Eleven und VC10 wurden hier gebaut oder endmontiert. Für die V-Bomber vom Typ Valiant wurde 1951 sogar ein Teil der alten Steilkurve abgetragen, um Platz für eine Startbahn zu schaffen. Ab 1960 war Brooklands Hauptsitz der British Aircraft Corporation (BAC), die in den Sechzigern auch große Baugruppen für die Concorde fertigte. 1977 ging das Werk in British Aerospace auf, dem Vorgänger der heutigen BAE Systems. 1986 wurde die Schließung angekündigt, Ende der 1980er-Jahre endete die Flugzeugproduktion in Brooklands.
Die Gründung des Museums
Schon zuvor hatten Enthusiasten begonnen, die Geschichte des Ortes zu sichern. 1984 wurde ein langfristiger Pachtvertrag über rund 30 Acres geschlossen – die Fläche, auf der das Museum heute steht. 1987 gründete sich der Brooklands Museum Trust, erster Vorsitzender war der Luftfahrtmanager Sir Peter Masefield. Im Sommer 1990 kamen die ersten Besucher, im April 1991 wurde das Museum offiziell eröffnet. 2010 ging das Grundstück vollständig in den Besitz des Trusts über, 2017 eröffnete nach einem großen Umbauprojekt die Brooklands Aircraft Factory.
Die Concorde G-BBDG
Für viele ist sie der Grund der Anreise: die Concorde mit dem Kennzeichen G-BBDG, im Museum kurz „Delta Golf“ genannt. Sie ist eine Besonderheit unter den erhaltenen Concordes, denn sie war nie im Liniendienst. G-BBDG gehörte zu den ersten Serienflugzeugen, die für Erprobung und Zulassung eingesetzt wurden. Ihren Erstflug absolvierte sie 1974 in Filton, ihren letzten Flug am 24. Dezember 1981.
Danach stand sie jahrelang in einem Hangar in Filton und diente British Airways als Ersatzteillager für die Linienflotte. Nach dem Ende des Concorde-Betriebs 2003 bekam sie in Brooklands ein neues Zuhause: Mitte 2004 wurde sie zerlegt und per Straße nach Weybridge gebracht, aufwendig restauriert und im Sommer 2006 für Besucher geöffnet.
Concorde Experience früh buchen
Die Innenbesichtigung läuft als geführte Tour von rund 35 Minuten mit höchstens 16 Personen pro Gruppe. Neben dem Museumseintritt brauchst du dafür ein eigenes Ticket, das du am besten vorab buchst. In den Schulferien bietet das Museum zusätzlich kurze Familientouren an. Wartungspause 2026: vom 3. bis 5. November ist die Concorde laut Museum geschlossen.
Concorde-Fans haben in Großbritannien eine gute Auswahl. Die Vorserienmaschine G-AXDN steht im IWM Duxford, die zuletzt gebaute und zuletzt ausgemusterte G-BOAF ist Herzstück von Aerospace Bristol in Filton. Brooklands ergänzt diese beiden um ein Exemplar aus der Testphase – und um den Ort, an dem große Teile der Zelle gefertigt wurden. Die Geschichte des Überschall-Airliners vom Erstflug 1969 bis zur Ausmusterung 2003 erzählt der Beitrag zur Concorde.
Die VC10 des Sultans von Oman
Die Vickers VC10 ist ein echtes Brooklands-Kind. Der Prototyp G-ARTA startete am 29. Juni 1962 in Brooklands zu seinem Erstflug, der ihn zum nahen Testflugplatz Wisley führte. Die vier am Heck montierten Conway-Triebwerke von Rolls-Royce machten den Langstreckenjet unverwechselbar und für viele Spotter bis heute zu einem der elegantesten Verkehrsflugzeuge überhaupt.
Das Museumsexemplar trägt das Kennzeichen A4O-AB und hat eine bewegte Geschichte:
| Jahr | Station |
|---|---|
| 1964 | Gebaut als G-ASIX, Erstflug am 17. Oktober ab Brooklands; Auslieferung an British United Airways |
| 1970 | Übergang zu British Caledonian im November |
| 1974 | Verkauf an die Regierung des Oman, Umbau für die Royal Flight in Maskat |
| bis 1987 | Persönlicher Jet des Sultans, zuletzt als letzte zivil betriebene VC10 |
| 6. Juli 1987 | Letzter Flug von Maskat über Heathrow nach Brooklands, Schenkung an das Museum |
| 2004 | Umzug vom benachbarten Flugfeld an den heutigen Standort |
Die Kabine ist bis heute so eingerichtet, wie sie für den Sultan ausgestattet wurde – mit luxuriösem Interieur statt Reihenbestuhlung. Ehrenamtliche kümmern sich um den Erhalt der Maschine. Ob und zu welchen Zeiten du in die Kabine kannst, klärst du am besten am Besuchstag vor Ort.
Kennzeichen sauber loggen
Viele Museumsflugzeuge hatten im Leben mehrere Kennzeichen – die VC10 etwa erst G-ASIX, dann A4O-AB. Notiere beide, sonst weißt du später nicht mehr, welche Maschine du gesehen hast. Mit Planetrack hältst du Typ, Kennzeichen und Ort in einem Beitrag fest und setzt fehlende Muster auf die Wunschliste deines Hangars. Die App startet bald – sichere dir über die Warteliste frühen Zugang.
Der Aircraft Park: Vickers-Airliner am Stück
Auf dem Freigelände zeigt das Museum laut eigener Darstellung sieben Flugzeuge, die aus demselben Konstruktionsbüro und Werk stammen. Den Bogen spannt es vom Vickers Viking, dem ersten Nachkriegs-Airliner des Hauses mit Erstflug 1946, bis zur Concorde. Dazwischen stehen unter anderem die VC10, eine Vickers Viscount und eine Vickers Varsity.
Die Viscount ist für die britische Zivilluftfahrt kaum zu überschätzen: Sie war das erste Verkehrsflugzeug mit Propellerturbinen im Liniendienst und prägte über Jahre den Europaverkehr von Gesellschaften wie BEA. Gebaut wurde sie in Brooklands und im Werk Hurn bei Bournemouth.
Eine echte Rarität ist die Vickers Vanguard G-APEP. Der größere Turboprop-Nachfolger der Viscount war kommerziell wenig erfolgreich; einige Maschinen wurden später zu Frachtern mit dem Namen Merchantman umgebaut. G-APEP ist eine solche Merchantman, kam 1995 als Schenkung nach Brooklands und gilt laut Nachschlagewerken als einziges vollständig erhaltenes Exemplar des Typs. Mehr zum Muster liest du auf der Typseite zur Vanguard.
| Flugzeug | Rolle | Warum es sich lohnt |
|---|---|---|
| Concorde G-BBDG | Überschall-Airliner, Testflugzeug | Innenbesichtigung über die Concorde Experience |
| VC10 A4O-AB | Langstreckenjet, royale Kabine | Letzte zivil betriebene VC10, in Brooklands gebaut |
| Vanguard G-APEP | Turboprop, später Frachter | Einziges vollständig erhaltenes Exemplar |
| Viscount | Turboprop-Airliner | Erster Propellerturbinen-Airliner im Liniendienst |
| Viking | Kolbenmotor-Airliner | Nachkriegs-Ableger der Wellington |
| Varsity | Schulflugzeug | Seltener Vickers-Typ aus RAF-Diensten |
Seltene Typen abhaken
Vanguard, Viking, VC10: Mit Planetrack postest du jede Sichtung mit Foto und Daten und setzt Klassiker, die dir noch fehlen, auf die Wunschliste deines Hangars. Planetrack startet bald – zur Warteliste.
Aircraft Factory, Flight Shed und Stratosphere Chamber
Die Wellington aus dem Loch Ness
Herzstück der Brooklands Aircraft Factory ist die Vickers Wellington Mk IA mit der Seriennummer N2980. Die Halle ist als begehbare Fabrik gestaltet: Du „stempelst ein“, gehst durch nachgestellte Werkbereiche und kannst an Mitmachstationen ausprobieren, wie Flugzeuge aus Holz, Stoff und später Metall entstanden. Die Wellington steht mittendrin – mit ihrer typischen Gitterstruktur, die Barnes Wallis entworfen hatte.
Ihre Geschichte ist außergewöhnlich: Am 31. Dezember 1940 geriet der Bomber auf einem Übungsflug über Schottland in einen Schneesturm, bekam Motorprobleme und musste im Loch Ness notwassern. Acht Besatzungsmitglieder konnten sich retten, der Heckschütze kam ums Leben. 1976 stießen ausgerechnet Nessie-Sucher aus den USA auf das Wrack, im September 1985 wurde es geborgen und wenige Tage später nach Brooklands gebracht. Laut Museum ist N2980 die einzige bekannte erhaltene Wellington aus Brooklands-Produktion.
Die Hurricane im Flight Shed
Im Flight Shed erzählt das Museum von den Piloten und Navigatoren der Kriegsjahre. Dort steht die Hawker Hurricane Mk IIA Z2389. Sie flog 1941 bei mehreren RAF-Staffeln, darunter der Eagle Squadron mit amerikanischen Freiwilligen, kam 1942 per Geleitzug in die Sowjetunion und wurde im Juni desselben Jahres auf der Halbinsel Kola abgeschossen. Rund 50 Jahre später fanden russische Historiker das Wrack. 1997 kam es nach Brooklands, wo ein Freiwilligenteam es in rund zwei Jahrzehnten restaurierte. Wer sich für diese Art von Arbeit interessiert, findet im Beitrag zum Ehrenamt in Luftfahrtmuseen einen Einstieg.
Die Stratosphere Chamber von Barnes Wallis
Ein ungewöhnliches Exponat ist die Stratosphere Chamber, 1946 gebaut, um Bedingungen beim Hochgeschwindigkeitsflug in großer Höhe zu untersuchen. Das Gebäude beherbergt die Triebwerkssammlung des Museums und den vorderen Rumpfteil einer Vanguard, aufgebaut wie bei Tests in den 1950er-Jahren. Für Technikfans ist das ein Blick hinter die Kulissen der Flugzeugentwicklung, den kaum ein anderes Museum bietet.
Die frühen Jahre: Nachbauten und Rekorde
Die Anfänge der Fliegerei in Brooklands zeigt das Museum vor allem mit Nachbauten. Dazu gehören ein Nachbau von A. V. Roes Doppeldecker aus der Zeit seiner Versuche 1908, Nachbauten einer Blériot XI und einer Sopwith Camel sowie ein großer Nachbau der Vickers Vimy, die 1919 als erstes Flugzeug nonstop den Atlantik überquerte. Die Ausstellung „First to the Fastest“ spannt den Bogen von diesem Transatlantikflug bis zu einem Atlantik-Wettrennen 50 Jahre später.
Daneben ist Brooklands ein Motorsportmuseum ersten Ranges: Rekordwagen wie der Napier-Railton, das historische Clubhaus von 1907 und die erhaltenen Streckenabschnitte gehören zum Pflichtprogramm, auch wenn du eigentlich wegen der Flugzeuge gekommen bist. Auf dem Gelände hat außerdem das London Bus Museum sein Zuhause.
Fotografieren im Museum
Brooklands ist kein Spotterplatz im klassischen Sinn – hier startet und landet nichts mehr. Fotografisch reizvoll ist es trotzdem, nur eben mit anderen Herausforderungen als am Flughafenzaun.
Weitwinkel statt Tele
Im Aircraft Park stehen die Flugzeuge dicht, und gerade bei der langen VC10 oder der Concorde fehlt oft der Abstand für eine Gesamtansicht. Ein Weitwinkel- oder Standardzoom ist hier wichtiger als das Teleobjektiv. Achte bei kurzen Brennweiten auf stürzende Linien und Verzerrungen an den Bildrändern. Grundlagen dazu stehen im Beitrag zu Weitwinkel- und Normalobjektiven.
Details zählen
Statt der ganzen Maschine lohnt oft das Detail: die vier Heckturbinen der VC10, die Nase der Concorde, die Gitterstruktur der Wellington oder das Wappen der omanischen Royal Flight. Wer Museumsflugzeuge sicher zuordnen will, findet Hilfe im Beitrag Oldtimer am Himmel erkennen.
Concorde-Tour zuerst buchen
Die Gruppen sind klein. Plane den Rest des Tages um deinen Tour-Slot herum.
Früh im Aircraft Park sein
Am Vormittag ist es ruhiger – weniger Menschen vor den Flugzeugen heißt sauberere Bilder.
Licht beachten
Draußen entscheidet der Sonnenstand über Gegenlicht oder schöne Seitenbeleuchtung der Rümpfe.
In den Hallen ohne Blitz
Hohe ISO und eine ruhige Hand helfen mehr als ein Blitz, der auf glänzendem Lack reflektiert.
Kennzeichen notieren
Kennzeichen und Seriennummern gleich mitschreiben – bei mehreren Lebensläufen pro Flugzeug unverzichtbar.
Den Sonnenstand im Aircraft Park kannst du vorab genauso planen wie an einem Flughafen – wie das geht, zeigt der Beitrag zum Sonnenstand am Fotospot.
Besuch planen
Das Museum liegt an der Brooklands Drive in Weybridge, Surrey. Mit dem Zug erreichst du den Bahnhof Weybridge laut Museum in rund 30 bis 35 Minuten ab London Waterloo. Von dort sind es 20 bis 30 Minuten zu Fuß; alternativ fährt die Buslinie 436 bis zur Haltestelle Mercedes-Benz World / Brooklands Hotel, danach sind es noch einige Minuten zu Fuß. Mit dem Auto parkst du kostenlos direkt am Haupteingang, bei Großveranstaltungen weist das Museum gesonderte Parkflächen aus.
Laut Museum ist im Herbst 2026 in der Regel von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Die Öffnungszeiten und Ticketpreise wechseln aber mit Saison und Veranstaltungen – prüf sie kurz vor dem Besuch auf der offiziellen Website. Für einen gründlichen Rundgang mit Concorde-Tour planst du am besten einen halben bis ganzen Tag ein.
Rund um Flugplätze in Großbritannien
Im Museum ist privates Fotografieren üblich. Wenn du den Besuch mit einem Flughafen kombinierst, gelten dort andere Regeln. Was du beim Spotten in Großbritannien beachten musst, erklärt der Beitrag Spotten in Großbritannien.
Brooklands mit Flughäfen und Museen kombinieren
Weil in Brooklands nichts mehr fliegt, lohnt sich die Kombination mit einem aktiven Flughafen. London-Heathrow ist der naheliegendste Partner: Dort siehst du die heutige Flotte von British Airways und Langstreckenverkehr aus aller Welt. Ein bewährter Standort ist Hatton Cross, alle weiteren Tipps stehen im Guide Planespotting in Heathrow. Auch der Flughafen London-Gatwick liegt im Süden Londons und passt in eine Tour. Alle zwei Jahre findet im nahen Farnborough eine der großen Branchenmessen statt – mehr dazu im Beitrag zur Farnborough International Airshow.
Für eine Museumsreise durch England bieten sich weitere Ziele an. IWM Duxford bei Cambridge verbindet ein großes Museum mit einem aktiven Warbird-Flugplatz und hat mit Comet, Trident und Super VC10 eine starke Airliner-Sammlung. Das RAF Museum in London-Hendon liegt im Norden der Hauptstadt, die Shuttleworth Collection zeigt fliegende Oldtimer aus der Pionierzeit, und Aerospace Bristol rundet das Concorde-Trio ab.
Brooklands passt zu dir, wenn …
- du Concorde und VC10 aus nächster Nähe sehen willst
- dich britische Verkehrsflugzeuge und Vickers-Geschichte reizen
- du Luftfahrt und Motorsport an einem Tag verbinden möchtest
Vorher klären, wenn …
- du unbedingt in die Concorde willst – Tour-Slots sind begrenzt
- du ein bestimmtes Flugzeug von innen sehen möchtest
Eher woanders, wenn …
- du Flugbewegungen oder Airshows erleben willst
- dich Militärjets mehr interessieren als Airliner
Vom Museum an den Zaun
Spot-Karte mit Anreise und bestem Licht, Sonnenstand-Planer und Sichtungs-Alarme für Kennzeichen, Typen und Special Liveries: Planetrack plant den Heathrow-Teil deiner England-Tour mit. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
Das Brooklands Museum ist mehr als eine Flugzeugsammlung: Es ist der Ort, an dem ein großer Teil der britischen Luftfahrtgeschichte tatsächlich passiert ist. Hier flog die Hurricane zum ersten Mal, hier entstanden Wellington, Viscount und VC10, und hier wurden Teile der Concorde gefertigt. Dass ausgerechnet eine Concorde aus der Testphase und die letzte zivil betriebene VC10 heute in Weybridge stehen, schließt den Kreis.
Fliegen siehst du in Brooklands nichts mehr. Dafür bekommst du seltene Typen wie Vanguard und Viking, eine Wellington mit einer der ungewöhnlichsten Bergungsgeschichten überhaupt und eine Concorde, in die du einsteigen kannst. Kombiniert mit einem Nachmittag in Heathrow wird daraus ein runder Tag für jeden Airliner-Fan.
Kurzfazit
Brooklands verbindet die Concorde G-BBDG und die VC10 des Sultans von Oman mit der Geschichte des Vickers-Werks am Originalschauplatz. Concorde-Tour vorab buchen, Weitwinkel einpacken – und für Flugbewegungen den Besuch mit Heathrow kombinieren.
Zusammenfassung
- Das Brooklands Museum liegt auf dem Gelände einer historischen Rennstrecke, die zugleich einer der wichtigsten Flugzeugbau-Standorte Großbritanniens war.
- Für Luftfahrtfans zählen vor allem die Concorde, die VC10 des Sultans von Oman, die Loch-Ness-Wellington und die Vickers-Airliner im Aircraft Park.
- Die Concorde Experience ist eine geführte Tour mit begrenzter Gruppengröße und eigenem Ticket – im Voraus buchen lohnt sich.
- Ohne Flugbetrieb eignet sich Brooklands als ruhiger Museumstag, idealerweise kombiniert mit einem der Londoner Flughäfen.
Häufige Fragen
Was ist das Brooklands Museum?
Ein Motorsport- und Luftfahrtmuseum in Weybridge (Surrey) auf dem Gelände der Rennstrecke von 1907. Betrieben wird es vom gemeinnützigen Brooklands Museum Trust, der 1987 gegründet wurde. Erste Besucher kamen 1990, offiziell eröffnet wurde das Museum 1991.
Welche Concorde steht in Brooklands?
Die G-BBDG, ein Serienflugzeug aus der Entwicklungsphase, das nie im Liniendienst eingesetzt wurde. Nach dem letzten Flug 1981 diente sie in Filton als Ersatzteilspender für British Airways. 2004 wurde sie zerlegt per Straße nach Brooklands gebracht und ist seit 2006 für Besucher zugänglich. Die Geschichte des Typs erzählt der Beitrag zur Concorde.
Kann ich in die Concorde hinein?
Ja, über die Concorde Experience. Laut Museum dauert die Tour rund 35 Minuten, ist auf 16 Personen pro Gruppe begrenzt und braucht zusätzlich zum Museumseintritt ein eigenes Ticket. Vorab buchen wird empfohlen. Vom 3. bis 5. November 2026 ist die Concorde wegen jährlicher Wartung geschlossen.
Welche VC10 steht im Museum?
Die A4O-AB, ursprünglich als G-ASIX für British United Airways gebaut. Sie flog danach für British Caledonian und ab 1974 für die Royal Flight des Sultans von Oman. Am 6. Juli 1987 kam sie über Heathrow nach Brooklands, der Sultan schenkte sie dem Museum. Sie gilt als letzte zivil betriebene VC10.
Gibt es in Brooklands noch Flugbetrieb?
Nein. Die frühere Piste ist größtenteils überbaut, das Flugzeugwerk schloss Ende der 1980er-Jahre. Brooklands ist heute ein reines Museum. Für Starts und Landungen bieten sich London-Heathrow oder London-Gatwick an.
Wie komme ich ohne Auto nach Brooklands?
Mit dem Zug ab London Waterloo bis Weybridge, laut Museum rund 30 bis 35 Minuten. Vom Bahnhof sind es 20 bis 30 Minuten zu Fuß. Alternativ fährt die Buslinie 436, Ausstieg an der Haltestelle Mercedes-Benz World / Brooklands Hotel, dann noch 5 bis 10 Minuten zu Fuß.
Was hat es mit dem Wellington-Bomber aus dem Loch Ness auf sich?
Die Wellington N2980 wurde in Brooklands gebaut und musste am 31. Dezember 1940 bei einem Übungsflug im Schneesturm im Loch Ness notwassern. 1985 wurde sie geborgen und kam noch im selben Jahr nach Brooklands. Laut Museum ist sie die einzige bekannte erhaltene Wellington aus Brooklands-Produktion.
Lohnt sich Brooklands für reine Luftfahrtfans?
Ja, wenn dich britische Verkehrsflugzeuge und Vickers-Geschichte interessieren. Concorde, VC10, Vanguard, Viscount und Wellington an einem Ort gibt es sonst nirgends. Rechne aber damit, dass ein großer Teil des Museums dem Motorsport gewidmet ist.
Sichtungen rund um Brooklands Museum sammeln
Foto mit Kennzeichen, Typ, Airline und Spot posten, Funde im Hangar sammeln und Likes und Kommentare aus der Community bekommen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Passende Airlines
Die Fluggesellschaften dazu – mit IATA- und ICAO-Code, Rufzeichen und Lackierung.
British Airways
Die britische Netzwerk-Airline aus London: 1974 aus BOAC und BEA entstanden, Drehkreuz Heathrow, Teil der IAG, Gründungsmitglied von oneworld und mit A380, 777 und 787 eine der vielfältigsten Langstreckenflotten Europas.
BRBritish Caledonian
Historische britische Airline mit Basis Gatwick: BCal flog von 1970 bis 1988 mit One-Eleven, DC-10 und Boeing 747 nach Afrika, Amerika und Asien, bevor British Airways sie übernahm.
BE / BEABritish European Airways
Historische britische Staatsairline für Europa und das Inland: BEA flog von 1946 bis 1974 ab London-Heathrow, machte die Viscount und die Trident groß und verband West-Berlin mit Westdeutschland, bevor sie in British Airways aufging.
BA / BOABOAC
Historische britische Langstrecken-Staatsairline: BOAC flog von 1939 bis 1974, startete 1952 den ersten Jet-Liniendienst der Welt und ging mit BEA in British Airways auf.
Typische Flugzeuge
Aérospatiale/BAC Concorde
Deltaflügel, absenkbare Nase, vier Olympus-Triebwerke mit Nachbrenner: Die Concorde ist ein historischer Typ mit nur 20 gebauten Flugzeugen. Hier findest du Technik, Varianten, jede Registrierung und den Standort jedes erhaltenen Exemplars.
FlugzeugtypVickers VC10
Vier Triebwerke paarweise am Heck, ein hohes T-Leitwerk und ein Flügel wie aus dem Lehrbuch: Die Vickers VC10 war Großbritanniens Antwort auf Boeing 707 und DC-8. Sie flog für BOAC um die Welt und fast fünf Jahrzehnte als Transporter und Tanker für die Royal Air Force. Hier erfährst du, wie du sie erkennst und wo du sie heute findest.
FlugzeugtypVickers Viscount
Riesige ovale Fenster, vier pfeifende Rolls-Royce-Dart-Turbinen und ein Platz in den Geschichtsbüchern: Die Vickers Viscount brachte 1953 als erstes Turboprop-Flugzeug den Linienverkehr in Schwung. Hier erfährst du, wie du sie erkennst und wo du die letzten Exemplare findest.
FlugzeugtypVickers Vanguard
Vier kräftige Tyne-Turboprops, ein bauchiger Rumpf und später ein riesiges Frachttor: Die Vanguard kam als Passagierflugzeug zu spät, als Frachter Merchantman flog sie dafür bis 1996.
FlugzeugtypBAC One-Eleven
Zwei Rolls-Royce Spey am Heck, T-Leitwerk, kompakter Rumpf: Die One-Eleven war Großbritanniens erfolgreichster Kurzstreckenjet – und flog später als Rombac 1-11 aus rumänischer Fertigung sogar für die junge Ryanair.
FlugzeugtypHawker Hurricane
Buckelrücken, dicker Flügel und ein breites Fahrwerk: Die Hawker Hurricane trug in der Luftschlacht um England die Hauptlast der RAF-Abwehr und steht heute im Schatten der Spitfire. So erkennst du sie, unterscheidest die Versionen und findest flugfähige Exemplare.
Spotting-Spots rund um Brooklands Museum
Spots, an denen du die passenden Flugzeuge regelmäßig vor die Linse bekommst – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.
Hatton Cross am Flughafen London Heathrow
Hatton Cross ist für die meisten Spotter nur die U-Bahn-Station auf dem Weg zur Myrtle Avenue. Dabei liegen rund um den Knoten an der Südostecke von Heathrow eigene Standpunkte unter dem Anflug auf die 27L – mit anderem Licht, anderen Winkeln und kürzeren Wegen.
MuseumIWM Duxford – Museum und Flugplatz bei Cambridge
Auf dem alten Spitfire-Flugplatz südlich von Cambridge stehen SR-71, B-52 und Concorde in den Hallen – und draußen rollen flugfähige Warbirds zur Graspiste. So planst du deinen Spottertag in Duxford, ob an einem ruhigen Werktag oder mitten im Airshow-Trubel.
MuseumAerospace Bristol – Luftfahrtmuseum am ehemaligen Flugplatz Filton
Auf dem alten Werksflugplatz im Norden von Bristol steht die letzte gebaute Concorde – und du darfst einsteigen. Drumherum erzählt Aerospace Bristol über hundert Jahre Flugzeugbau in Filton, von der Boxkite bis zum Airbus-Flügel. So holst du als Spotter das Beste aus dem Besuch heraus.
Weitere Einträge
Imperial War Museum Duxford
Duxford ist Museum und aktiver Flugplatz zugleich: In den Hangars des früheren RAF-Jägerflugplatzes stehen Concorde, SR-71 und B-52, auf dem Vorfeld warten flugfähige Spitfires – und mehrmals im Jahr hebt alles ab, was Propeller hat. Der Guide für Airshow-Besucher und Spotter.
MuseumAerospace Bristol
In Filton bei Bristol steht die Concorde, mit der 2003 das Überschallzeitalter endete. Aerospace Bristol zeigt Alpha Foxtrot in einer eigenen Halle, dazu ein Jahrhundert Flugzeugbau vom Boxkite über Brabazon und Britannia bis zum Airbus-Flügel – der Guide für Luftfahrtfans.
MuseumRAF Museum London (Hendon)
Das RAF Museum London steht auf dem früheren Flugplatz Hendon im Norden der Stadt – einem der Geburtsorte der britischen Luftfahrt. In sechs Hangars erzählt es die Geschichte der Royal Air Force von den Holz-und-Stoff-Doppeldeckern des Ersten Weltkriegs über Spitfire, Lancaster und Vulcan bis zu Tornado und Eurofighter. Der Eintritt ist frei, ein kostenloses Ticket buchst du vorab online.
MuseumRAF Museum Cosford
Das RAF Museum Cosford in Shropshire – seit 2022 offiziell RAF Museum Midlands – zeigt alle drei britischen V-Bomber in einer Halle, den Überschall-Prototyp TSR-2 und laut Museum die älteste Spitfire Mk I der Welt. Der Eintritt ist frei, das Museum liegt auf einer aktiven RAF-Station, und einmal im Jahr wird das Gelände zum Schauplatz einer großen Airshow.
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