Airbus Helicopters

Der größte Hubschrauberhersteller der Welt hat deutsch-französische Wurzeln: Zentrale in Marignane, zweites Standbein in Donauwörth. Von dort kommen H135 und H145 – die Hubschrauber, die du in Deutschland als Rettungs-, Polizei- und Bundeswehrmaschinen am häufigsten siehst.

Auch bekannt als: Eurocopter · Airbus Helicopters SAS · Airbus Helicopters Deutschland GmbH · Eurocopter Deutschland · MBB (historischer deutscher Vorgänger) · Aérospatiale (historischer französischer Vorgänger)

FrankreichFrankreichFlugzeugherstellerseit 199211 Min. Lesezeit

1992

Gründung als Eurocopter

392

Auslieferungen im Jahr 2025

7.000+

Beschäftigte in Donauwörth

149

H145-Bestellungen 2025

Das Wichtigste in Kürze

  • Airbus Helicopters ist die Hubschraubersparte von Airbus – 1992 als Eurocopter gegründet, seit 2014 unter heutigem Namen, Zentrale in Marignane.
  • Donauwörth ist das deutsche Herz: Hier laufen laut Airbus H135, H145, H145M und NH90 vom Band, dazu Flugzeugtüren für Airbus-Jets.
  • Der H145 ist der Bestseller: 2025 kamen 149 Bestellungen, insgesamt lieferte Airbus Helicopters 392 Maschinen aus.
  • Erkennungszeichen Fenestron: Der ummantelte Heckrotor verrät die meisten modernen Airbus-Muster schon von weitem.
  • Im Tracking zählen die alten Codes: EC35 für den H135, EC45 für den H145.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Steckbrief
  2. 2.Tätigkeitsfelder
  3. 3.Struktur & Marken
  4. 4.Geschichte im Zeitraffer
  5. 5.Was du als Spotter wissen solltest
  6. 6.Stärken und Schwächen
  7. 7.Zwei Wurzeln, ein Hersteller
  8. 8.Donauwörth: das deutsche Herz
  9. 9.H135: der kleine Allrounder
  10. 10.H145: der Bestseller
  11. 11.H135 oder H145? So unterscheidest du sie
  12. 12.Die übrige Familie im Überblick
  13. 13.Woran du Airbus-Hubschrauber erkennst
  14. 14.Wo du die Hubschrauber siehst
  15. 15.Hubschrauber im Tracking finden
  16. 16.Airbus Helicopters im Wettbewerb
  17. 17.Fazit
  18. 18.Häufige Fragen

Steckbrief

Rolle in der BrancheHubschraubersparte des Airbus-Konzerns – zivile, staatliche und militärische Hubschrauber vom leichten Einmotorigen bis zum schweren Zweimotorigen
Entstehung1992 als Eurocopter aus den Hubschrauberbereichen von Aérospatiale (Frankreich) und DASA (Deutschland), seit Januar 2014 Airbus Helicopters
ZentraleMarignane am Flughafen Marseille Provence, Frankreich
Deutsche GesellschaftAirbus Helicopters Deutschland GmbH mit Hauptstandort Donauwörth in Bayern
DonauwörthLaut Airbus mehr als 7.000 Beschäftigte; Endmontage von H135, H145, H145M und NH90, dazu Flugzeugtüren für A320, A330 und A350
Weitere Standorte (Auswahl)Kassel (dynamische Systeme, Wartung), Albacete (Spanien), Grand Prairie (USA), Brașov (Rumänien), Beteiligung an Helibras in Brasilien
Aktuelle FamilieH125, H130, H135, H140, H145, H160, H175, H215, H225 – dazu militärisch H145M, H225M, NH90 und Tiger
Bilanz 2025544 Brutto- und 536 Nettobestellungen, 392 ausgelieferte Hubschrauber (laut Airbus)
Meistverkauftes Muster 2025H145 mit 149 Bestellungen
Typcodes im TrackingÄltere EC-Kürzel leben weiter: H135 = EC35, H145 = EC45, H125 = AS50
Offizielle Websitewww.airbus.com/en/products-services/helicopters

Tätigkeitsfelder

Zivile Hubschrauber – Einmotorige wie H125 und H130 für Rundflüge, Arbeitsflüge und Privatkunden
Parapublic – Luftrettung, Polizei, Grenzschutz und Katastrophenschutz, vor allem mit H135, H145 und H160
Offshore und schwere Klasse – H175 und H225 für Öl- und Gasplattformen, Windparks und Such- und Rettungsdienste
Militär – H145M, H225M, NH90 (mit Partnern in NHIndustries) und der Kampfhubschrauber Tiger
Flugzeugtüren – in Donauwörth gefertigte Passagier- und Frachttüren für Airbus-Verkehrsflugzeuge
Service – Wartung, Ersatzteile, Schulung und Modernisierung der weltweiten Flotte

Struktur & Marken

Gehört zu:Airbus

Airbus Helicopters Deutschland GmbH – deutsche Gesellschaft mit Werk Donauwörth
Airbus Helicopters Technik – Getriebespezialist in Kassel-Calden, ehemals ZF Luftfahrttechnik (Übernahme Ende 2022 angekündigt)
Helibras – Beteiligung und Fertigungsstandort in Itajubá, Brasilien
NHIndustries – Gemeinschaftsunternehmen für den NH90, an dem Airbus Helicopters als Hauptpartner beteiligt ist

Geschichte im Zeitraffer

1967Am 16. Februar fliegt in Ottobrunn ein Prototyp der Bo 105 von Bölkow – der Urahn der deutschen Linie, die heute zu H135 und H145 führt.
1968In Frankreich fliegt die Gazelle mit dem ersten Fenestron, dem ummantelten Heckrotor, der später zum Markenzeichen wird.
1970Die Bo 105 erhält ihre Zulassung. Zu den ersten Kunden gehören die ADAC-Luftrettung und die bayerische Polizei.
1992Aérospatiale und DASA legen ihre Hubschrauberbereiche zusammen: Eurocopter wird gegründet, mit Zentrale in Marignane und deutschem Standbein in Donauwörth.
1994/96Der EC135 fliegt im Februar 1994 erstmals und geht 1996 in Dienst – als Nachfolger der Bo 105.
1999Am 12. Juni fliegt in Donauwörth der EC145, weiterentwickelt aus der BK 117 von MBB und Kawasaki.
2000Mit der Gründung von EADS wird Eurocopter vollständig Teil des späteren Airbus-Konzerns.
2013Die Entwicklung des deutschen Zweigs zieht von Ottobrunn nach Donauwörth.
2014Zum Jahresbeginn wird Eurocopter in Airbus Helicopters umbenannt. Die EC145 T2 mit Fenestron erhält ihre EASA-Zulassung.
2015Die Modellnamen wechseln vom EC- zum H-Präfix: aus EC135 wird H135, aus EC145 T2 der H145.
2020Die EASA lässt den H145 mit Fünfblattrotor zu.
2023/24Die Bundeswehr bestellt im Dezember 2023 bis zu 82 H145M und übernimmt im November 2024 in Donauwörth die erste Maschine.
2025Im März stellt Airbus den neuen H140 vor. Das Jahr endet mit 544 Bruttobestellungen und 392 Auslieferungen; Deutschland zieht die Option über 20 weitere H145M.

Airbus Helicopters aus Spotter-Sicht

Deine Checkliste für Airbus Helicopters

Hak ab, was du schon gesehen oder erledigt hast.

  • Einen Hubschrauber am Fenestron – dem ummantelten Heckrotor im Seitenleitwerk – als Airbus-Muster eingeordnet
  • H135 und H145 über Größe und Heck auseinandergehalten: Der H145 hat große Klapptüren unter dem hochgesetzten Leitwerksträger
  • Bei einem H145 die vier oder fünf Rotorblätter gezählt
  • Einen gelben Rettungshubschrauber mit Christoph-Rufzeichen im Tracking gefunden
  • Einen Polizei- oder Bundespolizeihubschrauber vom Typ H135 oder H145 fotografiert
  • Einen H145M der Bundeswehr in Tarnlackierung erwischt
  • Einen Klassiker wie Bo 105 oder BK 117 an seinem offenen Heckrotor erkannt
  • Den ICAO-Typcode (etwa EC35 oder EC45) mit dem Kennzeichen abgeglichen

Stärken und Schwächen

Das spricht dafür

  • In Deutschland allgegenwärtig: Rettungs-, Polizei- und Militärhubschrauber stammen sehr oft aus Donauwörth
  • Klare Familienmerkmale wie Fenestron und Klapptüren machen das Bestimmen leicht
  • Rettungshubschrauber sind tagsüber planbar an Kliniken und Stationen zu sehen
  • Vom Oldtimer Bo 105 bis zum neuen H140 deckt ein Hersteller mehrere Jahrzehnte ab
  • Viele Hubschrauber senden ADS-B und lassen sich im Tracking verfolgen

Wo es hakt

  • Das Werk Donauwörth ist Industriegelände – einen offiziellen Spotterplatz gibt es nicht
  • Hubschrauber fliegen tief und unregelmäßig, feste Bahnen wie am Flughafen fehlen
  • Der Typcode unterscheidet nicht zwischen alter EC145, Vier- und Fünfblatt-H145
  • Militär- und Polizeieinsätze sind im Tracking teils gar nicht oder nur lückenhaft sichtbar
  • Die vielen Namenswechsel (Bo, BK, EC, H) sorgen am Anfang für Verwirrung

Stand: Oktober 2026 – Ein gelber Hubschrauber setzt auf dem Klinikdach auf, der Heckrotor verschwindet in einer runden Röhre im Leitwerk, unter dem Heckausleger öffnen sich zwei große Türen und die Trage wird herausgeschoben. Ein paar Kilometer weiter kreist ein blau-silberner Polizeihubschrauber, kleiner, aber mit derselben Röhre im Heck. Beide Maschinen haben mit hoher Wahrscheinlichkeit dieselbe Herkunft: Donauwörth, das deutsche Werk von Airbus Helicopters. Wer sich in Deutschland für Hubschrauber interessiert, kommt an diesem Hersteller nicht vorbei – und mit ein paar Grundregeln ordnest du seine Muster schnell ein.

Jeder Hubschrauber zählt

Poste deine Sichtungen mit Foto, Typ, Kennzeichen und Spot und hak H135, H145 und Co. einzeln in deinem Hangar ab. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

Zwei Wurzeln, ein Hersteller

Airbus Helicopters ist kein Unternehmen aus einem Guss, sondern das Ergebnis einer deutsch-französischen Fusion. Auf französischer Seite stehen Sud-Aviation und später Aérospatiale, die mit Mustern wie Alouette, Puma und Gazelle groß wurden. Auf deutscher Seite steht die Linie von Bölkow und Messerschmitt-Bölkow-Blohm (MBB). Deren berühmtestes Produkt, die Bo 105, flog am 16. Februar 1967 in Ottobrunn zum ersten Mal und wurde zum Inbegriff des deutschen Rettungs- und Polizeihubschraubers. Zu den ersten Kunden nach der Zulassung 1970 zählten die Luftrettung des ADAC und die bayerische Polizei.

1992 legten Aérospatiale und die DASA, zu der MBB inzwischen gehörte, ihre Hubschrauberbereiche zusammen. Das neue Unternehmen hieß Eurocopter, hatte seine Zentrale in Marignane bei Marseille und ein starkes deutsches Standbein in Donauwörth. Mit der Gründung von EADS im Jahr 2000 wurde Eurocopter vollständig Teil des Konzerns, der heute Airbus heißt. Zum Jahresbeginn 2014 kam der neue Name: Airbus Helicopters. Ein Jahr später folgten die Modellnamen – aus EC135 wurde H135, aus EC145 T2 der H145.

Für dich als Spotter ist diese Geschichte mehr als Firmenchronik. Sie erklärt, warum die Typenbezeichnungen so bunt sind. SA steht für Sud-Aviation, AS für Aérospatiale, Bo für Bölkow, BK für die Kooperation von MBB und Kawasaki, EC für Eurocopter und H für die aktuelle Airbus-Generation. Viele Hubschrauber am Himmel tragen noch eine der alten Bezeichnungen, und in den Typcodes leben sie fast alle weiter.

1992Gründung als Eurocopter
2014Umbenennung in Airbus Helicopters
544Bruttobestellungen 2025
392Auslieferungen 2025

Donauwörth: das deutsche Herz

Die Kleinstadt an der Mündung der Wörnitz in die Donau ist für die deutsche Hubschrauberindustrie, was Hamburg-Finkenwerder für den A320 ist. Laut Airbus arbeiten am Standort mehr als 7.000 Menschen. Hier sitzt die Leitung der Airbus Helicopters Deutschland GmbH, und hier laufen die Endmontagelinien für den H135, den H145, dessen Militärversion H145M und den Transporthubschrauber NH90. 2013 zog auch die Entwicklung des deutschen Zweigs von Ottobrunn bei München nach Donauwörth.

Weniger bekannt ist die zweite Spezialität des Werks: Flugzeugtüren. Donauwörth fertigt Passagier- und Frachttüren für die Airbus-Verkehrsflugzeuge A320, A330 und A350. Wenn du also am Zaun eines Flughafens einen A350 oder einen A320neo fotografierst, steckt mit einiger Wahrscheinlichkeit ein Stück Donauwörth darin.

Der zweite deutsche Standort ist Kassel mit laut Airbus gut 500 Beschäftigten, die sich um dynamische Systeme kümmern – also um Getriebe und Rotorkomponenten – sowie um Wartung. Dazu passt eine Übernahme, die Ende 2022 angekündigt wurde: Airbus Helicopters kaufte den Getriebespezialisten ZF Luftfahrttechnik aus Kassel-Calden und führt ihn als Airbus Helicopters Technik weiter.

Standort Land Schwerpunkt
Marignane Frankreich Zentrale, Entwicklung, Endmontage, Testzentrum
Donauwörth Deutschland Endmontage H135, H145, H145M, NH90, Entwicklung, Flugzeugtüren
Kassel Deutschland Getriebe und Rotorsysteme, Wartung, Schulung
Albacete Spanien Rumpf- und Endmontage, Wartung
Grand Prairie USA Nordamerika-Geschäft, Kundendienst
Brașov Rumänien Endmontage des H215
Itajubá Brasilien Helibras, Fertigung für Südamerika

Werk ist kein Spotterplatz

Das Gelände in Donauwörth ist Industriegelände mit Werkschutz. Einen offiziellen Besucher- oder Spotterbereich gibt es nicht, und Erprobungsflüge folgen keinem öffentlichen Plan. Bleib auf öffentlichen Wegen, respektiere Absperrungen und Privatgrund. Was rechtlich gilt, fasst der Beitrag Ist Planespotting erlaubt? zusammen.

H135: der kleine Allrounder

Der H135 ist der direkte Nachfolger der Bo 105. Als EC135 flog er im Februar 1994 erstmals und ging 1996 in Dienst. Zwei Turbinen, ein gelenkloser Vierblattrotor, Kufen und – anders als beim Vorgänger – ein Fenestron im Heck: Diese Kombination machte ihn in Europa zum Standardhubschrauber für Luftrettung und Polizei. Je nach Version liegt das maximale Abfluggewicht bei knapp drei Tonnen.

In Deutschland begegnet dir der H135 in vielen Rollen. Die Bundespolizei, mehrere Landespolizeien sowie die großen Luftrettungsorganisationen haben oder hatten ihn in großer Zahl im Einsatz. Auch die Bundeswehr nutzt ihn für die Ausbildung. Neuere Maschinen erkennst du kaum von außen, wohl aber am Cockpit: Die aktuellen Versionen haben das Helionix-Avioniksystem mit großen Bildschirmen.

Seit März 2025 hat der H135 einen größeren Bruder: den H140. Er basiert auf dem H135, hat aber mehr Kabinenraum, einen Fünfblattrotor, ein T-Leitwerk, Klapptüren am Heck und einen hinten etwas höher gesetzten Heckausleger. Laut Airbus kam der Neue bis Ende 2025 auf 61 Festbestellungen – mit den ersten Auslieferungen wird er nach und nach am Himmel auftauchen.

H145: der Bestseller

Wenn ein Hubschrauber das aktuelle Airbus-Programm verkörpert, dann der H145. Seine Linie reicht zurück zur BK 117, die MBB gemeinsam mit Kawasaki entwickelte. Aus ihr entstand der EC145, der am 12. Juni 1999 in Donauwörth zum Erstflug abhob. Die modernisierte Fassung mit Fenestron und neuen Triebwerken erhielt 2014 als EC145 T2 ihre Zulassung und heißt seit 2015 H145. 2020 folgte die Version mit Fünfblattrotor, auf die sich auch ältere Maschinen umrüsten lassen.

2025 war der H145 laut Airbus mit 149 Bestellungen erneut das meistverkaufte Muster des Herstellers – im zivilen, im staatlichen und im militärischen Markt. Typisch sind seine großen Klapptüren am Heck, durch die bei Rettungsmaschinen die Trage geladen wird. Bei der Rega in der Schweiz, bei deutschen Luftrettern, bei Polizeien und bei der Bundeswehr ist er heute einer der häufigsten Hubschrauber überhaupt.

Für die Bundeswehr ist die militärische Variante H145M zentral. Im Dezember 2023 bestellte Deutschland zunächst 62 Maschinen plus 20 Optionen, im November 2024 übernahm die Truppe in Donauwörth die erste. 2025 zog Deutschland die Option, womit die Gesamtzahl auf 82 steigt. Beim Heer läuft der Typ als Leichter Kampfhubschrauber.

Christoph im Anflug?

Mit Planetrack setzt du Typen wie den H145 oder einzelne Kennzeichen auf deine Wunschliste und bekommst einen Sichtungs-Alarm, wenn sie in der Nähe landen. Die App startet bald – trag dich in die Warteliste ein.

H135 oder H145? So unterscheidest du sie

Die beiden Donauwörther Bestseller sehen sich auf den ersten Blick ähnlich: Kufen, große Cockpitverglasung, Fenestron. Mit drei Merkmalen trennst du sie trotzdem zuverlässig.

Merkmal H135 H145
Größe kompakt, niedrige Silhouette höher und bauchiger
Heck Heckausleger direkt am Rumpf hochgesetzter Leitwerksträger mit zwei großen Klapptüren darunter
Rotorblätter vier vier (bis 2020) oder fünf
Max. Abfluggewicht knapp 3 t rund 3,8 t
ICAO-Typcode EC35 EC45
Vorgänger Bo 105 BK 117, EC145

Der schnellste Weg ist das Heck. Siehst du unter dem Heckausleger eine große, senkrechte Klappe, ist es ein H145. Geht der Ausleger dagegen nahtlos aus dem schmalen Rumpf heraus, hast du einen H135 vor dir. Achtung beim neuen H140: Er hat ebenfalls Hecktüren, aber ein T-Leitwerk und fünf Blätter auf einem H135-ähnlichen Rumpf. Die alte EC145 ohne T2 erkennst du am offenen Heckrotor statt Fenestron – genau wie die noch ältere BK 117. Ausführlicher erklärt das der Beitrag Hubschraubertypen erkennen.

Typcode allein reicht nicht

Im Tracking erscheint die ganze Familie vom EC145 bis zum Fünfblatt-H145 unter EC45. Ob du eine alte Maschine oder eine brandneue gesehen hast, verrät erst das Kennzeichen – notier es deshalb immer. Wie Typcodes aufgebaut sind, steht in ICAO-Typcodes erklärt.

Die übrige Familie im Überblick

Neben den beiden Donauwörther Mustern baut Airbus Helicopters eine breite Palette, die überwiegend in Marignane endmontiert wird. Für Spotter in Mitteleuropa sind einige davon Alltag, andere seltene Gäste.

Muster Klasse Typische Einsätze Häufigkeit in Mitteleuropa
H125 (AS350) leicht, einmotorig Arbeitsflüge, Gebirge, Rundflüge in den Alpen häufig
H130 (EC130) leicht, einmotorig Rundflüge, VIP, Privat gelegentlich
H135 leicht, zweimotorig Rettung, Polizei, Ausbildung sehr häufig
H145 leicht bis mittel, zweimotorig Rettung, Polizei, Militär sehr häufig
H160 mittel, zweimotorig Offshore, Rettung, VIP noch selten
H175 super-mittel Offshore, Suche und Rettung Nordsee-Küste
H225 / H215 schwer Offshore, Militär, Feuerwehr selten
NH90 mittel, militärisch Transport, Marine an Bundeswehr-Standorten
Tiger Kampfhubschrauber Heer selten, eher bei Flugtagen

Wer historische Muster sucht, findet die Klassiker der Vorgängerfirmen noch vereinzelt im Einsatz und in Museen: die Gazelle, die Alouette III, den Puma und natürlich die Bo 105, die beim deutschen Heer im Dezember 2016 nach Jahrzehnten als Panzerabwehrhubschrauber verabschiedet wurde. Eine große Sammlung deutscher Hubschraubergeschichte zeigt das Hubschraubermuseum Bückeburg.

Woran du Airbus-Hubschrauber erkennst

Das wichtigste Familienmerkmal ist der Fenestron, ein ummantelter Heckrotor im Seitenleitwerk. Erstmals flog er 1968 an der Gazelle, heute tragen ihn H130, H135, H140, H145 und H160. Er ist leiser als ein offener Heckrotor und am Boden sicherer für Personal. Siehst du also eine runde Öffnung mit vielen kleinen Blättern im Leitwerk, liegt Airbus als Hersteller sehr nahe.

Nicht jeder Airbus-Hubschrauber hat ihn allerdings. H125, H175, H215, H225, NH90 und Tiger fliegen mit offenem Heckrotor. Bei ihnen helfen Größe, Fahrwerk und Rumpfform weiter: Die einmotorige H125 ist schlank und hat Kufen, die schweren Offshore-Muster haben einziehbares Radfahrwerk, der Tiger hat ein Tandemcockpit für zwei Besatzungsmitglieder hintereinander.

Heckrotor ansehen

Fenestron oder offener Heckrotor? Damit grenzt du die Familie in Sekunden ein.

Fahrwerk prüfen

Kufen sprechen für H125, H130, H135 oder H145, Radfahrwerk für die größeren Muster.

Heckpartie und Blätter zählen

Klapptüren unter dem Leitwerksträger sprechen für H145 (oder den neuen H140 mit T-Leitwerk), die Blattzahl verrät die Version.

Kennzeichen notieren

Erst das Kennzeichen zeigt Baujahr, Betreiber und genaue Variante.

Wo du die Hubschrauber siehst

Anders als Verkehrsflugzeuge folgen Hubschrauber keinem Flugplan, der Ort und Zeit verrät. Am verlässlichsten sind Rettungsstationen und Kliniken mit Landeplatz. In Deutschland tragen Rettungshubschrauber das Rufzeichen „Christoph“ mit einer Nummer oder einem Ortsnamen, viele von ihnen sind H135 oder H145. In der Schweiz ist die Rega mit H145 unterwegs.

Auch an Verkehrsflughäfen lohnt der Blick: Polizei- und Rettungshubschrauber haben dort oft eigene Stationen, und Werks- oder Überführungsflüge legen Zwischenstopps ein. Am Flughafen München und am Flughafen Nürnberg siehst du vom Besucherbereich aus immer wieder Hubschrauber. Die Zentrale in Marignane liegt direkt am Flughafen Marseille Provence, wo du mit etwas Glück neue Maschinen in Werksfarben erwischst.

Für Militärvarianten wie H145M, NH90 und Tiger sind Flugtage die beste Gelegenheit. Der Tag der Bundeswehr und die ILA in Berlin zeigen die Maschinen aus der Nähe. Wie du Militärhubschrauber zuordnest, erklärt der Beitrag zu den Kennzeichen von Bundeswehr-Luftfahrzeugen.

Hubschrauber im Tracking finden

Viele zivile Hubschrauber senden ADS-B und tauchen damit in den gängigen Flugverfolgungsdiensten auf. Weil sie tief fliegen, reißt der Empfang aber oft ab, sobald sie hinter Hügeln oder Gebäuden verschwinden. Militärische und manche polizeiliche Flüge sind gar nicht oder nur lückenhaft sichtbar. Plane deshalb mit Puffer und nutze die Typcodes EC35 und EC45 als Filter. Wie das konkret funktioniert, steht im Beitrag Hubschrauber auf dem Flugradar finden; allgemeine Tipps für Benachrichtigungen findest du in Alarme einrichten.

Airbus Helicopters lohnt sich für dich, wenn …

  • du Rettungs- und Polizeihubschrauber sammeln willst
  • du dich für Bundeswehr-Hubschrauber und Flugtage interessierst
  • du gern Varianten anhand kleiner Details unterscheidest

Bedingt, wenn …

  • du feste, planbare Bewegungen wie am Flughafen erwartest
  • du ohne Teleobjektiv unterwegs bist – Hubschrauber sind oft weit weg und schnell wieder verschwunden

Eher nichts, wenn …

  • du nur Verkehrsflugzeuge und Airlines sammelst

Airbus Helicopters im Wettbewerb

Der wichtigste Konkurrent in Europa ist der italienische Hersteller Leonardo, früher AgustaWestland. Dessen AW139 und AW169 treten direkt gegen H145 und H160 an, die AW109 war lange ein Arbeitspferd der Rega, die sie inzwischen durch H145 ersetzt. Am offenen Heckrotor unterscheidest du die Leonardo-Muster schnell von den Fenestron-Typen aus Donauwörth und Marignane. Die Triebwerke vieler Airbus-Hubschrauber, etwa die Arriel- und Arrius-Familien, kommen übrigens von Safran.

Nach eigenen Angaben hält Airbus Helicopters bei zivilen und staatlichen Hubschraubern den größten Marktanteil weltweit; 2025 lag er laut Airbus bei 51 Prozent der Bestellungen in diesem Segment, im Militärmarkt bei 28 Prozent. Solche Werte schwanken von Jahr zu Jahr, das Bild bleibt aber: In Europa kommt der Hubschrauber über dir sehr wahrscheinlich von Airbus.

Dein Hubschrauber-Hangar

Beiträge mit Typ und Kennzeichen, Hangar mit Wunschliste, Sichtungs-Alarme und eine Community, die Rettungshubschrauber genauso feiert wie den A380 – das ist Planetrack. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

Fazit

Airbus Helicopters ist der Hersteller, dessen Maschinen du in Deutschland am häufigsten über dir hörst – meist ohne es zu merken. Hinter dem Namen stecken Jahrzehnte deutsch-französischer Hubschraubergeschichte, von der Bo 105 bis zum neuen H140. Donauwörth ist dabei mehr als ein Werk: Hier entstehen H135 und H145, die das Bild von Luftrettung, Polizei und zunehmend Bundeswehr prägen.

Zum sicheren Bestimmen brauchst du nur wenige Merkmale: Fenestron oder offener Heckrotor, Kufen oder Räder, die Heckpartie und die Zahl der Rotorblätter. Den Rest erledigt das Kennzeichen. Mehr Praxistipps für unterwegs gibt dir der Beitrag Hubschrauber spotten.

Kurzfazit

Airbus Helicopters ist der Weltmarktführer aus Marignane und Donauwörth. Für Spotter in Deutschland zählen vor allem H135 und H145 – erkennbar am Fenestron, unterscheidbar an Heck und Größe, eindeutig erst mit dem Kennzeichen.

Zusammenfassung

  • Airbus Helicopters entstand 1992 als Eurocopter aus französischen und deutschen Vorgängern und ist heute nach eigenen Angaben Marktführer bei zivilen und staatlichen Hubschraubern.
  • Die deutsche Linie reicht von der Bo 105 über BK 117, EC135 und EC145 bis zu H135 und H145, die in Donauwörth endmontiert werden.
  • In Deutschland prägen diese beiden Muster Luftrettung, Polizei, Bundespolizei und zunehmend die Bundeswehr.
  • Für Spotter zählen Fenestron, Heckform, Blattzahl und Kennzeichen – der Typcode allein reicht oft nicht.

Häufige Fragen

Sind Airbus Helicopters und Eurocopter dasselbe Unternehmen?

Ja. Eurocopter wurde 1992 aus den Hubschrauberbereichen von Aérospatiale und DASA gegründet und Anfang 2014 in Airbus Helicopters umbenannt. Deshalb tragen viele Modelle und Typcodes noch das Kürzel EC, etwa EC135 oder EC145.

Was wird in Donauwörth gebaut?

Laut Airbus ist Donauwörth der Endmontagestandort für H135, H145, die Militärversion H145M und den NH90. Außerdem fertigt das Werk Türen für die Verkehrsflugzeuge A320, A330 und A350. Mit mehr als 7.000 Beschäftigten ist es ein bedeutender Arbeitgeber in der Region.

Was ist der Unterschied zwischen H135 und H145?

Beide sind zweimotorig und haben einen Fenestron. Der H135 ist kleiner und leichter, der H145 wirkt höher und bauchiger, hat große Klapptüren unter dem hochgesetzten Leitwerksträger und seit 2020 wahlweise fünf statt vier Rotorblätter. Der H145 liegt bei rund 3,8 Tonnen Abfluggewicht, der H135 knapp unter 3 Tonnen.

Welche Typcodes nutzen Airbus-Hubschrauber?

Viele Codes stammen aus der Eurocopter-Zeit: EC35 für den H135, EC45 für den H145, AS50 für den H125. Klassiker laufen als B105 (Bo 105) und BK17 (BK 117). Mehr dazu im Beitrag ICAO-Typcodes erklärt.

Was ist ein Fenestron?

Ein ummantelter Heckrotor, der im Seitenleitwerk sitzt statt frei am Heckausleger. Er ist leiser, sicherer am Boden und typisch für Airbus. Zum ersten Mal flog er 1968 an der französischen Gazelle; heute haben ihn unter anderem H130, H135, H145 und H160.

Fliegt die Bundeswehr Hubschrauber von Airbus Helicopters?

Ja, mehrere Muster. Der Kampfhubschrauber Tiger und der Transporthubschrauber NH90 stammen aus der Airbus-Welt. Neu ist der H145M: Deutschland hat insgesamt 82 Stück bestellt, die erste Maschine wurde im November 2024 in Donauwörth übergeben.

Kann ich am Werk Donauwörth spotten?

Das Werk ist Industriegelände ohne offiziellen Besucherbereich. Werkstattflüge und Erprobungen sind aus der Umgebung manchmal zu sehen, aber nicht planbar. Halte dich an Absperrungen und Privatgrund – was erlaubt ist, steht im Beitrag Ist Planespotting erlaubt?. Deutlich verlässlicher siehst du H135 und H145 an Rettungsstationen, Kliniken und Flughäfen.

Was ist der neue H140?

Ein leichter Zweimotoriger, den Airbus im März 2025 vorgestellt hat. Er basiert auf dem H135, hat aber eine größere Kabine, einen Fünfblattrotor, Klapptüren am Heck und ein T-förmiges Leitwerk. Bis Ende 2025 kam er nach Airbus-Angaben auf 61 Festbestellungen.

Sichtungen rund um Airbus Helicopters sammeln

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Passende Airlines

Die Fluggesellschaften dazu – mit IATA- und ICAO-Code, Rufzeichen und Lackierung.

Typische Flugzeuge

Flugzeugtyp

Airbus Helicopters H145

Ummantelter Heckrotor, hoch angesetzter Leitwerksträger, große Klapptüren am Heck: Der H145 ist Europas Rettungs- und Polizeihubschrauber schlechthin. So erkennst du ihn und seine Varianten.

Flugzeugtyp

Airbus Helicopters H135

Kompakt, zweimotorig, mit ummanteltem Heckrotor: Der H135 aus Donauwörth ist das Rückgrat der Luftrettung in Deutschland und Österreich. So erkennst du ihn und hältst ihn vom größeren H145 auseinander.

Flugzeugtyp

Airbus Helicopters H125

Ein Triebwerk, drei Rotorblätter, offener Heckrotor: Der H125 – bekannt als AS350 Écureuil oder AStar – ist das Arbeitspferd der Alpen und landete 2005 auf dem Mount Everest. So erkennst du ihn.

Flugzeugtyp

Airbus Helicopters H130

Drei Rotorblätter, ein ummantelter Heckrotor und eine Kabine wie ein Aussichtsfenster: Der H130, früher EC130, ist der Rundflug-Hubschrauber schlechthin – vom Grand Canyon bis Hawaii. So erkennst du ihn.

Flugzeugtyp

Airbus Helicopters H160

Geschwungene Rotorblätter, ein schräg gestellter Fenestron und ein doppeltes Höhenleitwerk: Der H160 ist der modernste Zweimot-Hubschrauber aus Marignane. So erkennst du ihn, seine Betreiber und den militärischen H160M Guépard.

Flugzeugtyp

Airbus Helicopters H175

Sieben Tonnen, fünf Rotorblätter, Platz für bis zu 18 Passagiere: Der H175 bringt Offshore-Crews über die Nordsee und fliegt in Hongkong Rettungseinsätze. So erkennst du ihn und seinen chinesischen Zwilling AC352.

Flugzeugtyp

Airbus Helicopters H225

Elf Tonnen, fünf Rotorblätter, bis zu 28 Soldaten: Der H225 ist die jüngste Super Puma. Erst Star der Nordsee, dann nach dem Turøy-Unglück 2016 am Boden, heute vor allem als militärische Caracal unterwegs. So erkennst du ihn.

Flugzeugtyp

Airbus Helicopters H215 (AS332 Super Puma / AS532 Cougar)

Vier Rotorblätter, offener Heckrotor, einziehbares Radfahrwerk und ein kantiger, langer Rumpf: Die Super Puma fliegt seit 1978 für Ölfirmen, Polizei und Luftwaffen. Heute heißt sie H215 – so erkennst du sie und ihre Varianten.

Flugzeugtyp

NHIndustries NH90

Kantiger Rumpf, vier Rotorblätter, Fly-by-Wire: Das NH90 ist der europäische Standardhubschrauber der NATO-Ära. Bei der Bundeswehr fliegt er als TTH, Sea Lion und Sea Tiger, anderswo wurde er vorzeitig ausgemustert. So erkennst du ihn.

Flugzeugtyp

Airbus Helicopters Tiger

Schlanker als der Apache, mit Kugel über dem Rotor oder Visier auf dem Cockpitdach: Der Tiger ist Europas eigener Kampfhubschrauber. So erkennst du UHT, HAP und HAD, wo er fliegt und warum seine Zeit in Deutschland und Australien abläuft.

Flugzeugtyp

MBB Bo 105

Klein, wendig, zweimotorig und mit gelenklosem Rotor: Die Bo 105 aus Ottobrunn hat die deutsche Luftrettung begründet, als PAH-1 Panzer gejagt und fliegt bis heute Loopings. So erkennst du den Klassiker.

Flugzeugtyp

MBB/Kawasaki BK 117

Hoher Leitwerksträger, große Klapptüren am Heck, offener Heckrotor: Die deutsch-japanische BK 117 hat die Luftrettung der 1980er und 90er geprägt und ist die Urmutter des heutigen H145. So erkennst du den Klassiker.

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Planetrack Redaktion

Diese Datenbank beschreibt Flughäfen, Flugzeughersteller, Airline-Gruppen, Allianzen und Luftfahrtmuseen. Eigentümer, Beteiligungen und Mitgliedschaften ändern sich laufend – gesicherte Angaben stehen im Steckbrief, alles Veränderliche ist als solches gekennzeichnet. Die einzelnen Fluggesellschaften findest du in der Airline-Datenbank.

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