Das Wichtigste in Kürze
- Die BK 117 ist ein zweimotoriger Mehrzweckhubschrauber, den MBB und Kawasaki ab 1977 gemeinsam entwickelt haben – das B steht für Bölkow, das K für Kawasaki.
- Sie prägte die Luftrettung der 1980er und 1990er Jahre und war in Deutschland unter anderem bei ADAC und DRF im Einsatz.
- Schnellster Erkennungsweg: offener Heckrotor plus Klapptüren unter dem hohen Leitwerksträger.
- Aus der BK 117 C-1 entstand die EC145 (BK 117 C-2), daraus wiederum der heutige H145 – alle teilen sich eine gemeinsame Musterzulassung.
- Heute ist die klassische BK 117 selten geworden und damit ein lohnender Fang für deinen Hangar.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist die BK 117?
- 2.Geschichte: ein deutsch-japanisches Gemeinschaftsprojekt
- 3.Technik: Bo-105-Gene im größeren Rumpf
- 4.Von der BK 117 zum H145: der Stammbaum
- 5.So erkennst du die BK 117
- 6.Einsatz: der Luftrettungsklassiker
- 7.Spotting-Tipps für einen seltenen Klassiker
- 8.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
- 9.Fazit
Steckbrief
| Hersteller | MBB (Deutschland) und Kawasaki Heavy Industries (Japan), später Eurocopter bzw. Airbus Helicopters |
|---|---|
| Kooperationsvertrag | 25. Februar 1977 |
| Erstflug | 13. Juni 1979 in Ottobrunn (MBB-Prototyp) |
| Zulassung Deutschland | 9. Dezember 1982 (BK 117 A-1) |
| ICAO-Typcode | BK17 |
| Triebwerke | 2 × Lycoming LTS 101 (A- und B-Serie) bzw. 2 × Turbomeca Arriel 1E/1E2 (C-1) |
| Hauptrotor | Vierblatt, gelenkloser Rotor nach Bo-105-Prinzip, 11,0 m Durchmesser |
| Rumpflänge | 9,91 m (B-2) |
| Max. Abfluggewicht | 3.350 kg (B-2) |
| Leergewicht | rund 1.725 kg (B-2) |
| Höchstgeschwindigkeit (VNE) | 278 km/h (B-2) |
| Reichweite | rund 540 km (B-2) |
| Sitzplätze | Pilot plus bis zu 10 Passagiere |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Offener Heckrotor am Seitenleitwerk – kein Fenestron wie beim H145
- Hoch angesetzter Leitwerksträger, unter dem sich zwei große Klapptüren am Heck öffnen
- Vierblättriger Hauptrotor mit kompaktem, gelenklosem Rotorkopf
- Zwei Turbinen in einer Verkleidung oberhalb der Kabine, Kufenlandegestell
- Kürzere Kabine und kleinere Cockpitverglasung als bei der späteren EC145
- Deutlich größer und höher als die verwandte Bo 105
Aktualisiert: Oktober 2026 – Wer in den 1980er oder 1990er Jahren einen Rettungshubschrauber auf der Autobahn landen sah, hatte gute Chancen, eine BK 117 vor sich zu haben. Der zweimotorige Hubschrauber aus deutsch-japanischer Gemeinschaftsarbeit war damals das Arbeitstier vieler Luftrettungs- und Polizeistaffeln. Heute ist die klassische BK 117 selten geworden, ihre Gene stecken aber in einem der häufigsten Hubschrauber Europas: dem Airbus H145. Hier erfährst du, wie die BK 117 entstand, welche Versionen es gibt und wie du sie von ihren Nachfolgern unterscheidest.
Klassiker gehören in deinen Hangar
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Was ist die BK 117?
Die BK 117 ist ein leichter bis mittlerer Zweimotorer für bis zu zehn Passagiere. Entwickelt wurde sie als Mehrzweckhubschrauber: Personentransport, VIP-Flüge, Lastenflüge am Haken, Polizeieinsätze, Such- und Rettungsdienst und vor allem die Luftrettung. Für Letztere bringt sie ideale Voraussetzungen mit, denn der hoch angesetzte Leitwerksträger lässt Platz für große Klapptüren am Heck, durch die eine Trage direkt in die Kabine geschoben werden kann.
Der Name verrät die Herkunft. B steht für Bölkow – gemeint ist der deutsche Luftfahrtkonzern Messerschmitt-Bölkow-Blohm (MBB) –, K für Kawasaki Heavy Industries aus Japan. Beide Firmen hatten Ende der 1970er Jahre eigene Pläne für einen größeren Zweimotorer und legten sie zusammen. Mehr über den deutschen Partner erfährst du auf der Seite zur MBB Bo 105, dem kleineren Bruder, der für die BK 117 wichtige Bauteile lieferte.
Geschichte: ein deutsch-japanisches Gemeinschaftsprojekt
Am 25. Februar 1977 unterzeichneten MBB und Kawasaki den Vertrag zur gemeinsamen Entwicklung. Die Entwicklungskosten teilten sich beide Partner hälftig, zusätzlich sagte die Bundesregierung noch 1977 eine finanzielle Förderung zu. Die Arbeitsteilung war klar geregelt: MBB steuerte unter anderem das Rotorsystem, den Leitwerksträger, die Steuerung und die Hydraulik bei. Kawasaki verantwortete Zelle, Hauptgetriebe, Fahrwerk und Elektrik.
Der MBB-Prototyp hob am 13. Juni 1979 in Ottobrunn bei München zum Erstflug ab, der japanische Prototyp folgte am 10. August 1979 in Gifu. Nach dreieinhalb Jahren Erprobung erteilte das Luftfahrt-Bundesamt am 9. Dezember 1982 die Zulassung für die erste Serienversion BK 117 A-1. Japan zog wenige Tage später nach, die US-Behörde FAA im März 1983.
Gebaut wurde parallel in beiden Ländern: in Deutschland vor allem in Donauwörth, in Japan bei Kawasaki. Dazu kam eine kleine Lizenzfertigung in Indonesien unter dem Namen NBK-117, die allerdings über wenige Exemplare nicht hinauskam. Die Angaben zur Gesamtstückzahl der klassischen Versionen schwanken je nach Quelle, sie liegen aber im Bereich mehrerer Hundert Maschinen.
Firmengeschichtlich wanderte die BK 117 durch mehrere Hände. MBB ging in der Daimler-Benz Aerospace (DASA) auf, deren Hubschraubersparte bildete gemeinsam mit Aérospatiale den Hersteller Eurocopter. Aus Eurocopter wurde schließlich Airbus Helicopters, heute Teil des Airbus-Konzerns. Deshalb findest du die BK 117 bei Planetrack unter dem Hersteller Airbus.
Praxis-Tipp: den Prototyp besuchen
Der MBB-Prototyp P2, der 1979 in Ottobrunn zum Erstflug startete, steht heute im Hubschraubermuseum Bückeburg. Dort kannst du die Proportionen in Ruhe studieren – das hilft später enorm beim Bestimmen im Flug.
Technik: Bo-105-Gene im größeren Rumpf
Technisch baut die BK 117 auf Bewährtem auf. Der vierblättrige, gelenklose Hauptrotor geht auf das Prinzip der Bo 105 zurück und macht den Hubschrauber sehr wendig. Die beiden Turbinen und das Hauptgetriebe sitzen oberhalb der Kabine, sodass innen ein großer, frei nutzbarer Raum bleibt.
Die Zelle besteht überwiegend aus genietetem Metall, Verbundwerkstoffe spielen noch eine kleine Rolle. Typisch ist der hoch liegende Leitwerksträger mit dem Heckrotor ebenfalls weit oben. Das hat einen praktischen Nebeneffekt: Wer am Boden hinter dem Hubschrauber arbeitet, etwa beim Be- und Entladen einer Trage, ist besser vor dem drehenden Heckrotor geschützt.
| Version | Triebwerke | Zulassung (Deutschland) | Besonderheiten |
|---|---|---|---|
| A-1 | 2 × Lycoming LTS 101-650B-1 | Dezember 1982 | erste Serienversion |
| A-3 | 2 × LTS 101-650B-1 | März 1985 | größerer Heckrotor, höheres Abfluggewicht |
| A-4 | 2 × LTS 101-650B-1 | Juli 1986 | verbessertes Getriebe und Heckrotorkopf |
| B-1 | 2 × LTS 101-750B-1 | Dezember 1987 | stärkere Turbinen, mehr Nutzlast |
| B-2 | 2 × LTS 101-750B-1 | Januar 1992 | 3.350 kg Abfluggewicht, bessere Leistung bei Hitze und in großer Höhe |
| C-1 | 2 × Turbomeca Arriel 1E/1E2 | Oktober 1992 | Wechsel zu französischen Triebwerken, verbesserter Heckrotor |
Die B-2 ist die bekannteste Version der Lycoming-Generation. Mit 3.350 Kilogramm maximalem Abfluggewicht, einem Hauptrotor von elf Metern Durchmesser und einer Reichweite von gut 500 Kilometern war sie für ihre Zeit ein vielseitiges Arbeitsgerät. Mit der C-1 stieg das Programm auf Arriel-Triebwerke von Turbomeca (heute Safran) um – eine Entscheidung, die bis zum heutigen H145 Bestand hat.
Spannend für Technikfans: In Neuseeland entwickelte der Wartungsbetrieb Airwork um 2010 einen Umbau, mit dem B-2-Maschinen stärkere LTS-101-850-Turbinen erhalten (BK 117-850D2). Rund 50 Hubschrauber wurden bis Mitte der 2010er Jahre so modernisiert – ein Grund, warum klassische BK 117 vor allem in Neuseeland und Australien weiterhin im Einsatz sind.
Von der BK 117 zum H145: der Stammbaum
Für Spotter ist die BK 117 vor allem deshalb interessant, weil sie die Stammmutter einer ganzen Familie ist. Alle Nachfolger teilen sich mit ihr eine gemeinsame Musterzulassung – technisch gesehen ist auch der neueste Fünfblatt-H145 noch eine BK 117.
BK 117 A, B und C-1
Die klassischen Versionen mit kurzer Kabine, offenem Heckrotor und dem ursprünglichen Cockpit. Typcode BK17. Darum geht es auf dieser Seite.
BK 117 C-2 = EC145
In den 1990ern aus der C-1 weiterentwickelt: gestreckte, geräumigere Kabine und ein vom EC135 abgeleitetes Cockpit. Erstflug 1999, Typcode EC45. Eurocopter nannte sie EC145, Kawasaki blieb bei BK117 C-2.
BK 117 D-2 = H145
Die modernisierte EC145 T2 mit Fenestron, Arriel-2E-Turbinen und neuer Avionik, seit 2015 als H145 vermarktet.
BK 117 D-3 = Fünfblatt-H145
Die aktuelle Version mit lagerlosem Fünfblattrotor, von der EASA im Jahr 2020 zugelassen.
Auch militärisch hat die Familie Karriere gemacht: Die US Army fliegt mit dem UH-72 Lakota eine EC145-Variante, die Bundeswehr erhält mit dem H145M die aktuelle Generation. Details dazu stehen auf der Seite zum H145.
So erkennst du die BK 117
Die Bestimmung lebt vom Vergleich. Drei Beobachtungen helfen dir, die klassische BK 117 von ihren Verwandten zu trennen.
Heckrotor prüfen
Ein offener Heckrotor am Seitenleitwerk schließt H145 und H135 sofort aus. Es bleiben BK 117 und EC145.
Hecktüren suchen
Klapptüren unter einem hoch angesetzten Leitwerksträger sind das Markenzeichen der Familie. Fehlt diese Bauform, bist du eher bei einem anderen Hersteller.
Nase und Kabine vergleichen
Die BK 117 hat eine kürzere Kabine und eine kleinere, kantigere Nase. Die EC145 wirkt gestreckter und trägt eine großflächige, gewölbte Cockpitverglasung.
Das letzte Wort hat wie immer das Kennzeichen. Über die Register der Luftfahrtbehörden lässt sich die genaue Version samt Baujahr nachschlagen – wie das funktioniert, zeigt der Beitrag Flugzeug-Kennzeichen verstehen. Deutsche Zivilhubschrauber tragen Kennzeichen, die mit D-H beginnen; die Systematik erklärt der Artikel zu den deutschen Kennzeichen und Gewichtsklassen.
Schnellbestimmung: BK-117-Familie
MBB/Kawasaki BK 117
Offener Heckrotor, Hecktüren und eine kompakte Kabine ergeben das klassische BK-117-Bild. Ein seltener Fang – dokumentier ihn gut.
EC145 (BK 117 C-2)
Der gestreckte Nachfolger mit offenem Heckrotor und EC135-artigem Cockpit. Auch er wird langsam seltener.
Airbus H145
Mit Fenestron gehört der Hubschrauber zur aktuellen Generation. Zähl die Rotorblätter, um Vier- und Fünfblattversion zu trennen.
MBB Bo 105
Klein, zweimotorig, ebenfalls mit Hecktüren: Das ist eher der kleine Bruder aus dem Hause MBB.
Allgemeine Strategien, wie du Hubschrauber nach Rotor, Heck und Rumpfform sortierst, findest du im Guide Hubschraubertypen erkennen.
Einsatz: der Luftrettungsklassiker
Ihren Ruf verdiente sich die BK 117 vor allem in der Luftrettung. Zwei Turbinen bedeuteten mehr Sicherheit bei Einsätzen über Städten und in der Nacht, die geräumige Kabine bot Platz für Patient, Notarzt und Ausrüstung, und die Hecktüren erleichterten das Verladen.
Deutschland: Die ADAC Luftrettung nahm die BK 117 schon in den 1980er Jahren in ihre Flotte auf, und auch die DRF Luftrettung betrieb über viele Jahre eine große BK-117-Flotte. Beide Organisationen haben die klassischen Maschinen inzwischen durch modernere Muster wie H135 und H145 ersetzt. Bei der Polizei kam die BK 117 ebenfalls zum Zug: Die Polizei Nordrhein-Westfalen erhielt 1990 ihre erste Maschine, und bis 2017 bildeten vier BK 117 den Kern der dortigen Fliegerstaffel.
International: Die BK 117 verbreitete sich weit über Europa hinaus. In Japan fliegt sie unter anderem bei Präfekturpolizeien, in Australien und Neuseeland bei Feuerwehr-, Polizei- und Rettungsdiensten. Griechenlands Feuerwehr nutzt BK 117 C-1, in Spanien und Chile flogen bzw. fliegen Polizeieinheiten den Typ, und in Südafrika setzte die Luftwaffe ihn ein. Auch in den USA ist die BK 117 in der Luftrettung bekannt.
| Ort | Trefferchance | Warum |
|---|---|---|
| Deutsche Luftrettungsstationen | sehr gering | ADAC und DRF fliegen heute H135 und H145 |
| Luftfahrtmuseen | hoch | Der Prototyp P2 steht in Bückeburg |
| Kleinere Charter- und Arbeitsflugbetriebe | gering bis mittel | Gebrauchte BK 117 bleiben im Einsatz |
| Japan, Australien, Neuseeland | mittel | Dort fliegen noch zahlreiche klassische Maschinen |
Bestände ändern sich laufend
Klassische BK 117 werden verkauft, umgebaut oder ausgemustert. Prüf vor einer gezielten Tour aktuelle Angaben der Betreiber oder ein aktuelles Register, statt dich auf alte Flottenlisten zu verlassen.
Ob eine Maschine gerade in der Luft ist, verraten oft Flugradar-Dienste – die Kennung BK17 hilft beim Filtern. Wie du Rettungs- und Polizeihubschrauber gezielt findest, erklärt der Beitrag Hubschrauber auf dem Flugradar verfolgen.
BK17 auf die Wunschliste
Setz in Planetrack die BK 117 oder einzelne Kennzeichen auf deine Wunschliste und lass dich per Sichtungs-Alarm benachrichtigen, wenn sie an deinem Flughafen anfliegen oder landen. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.
Spotting-Tipps für einen seltenen Klassiker
Weil die BK 117 im deutschsprachigen Raum kaum noch im Alltag fliegt, lohnt sich ein bewusster Blick auf jeden Hubschrauber mit offenem Heckrotor und Hecktüren. Ein paar Tipps für die Jagd:
Bereit für die BK-117-Suche?
- Ich achte bei Hubschraubern zuerst auf den Heckrotor: offen oder ummantelt?
- Ich fotografiere im Zweifel auch das Kennzeichen, um die Version später zu prüfen.
- Ich nutze Flugradar-Filter auf den Typcode BK17.
- Ich plane Museumsbesuche ein, etwa in Bückeburg, um Proportionen zu lernen.
- Ich halte Abstand zu Landeplätzen und störe keine Einsätze.
Fototechnik: Wie bei allen Hubschraubern entscheidet die Verschlusszeit. Eine zu kurze Belichtung friert den Rotor ein und lässt die Maschine leblos wirken. Belichte daher eher länger und zieh sauber mit. Wie du dich an die richtigen Werte herantastest, zeigt der Guide Propeller fotografieren: die richtige Verschlusszeit. Für Profilbilder, auf denen Hecktüren und Leitwerksträger gut zur Geltung kommen, ist die Seitenansicht ideal.
Rücksicht im Einsatz: Fliegt eine BK 117 noch im Rettungs- oder Polizeidienst, gelten dieselben Regeln wie bei jedem Einsatzhubschrauber: Wege freihalten, Abstand zum Landeplatz, keine Patienten oder Unfallstellen fotografieren. Was du grundsätzlich beim Fotografieren von Luftfahrzeugen beachten musst, fasst der Beitrag Ist Planespotting erlaubt? zusammen. Allgemeine Tipps für Drehflügler sammelt der Artikel Hubschrauber spotten.
Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
Es spricht für die BK 117, wenn …
- ein offener Heckrotor an einem hohen Leitwerksträger sitzt
- unter dem Leitwerksträger große Klapptüren erkennbar sind
- die Kabine hoch, aber eher kurz wirkt
- im Tracking-Dienst BK17 als Typ steht
Sieh genauer hin, wenn …
- die Kabine sehr gestreckt wirkt – dann ist es vermutlich eine EC145
- der Hubschrauber auffallend klein ist – dann kommt die Bo 105 infrage
- du nur die Front siehst, denn ohne Heckansicht fehlen die wichtigsten Merkmale
Es ist keine klassische BK 117, wenn …
- ein Fenestron im Seitenleitwerk sitzt – dann bist du beim H145 oder H135
- der Hubschrauber nur eine Turbine hat
- ein Radfahrwerk statt Kufen zu sehen ist, wie bei der AS365 Dauphin
Wenn du einmal eine BK 117 im Kasten hast, ist das ein schönes Beispiel für eine Sichtung mit Seltenheitswert. Wie du solche Funde einordnest, beschreibt der Beitrag Seltene Flugzeuge spotten.
Fazit
Die BK 117 ist ein Stück deutsch-japanischer Luftfahrtgeschichte und zugleich der Ausgangspunkt einer Hubschrauberfamilie, die heute in ganz Europa unterwegs ist. Offener Heckrotor, hoher Leitwerksträger mit Hecktüren und eine kompakte Kabine verraten den Klassiker; der Typcode BK17 und das Kennzeichen liefern die Bestätigung. Im Alltag begegnest du ihr hierzulande nur noch selten – umso mehr freut der Eintrag im Hangar, wenn es doch einmal klappt.
Kurzfazit
Offener Heckrotor plus Klapptüren am Heck plus kurze Kabine: Das ist die BK 117. Mit Fenestron wird daraus der H145, mit gestreckter Kabine die EC145. Merk dir diese drei Merkmale, dann bestimmst du die ganze Familie sicher.
Zusammenfassung
- MBB und Kawasaki unterzeichneten am 25. Februar 1977 den Kooperationsvertrag, der MBB-Prototyp flog am 13. Juni 1979 in Ottobrunn, die deutsche Zulassung folgte im Dezember 1982.
- Die Versionen A-1 bis B-2 fliegen mit Lycoming-LTS-101-Turbinen, die C-1 mit Arriel-Triebwerken von Turbomeca.
- Die BK 117 C-2 wurde als EC145 vermarktet, die modernisierte D-2 ist der H145 – die BK 117 ist also die Stammmutter einer der erfolgreichsten Hubschrauberfamilien Europas.
- Erkennbar ist sie am offenen Heckrotor, am hohen Leitwerksträger mit Hecktüren und an der kompakteren Kabine; der ICAO-Code lautet BK17.
Häufige Fragen
Wofür steht BK in BK 117?
Das Kürzel verbindet die beiden Partner: B für Bölkow, also das deutsche Unternehmen MBB (Messerschmitt-Bölkow-Blohm), und K für Kawasaki. Aus dem Hause MBB stammt auch die kleinere Bo 105, von der die BK 117 ihr Rotorprinzip übernahm.
Ist die BK 117 dasselbe wie die EC145 oder der H145?
Nicht ganz, aber sie gehören zur selben Familie. Die EC145 ist intern die BK 117 C-2 mit größerer Kabine und neuem Cockpit, der H145 die BK 117 D-2 bzw. D-3 mit Fenestron. Als „BK 117“ bezeichnen Spotter meist nur die klassischen Versionen A, B und C-1.
Welchen ICAO-Typcode hat die BK 117?
Die klassische BK 117 läuft unter BK17. Die EC145- und H145-Generation wird in Tracking-Diensten dagegen meist unter EC45 geführt – ein praktischer erster Hinweis, ob du einen Oldie oder ein moderneres Modell vor dir hast.
Wie unterscheide ich BK 117 und EC145?
Beide haben einen offenen Heckrotor und Klapptüren am Heck. Die EC145 hat aber eine längere, geräumigere Kabine und ein größeres, vom EC135 abgeleitetes Cockpit mit üppigerer Verglasung. Die BK 117 wirkt vorne kürzer und kantiger. Im Zweifel klärt das Kennzeichen die Version.
Wo sehe ich heute noch eine BK 117?
In Deutschland haben ADAC und DRF ihre Flotten längst auf Typen wie H135 und H145 umgestellt. Klassische BK 117 tauchen eher bei kleineren Betreibern, im Ausland – etwa in Japan, Australien oder Neuseeland – oder in Museen auf. Den MBB-Prototyp P2 zeigt das Hubschraubermuseum Bückeburg.
Wurde die BK 117 auch in Lizenz gebaut?
Ja. Neben der Fertigung bei MBB in Deutschland und Kawasaki in Japan entstand in Indonesien eine kleine Lizenzserie unter der Bezeichnung NBK-117, die nach wenigen Exemplaren eingestellt wurde.
MBB/Kawasaki BK 117 sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Verwandte Flugzeugtypen
Airbus Helicopters H145
Ummantelter Heckrotor, hoch angesetzter Leitwerksträger, große Klapptüren am Heck: Der H145 ist Europas Rettungs- und Polizeihubschrauber schlechthin. So erkennst du ihn und seine Varianten.
HubschrauberAirbus Helicopters H135
Kompakt, zweimotorig, mit ummanteltem Heckrotor: Der H135 aus Donauwörth ist das Rückgrat der Luftrettung in Deutschland und Österreich. So erkennst du ihn und hältst ihn vom größeren H145 auseinander.
HubschrauberMBB Bo 105
Klein, wendig, zweimotorig und mit gelenklosem Rotor: Die Bo 105 aus Ottobrunn hat die deutsche Luftrettung begründet, als PAH-1 Panzer gejagt und fliegt bis heute Loopings. So erkennst du den Klassiker.
HubschrauberAerospatiale/Eurocopter AS365 Dauphin
Schlanke Delfin-Nase, ummantelter Heckrotor, einziehbares Bugrad: Der Dauphin ist seit den Siebzigern der Klassiker unter den mittleren Zweimot-Hubschraubern – von der US-Küstenwache bis zur Bundespolizei. So erkennst du ihn und seinen großen Bruder EC155.
HubschrauberNHIndustries NH90
Kantiger Rumpf, vier Rotorblätter, Fly-by-Wire: Das NH90 ist der europäische Standardhubschrauber der NATO-Ära. Bei der Bundeswehr fliegt er als TTH, Sea Lion und Sea Tiger, anderswo wurde er vorzeitig ausgemustert. So erkennst du ihn.
HubschrauberAirbus Helicopters H225
Elf Tonnen, fünf Rotorblätter, bis zu 28 Soldaten: Der H225 ist die jüngste Super Puma. Erst Star der Nordsee, dann nach dem Turøy-Unglück 2016 am Boden, heute vor allem als militärische Caracal unterwegs. So erkennst du ihn.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Airbus Helicopters
Der größte Hubschrauberhersteller der Welt hat deutsch-französische Wurzeln: Zentrale in Marignane, zweites Standbein in Donauwörth. Von dort kommen H135 und H145 – die Hubschrauber, die du in Deutschland als Rettungs-, Polizei- und Bundeswehrmaschinen am häufigsten siehst.
HerstellerAirbus
Europäisches Luft- und Raumfahrtunternehmen und einer der beiden großen Hersteller von Verkehrsflugzeugen – mit Flugzeugfamilien vom A220 bis zum A350.
MuseumHubschraubermuseum Bückeburg
Das Hubschraubermuseum Bückeburg ist das einzige Museum in Deutschland, das sich ausschließlich Drehflüglern widmet. In einem Burgmannshof von 1463 und zwei Anbauten stehen über 50 Hubschrauber, Tragschrauber und Exoten in Originalgröße – vom Nachbau des Cornu-Hubschraubers von 1907 bis zur CH-53G, die seit Juni 2026 auf dem Museumsdach steht.
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