Leonardo AW109

Spitze Nase, schlanker Rumpf, vier Rotorblätter und Räder, die im Flug verschwinden: Der AW109 ist seit den 1970ern der Sportwagen unter den leichten Zweimotorern. So erkennst du ihn und seine vielen Varianten.

Auch bekannt als: Agusta A109 · A109 Hirundo · AgustaWestland AW109 · A109 Power · AW109S Grand · AW109 GrandNew · AW109 Trekker · AW109 TrekkerM · AW109SP Da Vinci · A109 K2 · A109BA · Hkp 15 · MH-68A Stingray

ItalienLeonardoHubschrauberICAO-Typcode: A10913 Min. Lesezeit

A109

ICAO-Typcode

1971

Erstflug

4

Hauptrotorblätter

3,2 t

Max. Abflugmasse (GrandNew/Trekker)

Das Wichtigste in Kürze

  • Der AW109 ist ein leichter Zweimotorer der Drei-Tonnen-Klasse und der erste Hubschrauber aus vollständig italienischer Entwicklung, der in großer Serie gebaut wurde.
  • Schnellster Erkennungsweg: schlanker Rumpf, vier Rotorblätter, offener Zweiblatt-Heckrotor und meist ein einziehbares Fahrwerk.
  • Viele Gesichter: Vom A109A über Power, Grand und GrandNew bis zum Kufen-Trekker hat sich der Typ seit 1971 laufend weiterentwickelt.
  • Rega-Geschichte: Erst der A109 K2, dann der AW109SP „Da Vinci“ prägten die Schweizer Gebirgsrettung; die Da Vinci werden derzeit durch den Airbus H145 abgelöst.
  • VIP und Militär: Der AW109 fliegt als Firmen- und Privathubschrauber, aber auch bei Streitkräften, Polizei und Küstenwachen – unter Namen wie Hkp 15 oder MH-68A.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Was ist der Leonardo AW109?
  2. 2.Vom Hirundo zum GrandNew: die Geschichte
  3. 3.Die Merkmale, die zur Bestimmung reichen
  4. 4.AW109, AW169, H145 oder Bell 429?
  5. 5.Rega: vom A109 K2 zum Da Vinci
  6. 6.VIP-Hubschrauber: Grand und GrandNew
  7. 7.Militär- und Behördenversionen
  8. 8.Der Trekker: AW109 auf Kufen
  9. 9.Wo du den AW109 antriffst
  10. 10.Fototipps speziell für den AW109
  11. 11.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
  12. 12.Fazit

Steckbrief

HerstellerLeonardo Helicopters (ursprünglich Agusta, 2000–2015 AgustaWestland)
ICAO-TypcodeA109
Erstflug4. August 1971 (erster von drei Prototypen)
FAA-Zulassung (Sichtflug)1. Juni 1975
Indienststellung1976
KonfigurationZweimotorig, Vierblatt-Hauptrotor, Zweiblatt-Heckrotor
Triebwerke (GrandNew/Trekker)2 × Pratt & Whitney Canada PW207C
Rotordurchmesser (GrandNew/Trekker)10,83 m
Länge mit drehenden Rotoren12,96 m (GrandNew/Trekker)
Max. Abflugmasse (GrandNew/Trekker)3.175 kg bei Innenlast
Max. Reisegeschwindigkeit283 km/h (GrandNew), 274 km/h (Trekker), Herstellerangaben
Max. Reichweiterund 830 km mit Zusatztanks, ohne Reserve (Herstellerangabe)
Passagierebis zu 6 bei 1–2 Piloten (GrandNew/Trekker)
FahrwerkEinziehbares Bugradfahrwerk (u. a. Power, Grand, GrandNew), feste Räder (K2) oder Kufen (Trekker)

Erkennungsmerkmale

Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?

Hak ab, was auf das Flugzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Schlanker, flacher Rumpf mit spitz zulaufender Nase – der AW109 wirkt eher wie ein Sportwagen als wie ein Transporter
  • Vierblättriger Hauptrotor auf einem zweimotorigen Rumpf, die beiden Triebwerke sitzen hinter dem Rotormast
  • Offener, zweiblättriger Heckrotor am Ende eines dünnen Leitwerksträgers – kein Fenestron
  • Einziehbares Bugradfahrwerk bei den meisten Versionen; der Trekker steht auf Kufen, der K2 auf festen Rädern
  • Kurze, niedrige Kabine mit wenigen Seitenfenstern – deutlich kleiner als AW139 oder AW169
  • Höhenleitwerk und Seitenleitwerk am Ende des langen, dünnen Leitwerksträgers

Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein dunkel lackierter Firmenhubschrauber landet neben dem Messegelände, ein weiß-roter Rettungshubschrauber kämpft sich durch ein Alpental, ein grauer Militärhubschrauber steht auf einem Fliegerhorst in Schweden: Mit etwas Glück war es jedes Mal ein Leonardo AW109. Der leichte Zweimotorer aus Italien fliegt seit den 1970er-Jahren und ist bis heute im Programm. Hier erfährst du, wie du ihn sicher erkennst, wie du die vielen Varianten auseinanderhältst und wo du die besten Chancen auf eine Sichtung hast.

Ein Italiener für deinen Hangar

Mit Planetrack hältst du jede Hubschrauber-Sichtung mit Foto, Typ, Kennzeichen, Betreiber und Spot fest – vom VIP-Shuttle bis zum Rega Da Vinci. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

Was ist der Leonardo AW109?

Der AW109 ist ein leichter, zweimotoriger Mehrzweckhubschrauber der Drei-Tonnen-Klasse. In der Grundausstattung bietet er Platz für ein bis zwei Piloten und bis zu sechs Passagiere. Die aktuellen Versionen GrandNew und Trekker werden von zwei Turbinen vom Typ Pratt & Whitney Canada PW207C angetrieben; Leonardo gibt für beide eine maximale Abflugmasse von 3.175 Kilogramm bei Innenlast und einen Rotordurchmesser von 10,83 Metern an. Mehr zum Triebwerkshersteller findest du auf der Seite zu Pratt & Whitney.

Seine Einsatzgebiete sind breit gestreut: Geschäfts- und Privatflüge, Luftrettung, Polizei, Grenzschutz, Ausbildung und militärische Aufgaben. Gerade im VIP-Segment hat der AW109 einen besonderen Ruf. Er ist schnell, schlank und wirkt mit seiner spitzen Nase eher wie ein Sportwagen als wie ein Arbeitstier.

Gebaut wurde und wird er im Umfeld von Leonardo Helicopters in Norditalien, nahe dem Flughafen Mailand-Malpensa. Rumpfteile kommen seit Mitte der 1990er-Jahre auch von PZL-Świdnik in Polen. Den ganzen Konzern stellt dir die Seite zu Leonardo vor.

A109ICAO-Typcode der gesamten Familie
1971Erstflug des ersten Prototyps am 4. August
4Hauptrotorblätter bei allen Versionen

Vom Hirundo zum GrandNew: die Geschichte

Agusta war lange vor allem als Lizenzbauer bekannt, unter anderem für Bell-Hubschrauber. Ende der 1960er-Jahre wagten die Italiener einen eigenen Entwurf. Zunächst dachte Agusta an einen einmotorigen Hubschrauber, doch der Markt verlangte nach zwei Triebwerken – also wurde 1969 umgeplant. Der erste von drei Prototypen hob am 4. August 1971 ab. Die US-Luftfahrtbehörde FAA erteilte am 1. Juni 1975 die Zulassung für Sichtflug, 1976 ging der Typ in Dienst.

Anfangs vermarktete Agusta den Hubschrauber unter dem Namen „Hirundo“, lateinisch für Schwalbe. Der Beiname verschwand nach wenigen Jahren wieder. Der A109 gilt als erster vollständig italienischer Hubschrauber, der in großer Serie gefertigt wurde. Die erste Serienversion A109A flog mit zwei Allison-250-C20-Turbinen.

Danach folgte Version auf Version. Die wichtigsten Etappen:

Version Merkmal Fahrwerk
A109A / A109A Mk II erste Serienversionen, Allison-250-Triebwerke einziehbare Räder
A109C zivile Achtsitzer-Version einziehbare Räder
A109 K2 für große Höhen und hohe Temperaturen, u. a. bei der Rega feste Räder
A109E Power modernisiert, Arrius- bzw. PW206C-Triebwerke einziehbare Räder
AW109S Grand verlängerte Kabine, PW207-Triebwerke einziehbare Räder
AW109 GrandNew Grand mit modernem Glascockpit und Vierachs-Autopilot einziehbare Räder
AW109 Trekker / TrekkerM ziviles und militärisches Arbeitsmodell Kufen

Mit der Fusion von Agusta und dem britischen Hersteller Westland zur AgustaWestland im Jahr 2000 setzte sich die Bezeichnung AW109 durch. Seit 2016 ist die Hubschraubersparte Teil von Leonardo, die Typnamen sind geblieben. Damit wird der AW109 seit rund fünf Jahrzehnten gebaut.

Die Merkmale, die zur Bestimmung reichen

Leichte Zweimotorer ähneln sich auf den ersten Blick. Beim AW109 helfen dir drei Beobachtungen, die auch aus einiger Entfernung funktionieren.

Silhouette prüfen

Der AW109 ist flach, schlank und lang gestreckt, mit einer spitz zulaufenden Nase. Er wirkt deutlich niedriger als ein H145 oder AW169 und hat nur eine kleine Kabine mit wenigen Fenstern.

Rotorblätter und Heckrotor

Vier Hauptrotorblätter und ein offener Zweiblatt-Heckrotor am Ende eines dünnen Leitwerksträgers. Ein Fenestron spricht für Airbus, fünf Blätter für AW139 oder AW169.

Aufs Fahrwerk achten

Die meisten Versionen haben ein einziehbares Bugradfahrwerk – im Flug ist der Rumpf glatt. Kufen deuten auf den Trekker, feste Räder auf einen älteren K2 oder eine Militärversion wie den belgischen A109BA.

Den letzten Beweis liefert wie immer das Kennzeichen. Schweizer Hubschrauber tragen ein HB-Kennzeichen, italienische ein I- und deutsche ein D-H. Wie die Schweizer Systematik funktioniert, erklärt der Beitrag zu Schweizer HB-Kennzeichen, die Grundlagen stehen in Flugzeug-Kennzeichen verstehen. Wie du eine bestimmte Maschine gezielt wiederfindest, zeigt Flugzeug nach Kennzeichen verfolgen.

Praxis-Tipp: Grand oder Power?

Die Grand-Linie hat eine gestreckte Kabine und wirkt dadurch etwas länger als die ältere Power. Allein aus der Ferne ist das schwer zu sehen. Fotografiere die Maschine im Profil und vergleiche später das Kennzeichen mit einer Registerdatenbank – dann ist die Version sicher.

AW109, AW169, H145 oder Bell 429?

Die häufigsten Verwechslungen passieren innerhalb der eigenen Familie und mit Airbus. Der AW169 und der größere AW139 haben ebenfalls Einziehfahrwerk und offenen Heckrotor – aber fünf Rotorblätter und deutlich mehr Rumpf. Der Airbus H145 und der H135 verraten sich durch ihren Fenestron. Der Finder hilft dir beim Eingrenzen.

Schnellbestimmung: leichte Zweimotorer

Drei Fragen, eine Einschätzung. Das Kennzeichen bleibt die letzte Instanz.

Wahrscheinlich

Leonardo AW109

Vier Blätter, Zweiblatt-Heckrotor und ein schlanker Rumpf sind das typische AW109-Bild. Räder deuten auf Power, Grand oder GrandNew, Kufen auf den Trekker.

Wahrscheinlich

Leonardo AW169 oder AW139

Fünf Blätter und eine große Kabine sprechen für die größeren Geschwister. Der AW139 ist noch länger und gestreckter als der AW169.

Wahrscheinlich

Airbus H145 oder H135

Ein Fenestron ist ein typisches Airbus-Merkmal. Hoher, bauchiger Rumpf heißt H145, kompakter Rumpf eher H135.

Ein weiterer Kandidat ist der Bell 429, ein ebenfalls leichter Zweimotorer mit vier Blättern. Er hat aber eine höhere, kastenförmigere Kabine mit großen Heckklapptüren. Auch der ältere Sikorsky S-76 hat Einziehfahrwerk und eine spitze Nase, ist aber eine Nummer größer. Einen guten Überblick über alle gängigen Typen gibt dir der Guide Hubschraubertypen erkennen.

Rega: vom A109 K2 zum Da Vinci

Für Spotter im deutschsprachigen Raum ist der AW109 vor allem mit einem Namen verbunden: der Rega. Die Schweizerische Rettungsflugwacht führte im August 1992 den A109 K2 ein. Diese Version wurde für große Höhen und hohe Temperaturen ausgelegt und steht auf festen Rädern statt eines Einziehfahrwerks – ein Vorteil bei Landungen in unwegsamem Gelände.

Ab 2009 folgte der AW109SP „Da Vinci“, eine Version auf Basis des AW109SP, die die Rega laut eigenen Angaben eng mit dem Hersteller abgestimmt hat. Ziel war eine Maschine, die auf die Gebirgsrettung zugeschnitten ist: mehr Leistung und Kabinenraum, weniger Wartungsaufwand und weniger Lärm. Elf Da Vinci flogen auf den Gebirgsbasen, im Flachland setzte die Rega auf Airbus-Hubschrauber. Die Rega selbst nennt eine Einsatzhöhe von bis zu 5.000 Metern über Meer.

Inzwischen erneuert die Rega ihre gesamte Helikopterflotte mit dem fünfblättrigen Airbus H145 D3, der im Frühjahr 2025 seinen ersten Einsatz flog. Insgesamt 21 neue Maschinen lösen nach und nach die älteren H145 und die Da Vinci ab; laut Rega flogen die Da Vinci rund 16 Jahre lang Einsätze. Im Sommer 2026 hatten bereits mehrere Gebirgsbasen wie Locarno und Erstfeld umgestellt. Stand Oktober 2026 ist der Da Vinci damit ein Auslaufmodell – wer ihn noch in Rega-Farben fotografieren will, sollte sich beeilen.

Zeitraum Typ bei der Rega Einsatz
ab 1992 Agusta A109 K2 Rettungshelikopter
ab 2009 AW109SP Da Vinci (11 Maschinen) Gebirgsbasen
ab 2025 Airbus H145 D3 Ablösung der gesamten Helikopterflotte

Die Rega-Zentrale mit dem Ambulanzjet-Hangar liegt am Rand des Flughafens Zürich; die Helikopter der Zürcher Basis starten dagegen nicht dort, und der Da Vinci war ohnehin auf den Gebirgsbasen zu Hause. Von der Zuschauerterrasse B aus siehst du mit Glück trotzdem Firmen- und VIP-Hubschrauber. Weitere Tipps für die Region liefert der Beitrag Planespotting in Zürich.

Flotten ändern sich laufend

Welche Basis welchen Typ fliegt, wechselt gerade während der Rega-Flottenerneuerung fast monatlich. Prüf vor einer gezielten Tour die aktuellen Angaben der Rega und verlass dich nicht auf alte Listen.

Typ A109 auf die Wunschliste

Setz in Planetrack den AW109 oder einzelne Kennzeichen auf deine Wunschliste und lass dich per Sichtungs-Alarm benachrichtigen, wenn sie an deinem Flughafen anfliegen. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.

VIP-Hubschrauber: Grand und GrandNew

Im Geschäftsreiseverkehr ist der AW109 seit Jahrzehnten eine feste Größe. Er ist schnell genug für Flüge zwischen Städten, kompakt genug für Hotel- und Firmenlandeplätze und hat zwei Triebwerke – für viele Kunden ein wichtiges Sicherheitsargument. Mitte der 2000er-Jahre kam mit dem AW109S Grand eine Version mit verlängerter Kabine und stärkeren PW207-Triebwerken.

Der heutige AW109 GrandNew baut darauf auf. Leonardo nennt für ihn eine maximale Reisegeschwindigkeit von 283 km/h, eine Reichweite von bis zu 833 Kilometern mit Zusatztanks ohne Reserve und eine Ausdauer von gut vier Stunden. Dazu kommen ein Glascockpit mit vierachsigem Digital-Autopiloten, breite Schiebetüren auf beiden Seiten und ein vergrößertes Gepäckfach. In VIP-Ausstattung finden fünf, in Firmenausstattung sechs Passagiere Platz. Laut Hersteller erfüllt der GrandNew die Leistungsklasse 1 nach Kategorie A – er kann also auch bei einem Triebwerksausfall sicher starten oder landen.

Wie zuverlässig das Konzept ist, zeigte 2008 ein Rekordflug: Zwei US-Piloten umrundeten mit einem AW109S Grand die Erde in 11 Tagen, 7 Stunden und 2 Minuten – damals ein Geschwindigkeitsrekord für Hubschrauber.

Für Spotter heißt das: VIP-AW109 tauchen auf Verkehrsflughäfen, Business-Aviation-Vorfeldern und bei Großereignissen auf. Oft sind sie dunkel oder in Firmenfarben lackiert, manchmal mit auffälligen Sonderlackierungen. Ein Alarm auf den Typcode lohnt sich hier besonders.

Militär- und Behördenversionen

Auch bei Streitkräften und Behörden hat der AW109 eine lange Geschichte. Schon 1975 untersuchte Agusta militärische Versionen, 1976 und 1977 folgten Tests mit Panzerabwehrraketen.

Belgien: 1988 kauften die belgischen Streitkräfte 46 A109, die Version A109BA mit festem Fahrwerk und Schiebetüren. Der Kauf löste die sogenannte Agusta-Affäre aus: Im Raum standen Zahlungen von Agusta an belgische sozialistische Parteien, um den Auftrag zu sichern. Der Skandal holte Jahre später Willy Claes ein, damals NATO-Generalsekretär: Er trat zurück und wurde später verurteilt.

Schweden: 2001 bestellten die schwedischen Streitkräfte 20 Maschinen als Hkp 15, aufgeteilt in eine Transport- und eine bordgestützte Such- und Rettungsversion. 2015 waren schwedische AW109 auf einem niederländischen Schiff an Antipiraterie-Einsätzen vor Somalia beteiligt.

Italien: Das italienische Heer nutzte den A109 rund 45 Jahre lang und musterte ihn im Oktober 2021 aus. Carabinieri, Guardia di Finanza und Polizia di Stato setzten den Typ ebenfalls ein. Der italienische Luftwaffenverband 31° Stormo ist ein weiterer Anlaufpunkt für Freunde italienischer Staatsluftfahrt.

Weitere Betreiber: Südafrika bestellte 1999 dreißig Maschinen der Militärversion AW109 LUH, die meisten wurden im Land montiert. Neuseeland, die Philippinen, Malaysia und Algerien gehören ebenfalls zu den Nutzern. Die US-Küstenwache flog von 2000 bis 2008 acht A109E als bewaffnete MH-68A Stingray gegen Schmuggler. In Großbritannien nutzten das Army Air Corps und die Royal Air Force den Typ, Letztere unter anderem für Regierungs- und Königshausflüge. Argentinien setzte im Falklandkrieg 1982 drei A109A ein.

Der jüngste Ableger ist der AW109 TrekkerM auf Basis des Kufen-Trekker. Leonardo bewirbt ihn für Truppentransport, Verwundetentransport, Such- und Rettungsdienst, Spezialkräfte und die Ausbildung – von der Grundschulung bis zum Instrumentenflug.

Was du rund um Fliegerhorste beim Fotografieren beachten musst, steht im Beitrag Militärflugplatz fotografieren: Regeln.

Der Trekker: AW109 auf Kufen

Im Februar 2014 kündigte AgustaWestland den AW109 Trekker an. Er übernimmt die Triebwerke und den Rotor der Grand-Linie, steht aber auf festen Kufen statt auf einem Einziehfahrwerk. Das Kufenfahrwerk ist einfacher aufgebaut und passt gut zu Einsätzen auf unbefestigten Flächen. Leonardo nennt für den Trekker eine maximale Reisegeschwindigkeit von 274 km/h, bis zu 828 Kilometer Reichweite mit Zusatztanks und eine Abflugmasse von bis zu 3.350 Kilogramm mit Außenlast.

Typische Einsatzfelder sind Luftrettung, Polizei, Grenzschutz und Arbeitsflüge mit Lasthaken. Ein bekannter Betreiber ist die Polizei in Tokio, die den Trekker 2016 auswählte. Für dich als Spotter ist der Trekker der einfachste AW109 zur Bestimmung: schlanker AW109-Rumpf plus Kufen – eine Kombination, die es sonst in der Familie nicht gibt.

Wo du den AW109 antriffst

Ort Trefferchance Warum
Norditalien rund um Malpensa hoch Heimat von Leonardo Helicopters, viele Behörden- und Firmenmaschinen
Schweizer Gebirgsbasen der Rega sinkend Der Da Vinci wird gerade durch den H145 D3 ersetzt
Business-Aviation-Vorfelder großer Flughäfen mittel VIP- und Firmenhubschrauber
Messen, Großevents, Motorsport mittel Shuttleflüge für Gäste
Luftfahrtmuseen vorab prüfen Exponate wechseln, Bestand beim Museum erfragen

In Norditalien lohnt sich ein Besuch im Museum Volandia direkt am Flughafen Malpensa – in den historischen Hallen der früheren Caproni-Werke dreht sich vieles um italienische Luftfahrtgeschichte, und den Spot dazu findest du unter Volandia am Flughafen Mailand-Malpensa. Welche Exponate gerade zu sehen sind, prüfst du am besten vorab beim Museum.

Viele zivile AW109 senden ADS-B-Daten und tauchen in Flugradar-Diensten auf, VIP-Flüge sind aber teils gefiltert. Wie du gezielt nach Hubschraubern suchst, erklärt der Guide Hubschrauber auf dem Flugradar verfolgen. Allgemeine Tipps rund ums Drehflügler-Spotten findest du in Hubschrauber spotten.

Fototipps speziell für den AW109

Bei Hubschraubern entscheidet die Verschlusszeit. Frierst du den Rotor komplett ein, wirkt der AW109 wie ein Modell, das gleich vom Himmel fällt.

Rotor in Bewegung zeigen

Belichte deutlich länger als bei Jets, damit die vier Blätter zur Scheibe verwischen. Starte mit Werten um 1/125 s und taste dich nach unten. Sauberes Mitziehen hält den schlanken Rumpf scharf.

Fahrwerk dokumentieren

Fotografiere den AW109 auch beim Start oder Landeanflug, wenn das Fahrwerk ausgefahren ist. Räder, Kufen oder feste Räder verraten dir später die Version.

Profil für die Silhouette

Die spitze Nase und der lange Leitwerksträger kommen im Profil am besten zur Geltung. Ein Dreiviertel-Winkel von vorn zeigt zusätzlich die schmale Kabine.

Wie du die richtige Verschlusszeit findest, erklärt der Guide Propeller fotografieren: die richtige Verschlusszeit – die Technik funktioniert beim Rotor genauso. Wann das Licht an deinem Standort passt, planst du mit dem Sonnenstand-Guide, und mit dem Sonnenstand-Planer in Planetrack siehst du direkt am Spot, wann die Sonne im Rücken steht.

Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt

Es spricht für den AW109, wenn …

  • du vier Hauptrotorblätter und einen Zweiblatt-Heckrotor siehst
  • der Rumpf flach und schlank ist, mit spitzer Nase
  • das Fahrwerk im Flug eingefahren ist
  • im Tracking-Dienst A109 als Typ steht

Sieh genauer hin, wenn …

  • der Hubschrauber auf Kufen steht – dann kann es ein Trekker, aber auch ein Bell 429 oder ein Airbus-Typ sein
  • du nur die Nase siehst, denn auch der S-76 hat eine spitze Front
  • die Maschine sehr alt wirkt – dann prüf, ob es eine A109A oder ein K2 ist

Es ist kein AW109, wenn …

  • du fünf Hauptrotorblätter zählst – dann bist du eher beim AW139 oder AW169
  • ein Fenestron im Seitenleitwerk sitzt
  • der Hubschrauber nur eine Turbine und eine Bubble-Kanzel hat
  • die Kabine hoch und kastenförmig mit Heckklapptüren ist – das spricht für H145 oder BK 117

Fazit

Der AW109 ist ein Klassiker, der nie aus der Mode gekommen ist: seit 1971 in der Luft, laufend modernisiert und bis heute im Programm von Leonardo. Für Spotter ist er besonders reizvoll, weil hinter dem gleichen Typcode so viele Gesichter stecken – vom alten A109A über den Rega Da Vinci bis zum Kufen-Trekker und zum VIP-GrandNew. Vier Blätter, Zweiblatt-Heckrotor und schlanker Rumpf liefern den Typ, das Fahrwerk die Linie, das Kennzeichen die Bestätigung. Wenn du gerade erst einsteigst, bringt dich Planespotting für Einsteiger schnell auf Kurs.

Kurzfazit

Spitze Nase, flacher Rumpf, vier Rotorblätter, Zweiblatt-Heckrotor und meist ein Einziehfahrwerk: Das ist der AW109. Halte in der Schweiz nach den letzten Da Vinci Ausschau, notier das Kennzeichen und fotografiere das Fahrwerk mit – dann wird jede Sichtung zum sauberen Eintrag.

Zusammenfassung

  • Agusta entwickelte den A109 Ende der 1960er-Jahre; der erste Prototyp flog am 4. August 1971, die Indienststellung folgte 1976.
  • Nach der Fusion von Agusta und Westland im Jahr 2000 hieß der Typ AW109, heute baut ihn Leonardo Helicopters.
  • Die wichtigsten Linien sind A109A/C, A109 K2, A109E Power, AW109S Grand, AW109 GrandNew und der Kufen-Trekker samt Militärableger TrekkerM.
  • Bekannte Betreiber waren und sind die Rega, die belgischen und schwedischen Streitkräfte, italienische Behörden, die US-Küstenwache (bis 2008) und viele Firmen und Privatleute.
  • Zum Bestimmen reichen Blattzahl, Heckrotor, Fahrwerk und Rumpfgröße; die genaue Version liefert das Kennzeichen.

Häufige Fragen

Ist der A109 dasselbe wie der AW109?

Ja, es ist dieselbe Familie. Agusta führte den Hubschrauber als A109, nach dem Zusammenschluss mit Westland zur AgustaWestland im Jahr 2000 setzte sich der Name AW109 durch. Seit 2016 gehört die Hubschraubersparte zu Leonardo, die AW-Bezeichnung ist geblieben. In Datenbanken findest du ältere Maschinen oft noch als A109.

Welchen ICAO-Typcode hat der AW109?

In Flugplänen und Tracking-Diensten läuft die Familie in der Regel unter A109. Der Code unterscheidet nicht zwischen A109A, Power, Grand, GrandNew oder Trekker – für die Variante brauchst du das Kennzeichen oder einen genauen Blick auf Fahrwerk und Kabinenlänge.

Was ist der Unterschied zwischen GrandNew und Trekker?

Beide nutzen dieselben PW207C-Triebwerke und einen Rotor mit 10,83 m Durchmesser. Der GrandNew hat ein einziehbares Radfahrwerk und richtet sich an VIP-, Firmen- und Rettungskunden. Der Trekker, den AgustaWestland im Februar 2014 ankündigte, steht auf festen Kufen und ist eher für Behörden-, Rettungs- und Arbeitseinsätze gedacht.

Was ist der Rega Da Vinci?

Eine speziell für die Gebirgsrettung angepasste Version auf AW109SP-Basis, die die Rega gemeinsam mit dem Hersteller entwickelt hat. Elf Maschinen lösten ab 2009 den A109 K2 ab und flogen laut Rega rund 16 Jahre lang Einsätze. Inzwischen ersetzt die Rega sie durch den fünfblättrigen Airbus H145 D3.

Wie unterscheide ich AW109 und AW169?

Zähl die Rotorblätter: Der AW109 hat vier, der AW169 fünf. Dazu ist der AW169 deutlich höher und massiger, seine Kabine ist größer und hat mehr Fenster. Der AW109 wirkt dagegen flach und gestreckt wie ein Sportwagen.

Welche Streitkräfte fliegen oder flogen den AW109?

Unter anderem Belgien, das 1988 insgesamt 46 A109 kaufte, Schweden mit 20 Maschinen als Hkp 15, Südafrika, Italien (Heer bis 2021, dazu Carabinieri und Guardia di Finanza) sowie Großbritannien. Die US-Küstenwache setzte von 2000 bis 2008 acht A109E als MH-68A Stingray ein.

Wo sehe ich einen AW109 in Deutschland?

Am ehesten als Firmen- oder Privathubschrauber an Verkehrs- und Regionalflughäfen, bei Messen und Großveranstaltungen. In der deutschen Luftrettung und bei den Landespolizeien dominieren Airbus-Typen. Bessere Chancen hast du in Italien und der Schweiz, wo Behörden und Rettungsdienste den Typ lange und teils bis heute nutzen.

Leonardo AW109 sammeln statt nur sehen

Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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