Bundeswehr-Kennzeichen erklärt: Nummernsystem und Eisernes Kreuz

Zwei Ziffern, ein Kreuz, zwei Ziffern: Das taktische Kennzeichen der Bundeswehr verrät dir den Flugzeugtyp, bevor du das Muster sicher bestimmt hast. Aufbau, wichtige Nummernblöcke, Geschichte seit 1956 und Praxistipps für Spotter.

Planetrack RedaktionVeröffentlicht: 15. Oktober 202612 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Kein D-Kennzeichen: Luftfahrzeuge der Bundeswehr tragen kein ziviles Kennzeichen, sondern ein taktisches Kennzeichen aus zwei Ziffern, dem Eisernen Kreuz und zwei weiteren Ziffern – geschrieben etwa als 54+08.
  • Die ersten zwei Ziffern nennen das Muster: 30+ und 31+ stehen für den Eurofighter, 43+ bis 46+ für den Tornado, 54+ für den A400M, 10+ für die A350 der Flugbereitschaft.
  • Das System gilt seit dem 1. Januar 1968: Davor nutzte die Bundeswehr Codes aus zwei Buchstaben und drei Ziffern, die sich mit dem Wechsel der Einheit ändern konnten.
  • Blöcke werden wiederverwendet: Dieselbe Ziffernfolge kann im Lauf der Jahrzehnte für ganz verschiedene Typen stehen – 60+ war erst ein Flugboot, später die P-3C Orion.
  • Das Eiserne Kreuz ist das Hoheitszeichen: Bundespräsident Theodor Heuss legte es am 1. Oktober 1956 als Erkennungszeichen für Luft- und Kampffahrzeuge der Bundeswehr fest.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Die kurze Antwort
  2. 2.So liest du ein Bundeswehr-Kennzeichen
  3. 3.Die wichtigsten aktuellen Nummernblöcke
  4. 4.Warum Nummernblöcke mehrfach vergeben werden
  5. 5.Ein Blick zurück: die Bundeswehr-Kennzeichen vor 1968
  6. 6.Klassiker im Museum: alte Blöcke, die du kennen solltest
  7. 7.Das Eiserne Kreuz: Hoheitszeichen der Bundeswehr
  8. 8.Kennzeichen, Rufzeichen, Hex-Code: was wohin gehört
  9. 9.Praxis: Bundeswehr-Kennzeichen am Zaun bestimmen
  10. 10.Typische Fehler beim Notieren
  11. 11.Fazit

Ein grauer Transporter rollt am Zaun vorbei, und am Rumpf steht 54+08, mit einem schwarzen Kreuz zwischen den Ziffern. Zivil gelernte Spotter suchen dann vergeblich nach dem D- davor. Bei Luftfahrzeugen der Bundeswehr musst du nicht lange rätseln: Das Kennzeichen folgt einem eigenen Nummernsystem, und die ersten zwei Ziffern verraten dir meist schon den Typ. Dieser Guide erklärt, wie das System aufgebaut ist, welche Nummernblöcke du kennen solltest, wie es vor 1968 aussah und was es mit dem Eisernen Kreuz als Hoheitszeichen auf sich hat.

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Die kurze Antwort

Jedes Luftfahrzeug der Bundeswehr trägt ein taktisches Kennzeichen aus einer zweistelligen Zahl, dem Eisernen Kreuz und einer weiteren zweistelligen Zahl. Die Zahl vor dem Kreuz bezeichnet den Musterblock, also den Typ. Die Zahl dahinter ist die laufende Nummer innerhalb dieses Blocks. Weil man das Kreuz nicht tippen kann, schreiben Spotter und Datenbanken in Texten ein Pluszeichen: 30+25, 46+11, 10+01.

Das Kennzeichen tragen alle bemannten und unbemannten Luftfahrzeuge der Bundeswehr. Ausgenommen ist nur sehr leichtes Fluggerät unter 20 Kilogramm. Seit dem 1. Januar 1968 bleibt eine Kennung fest mit ihrer Maschine verbunden, egal zu welchem Geschwader sie wechselt. Für dich als Spotter ist das taktische Kennzeichen damit das, was bei Airlinern das zivile Kennzeichen ist: die feste Identität eines einzelnen Flugzeugs.

1968Einführung des heutigen Zahlensystems
2 + 2Ziffern vor und hinter dem Eisernen Kreuz
1956Festlegung des Eisernen Kreuzes als Erkennungszeichen

So liest du ein Bundeswehr-Kennzeichen

Nimm als Beispiel die 10+01, den Airbus A350-900 „Konrad Adenauer“ der Flugbereitschaft des BMVg:

  • 10 ist der Musterblock. Er steht aktuell für die drei A350-900 der Flugbereitschaft.
  • Das Kreuz in der Mitte ist das Hoheitszeichen der Bundeswehr, in Texten durch „+“ ersetzt.
  • 01 ist die laufende Nummer. Die drei A350 tragen 10+01, 10+02 und 10+03.

Im Unterschied zum zivilen System sagt die Nummer weder etwas über das Gewicht noch über die Zahl der Triebwerke. Sie ist eine reine Zuordnung zu einem Muster, die die Bundeswehr selbst festlegt. Mehr über die zivilen Gewichtsklassen erfährst du im Artikel Deutsche Luftfahrzeugkennzeichen; die allgemeinen Grundlagen stehen in Flugzeugkennzeichen verstehen.

Bei großen Flotten reicht ein Block mit höchstens 99 laufenden Nummern nicht aus. Muster, von denen mehr als 100 Exemplare im Dienst sind oder waren, bekommen deshalb mehrere aufeinanderfolgende Blöcke. Der Eurofighter Typhoon beginnt bei 30+01 und reicht bis in den Block 31+, der Panavia Tornado belegte sogar die Blöcke 43+ bis 46+. Liest du also 31+ oder 45+, weißt du sofort, wohin die Reise geht.

Die wichtigsten aktuellen Nummernblöcke

Die folgende Übersicht fasst die Blöcke zusammen, denen du an deutschen Flugplätzen und auf Trackern am ehesten begegnest. Grundlage sind öffentlich zugängliche Übersichten zum taktischen Kennzeichensystem; Flottenstände ändern sich laufend, deshalb nennen wir bewusst Blöcke statt Stückzahlen (Stand Oktober 2026).

Block Muster Wo du ihn siehst
10+ Airbus A350-900 Flugbereitschaft, Regierungs- und Langstreckenflüge
14+ Bombardier Global 5000/6000 Flugbereitschaft, kleinere Delegationen
15+ Airbus A319, A321, A321LR Flugbereitschaft, Regierungsflüge, Transport und MedEvac
30+, 31+ Eurofighter Typhoon (Tranchen 1 bis 3A) Taktische Luftwaffengeschwader
43+ bis 46+ Panavia Tornado (IDS und ECR) Luftwaffe, Tornado-Verbände
54+ Airbus A400M Atlas Lufttransport, Luftbetankung
55+ Lockheed C-130J-30 deutsch-französische Lufttransportstaffel in Évreux
57+ Dornier Do 228 NG Marineflieger, Überwachungsaufgaben
63+ Boeing P-8A Poseidon Marineflieger, Seefernaufklärung
74+ Eurocopter Tiger Heeresflieger
76+, 77+ Airbus H145M LUH SOF und H145 LUH SAR Spezialkräfte (76+), Such- und Rettungsdienst (77+)
78+, 79+ NH90 (TTH, Sea Lion) Heeresflieger und Marineflieger
82+ AS 532 Cougar, EC 135 VIP-Hubschrauber, Ausbildung
84+, 85+ Sikorsky CH-53 Luftwaffe, schwerer Lufttransport
98+ Prototypen und Erprobungsmuster Wehrtechnische Dienststelle 61

Einige Details sind für Spotter besonders nützlich:

  • Innerhalb eines Blocks ist eine weitere Unterteilung möglich. Beim Tornado folgt auf die IDS-Versionen ab 46+23 der Bereich der ECR-Maschinen, beim NH90 trennen Nummernbereiche im Block 79+ die Heeresversion von den Marinehubschraubern.
  • Der Block 98+ ist für Prototypen und Erprobungsmuster der Wehrtechnischen Dienststelle 61 freigehalten. Eine 98er-Kennung ist fast immer eine kleine Seltenheit.
  • Neue Muster wie die P-8A Poseidon im Block 63+ lösen ältere Typen ab, hier die P-3C Orion. Auch die F-35A der Luftwaffe bekommt einen eigenen Block. Welche Kennungen schon ausgeliefert sind, prüfst du am besten in einer Spotter-Datenbank.

Grau oder weiß – der Block sagt es dir

Die Flugbereitschaft fliegt weiße Regierungsmaschinen und graue Transporter mit ähnlichen Kennungen. Die beiden A321LR mit 15+10 und 15+11 sind grau lackiert und vor allem für Truppentransport und MedEvac unterwegs. Wer gezielt Regierungsflieger sucht, findet im Guide Regierungsflugzeuge spotten mehr dazu.

Warum Nummernblöcke mehrfach vergeben werden

Die Ziffernfolgen sind nicht für alle Zeiten an einen Typ gebunden. Ist ein Muster ausgemustert, kann der Block später für ein neues Muster genutzt werden. Für Spotter, die alte Fotos oder Logbücher auswerten, ist das eine typische Fehlerquelle.

Block Frühere Nutzung Spätere Nutzung
29+ Lockheed F-104F (1960–1971) MiG-29 der früheren NVA (ab 1990)
30+ Fiat G.91R/3 (bis 1982) Eurofighter Typhoon
55+ Dornier Do 27 C-130J-30
60+ Grumman HU-16 (1959–1971) Lockheed P-3C Orion (ab 2006)
10+ Boeing 707 (1968–1999) Airbus A350-900

Eine 29+ auf einem Foto aus den 1960er-Jahren ist also ein Starfighter, eine 29+ aus den 1990er-Jahren eine MiG-29. Besonders deutlich wird das bei der Flugbereitschaft: Die Kennung 10+01 trug einst eine Boeing 707, heute ist sie die A350 „Konrad Adenauer“. Denselben Namen trug zuvor auch der A340 mit der Kennung 16+01 und davor der A310 mit 10+21 – das Prinzip „Name gleich Flugzeug“ funktioniert bei Regierungsfliegern deshalb nicht.

Für dein Logbuch heißt das: Notier immer Kennung und Typ gemeinsam, idealerweise mit Datum. Dann bleibt jede Sichtung eindeutig, auch wenn der Block in zwanzig Jahren für etwas ganz anderes steht.

Ein Blick zurück: die Bundeswehr-Kennzeichen vor 1968

Die Bundeswehr stellte ab 1956 ihre ersten fliegenden Verbände auf. In den ersten zwölf Jahren nutzte sie ein ganz anderes Schema: zwei Buchstaben und drei Ziffern. Diese Codes hingen an der Einheit, nicht am einzelnen Flugzeug.

Der Nachteil liegt auf der Hand: Wechselte ein Flugzeug die Einheit, bekam es eine neue Kennung. Viele Maschinen trugen deshalb im Lauf ihrer Dienstzeit mehrere Codes nacheinander – für Historiker und Fotoarchive ein Puzzle.

Zum 1. Januar 1968 stellte die Bundeswehr auf das heutige Zahlensystem um. Damals erhielten alle noch vorhandenen Luftfahrzeuge eine neue, dauerhafte Kennung. Die zu diesem Zeitpunkt vergebenen Nummern spiegeln daher nur den Bestand am Stichtag, nicht die Zahl aller jemals gelieferten Exemplare. Bei der Dornier Do 27 etwa waren von 428 seit 1957 gelieferten Maschinen im Januar 1968 noch 265 im Dienst. Wie sich die zivilen deutschen Kennzeichen parallel entwickelt haben, zeigt der Artikel zur Geschichte der deutschen Luftfahrzeugkennzeichen.

Ein zweiter großer Umbruch kam 1990 mit der Wiedervereinigung. Die Bundeswehr übernahm Luftfahrzeuge der Nationalen Volksarmee, darunter MiG-29, Hubschrauber verschiedener Mil-Typen und Transporter wie An-2 und An-26. Auch sie erhielten taktische Kennzeichen nach westdeutschem Schema, die MiG-29 etwa im Block 29+.

Seltene Kennung im Anflug?

Mit Sichtungs-Alarmen meldet dir Planetrack, wenn ein beobachtetes Kennzeichen, ein Typ wie der A400M oder eine Special Livery bei deinem Flughafen anfliegt oder landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Klassiker im Museum: alte Blöcke, die du kennen solltest

Viele Typen aus der Zeit des Kalten Krieges stehen heute in Museen – oft mit ihrer originalen taktischen Kennung. Wer die alten Blöcke kennt, ordnet Exponate schneller ein:

Eine besonders dichte Sammlung solcher Kennungen findest du im Luftwaffenmuseum Berlin-Gatow, das auch als Spot-Ziel in Gatow beschrieben ist, sowie in der Flugausstellung Hermeskeil.

Manche ausgemusterte Militärflugzeuge fliegen heute mit ziviler Zulassung weiter und tragen dabei wieder ihre historische Bemalung. Maßgeblich ist dann das zivile Kennzeichen. Siehst du auf einer Airshow einen Starfighter mit alter Bundeswehr-Kennung, lohnt sich ein Blick nach dem zivilen Kennzeichen an anderer Stelle. Wann Fliegerhorste ihre Tore öffnen, steht im Artikel Tag der Bundeswehr und offene Tage der Luftwaffe.

Das Eiserne Kreuz: Hoheitszeichen der Bundeswehr

Das Kreuz zwischen den Ziffern ist kein Trennzeichen, sondern das Hoheitszeichen. Grundlage ist die Anordnung des Bundespräsidenten über die Kennzeichnung der Luftfahrzeuge und Kampffahrzeuge der Bundeswehr vom 1. Oktober 1956. Darin bestimmte Theodor Heuss das Eiserne Kreuz zum Erkennungszeichen. Bei der Bundeswehr erscheint es als schwarzes Kreuz mit weißen Rändern.

Gewählt wurde die Form des Tatzenkreuzes, also eines Kreuzes mit sich nach außen verbreiternden Armen. Damit knüpfte die Bundeswehr an die Tatzenform aus dem Kaiserreich und der Weimarer Republik an – und nicht an das geradlinige Balkenkreuz, das die Wehrmacht an Flugzeugen und Panzern nutzte. Heute ist das Eiserne Kreuz zugleich Dachmarke der Bundeswehr und erscheint etwa auf Briefen, Visitenkarten und in der Öffentlichkeitsarbeit.

Am Flugzeug begegnet dir das Kreuz typischerweise an zwei Stellen: einmal zwischen den Ziffern des taktischen Kennzeichens und einmal als größeres Hoheitszeichen am Rumpf oder an den Tragflächen. Auf grau getarnten Kampf- und Transportflugzeugen ist es oft kontrastarm ausgeführt, bei den weißen Regierungsmaschinen kommt Schwarz-Rot-Gold hinzu. Größe, Farbe und Position unterscheiden sich je nach Muster und Lackierung – Fotos aus Spotter-Datenbanken zeigen dir, wie es beim jeweiligen Typ aussieht.

Kennzeichen, Rufzeichen, Hex-Code: was wohin gehört

Am Rumpf steht das taktische Kennzeichen, im Funk und auf Trackern meist etwas anderes. Damit du die drei Identitäten nicht verwechselst:

Merkmal Beispiel Wo du es findest Wie lange es gilt
Taktisches Kennzeichen 54+08 am Luftfahrzeug, in Datenbanken dauerhaft für dieses Flugzeug
Rufzeichen GAF plus Nummer Funk, Flugplan, Tracker pro Flug oder Mission
ICAO-Kürzel GAF, GAM, GNY Flugplan, Tracker Luftwaffe, Heer, Marine
Hex-Code sechsstellige 24-Bit-Adresse Transpondersignal, Tracker solange sie dem Flugzeug zugewiesen ist

Die Luftwaffe fliegt mit dem ICAO-Kürzel GAF und dem Funkrufzeichen „GERMAN AIR FORCE“, Heer und Marine nutzen GAM und GNY. Ein Rufzeichen sagt dir aber nicht, welche Maschine konkret fliegt. Den Schlüssel liefert der Hex-Code: Er gehört zum Flugzeug und lässt sich über Fotos und Datenbanken einer Kennung zuordnen. Wie das genau funktioniert, erklärt der Guide zum ICAO-Hex-Code.

Militärische Luftfahrzeuge erscheinen auf öffentlichen Trackern allerdings nicht immer. Ob ein Eurofighter oder ein Tiger ADS-B sendet, entscheiden die Streitkräfte je nach Auftrag. Welche Dienste Militärverkehr zeigen und wo die Grenzen liegen, steht im Artikel Militärflugzeuge online verfolgen. Für die Zuordnung von Kennung, Einheit und Stationierung ist die Spotter-Datenbank Scramble eine bewährte Anlaufstelle.

Praxis: Bundeswehr-Kennzeichen am Zaun bestimmen

1. Block lesen

Die zwei Ziffern vor dem Kreuz grenzen den Typ ein. 54 heißt A400M, 30 oder 31 heißt Eurofighter, 74 heißt Tiger.

2. Mit der Silhouette abgleichen

Passt der Block nicht zur Form des Flugzeugs, hast du dich vielleicht verlesen oder ein historisches Foto vor dir. Hilfe zur Typbestimmung bieten die Guides zu Kampfjets und Transportern.

3. Laufende Nummer notieren

Erst die vollständige Kennung macht die Sichtung eindeutig. Schreib Block, Nummer und Typ gemeinsam auf.

4. In der Datenbank prüfen

Scramble und vergleichbare Quellen zeigen dir Einheit, Lackierung und Historie der Maschine – inklusive möglicher Sonderlackierungen.

Für die Typbestimmung sind die Guides Kampfjets in Europa erkennen und Militärtransporter erkennen die passenden Begleiter. Den Airbus A400M siehst du besonders häufig rund um seinen Heimatstandort, wie der Guide zum Fliegerhorst Wunstorf zeigt. Die Maschinen der Flugbereitschaft mit 10+, 14+ und 15+ erwischst du dagegen gut an ihrem Heimatflughafen Köln/Bonn, etwa von der Besucherterrasse Köln/Bonn aus; Tipps dazu bündelt der Guide Planespotting in Köln/Bonn.

Fotografieren mit Augenmaß

Kennungen von außerhalb des Zauns zu notieren ist an öffentlichen Wegen meist unproblematisch. Militärische Sicherheitsbereiche sind aber kein Flughafen-Vorfeld: Beachte Schilder und Fotografierverbote. Was gilt, fasst der Artikel Militärflugplätze fotografieren: die Regeln zusammen.

Typische Fehler beim Notieren

  • Pluszeichen weglassen: „5408“ ist in Datenbanken oft nicht auffindbar. Schreib die Kennung immer mit Plus: 54+08.
  • Kennzeichen mit Rufzeichen verwechseln: GAF und eine Nummer vom Tracker sind keine Kennung, sondern das Rufzeichen dieses Fluges.
  • Alte Blöcke falsch zuordnen: 30+ war vor dem Eurofighter eine Fiat G.91. Bei historischen Fotos immer das Aufnahmedatum mitdenken.
  • Ausländische Maschinen übersehen: Am Fliegerhorst stehen oft Gäste aus Nachbarländern mit ganz anderen Systemen. US-Maschinen etwa tragen Serials nach eigener Logik, die der Artikel US-Militärkennzeichen erklärt.
  • Sonderlackierungen nicht prüfen: Jubiläums- und Tiger-Meet-Bemalungen verdecken die Kennung manchmal teilweise. Hintergründe stehen im Artikel NATO Tiger Meet und militärische Sonderlackierungen.

Kannst du ein Bundeswehr-Kennzeichen sicher lesen?

Hak ab, was du schon weißt – am Ende siehst du, ob du fit für den nächsten Fliegerhorst bist.

  • Ich weiß, dass die Zahl vor dem Kreuz den Musterblock angibt.
  • Ich kenne die Blöcke für Eurofighter, Tornado und A400M.
  • Ich schreibe Kennungen immer mit Pluszeichen auf.
  • Ich unterscheide taktisches Kennzeichen, Rufzeichen und Hex-Code.
  • Ich weiß, dass Blöcke im Lauf der Jahre neu vergeben werden.
  • Ich kenne die Fotoregeln an Militärflugplätzen.

Militärspotting mit System

Setz die Kennungen, die dir noch fehlen, auf deine Wunschliste, hak sie im Hangar ab und teile deine Fotos mit der Community. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Fazit

Das Kennzeichensystem der Bundeswehr ist auf den ersten Blick schlichter als das zivile, für Spotter aber äußerst praktisch: Zwei Ziffern vor dem Eisernen Kreuz nennen den Typ, zwei dahinter die einzelne Maschine. Seit 1968 bleibt diese Kennung lebenslang am Flugzeug, und mit ein paar Blöcken im Kopf – 10+, 15+, 30+, 43+ bis 46+, 54+, 74+, 78+ und 79+ – bestimmst du den Großteil des aktuellen Bestands auf Anhieb. Das Kreuz selbst ist seit 1956 das Hoheitszeichen der Bundeswehr und steht in der Tradition des Tatzenkreuzes. Wer Kennung, Typ und Datum zusammen notiert, behält auch dann den Überblick, wenn Blöcke Jahrzehnte später neu vergeben werden.

Kurzfazit

Bundeswehr-Kennzeichen lesen sich wie „Typ + Nummer“: 54+08 ist ein A400M, 30+25 ein Eurofighter. Präg dir die wichtigsten Blöcke ein, schreib Kennungen immer mit Plus und notiere den Typ dazu – dann bleiben deine Sichtungen eindeutig, auch über Generationen von Flugzeugen hinweg.

Zusammenfassung

  • Das taktische Kennzeichen besteht aus einem zweistelligen Musterblock und einer zweistelligen laufenden Nummer, getrennt durch das Eiserne Kreuz. Am Schreibtisch ersetzt ein Pluszeichen das Kreuz.
  • Seit 1968 bleibt das Kennzeichen fest mit einem Luftfahrzeug verbunden. Das macht es für Spotter zur verlässlichen Identität einer Maschine – ähnlich wie ein ziviles Kennzeichen.
  • Muster mit mehr als 100 Exemplaren bekommen mehrere aufeinanderfolgende Blöcke. Ausgemusterte Blöcke werden später teils für neue Typen vergeben.
  • Im Funk und auf Trackern erscheinen Bundeswehr-Flüge mit Rufzeichen wie GAF, GAM oder GNY. Das taktische Kennzeichen ordnest du über Hex-Code, Fotos und Datenbanken zu.

Häufige Fragen

Was bedeutet das Kennzeichen 54+08 an einem Bundeswehr-Flugzeug?

Die 54 vor dem Kreuz bezeichnet den Musterblock – in diesem Fall den Airbus A400M Atlas. Die 08 hinter dem Kreuz ist die laufende Nummer innerhalb dieses Blocks. Das Kreuz zwischen den Ziffernpaaren ist das Eiserne Kreuz, das Hoheitszeichen der Bundeswehr. In Texten und Datenbanken wird es durch ein Pluszeichen ersetzt.

Seit wann gibt es das Nummernsystem der Bundeswehr?

Seit dem 1. Januar 1968. Vorher trugen Bundeswehr-Luftfahrzeuge Kennungen aus zwei Buchstaben und drei Ziffern. Weil diese Codes an die Einheit gebunden waren und sich deshalb häufig änderten, bekam dasselbe Flugzeug oft mehrere Kennungen. Das Zahlensystem bindet das Kennzeichen dagegen dauerhaft an die Maschine.

Warum haben Bundeswehr-Flugzeuge kein D-Kennzeichen?

Weil sie Militärluftfahrzeuge sind. Zivile Kennzeichen mit dem Länderpräfix D- vergibt das Luftfahrt-Bundesamt für die zivile Luftfahrzeugrolle. Die Bundeswehr kennzeichnet ihre Luftfahrzeuge nach eigenem System mit dem taktischen Kennzeichen und dem Eisernen Kreuz. Selbst die weißen Regierungsflieger der Flugbereitschaft tragen deshalb Kennungen wie 10+01.

Welche Nummernblöcke sollte ich als Spotter kennen?

Für den Alltag reichen wenige: 10+ für die A350 der Flugbereitschaft, 14+ für die Bombardier Global, 15+ für A319 und A321, 30+ und 31+ für den Eurofighter, 43+ bis 46+ für den Tornado, 54+ für den A400M, 55+ für die C-130J, 74+ für den Tiger, 78+ und 79+ für den NH90 und 84+/85+ für die CH-53.

Was ist das Eiserne Kreuz an Bundeswehr-Flugzeugen?

Das Eiserne Kreuz ist das Hoheitszeichen der Bundeswehr. Mit einer Anordnung vom 1. Oktober 1956 bestimmte Bundespräsident Theodor Heuss das Eiserne Kreuz zum Erkennungszeichen für Luftfahrzeuge und Kampffahrzeuge der Bundeswehr. Die Bundeswehr nutzt dabei die Tatzenform mit sich verbreiternden Armen, ein schwarzes Kreuz mit weißen Rändern.

Kann ein Kennzeichen zweimal vergeben werden?

Ein Block schon, wenn auch nicht gleichzeitig. Die Bundeswehr hat Ziffernfolgen nach der Ausmusterung eines Typs später neu vergeben. 29+ trug erst die F-104F, ab 1990 die MiG-29, und 60+ gehörte zuerst der Grumman HU-16 und später der P-3C Orion. Notier dir deshalb zu jeder Kennung immer auch den Typ.

Wie finde ich ein Bundeswehr-Flugzeug auf dem Flugradar?

Über Rufzeichen und Hex-Code. Die Luftwaffe fliegt mit dem ICAO-Kürzel GAF, Heer und Marine mit GAM und GNY. Ob eine Maschine sichtbar ist, hängt davon ab, ob sie ADS-B sendet. Um vom Rufzeichen auf das taktische Kennzeichen zu kommen, gleichst du den Hex-Code mit Fotos und Spotter-Datenbanken ab.

PT

Planetrack Redaktion

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