Das Wichtigste in Kürze
- Das NH90 ist ein europäisches Gemeinschaftsprojekt: Gebaut wird es von NHIndustries, an dem Airbus Helicopters, Leonardo und Fokker beteiligt sind. Airbus Helicopters hält über seine französische und deutsche Gesellschaft den größten Anteil.
- Es gibt zwei Grundversionen: den Transporthubschrauber TTH mit Heckrampe und den Marinehubschrauber NFH mit klappbarem Heck.
- Die Bundeswehr ist einer der größten Nutzer: Das Heer fliegt das NH90 TTH, die Marine die Versionen Sea Lion und Sea Tiger.
- Das Programm hatte viele Probleme: Verzögerungen, Korrosion, niedrige Verfügbarkeit. Australien, Norwegen, Schweden und Belgien haben sich ganz oder teilweise vom Typ verabschiedet.
- In Tracking-Diensten erscheinen alle Versionen unter dem ICAO-Code NH90, Bundeswehr-Maschinen tragen Kennungen aus den Blöcken 78+ und 79+.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| Hersteller | NHIndustries (Airbus Helicopters, Leonardo, Fokker) |
|---|---|
| Hauptversionen | TTH (Transport), NFH (Marine), dazu nationale Varianten |
| ICAO-Typcode | NH90 |
| Erstflug | 18. Dezember 1995 (Prototyp PT1) |
| Erster Serienvertrag | 30. Juni 2001 |
| Indienststellung | ab 2007 |
| Triebwerke | 2 × RTM322 (Rolls-Royce/Turbomeca) oder 2 × General Electric T700/CT7 |
| Hauptrotor | 4 Blätter aus Verbundwerkstoff, 16,30 m Durchmesser |
| Länge mit drehenden Rotoren | 19,56 m |
| Max. Abfluggewicht | 10,6 t (Standardangabe), je nach Ausführung höher |
| Kapazität | bis zu 20 voll ausgerüstete Soldaten oder 12 Tragen |
| Außenlast | rund 4 t am Lasthaken |
| Reisegeschwindigkeit | rund 300 km/h laut Leonardo |
| Reichweite | rund 800 km (TTH), rund 1.000 km (NFH) |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Kantiger, im Querschnitt fast rautenförmiger Rumpf mit glatten Verbundwerkstoff-Flächen und kompaktem, abgerundetem Bug
- Vierblättriger Hauptrotor auf einem flachen Aufbau, die zwei Triebwerke sitzen oben auf dem Kabinendach
- Offener Heckrotor am Ende eines kräftigen Heckauslegers, kein Fenestron
- Radfahrwerk mit Hauptfahrwerk an seitlichen Rumpfverkleidungen, Bugrad unter dem Cockpit
- Transportversion TTH mit Heckrampe und großen seitlichen Schiebetüren
- Marineversionen ohne Heckrampe, mit klappbarem Heckausleger, verstärktem Fahrwerk und zusätzlichen Sensoren am Rumpf
Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein grauer, kantiger Hubschrauber mit vier Rotorblättern und Radfahrwerk zieht tief über ein Feld in Niedersachsen, hinten zeichnet sich eine Laderampe ab: Sehr wahrscheinlich war das ein NH90. Kaum ein Hubschrauber steht so sehr für die europäische Rüstungskooperation der vergangenen drei Jahrzehnte, und kaum einer hat so viele Schlagzeilen gemacht. Er gilt als technisch modern, war aber lange von Verzögerungen, Mängeln und schwacher Einsatzbereitschaft geplagt. Bei der Bundeswehr ist er heute trotzdem eines der wichtigsten Muster, in Australien und Norwegen dagegen schon Geschichte. Hier erfährst du, wie das NH90 entstanden ist, welche Versionen es gibt und woran du es sicher erkennst.
Heeresflieger im Hangar
Mit Planetrack hältst du jede NH90-Sichtung mit Foto, Typ, Kennung und Spot fest – vom TTH im Tiefflug bis zum Sea Lion über der Nordsee. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Was ist das NH90?
Das NH90 ist ein zweimotoriger Mehrzweckhubschrauber der Zehn-Tonnen-Klasse, entwickelt für Streitkräfte der NATO-Staaten. Gebaut wird er von NHIndustries, einem Gemeinschaftsunternehmen mit Sitz in Aix-en-Provence. Den größten Anteil halten die französische und die deutsche Gesellschaft von Airbus Helicopters mit je 31,25 Prozent, dazu kommen Leonardo mit 32 Prozent und Fokker mit 5,5 Prozent. Weil Airbus Helicopters zusammen klar der Hauptpartner ist, führen wir das NH90 bei Planetrack im Bereich Airbus.
Der Name verrät die Herkunft: „NH“ steht für NATO Helicopter. Der Typ war von Anfang an als gemeinsamer Standardhubschrauber mehrerer Bündnispartner gedacht.
Technisch war das NH90 ambitioniert. Der Rumpf besteht weitgehend aus Verbundwerkstoff, die Rotorblätter ebenfalls. Gesteuert wird der Hubschrauber über eine elektronische Flugsteuerung (Fly-by-Wire) mit vier getrennten Kanälen und einem Vierachs-Autopiloten. Das NH90 gilt als erster Serienhubschrauber mit vollständigem Fly-by-Wire. Laut Airbus bringt der Verbundrumpf rund 30 Prozent mehr Ausdauer als eine vergleichbare Metallzelle.
Angetrieben wird das NH90 je nach Kunde von zwei RTM322 von Rolls-Royce und Turbomeca, heute Teil von Safran, oder von zwei General-Electric-Triebwerken der Familie T700/CT7. Deutschland setzt auf das RTM322, Italien und Spanien auf die GE-Variante. Die Kabine fasst bis zu 20 voll ausgerüstete Soldaten oder 12 Tragen. Laut Leonardo liegt das maximale Abfluggewicht in der Standardangabe bei 10,6 Tonnen, die Reisegeschwindigkeit bei rund 300 km/h.
Entstehung: ein Hubschrauber für viele Armeen
Mitte der Achtzigerjahre suchten mehrere europäische NATO-Staaten einen gemeinsamen Nachfolger für ihre alternden Hubschrauberflotten, darunter Bell UH-1, Sea King und Puma. Deutschland, Frankreich, Italien und die Niederlande starteten das Programm, später kamen Portugal und Belgien dazu. Auf staatlicher Seite koordiniert die NATO-Agentur NAHEMA das Projekt, auf industrieller Seite NHIndustries.
Der erste Prototyp startete am 18. Dezember 1995 in Marignane bei Marseille. Danach zog sich die Entwicklung hin. Der erste Serienvertrag wurde erst am 30. Juni 2001 unterzeichnet, und es dauerte bis 2007, bis die ersten Maschinen in den Truppendienst gingen. Weil fast jedes Land eigene Wünsche an Ausrüstung, Funk und Missionssysteme hatte, entstand eine große Zahl nationaler Varianten. Das machte Zulassung, Produktion und Ersatzteilversorgung kompliziert, ein Grund für viele spätere Probleme.
TTH und NFH: die beiden Grundversionen
Hinter dem Namen NH90 stecken zwei Grundmuster, die sich auch für Spotter gut unterscheiden lassen.
| Merkmal | NH90 TTH | NH90 NFH |
|---|---|---|
| Langname | Tactical Transport Helicopter | NATO Frigate Helicopter |
| Einsatz | Truppen- und Materialtransport, Verwundetentransport, Spezialkräfte | Bordhubschrauber auf Fregatten, U-Jagd, Seeraumüberwachung, SAR |
| Heck | Heckrampe zum Beladen | keine Rampe, klappbarer Heckausleger |
| Fahrwerk | Radfahrwerk | verstärktes Radfahrwerk für Schiffsdecks |
| Reichweite | rund 800 km mit internem Kraftstoff | rund 1.000 km |
| Deutsche Bezeichnung | NH90 TTH (Heer) | Sea Lion, Sea Tiger (Marine) |
Aus diesen Grundversionen sind viele Ableger entstanden. Frankreich nennt seine Marinehubschrauber NFH Caïman, Australien flog das MRH90 Taipan, Schweden das HKP 14. Italien betreibt Heeres- und Marineversionen, Spanien setzt das NH90 bei Heer, Luftwaffe und Marine ein. Im Juli 2026 erhielt Frankreich laut Airbus das erste NH90 in einer Version für Spezialkräfte.
Das NH90 bei der Bundeswehr
Deutschland gehört zu den größten Kunden. Insgesamt hat die Bundeswehr 131 NH90 bestellt: 82 TTH für das Heer sowie 49 Marinehubschrauber, aufgeteilt in 18 Sea Lion und 31 Sea Tiger. Ursprünglich war eine deutlich größere Heeresflotte vorgesehen. 2013 einigten sich Bund und Industrie darauf, weniger Transporthubschrauber abzunehmen und dafür die Sea Lion für die Marine zu bestellen.
Heer: der Transporthubschrauber
Das NH90 TTH ist der Standard-Transporthubschrauber der Heeresflieger. Stationiert ist er beim Transporthubschrauberregiment 10 in Faßberg und beim Transporthubschrauberregiment 30 in Niederstetten. Ausgebildet wird am Internationalen Hubschrauberausbildungszentrum in Bückeburg, das seit Dezember 2006 NH90 betreibt. Ganz in der Nähe lohnt ein Besuch im Hubschraubermuseum Bückeburg, das die Geschichte der Drehflügler von den Anfängen bis heute zeigt.
Auch die Luftwaffe flog zeitweise NH90. Das Hubschraubergeschwader 64 in Holzdorf erhielt im Oktober 2010 die ersten Maschinen, um den Jahreswechsel 2012/2013 gingen sie aber an das Heer. Für schwere Lasten setzt die Bundeswehr dagegen weiter auf den CH-53, für leichtere Aufgaben unter anderem auf den H145M.
Auslandseinsätze
Ab April 2013 übernahmen deutsche NH90 in Afghanistan die vorgeschobene Rettung Verwundeter aus der Luft (Forward MedEvac). Der Einsatz endete am 1. August 2014. Von Januar 2017 bis Juli 2018 flogen deutsche NH90 in Mali im Rahmen der UN-Mission MINUSMA, zeitweise in einem gemeinsamen Verband mit Belgien.
In die Kritik geriet der Typ unter anderem nach einem Zwischenfall im Juni 2014 bei Termez in Usbekistan, wo ein deutsches NH90 nach einem Triebwerksproblem notlanden musste. Danach gab es weitere technische Untersuchungen, zeitweise durfte die Flotte nur eingeschränkt fliegen.
Marine: Sea Lion und Sea Tiger
Bei der Marine ersetzt das NH90 gleich zwei ältere Muster. Der Sea Lion löst den Westland Sea King ab und ist vor allem für Suche und Rettung, Transport und Versorgung gedacht. Sein Erstflug war im Dezember 2016, im Oktober 2019 wurde die erste Maschine übergeben, und im Februar 2023 kam die achtzehnte und letzte.
Der Sea Tiger ist ein Bordhubschrauber für Fregatten mit Ausrüstung für U-Jagd und Bekämpfung von Überwasserzielen. Er ersetzt den Sea Lynx. Bestellt wurden 31 Maschinen, genug, um 15 Fregatten mit je zwei Hubschraubern auszustatten, plus eine Maschine für die Erprobung. Der Erstflug fand Ende 2023 statt. Beide Marineversionen sind dem Marinefliegerstützpunkt Nordholz bei Cuxhaven zugeordnet, gleich nebenan liegt das Aeronauticum Nordholz mit Exponaten der Marineflieger.
Kennungen der Bundeswehr
Deutsche NH90 tragen Kennungen aus den Blöcken 78+ und 79+. Wie das System funktioniert und welche Blöcke für welche Muster stehen, erklärt der Beitrag Kennzeichen von Bundeswehr-Luftfahrzeugen.
Probleme und Ausmusterungen
Das NH90 ist ein Lehrstück dafür, wie schwierig internationale Rüstungsprojekte sein können. Die Liste der Kritikpunkte ist lang: verspätete Auslieferungen, viele unterschiedliche Bauzustände, aufwendige Wartung, Ersatzteilmangel und daraus folgend eine niedrige Einsatzbereitschaft. In Finnland lag die Verfügbarkeit der Flotte 2014 zeitweise bei nur 19 Prozent. Die Niederlande stoppten 2014 die Übernahme weiterer Maschinen, nachdem Korrosion an den Marinehubschraubern entdeckt worden war, und nahmen sie erst wieder auf, als der Hersteller die Kosten der Nachbesserung übernahm.
Einige Länder haben die Konsequenz gezogen:
| Land | Was passiert ist |
|---|---|
| Australien | MRH90 Taipan von Heer und Marine schon vor 2023 auf der Liste problematischer Projekte, Ersatz durch UH-60M Black Hawk; nach einem tödlichen Absturz im Juli 2023 endgültig außer Dienst gestellt (historisch) |
| Norwegen | Vertrag im Juni 2022 gekündigt, Ende 2025 Einigung mit NHIndustries über Rückgabe der Hubschrauber und Rückzahlung |
| Schweden | 2022 Entscheidung, die HKP 14 durch Black Hawks und ein weiteres Muster zu ersetzen |
| Belgien | Juli 2025: Entscheidung, die vier Transporthubschrauber wegen hoher Kosten und geringer Verfügbarkeit auszumustern |
Besonders tragisch war der Fall Australien. Im März 2023 musste ein MRH90 in der Jervis Bay notwassern, alle Insassen überlebten. Im Juli 2023 stürzte während der Übung Talisman Sabre ein MRH90 nachts vor der Küste von Queensland ins Meer, die vier Besatzungsmitglieder kamen ums Leben. Danach flog die australische Flotte nicht mehr, der Typ wurde vorzeitig ausgemustert. An seine Stelle tritt der Sikorsky UH-60 Black Hawk. Auch in den Niederlanden kostete ein Absturz 2020 vor Aruba zwei Soldaten das Leben.
Respekt bei Unglücksthemen
Hinter jedem Absturz stehen Menschen und Angehörige. Bleib beim Posten von Bildern und Kommentaren sachlich, und spekuliere nicht über Ursachen, bevor Untersuchungsberichte vorliegen.
Andere Nutzer halten am NH90 fest und modernisieren ihre Flotten. Neuseeland entschied sich 2023 ausdrücklich, den Typ zu behalten, und meldete im August 2026 das erste NH90 weltweit mit 3.000 Flugstunden. Die Niederlande kündigten Anfang 2024 eine Modernisierung zur Lebensmitte an. Frankreich, Italien, Spanien und Deutschland zählen weiter zu den großen Betreibern. Wie sich Flotten und Planungen entwickeln, ändert sich laufend, prüf deshalb vor einer gezielten Tour aktuelle Meldungen.
NH90 auf die Wunschliste
Setz in Planetrack den Typ NH90 oder einzelne Kennungen auf deine Wunschliste und lass dich per Sichtungs-Alarm benachrichtigen, wenn sie an deinem Flughafen anfliegen. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.
So erkennst du das NH90 sicher
Das NH90 hat eine Silhouette, die du nach ein paar Sichtungen kaum noch verwechselst. Drei Schritte helfen dir am Anfang.
Rumpfform lesen
Der Rumpf wirkt kantig und glatt, im Querschnitt fast wie eine Raute. Der Bug ist kurz und gerundet, die Flächen sind auffallend sauber, weil der Rumpf aus Verbundwerkstoff besteht.
Rotor und Triebwerke
Vier Hauptrotorblätter auf einem flachen Aufbau, die beiden Triebwerke liegen oben auf dem Kabinendach. Am Heck dreht ein offener Heckrotor, kein Fenestron.
Heck prüfen
Eine Heckrampe verrät das TTH des Heeres. Fehlt die Rampe und trägt der Hubschrauber Marine-Grau mit Sensoren am Rumpf, ist es ein Sea Lion, Sea Tiger oder eine andere NFH-Version.
Die letzte Gewissheit bringt die Kennung. Mehr zur Bestimmung von Drehflüglern findest du im Guide Hubschraubertypen erkennen.
Schnellbestimmung: Militärhubschrauber in Deutschland
NH90
Vier Blätter, glatter kantiger Rumpf und Triebwerke auf dem Dach passen zum NH90. Heckrampe spricht für das TTH des Heeres, Marine-Grau ohne Rampe für Sea Lion oder Sea Tiger.
Sikorsky CH-53
Deutlich größer, mit Sechsblattrotor und seitlich am Rumpf montierten Triebwerken – das ist der schwere Transporthubschrauber der Bundeswehr.
Airbus H225 / H225M
Fünf Blätter auf hohem Super-Puma-Rumpf deuten auf den H225 oder die militärische Caracal.
Häufige Verwechslungen
Es spricht für das NH90, wenn …
- du vier Blätter auf einem glatten, kantigen Rumpf mit Radfahrwerk siehst
- eine Heckrampe oder ein klappbarer Marine-Heckausleger dazukommt
- die Bundeswehr-Kennung mit 78+ oder 79+ beginnt
Sieh genauer hin, wenn …
- du nur einen grauen Umriss von unten siehst – dann ist die Blattzahl schwer zu zählen
- ein großer Marinehubschrauber über der Nordsee fliegt – dort sind auch zivile Offshore-Typen unterwegs
- du im Ausland fotografierst, wo ältere Super Puma und Cougar noch im Dienst sind
Es ist kein NH90, wenn …
- der Hubschrauber fünf Blätter und einen hohen, klassischen Rumpf hat – dann eher ein H225 oder H215
- drei Triebwerke auf dem Rumpf sitzen – dann ist es ein AW101
- Kufen statt Rädern und ein Fenestron im Heck zu sehen sind – dann eher ein H135 oder H145
- du einen schlanken Rumpf mit Tandemcockpit und Waffenstummeln siehst – das ist der Tiger
Wo du das NH90 antriffst
In Deutschland stehen die Chancen auf ein NH90 besser als bei den meisten anderen Militärhubschraubern. Ein paar Ansatzpunkte:
| Ort | Trefferchance | Warum |
|---|---|---|
| Faßberg (Lüneburger Heide) | hoch | Transporthubschrauberregiment 10 des Heeres |
| Niederstetten (Baden-Württemberg) | hoch | Transporthubschrauberregiment 30 des Heeres |
| Bückeburg | hoch | Ausbildung am Internationalen Hubschrauberausbildungszentrum |
| Nordholz bei Cuxhaven | mittel bis hoch | Marineflieger mit Sea Lion und Sea Tiger |
| Offene Tage und Messen | mittel | Static Display und Vorführungen |
Messen wie die ILA Berlin und der Tag der Bundeswehr sind gute Gelegenheiten, ein NH90 aus der Nähe zu sehen. Rund um militärische Liegenschaften gelten besondere Regeln, lies vorher den Beitrag Militärflugplatz fotografieren. Militärische Hubschrauber senden nicht immer ADS-B-Daten. Wie du sie trotzdem findest, erklären die Beiträge Militärflugzeuge online verfolgen und Hubschrauber auf dem Flugradar finden.
Fototipps für das NH90
Bei Hubschraubern entscheidet die Verschlusszeit, ob das Bild lebendig oder steril wirkt. Ein NH90 mit eingefrorenen Rotorblättern sieht aus, als würde er gleich vom Himmel fallen.
Rotor bewegt zeigen
Starte mit Werten um 1/125 s und zieh sauber mit. So bleibt der Rumpf scharf, und die vier Blätter verwischen zu einer Scheibe.
Profil mit Rampe
Im Profil siehst du Rumpfform, Fahrwerk und Heck am besten. Bei Landungen mit offener Rampe gelingen spannende Einsatzbilder.
Abwind ernst nehmen
Ein Zehn-Tonnen-Hubschrauber wirbelt viel Staub und Gras auf. Halte Abstand, sichere Stativ und Taschen und schütz die Frontlinse.
Mehr zur Technik steht im Guide Propeller fotografieren: die richtige Verschlusszeit, allgemeine Tipps im Artikel Hubschrauber spotten. Mit dem Sonnenstand-Planer und den Wetter- und Windangaben in Planetrack siehst du vor der Tour, aus welcher Richtung Licht und Anflug kommen. Deine Sichtung postest du danach direkt mit Foto, Typ, Kennung und Spot in der Community.
Fazit
Das NH90 ist ein Hubschrauber mit zwei Gesichtern. Technisch war er bei seinem Start einer der modernsten Militärhubschrauber der Welt, mit Verbundrumpf und Fly-by-Wire. Gleichzeitig steht er für Verzögerungen, Kostensteigerungen und mangelnde Verfügbarkeit, die in Australien, Norwegen, Schweden und Belgien zum Ausstieg geführt haben. In Deutschland ist er dagegen fest etabliert: als Transporthubschrauber des Heeres und als Sea Lion und Sea Tiger bei der Marine. Für Spotter ist er damit einer der häufigsten Militärhubschrauber am deutschen Himmel.
Kurzfazit
Glatter, kantiger Rumpf, vier Blätter, Triebwerke auf dem Dach und Räder: Das ist das NH90. Mit Heckrampe ist es das TTH des Heeres, ohne Rampe und in Marine-Grau ein Sea Lion oder Sea Tiger. Achte auf die Kennungen 78+ und 79+ und halte rund um Faßberg, Niederstetten, Bückeburg und Nordholz die Augen offen.
Zusammenfassung
- Der erste NH90-Prototyp flog am 18. Dezember 1995, der erste Serienvertrag folgte 2001, ab 2007 kamen die ersten Maschinen in den Dienst.
- Mit Verbundwerkstoff-Rumpf und elektronischer Flugsteuerung (Fly-by-Wire) war das NH90 bei seinem Start technisch sehr ambitioniert.
- Deutschland bestellte 82 TTH für das Heer sowie 18 Sea Lion und 31 Sea Tiger für die Marine.
- Verzögerungen, hohe Betriebskosten und geringe Einsatzbereitschaft führten in mehreren Ländern zur vorzeitigen Ausmusterung.
Häufige Fragen
Wer baut das NH90?
Das NH90 stammt von NHIndustries mit Sitz in Aix-en-Provence. Gesellschafter sind Airbus Helicopters (über die französische und die deutsche Gesellschaft), Leonardo und mit einem kleinen Anteil Fokker. Airbus Helicopters ist mit zusammen gut 62 Prozent der Hauptpartner, deshalb führen wir den Typ bei Planetrack unter Airbus.
Was ist der Unterschied zwischen NH90 TTH und NFH?
Das TTH (Tactical Transport Helicopter) ist die Landversion für Truppen- und Materialtransport und hat eine Heckrampe. Das NFH (NATO Frigate Helicopter) ist für den Einsatz von Schiffen aus gebaut: ohne Rampe, mit klappbarem Heckausleger, verstärktem Fahrwerk und Sensoren für Seeaufklärung und U-Boot-Jagd.
Was sind Sea Lion und Sea Tiger?
Das sind die Namen der Marineversionen bei der Bundeswehr. Der Sea Lion ersetzt den Sea King für Suche und Rettung sowie Transport. Der Sea Tiger ist ein Bordhubschrauber für Fregatten und löst den Sea Lynx ab, vor allem für U-Jagd und Seeraumüberwachung.
Welchen ICAO-Typcode hat das NH90?
Alle Versionen laufen unter NH90. Militärische Maschinen senden allerdings nicht immer verwertbare ADS-B-Daten. Oft siehst du sie nur über MLAT oder gar nicht.
Warum haben einige Länder das NH90 ausgemustert?
Die Gründe ähneln sich: verspätete Auslieferungen, aufwendige Wartung, Ersatzteilmangel und dadurch eine niedrige Verfügbarkeit. Australien stellte seine MRH90 Taipan 2023 außer Dienst, Norwegen kündigte den Vertrag im Juni 2022, Schweden ersetzt seine Flotte durch Black Hawks, und Belgien beschloss 2025 den Ausstieg aus der Transportversion.
Wo sehe ich ein NH90 in Deutschland?
Am ehesten rund um die Standorte der Heeresflieger in Faßberg und Niederstetten, am Ausbildungszentrum in Bückeburg und bei den Marinefliegern in Nordholz. Dazu kommen offene Tage der Bundeswehr und Luftfahrtmessen wie die ILA in Berlin.
NHIndustries NH90 sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
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