Das Wichtigste in Kürze
- Der H225 ist die jüngste Super Puma: Eurocopter entwickelte ihn als EC225 aus dem AS332 L2 und ersetzte unter anderem den Vierblatt- durch einen Fünfblattrotor.
- Die militärische Schwester heißt H225M, früher EC725 Caracal, und fliegt unter anderem für Frankreich, Brasilien, Mexiko, Singapur, Ungarn und die Niederlande.
- Ein tiefer Einschnitt war das Turøy-Unglück am 29. April 2016 bei Bergen mit 13 Toten. Es folgten Flugverbote, viele Offshore-Kunden stiegen danach dauerhaft auf andere Typen um.
- Polen wählte 2015 die Caracal für ein Großprogramm, brach die Verhandlungen im Oktober 2016 aber ab.
- In Tracking-Diensten erscheinen H225 und H225M unter dem ICAO-Code EC25.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| Hersteller | Airbus Helicopters (bis 2014 Eurocopter), Marignane, Frankreich |
|---|---|
| Familie | Super Puma/Cougar, Weiterentwicklung des AS332 L2 |
| ICAO-Typcode | EC25 |
| Programmstart | Juni 1998 (Ankündigung durch Eurocopter) |
| Erstflug | 27. November 2000 |
| EASA-Zulassung | Juli 2004 |
| Triebwerke | 2 × Safran (Turbomeca) Makila 2A1 |
| Hauptrotor | 5 Blätter, Spheriflex-Rotorkopf, 16,2 m Durchmesser |
| Rumpflänge | rund 19,5 m |
| Max. Abfluggewicht | rund 11 t (11,2 t mit Außenlast) |
| Kapazität | 19 bis 24 Passagiere je nach Bestuhlung (zivil) bzw. 28 Soldaten (H225M) |
| Außenlast | 4.750 kg am Lasthaken laut Airbus |
| Höchstgeschwindigkeit | rund 275 km/h (H225), bis 324 km/h laut Datenblatt H225M |
| Reichweite H225M | 920 km Standard, 1.253 km mit Zusatztanks laut Airbus |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Fünfblättriger Hauptrotor auf einem hohen, kantigen Super-Puma-Rumpf – ältere Super Puma haben nur vier Blätter
- Offener Heckrotor am Ende des Leitwerksträgers, kein Fenestron wie bei H135, H145 oder H160
- Einziehbares Radfahrwerk mit Hauptfahrwerk in seitlichen Rumpfverkleidungen
- Zwei Triebwerke nebeneinander oben auf dem Kabinendach unter einer gemeinsamen Verkleidung
- Lange Kabine mit großen Schiebetüren; zivil oft mit Schwimmkörper-Behältern und Rettungsinseln, militärisch häufig mit Tankstutzen für Luftbetankung an der Nase
- Zivil meist in Offshore- oder SAR-Farben, militärisch in Tarnlackierung als Caracal
Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein hoher, kantiger Hubschrauber mit fünf langen Rotorblättern, Rädern und einer Kabine so groß wie ein Kleinbus donnert tief über die Landschaft: Gut möglich, dass du gerade einen Airbus Helicopters H225 gesehen hast. Zivil hieß er lange EC225 Super Puma, militärisch kennt man ihn als H225M oder EC725 Caracal. Kaum ein Hubschrauber hat eine so wechselvolle Geschichte. Er war der Star der Nordsee-Offshore-Flotten, wurde nach einem schweren Unglück 2016 aus dem Verkehr gezogen und hat sich als Militär- und Rettungshubschrauber neu erfunden. Hier erfährst du, wie er entstanden ist, was 2016 passiert ist und woran du ihn sicher erkennst.
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Was ist der Airbus H225?
Der H225 ist ein zweimotoriger Hubschrauber der Elf-Tonnen-Klasse und das Spitzenmodell der zivilen Palette von Airbus Helicopters. Er gehört zur Super-Puma-Familie, deren Wurzeln bis zum Aérospatiale SA 330 Puma der Sechzigerjahre zurückreichen. Sein direkter Vorgänger ist der AS332 L2 Super Puma, der heute zusammen mit den älteren Versionen unter dem Namen H215 läuft.
Angetrieben wird der H225 von zwei Wellenturbinen vom Typ Makila 2A1 des französischen Herstellers Safran, früher Turbomeca. Der fünfblättrige Hauptrotor misst 16,2 Meter im Durchmesser, der Rumpf ist rund 19,5 Meter lang. Das maximale Abfluggewicht liegt bei rund elf Tonnen, mit Außenlast bei 11,2 Tonnen. Am Lasthaken trägt er laut Airbus bis zu 4,75 Tonnen.
In der zivilen Kabine sitzen je nach Bestuhlung 19 bis 24 Passagiere, im Sanitätslayout passen mehrere Tragen hinein. Die militärische Version nimmt bis zu 28 voll ausgerüstete Soldaten auf. Zum Vergleich: Der neuere H175 ist mit knapp acht Tonnen Abfluggewicht deutlich leichter und ist eine komplette Neukonstruktion.
Laut Airbus sind mehr als 400 H225 und H225M an Kunden in über 40 Ländern gegangen. Die Familie hat im Februar 2026 die Marke von einer Million Flugstunden überschritten.
Vom AS332 L2 zum EC225: die Entwicklung
Ende der Neunzigerjahre wollte Eurocopter seinen großen Super Puma modernisieren. Im Juni 1998 kündigte das Unternehmen den EC225 an. Gleichzeitig suchte die französische Luftwaffe einen Hubschrauber für Kampfrettung, also die Bergung abgeschossener Piloten hinter feindlichen Linien. Daraus entstanden zwei Linien auf derselben Basis: der zivile EC225 und der militärische EC725.
Die wichtigsten Änderungen gegenüber dem AS332 L2:
| Bereich | AS332 L2 (H215) | EC225 / H225 |
|---|---|---|
| Hauptrotor | 4 Blätter | 5 Blätter, Spheriflex-Rotorkopf |
| Triebwerke | Makila 1A2 | Makila 2A1 mit digitaler Regelung (FADEC) |
| Cockpit | konventionelle Instrumente | Glascockpit mit vier großen Bildschirmen |
| Autopilot | Standard | Vierachs-Autopilot mit SAR-Modi und automatischem Schwebeflug |
Der Erstflug fand am 27. November 2000 statt. Entwickelt und gebaut wird der Typ in Marignane bei Marseille, wo Airbus Helicopters sein großes französisches Werk direkt neben dem Flughafen Marseille betreibt. Im Juli 2004 erteilte die EASA die Musterzulassung, Ende 2004 kam der Typ in Dienst. Die französische Luftwaffe erhielt ihre erste EC725 im Februar 2005.
Im Zuge der Umbenennung von Eurocopter in Airbus Helicopters wurden aus EC225 und EC725 im Jahr 2015 die Bezeichnungen H225 und H225M. Im selben Jahr erhielt der Typ als erster ausländischer schwerer Hubschrauber eine Zulassung in Russland. Ein Nachfolgeprojekt mit dem Arbeitstitel X6 wurde 2015 gestartet, Anfang 2018 aber wieder auf Eis gelegt.
Offshore-Star der Nordsee – und der tiefe Fall
Der EC225 war für den Offshore-Markt wie gemacht: große Reichweite, viel Platz, Enteisung für Winterflüge und ein Autopilot, der Anflüge auf Plattformen bei schlechtem Wetter erleichtert. Betreiber wie CHC, Bristow und andere bauten große Flotten auf, CHC hatte um 2011 die größte H225-Flotte der Welt. In Aberdeen, Stavanger und am Flughafen Bergen gehörten die Maschinen zum Alltag.
Zwei Notwasserungen 2012
Im Jahr 2012 mussten zwei EC225 in der Nordsee notwassern, beide wegen Problemen mit einer Welle im Hauptgetriebe. Am 10. Mai 2012 ging G-REDW nach einem Ausfall der Getriebeschmierung nieder, am 22. Oktober 2012 folgte G-CHCN. In beiden Fällen überlebten alle Insassen. Nach Änderungen an der betroffenen Welle und am Warnsystem kehrte der Typ 2013 in den Dienst zurück.
Das Unglück bei Turøy 2016
Am 29. April 2016 war die EC225 LP mit dem Kennzeichen LN-OJF von CHC Helikopter Service auf dem Rückflug von der Ölplattform Gullfaks B nach Bergen. Wenige Minuten vor der Landung löste sich der Hauptrotor vom Hubschrauber, die Maschine stürzte auf der kleinen Insel Skitholmen bei Turøy ab. Alle 13 Menschen an Bord starben.
Die norwegische Untersuchungsbehörde AIBN legte ihren Abschlussbericht im Juli 2018 vor. Ursache war ein Ermüdungsbruch an einem Planetenrad der zweiten Stufe im Hauptgetriebe. Ein Riss war unter der Oberfläche gewachsen, ohne dass die Überwachungssysteme ihn erkennen konnten. Die Behörde sprach zwölf Empfehlungen aus, darunter eine Überprüfung der Getriebekonstruktion durch Airbus.
Respekt bei Unglücksthemen
Hinter jedem Absturz stehen Menschen und Angehörige. Wenn du über Unfälle schreibst oder Bilder teilst, bleib sachlich. Was rechtlich zu beachten ist, erklärt der Beitrag Fotos von Flugunfällen und Notlandungen.
Flugverbot und Folgen
Noch am Unglückstag stoppten die Luftfahrtbehörden Norwegens und Großbritanniens den kommerziellen Betrieb des EC225 LP, im Mai 2016 auch des AS332 L2. Am 2. Juni 2016 erließ die EASA eine Notfall-Lufttüchtigkeitsanweisung, die alle Flüge von EC225 LP und AS332 L2 in Europa untersagte. Im Oktober 2016 hob die EASA das Verbot unter Auflagen wieder auf, Norwegen und Großbritannien hielten ihre Beschränkungen zunächst aufrecht.
Die wirtschaftlichen Folgen waren gewaltig. Der Ölkonzern Statoil, heute Equinor, kündigte an, den Typ nicht mehr einzusetzen, und setzte auf die Sikorsky S-92. Andere Ölfirmen und Betreiber zogen nach. Viele zivile H225 standen jahrelang abgestellt, wurden in andere Weltregionen verkauft oder für Brandbekämpfung, Arbeitsflüge und Rettungsdienst umgerüstet. 2021 einigten sich Airbus und die Hinterbliebenen außergerichtlich.
H225M Caracal: der militärische Zweig
Während das Offshore-Geschäft einbrach, wurde die Militärversion zum wichtigsten Standbein. Der H225M ist auf Spezialkräfte, Kampfrettung, taktischen Transport und Verwundetentransport ausgelegt. Airbus nennt eine Reichweite von 920 Kilometern, mit Zusatztanks 1.253 Kilometer. Dank Luftbetankung kann er mehr als zehn Stunden in der Luft bleiben. Dazu kommen gepanzerte Sitze, selbstdichtende Tanks, Raketenwarner und Täuschkörperwerfer. Mit dem Waffensystem HForce lassen sich Maschinengewehre, Raketen und Lenkflugkörper integrieren.
Frankreich
Frankreich ist der Ursprungskunde. Die Luftwaffe bestellte die EC725 für die Kampfrettung, auch das Heer setzt sie für Spezialkräfte ein. Die Caracal flog Einsätze unter anderem bei der Evakuierung aus dem Libanon 2006, in Afghanistan, Libyen und Mali. Laut Airbus hat der H225M über 300.000 Flugstunden in acht Einsatzgebieten gesammelt.
Polen: die geplatzte Großbestellung
Für viel Aufsehen sorgte Polen. Im April 2015 erklärte das Verteidigungsministerium in Warschau, 50 Caracal als neue Standardhubschrauber zu beschaffen. Die Maschinen bestanden im Mai 2015 die staatlichen Erprobungen. Nach einem Regierungswechsel stockten die Verhandlungen, vor allem über die Gegengeschäfte für die polnische Industrie. Im Oktober 2016 brach Polen die Gespräche ab. Das Verhältnis zu Frankreich kühlte daraufhin merklich ab. Polen kaufte später stattdessen Muster anderer Hersteller, darunter den Leonardo AW101 und den Black Hawk.
Weitere Nutzer
Airbus führt heute zwölf Nationen mit mehr als 150 H225M im Dienst. Dazu zählen:
| Land | Besonderheit |
|---|---|
| Brasilien | Fertigung durch die Airbus-Tochter Helibras in Itajubá, Einsatz bei allen Teilstreitkräften |
| Mexiko | Bestellung 2009, Einsatz gegen Drogenkartelle |
| Malaysia | zwölf Maschinen, beteiligt an der Suche nach MH370 |
| Indonesien | Kampfrettungsversion, erste Auslieferung 2014 |
| Kuwait | Vertrag über 30 Maschinen 2016 |
| Singapur | Auswahl 2016 als Ersatz der Super Puma |
| Ungarn | Teil der Modernisierung der Luftstreitkräfte |
| Niederlande | Vertrag über zwölf Maschinen im November 2024 |
Außerdem nennt Airbus Thailand und den Irak als Betreiber, und Anfang Oktober 2026 meldete der Hersteller einen Auftrag aus Rumänien über zwölf Maschinen. Bestellungen und Auslieferungen ändern sich laufend, prüf deshalb aktuelle Angaben, bevor du eine gezielte Tour planst.
Caracal auf die Wunschliste
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So erkennst du den H225 sicher
Die Super-Puma-Familie sieht auf den ersten Blick sehr einheitlich aus. Drei Beobachtungen helfen dir, den H225 von seinen Verwandten zu trennen.
Blätter zählen
Der H225 hat fünf Hauptrotorblätter. Der ältere AS332 Super Puma (H215) und der militärische AS532 Cougar fliegen mit vier. Bei gleicher Rumpfform ist die Blattzahl das stärkste Unterscheidungsmerkmal.
Rumpf und Heck
Hoher, eher kantiger Rumpf, Radfahrwerk mit seitlichen Verkleidungen und ein offener Heckrotor. Ein Fenestron im Leitwerk, wie ihn H135, H145 und H160 haben, schließt den H225 aus.
Militärische Details
Eine Caracal erkennst du oft am Tankstutzen an der Nase, an Sensorkugeln, Selbstschutzanlagen und Tarnlackierung. Zivile H225 tragen dagegen Schwimmkörperbehälter und meist bunte Betreiberfarben.
Die letzte Sicherheit bringt das Kennzeichen. Zivile Maschinen tragen ein reguläres Länderkennzeichen, britische etwa ein G-Kennzeichen, wie im Beitrag Britische G-Kennzeichen beschrieben. Militärische Caracals haben Seriennummern der jeweiligen Streitkräfte. Mehr zur Bestimmung von Drehflüglern findest du im Guide Hubschraubertypen erkennen.
Schnellbestimmung: große Zweimot-Hubschrauber
Airbus H225 / H225M
Fünf Blätter auf dem Super-Puma-Rumpf sind das typische H225-Bild. Tankstutzen und Tarnfarbe sprechen für eine Caracal, bunte Farben und Schwimmkörper für die zivile Version.
Airbus H215 (AS332 Super Puma / AS532 Cougar)
Vier Blätter auf demselben Grundrumpf deuten auf die ältere Super Puma oder die militärische Cougar.
NH90
Ein glatter, rundlicher Rumpf mit vier Blättern passt eher zum NH90, an dem Airbus Helicopters ebenfalls beteiligt ist.
Häufige Verwechslungen
Es spricht für den H225, wenn …
- du fünf Hauptrotorblätter auf einem hohen, kantigen Rumpf siehst
- ein offener Heckrotor und ein Radfahrwerk dazukommen
- im Tracking-Dienst EC25 als Typ steht
Sieh genauer hin, wenn …
- du den Rotor nur unscharf oder von schräg unten siehst – dann ist die Blattzahl schwer zu zählen
- eine Militärmaschine in Tarnfarbe vorbeifliegt – Cougar und Caracal ähneln sich stark
- du in Brasilien fotografierst – dort fliegen ältere Super Puma und neue Caracal nebeneinander
Ein weiterer Kandidat in Europa ist der NH90, den auch die Bundeswehr fliegt. Er hat vier Blätter und einen deutlich runderen Rumpf. Den Urahn der Familie, den Puma mit seinem vierblättrigen Rotor, findest du heute vor allem in Museen und bei einigen Staatsbetreibern.
Wo du den H225 antriffst
Feste H225-Basen gibt es in Deutschland nicht. Für eine Sichtung musst du gezielt planen oder Glück haben.
| Ort | Trefferchance | Warum |
|---|---|---|
| Airbus-Werk Marignane bei Marseille | hoch | Endmontage, Erprobung und Auslieferungsflüge |
| Militärflugplätze in Frankreich | mittel | Caracal-Staffeln von Luftwaffe und Heer |
| Niederländische Militärflugplätze | steigend | die bestellten H225M lösen dort die Cougar ab |
| Nordsee-Offshore-Basen | niedrig bis mittel | nach 2016 stark geschrumpfte zivile Präsenz |
| Luftfahrtmessen wie Le Bourget | mittel | Static Display und Vorführungen von Airbus Helicopters |
Auf der Paris Air Show in Le Bourget stellt Airbus Helicopters regelmäßig aus. Militärische Maschinen senden nicht immer ADS-B-Daten. Wie du sie trotzdem verfolgst, erklären die Beiträge Militärflugzeuge online verfolgen und Hubschrauber auf dem Flugradar finden. Rund um Militärflugplätze gelten besondere Regeln; lies vorher den Beitrag Militärflugplatz fotografieren.
Fototipps für den H225
Große Hubschrauber verzeihen beim Fotografieren mehr als kleine, weil der Rotor langsamer dreht und die Blätter lang sind. Trotzdem entscheidet die Verschlusszeit über das Bild.
Rotor bewegt zeigen
Starte mit Werten um 1/125 s und zieh sauber mit. So bleibt der Rumpf scharf, die fünf Blätter verwischen zu einer Scheibe.
Profil und Dreiviertelansicht
Im Profil siehst du Radfahrwerk, Tankstutzen und Heckrotor. Von schräg vorn wirkt der massige Rumpf am eindrucksvollsten.
Abwind beachten
Ein Elf-Tonnen-Hubschrauber erzeugt starken Abwind. Halte Abstand, sichere Taschen und Stativ und schütz die Linse vor Sand.
Mehr zur Technik steht im Guide Propeller fotografieren: die richtige Verschlusszeit, allgemeine Tipps im Artikel Hubschrauber spotten. Mit dem Sonnenstand-Planer und den Wetter- und Windangaben in Planetrack siehst du vor der Tour, aus welcher Richtung Licht und Anflug kommen.
Fazit
Der H225 ist ein Hubschrauber mit zwei Gesichtern. Zivil war er einst das Arbeitspferd der Nordsee, bis das Unglück bei Turøy 2016 sein Offshore-Kapitel weitgehend beendete. Militärisch ist er als Caracal gefragter denn je, von Frankreich über Brasilien bis in die Niederlande. Die geplatzte polnische Großbestellung zeigt, wie politisch solche Programme sein können. Für Spotter in Mitteleuropa bleibt er eine eher seltene, dafür umso spannendere Sichtung.
Kurzfazit
Hoher Super-Puma-Rumpf, fünf Hauptrotorblätter, offener Heckrotor und Räder: Das ist der H225. Tankstutzen und Tarnfarbe machen ihn zur Caracal. Zähl die Blätter, notier das Kennzeichen und halte auf Messen und an Militärflugplätzen die Augen offen.
Zusammenfassung
- Eurocopter kündigte den EC225 im Juni 1998 an. Erstflug war am 27. November 2000, die EASA-Zulassung folgte im Juli 2004.
- Als Eurocopter zu Airbus Helicopters wurde, bekamen EC225 und EC725 im Jahr 2015 die neuen Namen H225 und H225M.
- Nach zwei Notwasserungen 2012 und dem tödlichen Absturz bei Turøy 2016 verlor der Typ im Nordsee-Offshore-Geschäft stark an Bedeutung.
- Heute fliegt die Familie vor allem militärisch, im Such- und Rettungsdienst, in der Brandbekämpfung und für Staats- und VIP-Aufgaben.
Häufige Fragen
Sind H225, EC225 und Super Puma dasselbe?
Fast. EC225 ist der ursprüngliche Name unter Eurocopter, seit 2015 heißt der Hubschrauber H225. „Super Puma“ ist der Familienname, den auch die älteren AS332 tragen. Der H225 ist also eine Super Puma, aber nicht jede Super Puma ist ein H225 – die älteren Versionen heißen heute H215.
Was ist der Unterschied zwischen H225 und H225M?
Der H225M ist die militärische Version, früher EC725 Caracal. Er fasst bis zu 28 Soldaten, kann Panzerung, Selbstschutzanlagen und Waffen tragen und lässt sich in der Luft betanken. Der zivile H225 ist auf Passagiere, Offshore-Flüge, SAR und VIP-Transporte ausgelegt.
Welchen ICAO-Typcode hat der H225?
Zivile und militärische Maschinen laufen unter EC25. Der Code verweist auf die alte Bezeichnung EC225. Militärische Caracals senden allerdings nicht immer ADS-B-Daten, im Tracking siehst du sie deshalb seltener.
Warum bekam der H225 2016 ein Flugverbot?
Am 29. April 2016 stürzte eine EC225 LP von CHC Helikopter Service auf dem Rückflug von der Plattform Gullfaks B bei der Insel Turøy nahe Bergen ab, alle 13 Insassen starben. Der Hauptrotor hatte sich vom Hubschrauber gelöst. Ursache war laut Abschlussbericht der norwegischen Untersuchungsbehörde ein Ermüdungsbruch an einem Planetenrad im Hauptgetriebe. Norwegen und Großbritannien stoppten den Betrieb sofort, im Juni 2016 verhängte die EASA ein europaweites Flugverbot, das sie im Oktober 2016 wieder aufhob.
Fliegt der H225 heute noch über der Nordsee?
Deutlich seltener als früher. Der Ölkonzern Statoil (heute Equinor) verzichtete nach dem Unglück dauerhaft auf den Typ, und viele Offshore-Betreiber setzen seither auf andere Muster wie die Sikorsky S-92 oder den H175. Zahlreiche zivile H225 wechselten in andere Regionen und Einsatzbereiche.
Was hatte Polen mit der Caracal zu tun?
Polen kündigte im April 2015 an, 50 Caracal als neue Mehrzweckhubschrauber für die Streitkräfte zu beschaffen. Die Verhandlungen über die Gegengeschäfte scheiterten aber, und im Oktober 2016 brach Warschau das Verfahren ab. Das sorgte damals für spürbare Verstimmung zwischen Polen und Frankreich.
Wo sehe ich eine Caracal in Deutschland?
Feste Stationierungen gibt es hierzulande nicht. Chancen bieten Luftfahrtmessen, gemeinsame Übungen mit Nachbarstreitkräften und Überführungen. Seit die Niederlande H225M bestellt haben, lohnt sich außerdem der Blick in Richtung niederländischer Militärflugplätze.
Airbus Helicopters H225 sammeln statt nur sehen
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