De Havilland DH.106 Comet

Vier Triebwerke versteckt in den Flügelwurzeln, eine schlanke Nase und ein Kapitel Luftfahrtgeschichte, das Triumph und Tragödie vereint: Die De Havilland Comet eröffnete 1952 das Jetzeitalter im Linienverkehr. Hier erfährst du, wie du sie erkennst und wo sie heute steht.

Auch bekannt als: Comet · DH.106 · Comet 1 · Comet 2 · Comet 4 · Comet 4B · Comet 4C · Hawker Siddeley Comet

Großbritanniende HavillandHistorische Flugzeuge13 Min. Lesezeit

1949

Erstflug

1952

erster Jet-Liniendienst

114

gebaute Exemplare

4 Strahltriebwerke

in den Flügelwurzeln

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Comet war das erste Strahlverkehrsflugzeug im Liniendienst: BOAC flog ab dem 2. Mai 1952 mit ihr von London nach Johannesburg.
  • Eine Unglücksserie stoppte den Vorsprung: Nach zwei Abstürzen über dem Mittelmeer 1954 wurde die Comet 1 stillgelegt; Ursache war Materialermüdung am Druckrumpf.
  • Die Untersuchung veränderte den Flugzeugbau: Druckversuche im Wassertank in Farnborough machten Ermüdungsrisse sichtbar und prägten die Konstruktion aller späteren Druckkabinen.
  • Die Comet 4 kehrte zurück und eröffnete am 4. Oktober 1958 bei BOAC den transatlantischen Jet-Liniendienst London–New York.
  • Ihr Erbe flog bis 2011 weiter: Der Seefernaufklärer Hawker Siddeley Nimrod basiert auf der Comet 4C. Eine Comet steht in der Flugausstellung Hermeskeil.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Was ist die De Havilland Comet?
  2. 2.Vom Prototyp zum ersten Jet-Liniendienst
  3. 3.Die Unglücksserie und ihre Aufklärung
  4. 4.Comet 2, 3 und 4: der zweite Anlauf
  5. 5.Dan-Air und das Ende im Linienverkehr
  6. 6.Die Nimrod: Comet im Militärdienst
  7. 7.So erkennst du die Comet
  8. 8.Comet, Tu-104, Nimrod oder Trident?
  9. 9.Wo du die Comet und die Nimrod heute siehst
  10. 10.Fototipps für die Comet im Museum
  11. 11.Fazit

Steckbrief

Herstellerde Havilland Aircraft Company, Hatfield (Großbritannien)
Erstflug27. Juli 1949 (Prototyp G-ALVG, ab Hatfield)
Erster Liniendienst2. Mai 1952 bei BOAC, London–Johannesburg (G-ALYP)
Stückzahl114 inklusive Prototypen
Statushistorisch – kommerzieller Einsatz bis 1980/81, letzter Flug einer Comet 1997
BauartVierstrahliger Ganzmetall-Tiefdecker mit Druckkabine, Triebwerke in den Flügelwurzeln
TriebwerkeComet 1: 4 × de Havilland Ghost; Comet 2/3: Rolls-Royce Avon; Comet 4: 4 × Rolls-Royce Avon 524
LängeComet 1 rund 28 m, Comet 4 rund 34 m
Spannweiterund 35 m (Comet 1 und 4); Comet 4B mit kürzerem Flügel
PassagiereComet 1: 36–44; Comet 4: typisch 74–81; Comet 4B: bis 99
ReisegeschwindigkeitComet 1 rund 740 km/h, Comet 4 rund 840 km/h
ReichweiteComet 1 rund 2.400 km, Comet 4 rund 5.200 km
Militärische AbleitungHawker Siddeley Nimrod (Seefernaufklärer der RAF, 1969–2011)

Erkennungsmerkmale

Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?

Hak ab, was auf das Flugzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Triebwerke in den Flügelwurzeln: Die vier Strahltriebwerke sitzen paarweise im Flügel nahe am Rumpf, statt in Gondeln unter dem Flügel zu hängen
  • Vier Lufteinläufe in der Flügelvorderkante neben dem Rumpf, je zwei pro Seite
  • Mäßig gepfeilter Flügel und ein schlanker, runder Rumpf mit spitz zulaufender, glatt verkleideter Nase
  • Comet 1: rechteckige Kabinenfenster mit abgerundeten Ecken; spätere Versionen mit ovalen Fenstern
  • Comet 4 und 4C: zusätzliche Tankbehälter an der Flügelvorderkante, deutlich sichtbar im Profil
  • Konventionelles Leitwerk mit tief am Rumpf angesetztem Höhenleitwerk – anders als beim T-Leitwerk der Trident oder VC10

Aktualisiert: Oktober 2026 – Eine schlanke, silbrige Silhouette, ein leicht gepfeilter Flügel und keine einzige Triebwerksgondel darunter: Bei der De Havilland DH.106 Comet stecken die vier Strahltriebwerke im Flügel, direkt neben dem Rumpf. Sie war 1952 das erste Düsenverkehrsflugzeug im Liniendienst und hat die Luftfahrt gleich zweimal verändert – erst mit ihrem Erfolg, dann mit einer Unglücksserie, deren Aufklärung bis heute in jedem Druckrumpf steckt. Fliegen siehst du sie nicht mehr, wohl aber in mehreren Museen, eine davon in Deutschland. Hier erfährst du, wie du sie erkennst, was die Versionen unterscheidet und wie aus ihr der Seefernaufklärer Nimrod wurde.

Ein Stück Jetgeschichte im Hangar

Mit Planetrack hältst du deine Comet-Begegnung im Museum mit Foto, Flugzeugtyp, Kennzeichen und Ort fest und baust deine Sammlung historischer Typen im Hangar auf. Die App startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

Was ist die De Havilland Comet?

Die Comet ist ein vierstrahliges Verkehrsflugzeug des britischen Herstellers de Havilland aus Hatfield nördlich von London. Gebaut wurde sie als Tiefdecker mit Druckkabine, gepfeiltem Flügel und Bugradfahrwerk. Ihr auffälligstes Merkmal: Die Triebwerke hängen nicht in Gondeln unter dem Flügel, sondern sind paarweise in die Flügelwurzeln eingebaut. Das ergab eine aerodynamisch glatte Linie, machte aber Wartung und spätere Triebwerkswechsel aufwendiger.

Die erste Serienversion, die Comet 1, bot 36 bis 44 Passagieren Platz und flog mit rund 740 km/h – ungefähr doppelt so schnell wie die Propellerflugzeuge ihrer Zeit, und das in großer Höhe über dem Wetter. Angetrieben wurde sie von vier de Havilland Ghost, einem hauseigenen Strahltriebwerk. Die späteren Versionen bekamen stärkere Avon-Triebwerke von Rolls-Royce.

Einschließlich der Prototypen entstanden 114 Comets. Das klingt nach wenig, wenn man die Zahl mit den späteren Erfolgen von Boeing vergleicht. Doch die Comet war das Flugzeug, an dem die ganze Branche lernte, was Jetverkehr bedeutet. Der Hersteller de Havilland war zuvor vor allem mit Leichtflugzeugen wie der Tiger Moth und dem Kriegsflugzeug Mosquito bekannt geworden.

1952Start des ersten Jet-Liniendienstes bei BOAC
114gebaute Exemplare inklusive Prototypen
1997letzter Flug einer Comet (XS235 „Canopus“)

Vom Prototyp zum ersten Jet-Liniendienst

Die Idee eines Düsenverkehrsflugzeugs entstand in Großbritannien noch während des Zweiten Weltkriegs. Ein Regierungskomitee unter Lord Brabazon skizzierte mehrere Flugzeugtypen für die Nachkriegszeit, darunter einen schnellen Postflieger mit Strahlantrieb für die Strecken ins Empire. De Havilland machte daraus ein Passagierflugzeug.

Am 27. Juli 1949 hob der Prototyp mit dem Kennzeichen G-ALVG in Hatfield ab. Am Steuer saß Testpilot John Cunningham, der im Krieg als Nachtjäger bekannt geworden war. Der Erstflug dauerte etwa eine halbe Stunde. Es folgten intensive Erprobungen und Rekordflüge, die weltweit Aufmerksamkeit erregten.

Am 2. Mai 1952 startete die Comet G-ALYP der British Overseas Airways Corporation (BOAC) in London zum ersten planmäßigen Jet-Passagierflug der Welt, mit Ziel Johannesburg und mehreren Zwischenlandungen. Für Passagiere war der Unterschied enorm: weniger Vibrationen, weniger Lärm in der Kabine, deutlich kürzere Reisezeiten. Kurz darauf flogen auch Air France und die französische UAT mit der Comet 1A. Wie der Typ die Öffentlichkeit begeisterte, erzählt der Beitrag De Havilland Comet: der erste Düsenjet ausführlicher.

Hatfield als Wiege

Wer der Comet nachspüren will, kommt am Raum Hatfield kaum vorbei. Ganz in der Nähe, bei London Colney, zeigt das de Havilland Aircraft Museum unter anderem einen Comet-1A-Rumpf mit den frühen, eckigen Fenstern.

Die Unglücksserie und ihre Aufklärung

Der Vorsprung hielt nicht lange. Innerhalb von zwei Jahren gingen mehrere Comets verloren, und die Ursachen waren zunächst rätselhaft.

Datum Kennzeichen Ort Hergang
26. Oktober 1952 G-ALYZ (BOAC) Rom-Ciampino Hob beim Start nicht ab, Totalschaden, keine Todesopfer
3. März 1953 CF-CUN (Canadian Pacific) Karatschi Hob beim Nachtstart nicht ab, alle 11 Insassen tot
2. Mai 1953 G-ALYV (BOAC) bei Kalkutta Absturz kurz nach dem Start in einem Gewitter, alle 43 Insassen tot
10. Januar 1954 G-ALYP (BOAC) Mittelmeer vor Elba Bruch im Flug, alle 35 Insassen tot
8. April 1954 G-ALYY (für South African Airways) Mittelmeer bei Neapel Bruch im Flug, alle 21 Insassen tot

Die beiden Startunfälle führte man auf das Flugverhalten bei zu stark angehobener Nase zurück; de Havilland änderte daraufhin die Flügelvorderkante. Der Absturz bei Kalkutta wurde mit extremen Belastungen im Gewitter erklärt. Nach dem Unglück vor Elba wurde die Flotte kurz stillgelegt und im März 1954 wieder freigegeben – nur wenige Wochen bevor G-ALYY bei Neapel verunglückte. Danach verlor die Comet 1 ihre Zulassung.

Was folgte, gilt als Meilenstein der Unfalluntersuchung. Die Royal Navy barg große Teile von G-ALYP aus dem Meer vor Elba. Am Royal Aircraft Establishment in Farnborough setzte man den Rumpf der Comet G-ALYU in ein Wasserbecken und füllte die Kabine wieder und wieder mit Druck, um tausende Flüge zu simulieren. Nach gut 3.000 Zyklen riss der Rumpf an einem Ausschnitt nahe einem Notausstieg auf. Bei G-ALYP fanden die Ermittler den Ausgangspunkt an einer Nietbohrung am Fenster für eine Navigationsantenne auf dem Rumpfdach.

Die Lehre: Materialermüdung durch die ständigen Druckwechsel war unterschätzt worden. An Ecken von Ausschnitten konzentrieren sich die Spannungen, und dort wachsen Risse. Die Erkenntnisse flossen in die Konstruktion aller späteren Druckrümpfe ein – auch bei Konkurrenten. Der oft erzählte Satz „die eckigen Fenster waren schuld“ greift allerdings zu kurz; der Untersuchungsbericht sah die Form der Passagierfenster nicht als Ursache. Ein Teil des Rumpfdachs von G-ALYP ist heute im Science Museum in London ausgestellt.

Respekt vor den Opfern

Die Unglücke der Comet kosteten über hundert Menschen das Leben. Wenn du dich in Foren oder Posts mit der Geschichte beschäftigst, bleib sachlich – und verwende für Unfallbilder nur Material, an dem du die Rechte hast.

Comet 2, 3 und 4: der zweite Anlauf

De Havilland gab nicht auf. Die bereits gebaute Comet 2 mit Avon-Triebwerken erhielt eine verstärkte Struktur und ging nicht mehr an Airlines, sondern an die Royal Air Force, die sie als Transporter und in einer Version zur elektronischen Aufklärung bis Mitte der 1970er-Jahre einsetzte. Die gestreckte Comet 3 blieb ein Einzelstück und diente als Erprobungsträger für die Comet 4.

Die Comet 4 flog am 27. April 1958 erstmals. Sie war länger, schwerer, schneller und hatte eine deutlich größere Reichweite. Am 4. Oktober 1958 eröffnete BOAC mit ihr den transatlantischen Jet-Liniendienst zwischen London und New York – wenige Wochen bevor Pan Am mit der Boeing 707-120 folgte. Den Wettlauf um den Markt gewannen am Ende allerdings Boeing und die Douglas DC-8, die größer und wirtschaftlicher waren. Wie die 707 das Jetzeitalter prägte, liest du in der Geschichte der Boeing 707.

Version Merkmal Passagiere Triebwerk
Comet 1 / 1A Erste Serienversion, eckige Fenster 36–44 de Havilland Ghost
Comet 2 Verstärkt, gestreckt, an die RAF – Rolls-Royce Avon
Comet 3 Einzelner Erprobungsträger für die Comet 4 – Rolls-Royce Avon
Comet 4 Langstreckenversion für BOAC typisch 74–81 Rolls-Royce Avon 524
Comet 4B Längerer Rumpf, kürzerer Flügel, 18 gebaut bis 99 Rolls-Royce Avon
Comet 4C Langer Rumpf der 4B mit Flügel der Comet 4, 28 gebaut bis 119 in Charterauslegung Rolls-Royce Avon

Die Comet 4 flog neben BOAC bei Aerolíneas Argentinas und East African Airways. Die 4B war für die Europastrecken von British European Airways gedacht und flog auch bei Olympic Airways. Die 4C fand Kunden bei Mexicana, Kuwait Airways, Middle East Airlines, Misrair – der Vorgängerin von EgyptAir – und Sudan Airways. Ihre Farben gehören zu den Klassikern der frühen Jet-Ära; mehr dazu im Beitrag Legendäre Airline-Lackierungen.

Dan-Air und das Ende im Linienverkehr

Als die großen Airlines in den 1960er-Jahren auf größere Jets umstiegen, wanderten viele Comets in den Charterverkehr. Die britische Dan-Air sammelte gebrauchte Maschinen aller Versionen und wurde so zum größten Comet-Betreiber überhaupt – je nach Zählung mit 48 oder 49 Exemplaren, einige davon allerdings nur als Ersatzteilspender.

Am 9. November 1980 flog Dan-Air mit der Comet 4C G-BDIW einen Sonderflug für Luftfahrtfans ab London-Gatwick. Er gilt als letzter kommerzieller Comet-Flug. Militärisch und als Versuchsträger blieb der Typ länger aktiv: Die Comet 4C XS235 „Canopus“ diente britischen Forschungseinrichtungen und landete am 14. März 1997 zum letzten Mal. Seitdem fliegt keine Comet mehr.

Klassiker auf die Wunschliste

Setz die Comet auf die Wunschliste in deinem Hangar und poste deine Museumsfotos mit Kennzeichen und Ort für die Community. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.

Die Nimrod: Comet im Militärdienst

Die bekannteste Weiterentwicklung trägt einen anderen Namen. Als die Royal Air Force in den 1960er-Jahren einen Nachfolger für ihre Seefernaufklärer suchte, schlug Hawker Siddeley – inzwischen Mutterkonzern von de Havilland – eine umgebaute Comet 4C vor. Die ersten beiden Prototypen entstanden aus unfertigen Comet-4C-Zellen, der Erstflug fand am 23. Mai 1967 statt.

Die Nimrod unterscheidet sich äußerlich deutlich: Unter dem Rumpf sitzt ein zweiter, bauchiger Unterrumpf für Waffenschacht und Ausrüstung, sodass der Querschnitt wie eine Acht wirkt. Am Heck ragt bei den U-Jagd-Versionen ein langer Ausleger mit Magnetanomalie-Detektor nach hinten, und statt der Avon arbeiten vier Rolls-Royce-Spey-Mantelstromtriebwerke in den Flügelwurzeln. Die Flügelanordnung der Comet blieb erhalten.

  • Nimrod MR1/MR2: Seefernaufklärer zur U-Boot-Jagd und Seenotunterstützung, ab Oktober 1969 bei der RAF im Dienst; die MR2 wurde am 31. März 2010 außer Dienst gestellt.
  • Nimrod R1: Drei Maschinen zur elektronischen Aufklärung, erkennbar am fehlenden Heckausleger; letzter Flug im Juni 2011.
  • Nimrod AEW3: Frühwarnversion mit markanten Radarkuppeln an Bug und Heck, 1986 gestrichen.
  • Nimrod MRA4: Weitgehend neu gebaute Version von BAE Systems, 2010 gestrichen, bevor sie in Dienst ging.

Ein schwerer Einschnitt war der Absturz der Nimrod XV230 am 2. September 2006 bei Kandahar in Afghanistan, bei dem alle 14 Soldaten an Bord starben. Ausgerechnet XV230 war 1969 die erste an die RAF ausgelieferte Nimrod gewesen. Wie du Seeaufklärer und ähnliche Spezialflugzeuge heute erkennst, zeigt der Beitrag AWACS, Seeaufklärer und Aufklärungsflugzeuge erkennen.

So erkennst du die Comet

Im Museum steht die Comet oft zwischen anderen Klassikern der 1950er- und 1960er-Jahre. Mit vier Blicken ordnest du sie sicher ein.

Unter den Flügel schauen

Keine Triebwerksgondeln unter dem Flügel, kein Triebwerk am Heck: Die Comet versteckt alle vier Triebwerke im Flügel nahe am Rumpf.

Lufteinläufe zählen

In der Flügelvorderkante neben dem Rumpf öffnen sich auf jeder Seite zwei Einläufe. Hinten an der Flügelhinterkante treten die Abgasdüsen aus.

Fenster prüfen

Eckige Fenster mit runden Ecken deuten auf eine frühe Comet 1, ovale Fenster auf eine der späteren Versionen.

Rumpfunterseite und Heck ansehen

Ein bauchiger Unterrumpf und ein langer Heckausleger bedeuten: Du stehst vor einer Nimrod, nicht vor einer Comet.

Comet 4 und 4C erkennst du zusätzlich an den länglichen Zusatztanks, die vorn an den Flügeln sitzen. Die genaue Version liefert wie immer das Kennzeichen; bei britischen Maschinen hilft dir der Guide zu britischen G-Kennzeichen beim Nachschlagen der Geschichte.

Comet, Tu-104, Nimrod oder Trident?

Mehrere Typen dieser Zeit sehen auf den ersten Blick ähnlich aus. Der Finder hilft beim Eingrenzen.

Schnellbestimmung: früher britischer Jet

Drei Fragen, eine Einschätzung. Kennzeichen oder Infotafel bleiben die letzte Instanz.

Wahrscheinlich

De Havilland Comet

Triebwerke in den Flügelwurzeln, glatter Rumpf und klassisches Leitwerk sprechen für die Comet. Achte auf die Fenster, um Comet 1 und spätere Versionen zu trennen.

Wahrscheinlich

Hawker Siddeley Nimrod

Der Grundriss der Comet plus bauchiger Unterrumpf und Heckausleger ergeben die Nimrod. Fehlt der Ausleger, könnte es die Aufklärungsversion R1 sein.

Wahrscheinlich

Tupolew Tu-104

Auch die Tu-104 hat ihre Triebwerke in den Flügelwurzeln, aber nur zwei, dazu einen stärker gepfeilten Flügel und eine verglaste Bugkanzel.

Wahrscheinlich

Hawker Siddeley Trident oder Vickers VC10

Triebwerke am Heck und ein T-Leitwerk passen zu Trident (drei Triebwerke) oder VC10 (vier Triebwerke paarweise am Heck).

Wahrscheinlich

Boeing 707 oder Douglas DC-8

Vier Triebwerke in Gondeln unter dem Flügel sind das Bauprinzip der amerikanischen Jets, das sich gegen die Comet durchsetzte.

Die Tupolew Tu-104 folgte demselben Bauprinzip mit Triebwerken in der Flügelwurzel. Die Hawker Siddeley Trident und die Vickers VC10 gehören zur nächsten britischen Jet-Generation mit Hecktriebwerken, ebenso wie die französische Caravelle – deren Bug übrigens auf Konstruktionsteilen der Comet beruht. Einen Überblick über Oldtimer findest du im Guide Historische Flugzeuge erkennen.

Es spricht für eine Comet, wenn …

  • vier Triebwerke im Flügel neben dem Rumpf stecken
  • der Rumpf unten glatt und rund ist
  • das Höhenleitwerk tief am Rumpf sitzt
  • die Infotafel eine britische Herkunft aus Hatfield nennt

Sieh genauer hin, wenn …

  • nur ein Rumpfteil ohne Flügel ausgestellt ist
  • die Maschine in militärischer Lackierung steht – Comet C2/C4 oder Nimrod?
  • du nur zwei Triebwerkseinläufe siehst – dann eher Tu-104

Es ist keine Comet, wenn …

  • die Triebwerke in Gondeln unter dem Flügel hängen
  • die Triebwerke am Heck sitzen
  • ein Ausleger mit Sensor hinten aus dem Heck ragt

Wo du die Comet und die Nimrod heute siehst

Fliegend gibt es keine Comet mehr, doch mehrere Museen bewahren gut erhaltene Exemplare. Die Liste zeigt die bekanntesten.

Museum Exemplar Hinweis
Flugausstellung Hermeskeil Comet 4C G-BDIW Dan-Air-Farben, Maschine des letzten kommerziellen Comet-Flugs, ex RAF XR398
Imperial War Museum Duxford Comet 4 G-APDB Eine der BOAC-Maschinen aus der Zeit des Transatlantik-Starts
RAF Museum Cosford Comet 1XB G-APAS, Nimrod R1 XV249 Einzige vollständig erhaltene Comet 1
National Museum of Flight East Fortune Comet 4C G-BDIX Bei Edinburgh
de Havilland Aircraft Museum Comet-1A-Rumpf F-BGNX Frühe eckige Fenster
Museum of Flight Seattle Comet 4C N888WA Im Restaurierungszentrum des Museums bei Everett

Für Fans aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ist Hermeskeil die naheliegende Adresse: Dort steht genau die Maschine, mit der Dan-Air 1980 den Schlusspunkt im kommerziellen Comet-Betrieb setzte. In Großbritannien lohnt sich eine Rundreise; Duxford lässt sich gut mit einem Flugtag verbinden, mehr dazu im Beitrag Airshows in Duxford. Eine Nimrod R1 findest du außerdem im East Midlands Aeropark direkt am Flughafen – dort kannst du Museumsbesuch und Spotting verbinden. Weitere Nimrods stehen in mehreren britischen Sammlungen.

Vor dem Besuch prüfen

Museumsflugzeuge werden restauriert, umgestellt oder zeitweise abgedeckt. Prüf vor deiner Reise auf der Website des Museums, ob die Comet zugänglich ist und welche Öffnungszeiten gelten.

Fototipps für die Comet im Museum

Eine Comet unter freiem Himmel oder in der Halle zu fotografieren ist eine andere Aufgabe als Spotting am Zaun. Ein paar Punkte helfen.

Flügelwurzel betonen

Die eingebauten Triebwerke sind das Alleinstellungsmerkmal. Eine Perspektive schräg von vorn und etwas tiefer zeigt die Lufteinläufe am besten.

Weitwinkel einpacken

In Hallen stehen die Flugzeuge oft eng. Mit einem Weitwinkel bekommst du die ganze Maschine aufs Bild, ohne Nachbarflugzeuge abzuschneiden.

Details sammeln

Fenster, Kennzeichen, Cockpit und Fahrwerk sind eigene Motive. Gerade die Fensterform erzählt bei der Comet ein Stück Geschichte.

Außen in Hermeskeil oder Duxford hängt das Ergebnis stark vom Licht ab – wann die Sonne günstig steht, rechnest du mit dem Sonnenstand-Planer in Planetrack vorab aus. Danach postest du deine Comet mit Typ, Kennzeichen und Ort, damit andere Spotter wissen, in welchem Zustand sie gerade steht.

Fazit

Die De Havilland Comet ist eines der wichtigsten Flugzeuge der Luftfahrtgeschichte. Sie zeigte 1952, dass Jetverkehr funktioniert, und sie zeigte zwei Jahre später schmerzhaft, wo die Grenzen des damaligen Wissens lagen. Aus der Aufklärung zog die gesamte Branche Lehren, die bis heute in jedem Druckrumpf stecken. Die Comet 4 brachte den Typ zurück, die Nimrod hielt sein Erbe bis 2011 in der Luft. Warum sich am Ende andere Bauprinzipien durchsetzten, beleuchtet auch der Beitrag zum Ende der Vierstrahler.

Kurzfazit

Vier Triebwerke in den Flügelwurzeln, glatter Rumpf, klassisches Leitwerk: Das ist die Comet. Ein bauchiger Unterrumpf und ein Heckausleger machen daraus die Nimrod. Die beste Adresse in Deutschland ist Hermeskeil mit der letzten kommerziell geflogenen Comet.

Zusammenfassung

  • Die Comet flog erstmals 1949 in Hatfield und ging 1952 bei BOAC als erster Jet-Airliner der Welt in den Liniendienst.
  • Fünf schwere Unfälle zwischen 1952 und 1954 – vor allem die Brüche im Flug 1954 – führten zur Stilllegung der Comet 1 und zu einer bahnbrechenden Unfalluntersuchung.
  • Mit der verstärkten, größeren Comet 4 und ihren Varianten 4B und 4C flog der Typ noch bis 1980 im kommerziellen Einsatz, zuletzt bei Dan-Air.
  • Fliegend siehst du heute keine Comet mehr; erhaltene Exemplare stehen in Hermeskeil, Duxford, Cosford, East Fortune und bei Seattle.

Häufige Fragen

War die Comet wirklich das erste Düsenverkehrsflugzeug?

Ja, im Liniendienst. Die Comet nahm am 2. Mai 1952 bei BOAC den planmäßigen Jet-Passagierverkehr auf. Ein anderes frühes Strahlverkehrsflugzeug, die kanadische Avro Jetliner, flog zwar ebenfalls 1949, ging aber nie in Serie. Die sowjetische Tu-104 folgte im Liniendienst erst 1956, die Boeing 707 im Herbst 1958.

Warum stürzten die frühen Comets ab?

Die Ursachen waren unterschiedlich. Die Unfälle von Rom 1952 und Karatschi 1953 passierten beim Start, als die Maschinen nicht abhoben. Die Abstürze vor Elba und bei Neapel 1954 gingen auf Materialermüdung im Druckrumpf zurück: Durch das wiederholte Aufpumpen und Entlasten der Kabine wuchsen Risse an Ausschnitten im Rumpf, bis die Struktur im Flug versagte.

Waren die eckigen Fenster schuld?

Das wird oft behauptet, ist aber zu einfach. Laut der Untersuchung begann der Riss bei G-ALYP an einer Nietbohrung am Ausschnitt für ein Antennenfenster im Rumpfdach, beim Wassertank-Test an einem Notausstieg. Die Form der Passagierfenster galt im Untersuchungsbericht nicht als Ursache. Spätere Comets erhielten trotzdem ovale Fenster und eine verstärkte Rumpfstruktur.

Was unterscheidet Comet 4, 4B und 4C?

Die Comet 4 ist die Langstreckenversion für BOAC. Die 4B hat einen etwa zwei Meter längeren Rumpf und einen kürzeren Flügel, gebaut für die Europastrecken von BEA. Die 4C kombiniert den langen Rumpf der 4B mit dem Flügel der Comet 4; sie flog unter anderem bei Mexicana, Kuwait Airways und Middle East Airlines sowie bei der RAF.

Was hat die Nimrod mit der Comet zu tun?

Die Hawker Siddeley Nimrod ist eine militärische Ableitung der Comet 4C. Die ersten beiden Prototypen entstanden aus unfertigen Comet-4C-Zellen, der Erstflug war am 23. Mai 1967. Statt Avon-Triebwerken trägt die Nimrod Rolls-Royce-Spey-Mantelstromtriebwerke, dazu einen zusätzlichen Unterrumpf für Sensoren und einen langen Heckausleger. Die RAF nutzte sie von 1969 bis 2011.

Fliegt heute noch eine Comet?

Nein. Die letzte fliegende Comet war die Comet 4C XS235 „Canopus“, die am 14. März 1997 zum letzten Mal abhob. Sie ist auf dem Flugplatz Bruntingthorpe in Leicestershire erhalten und wurde dort zuletzt rollfähig gehalten.

Wo kann ich eine Comet in Deutschland sehen?

In der Flugausstellung Hermeskeil in Rheinland-Pfalz steht die Comet 4C G-BDIW in Dan-Air-Farben. Mit ihr flog Dan-Air am 9. November 1980 den als letzten kommerziellen Comet-Flug geltenden Rundflug für Enthusiasten. Prüf vor dem Besuch die aktuellen Öffnungszeiten.

De Havilland DH.106 Comet sammeln statt nur sehen

Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

Früher Zugang, Vorteile zum Start und Mitsprache bei neuen Features.

Verwandte Flugzeugtypen

Historisch

Hawker Siddeley Trident

Drei Spey-Triebwerke am Heck, T-Leitwerk und ein schief eingebautes Bugfahrwerk: Die Trident war der britische Gegenentwurf zur Boeing 727 – und das erste Verkehrsflugzeug, das im Liniendienst automatisch landete.

Historisch

Vickers VC10

Vier Triebwerke paarweise am Heck, ein hohes T-Leitwerk und ein Flügel wie aus dem Lehrbuch: Die Vickers VC10 war Großbritanniens Antwort auf Boeing 707 und DC-8. Sie flog für BOAC um die Welt und fast fünf Jahrzehnte als Transporter und Tanker für die Royal Air Force. Hier erfährst du, wie du sie erkennst und wo du sie heute findest.

Historisch

Vickers Viscount

Riesige ovale Fenster, vier pfeifende Rolls-Royce-Dart-Turbinen und ein Platz in den Geschichtsbüchern: Die Vickers Viscount brachte 1953 als erstes Turboprop-Flugzeug den Linienverkehr in Schwung. Hier erfährst du, wie du sie erkennst und wo du die letzten Exemplare findest.

Historisch

Boeing 707-120

Vier Triebwerke an schlanken Pylonen, ein stark gepfeilter Flügel und ein kurzes, frühes Seitenleitwerk: Die 707-120 war die erste Serienversion der Boeing 707 und brachte ab 1958 den Düsenjet in den Alltag. So erkennst du sie und grenzt sie von der 707-320 ab.

Historisch

Douglas DC-8

Mit der DC-8 stieg Douglas ins Jetzeitalter ein: vier Triebwerke, gepfeilter Flügel und später ein Rumpf von über 57 Metern. Hier liest du, wie sich die Serien unterscheiden, warum die Super Sixty so berühmt wurde und wo du eine der letzten DC-8 noch erwischst.

Historisch

Tupolew Tu-104

Verglaste Bomber-Nase, zwei Triebwerke tief in der Flügelwurzel, Fahrwerksgondeln hinter dem Flügel: Die Tu-104 war 1956 der erste Jetliner der Sowjetunion. Heute triffst du sie nur noch im Museum.

Flughäfen & Hersteller dazu

Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.

GroßbritannienMuseum

de Havilland Aircraft Museum

Dort, wo 1939 die Mosquito entworfen wurde, steht heute ihr Prototyp – daneben zwei weitere Mosquitos, der Rumpf einer frühen Comet und mehr als ein halbes Jahrhundert de-Havilland-Geschichte. Der Guide zum nach eigener Aussage ersten Luftfahrtmuseum Großbritanniens bei London Colney.

DeutschlandMuseum

Flugausstellung Hermeskeil

Die Flugausstellung Hermeskeil im Hunsrück ist eine der größten privaten Flugzeugsammlungen Deutschlands. Seit 1973 trägt die Familie Junior hier über hundert zivile und militärische Fluggeräte zusammen – von der Lufthansa-Super-Constellation über Comet und VC10 bis zu MiGs aus NVA-Beständen. Mittendrin: ein begehbarer Concorde-Nachbau, in dem das Museumscafé untergebracht ist.

GroßbritannienMuseum

Imperial War Museum Duxford

Duxford ist Museum und aktiver Flugplatz zugleich: In den Hangars des früheren RAF-Jägerflugplatzes stehen Concorde, SR-71 und B-52, auf dem Vorfeld warten flugfähige Spitfires – und mehrmals im Jahr hebt alles ab, was Propeller hat. Der Guide für Airshow-Besucher und Spotter.

GroßbritannienMuseum

RAF Museum Cosford

Das RAF Museum Cosford in Shropshire – seit 2022 offiziell RAF Museum Midlands – zeigt alle drei britischen V-Bomber in einer Halle, den Überschall-Prototyp TSR-2 und laut Museum die älteste Spitfire Mk I der Welt. Der Eintritt ist frei, das Museum liegt auf einer aktiven RAF-Station, und einmal im Jahr wird das Gelände zum Schauplatz einer großen Airshow.

Alle Flughäfen & Hersteller →

Wo du die De Havilland DH.106 Comet siehst

Konkrete Standpunkte mit Betriebsrichtung, Lichtzeiten, Koordinaten und einer ehrlichen Einschätzung, ob sich die Anreise lohnt.

Alle Spotting-Spots im Überblick →

Passende Guides aus dem Blog

TT

Planetrack Redaktion

Die Flugzeugtypen-Datenbank entsteht aus eigener Beobachtung an Flughäfen, Community-Sichtungen und öffentlich zugänglichen Quellen. Gesicherte Angaben stehen im Steckbrief, alles Veränderliche ist als solches gekennzeichnet.

← Alle Flugzeugtypen von de Havilland