Das Wichtigste in Kürze
- Der AW139 ist ein zweimotoriger Mehrzweckhubschrauber der Sechs- bis Sieben-Tonnen-Klasse und laut Leonardo der meistverkaufte Zweimotorer seiner Kategorie.
- Schnellster Erkennungsweg: fünf Rotorblätter, offener Heckrotor und Räder, die in seitliche Sponsons einfahren.
- Er startete als AB139 – ein Gemeinschaftsprojekt von Agusta und Bell. Nach dem Ausstieg von Bell 2005 heißt er AW139.
- Typische Einsätze: Seenotrettung, Küstenwache, Polizei, Luftrettung, Offshore-Flüge zu Plattformen und Windparks sowie VIP-Transport.
- In Tracking-Diensten erscheint er meist unter dem Code A139; für die genaue Variante brauchst du das Kennzeichen.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist der AW139?
- 2.Die drei Merkmale, die zur Bestimmung reichen
- 3.AW139, AW169 oder AW189?
- 4.Varianten im Überblick
- 5.Wo du den AW139 antriffst
- 6.MH-139A Grey Wolf: der AW139 in Uniform
- 7.Spotting mit Rücksicht
- 8.Fototipps speziell für den AW139
- 9.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
- 10.Fazit
Steckbrief
| Hersteller | Leonardo Helicopters (früher AgustaWestland bzw. Agusta) |
|---|---|
| Ursprüngliche Bezeichnung | AB139 (Gemeinschaftsprojekt von Agusta und Bell) |
| ICAO-Typcode | A139 |
| Erstflug (Vorserie) | 3. Februar 2001 in Vergiate (Italien) |
| Zulassung | JAA Juni 2003, FAA Dezember 2004 |
| Endmontage | Vergiate (Italien) und Philadelphia (USA) |
| Triebwerke | 2 × Pratt & Whitney Canada PT6C-67C mit FADEC |
| Hauptrotor | 5 Blätter, 13,80 m Durchmesser |
| Heckrotor | 4 Blätter, offen |
| Länge (Rotoren drehend) | 16,66 m |
| Höhe | 4,98 m |
| Max. Abfluggewicht | 6.400 kg, optional 6.800 bzw. 7.000 kg |
| Passagiere | bis zu 15 (1–2 Piloten) |
| Reisegeschwindigkeit | 306 km/h (Herstellerangabe) |
| Reichweite | bis 1.187 km mit Zusatztank, ohne Reserve (Herstellerangabe) |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Fünfblättriger Hauptrotor auf einem mittelgroßen, zweimotorigen Rumpf
- Offener, vierblättriger Heckrotor am Seitenleitwerk – kein Fenestron
- Einziehbares Bugradfahrwerk: Die Haupträder verschwinden in kurzen Stummeln (Sponsons) seitlich am Rumpf
- Lange, gestreckte Kabine mit großen Schiebetüren und vielen Seitenfenstern
- Schlanker, langer Leitwerksträger mit Höhenleitwerk
- Spürbar größer als AW169 und H145, aber deutlich kleiner als AW189 oder S-92
Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein weiß-roter Hubschrauber der italienischen Küstenwache über dem Mittelmeer, ein Offshore-Hubschrauber auf dem Weg zur Plattform in der Nordsee, eine dunkle Polizeimaschine über Amsterdam: Sehr oft steckt dahinter ein Leonardo AW139. Der zweimotorige Mehrzweckhubschrauber aus Italien ist laut Hersteller der meistverkaufte Typ seiner Klasse und fliegt in vielen Ländern für Behörden, Rettungsdienste und die Energiebranche. Hier erfährst du, wie du ihn sicher erkennst, wie du ihn von seinen Geschwistern AW169 und AW189 trennst und wo du die besten Chancen auf eine Sichtung hast.
Ein Fünfblattrotor für deinen Hangar
Mit Planetrack hältst du jede Hubschrauber-Sichtung mit Foto, Typ, Kennzeichen, Betreiber und Spot fest – von der Küstenwache bis zum Offshore-Shuttle. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Was ist der AW139?
Der AW139 ist ein mittlerer Zweimotorer, der zwischen den leichten Hubschraubern wie dem Airbus H145 und schweren Mustern wie dem Sikorsky S-92 liegt. Leonardo gibt das maximale Abfluggewicht mit 6.400 Kilogramm an, optional sind 6.800 oder 7.000 Kilogramm zugelassen. Zwei Turbinen vom Typ Pratt & Whitney Canada PT6C-67C mit digitaler Triebwerksregelung treiben ihn an, die Reisegeschwindigkeit liegt laut Hersteller bei 306 km/h. In der Kabine finden bis zu 15 Passagiere Platz, in Offshore-Konfiguration sind es zwölf.
Die Geschichte beginnt 1997. Agusta suchte damals einen modernen Nachfolger für die Hubschrauber der Huey-Generation, also Typen wie die Bell UH-1 und deren zivile Ableger. Ein Jahr später gründeten Agusta und Bell ein Gemeinschaftsunternehmen, aus dem der AB139 hervorging. Der erste Vorserien-Hubschrauber hob am 3. Februar 2001 in Vergiate in Norditalien ab, die erste Serienmaschine folgte im Juni 2002.
Im Juni 2003 kam die europäische Zulassung durch die JAA, im Dezember 2004 die der amerikanischen FAA. 2005 kaufte AgustaWestland den Bell-Anteil von 25 Prozent, und aus dem AB139 wurde der AW139. Seit der Umbenennung von AgustaWestland läuft der Typ unter der Marke Leonardo. Mehr zum Konzern liest du auf der Seite zu Leonardo, mehr zum Triebwerkshersteller bei Pratt & Whitney.
Gebaut wird der AW139 an zwei Endmontagelinien: im italienischen Vergiate und seit 2007 zusätzlich in Philadelphia in den USA. Zulieferer sind unter anderem das polnische Leonardo-Werk PZL-Świdnik, das Rumpfstrukturen fertigt, und Turkish Aerospace Industries.
Die drei Merkmale, die zur Bestimmung reichen
Im Hubschrauberbereich verwechselt man schnell Typen ähnlicher Größe. Beim AW139 bringen dich drei Beobachtungen zuverlässig ans Ziel.
Blätter zählen
Der AW139 hat einen fünfblättrigen Hauptrotor. Damit fallen viele Konkurrenten wie die vierblättrige Bell 412 oder der Sikorsky S-76 bereits weg.
Aufs Heck schauen
Am Seitenleitwerk sitzt ein offener Heckrotor mit vier Blättern. Ein ummantelter Fenestron weist dagegen auf Airbus-Typen wie H145, H160 oder H135 hin.
Fahrwerk prüfen
Statt Kufen hat der AW139 ein einziehbares Bugradfahrwerk. Die Haupträder fahren in kurze Stummel seitlich am Rumpf ein, die sogenannten Sponsons. Die Ausbuchtungen siehst du auch im Flug.
Dazu kommen die Proportionen: Der Rumpf wirkt lang und gestreckt, die Kabine hat große Schiebetüren und eine Reihe von Seitenfenstern, und der Leitwerksträger ist schlank und recht lang. Die Bestätigung liefert wie immer das Kennzeichen. Italienische Zivilmaschinen tragen das Präfix I-, niederländische PH-, britische G-. Wie Kennzeichen funktionieren, erklärt der Beitrag Flugzeug-Kennzeichen verstehen.
Praxis-Tipp: Achte beim Landeanflug aufs Fahrwerk
Im Reiseflug sind die Räder eingefahren, kurz vor der Landung kommen sie heraus. Wenn du einen Hubschrauber mit fünf Blättern siehst, der beim Anflug Räder aus den Rumpfstummeln ausfährt, bist du mit dem AW139 oder einem seiner Geschwister schon fast am Ziel.
AW139, AW169 oder AW189?
Leonardo hat seine Hubschrauberfamilie bewusst ähnlich gestaltet: Der kleinere AW169 und der größere AW189 folgen derselben Designlinie. Alle drei haben fünf Rotorblätter, einen offenen Heckrotor und ein einziehbares Radfahrwerk. Genau das macht die Bestimmung knifflig – hier entscheiden Größe und Proportionen.
| Merkmal | AW169 | AW139 | AW189 |
|---|---|---|---|
| Gewichtsklasse | leichter Zweimotorer | mittlerer Zweimotorer (6,4–7 t) | Super-Medium, deutlich schwerer |
| Hauptrotorblätter | 5 | 5 | 5 |
| Heckrotor | offen | offen, 4 Blätter | offen |
| Fahrwerk | einziehbar | einziehbar, Sponsons | einziehbar |
| Wirkung im Profil | kompakt | lang und gestreckt | hoch und massig |
Auch der AW109 hat ein Einziehfahrwerk und gehört zum gleichen Haus. Er ist aber sichtbar kleiner und schlanker, seine Kabine bietet nur Platz für wenige Passagiere. Der Finder unten hilft dir beim Eingrenzen.
Schnellbestimmung: Leonardo-Zweimotorer
Leonardo AW139
Fünf Blätter, offener Heckrotor, Sponsons und ein mittelgroßer, gestreckter Rumpf: das klassische AW139-Bild. Prüf zur Sicherheit das Kennzeichen.
Leonardo AW169
Gleiche Designlinie, aber kleiner und leichter. Der AW169 ist der jüngere, kompaktere Bruder und fliegt oft in der Luftrettung.
Leonardo AW189
Wirkt wie ein aufgeblasener AW139. Der große Bruder ist besonders in der Offshore-Fliegerei und bei Such- und Rettungsdiensten verbreitet.
Mehr zu den Geschwistern findest du auf den Seiten zum AW169 und zum AW189. Einen Überblick über alle gängigen Drehflügler bietet der Guide Hubschraubertypen erkennen.
Varianten im Überblick
Über die Jahre hat sich der AW139 in viele Richtungen aufgefächert. Für Spotter sind vor allem diese Bezeichnungen wichtig:
- AB139: die ursprüngliche Bezeichnung aus der Zeit der Partnerschaft mit Bell. Frühe Maschinen tauchen in Registern teils noch so auf.
- AW139: die zivile Standardversion, heute in vielen Ausstattungen für Luftrettung, Polizei, Offshore und VIP-Einsatz.
- AW139 Long-Nose: eine Ausführung mit verlängerter Nase.
- AW139M: die militärische Grundversion, unter anderem mit Ausrüstung für Such- und Rettungseinsätze.
- HH-139, UH-139 und weitere nationale Bezeichnungen: etwa bei der italienischen Luftwaffe oder Polizei.
- MH-139A Grey Wolf: die Version für die US Air Force, die Boeing gemeinsam mit Leonardo anbietet.
Die Ausstattung unterscheidet sich je nach Kunde stark. Leonardo bietet unter anderem einen Vereisungsschutz für das Rotorsystem, synthetische Sicht im Cockpit und eine Lidar-gestützte Hinderniswarnung an. Zur Avionik, die Leonardo aufführt, gehört auch ADS-B Out – ein Vorteil, wenn du Hubschrauber auf dem Flugradar suchst.
Wo du den AW139 antriffst
Der AW139 ist ein Arbeitstier. Die meisten Sichtungen passieren daher nicht an Terminals, sondern an Behördenbasen, Küstenstationen, Offshore-Heliports und auf Militärflugplätzen.
Italien: Im Heimatland ist der Typ allgegenwärtig. Die Küstenwache (Guardia Costiera), die Finanzpolizei (Guardia di Finanza), die Staatspolizei (Polizia di Stato) und die Luftwaffe mit ihren HH-139 für Such- und Rettungseinsätze nutzen ihn. Rund um den Flughafen Mailand-Malpensa liegt zudem das Herz der Leonardo-Hubschraubersparte mit dem Werk in Vergiate – Testflüge und Überführungen neuer Maschinen sind in der Region keine Seltenheit. Einen Besuch wert ist das Museum Volandia direkt am Flughafen, als Spot beschrieben unter Volandia am Flughafen Mailand-Malpensa.
Nordsee und Offshore: Offshore-Betreiber fliegen den AW139 zu Öl- und Gasplattformen und zu Windparks. In Deutschland betreibt die Wiking Helikopter Service GmbH den Typ für die Energiebranche in Nord- und Ostsee; Leonardo meldete Ende 2020 die Auslieferung der vierten Maschine an das Unternehmen. Auch internationale Offshore-Firmen wie CHC setzen ihn ein. Wie du solche Flüge live verfolgst, zeigt der Guide Hubschrauber auf dem Flugradar finden.
Niederlande und Großbritannien: Auch die niederländische Polizei nutzt den AW139. In Großbritannien gehören die Küstenwache (HM Coastguard) und die Hubschrauberstaffel des Königshauses zu den Nutzern. Wenn du ohnehin für Planespotting nach Amsterdam reist, lohnt sich ein Blick in den Schiphol-Guide.
Militär: Das Irische Air Corps war 2006 der erste militärische Betreiber. Dazu kommen unter anderem die Luftstreitkräfte der Vereinigten Arabischen Emirate, Katars und Italiens sowie die US Air Force mit dem MH-139A.
| Ort | Trefferchance | Warum |
|---|---|---|
| Küsten Italiens, Italiens Behördenbasen | hoch | Küstenwache, Polizei und Finanzpolizei fliegen den Typ |
| Region Varese / Malpensa | mittel bis hoch | Leonardo-Werk Vergiate, Test- und Überführungsflüge |
| Offshore-Heliports an der Nordsee | mittel | Energieflüge zu Plattformen und Windparks |
| Deutsche Rettungs- und Polizeibasen | niedrig | Hier dominieren Airbus-Hubschrauber |
Flotten ändern sich laufend
Welche Behörde oder Firma welche Maschinen fliegt, ändert sich mit Neubestellungen, Leasingwechseln und Ausmusterungen. Die Angaben hier spiegeln den Stand der Quellen wider – prüf vor einer gezielten Tour die aktuellen Infos der Betreiber.
Typ A139 auf die Wunschliste
Setz den AW139 oder ein bestimmtes Kennzeichen in Planetrack auf deine Wunschliste und lass dich per Sichtungs-Alarm benachrichtigen, wenn er an deinem Flughafen anfliegt oder landet. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.
MH-139A Grey Wolf: der AW139 in Uniform
In den USA ist der AW139 zu einem wichtigen Militärhubschrauber geworden. Im September 2018 gewann Boeing mit dem auf dem AW139 basierenden MH-139A Grey Wolf den Wettbewerb um den Nachfolger des UH-1N bei der US Air Force. Die Grey Wolf überwachen unter anderem die weitläufigen Felder der Interkontinentalraketen, transportieren Personal und übernehmen Such- und Rettungsaufgaben. Die erste einsatzbereite Maschine traf im März 2024 auf der Malmstrom Air Force Base in Montana ein. Die geplante Stückzahl wurde im Lauf des Programms mehrfach nach unten korrigiert.
Für Spotter in Europa ist der Grey Wolf eine echte Rarität. Wer US-Militärhubschrauber verfolgen will, findet im Beitrag Militärflugzeuge online verfolgen passende Werkzeuge, und die Systematik der Kennungen erklärt der Artikel zu US-Militärkennzeichen. Vor dem Fotografieren an Fliegerhorsten lohnt ein Blick in Militärflugplatz fotografieren: Regeln.
Spotting mit Rücksicht
Der AW139 fliegt oft dort, wo Menschen Hilfe brauchen: bei Seenotfällen, Unfällen oder Polizeieinsätzen. Dafür gelten ein paar feste Regeln.
Bereit für deine Hubschrauber-Session?
- Ich stehe auf öffentlichem Grund und blockiere keine Zufahrten.
- Ich halte Abstand zu Landeplätzen – der Abwind eines Sechs-Tonnen-Hubschraubers ist enorm.
- Ich fotografiere keine Patienten, Verletzten oder Einsatzstellen.
- Ich folge den Anweisungen von Einsatzkräften und Sicherheitspersonal.
- Kamera eingestellt: Die Verschlusszeit passt zur gewünschten Rotorunschärfe.
Grundsätzliches zur Rechtslage liest du im Beitrag Ist Planespotting erlaubt?. Allgemeine Tipps zu Standorten, Funk und Timing bei Drehflüglern sammelt der Guide Hubschrauber spotten.
Fototipps speziell für den AW139
Beim Hubschrauber entscheidet die Verschlusszeit über die Bildwirkung. Mit sehr kurzen Zeiten frierst du den Rotor ein, der AW139 sieht dann aus, als würde er gleich herunterfallen.
Rotor bewegt zeigen
Belichte deutlich länger als bei Jets, damit die fünf Blätter zur Scheibe verschwimmen. Starte um 1/125 s und taste dich mit sauberem Mitziehen weiter nach unten.
Serien schießen
Bei langen Zeiten wird nicht jedes Bild scharf. Mach Serien und sortier später aus.
Fahrwerk im Bild
Die schönsten Aufnahmen entstehen im Anflug mit ausgefahrenen Rädern – dann sieht man die Sponsons, und das Bild erzählt mehr.
Profil für die Bestimmung
Ein sauberes Seitenprofil zeigt Rumpflänge, Heckrotor und Kennzeichen. Das hilft später beim Abgrenzen zu AW169 und AW189.
Die Technik ist dieselbe wie bei Propellermaschinen; Details stehen im Guide Propeller fotografieren: die richtige Verschlusszeit. Wann das Licht an deinem Standort passt, findest du mit dem Sonnenstand-Planer-Guide heraus.
Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
Es spricht für den AW139, wenn …
- du fünf Hauptrotorblätter und einen offenen Heckrotor siehst
- die Haupträder in seitliche Rumpfstummel einfahren
- der Rumpf mittelgroß und gestreckt wirkt
- im Tracking-Dienst A139 als Typ steht
Sieh genauer hin, wenn …
- der Hubschrauber kompakt wirkt – dann kann es ein AW169 sein
- er sehr hoch und massig erscheint – dann denk an den AW189
- du nur von vorn auf die Maschine schaust, denn die Leonardo-Familie ähnelt sich frontal stark
Es ist kein AW139, wenn …
- ein Fenestron im Heck sitzt – dann bist du bei Airbus, etwa beim H160
- der Hubschrauber auf Kufen steht
- du nur vier Hauptrotorblätter zählst, wie bei der Bell 412 oder dem Sikorsky S-76
- die Maschine drei Turbinen und eine riesige Kabine hat – das spricht für den AW101
Fazit
Der AW139 ist der Hubschrauber, den du an Europas Küsten, über italienischen Städten und auf Offshore-Heliports am wahrscheinlichsten bei der Arbeit siehst. Fünf Blätter, offener Heckrotor und Räder in seitlichen Sponsons liefern den Typ, die Proportionen trennen ihn von AW169 und AW189, und das Kennzeichen sorgt für die Bestätigung. In Deutschland ist er seltener als die Airbus-Muster – umso schöner, wenn er dir an der Küste oder auf Reisen vor die Linse fliegt. Wenn du gerade erst einsteigst, hilft dir Planespotting für Einsteiger beim Start.
Kurzfazit
Mittelgroßer Zweimotorer, fünf Rotorblätter, offener Heckrotor, Einziehfahrwerk mit Sponsons: Das ist der AW139. Halte Abstand bei Einsätzen, belichte etwas länger für einen bewegten Rotor und notier das Kennzeichen – dann wird jede Sichtung zum sauberen Eintrag.
Zusammenfassung
- Agusta startete das Programm 1997 als Nachfolger für die Huey-Generation, ab 1998 zusammen mit Bell als AB139. Der Erstflug fand im Februar 2001 in Vergiate statt.
- Nach der JAA-Zulassung 2003 und dem Ausstieg von Bell 2005 wurde aus dem AB139 der AW139. Gebaut wird er in Vergiate und Philadelphia.
- Laut Leonardo sind mehr als 1.300 Maschinen ausgeliefert. Betreiber sind unter anderem italienische Behörden, Offshore-Firmen in der Nordsee, Polizeien und Luftstreitkräfte.
- Die US Air Force nutzt eine militarisierte Version als MH-139A Grey Wolf.
- Zum Bestimmen reichen Blattzahl, Heckrotor und Fahrwerk; Größe und Proportionen trennen ihn von AW169 und AW189.
Häufige Fragen
Ist AB139 dasselbe wie AW139?
Ja. Der Hubschrauber wurde ab 1998 von einem Gemeinschaftsunternehmen von Agusta und Bell entwickelt und hieß deshalb AB139. 2005 übernahm AgustaWestland den Bell-Anteil, seitdem trägt der Typ den Namen AW139. Frühe Maschinen findest du in manchen Datenbanken noch unter dem alten Namen.
Welchen ICAO-Typcode hat der AW139?
In Flugplänen und Tracking-Diensten läuft der AW139 in der Regel unter A139. Der Code unterscheidet nicht zwischen ziviler Ausführung, Long-Nose-Version oder militärischen Varianten – die klärst du über das Kennzeichen oder die Militärkennung.
Wie unterscheide ich AW139 und AW169?
Beide haben fünf Rotorblätter, einen offenen Heckrotor und ein Einziehfahrwerk, denn Leonardo hat die Familie bewusst ähnlich gestaltet. Der AW169 ist aber kleiner und leichter. Achte auf die Proportionen: Der AW139 wirkt länger und gestreckter, seine Kabine hat mehr Fenster. Im Zweifel hilft der Typcode im Tracking-Dienst.
Und wie den AW189?
Der AW189 sieht aus wie ein großer Bruder des AW139 und spielt eine Gewichtsklasse höher. Er ist deutlich massiger, besonders der Rumpf wirkt höher und breiter. Bei Offshore-Betreibern stehen beide Typen oft nebeneinander auf dem Vorfeld – ein schöner Größenvergleich.
Wo sehe ich einen AW139 in Deutschland?
Am ehesten an der Küste: Der Offshore-Betreiber Wiking Helikopter Service fliegt AW139 für die Energiebranche in Nord- und Ostsee; Leonardo meldete Ende 2020 die vierte Maschine dort. In der deutschen Luftrettung und bei den Landespolizeien dominieren dagegen Airbus-Typen. Häufiger triffst du den AW139 in Italien, den Niederlanden oder Großbritannien.
Was ist der MH-139 Grey Wolf?
Eine von Boeing und Leonardo angebotene Militärversion für die US Air Force, die dort den betagten UH-1N ersetzt. Den Auftrag erhielt Boeing im September 2018. Die Grey Wolf sichern unter anderem die Felder der Interkontinentalraketen und transportieren Personal. Die erste einsatzbereite Maschine kam im März 2024 auf der Malmstrom Air Force Base an.
Darf ich Rettungs- und Polizeihubschrauber im Einsatz fotografieren?
Von öffentlichem Grund aus grundsätzlich ja. Halte aber Abstand, lass Rettungswege frei und fotografiere keine Patienten oder Unfallstellen. Bei militärischen Varianten gelten an Fliegerhorsten eigene Regeln – im Zweifel fragst du nach.
Leonardo AW139 sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Verwandte Flugzeugtypen
Leonardo AW169
Fünf Rotorblätter, offener Heckrotor, Räder statt Kufen: Der AW169 ist Leonardos leichter Zweimot zwischen AW109 und AW139. So erkennst du ihn bei Luftrettung, Polizei und Militär in Europa.
HubschrauberLeonardo AW189
Acht Tonnen Klasse, fünf Rotorblätter, Platz für bis zu 19 Passagiere: Der AW189 fliegt für Küstenwachen in Großbritannien und Irland Rettungseinsätze und bringt Crews zu Offshore-Plattformen. So erkennst du ihn und grenzt ihn von AW139, H175 und S-92 ab.
HubschrauberLeonardo AW109
Spitze Nase, schlanker Rumpf, vier Rotorblätter und Räder, die im Flug verschwinden: Der AW109 ist seit den 1970ern der Sportwagen unter den leichten Zweimotorern. So erkennst du ihn und seine vielen Varianten.
HubschrauberLeonardo AW101 Merlin
Drei Turbinen, ein riesiger Fünfblattrotor mit geschwungenen Blattspitzen und eine Kabine für über 25 Personen: Der AW101 Merlin rettet Menschen vor Norwegen, jagt U-Boote für die Royal Navy und fliegt Marines an Land. So erkennst du ihn und so findest du ihn in Europa.
HubschrauberAirbus Helicopters H145
Ummantelter Heckrotor, hoch angesetzter Leitwerksträger, große Klapptüren am Heck: Der H145 ist Europas Rettungs- und Polizeihubschrauber schlechthin. So erkennst du ihn und seine Varianten.
HubschrauberAirbus Helicopters H160
Geschwungene Rotorblätter, ein schräg gestellter Fenestron und ein doppeltes Höhenleitwerk: Der H160 ist der modernste Zweimot-Hubschrauber aus Marignane. So erkennst du ihn, seine Betreiber und den militärischen H160M Guépard.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Leonardo
Leonardo aus Rom ist mehr als ein Name auf der Hubschraubertür: Der italienische Konzern baut AW139 und AW169, Jettrainer und Transporter, hält die Hälfte an ATR und fertigt Rumpfteile für Boeing und Airbus. Hier erfährst du, wie du seine Spuren am Flughafen erkennst.
HerstellerPratt & Whitney
US-Triebwerkshersteller aus Connecticut, der mit dem JT8D die Kurzstrecke der 1960er prägte, mit dem JT9D den Jumbo antrieb und heute mit dem Getriebefan PW1000G unter A220, A320neo und E2 hängt. Für Spotter ist P&W der Grund, warum so viele Neos zeitweise am Boden standen.
FlughafenFlughafen Mailand-Malpensa
Italiens zweitgrößter Passagierflughafen und die Nummer eins bei der Fracht: zwei fast 4.000 Meter lange Parallelbahnen am Rand des Ticino-Parks, eine große easyJet-Basis, Langstrecke von Emirates bis Cathay Pacific und Frachter von FedEx, DHL und Cargolux. Eine Besucherterrasse gibt es nicht – gespottet wird am Zaun und am Terminal.
MuseumVolandia – Parco e Museo del Volo
Volandia liegt in den restaurierten Hallen der Caproni-Werke, nur einen Fußweg vom Terminal 1 in Mailand-Malpensa entfernt. Hier steht der Caproni Ca.1 von 1910, Italiens ältestes erhaltenes Flugzeug, dazu rund 100 Luftfahrzeuge vom DC-3 über die frühere Staats-DC-9 bis zum Starfighter und zum Kipprotor AW609.
Wo du die Leonardo AW139 siehst
Konkrete Standpunkte mit Betriebsrichtung, Lichtzeiten, Koordinaten und einer ehrlichen Einschätzung, ob sich die Anreise lohnt.
Passende Guides aus dem Blog
- Hubschraubertypen erkennen: H135, H145, Bell, NH90 und CH-47 sicher unterscheiden
- Hubschrauber spotten: Rettung, Polizei, Militär – und wo du sie zuverlässig siehst
- Hubschrauber auf dem Flugradar finden: Rettung, Polizei und Offshore live verfolgen
- Propellerflugzeuge fotografieren: Verschlusszeit und Mitzieher richtig wählen
- Militärflugplatz fotografieren: Was Spotter an Fliegerhorsten dürfen und was nicht
- Flugzeug-Kennzeichen verstehen: So liest du jede Registrierung

