Das Wichtigste in Kürze
- XL Airways ist eine historische britische Airline: 1994 als Sabre Airways gegründet, ab 2001 Excel Airways, ab 2006 XL Airways.
- Codes: IATA JN, ICAO XLA, Rufzeichen „EXPO“.
- Gatwick, Manchester, Glasgow: Die drei wichtigsten Basen, dazu weitere britische Regionalflughäfen.
- Boeing 737-800 als Arbeitspferd: Ab 1998 prägte die 737-800 die Flotte, ergänzt durch 757, 767 und zuletzt A330 und 737-900ER.
- Wechselnde Eigentümer: Libra Holidays aus Zypern, die isländische Air-Atlanta-/Avion-Gruppe und schließlich ein Management-Buy-out.
- Zusammenbruch am 12. September 2008: Alle Flüge fielen aus, rund 90.000 Urlauber saßen im Ausland fest.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| IATA-Code | JN |
|---|---|
| ICAO-Code | XLA |
| Rufzeichen | EXPO |
| Drehkreuze | LGW, MAN, GLA |
| Status | Historisch – Flugbetrieb am 12. September 2008 eingestellt |
| Geschäftsmodell | Ferien- und Charterairline mit Pauschalreisen und Einzelplatzverkauf, dazu Langstrecke in die Karibik und die USA |
| Gegründet | 18. Oktober 1994 als Sabre Airways, erster Flug am 17. Dezember 1994 |
| Namen | Sabre Airways (1994–2001), Excel Airways (ab Mai 2001), XL Airways (ab November 2006) |
| Sitz | Crawley (West Sussex) nahe London-Gatwick |
| Wichtigste Basen | London-Gatwick (LGW), Manchester (MAN) und Glasgow (GLA) |
| Weitere Basen | Birmingham, Bristol, East Midlands und Newcastle |
| Muttergesellschaft | Zuletzt XL Leisure Group (vormals Excel Airways Group) |
| Prägende Typen | Boeing 727-200, 737-800, 737-900ER, 757-200, 767-200ER, 767-300ER, Airbus A330-200 |
Woran du die Airline erkennst
Ist das wirklich XL Airways?
- Schriftzug „Sabre“ bis 2001, danach „Excel“, ab Ende 2006 „XL“
- Britische Kennzeichen mit G--Präfix, bei mehreren 737-800 mit der Folge G-XL..
- Rückgrat der Flotte war ab 1998 die Boeing 737-800
- Auf längeren Strecken Boeing 757, 767 und zuletzt ein Airbus A330-200
- Zeitweise geleaste Flugzeuge von Air Atlanta Icelandic, darunter sogar eine Boeing 747-300
- Heute nur noch auf historischen Fotos und in alten Flugplänen zu sehen
Wer Mitte der 2000er-Jahre aus Gatwick, Manchester oder Glasgow in den Urlaub flog, kam an einem Namen kaum vorbei: Excel, später XL. Die Airline begann 1994 als kleine Sabre Airways mit zwei gebrauchten Boeing 737-200, wuchs zu einem der großen britischen Ferienflieger und verschwand im September 2008 über Nacht. Zehntausende Urlauber saßen damals im Ausland fest. Hier erfährst du, wie aus Sabre Excel und XL wurde, welche Flugzeuge die Airline flog und woran du sie auf alten Fotos erkennst.
Historische Airline
XL Airways UK (vormals Excel Airways und Sabre Airways) existiert nicht mehr. Alle Angaben auf dieser Seite beziehen sich auf die Zeit von 1994 bis 2008. Die französische Schwester XL Airways France war eine eigene Gesellschaft und hat eine eigene Seite.
XL Airways im Überblick
XL Airways war ein britischer Ferienflieger mit Sitz in Crawley in der Grafschaft West Sussex, nur wenige Kilometer vom Flughafen London-Gatwick entfernt. Gegründet wurde die Gesellschaft am 18. Oktober 1994 unter dem Namen Sabre Airways – auf Initiative eines Sitzplatzhändlers, der Charterkapazität an Reiseveranstalter weiterverkaufte. Am 17. Dezember 1994 hob der erste Flug ab.
Das Geschäftsmodell blieb über die gesamte Zeit ähnlich: Die Airline flog Pauschalurlauber im Auftrag von Veranstaltern, verkaufte aber auch einzelne Sitzplätze. Ziele waren die klassischen Sonnenziele am Mittelmeer und auf den Kanaren, später auch Ägypten, die Karibik und die USA. Wie sich solche Flüge vom Linienverkehr unterscheiden, erklärt der Artikel Charterflug und Linienflug.
Im Unterschied zu Konkurrenten wie Airtours International oder Britannia Airways war XL lange keine Hausairline eines einzigen großen Reisekonzerns. Die Eigentümer wechselten mehrfach, und erst in den letzten Jahren entstand mit der XL Leisure Group ein eigener Reisekonzern rund um die Airline.
Codes und Rufzeichen
- IATA-Code JN: stand in den Flugnummern und auf Tickets.
- ICAO-Code XLA: stand im Flugplan der Flugsicherung.
- Rufzeichen EXPO: So meldeten sich die Crews im Funk.
Der ICAO-Code XLA passt zum späteren Namen XL – er ist im Funk aber nicht zu hören, dort lautete das Rufzeichen EXPO. Wenn du alte Flugpläne oder Bordkarten auswertest, ist JN das wichtigste Kürzel. Wie IATA- und ICAO-Codes aufgebaut sind, zeigt der Artikel zu IATA- und ICAO-Codes; kuriose Funkrufnamen sammelt der Beitrag Airline-Rufzeichen und ihre Geschichte.
Britische Ferienflieger im eigenen Hangar
Mit Planetrack hältst du jede Sichtung mit Foto, Flugzeugtyp, Kennzeichen, Airline und Flughafen fest – von der 737-800 in Gatwick bis zur 767 auf dem Weg in die Karibik. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Die Geschichte in Etappen
1994–2000: Sabre Airways
Gründung im Oktober 1994, erster Flug im Dezember. Sabre startet mit zwei geleasten Boeing 737-200, später kommen Boeing 727-200 und ab 1998 die 737-800 dazu. Ende 1995 erhält Sabre ein eigenes Betreiberzeugnis.
2000–2001: Libra steigt ein
Die zyprische Libra Holidays Group übernimmt im Juni 2000 ein Drittel der Anteile. Mit der Aufstockung auf 67 Prozent wird Sabre im Mai 2001 zu Excel Airways.
2004–2006: Isländische Eigentümer
Air Atlanta Icelandic kauft sich 2004 ein und übernimmt bis Mai 2006 die Kontrolle. Die Gruppe firmiert zeitweise unter dem Dach der Avion Group. In dieser Zeit fliegen auch geleaste Großraumjets aus Island für Excel.
2006: Aus Excel wird XL
Ein Management-Buy-out unter Vorstandschef Phil Wyatt übernimmt im Herbst 2006 die Mehrheit, Avion bleibt als Minderheitsaktionär beteiligt. Im November 2006 heißt die Airline XL Airways, die Gruppe ab Dezember XL Leisure Group.
2008: Zusammenbruch
Hohe Treibstoffpreise und Verluste setzen der Gruppe zu. Am 11. September 2008 geht die Muttergesellschaft in die Insolvenzverwaltung, betroffen sind sie und zehn Töchter, darunter XL Airways. Am 12. September fallen alle Flüge aus.
Der Start als Sabre Airways
Sabre begann mit zwei gebrauchten Boeing 737-200, die zuvor bei einer anderen Airline geflogen waren. Von Beginn an war Sabre an mehreren Flughäfen präsent: Birmingham, Gatwick, Luton, Manchester und Newcastle, später kam Bristol hinzu. Zwischen 1995 und 2001 setzte die Airline zudem fünf dreistrahlige Boeing 727-200 ein. Im Jahr 2000 beförderte Sabre laut verbreiteten Angaben rund 750.000 Passagiere.
Excel: Wachstum mit der 737-800
Als Excel Airways wuchs die Airline deutlich. Die Libra-Gruppe übernahm später die volle Kontrolle, bevor 2004 die Isländer kamen. Excel baute das Basisnetz aus und flog zuletzt von bis zu 13 britischen Flughäfen zu mehr als 40 Zielen. Die Airline gewann in diesen Jahren mehrere Branchenpreise als Charterairline. 2007 beförderte sie laut verbreiteten Angaben rund 3,1 Millionen Fluggäste.
XL: eigener Reisekonzern
Nach dem Management-Buy-out 2006 stand die Airline im Zentrum der neuen XL Leisure Group. Dazu gehörten unter anderem der Veranstalter XL Holidays, der Florida- und Karibik-Spezialist Travel City Direct, der Sitzplatzvermarkter Freedom Flights sowie die französische Star Airlines und ihre deutsche Schwester, die zu XL Airways France und XL Airways Germany wurden. Ab Mai 2007 flog zudem XL Airways Ireland ab Dublin, Cork und Knock. Für Aufmerksamkeit sorgte das Trikotsponsoring beim Londoner Fußballclub West Ham United.
Die Flotte: von der 727 bis zum A330
XL Airways wechselte die Flotte im Lauf der Jahre mehrfach und setzte immer wieder geleaste Flugzeuge ein. Die wichtigsten Muster im Überblick:
| Typ | Zeitraum (ca.) | Einsatz | Spotter-Hinweis |
|---|---|---|---|
| Boeing 737-200 | 1994–1997 | Ferienflüge in Europa | Erstflotte von Sabre, zwei Maschinen |
| Boeing 727-200 | 1995–2001 | Ferienflüge in Europa | Fünf Dreistrahler, nur zu Sabre-Zeiten |
| Boeing 737-800 | 1998–2008 | Mittelstrecke | Rückgrat der Flotte, Kennzeichen oft G-XL.. |
| Boeing 767-200/-200ER | 2003–2007 | Langstrecke, Kapazitätsspitzen | Geleast aus der Air-Atlanta-Gruppe |
| Boeing 767-300ER | 2004–2008 | Langstrecke | Karibik und USA |
| Boeing 757-200 | 2005–2008 | Mittelstrecke, längere Charter | Bis 2008 in der Flotte |
| Boeing 747-300 | 2006–2007 | Spitzenlast | Geleast von Air Atlanta Icelandic |
| Boeing 737-900ER | 2008 | Mittelstrecke | Zwei Neuzugänge kurz vor der Pleite |
| Airbus A330-200 | 2008 | Langstrecke | Von XL Airways France übernommen |
Zum Zeitpunkt der Einstellung umfasste die britische Flotte laut verbreiteten Angaben 21 Flugzeuge: 13 Boeing 737-800, zwei 737-900ER, drei A330-200, eine 767-200ER und zwei 767-300ER. Die Angaben zu den A330 unterscheiden sich je nach Quelle – nimm diese Zahlen daher als Orientierung, nicht als Registerauszug.
Boeing 737-800: das Arbeitspferd
Die Boeing 737-800 kam 1998 zur Flotte und prägte die Airline über zehn Jahre. Insgesamt flog XL laut verbreiteten Angaben 25 Exemplare, viele mit Kennzeichen aus der Serie G-XL.. – praktisch, um die Maschinen auf Fotos sofort zuzuordnen. Der Typ flog die Standardstrecken von Gatwick, Manchester und Glasgow zu den Ferienzielen am Mittelmeer. Wie du die 737-800 von älteren und neueren Generationen unterscheidest, zeigt der Artikel Boeing 737 Original, Classic, NG und MAX unterscheiden.
Kurz vor dem Ende kamen 2008 zwei Boeing 737-900ER dazu, die gestreckte Version mit mehr Sitzen. Nach der Pleite gingen sie an Lion Air in Indonesien.
757 und 767: die längeren Strecken
Die Boeing 757-200 war bei britischen Ferienfliegern wegen ihrer Reichweite beliebt und flog bei XL von 2005 bis 2008. Auf der Langstrecke in die Karibik und die USA setzte die Airline Boeing 767-200ER und 767-300ER ein. Wie du beide Boeing-Muster auf Fotos auseinanderhältst, erklärt der Artikel Boeing 757 und 767 unterscheiden. Hersteller aller dieser Typen ist Boeing.
Exoten: 747 und A330
Zu den Raritäten gehören zwei geleaste Boeing 747-300 aus der Flotte von Air Atlanta Icelandic, die 2006 und 2007 für XL flogen. Im letzten Betriebsjahr kam außerdem der Airbus A330-200 hinzu, den auch die französische Schwester einsetzte. Hersteller ist Airbus.
Alarm für 757 und 767
Richte Sichtungs-Alarme für Typen wie die Boeing 757 oder die 767-300ER ein – Planetrack benachrichtigt dich, wenn eine Maschine an deinem Flughafen anfliegt oder landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.
Basen und Ziele
Typisch für XL war die Präsenz an vielen britischen Flughäfen. Die drei wichtigsten Basen waren:
- London-Gatwick: größte Basis, direkt neben dem Firmensitz in Crawley.
- Manchester: wichtigste Basis im Norden Englands.
- Glasgow: Basis für Schottland.
Dazu kamen Birmingham, Bristol, East Midlands und Newcastle. Zu Sabre-Zeiten flog die Airline auch ab London-Luton.
Die Ziele waren die Klassiker des britischen Ferienflugs: Spanien und die Balearen – etwa Palma de Mallorca –, die Kanaren, Griechenland, Zypern, die Türkei und Ägypten. Auf der Langstrecke ging es nach Florida und in die Karibik, Barbados war dabei ein Schwerpunkt. Am 26. August 2008 kündigte XL an, das Karibikprogramm ab November wegen hoher Treibstoffkosten und sinkender Nachfrage einzustellen – gut zwei Wochen vor dem Aus.
Woran du XL Airways erkennst
XL Airways begegnet dir heute nur noch auf Fotos und in alten Flugplänen. Diese Merkmale helfen bei der Zuordnung:
- Schriftzug und Zeit: „Sabre“ bis 2001, „Excel“ von 2001 bis 2006, „XL“ ab Ende 2006.
- Typ: Eine 727-200 gehört in die Sabre-Zeit, eine 737-900ER oder ein A330 ins Jahr 2008.
- Kennzeichen: G- bei der britischen Flotte, oft mit der Folge G-XL.. bei der 737-800. Mehr zum Aufbau britischer Registrierungen im Artikel zu britischen G-Kennzeichen.
- Ort: Gatwick, Manchester, Glasgow und die britischen Regionalflughäfen sowie Ferienziele am Mittelmeer und in der Karibik.
Spricht für XL Airways UK
- G-Kennzeichen, besonders G-XL..
- Schriftzug Sabre, Excel oder XL
- Aufnahme aus Gatwick, Manchester oder Glasgow
- Foto aus der Zeit zwischen Dezember 1994 und September 2008
Spricht dagegen
- Französisches F-Kennzeichen – dann eher XL Airways France
- Isländisches TF-Kennzeichen ohne XL-Titel – dann Air Atlanta Icelandic im Einsatz für andere
- Foto nach September 2008 mit XL-Titeln – dann fast sicher die französische Schwester
Weil XL häufig Flugzeuge leaste, tauchen auf alten Fotos auch Maschinen mit Mischbemalung oder fremden Kennzeichen auf. Solche Zwischenstände zu erkennen, erklärt der Artikel über Hybrid- und Mischlackierungen.
Alte Fotos richtig einordnen
Bei XL hilft die Kombination aus Schriftzug und Typ: Excel-Titel auf einer 737-800 stammen aus 2001 bis 2006, XL-Titel auf einer 737-900ER aus 2008. Weitere Tipps für historische Aufnahmen findest du unter Oldtimer am Himmel erkennen.
Sicherheit
Einen Unfall mit Todesopfern hatte XL Airways in den ausgewerteten Quellen nicht. Zwei Zwischenfälle in Manchester wurden aber untersucht:
- Juli 2003: Eine Boeing 737-800 (G-XLAG) startete, während sich am Pistenende noch Fahrzeuge befanden. Sie überflog sie in nur rund 17 Metern Höhe. Die britische Unfalluntersuchungsbehörde AAIB sprach danach mehrere Sicherheitsempfehlungen aus.
- November 2004: Beim Rollen streifte eine Boeing 767-200 (G-SATR) mit der linken Tragfläche das Höhenleitwerk einer stehenden Boeing 737-300 von bmibaby. Laut Untersuchung hatte der Kapitän den Abstand falsch eingeschätzt.
Der Zusammenbruch im September 2008
2008 wurde für viele Ferienflieger zum Krisenjahr. Der Ölpreis stieg auf Rekordhöhen, gleichzeitig schwächte sich die Konjunktur ab. Die XL Leisure Group meldete hohe Verluste, ihr Vorsitzender trat überraschend zurück. Den Ausschlag gaben schließlich die isländischen Geldgeber: Die Bank Straumur und der Transportkonzern Eimskip, die als Kreditgeber hinter der Gruppe standen, zogen ihre Unterstützung zurück. Die Schulden wurden auf rund 205 Millionen Pfund geschätzt.
Am 11. September 2008 ging die Muttergesellschaft in die Insolvenzverwaltung, betroffen waren sie und zehn Tochtergesellschaften, darunter XL Airways UK. Am 12. September 2008 stellte die Airline den Flugbetrieb ein. Alle Flüge wurden gestrichen, die Flugzeuge blieben am Boden. Nach verbreiteten Angaben saßen rund 90.000 Urlauber an etwa 50 Zielen fest. Für die rund 63.000 Pauschalreisenden mit ATOL-Schutz organisierte die britische Luftfahrtbehörde CAA die Heimreise mit gecharterten Flugzeugen anderer Airlines. Wer nur einen Flug gebucht hatte, war in der Regel nicht über ATOL abgesichert und musste selbst einen Rückflug finden.
Die Pleite gilt als der größte Zusammenbruch eines britischen Reiseveranstalters seit dem Aus von Court Line im Jahr 1974. Einen Überblick über weitere Fälle gibt der Artikel Große Airline-Pleiten in Europa.
Was mit den Schwestern geschah
XL Airways France und XL Airways Germany waren nicht Teil der britischen Insolvenz und gingen an die Bank Straumur. Die deutsche Gesellschaft stellte 2012 den Betrieb ein, XL Airways France im September 2019.
Was danach kam
- Die 737-900ER gingen an Lion Air, die übrigen Flugzeuge kehrten zu Leasinggebern zurück oder wechselten zu anderen Betreibern.
- Die Marke Travel City Direct kaufte Ende 2008 Virgin Holidays.
- Die Konkurrenten jener Ära wie First Choice Airways, Airtours/MyTravel, Monarch Airlines, Flyglobespan und später Thomas Cook Airlines sind ebenfalls Geschichte.
- Heute prägen TUI Airways und Jet2 den britischen Ferienflug – Jet2 übrigens ebenfalls mit vielen Boeing 737-800.
Spuren von XL heute
Live spotten kannst du XL Airways UK nicht mehr. Ihre Typen und Flughäfen kannst du aber weiter erleben:
Gatwick als Heimatbasis
- In Gatwick lag der Schwerpunkt der Airline
- Ferienflieger prägen den Flughafen bis heute
- Tipps im Gatwick-Spotting-Guide
Manchester und East Midlands
- Der Runway Visitor Park ist der bekannteste Spot in Manchester
- Weitere Standorte im Manchester-Spotting-Guide
- Der East Midlands Aeropark liegt an einer früheren XL-Basis
Die Typen im Alltag
- Die 737-800 fliegt weiterhin bei vielen Airlines, zunehmend auch als Frachter
- 757 und 767 sind im Passagierdienst selten geworden, häufiger als Frachter
- 727-200 und 747-300 findest du praktisch nur noch in Museen oder auf alten Fotos
Häufige Verwechslungen
- Excel und XL für zwei Airlines halten – es ist dieselbe Gesellschaft, nur mit neuem Namen ab November 2006.
- XL Airways UK und XL Airways France gleichsetzen – die französische Airline (ex Star Airlines) war eine eigene Gesellschaft mit F-Kennzeichen und flog bis 2019.
- Den ICAO-Code XLA als Rufzeichen nehmen – im Funk hieß die Airline „EXPO“.
- Sabre Airways mit dem Buchungssystem Sabre verwechseln – die Airline ging auf einen britischen Sitzplatzhändler zurück, eine Verbindung zum gleichnamigen Reservierungssystem ist nicht bekannt.
- Air-Atlanta-Leasingflugzeuge als eigene Flotte zählen – 747-300 und manche 767 flogen nur zeitweise für Excel bzw. XL.
Deine Sichtungen sauber sortiert
Poste Fotos von 737-800, 757 oder 767 mit Typ, Kennzeichen, Airline und Spot, tausch dich in der Community mit anderen Fans britischer Ferienflieger aus und behalte deine Sammlung im Hangar im Blick. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
XL Airways steht für den schnellen Aufstieg und den abrupten Fall eines britischen Ferienfliegers. Aus der kleinen Sabre Airways mit zwei 737-200 wurde Excel und schließlich XL – mit 737-800 als Arbeitspferd, Langstrecke in die Karibik und einem eigenen Reisekonzern im Rücken. Als im September 2008 die Geldgeber absprangen, endete das alles an einem einzigen Tag. Heute lebt die Airline in alten Fotos mit G-XL-Kennzeichen und in den Flughäfen von Gatwick bis Glasgow weiter.
Kurzfazit
XL Airways (IATA JN, ICAO XLA), früher Sabre und Excel Airways, war ein historischer britischer Ferienflieger von 1994 bis 2008 mit Basen in Gatwick, Manchester und Glasgow. Rückgrat der Flotte war die Boeing 737-800. Am 12. September 2008 brach die XL Leisure Group zusammen, rund 90.000 Urlauber saßen fest.
Zusammenfassung
- XL Airways war ein britischer Ferienflieger mit Sitz bei Gatwick, der in 14 Jahren dreimal den Namen wechselte: Sabre, Excel, XL.
- Die Flotte bestand vor allem aus Boeing 737-800, dazu kamen 757, 767 und geleaste Großraumjets für die Karibik und die USA.
- Hohe Treibstoffpreise, Verluste und der Rückzug der isländischen Geldgeber führten im September 2008 zur Insolvenz der XL Leisure Group – eine der größten Pleiten im britischen Reisemarkt.
- Die französische Schwester XL Airways France flog noch bis 2019 weiter. Spotten kannst du XL Airways UK heute nur noch über alte Fotos und ihre Typen im Alltag.
Häufige Fragen
Gibt es XL Airways heute noch?
Nein. Die britische XL Airways stellte am 12. September 2008 den Flugbetrieb ein, nachdem die Muttergesellschaft XL Leisure Group in die Insolvenz gegangen war. Die französische Schwester XL Airways France war davon nicht betroffen und flog bis 2019 weiter.
Sind Excel Airways und XL Airways dieselbe Airline?
Ja. Die Airline startete 1994 als Sabre Airways, hieß ab Mai 2001 Excel Airways und ab November 2006 XL Airways. Die Gesellschaft und ihr Sitz bei Gatwick blieben dabei dieselben.
Welche Codes hatte XL Airways?
Der IATA-Code war JN, der ICAO-Code XLA. Im Funk meldeten sich die Crews mit dem Rufzeichen „EXPO“.
Welche Flugzeuge flog XL Airways?
Wichtigster Typ war die Boeing 737-800, die ab 1998 zur Flotte kam. Davor flog Sabre mit 737-200 und 727-200. Später ergänzten Boeing 757-200, 767-200ER und 767-300ER, ein Airbus A330-200 und 2008 zwei Boeing 737-900ER die Flotte. Zeitweise wurden auch 737-400 und 747-300 von Air Atlanta Icelandic eingesetzt.
Wie viele Passagiere waren von der Pleite betroffen?
Nach verbreiteten Angaben saßen beim Zusammenbruch rund 90.000 Urlauber an etwa 50 Zielen fest. Rund 63.000 von ihnen hatten Pauschalreisen mit ATOL-Schutz gebucht; ihre Heimreise organisierte die britische Luftfahrtbehörde CAA mit gecharterten Flugzeugen anderer Airlines.
Warum ging XL Airways pleite?
Zusammen kamen stark gestiegene Treibstoffpreise, sinkende Nachfrage und Verluste der Gruppe. Den Ausschlag gab, dass die isländischen Kreditgeber, die Bank Straumur und der Transportkonzern Eimskip, ihre Unterstützung zurückzogen. Die Schulden wurden auf rund 205 Millionen Pfund geschätzt.
Wo hatte XL Airways ihre Basen?
Die drei wichtigsten Basen waren London-Gatwick, Manchester und Glasgow. Dazu kamen Birmingham, Bristol, East Midlands und Newcastle. Außerdem war Barbados ein Schwerpunkt im Karibikprogramm.
XL Airways im Blick behalten
Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Flugzeugtypen in der Flotte
Boeing 737-800
Das Arbeitspferd der Kurz- und Mittelstrecke: Die 737-800 ist die meistgebaute Version der 737 Next Generation und an vielen Flughäfen Europas ein Dauergast.
FlugzeugtypBoeing 737-900ER
Die längste 737 der Next Generation: Die 737-900ER hat ein zusätzliches Notausgangspaar hinter dem Flügel und prägt vor allem den US-Inlandsverkehr. In Europa ist sie ein seltener Fang – so erkennst du sie.
FlugzeugtypBoeing 737-200
Schlanke Zigarren-Triebwerke unter dem Flügel, eine Kufe am Bugrad und Luftdüsen vor dem Einlauf: Die 737-200 ist der Jet, der auf Schotter landet. Hier erfährst du, wie die -200 und die -200 Advanced entstanden, woran du sie erkennst und wo sie heute noch fliegt.
FlugzeugtypBoeing 727-200
Drei Triebwerke am Heck, ein T-Leitwerk und eine Treppe im Rumpfende: Die 727-200 war einer der meistgebauten Jets ihrer Zeit. Heute ist sie eine echte Rarität – so erkennst du sie und so stehen deine Chancen.
FlugzeugtypBoeing 757-200
Lang, schlank, hochbeinig und mit Triebwerken, die fast zu groß wirken: Die 757-200 ist ein Schmalrumpf mit Langstrecken-Genen. Produziert wird sie seit 2004 nicht mehr, Spotter freuen sich deshalb über jede Begegnung.
FlugzeugtypBoeing 767-200/-200ER
Die erste 767 überhaupt: kurz, schlank, zweistrahlig. Die 767-200 und ihre Langstreckenversion -200ER haben ETOPS möglich gemacht und mit dem Gimli Glider Geschichte geschrieben. Heute siehst du sie fast nur noch als Frachter oder in Uniform.
FlugzeugtypBoeing 767-300ER
Schlanker Rumpf, zwei große Triebwerke, oft hochgezogene Winglets: Die 767-300ER war jahrzehntelang das Arbeitspferd über den Atlantik. Heute wird sie selten – so erkennst und findest du sie.
FlugzeugtypBoeing 747-300
Die erste 747 mit verlängertem Oberdeck: Wie die Boeing 747-300 entstand, wer sie flog, wie du sie von 747-200 und 747-400 unterscheidest und wo der seltene Jumbo heute noch steht.
FlugzeugtypAirbus A330-200
Kürzer als die A330-300, mit auffällig hohem Seitenleitwerk und großer Reichweite: Die A330-200 ist ein Langstrecken-Klassiker, der langsam aus Europas Flotten verschwindet. So erkennst du sie sicher.
Weitere Airlines
XL Airways France
Historische französische Ferien- und Langstreckenairline mit Basis Paris-Charles de Gaulle. Gestartet 1995 als Star Europe, ab 2006 XL Airways, zuletzt eine reine A330-Airline – im Oktober 2019 liquidiert.
CharterAir Atlanta Icelandic
Die isländische Airline, die fast nie in Island fliegt: Air Atlanta vermietet seit 1986 Großraumflugzeuge samt Crew an andere Airlines, war jahrzehntelang mit Passagier-Jumbos im Hajj-Verkehr unterwegs und fliegt heute vor allem Boeing-747-400-Frachter.
FerienfliegerAirtours International
Historischer britischer Ferienflieger (1990–2008) aus Manchester: Airtours International flog für den gleichnamigen Reisekonzern mit MD-83, Airbus A320/A321, Boeing 757, 767 und DC-10, hieß ab 2002 MyTravel Airways und ging 2008 in Thomas Cook Airlines auf.
FerienfliegerFirst Choice Airways
Historische britische Charterairline (1987–2008): Als Air 2000 startete sie 1987 in Manchester mit zwei Boeing 757, ab 2003/2004 flog sie als First Choice Airways. 2008 ging sie mit Thomsonfly in Thomson Airways auf, der heutigen TUI Airways.
FerienfliegerBritannia Airways
Historische britische Charterairline mit Sitz in Luton (Flugbetrieb 1962–2005): Aus Euravia wurde 1964 Britannia Airways, die Hausairline des Reiseveranstalters Thomson. Sie flog früh die Boeing 737-200, brachte die Boeing 767 nach Europa und ging 2005 in Thomsonfly auf – der Vorläuferin der heutigen TUI Airways.
FerienfliegerMonarch Airlines
Historische britische Ferienairline (1968–2017) aus London-Luton: Monarch flog fast 50 Jahre lang Urlauber in den Süden, von der Bristol Britannia über Boeing 720 und 757 bis zur Airbus-A321-Flotte. Ihr Zusammenbruch am 2. Oktober 2017 löste die bis dahin größte britische Rückholaktion in Friedenszeiten aus.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Flughafen London-Gatwick
Eine einzige Hauptbahn, über 40 Millionen Passagiere im Jahr und orange Airbusse im Minutentakt: Gatwick ist Londons zweitgrößter Flughafen und ein Lehrstück dafür, wie viel Verkehr eine Bahn tragen kann. Für Spotter heißt das: kaum Leerlauf, viel easyJet, dazu Langstrecke von TUI, Norse, British Airways und den Golf-Carriern.
FlughafenFlughafen Manchester
Größter Flughafen außerhalb Londons und Heimat einer der bekanntesten Spotter-Szenen Europas: Zwei parallele Bahnen in Ringway, ein bunter Mix aus Ferienfliegern, Low-Cost-Airlines und Golf-Langstrecke – und mit dem Runway Visitor Park ein offizieller Aussichtspunkt samt Concorde.
FlughafenFlughafen Glasgow
Schottlands zweitgrößter Flughafen liegt bei Paisley westlich von Glasgow: eine einzige Bahn, ein Marinefliegerhorst als Vorgeschichte und mit Loganair eine Hausairline, deren Turboprops und Twin Otter von hier aus zu den Inseln fliegen.
FlughafenFlughafen Birmingham
Der größte Flughafen der englischen Midlands: eine einzige 3.052 Meter lange Bahn, ein Terminal, vier Low-Cost- und Ferienbasen und täglich der Emirates-A380 – dazu ein denkmalgeschütztes Art-déco-Terminal von 1939 und mehrere Spotterplätze rund um den Zaun.
Wo du XL Airways vor die Linse bekommst
Spotting-Spots, an denen diese Airline regelmäßig zu sehen ist – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.
Runway Visitor Park am Flughafen Manchester
Großbritanniens bekanntester Besucherpark für Flugzeugfans: Im Runway Visitor Park stehst du auf einem erhöhten Aussichtsbereich wenige Hundert Meter neben der Piste 05L/23R – und hast zwischen den Startwellen eine Concorde, einen Nimrod und eine Trident zum Anfassen.
BesucherparkEast Midlands Aeropark am Flughafen East Midlands
Museum und Spotterhügel in einem: Im East Midlands Aeropark stehst du rund 170 Meter neben der Piste des größten auf Fracht spezialisierten Flughafens Großbritanniens – und zwischen den DHL- und UPS-Frachtern warten ein Vulcan-Bomber, eine VC10-Nase und ein Nimrod.
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- Boeing 757 und 767 unterscheiden: Schmalrumpf vs. Großraum, Fahrwerk, Proportionen
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- Planespotting in Manchester: Spots rund um den Flughafen neben dem Runway Visitor Park
- Oldtimer am Himmel erkennen: Ju 52, DC-3, Constellation und Warbirds
- IATA- und ICAO-Codes erklärt: Flughäfen, Airlines und Flugzeugtypen entschlüsseln



