Das Wichtigste in Kürze
- Ein Hochgebirgs-Pionier: 1960 landete eine Alouette III mit sieben Personen auf dem Mont Blanc und wenige Monate später in rund 6.000 Metern Höhe im Himalaya.
- Rückgrat der Bergrettung: Die Rega flog die Alouette III ab 1971 als ersten ganz aus Gönnerbeiträgen bezahlten Hubschrauber, die Schweizer Luftwaffe hatte 84 Stück im Bestand.
- Österreichs Dauerläufer: Das Bundesheer setzte den Typ seit den späten 1960er-Jahren ein, beendete den Flugbetrieb Ende 2023 und verabschiedete ihn im Mai 2024 offiziell; Nachfolger ist der Leonardo AW169.
- Weltweiter Erfolg: Mit Lizenzbauten in Indien (Chetak), Rumänien, der Schweiz und den Niederlanden entstanden über 2.000 Maschinen.
- Heute eine Rarität: In Europa ist die Alouette III aus fast allen Streitkräften verschwunden – wer eine fliegende Maschine erwischt, hat einen echten Klassiker vor der Linse.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist die Alouette III?
- 2.Geschichte: von Marignane auf die höchsten Gipfel
- 3.Rettung aus der Wand: die Alouette III in der Schweiz
- 4.Österreich: über 50 Jahre beim Bundesheer
- 5.Weltweit im Einsatz – und fast überall verabschiedet
- 6.Die Merkmale, die zur Bestimmung reichen
- 7.Alouette III, Lama oder Gazelle?
- 8.Wo du die Alouette III heute noch siehst
- 9.Fototipps speziell für die Alouette III
- 10.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
- 11.Fazit
Steckbrief
| Hersteller | Sud-Aviation, ab 1970 Aérospatiale – die Linie gehört heute zum Erbe von Airbus Helicopters |
|---|---|
| ICAO-Typcode | ALO3 |
| Erstflug | 28. Februar 1959 (Prototyp SE 3160) |
| Lufttüchtigkeitszeugnis | Dezember 1961 |
| Produktion | mehr als 2.000 Maschinen inklusive Lizenzbau in Indien, Rumänien, der Schweiz und den Niederlanden |
| Triebwerk (SA 316B) | 1 × Turbomeca Artouste IIIB, wegen des Getriebes auf rund 425–440 kW begrenzt |
| Triebwerk (SA 319B) | 1 × Turbomeca Astazou XIV |
| Hauptrotor | drei Blätter, Durchmesser rund 11 m |
| Rumpflänge | rund 10 m |
| Max. Abflugmasse | 2.100 kg (SE 3160) bis 2.250 kg (SA 316C/SA 319B) |
| Reisegeschwindigkeit (SA 316B) | rund 185 km/h |
| Sitzplätze | bis zu 7 Personen inklusive Pilot, alternativ 2 Tragen |
| Fahrwerk | festes Dreibein-Radfahrwerk mit Bugrad |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Offen liegende Turbine hinter dem Rotormast – das Triebwerk ist nur teilweise verkleidet und gut sichtbar
- Drei Hauptrotorblätter an einem klassischen, gelenkigen Rotorkopf
- Runde, fast vollständig verglaste Kanzel mit vielen Streben – das „Goldfischglas“
- Festes Radfahrwerk mit Bugrad statt Kufen
- Geschlossener, nach hinten dünner werdender Heckausleger mit offenem Heckrotor und kleinem Höhenleitwerk
- Oft mit Rettungswinde über der Seitentür, bei Militärmaschinen in Tarnlackierung
Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein kleiner Hubschrauber mit gläserner Kanzel schwebt vor einer Felswand, an der Winde hängt ein Retter, darüber surrt eine Turbine, die ganz ohne Verkleidung auf dem Rumpf sitzt: Das ist das klassische Bild der Alouette III. Kaum ein anderer Hubschrauber hat die Bergrettung im Alpenraum so geprägt. Die Rega baute mit ihm ihr Netz auf, die Schweizer Luftwaffe flog ihn fast ein halbes Jahrhundert, und beim österreichischen Bundesheer war er bis Ende 2023 im Einsatz. Hier erfährst du, woher die „Lerche“ kommt, warum sie im Hochgebirge so stark war, wie du sie sicher erkennst und wo du sie heute noch siehst.
Klassiker für deinen Hangar
Mit Planetrack hältst du jede Hubschrauber-Sichtung mit Foto, Typ, Kennzeichen und Spot in deinem Hangar fest – von der Alouette III im Museum bis zum modernen Rettungshubschrauber am Flughafen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Was ist die Alouette III?
Die Alouette III ist ein leichter einmotoriger Mehrzweckhubschrauber mit Turbinenantrieb. „Alouette“ ist Französisch und heißt Lerche. Sie entstand Ende der 1950er-Jahre als größere, stärkere Weiterentwicklung der Alouette II, eines der ersten Turbinenhubschrauber überhaupt. Gegenüber dem Vorgänger bot sie eine geschlossene Rumpfstruktur, deutlich mehr Platz und spürbar bessere Leistungen in großer Höhe.
In die Kabine passen bis zu sieben Personen einschließlich Pilot, alternativ zwei Tragen für den Krankentransport. Die meistgebaute Version SA 316B fliegt mit einer Turbomeca Artouste IIIB – einer Turbine, die mehr leisten könnte, aber wegen der Getriebegrenzen auf rund 425 bis 440 Kilowatt beschränkt ist. Genau diese Reserve war im Gebirge Gold wert: Auch in dünner Luft stand noch genug Leistung zur Verfügung. Der dreiblättrige Hauptrotor misst rund elf Meter, der Rumpf ist etwa zehn Meter lang, die Reisegeschwindigkeit liegt bei rund 185 km/h. Turbomeca gehört heute als Safran Helicopter Engines zum Konzern Safran.
Geschichte: von Marignane auf die höchsten Gipfel
Den Erstflug absolvierte der Prototyp SE 3160 am 28. Februar 1959 mit Testpilot Jean Boulet am Steuer. Was die Maschine kann, zeigte sie schnell: Im Juni 1960 landete eine Alouette III mit sieben Personen an Bord auf dem Mont Blanc in gut 4.800 Metern Höhe und startete wieder. Ende 1960 setzte der zweite Prototyp mit zwei Piloten und 250 Kilogramm Zuladung im indischen Himalaya auf rund 6.000 Metern auf. Für einen Hubschrauber jener Zeit waren das sensationelle Werte – und die beste Werbung für Bergretter in aller Welt.
Im Dezember 1961 erhielt der Typ seine Zulassung, die Serienfertigung war da bereits angelaufen. Auf die erste Version, später SA 316A genannt, folgte die SA 316B mit verstärktem Rotor und Getriebe sowie einer höheren Abflugmasse. Die SA 316C mit einer stärkeren Artouste-Variante blieb eine Kleinserie. Im Juli 1967 flog die SA 319B erstmals, die mit dem sparsameren Astazou XIV bessere Verbrauchswerte erreichte. 1970 ging Sud-Aviation in Aérospatiale auf, unter deren Namen die Alouette III bis 1985 in Frankreich gebaut wurde.
Dazu kamen umfangreiche Lizenzfertigungen: In Indien baute Hindustan Aeronautics die Maschine als Chetak, in Rumänien entstanden rund 250 Exemplare als IAR 316, in der Schweiz montierte das Eidgenössische Flugzeugwerk Emmen zwischen 1970 und 1974 sechzig SA 316B als Alouette IIIS, und in den Niederlanden wurde ein Teil der Bestellung vor Ort gefertigt. Insgesamt kamen so mehr als 2.000 Maschinen zusammen.
Die Hubschraubersparte von Aérospatiale verschmolz 1992 mit der von MBB zu Eurocopter, das seit 2014 als Airbus Helicopters firmiert. Deshalb findest du die Alouette III heute in der Ahnenreihe von Airbus – gemeinsam mit Geschwistern wie der Gazelle und dem Puma.
| Version | Merkmal | Bemerkung |
|---|---|---|
| SE 3160 / SA 316A | erste Serienversion, Artouste IIIB | max. 2.100 kg |
| SA 316B | verstärkter Rotor und Getriebe | Hauptversion, Basis für Lizenzbauten |
| SA 316C | stärkere Artouste-Variante | nur in kleiner Stückzahl |
| SA 319B Astazou | Turbomeca Astazou XIV | Erstflug Juli 1967 |
| Alouette IIIS | Lizenzmontage in Emmen | 60 Stück für die Schweizer Luftwaffe |
| HAL Chetak | Lizenzbau in Indien | bis heute bei indischen Streitkräften |
| IAR 316 | Lizenzbau in Rumänien | rund 250 Stück, auch für den Export |
Rettung aus der Wand: die Alouette III in der Schweiz
Kein Land verbindest du so stark mit der Alouette III wie die Schweiz. Die Schweizer Luftwaffe bestellte 1964 die ersten Maschinen direkt in Frankreich und ergänzte sie später durch die sechzig Lizenzbauten aus Emmen. Insgesamt flogen 84 Alouette III in Schweizer Diensten. Sie transportierten Truppen und Material, flogen Verbindungs- und Rettungseinsätze und waren bei Unwettern und Lawinen gefragt. 2010 endete nach 46 Jahren die Ära; die verbliebenen Hubschrauber gingen an die Katastrophenschutzbehörde Pakistans. Als Nachfolger beschaffte die Luftwaffe den EC635, eine militärische Variante des H135.
Mindestens ebenso prägend war die Alouette III für die zivile Luftrettung. 1971 erhielt die Rega ihren ersten Hubschrauber, der vollständig aus Gönnerbeiträgen bezahlt war – eine Alouette III. In den folgenden Jahren bildete der Typ das Rückgrat der Gebirgsbasen, während im Flachland die Bo 105 flog. Entscheidend war die Rettungswinde an der Seite: Mit ihr ließen sich Verletzte aus Felswänden und Gletscherspalten bergen, wo kein Hubschrauber landen kann. Ab Anfang der 1990er-Jahre löste die Rega ihre Alouettes durch die Agusta A109 K2 ab. Auch kommerzielle Bergflug-Unternehmen im Wallis setzten die Alouette III für Rettung und Lastentransport ein.
Wie Schweizer Zivilluftfahrzeuge gekennzeichnet sind, erklärt der Beitrag zu Schweizer HB-Kennzeichen. Was du beim Fotografieren in der Schweiz rechtlich beachten musst, steht im Guide Planespotting in der Schweiz.
Praxis-Tipp: Museumsbesuch in Dübendorf
Wenn du die Geschichte der Schweizer Militärhubschrauber erleben willst, lohnt ein Besuch im Flieger-Flab-Museum Dübendorf. Welche Hubschrauber gerade ausgestellt sind, wechselt – ein Blick auf die Website des Museums vor der Anreise hilft. Am Flugplatz selbst gibt es einen eigenen Spotting-Spot.
Österreich: über 50 Jahre beim Bundesheer
Auch in Österreich gehörte die Alouette III über Jahrzehnte zum vertrauten Bild am Himmel. Das Bundesheer führte den Typ in den späten 1960er-Jahren ein und betrieb im Lauf der Zeit mehr als zwei Dutzend Maschinen aus den Versionen SE 3160 und SA 316B. Hauptstützpunkt war der Fliegerhorst Fiala-Fernbrugg in Aigen im Ennstal; dazu kamen Standorte in Klagenfurt und in Schwaz in Tirol. Damit war die Alouette III genau dort präsent, wo das Gebirge ihre Stärken verlangte.
Die Einsatzpalette war breit: Such- und Rettungsflüge, Katastrophenhilfe bei Lawinen und Hochwasser, Transporte für Gebirgstruppen, Verbindungsflüge und Ausbildung. Ab 2005 waren außerdem drei österreichische Alouettes dauerhaft im Auslandseinsatz auf dem Balkan, unter anderem zur Unterstützung der EUFOR-Mission in Bosnien und Herzegowina. Die Bilanz hat auch eine dunkle Seite: Seit der Einführung gingen sieben Maschinen bei Unfällen verloren, bei drei davon kamen Menschen ums Leben.
Ende 2023 endete der reguläre Flugbetrieb, am 24. Mai 2024 folgte die offizielle Außerdienststellung. Den Platz nimmt der Leonardo AW169 ein, von dem das Bundesheer insgesamt 36 Exemplare bestellt hat – als Schulversion und als militärische Mehrzweckversion. Die ersten AW169 trafen Ende 2022 in Aigen ein.
Bundesheer-Alouettes sind Geschichte
In Österreich fliegt keine militärische Alouette III mehr. Was du an Fliegerhorsten oder bei Veranstaltungen findest, sind allenfalls Ausstellungsstücke. Auch auf der AIRPOWER in Zeltweg gehört der Typ nicht mehr zum aktiven Flugprogramm des Bundesheeres.
Für Spotter in Österreich lohnt ein Blick auf die Regeln: Der Beitrag Planespotting in Österreich fasst zusammen, was an Flughäfen und militärischen Anlagen gilt, und der Guide zu Militärflugplätzen zeigt, wo die Grenzen beim Fotografieren liegen. Zivil registrierte Hubschrauber in Österreich erkennst du am OE-Präfix, mehr dazu bei den österreichischen OE-Kennzeichen.
Weltweit im Einsatz – und fast überall verabschiedet
Die Alouette III flog bei zahlreichen Streitkräften und Behörden rund um den Globus. In Frankreich nutzten Armee, Luftwaffe und Marine den Typ; die französische Marine beendete den Einsatz im Lauf des Jahres 2022 nach rund 60 Dienstjahren. Auch viele andere europäische Streitkräfte haben ihre Alouettes längst ausgemustert:
| Land | Ende des Einsatzes |
|---|---|
| Dänemark | 1982, abgelöst durch die Westland Lynx |
| Französische Luftwaffe | 2004 |
| Irland | September 2007, nach 44 Jahren |
| Schweiz | 2010, nach 46 Jahren |
| Französische Armee | 2013 |
| Niederlande | 2016, nach 51 Jahren |
| Portugal | April 2020 |
| Französische Marine | 2022 (offizieller Abschied im Juni, letzte Maschinen bis Jahresende) |
| Österreich | Flugbetrieb bis Ende 2023, Außerdienststellung Mai 2024 |
Deutlich lebendiger ist die Geschichte in Indien. Die HAL Chetak fliegt dort weiterhin bei verschiedenen Teilstreitkräften, wobei Ausbildung inzwischen eine wichtige Rolle spielt. Daneben stehen in einzelnen Ländern Afrikas, Asiens und Südamerikas noch Alouette III im Dienst. Welche genau, ändert sich laufend – stütze dich auf aktuelle Quellen, bevor du eine Reise planst.
Die Merkmale, die zur Bestimmung reichen
Aufs Triebwerk schauen
Hinter dem Rotormast liegt die Turbine offen auf dem Rumpf. Moderne Hubschrauber verstecken ihre Antriebe unter glatten Verkleidungen – bei der Alouette III siehst du Rohre und Gehäuse.
Blätter zählen
Drei Hauptrotorblätter an einem gelenkigen Rotorkopf. Vier Blätter deuten auf Bo 105 oder H135, zwei auf einen Bell 206.
Unter den Rumpf schauen
Die Alouette III steht auf einem festen Dreibein-Radfahrwerk mit Bugrad. Kufen sprechen gegen sie – dann ist es eher eine Lama, ein H125 oder eine Gazelle.
Heck prüfen
Ein geschlossener Heckausleger mit offenem Heckrotor. Ein Fenestron schließt sie aus, ein offenes Gitterrohr-Gerüst ebenso.
Die endgültige Gewissheit liefert das Kennzeichen oder die militärische Kennung. In Tracking-Diensten taucht der Typ, sofern ein Transponder Daten sendet, unter ALO3 auf; wie du Hubschrauber dort aufspürst, zeigt der Guide Hubschrauber auf dem Flugradar.
Alouette III, Lama oder Gazelle?
Die französischen Leichthubschrauber der 1960er- und 1970er-Jahre sehen sich auf den ersten Blick ähnlich. Der Finder hilft beim Eingrenzen.
Schnellbestimmung: Alouette-Familie und Verwandte
Alouette III
Bugradfahrwerk, offene Turbine und verglaste Kanzel: Das ist der Klassiker der Bergrettung. Ein schöner Fang für deinen Hangar.
SA 315B Lama
Rumpf und Gitterrohr-Heck der Alouette II mit Triebwerk und Rotor der Alouette III – ein Spezialist für extreme Höhen und Lastenflüge.
SA 341/342 Gazelle
Der Fenestron verrät den jüngeren Verwandten. Die Gazelle ist schneller, schlanker und steht auf Kufen.
Weitere Kandidaten: Der H125, früher AS350 Ecureuil, hat zwar auch drei Blätter, aber einen modernen, voll verkleideten Rumpf und Kufen. Die Dauphin ist größer, zweimotorig und trägt einen Fenestron. Der Bell 206 JetRanger wirkt ähnlich kompakt, fliegt aber mit nur zwei Rotorblättern. Einen Gesamtüberblick bietet der Beitrag Hubschraubertypen erkennen.
Typ ALO3 auf die Wunschliste
Setz die Alouette III oder einzelne Kennzeichen in Planetrack auf deine Wunschliste und lass dich per Sichtungs-Alarm benachrichtigen, wenn eine Maschine an deinem Flughafen anfliegt oder landet. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.
Wo du die Alouette III heute noch siehst
Im deutschsprachigen Raum ist eine fliegende Alouette III inzwischen eine echte Rarität. Streitkräfte und große Rettungsorganisationen haben den Typ ausgemustert; in der Luft begegnen dir allenfalls einzelne zivil registrierte Maschinen privater Halter oder von Spezialbetrieben. Deutlich bessere Chancen hast du am Boden.
| Ort | Trefferchance | Warum |
|---|---|---|
| Luftfahrtmuseen mit Militär- oder Hubschrauberschwerpunkt | mittel bis hoch | ausgemusterte Maschinen als Ausstellungsstücke |
| Flieger-Flab-Museum Dübendorf | mittel | Schwerpunkt Schweizer Militärluftfahrt |
| Airshows und Fly-ins | niedrig | gelegentlich zivile Oldtimer-Hubschrauber |
| Alpenflughäfen wie Innsbruck | niedrig | Hubschrauberverkehr im Gebirge, aber kaum noch Alouettes |
| Reisen nach Indien | hoch | HAL Chetak weiterhin im militärischen Dienst |
Für Museumsbesuche bieten sich neben Dübendorf das Verkehrshaus der Schweiz in Luzern und das Hubschraubermuseum Bückeburg an, das die Entwicklung der Drehflügler umfassend dokumentiert. Welche Maschinen ausgestellt sind, ändert sich – prüf das vor dem Besuch. Wer Hubschrauberverkehr im Gebirge erleben will, findet an der Besucherterrasse am Flughafen Innsbruck einen guten Ausgangspunkt. Ob deine Sichtung wirklich selten ist, kannst du mit dem Beitrag Wie selten ist meine Sichtung? einschätzen.
Fototipps speziell für die Alouette III
Wie bei jedem Hubschrauber entscheidet die Verschlusszeit über die Wirkung. Friert eine zu kurze Belichtung die drei Rotorblätter ein, wirkt die Maschine im Flug wie ein Modell.
Rotor in Bewegung
Belichte deutlich länger als bei Jets. Starte etwa bei 1/125 s und taste dich nach unten; mit sauberem Mitziehen bleibt der Rumpf scharf.
Die Turbine zeigen
Die offen liegende Turbine ist das Markenzeichen. Wähl eine leicht erhöhte Perspektive oder eine Seitenansicht, in der sie gut zur Geltung kommt.
Kanzel im Museum
In der Halle spiegelt die große Verglasung stark. Ein Polfilter und ein flacher Winkel zur Scheibe helfen, ins Cockpit zu fotografieren.
Kennung mitnehmen
Fotografiere immer die Kennung oder das Typenschild. Nur so ordnest du Version und Lebenslauf der Maschine später sicher zu.
Details zur Belichtung drehender Blätter stehen im Guide Propeller fotografieren: die richtige Verschlusszeit. Allgemeine Tipps rund um Drehflügler findest du unter Hubschrauber spotten. Mit dem Sonnenstand-Planer in Planetrack siehst du außerdem vorab, wann das Licht an deinem Spot passt.
Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
Es spricht für die Alouette III, wenn …
- die Turbine sichtbar und weitgehend unverkleidet auf dem Rumpf liegt
- du drei Hauptrotorblätter zählst
- der Hubschrauber auf drei Rädern mit Bugrad steht
- im Tracking-Dienst ALO3 als Typ steht
Sieh genauer hin, wenn …
- die Maschine Kufen hat, aber sonst alt und kantig wirkt – das kann eine Lama oder Alouette II sein
- du nur die Silhouette von unten siehst, denn dann ähneln sich viele Leichthubschrauber
- ein indisches Kennzeichen oder eine indische Militärkennung auftaucht – dann ist es eine HAL Chetak
Es ist keine Alouette III, wenn …
- ein Fenestron im Seitenleitwerk sitzt
- der Heckträger als offenes Gitterrohr-Gerüst gebaut ist
- zwei Turbinen unter einer glatten Verkleidung arbeiten
- du zwei, vier oder fünf Hauptrotorblätter zählst
Fazit
Die Alouette III ist ein Stück Alpengeschichte. Mit ihr landeten Piloten 1960 auf dem Mont Blanc, mit ihr baute die Rega ihre Bergrettung auf, und in Österreich hob sie über ein halbes Jahrhundert für das Bundesheer ab. Heute ist sie in Mitteleuropa fast nur noch im Museum zu sehen – und gerade deshalb ein begehrter Eintrag für jede Sammlung. Offene Turbine, drei Blätter, Bugradfahrwerk und die verglaste Kanzel verraten den Typ, die Kennung erzählt die Geschichte der einzelnen Maschine. Ihre Aufgaben in der Bergrettung übernehmen heute modernere Muster, aus dem Airbus-Programm etwa der H145 und der H135.
Kurzfazit
Einmotorig, offene Turbine, drei Rotorblätter und drei Räder: Das ist die Alouette III. In der Luft selten geworden, im Museum gut zu finden – belichte etwas länger für einen bewegten Rotor und notier die Kennung, dann wird jede Sichtung zum besonderen Eintrag.
Zusammenfassung
- Sud-Aviation entwickelte die Alouette III aus der Alouette II; der Erstflug folgte im Februar 1959, die Serienfertigung lief 1961 an.
- Leistungsreserven in großer Höhe, eine geräumige Kabine und die Rettungswinde machten sie zum Standardmuster der Bergrettung in den Alpen.
- Schweiz (bis 2010), Frankreich (Marine bis 2022) und Österreich (Flugbetrieb bis Ende 2023) haben den Typ inzwischen ausgemustert.
- Zum Bestimmen reichen offene Turbine, drei Rotorblätter, Bugradfahrwerk und die verglaste Kanzel; das Kennzeichen liefert die Bestätigung.
Häufige Fragen
Warum steht die Alouette III unter Airbus?
Die Alouette III stammt von Sud-Aviation, das 1970 in Aérospatiale aufging. Deren Hubschraubersparte bildete später zusammen mit MBB den Hersteller Eurocopter, der 2014 in Airbus Helicopters umbenannt wurde. Die Alouette III gehört damit zur Ahnenreihe des heutigen Airbus-Hubschrauberprogramms.
Welchen ICAO-Typcode hat die Alouette III?
In Flugplänen und Tracking-Diensten steht sie unter ALO3. Der Code fasst SA 316, SA 319 und die Lizenzbauten zusammen. Welche Version du vor dir hast, verrät erst das Kennzeichen beziehungsweise die militärische Kennung.
Was ist der Unterschied zwischen SA 316 und SA 319?
Die SA 316 fliegt mit der Turbomeca-Turbine Artouste, die SA 319B mit dem sparsameren Astazou XIV. Die SA 319B flog erstmals im Juli 1967. Von außen sind beide kaum zu unterscheiden; im Alltag wirst du sie über Kennung und Betreiber zuordnen.
Wann hat das Bundesheer die Alouette III ausgemustert?
Der reguläre Flugbetrieb endete Ende 2023, die offizielle Außerdienststellung folgte am 24. Mai 2024. Die Hubschrauber waren unter anderem in Aigen im Ennstal, in Klagenfurt und in Schwaz in Tirol stationiert. Ihre Aufgaben übernimmt der Leonardo AW169.
Fliegt die Rega noch die Alouette III?
Nein. Die Rega flog den Typ ab 1971 vor allem an den Gebirgsbasen und ersetzte ihn ab Anfang der 1990er-Jahre durch die Agusta A109 K2. Einige ehemalige Rega-Maschinen gingen 1995 nach Albanien.
Was ist eine HAL Chetak?
Die Chetak ist die in Lizenz gebaute Alouette III von Hindustan Aeronautics in Indien. HAL fertigte über Jahrzehnte mehr als 300 Maschinen; indische Streitkräfte nutzen den Typ bis heute, unter anderem für die Ausbildung.
Wie unterscheide ich Alouette III und Lama?
Die SA 315B Lama kombiniert Rumpf und offenen Gitterrohr-Heckträger der Alouette II mit Triebwerk und Rotor der Alouette III. Siehst du einen offenen Gitterrahmen statt eines geschlossenen Heckauslegers und Kufen statt Rädern, ist es eher eine Lama.
Aérospatiale SA 316/319 Alouette III sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
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