Das Wichtigste in Kürze
- Die Gazelle ist ein leichter, einmotoriger Turbinenhubschrauber aus den Sechzigern, entwickelt von Sud Aviation und gebaut von Aérospatiale, heute Teil der Airbus-Helicopters-Geschichte.
- Sie flog als erster Hubschrauber mit Fenestron – dem ummantelten Heckrotor, der bis heute ein Markenzeichen von Airbus Helicopters ist.
- Militärisch geprägt haben sie vor allem das französische Heer (ALAT) als Panzerabwehr- und Aufklärungshubschrauber und die britischen Streitkräfte, die sie von 1974 bis 2023 nutzten.
- In der Warbird-Szene ist die Gazelle heute einer der zugänglichsten Militärhubschrauber: In Großbritannien fliegen ehemalige Armee-Maschinen in ziviler Hand, unter anderem bei der Gazelle Squadron.
- Schnellster Erkennungsweg: Fenestron, drei Blätter, Kufen und eine spitze Glaskanzel – im Tracking-Dienst steht GAZL.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist die Gazelle?
- 2.Von der SA 340 zum Serienmuster
- 3.Die Versionen im Überblick
- 4.Im Einsatz: Frankreich, Großbritannien und die Welt
- 5.Die Gazelle als Warbird
- 6.Die drei Merkmale, die zur Bestimmung reichen
- 7.Gazelle, H120 oder H130?
- 8.Wo du die Gazelle antriffst
- 9.Fototipps speziell für die Gazelle
- 10.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
- 11.Fazit
Steckbrief
| Hersteller | Sud Aviation, ab 1970 Aérospatiale; Lizenz- und Partnerbau bei Westland, SOKO und in Ägypten |
|---|---|
| ICAO-Typcode | GAZL |
| Erstflug Prototyp SA 340 | 7. April 1967 |
| Erster Flug mit Fenestron | 12. April 1968 |
| Erste französische Serienmaschine | August 1971 |
| Zivile Zulassung SA 341G | 7. Juni 1972 |
| Bauzeit | 1967 bis 1996 |
| Gebaute Exemplare | je nach Zählweise rund 1.700 bis über 1.750 inklusive Lizenzbau |
| Davon bei Westland | 262 |
| Triebwerk | 1 × Turbomeca Astazou (SA 341G: Astazou IIIA, 440 kW; SA 342: Astazou XIV) |
| Hauptrotor | 3 Blätter aus Faserverbund, 10,50 m Durchmesser |
| Heckrotor | Fenestron (ummantelter Heckrotor) |
| Länge mit Rotor | 11,97 m (SA 341G) |
| Max. Abfluggewicht | 1.800 kg (SA 341G) |
| Höchstgeschwindigkeit | rund 310 km/h (SA 341G, Meereshöhe) |
| Fahrwerk | Kufen |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Fenestron: Der Heckrotor läuft in einem runden Tunnel im Seitenleitwerk – die Gazelle war der erste Serienhubschrauber mit dieser Bauart
- Stark verglaste, spitz zulaufende Kanzel mit großer Frontscheibe; von vorn wirkt der Rumpf sehr schmal
- Drei Hauptrotorblätter an einem kompakten Rotorkopf, darunter die Turbine offen sichtbar hinter dem Rotormast
- Kufenlandegestell statt Räder
- Schlanker, langer Heckausleger mit kleiner Höhenflosse und senkrechten Endscheiben vor dem Fenestron
- Militärversionen oft mit Visier auf dem Kabinendach (HOT, Viviane) oder seitlichen Waffenträgern
Aktualisiert: Oktober 2026 – Eine schmale Glaskanzel, drei Rotorblätter, ein dünner Heckausleger und hinten statt eines offenen Rotors ein rundes Loch im Leitwerk: Wenn dir so ein kleiner Hubschrauber begegnet, ist es mit guter Chance eine Gazelle. Der Entwurf stammt aus den Sechzigern und hat Luftfahrtgeschichte geschrieben, denn mit ihm kam der Fenestron in die Serie. Die Gazelle flog für das französische Heer, für britische Armee, Marine und Luftwaffe, für Dutzende Exportkunden und für private Besitzer. Hier erfährst du, wie sie entstand, welche Versionen es gibt, woran du sie sicher erkennst und wo du sie heute noch fliegen siehst.
Gazelle gesichtet? Ab in den Hangar
Mit Planetrack hältst du jede Hubschrauber-Sichtung mit Foto, Typ, Kennzeichen und Spot fest – vom Warbird auf der Airshow bis zur Militärmaschine im Tiefflug. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Was ist die Gazelle?
Die Gazelle ist ein leichter, einmotoriger Turbinenhubschrauber für einen Piloten und eine Handvoll Passagiere. Mit einem maximalen Abfluggewicht von 1.800 Kilogramm in der zivilen Version SA 341G spielt sie in derselben Liga wie der Bell 206 JetRanger oder die MD 500. Sie ist allerdings deutlich schneller ausgelegt: Rund 310 km/h Höchstgeschwindigkeit nennt das Datenblatt der SA 341G.
Drei Konstruktionsmerkmale machen den Typ aus. Erstens der Fenestron, ein Heckrotor mit vielen kurzen Blättern, der in einem Tunnel im Seitenleitwerk läuft. Zweitens ein dreiblättriger Hauptrotor mit Blättern aus Faserverbundwerkstoff – damals ein moderner Ansatz. Drittens die Astazou-Wellenturbine von Turbomeca, dem Triebwerkshersteller, der heute zu Safran gehört. Sie sitzt gut sichtbar hinter dem Rotormast über der Kabine.
Gebaut wurde die Gazelle vor allem in Marignane bei Marseille, unweit des Flughafens Marseille. Dort betreibt Airbus Helicopters, der Nachfolger von Aérospatiale und Eurocopter, bis heute sein französisches Hauptwerk. Deshalb führen wir die Gazelle in der Datenbank unter Airbus, auch wenn auf keiner Maschine je dieser Name stand.
Von der SA 340 zum Serienmuster
Mitte der Sechziger suchte das französische Heer einen Nachfolger für die Alouette II, der schneller und moderner sein sollte. Sud Aviation antwortete mit der SA 340. Der Prototyp flog am 7. April 1967 – noch mit einem offenen Heckrotor nach dem Vorbild der Alouette. Den Fenestron erprobte Sud Aviation an einem zweiten Versuchsmuster, das am 12. April 1968 mit dem neuen Heck abhob. Die Idee eines ummantelten Heckrotors war älter, praxistauglich machte sie aber erst der französische Aerodynamiker Paul Fabre.
Beim Hauptrotor ging das Team zunächst einen ungewöhnlichen Weg: Der starre, gelenklose Rotor leitete sich von dem der Bo 105 ab, die MBB parallel in Deutschland entwickelte. Bei hohen Geschwindigkeiten zeigten sich allerdings Steuerungsprobleme, sodass die Serienmaschinen einen konventionelleren Rotorkopf mit Gelenken bekamen. Die Vorserie SA 341 flog ab August 1968, die erste französische Serienmaschine im August 1971. Ein Jahr später, am 7. Juni 1972, folgte die Zulassung der zivilen SA 341G.
In der Zwischenzeit war aus Sud Aviation durch Fusion Aérospatiale geworden, und die Gazelle hatte einen britischen Partner bekommen. Im Februar 1967 hatten Frankreich und Großbritannien ein Hubschrauber-Abkommen geschlossen, das drei Muster umfasste: den Puma, die Gazelle und den von Westland geführten Lynx. Westland übernahm einen großen Teil der Fertigung für die britischen Streitkräfte und baute am Ende 262 Gazelles.
Schon früh zeigte die Gazelle, was in ihr steckt. Sie stellte Geschwindigkeitsrekorde in ihrer Klasse auf, unter anderem rund 307 km/h über eine Messstrecke von drei Kilometern. Die zivile SA 341G schrieb außerdem Geschichte als erster Hubschrauber, der für Instrumentenflug mit nur einem Piloten zugelassen wurde – möglich machte das ein doppelt ausgelegter Autopilot.
Die Versionen im Überblick
Die Bezeichnungen der Gazelle folgen einem Buchstabenschema: Die Nummer verrät die Grundversion, der Buchstabe den Kunden oder Einsatzzweck.
| Version | Triebwerk | Kunde / Zweck | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| SA 340 | Astazou | Prototypen | erster Flug 1967, Fenestron ab 1968 |
| SA 341B (Gazelle AH.1) | Astazou III | British Army | 158 gebaut, Dienst ab Juli 1974 |
| SA 341C (Gazelle HT.2) | Astazou III | Royal Navy | 30 gebaut, Schulhubschrauber |
| SA 341D (Gazelle HT.3) | Astazou III | Royal Air Force | 14 gebaut, Schulung bis 1997 |
| SA 341E (Gazelle HCC.4) | Astazou III | Royal Air Force | nur ein Exemplar, Verbindungsflüge |
| SA 341F | Astazou III | französisches Heer | 166 gebaut, teils mit 20-mm-Kanone |
| SA 341G | Astazou IIIA | zivile Kunden | erste Einpiloten-IFR-Zulassung |
| SA 341H | Astazou III | Export | Lizenzbau bei SOKO in Jugoslawien |
| SA 342J | Astazou XIV | zivile Kunden | stärkeres Triebwerk |
| SA 342K / L | Astazou XIV | Export | Heißwetter- und Militärversionen |
| SA 342M / M1 | Astazou XIV | französisches Heer | Panzerabwehr mit HOT, später Visier Viviane |
Für dich als Spotter ist wichtig: Von außen sind SA 341 und SA 342 kaum zu unterscheiden. Militärische Ausrüstung wie Visiere, Waffenträger oder Infrarotunterdrücker am Auspuff verraten den Einsatzzweck, nicht zwingend die Grundversion. Die exakte Variante findest du über das Kennzeichen beziehungsweise die militärische Seriennummer heraus.
Praxis-Tipp: Seriennummer statt Raten
Britische Militär-Gazelles tragen Seriennummern im Format zwei Buchstaben plus drei Ziffern, ehemalige Armee-Maschinen fliegen heute oft zusätzlich mit G-Kennzeichen. Wie das britische Register funktioniert, erklärt der Beitrag Britische G-Kennzeichen.
Im Einsatz: Frankreich, Großbritannien und die Welt
Frankreich: Für das französische Heer, die ALAT (Aviation légère de l’armée de Terre), wurde die Gazelle über Jahrzehnte zum Arbeitspferd. Die SA 342M mit HOT-Panzerabwehrraketen ging ab 1984 in Dienst, dazu kamen Aufklärungsmaschinen, Versionen mit 20-mm-Kanone und die Flugabwehr-Gazelle mit Mistral-Raketen. Die modernisierte Version Viviane bekam ein Visier mit Wärmebildkamera und Laser-Entfernungsmesser auf dem Kabinendach. Im Golfkrieg 1990/91 schickte Frankreich nach französischen Angaben 60 HOT-Gazelles, 14 Kanonen- und 14 Aufklärungsmaschinen in die Operation Daguet. Später flogen Gazelles 2011 vor Libyen vom Hubschrauberträger aus und ab 2013 in Mali.
2007 nutzte das Heer noch fast 300 Gazelles, inzwischen ist die Flotte deutlich geschrumpft. In der Kampfrolle hat der Tiger übernommen, für die Schulung kam der H120. Den Rest der Aufgaben übernimmt in Frankreich schrittweise der H160M Guépard aus dem Programm HIL, eine Militärversion des H160. Weil sich dieses Programm verzögert hat, rechnen französische Quellen mit Gazelles bis in die 2030er Jahre (Stand: Oktober 2026).
Großbritannien: Hier flog die Gazelle bei allen drei Teilstreitkräften. Das Army Air Corps erhielt seine AH.1 ab Juli 1974, die Royal Navy nutzte die HT.2 als Schulhubschrauber, die Royal Air Force die HT.3. Im Falklandkrieg 1982 wurden Gazelles hastig mit Raketenbehältern, Panzerung und Schwimmern ausgerüstet; mehrere gingen verloren. In Nordirland flogen sie über Jahrzehnte Patrouillen und Überwachungsflüge, dazu kamen Einsätze im Golfkrieg, im Kosovo und in Afghanistan. Am 23. Oktober 2023 verabschiedete sich die Armee mit einem Formationsflug, am 31. Oktober 2023 endete der Dienst offiziell. Nachfolger ist der H135.
Export und Lizenzbau: In Jugoslawien baute SOKO die Gazelle ab 1971 in Lizenz, dort hieß sie Partizan. In Ägypten wurde sie ab den Achtzigern montiert. Weitere Kunden fanden sich unter anderem im Irak, in Syrien, Kuwait, Marokko, Ecuador, Irland und zahlreichen afrikanischen Staaten. Einige dieser Flotten sind längst ausgemustert – Ecuador etwa stellte seine Gazelles im Januar 2025 außer Dienst –, andere fliegen noch.
Flotten ändern sich laufend
Viele Gazelles sind über 40 Jahre alt, und gerade militärische Betreiber mustern aus. Prüf vor einer gezielten Tour aktuelle Angaben, statt dich auf ältere Flottenlisten zu verlassen (Stand: Oktober 2026).
Die Gazelle als Warbird
Mit dem Ende der Militärkarriere hat die Gazelle eine zweite begonnen. Kaum ein anderer Militärhubschrauber ist für Privatleute so zugänglich: Er ist klein, einmotorig, vergleichsweise sparsam und mit Westland-Teilen gut versorgt. In Großbritannien fliegen deshalb ehemalige Armee-, Marine- und Luftwaffen-Gazelles in ziviler Hand, häufig in ihren originalen Tarn- oder Schulungslackierungen.
Bekanntestes Beispiel ist die Gazelle Squadron, ein Display-Team, das ehemalige Militär-Gazelles bei Airshows vorführt. Laut dem Team übernahm Ende 2024 das Unternehmen Falcon Aviation die verbliebenen Gazelles aus dem Armeebestand. In der Saison 2026 stand unter anderem ein Auftritt bei der Shuttleworth Collection auf dem Programm. Parallel arbeitet das Team daran, einen ehemaligen Militär-Lynx wieder in die Luft zu bringen.
Für Spotter ist das ein Glücksfall: Wer die Gazelle früher nur hinter Kasernenzäunen sah, bekommt sie heute bei Flugtagen aus nächster Nähe vor die Linse – im Formationsflug, beim Schwebeflug vor dem Publikum und am Boden zum Anfassen. Auch auf großen Shows wie dem Royal International Air Tattoo oder den Airshows in Duxford tauchen Gazelles immer wieder auf.
Warbird-Gazelles auf die Wunschliste
Setz die Gazelle oder einzelne Kennzeichen in Planetrack auf deine Wunschliste und lass dich per Sichtungs-Alarm benachrichtigen, wenn sie an deinem Flughafen anfliegt. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.
Die drei Merkmale, die zur Bestimmung reichen
Leichte Turbinenhubschrauber gibt es viele. Bei der Gazelle führen dich drei Beobachtungen sicher ans Ziel.
Aufs Heck schauen
Der Fenestron grenzt sofort ein. Ein offener Heckrotor schließt die Gazelle aus und deutet eher auf eine Alouette III, eine H125 oder eine Bo 105.
Das Kennzeichen liefert wie immer die letzte Gewissheit. Wie du ein schwer lesbares Kennzeichen trotzdem ermittelst, steht im Beitrag Unlesbares Kennzeichen ermitteln. Einen breiten Überblick über Drehflügler bietet der Guide Hubschraubertypen erkennen.
Gazelle, H120 oder H130?
Alle drei haben einen Fenestron, eine Turbine und eine große Glaskanzel. Der Finder hilft beim Eingrenzen.
Schnellbestimmung: leichter Fenestron-Hubschrauber auf Kufen
Aérospatiale/Westland Gazelle
Spitze Glaskanzel, sichtbare Astazou-Turbine und drei Blätter: Das ist die Gazelle. Tarnlackierung oder Militär-Seriennummer deuten auf einen ehemaligen Armee-Hubschrauber.
Airbus H120 (EC120 Colibri)
Der rundliche Colibri ist der Nachfolger leichter Klassiker wie der Gazelle und wirkt deutlich moderner.
Airbus H130 (EC130)
Die breite Kabine mit der riesigen Frontscheibe ist typisch für den H130, der vor allem für Rundflüge und Rettungsdienste fliegt.
Wo du die Gazelle antriffst
Die Gazelle ist kein Alltagsmotiv mehr, aber an einigen Orten stehen die Chancen gut.
Großbritannien: Das beste Revier für Warbird-Gazelles. Airshows, Fly-ins und kleinere Flugplätze in Südengland sind die typischen Bühnen. Am East Midlands Aeropark steht zudem eine Gazelle als Ausstellungsstück neben anderen britischen Militärklassikern.
Frankreich: Im Militärdienst sind die Gazelles der ALAT nach wie vor unterwegs, vor allem rund um Heeresflieger-Standorte und Schulen in Süd- und Westfrankreich. Bevor du dort die Kamera auspackst, lies den Beitrag Fotografieren an französischen Flughäfen und die allgemeinen Regeln am Militärflugplatz. Statisch kannst du eine Gazelle bei Aeroscopia in Toulouse sehen.
Deutschland, Österreich, Schweiz: Hier ist die Gazelle ein Gast. Die Bundeswehr setzte auf die Bo 105, deshalb gibt es keine heimische Militärflotte. Mit Glück erwischst du ausländische Militär- oder Privatmaschinen auf Durchreise oder bei Flugtagen.
| Ort | Trefferchance | Warum |
|---|---|---|
| Britische Airshows und Fly-ins | hoch | Warbird-Gazelles in ziviler Hand, Gazelle Squadron |
| Französische Heeresflieger-Standorte | mittel | ALAT-Flotte noch im Dienst, wird schrittweise kleiner |
| Museen wie Aeroscopia oder East Midlands Aeropark | sicher (statisch) | Ausstellungsstücke |
| Deutsche Verkehrsflughäfen | niedrig | Überführungen und Gäste selten |
Militärische Gazelles senden nicht immer vollständige ADS-B-Daten. Tipps zum Aufspüren findest du in den Beiträgen Hubschrauber auf dem Flugradar finden und Militärflugzeuge online verfolgen.
Fototipps speziell für die Gazelle
Die Gazelle ist ein dankbares, aber kleines Motiv. Ein paar Punkte helfen dir zum besseren Bild.
Rotor in Bewegung zeigen
Drei Blätter frieren bei kurzer Belichtungszeit schnell ein. Starte mit rund 1/125 s und zieh sauber mit, damit der Rumpf scharf bleibt und der Rotor als Scheibe wirkt.
Fenestron ins Licht holen
Mit der Sonne im Rücken und leicht schräger Perspektive wird der ummantelte Heckrotor gut sichtbar. Im Gegenlicht verschwindet er als dunkles Loch im Leitwerk.
Display-Formation einplanen
Bei Airshows fliegen Gazelles oft paarweise oder in Formation. Plane ein etwas kürzeres Brennweitenende ein, damit alle Maschinen ins Bild passen.
Licht und Wind prüfen
Hubschrauber starten und landen bevorzugt gegen den Wind. Mit dem Sonnenstand-Planer und den Wind- und Pistenangaben in Planetrack siehst du vorab, wo du stehen solltest.
Mehr zur Technik bei Flugtagen findest du im Guide Airshows fotografieren, allgemeine Tipps für Drehflügler im Artikel Hubschrauber spotten.
Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
Es spricht für eine Gazelle, wenn …
- ein Fenestron im Seitenleitwerk sitzt
- du drei Hauptrotorblätter zählst
- die Kabine schmal, spitz und stark verglast ist
- im Tracking-Dienst GAZL steht
Sieh genauer hin, wenn …
- der Rumpf rundlicher wirkt – dann kann es ein H120 oder H130 sein
- die Maschine eine Tarnlackierung trägt, aber du das Heck nicht siehst
- du nur einen Schatten von unten siehst – die Blattzahl ist dann das beste Merkmal
Es ist keine Gazelle, wenn …
- ein offener Heckrotor dreht – dann eher Alouette, Bo 105 oder Ecureuil
- der Hubschrauber auf Rädern steht – dann eher ein Dauphin oder Lynx
- du vier oder mehr Hauptrotorblätter zählst
Fazit
Die Gazelle hat die Hubschrauberwelt nachhaltig verändert: Der Fenestron, den sie in die Serie brachte, steckt heute in vielen Modellen von Airbus Helicopters. Militärisch war sie über ein halbes Jahrhundert im Einsatz, vom Falklandkrieg bis nach Mali, und in Frankreich fliegt sie noch immer. In Großbritannien hat sie den Sprung in die Warbird-Szene geschafft und ist dort bei Airshows ein fester Programmpunkt. Für Spotter bleibt sie ein Klassiker, den man einmal im Hangar haben sollte.
Kurzfazit
Fenestron im Heck, drei Blätter, Kufen und eine spitze Glaskanzel: Das ist die Gazelle. Im Militärdienst suchst du sie in Frankreich, als Warbird auf britischen Airshows – und im Museum steht sie garantiert still für dich bereit. Das Kennzeichen oder die Seriennummer verrät dir, welche Geschichte deine Maschine hat.
Zusammenfassung
- Der Prototyp SA 340 flog am 7. April 1967, zunächst mit konventionellem Heckrotor; ab April 1968 erprobte ein Versuchsmuster den Fenestron.
- Ein britisch-französisches Abkommen von 1967 machte Westland zum Partner, der 262 Gazelles für Armee, Marine und Luftwaffe baute.
- Die SA 342 mit stärkerem Astazou XIV wurde in Frankreich mit HOT-Panzerabwehrraketen, später mit dem Visier Viviane und mit Mistral-Flugabwehrraketen zur Kampfversion.
- Die Fertigung endete 1996; Großbritannien musterte die letzten Armee-Gazelles im Oktober 2023 aus, Frankreich ersetzt sie schrittweise durch Tiger und den H160M Guépard.
Häufige Fragen
Was ist das Besondere an der Gazelle?
Sie war der erste Hubschrauber mit Fenestron, also einem Heckrotor, der ummantelt im Seitenleitwerk läuft. Das schützt Menschen am Boden, mindert Lärm und Vibrationen und macht den Rotor weniger anfällig für Fremdkörper. Dazu war die zivile SA 341G der erste Hubschrauber, der für Instrumentenflug mit nur einem Piloten zugelassen wurde.
Welchen ICAO-Typcode hat die Gazelle?
Alle Versionen von SA 341 und SA 342, auch die bei Westland gebauten Maschinen, laufen unter GAZL. Zwischen den Versionen unterscheidet der Code nicht – das klärt erst das Kennzeichen.
Was ist der Unterschied zwischen SA 341 und SA 342?
Die SA 342 hat das stärkere Triebwerk Astazou XIV statt des Astazou III der SA 341 und damit mehr Leistung für schwerere Zuladung und heiße Einsatzgebiete. Militärisch wurde vor allem die SA 342 bewaffnet, etwa als SA 342M mit HOT-Panzerabwehrraketen. Von außen sind beide Versionen kaum auseinanderzuhalten.
Hat die Bundeswehr die Gazelle geflogen?
Nein. Die deutschen Heeresflieger setzten als leichten Panzerabwehr- und Verbindungshubschrauber auf die Bo 105. Gazelles begegnen dir in Deutschland deshalb vor allem als Gäste, etwa bei Airshows oder auf Überführungsflügen.
Fliegt die britische Armee die Gazelle noch?
Nein. Das Army Air Corps verabschiedete seine letzten Gazelles mit einem Abschiedsflug am 23. Oktober 2023, offiziell endete die Dienstzeit am 31. Oktober 2023. Als Nachfolger dient der H135. Ehemalige Armee-Maschinen fliegen aber in ziviler Hand weiter.
Was ist die Gazelle Squadron?
Ein britisches Display-Team, das ehemalige Militär-Gazelles in ihren originalen Lackierungen bei Airshows vorführt. Laut dem Team übernahm Ende 2024 das Unternehmen Falcon Aviation die verbliebenen Gazelles aus dem Bestand der Armee. In der Saison 2026 trat die Gazelle Squadron unter anderem bei einer Show der Shuttleworth Collection auf.
Was ist die SOKO Partizan?
Die in Jugoslawien von SOKO in Lizenz gebaute Gazelle. Der Lizenzvertrag wurde am 1. Oktober 1971 unterzeichnet; je nach Quelle entstanden dort rund 130 bis über 200 Maschinen. In den Nachfolgestaaten Jugoslawiens waren bzw. sind einige davon noch im Einsatz.
Aérospatiale SA 341/342 Gazelle sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
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Flughäfen & Hersteller dazu
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HerstellerSafran
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FlughafenFlughafen Marseille Provence
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MuseumAeroscopia Toulouse
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Wo du die Aérospatiale SA 341/342 Gazelle siehst
Konkrete Standpunkte mit Betriebsrichtung, Lichtzeiten, Koordinaten und einer ehrlichen Einschätzung, ob sich die Anreise lohnt.
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