Das Wichtigste in Kürze
- Der Tiger ist ein deutsch-französischer Kampfhubschrauber, entwickelt von Aérospatiale und MBB, gebaut von Eurocopter und heute von Airbus Helicopters betreut.
- Schnellster Erkennungsweg: Kugel über dem Rotor ohne Kanone = deutscher UHT; Visier auf dem Cockpitdach plus Kanone unter der Nase = HAP/HAD oder australischer ARH.
- Vier Länder haben den Tiger geflogen: Deutschland, Frankreich, Spanien und Australien.
- Auslaufmodell in zwei Ländern: Australien hat seine Tiger im September 2026 verabschiedet, die Bundeswehr will den Typ bis spätestens 2032 ausmustern.
- Frankreich und Spanien bleiben beim Tiger und modernisieren ihn im Programm Tiger Mk III.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist der Tiger?
- 2.Vom Kalten Krieg zu Airbus Helicopters
- 3.Die Versionen im Überblick
- 4.So erkennst du den Tiger
- 5.Tiger, Apache, Cobra oder Mi-24?
- 6.Die Betreiber: Deutschland, Frankreich, Spanien, Australien
- 7.Tiger Mk III: die Zukunft in Frankreich und Spanien
- 8.Wo du Tiger am besten fotografierst
- 9.Fototipps für den Tiger
- 10.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
- 11.Fazit
Steckbrief
| Hersteller | Eurocopter, seit 2014 Airbus Helicopters (Endmontage u. a. in Donauwörth und Marignane) |
|---|---|
| Ursprung | Deutsch-französisches Rüstungsprogramm aus den 1980er-Jahren (Aérospatiale und MBB) |
| Rolle | Zweisitziger Kampf- und Unterstützungshubschrauber |
| Erstflug (Prototyp PT1) | 27. April 1991 |
| Erste Auslieferungen an die Truppe | März 2005 (Frankreich), April 2005 (Deutschland) |
| Besatzung | 2 im Tandem (Pilot vorn, Waffensystemoffizier hinten) |
| Triebwerke | 2 × MTR390 bzw. leistungsgesteigerte MTR390-E (MTU, Safran, Rolls-Royce) |
| Hauptrotor | 13 m Durchmesser, vier Blätter, gelenklos |
| Heckrotor | drei Blätter, offen am Seitenleitwerk |
| Gewichtsklasse | rund 6 Tonnen, HAD bis etwa 6,6 t Abfluggewicht |
| Höchstgeschwindigkeit | je nach Version knapp 290 bis 315 km/h |
| Bewaffnung (je nach Version) | 30-mm-Kanone (nicht beim deutschen UHT), PARS 3 LR, HOT, Hellfire, Spike, Raketen, Stinger oder Mistral |
| Gebaut | rund 175 Maschinen |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Schmaler Rumpf mit Tandem-Cockpit – beim Tiger sitzt der Pilot vorn, der Waffensystemoffizier hinten und erhöht (umgekehrt wie beim Apache)
- Deutscher UHT: runde Mastvisier-Kugel über dem Rotorkopf und keine Kanone unter der Nase
- Französische und spanische Tiger (HAP/HAD) sowie australische ARH: Visier als Kuppel auf dem Cockpitdach vor dem Rotor und eine 30-mm-Kanone im Kinnturm
- Dreiblättriger Heckrotor offen an der Spitze des Seitenleitwerks, dazu ein Höhenleitwerk mit kleinen Endscheiben
- Kurze Stummelflügel mit je zwei Waffenstationen und Spornradfahrwerk (zwei Hauptbeine, kleines Heckrad)
- Triebwerke links und rechts oben am Rumpf, insgesamt kleiner und rundlicher als ein AH-64
Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein schlanker, dunkel lackierter Hubschrauber mit zwei Glaskanzeln hintereinander, kurzen Flügeln und einer seltsamen Kugel über dem Rotor: Wer in Nordhessen oder bei einer Bundeswehr-Veranstaltung so etwas sieht, hat einen Tiger vor der Linse. Der deutsch-französische Kampfhubschrauber ist Europas Antwort auf den amerikanischen Apache und fliegt in Deutschland, Frankreich und Spanien. Australien hat ihn gerade ausgemustert, und auch in Deutschland läuft seine Zeit ab. Hier erfährst du, wie du die Versionen auseinanderhältst, wo du ihn noch findest und worauf du beim Fotografieren achten solltest.
Den Tiger in deinen Hangar
Mit Planetrack hältst du jede Tiger-Sichtung mit Foto, Typ, Kennzeichen und Spot fest – vom Airshow-Exponat bis zum Überflug im Tiefflug. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Was ist der Tiger?
Der Tiger ist ein zweisitziger, zweimotoriger Kampfhubschrauber der Sechs-Tonnen-Klasse. Er ist für bewaffnete Aufklärung, Begleitschutz, Feuerunterstützung und Panzerabwehr gebaut, bei Tag und Nacht. Die Besatzung sitzt hintereinander, allerdings andersherum als beim Boeing AH-64 Apache: Beim Tiger fliegt der Pilot vorn, der Waffensystemoffizier sitzt dahinter etwas erhöht.
Typisch für den Tiger ist sein hoher Anteil an Verbundwerkstoffen. Der gelenklose Vierblatt-Hauptrotor hat 13 Meter Durchmesser, hinten dreht ein offener Dreiblatt-Heckrotor an der Spitze des Seitenleitwerks. Angetrieben wird er von zwei MTR390-Wellenturbinen. Dahinter steht ein Gemeinschaftsunternehmen von MTU Aero Engines, Safran (früher Turbomeca) und Rolls-Royce. Die Version HAD nutzt die leistungsgesteigerte MTR390-E.
Je nach Version reicht die Höchstgeschwindigkeit von knapp 290 bis etwa 315 km/h. Das maximale Abfluggewicht liegt je nach Version zwischen rund 6 und etwa 6,6 Tonnen, die schwerste Ausführung ist der HAD. Laut Airbus ist der Tiger gegen Beschuss geschützt, auf hohe Crashsicherheit ausgelegt, hat selbstabdichtende Tanks und mehrfach redundante Systeme.
Vom Kalten Krieg zu Airbus Helicopters
Die Wurzeln reichen in die 1980er-Jahre. 1984 legten die Regierungen in Bonn und Paris gemeinsame Anforderungen für einen neuen Kampfhubschrauber fest. Als Hersteller war ein Gemeinschaftsunternehmen aus Aérospatiale und MBB vorgesehen. Wegen hoher Kosten lag das Projekt 1986 kurz auf Eis, 1987 ging es weiter. Im November 1989 folgte der Auftrag für fünf Prototypen. Deutschland wollte damals einen reinen Panzerjäger als Nachfolger des Bo 105 in der Panzerabwehrrolle (PAH-1), intern lief das als PAH-2. Frankreich suchte einen Begleit- und Unterstützungshubschrauber, als Ergänzung zur Gazelle.
Am 27. April 1991 hob der erste Prototyp PT1 ab. Nach dem Ende des Kalten Kriegs passte Deutschland seine Pläne an: Aus dem reinen Panzerabwehr-Hubschrauber wurde der vielseitigere Unterstützungshubschrauber Tiger, kurz UHT. 1992 legten Aérospatiale und MBB ihre Hubschraubersparten zu Eurocopter zusammen, das seit Januar 2014 Airbus Helicopters heißt und zum Airbus-Konzern gehört.
Ein Vorserien-Tiger hatte übrigens schon 1995 einen Filmauftritt im James-Bond-Film GoldenEye. Die Serienfertigung lief erst 2002 an. Im März 2005 gingen die ersten Maschinen an Frankreich, im April 2005 an Deutschland. Endmontiert wurde in Donauwörth und Marignane, die spanischen Maschinen in Albacete und die meisten australischen in Brisbane.
Die Versionen im Überblick
Für Spotter ist der Tiger dankbar: Die Versionen unterscheiden sich sichtbar, vor allem beim Visier und bei der Kanone.
| Merkmal | UHT / KHT (Deutschland) | HAP (Frankreich, Spanien) | HAD / HAD-E (Frankreich, Spanien) | ARH (Australien) |
|---|---|---|---|---|
| Rolle | Panzerabwehr und Unterstützung | Begleitschutz und Feuerunterstützung | Mehrzweck-Kampfhubschrauber | Bewaffnete Aufklärung |
| Visier | Mastvisier (Kugel über dem Rotor) | Dachvisier über dem Cockpit | Dachvisier | Dachvisier |
| 30-mm-Kanone | nein | ja | ja | ja |
| Typische Lenkflugkörper | PARS 3 LR, HOT | keine Panzerabwehr-Lenkflugkörper | Hellfire (Frankreich), Spike (Spanien) | Hellfire |
| Status Oktober 2026 | Ausmusterung bis spätestens 2032 | in HAD umgerüstet bzw. ausgemustert | im Dienst, Modernisierung Mk III | im September 2026 ausgemustert |
UHT: Die deutsche Version trägt das Visier Osiris in einer Kugel über dem Rotorkopf. So kann die Besatzung hinter Bäumen oder Hügeln versteckt bleiben und nur den „Kopf“ heben. Eine fest eingebaute Kanone hat der UHT nicht. Für Rohrwaffen gibt es Behälter mit 12,7-mm-Maschinengewehren an den Stummelflügeln.
HAP: Die erste französische Version ist auf Feuerunterstützung ausgelegt, mit 30-mm-Kanone im Kinnturm, Raketen und Luft-Luft-Flugkörpern vom Typ Mistral. Frankreich rüstet seine HAP nach und nach auf den HAD-Standard um. Spanien hat seine sechs HAP ausgemustert.
HAD: Die stärkere Mehrzweckversion bekam die leistungsgesteigerten MTR390-E-Triebwerke, ein höheres Abfluggewicht, ein verbessertes Dachvisier Strix mit Laserzielbeleuchter und Panzerabwehr-Lenkflugkörper: in Frankreich Hellfire, in Spanien Spike.
ARH: Die australische Armed Reconnaissance Helicopter-Variante basiert auf dem HAP mit Hellfire-Bewaffnung. Australien bestellte im Dezember 2001 insgesamt 22 Maschinen.
Praxis-Tipp: Kugel oder Kanone?
Schau zuerst über den Rotor. Sitzt dort eine Kugel und fehlt die Kanone unter der Nase, ist es ein deutscher Tiger. Siehst du ein Visier auf dem Cockpitdach und eine Kanone, stammt die Maschine aus Frankreich, Spanien oder – bis September 2026 – Australien.
So erkennst du den Tiger
Kampfhubschrauber folgen alle dem gleichen Bauplan: schmaler Rumpf, zwei Mann hintereinander, Waffen an kurzen Flügeln. Mit vier Blicken grenzt du den Tiger trotzdem sicher ein.
Über den Rotor schauen
Eine runde Kugel auf dem Rotormast ist das Markenzeichen des deutschen Tigers. Beim Apache sitzt an derselben Stelle manchmal ein flacher, breiterer Radar-Dom.
Das Heck prüfen
Der Tiger hat einen offenen Dreiblatt-Heckrotor an der Spitze des Seitenleitwerks und ein Höhenleitwerk mit kleinen Endscheiben. Der Apache hat dagegen einen X-förmigen Heckrotor.
Unter die Nase schauen
Eine Kanone im Kinnturm heißt HAP, HAD oder ARH. Ohne Kanone und mit glatter Nase hast du eher einen deutschen UHT vor dir.
Größe einschätzen
Neben einem Apache wirkt der Tiger kompakter und rundlicher. Die Mi-24 ist deutlich größer und hat hinter dem Cockpit eine Truppenkabine mit Fenstern.
Die Kennzeichen helfen bei der Bestimmung. Wie die Bundeswehr ihre Luftfahrzeuge nummeriert, erklärt der Beitrag Kennzeichen von Bundeswehr-Luftfahrzeugen. Einen Überblick über weitere Drehflügler bietet der Guide Hubschraubertypen erkennen.
Tiger, Apache, Cobra oder Mi-24?
In Europa ist die häufigste Verwechslung der AH-64 Apache, der in den Niederlanden, Großbritannien und Griechenland fliegt. Auf Airshows triffst du auch auf die Bell AH-1 Cobra oder die wuchtige Mil Mi-24.
Schnellbestimmung: Kampfhubschrauber in Europa
Tiger UHT (Deutschland)
Mastvisier und fehlende Kanone sind das deutsche Tiger-Bild. Heimat ist Fritzlar in Nordhessen.
Tiger HAD / HAP (Frankreich, Spanien)
Dachvisier, Kinnkanone und offener Dreiblatt-Heckrotor. Betreiber und Kennzeichen zeigen dir das Land.
Boeing AH-64 Apache
Größer und kantiger, mit X-Heckrotor und oft einem Radar-Dom über dem Rotor.
Mil Mi-24
Deutlich größer, mit Truppenkabine und einziehbarem Fahrwerk – eher ein seltener Airshow-Gast.
Die Betreiber: Deutschland, Frankreich, Spanien, Australien
Deutschland: Die Bundeswehr bestellte ursprünglich 80 Tiger, 2013 wurde der Umfang auf 57 einsatzfähige Maschinen reduziert. Einziger fliegender Verband ist das Kampfhubschrauberregiment 36 „Kurhessen“ in Fritzlar. Die Piloten werden im deutsch-französischen Ausbildungszentrum in Le Luc in Südfrankreich geschult, das Airbus 2023 für 20 Jahre „Tiger-Schule“ würdigte. Deutsche Tiger flogen ab Dezember 2012 in Afghanistan und ab März 2017 in Mali. Dort stürzte am 26. Juli 2017 eine Maschine ab, beide Piloten kamen ums Leben. Im Mai 2023 entschied Deutschland, nicht an der Modernisierung Mk III teilzunehmen. Stattdessen beschafft die Bundeswehr weitere bewaffnete H145M. Nach aktueller Planung wird der Tiger bis spätestens 2032 ausgemustert.
Frankreich: Das französische Heer ist der größte Tiger-Betreiber. Erste Einsätze gab es ab 2009 in Afghanistan, 2011 operierten Tiger vom Hubschrauberträger Tonnerre aus über Libyen, ab 2013 in Mali. Airbus nennt außerdem die Zentralafrikanische Republik. Schwerpunkte sind das 5. Kampfhubschrauberregiment in Pau sowie weitere Heeresfliegerverbände, dazu die Ausbildung in Le Luc. Die HAP werden nach und nach in HAD umgebaut.
Spanien: Spanien fliegt 18 HAD-E mit Spike-Lenkflugkörpern. Die sechs zunächst gelieferten HAP sind ausgemustert. Spanien will seine HAD auf den Standard Mk III bringen.
Australien (historisch): Das 1st Aviation Regiment flog 22 Tiger ARH, 18 davon wurden in Brisbane montiert. Im Januar 2021 bestellte Australien 29 AH-64E Apache als Nachfolger. Im September 2026 verabschiedete die Armee den Tiger nach rund zwei Jahrzehnten im Dienst.
| Land | Version (Stand Oktober 2026) | Schwerpunkt |
|---|---|---|
| Deutschland | UHT/KHT, Ausmusterung bis spätestens 2032 | Fritzlar, Ausbildung in Le Luc |
| Frankreich | HAP und HAD, Modernisierung Mk III | Pau und weitere Heeresfliegerverbände |
| Spanien | 18 HAD-E, Modernisierung Mk III | Spanisches Heer |
| Australien | ausgemustert im September 2026 | Nachfolger AH-64E |
Bestände ändern sich
Gerade beim Tiger schrumpfen und wandeln sich die Flotten. Prüf vor einer gezielten Tour die aktuellen Angaben der Streitkräfte und verlass dich nicht auf alte Listen.
Tiger Mk III: die Zukunft in Frankreich und Spanien
Frankreich und Spanien bleiben beim Tiger. Mit dem Programm Tiger Mk III bekommt der Hubschrauber neue Avionik, modernere Kommunikation und neue Bewaffnung. Ein Abkommen von 2022 sah vor, dass Frankreich 42 Maschinen ab 2029 und Spanien 18 ab 2030 modernisiert. Airbus beschreibt das Programm weiterhin als laufend. Wie viele französische Tiger am Ende tatsächlich umgerüstet werden, wurde in den vergangenen Jahren mehrfach diskutiert. Verfolge deshalb die offiziellen Meldungen, bevor du dich auf Zahlen festlegst.
Für Spotter heißt das: In Frankreich und Spanien wirst du den Tiger noch lange sehen, in Deutschland lohnt es sich, die verbleibenden Jahre zu nutzen.
Den Tiger auf die Wunschliste setzen
Setz den Tiger in Planetrack auf deine Wunschliste und lass dich per Sichtungs-Alarm benachrichtigen, wenn ein passender Typ an deinem Flughafen anfliegt oder landet. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.
Wo du Tiger am besten fotografierst
Kampfhubschrauber kommen selten an Verkehrsflughäfen vorbei. Die meisten guten Bilder entstehen bei Veranstaltungen oder mit Glück im Übungsraum.
| Ort | Trefferchance | Warum |
|---|---|---|
| Tag der Bundeswehr, offene Tage | hoch | Tiger stehen oft in der statischen Ausstellung |
| ILA Berlin und Paris Air Show | mittel bis hoch | Hersteller und Streitkräfte zeigen ihre Hubschrauber |
| Umfeld von Fritzlar und Pau | mittel | Regelmäßiger Übungsbetrieb, aber Fotoregeln beachten |
| Zivile Verkehrsflughäfen | niedrig | Nur bei Überführungen oder Sonderlagen |
Termine findest du im Überblick zu Airshows in Europa, Details zur ILA Berlin und zur Paris Air Show in Le Bourget. Wann die Bundeswehr ihre Tore öffnet, steht im Beitrag Tag der Bundeswehr und offene Tage der Luftwaffe. Welche Regeln am Zaun gelten, erklärt der Artikel Militärflugplatz fotografieren: Regeln. Militärische Bewegungen tauchen nur manchmal in Tracking-Diensten auf – mehr dazu unter Militärflugzeuge online verfolgen.
Bereit für deine Tiger-Session?
- Ich kenne die Fotoregeln für militärische Anlagen im jeweiligen Land.
- Ich stehe auf öffentlichem Grund und betrete keine Sperrgebiete.
- Ich folge Anweisungen von Wachpersonal und Polizei ohne Diskussion.
- Meine Verschlusszeit passt zur gewünschten Rotorunschärfe.
- Ich notiere Kennzeichen und Verband für die spätere Bestimmung.
Fototipps für den Tiger
Wie bei jedem Hubschrauber entscheidet die Verschlusszeit. Ist sie zu kurz, steht der Rotor still und der Tiger wirkt wie ein Modell.
Rotor verwischen
Starte bei etwa 1/125 s und geh weiter runter, wenn du sauber mitziehst. Je länger die Zeit, desto runder wird die Rotorscheibe.
Serien schießen
Bei langen Zeiten sitzt nicht jedes Bild. Mach Serien und wähl das schärfste aus.
Visier ins Bild holen
Mastvisier oder Dachvisier verraten die Version. Ein Profil leicht von vorn oder von oben zeigt beides am besten.
Licht nutzen
Die dunklen Tarnfarben schlucken Licht. Mit der Sonne im Rücken und eher weichem Licht holst du Details aus dem Rumpf.
Mehr zur Technik zeigt der Guide Propeller fotografieren: die richtige Verschlusszeit, allgemeine Tipps gibt es unter Hubschrauber spotten. Das passende Licht planst du mit dem Sonnenstand-Guide.
Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
Es spricht für den Tiger, wenn …
- zwei Glaskanzeln hintereinander sitzen und der Rumpf schlank und rundlich wirkt
- eine Kugel über dem Rotor oder ein Visier auf dem Cockpitdach sitzt
- ein offener Dreiblatt-Heckrotor an der Leitwerksspitze dreht
- Stummelflügel und ein Spornradfahrwerk zu sehen sind
Sieh genauer hin, wenn …
- du den Hubschrauber nur frontal siehst – Tiger und Apache wirken dann ähnlich
- über dem Rotor etwas sitzt – Kugel heißt Tiger, flacher Dom eher Apache
- du nur Rumpf und Kennzeichen siehst – dann hilft der Betreiber bei der Version
Es ist kein Tiger, wenn …
- der Heckrotor wie ein schiefes X aussieht – dann ist es ein Apache
- der Hubschrauber auf Kufen steht – dann eher eine Cobra
- hinter dem Cockpit eine Kabine mit Seitentüren liegt – dann etwa ein NH90 oder eine Mi-24
- zwei große Triebwerke über einem massigen Transportrumpf sitzen – dann bist du beim CH-53
Fazit
Der Tiger ist Europas eigener Kampfhubschrauber: schlank, kompakt, mit Tandem-Cockpit und offenem Dreiblatt-Heckrotor. Die Versionen erkennst du leicht – Kugel über dem Rotor ohne Kanone heißt Deutschland, Dachvisier mit Kinnkanone heißt Frankreich oder Spanien. Australien hat seine Tiger im September 2026 verabschiedet, die Bundeswehr folgt bis spätestens 2032. Wenn du den deutschen Tiger noch in der Luft erwischen willst, sind die nächsten Jahre die beste Gelegenheit. In Frankreich und Spanien fliegt er mit dem Mk-III-Programm noch deutlich länger. Hintergründe zum Hersteller findest du bei Airbus Helicopters.
Kurzfazit
Zwei Mann hintereinander, kurze Flügel, ein offener Dreiblatt-Heckrotor und eine Kugel über dem Rotor oder ein Visier auf dem Dach: Das ist der Tiger. Kanone ja oder nein verrät dir das Land. Nutze offene Tage und Airshows – und belichte lang genug, damit der Rotor dreht.
Zusammenfassung
- Deutschland und Frankreich formulierten 1984 gemeinsame Anforderungen, 1989 gab es den Auftrag für fünf Prototypen, am 27. April 1991 flog der erste Tiger.
- Aus dem deutschen Panzerabwehr-Konzept wurde nach der Wiedervereinigung der Unterstützungshubschrauber UHT, Frankreich bestellte den HAP und später die stärkere Version HAD.
- Die Bundeswehr fliegt den Tiger beim Kampfhubschrauberregiment 36 in Fritzlar, Frankreich unter anderem in Pau, Spanien mit der Version HAD-E.
- Australien setzte 22 Tiger ARH ein und ersetzt sie durch den AH-64E Apache; die Tiger-Ära endete dort im September 2026.
- Deutschland hat 2023 entschieden, nicht an der Modernisierung Mk III teilzunehmen und stattdessen auf bewaffnete H145M zu setzen.
Häufige Fragen
Heißt er nun Eurocopter Tiger oder Airbus Tiger?
Beides ist richtig, nur zeitlich versetzt. Entwickelt wurde der Tiger von Aérospatiale und MBB, deren Hubschraubersparten 1992 zu Eurocopter verschmolzen. Seit Januar 2014 heißt das Unternehmen Airbus Helicopters, deshalb läuft der Tiger heute unter Airbus. In Frankreich und Spanien heißt er übrigens Tigre.
Was bedeuten UHT, HAP und HAD?
UHT steht für Unterstützungshubschrauber Tiger, die deutsche Version mit Mastvisier und ohne Kanone (bei der Bundeswehr heute meist als Kampfhubschrauber Tiger bezeichnet). HAP (Hélicoptère d’Appui et de Protection) war die erste französische Version mit 30-mm-Kanone. HAD (Hélicoptère d’Appui et Destruction) ist die stärkere Mehrzweckversion mit MTR390-E-Triebwerken und Panzerabwehr-Lenkflugkörpern. Spanien fliegt sie als HAD-E.
Woran unterscheide ich einen deutschen von einem französischen Tiger?
Am Visier und an der Nase. Der deutsche Tiger trägt eine Kugel über dem Rotorkopf (Mastvisier) und hat keine Kanone. Französische und spanische Tiger haben das Visier als Kuppel auf dem Cockpitdach und eine Kanone im Kinnturm. Damit gelingt die Zuordnung schon aus großer Entfernung.
Wann wird der Tiger bei der Bundeswehr ausgemustert?
Die Bundeswehr hat 2023 entschieden, die Modernisierung Mk III nicht mitzumachen und stattdessen weitere H145M zu beschaffen. Nach aktueller Planung geht der Tiger bis spätestens 2032 außer Dienst. Wie schnell die Flotte genau schrumpft, hängt von Beschaffung und Ausbildung ab. Prüf daher vor einer gezielten Tour nach Fritzlar den aktuellen Stand.
Fliegt der Tiger noch in Australien?
Nein. Die australische Armee hat ihre Tiger ARH im September 2026 nach rund 20 Dienstjahren verabschiedet. Als Nachfolger hat Australien im Januar 2021 29 AH-64E Apache bestellt. Wer einen australischen Tiger sehen will, ist ab jetzt auf Museen und Erinnerungsfotos angewiesen.
Ist der Tiger mit dem Apache verwandt?
Nein. Der AH-64 Apache stammt aus den USA, der Tiger ist eine eigenständige europäische Entwicklung. Beide haben ein Tandem-Cockpit, Stummelflügel und Spornradfahrwerk, der Tiger ist aber kleiner, leichter und hat einen offenen Dreiblatt-Heckrotor statt des X-förmigen Heckrotors des Apache.
Darf ich Tiger in Fritzlar oder Pau fotografieren?
Militärische Anlagen unterliegen in Deutschland und Frankreich Fotobeschränkungen. Bleib auf öffentlichem Grund, beachte Schilder und Anweisungen und nutze im Zweifel offizielle Veranstaltungen wie Airshows oder Tage der offenen Tür.
Airbus Helicopters Tiger sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
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