Airbus Helicopters H175

Sieben Tonnen, fünf Rotorblätter, Platz für bis zu 18 Passagiere: Der H175 bringt Offshore-Crews über die Nordsee und fliegt in Hongkong Rettungseinsätze. So erkennst du ihn und seinen chinesischen Zwilling AC352.

Auch bekannt als: H175 · EC175 · H175M · Avicopter AC352 · Harbin Z-15

FrankreichAirbusHubschrauberICAO-Typcode: EC7510 Min. Lesezeit

EC75

ICAO-Typcode

5

Hauptrotorblätter

18

Passagiere maximal

7,8 t

Max. Abfluggewicht

Das Wichtigste in Kürze

  • Der H175 ist Airbus’ Hubschrauber der Sieben-Tonnen-Klasse, entwickelt vor allem für Offshore-Flüge zu Öl-, Gas- und Windparkplattformen sowie für Such- und Rettungsdienst.
  • Entstanden als EC175 in Kooperation mit China: Eurocopter und die Harbin-Gruppe von AVIC teilten sich Entwicklung und Fertigung; in China läuft der Zwilling als AC352.
  • Schnellster Erkennungsweg: fünf Hauptrotorblätter, dreiblättriger offener Heckrotor und Radfahrwerk an einem großen Rumpf.
  • Erstbetreiber war NHV aus Belgien, der den Typ Ende 2014 über der Nordsee in Dienst stellte.
  • In Tracking-Diensten erscheint der Typ unter dem ICAO-Code EC75.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Was ist der Airbus H175?
  2. 2.Entwicklung mit AVIC: ein europäisch-chinesisches Kapitel
  3. 3.Indienststellung und Namenswechsel
  4. 4.Die drei Merkmale, die zur Bestimmung reichen
  5. 5.H175, H225, S-92 oder AW189?
  6. 6.Wo du den H175 antriffst
  7. 7.Fototipps speziell für den H175
  8. 8.H175M und staatliche Varianten
  9. 9.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
  10. 10.Fazit

Steckbrief

HerstellerAirbus Helicopters (Endmontage in Marignane, Frankreich)
EntwicklungspartnerHarbin Aircraft Industry Group (AVIC), chinesische Version Avicopter AC352
ICAO-TypcodeEC75
Entwicklungsvertrag5. Dezember 2005
Offizieller Erstflug17. Dezember 2009 in Marignane
EASA-MusterzulassungJanuar 2014
IndienststellungDezember 2014 bei NHV (Belgien)
Triebwerke2 × Pratt & Whitney Canada PT6C-67E, je 1.776 shp
Hauptrotor5 Blätter (Spheriflex), 14,8 m Durchmesser
Heckrotoroffen, 3 Blätter
Länge mit drehenden Rotorenrund 18,1 m
Max. Abfluggewichtrund 7,8 t
Passagierebis zu 18 (je nach Kabinenauslegung)
Reisegeschwindigkeitüber 287 km/h (155 kt) laut Airbus
Reichweite (Standardtanks)1.160 km laut Airbus

Erkennungsmerkmale

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  • Fünfblättriger Hauptrotor auf einem großen, langgestreckten Zweimotorer
  • Offener Heckrotor mit drei Blättern – kein Fenestron wie bei H135, H145 oder H160
  • Radfahrwerk statt Kufen, wie bei allen großen Offshore-Hubschraubern
  • Lange Reihe großer, rechteckiger Kabinenfenster an einem glatten, langgestreckten Rumpf
  • Große Kabinentüren an den Rumpfseiten, dahinter ein flacher Kabinenboden
  • Meist in auffälligen Offshore-Farben oder als SAR-Maschine mit Rettungswinde über der Tür

Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein großer, glatter Hubschrauber mit Rädern statt Kufen, fünf Rotorblättern und einer langen Fensterreihe dröhnt Richtung Küste: Wenn du in Norddeutschland, den Niederlanden oder Belgien unterwegs bist, könnte das ein Airbus Helicopters H175 gewesen sein. Der „Super-Medium“-Hubschrauber der Sieben-Tonnen-Klasse ist für Flüge weit hinaus aufs Meer gebaut und bringt Crews zu Bohrinseln und Windparks. In Hongkong fliegt er Rettungseinsätze, in China gibt es ihn als eigenen Zwilling. Hier erfährst du, wie der H175 entstanden ist, woran du ihn erkennst und wo du ihn am ehesten vor die Linse bekommst.

Offshore-Rotoren für deinen Hangar

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Was ist der Airbus H175?

Der H175 ist ein zweimotoriger Mehrzweckhubschrauber der Sieben-Tonnen-Klasse. Airbus Helicopters ordnet ihn zwischen dem kleineren H160 und dem schweren H225 ein. Er wurde vor allem für einen Markt entwickelt: den Transport von Arbeitskräften zu Offshore-Plattformen. Lange Flugstrecken über offenem Wasser, viele Passagiere und hohe Sicherheitsreserven waren deshalb die Vorgaben.

Zwei Wellenturbinen vom Typ Pratt & Whitney Canada PT6C-67E mit je rund 1.776 PS (shp) treiben ihn an. Airbus nennt eine Reisegeschwindigkeit von über 287 km/h, eine Reichweite von 1.160 Kilometern mit Standardtanks und eine Flugdauer von mehr als sechs Stunden. Das maximale Abfluggewicht liegt bei rund 7,8 Tonnen, der fünfblättrige Hauptrotor misst 14,8 Meter im Durchmesser.

In der Kabine sitzen je nach Auslegung bis zu 18 Passagiere, im Offshore-Layout bis zu vier pro Reihe. Der Kabinenboden ist flach, das Volumen beziffert Airbus auf 12 Kubikmeter plus rund 2,3 Kubikmeter Gepäckraum. Für Notwasserungen hat der H175 aufblasbare Schwimmkörper, die laut Airbus bis Seegang 6 zugelassen sind.

EC75ICAO-Typcode des H175
1.160 kmReichweite mit Standardtanks laut Airbus
18Passagiere in der dichtesten Kabinenauslegung

Im Cockpit steckt die Helionix-Avionik, die Airbus auch in H145, H160 und weiteren Mustern einsetzt. Dazu gehört ein vierachsiger Autopilot, der Anflüge an Plattformen und Schwebeflug bei SAR-Einsätzen stark unterstützt. Mehr zum Hersteller selbst findest du auf der Seite zu Airbus Helicopters.

Entwicklung mit AVIC: ein europäisch-chinesisches Kapitel

Der H175 ist einer der wenigen westlichen Hubschrauber, die von Beginn an zusammen mit einem chinesischen Partner entwickelt wurden. Am 5. Dezember 2005 unterzeichnete Eurocopter den Entwicklungsvertrag mit der Harbin Aircraft Industry Group, die damals zur AVIC II gehörte.

Die Aufgaben waren klar verteilt:

Bereich Airbus Helicopters (Eurocopter) Harbin (AVIC)
Rolle technische Führung, Systemintegration Partner und Fertiger großer Baugruppen
Baugruppen Hauptgetriebe, Heckrotor, Türen, Verglasung Zelle, Hauptrotor, Zwischen- und Heckgetriebe
Systeme Avionik, Autopilot, Hydraulik, Elektrik Kraftstoffsystem, Flugsteuerung, Fahrwerk
Triebwerke der eigenen Version PT6C-67E (Pratt & Whitney Canada) Ardiden 3C / WZ-16 (Safran mit AVIC Engine)
Bezeichnung EC175, seit 2015 H175 ursprünglich Z-15, heute AC352

Öffentlich vorgestellt wurde der EC175 im Februar 2008 auf der Heli-Expo in Houston. Der offizielle Erstflug folgte am 17. Dezember 2009 in Marignane bei Marseille, dem großen französischen Werk von Airbus Helicopters in der Nähe des Flughafens Marseille. Bis zur Zulassung verging Zeit: Unter anderem verzögerte die Zertifizierung der neuen Avionik das Programm um rund zwei Jahre. Im Januar 2014 erteilte die EASA die Musterzulassung.

Die chinesische Variante AC352 ging einen eigenen Weg. Sie fliegt mit Ardiden-3C-Turbinen, die Safran (damals Turbomeca) gemeinsam mit AVIC Engine entwickelt hat und die in China als WZ-16 bezeichnet werden. Ihr Erstflug fand am 20. Dezember 2016 statt. 2014 hatten Airbus Helicopters und Avicopter vereinbart, die Produktion auf zwei getrennte Endmontagelinien aufzuteilen.

Praxis-Tipp: Zwilling nicht verwechseln

Ein AC352 sieht dem H175 zum Verwechseln ähnlich. Außerhalb Chinas wirst du ihn aber kaum antreffen. Fotografierst du in China einen „H175“, prüf das Kennzeichen und die Betreiberangaben, bevor du die Sichtung einträgst.

Indienststellung und Namenswechsel

Erstkunde war NHV (Noordzee Helikopters Vlaanderen) aus Belgien, der im Dezember 2014 die ersten Maschinen über der Nordsee in Dienst stellte und insgesamt 16 Exemplare bestellte. Eine der frühen Maschinen flog zunächst als PH-NHV in den Niederlanden und war in Den Helder stationiert, einer Drehscheibe für Offshore-Flüge zu Öl- und Gasplattformen. 2020 wechselte sie nach Großbritannien und wurde dort als G-NHVV registriert.

Im Zuge der Umbenennung von Eurocopter in Airbus Helicopters wurde aus dem EC175 im Jahr 2015 der H175. Airbus wirbt außerdem mit Steigflugrekorden: Laut Hersteller erreichte ein H175 6.000 Meter Höhe in 6 Minuten und 54 Sekunden.

Nicht alle Großaufträge wurden auch ausgeliefert. Der Offshore-Betreiber Bristow hatte 22 H175 bestellt, stornierte den Auftrag aber Anfang 2020 im Zuge seiner Restrukturierung. 2019 entdeckte man zudem an zwei Maschinen Risse an Heckausleger und Seitenleitwerk; Airbus begrenzte die Höchstgeschwindigkeit, bis die Ursache geklärt war. Gerade der Offshore-Markt ist stark von Öl- und Gaspreisen abhängig, was die Verkaufszahlen des Typs über Jahre gedämpft hat. Neue Impulse kamen zuletzt etwa vom Leasinggeber SKYCO, der im Juli 2025 sechs H175 bestellt hat.

Die drei Merkmale, die zur Bestimmung reichen

Große Offshore-Hubschrauber wirken aus der Distanz oft ähnlich: lang, schwer, mit Rädern und vielen Fenstern. Beim H175 helfen dir drei Beobachtungen.

Hauptrotorblätter zählen

Der H175 hat fünf Hauptrotorblätter am Spheriflex-Rotorkopf. Vier Blätter an einem großen Zweimotorer deuten eher auf eine Sikorsky S-92 oder einen älteren Super Puma.

Aufs Heck schauen

Anders als die meisten aktuellen Airbus-Hubschrauber hat der H175 keinen Fenestron, sondern einen offenen Heckrotor mit drei Blättern. Das ist ein sehr gutes Unterscheidungsmerkmal gegenüber H160, H135 und H145.

Rumpf und Fenster

Der Rumpf ist lang und glatt, mit einer durchgehenden Reihe großer, fast quadratischer Fenster. Darunter sitzt ein Radfahrwerk. Super-Puma-Abkömmlinge wirken dagegen kantiger und höher.

Die letzte Gewissheit liefert wie immer das Kennzeichen. Offshore-Hubschrauber in der Nordsee tragen häufig niederländische (PH-), britische (G-), belgische (OO-) oder norwegische (LN-) Kennzeichen. Wie die Systematik funktioniert, erklärt der Beitrag Flugzeug-Kennzeichen verstehen; speziell zu britischen Registrierungen hilft der Guide Britische G-Kennzeichen.

H175, H225, S-92 oder AW189?

In der Offshore-Welt konkurriert der H175 vor allem mit der Leonardo AW189, der Sikorsky S-92 und dem eigenen Stallkollegen H225. Für die Bestimmung lohnt der Blick auf Heck und Rumpfform. Der Finder hilft dir beim Eingrenzen.

Schnellbestimmung: große Offshore-Hubschrauber

Drei Fragen, eine Einschätzung. Das Kennzeichen bleibt die letzte Instanz.

Wahrscheinlich

Airbus H175

Fünf Hauptrotorblätter, ein kleiner offener Heckrotor und der glatte, lange Rumpf sind das typische H175-Bild. Steht EC75 im Tracking, ist die Sache klar.

Wahrscheinlich

Leonardo AW189 oder Airbus H225

Auch diese beiden haben fünf Hauptrotorblätter und Radfahrwerk. Der AW189 hat eine schlankere Nase, der H225 den kantigen Super-Puma-Rumpf. Prüf das Kennzeichen.

Wahrscheinlich

Sikorsky S-92

Vier Blätter und ein wuchtiger Rumpf mit Heckrampe sprechen für den amerikanischen Konkurrenten, der in der Nordsee ebenfalls weit verbreitet ist.

Wer tiefer in die Bestimmung von Drehflüglern einsteigen will, findet im Guide Hubschraubertypen erkennen eine Übersicht der wichtigsten Merkmale – vom Heckrotor über die Blattzahl bis zur Fahrwerksform.

Wo du den H175 antriffst

Der H175 ist kein Hubschrauber für die Besucherterrasse eines Großflughafens. Er arbeitet dort, wo Offshore-Industrie und Küstenrettung zu Hause sind.

Nordsee-Offshore: Der größte Teil der europäischen H175 fliegt im Auftrag der Öl-, Gas- und Windenergiebranche. NHV als Erstbetreiber war mit dem Typ unter anderem in Den Helder und in Großbritannien aktiv. Die Basen liegen typischerweise an kleineren Küstenflugplätzen oder an eigenen Hubschrauber-Terminals größerer Flughäfen.

Such- und Rettungsdienst in Hongkong: Der Government Flying Service (GFS) ist Erstkunde der SAR-Version, was 2015 bekannt gegeben wurde, und betreibt heute sieben H175. Die Hubschrauber sind am Flughafen Hongkong beheimatet und fliegen Rettungseinsätze über dem Südchinesischen Meer, auch bei Taifunen. Wenn du ohnehin nach Hongkong reist, lohnt ein Blick in den Guide Planespotting in Hongkong.

Weitere Betreiber: Der H175 fliegt außerdem für staatliche Stellen und Firmenkunden, teils mit VIP-Kabine. Die spanischen Luftstreitkräfte haben H175 in VIP-Ausführung bestellt, und Airbus vermarktet mit dem H175M eine eigene Militärversion.

Ort Trefferchance Warum
Offshore-Basen an der Nordseeküste hoch Hauptmarkt des Typs, regelmäßige Crewflüge
Flughafen Hongkong (GFS) hoch sieben SAR-H175 im Einsatz
Airbus-Werk Marignane mittel Endmontage, Erprobung und Auslieferungsflüge
Deutsche Verkehrsflughäfen im Binnenland niedrig Überführungen und Werftflüge eher selten

Flotten ändern sich laufend

Offshore-Verträge laufen oft nur wenige Jahre, Maschinen werden zwischen Betreibern und Leasinggebern verschoben. Prüf vor einer gezielten Tour die aktuellen Angaben der Betreiber und verlass dich nicht auf alte Flottenlisten.

Offshore-Hubschrauber senden in der Regel ADS-B-Daten und sind damit gut in Flugradar-Diensten zu finden. Wie du gezielt nach Rettungs-, Polizei- und Offshore-Flügen suchst, erklärt der Beitrag Hubschrauber auf dem Flugradar finden.

Typ EC75 auf die Wunschliste

Setz in Planetrack den H175 oder einzelne Kennzeichen auf deine Wunschliste und lass dich per Sichtungs-Alarm benachrichtigen, wenn sie an deinem Flughafen anfliegen. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.

Fototipps speziell für den H175

Bei Hubschraubern entscheidet die Verschlusszeit über das Bild. Friert eine sehr kurze Belichtung den Rotor ein, sieht der H175 aus, als hinge er bewegungslos in der Luft. Fünf Blätter verzeihen dabei etwas mehr als vier, weil die Rotorscheibe schneller „voll“ wirkt.

Rotor in Bewegung zeigen

Belichte deutlich länger als bei Jets und starte mit Werten um 1/125 s. Mit sauberem Mitziehen bleibt der Rumpf scharf, während die Blätter verwischen.

Seitenprofil nutzen

Die lange Fensterreihe, das Radfahrwerk und der kleine Heckrotor kommen im Profil am besten zur Geltung. Gerade bei Starts und Landungen an Küstenflugplätzen bieten sich solche Perspektiven an.

Wind und Licht an der Küste

Hubschrauber starten und landen meist gegen den Wind. Wer Windrichtung und Sonnenstand zusammen plant, steht häufiger im richtigen Licht.

Serien schießen

Bei langen Belichtungszeiten sitzt nicht jedes Bild. Mach Serien und sortier später aus.

Die Technik ist dieselbe wie bei Propellermaschinen; Details stehen im Guide Propeller fotografieren: die richtige Verschlusszeit. Allgemeine Tipps rund um Drehflügler findest du im Artikel Hubschrauber spotten. Wie du Licht und Position vorab planst, zeigt der Beitrag Sonnenstand planen. Mit dem Sonnenstand-Planer und den Wetter- und Windangaben in Planetrack siehst du vor der Tour, aus welcher Richtung Licht und Anflug kommen.

H175M und staatliche Varianten

Neben der Offshore- und der SAR-Version bietet Airbus den H175 als VIP-Hubschrauber und als militärischen H175M an. Die VIP-Kabine fasst laut Airbus sechs bis zwölf Passagiere. Den H175M hat Airbus unter anderem der britischen Luftwaffe für deren Programm New Medium Helicopter angeboten. Spanien hat für seine Luftstreitkräfte H175 in VIP-Auslegung bestellt.

Militärische und staatliche Maschinen tragen oft eigene Kennungen statt ziviler Kennzeichen und fliegen weniger berechenbar. Was du beim Fotografieren in der Nähe militärischer Anlagen beachten musst, steht im Beitrag Militärflugplatz fotografieren: Regeln.

Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt

Es spricht für den H175, wenn …

  • du fünf Hauptrotorblätter und einen kleinen, dreiblättrigen offenen Heckrotor siehst
  • der Rumpf lang und glatt ist, mit großen Rechteckfenstern
  • ein Radfahrwerk statt Kufen unter dem Rumpf sitzt
  • im Tracking-Dienst EC75 als Typ steht

Sieh genauer hin, wenn …

  • du den Hubschrauber nur von unten siehst – dann ähneln sich H175, H225 und AW189 stark
  • du in China fotografierst – dort kann es der Zwilling AC352 sein
  • die Lackierung zu einem Betreiber gehört, der mehrere große Typen parallel fliegt

Es ist kein H175, wenn …

  • ein Fenestron im Seitenleitwerk sitzt – dann eher H160 oder H145
  • du nur vier Hauptrotorblätter zählst
  • der Hubschrauber auf Kufen steht
  • du den kantigen Rumpf eines Super Puma (H215) erkennst

Ein weiterer Kandidat im mittleren Segment ist die Leonardo AW139. Sie ist etwas kleiner und leichter, hat ebenfalls fünf Hauptrotorblätter und Radfahrwerk, wirkt aber kürzer und gedrungener. Im Zweifel hilft der Größenvergleich mit Menschen oder Fahrzeugen in der Nähe.

Fazit

Der H175 ist ein Spezialist: gebaut für lange Flüge über offenes Wasser, mit viel Platz in der Kabine und hohen Sicherheitsreserven. Seine Geschichte als Gemeinschaftsprojekt mit AVIC macht ihn zu einem besonderen Kapitel der Hubschrauberentwicklung, und sein chinesischer Zwilling AC352 sorgt bis heute für Verwechslungspotenzial. Für Spotter in Mitteleuropa ist er eine eher seltene, dafür umso schönere Begegnung – am ehesten an der Nordseeküste. Fünf Hauptrotorblätter, der kleine offene Heckrotor und das Radfahrwerk liefern den Typ, das Kennzeichen die Bestätigung.

Kurzfazit

Großer, glatter Rumpf, fünf Hauptrotorblätter, dreiblättriger offener Heckrotor und Räder: Das ist der H175. Halte an der Küste Ausschau nach Offshore-Flügen, belichte etwas länger für einen bewegten Rotor und notier das Kennzeichen – dann wird auch diese seltene Sichtung zum sauberen Eintrag.

Zusammenfassung

  • Der Entwicklungsvertrag zwischen Eurocopter und der Harbin Aircraft Industry Group wurde im Dezember 2005 unterzeichnet, offiziell vorgestellt wurde der EC175 2008 auf der Heli-Expo.
  • Nach dem Erstflug im Dezember 2009 und der EASA-Zulassung im Januar 2014 ging der Typ im Dezember 2014 bei NHV in Dienst und heißt seit 2015 H175.
  • Typische Einsatzgebiete sind Offshore-Transport in der Nordsee, SAR-Einsätze (etwa beim Government Flying Service in Hongkong) sowie VIP- und Staatsaufgaben.
  • Zum Bestimmen reichen Blattzahl, Heckrotor-Bauform und Fahrwerk; das Kennzeichen und der Code EC75 liefern die Bestätigung.

Häufige Fragen

Ist der H175 dasselbe wie der EC175?

Ja. Der Hubschrauber wurde unter Eurocopter als EC175 entwickelt und zugelassen. Als Eurocopter zu Airbus Helicopters wurde, bekam er 2015 die neue Bezeichnung H175. In Datenbanken und Kennzeichenregistern findest du beide Namen.

Welchen ICAO-Typcode hat der H175?

Der H175 läuft unter EC75. Der Code erinnert an die ursprüngliche Bezeichnung EC175 und taucht so auch in Flugplänen und Tracking-Diensten auf.

Was hat China mit dem H175 zu tun?

Der Typ ist eine Gemeinschaftsentwicklung mit der Harbin Aircraft Industry Group, einer Tochter des chinesischen Luftfahrtkonzerns AVIC. Harbin fertigt unter anderem Zelle, Hauptrotor, Fahrwerk und Kraftstoffsystem, Airbus Helicopters liefert Hauptgetriebe, Avionik und Autopilot und ist Systemintegrator. In China wird die Version AC352 mit anderen Triebwerken gebaut; sie flog im Dezember 2016 erstmals.

Wo sehe ich den H175 in Europa?

Vor allem rund um die Nordsee, wo Offshore-Betreiber Crews zu Plattformen und Windparks fliegen. Der Erstbetreiber NHV hatte seine Maschinen etwa in Den Helder in den Niederlanden stationiert. An normalen Verkehrsflughäfen ist der H175 eher eine seltene Begegnung.

Was unterscheidet H175 und H225?

Beide sind große Zweimotorer mit Fünfblattrotor und Radfahrwerk. Der H225 ist aber schwerer und stammt aus der Super-Puma-Familie mit ihrem typischen, eher kantigen Rumpf. Der H175 ist eine Neuentwicklung mit glatterem, längerem Rumpf, großen Rechteckfenstern und einem dreiblättrigen Heckrotor.

Gibt es eine Militärversion?

Ja, Airbus bietet den H175M für militärische und staatliche Aufgaben an, unter anderem wurde er Großbritannien für das Programm New Medium Helicopter angeboten. Spaniens Luftstreitkräfte haben H175 in VIP-Ausführung bestellt. Für Spotter in Mitteleuropa bleibt der zivile Offshore-H175 aber die häufigere Variante.

Darf ich Offshore-Hubschrauber an ihrer Basis fotografieren?

Von öffentlichem Grund aus in der Regel ja. Die Basen selbst liegen aber meist hinter Zäunen auf Flugplatzgelände, und dort gilt das Hausrecht des Betreibers. Halte dich an Absperrungen und frag im Zweifel nach, bevor du ein Gelände betrittst.

Airbus Helicopters H175 sammeln statt nur sehen

Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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