Das Wichtigste in Kürze
- Sterling war eine historische dänische Airline, die unter diesem Namen von 1962 bis 2008 flog – mit einem Konkurs und Neustart dazwischen.
- Gegründet hat sie Pastor Eilif Krogager, dessen Reiseveranstalter Tjæreborg Rejser lange der wichtigste Kunde war.
- In der Charterzeit prägten Caravelle und Boeing 727 das Bild, ganz am Anfang flogen Propellermaschinen vom Typ DC-6B.
- Nach dem Konkurs 1993 entstand Sterling European, die ab 2001 zum Low-Cost-Carrier mit Boeing 737 umgebaut wurde.
- 2005 fusionierte Sterling mit Maersk Air, im Oktober 2008 kam das endgültige Aus – mitten in der isländischen Finanzkrise.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Sterling im Überblick
- 2.Codes und Rufzeichen
- 3.Sterling Airways: der Ferienflieger eines Pastors (1962–1993)
- 4.Sterling European: Neustart und Wandel zum Billigflieger (1993–2005)
- 5.Die Fusion mit Maersk Air (2005)
- 6.Die Flotte im Überblick
- 7.Woran du Sterling erkennst
- 8.Das Ende im Oktober 2008
- 9.Verwechslungsgefahr: Sterling in drei Phasen
- 10.Sterling heute: ein Thema fürs Archiv
- 11.Häufige Verwechslungen
- 12.Fazit
Steckbrief
| IATA-Code | NB |
|---|---|
| ICAO-Code | SNB |
| Rufzeichen | STERLING |
| Drehkreuze | CPH |
| Status | Historisch – Flugbetrieb eingestellt Ende Oktober 2008, Konkurs am 29. Oktober 2008 |
| Geschäftsmodell | Bis 1993 Charter für Reiseveranstalter, ab 2000/2001 Low-Cost-Linienairline |
| Gründung | 16. Mai 1962 als Sterling Airways durch Pastor Eilif Krogager und Jørgen Størling |
| Erster Flug | 7. Juli 1962 mit einer Douglas DC-6B |
| Phasen | Sterling Airways (1962–1993), Sterling European Airlines (ab Dezember 1993), Sterling Airlines A/S (2005–2008) |
| Sitz | Zuletzt Copenhagen Airport South in Dragør bei Kopenhagen |
| Drehkreuz | Kopenhagen (CPH), dazu Basen unter anderem in Billund, Oslo und Stockholm |
| Prägende Typen | Douglas DC-6B, Sud Aviation Caravelle, Boeing 727-200, zuletzt Boeing 737-500, -700 und -800 |
| Ende | Konkurs 2008; Name und Betriebsgenehmigung gingen an Cimber Air (Cimber Sterling bis 2012) |
Woran du die Airline erkennst
Ist das wirklich Sterling Airlines?
- Schriftzug „Sterling“ am Rumpf, in den Charterjahren als „Sterling Airways“
- Dänisches Kennzeichen mit OY- am Heck, etwa OY-STL bei einer Caravelle
- Bis Anfang der 1990er typisch: Caravelle mit Hecktriebwerken und Boeing 727-200
- In der Low-Cost-Zeit eine reine Flotte aus Boeing 737 (-500, -700, -800)
- Fotos meist aus Kopenhagen-Kastrup, Billund oder von den Urlaubsflughäfen am Mittelmeer und auf den Kanaren
Wer in den 1970er-Jahren in Kopenhagen-Kastrup stand, sah fast täglich eine Caravelle mit dem Schriftzug „Sterling“ – voll mit Urlaubern auf dem Weg ans Mittelmeer. Sterling war über Jahrzehnte Dänemarks große private Airline neben SAS: erst als Charterflieger eines Reiseveranstalters, nach einem Konkurs und Neustart dann als einer der frühen Billigflieger Skandinaviens. Diese Seite erklärt dir die drei Phasen der Airline, ihre Flotte, das Ende im Oktober 2008 und wie du alte Sterling-Fotos sauber zuordnest.
Historische Sichtungen sauber archivieren
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Sterling im Überblick
Sterling war eine historische dänische Airline, die unter diesem Namen von 1962 bis 2008 flog. Genau genommen verbergen sich dahinter mehrere Gesellschaften: Die ursprüngliche Sterling Airways ging 1993 in Konkurs, die Nachfolgerin Sterling European Airlines startete noch im selben Jahr neu, und nach der Fusion mit Maersk Air hieß das Unternehmen ab 2005 Sterling Airlines A/S. Was alle verbindet, ist der Name – und die Rolle als private Konkurrenz zur skandinavischen Staatsairline SAS.
Heimat war in allen Phasen der Flughafen Kopenhagen. Zuletzt saß die Airline in Dragør direkt am Flughafengelände. Dazu kamen Basen in anderen skandinavischen Städten, etwa in Billund, Oslo und Stockholm-Arlanda.
Codes und Rufzeichen
- IATA-Code NB: stand zuletzt in den Flugnummern von Sterling Airlines.
- ICAO-Code SNB: so tauchte die Airline in Flugplänen und Flugsicherungsdaten auf.
- Rufzeichen STERLING: so meldeten sich die Crews im Funk.
- Kennzeichen OY-: Die Flotte war in Dänemark registriert. Ein Beispiel aus der Charterzeit ist die Caravelle OY-STL. Wie Kennzeichen grundsätzlich aufgebaut sind, erklärt der Guide Flugzeugkennzeichen verstehen.
Codes über drei Phasen
Die Codes NB, SNB und STERLING sind für die späte Sterling Airlines gut belegt. Ob die Charter-Airline vor dem Konkurs 1993 durchgehend dieselben Codes nutzte, lässt sich aus den verfügbaren Quellen nicht sicher sagen. Bei alten Flugplänen ist deshalb das Datum entscheidend.
Sterling Airways: der Ferienflieger eines Pastors (1962–1993)
Tjæreborg und die Gründung
Die Geschichte beginnt nicht am Flughafen, sondern in einem Pfarrhaus. Eilif Krogager, Pastor im jütländischen Tjæreborg, organisierte schon in den 1950er-Jahren Reisen und baute daraus den Reiseveranstalter Tjæreborg Rejser auf. Um die Flüge für seine Urlauber selbst in der Hand zu haben, gründete er am 16. Mai 1962 gemeinsam mit Jørgen Størling die Sterling Airways.
Am 7. Juli 1962 hob der erste Flug ab, mit einer viermotorigen Douglas DC-6B – zwei Maschinen dieses Typs hatte die junge Airline im Gründungsjahr gekauft. Sterling flog jahrzehntelang vor allem für Tjæreborg – ein Paradebeispiel für das klassische Modell aus Reiseveranstalter und eigener Airline. Was das vom Linienverkehr unterscheidet, erklärt der Artikel Charterflug und Linienflug.
Die Jet-Ära mit Caravelle und 727
Schon 1965 kamen die ersten Jets: Sterling setzte auf die französische Sud Aviation Caravelle, den ersten Kurz- und Mittelstreckenjet mit Triebwerken am Heck. Über die Jahre flogen mehrere Versionen für die Airline, darunter die Super Caravelle 10B und die gestreckte Caravelle 12. 1972 übernahm Sterling zusätzlich eine größere Zahl gebrauchter Caravelle 6R aus den USA.
Im Mai 1972 bestellte Sterling die ersten Boeing 727-200. Der Dreistrahler wurde zum zweiten Gesicht der Airline und flog auch nach dem Neustart 1993 noch für Sterling. Daneben tauchten zeitweise weitere Typen auf: zwei Fokker F27 zwischen 1968 und 1973, zwei Douglas DC-8-63 für die Langstrecke und später auch die Boeing 757-200. Dazu kamen kleinere Muster wie ein Hubschrauber und Geschäftsreiseflugzeuge vom Typ Aérospatiale Corvette.
Unfälle und Rückschläge
Zur Geschichte gehören auch schwere Unglücke. Am 14. März 1972 prallte die Caravelle OY-STL auf einem Charterflug von Colombo nach Kopenhagen beim Anflug auf Dubai gegen einen Berg in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Alle 112 Menschen an Bord kamen ums Leben. Die Untersuchung ging davon aus, dass die Crew unter die vorgeschriebene Mindesthöhe gesunken war. Im März 1974 versagte in Teheran das Fahrwerk einer Sterling-Caravelle, das Flugzeug fing Feuer, und mehrere Menschen starben.
Abspaltung und Konkurs
1988 wurde Sterling vom Tjæreborg-Konzern abgespalten, der Reiseveranstalter ging Anfang 1989 an den Konkurrenten Spies. Die Airline war nun auf sich allein gestellt. Im September 1993 stellte Sterling Airways den Flugbetrieb ein und meldete Konkurs an.
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Sterling European: Neustart und Wandel zum Billigflieger (1993–2005)
Lange blieb der Name nicht verwaist. Schon im Dezember 1993 entstand Sterling European Airlines – anfangs mit nur drei Flugzeugen und 182 Beschäftigten. Die neue Gesellschaft flog wieder Charter, zunächst mit Boeing 727 und Boeing 737. 1996 kaufte die norwegische Reederei-Gruppe Fred. Olsen die Airline.
Um die Jahrtausendwende kam die Wende im Geschäftsmodell. Um das schrumpfende Chartergeschäft auszugleichen, nahm die Airline am 1. November 2000 Linienflüge nach Málaga und Alicante auf. 2001 fiel die Entscheidung, das Chartergeschäft aufzugeben und eine vollwertige Billigairline zu werden – damit gehörte Sterling zu den ersten Low-Cost-Carriern in Skandinavien. Wie dieses Modell funktioniert, erklärt der Artikel Wie Billigflieger funktionieren.
Das Wachstum war rasant:
- 2002: 21 neue Strecken.
- 2003: Flotte wächst von sechs auf acht Flugzeuge, elf neue Strecken, rund 1,3 Millionen Passagiere – ein Plus von 40 Prozent.
- 2004: zwölf Flugzeuge.
- Ende 2005: nach der Fusion mit Maersk Air 29 Flugzeuge, rund 1.600 Beschäftigte und etwa 40 Ziele in Europa.
Die Fusion mit Maersk Air (2005)
2005 wurde zum Jahr der großen Eigentümerwechsel. Im März verkaufte Fred. Olsen Sterling an die isländische Investmentgesellschaft Fons. Im Juni folgte der nächste Coup: Die Reederei A.P. Møller-Mærsk verkaufte ihre Airline Maersk Air ebenfalls an Fons.
Am 13. September 2005 legten die Eigentümer beide Airlines zur Sterling Airlines A/S zusammen. Die Marke Maersk Air verschwand, die Flotte bestand nun im Kern aus Boeing 737. Ende 2005 zählte die neue Airline zu den größeren Billigfliegern Europas.
Danach ging es bei den Eigentümern Schlag auf Schlag: Wenige Wochen nach der Fusion kaufte die isländische FL Group die Airline, Ende 2006 wechselte sie zur Northern Travel Holding, hinter der isländische Investoren standen und zu der auch der Billigflieger Iceland Express gehörte. Zeitweise kursierten sogar Gedankenspiele über eine Fusion mit easyJet.
Maersk oder Sterling? Das Datum entscheidet
Eine 737 mit dänischem Kennzeichen kann vor September 2005 in Maersk-Farben und danach in Sterling-Farben fotografiert worden sein – manchmal dasselbe Flugzeug. Notiere bei solchen Aufnahmen immer Datum und Kennzeichen. Weitere Tipps findest du im Guide Wie alt ist dieses Flugzeug?
Die Flotte im Überblick
Über 46 Jahre flog eine ganze Reihe von Typen in Sterling-Farben. Die wichtigsten Linienflugzeuge im Überblick:
| Typ | Zeitraum bei Sterling | Einsatz | Spotter-Hinweis |
|---|---|---|---|
| Douglas DC-6B | ab 1962 | Erste Charterflüge | Viermotorige Propellermaschine |
| Sud Aviation Caravelle | ab 1965 | Rückgrat der Charterflotte | Zwei Triebwerke am Heck, dreieckige Kabinenfenster |
| Fokker F27 | 1968–1973 | Kleinere Einsätze | Hochdecker mit zwei Turboprops |
| Boeing 727-200 | 1970er bis nach 1993 | Charter, später auch bei Sterling European | Drei Triebwerke am Heck, T-Leitwerk |
| Douglas DC-8-63 | zeitweise (zwei Exemplare) | Langstrecken-Charter | Langer Vierstrahler |
| Boeing 757-200 | zeitweise | Charter | Schlanker Rumpf, hohes Fahrwerk |
| Boeing 737-500 | 2000er bis 2008 | Low-Cost-Netz | Kurze Classic-737 |
| Boeing 737-700 | 2000er bis 2008 | Größter Teil der Flotte zuletzt | 737 Next Generation |
| Boeing 737-800 | 2000er bis 2008 | Dichte Strecken | Gestreckte 737 NG |
Beim Aus im Oktober 2008 bestand die eigene Flotte aus rund 26 Boeing 737: vier 737-500, dazu mehrheitlich 737-700 und einige 737-800. Die Jets waren überwiegend geleast. Wie du die 737-Generationen auseinanderhältst, zeigt der Guide Boeing 737 Original, Classic, NG und MAX unterscheiden.
Woran du Sterling erkennst
Weil Sterling so lange flog, gibt es nicht die eine Bemalung. Entscheidend sind drei Dinge: der Schriftzug, der Typ und das Kennzeichen. In den Charterjahren stand „Sterling Airways“ am Rumpf, nach dem Neustart meist nur „Sterling“. Alle Flugzeuge trugen dänische Kennzeichen mit OY-.
Schriftzug lesen
„Sterling Airways“ spricht für die Zeit vor 1993, „Sterling“ allein eher für die Jahre danach.
Typ bestimmen
DC-6B, Caravelle, 727 oder DC-8 gehören in die Charterzeit, eine 737-700 oder -800 in die Low-Cost-Jahre.
Kennzeichen notieren
Das OY-Kennzeichen macht die Aufnahme eindeutig und lässt sich mit Registerdaten abgleichen.
Ort einordnen
Kastrup, Billund, Oslo, Stockholm oder Urlaubsflughäfen im Süden passen zu Sterling.
Typ hilft beim Datieren
Zeigt ein Sterling-Foto eine Caravelle, stammt es aus der Zeit der alten Sterling Airways vor 1993. Eine 737-700 in Sterling-Farben kann dagegen erst in den 2000ern entstanden sein. So grenzt du undatierte Dias oft schon über den Flugzeugtyp ein. Mehr dazu im Guide Oldtimer am Himmel erkennen.
Das Ende im Oktober 2008
2008 kam alles zusammen. Die Treibstoffpreise stiegen stark, und die isländischen Eigentümer gerieten mitten in die Finanzkrise ihres Landes, die das gesamte isländische Bankensystem erschütterte. Ende Oktober 2008 blieben die Sterling-Jets am Boden, am 29. Oktober 2008 wurde der Konkurs erklärt. Viele Reisende saßen fest oder verloren bezahlte Tickets, und die Beschäftigten verloren ihren Job. Einen Überblick über ähnliche Fälle gibt der Artikel Große Airline-Pleiten in Europa.
Im Dezember 2008 übernahm die Regionalairline Cimber Air den Namen, die Betriebsgenehmigung, die Website und Start- und Landerechte – die Flotte gehörte nicht dazu, die Leasingverträge liefen über die Leasinggeber. Unter dem Namen Cimber Sterling flog das Unternehmen ab 2009 weiter, bis es im Mai 2012 selbst Konkurs anmelden musste. Die Lücke im skandinavischen Billigmarkt füllten andere Airlines, allen voran Norwegian.
Was von Sterling blieb
- Der Name in Cimber Sterling bis 2012
- Viele geleaste 737, die bei anderen Airlines weiterflogen
- Ein Platz in der Geschichte als früher Billigflieger Skandinaviens
- Unzählige Fotos aus Kastrup und den Urlaubsflughäfen
Was mit Sterling verschwand
- Die eigene Flotte und das Streckennetz
- Die Marke Maersk Air, die 2005 in Sterling aufgegangen war
- Die enge Verbindung von Reiseveranstalter und Airline aus der Tjæreborg-Zeit
- Der Schriftzug „Sterling“ an dänischen Jets
Verwechslungsgefahr: Sterling in drei Phasen
| Name | Zeitraum | Was sie war |
|---|---|---|
| Sterling Airways | 1962–1993 | Charter-Airline von Tjæreborg, Caravelle und 727 |
| Sterling European Airlines | 1993–2005 | Neugründung nach dem Konkurs, ab 2001 Low-Cost |
| Sterling Airlines A/S | 2005–2008 | Fusion mit Maersk Air, reine 737-Flotte |
| Cimber Sterling | 2009–2012 | Cimber Air mit übernommenem Namen, eigene Wurzeln |
Sehr wahrscheinlich Sterling, wenn …
- „Sterling“ oder „Sterling Airways“ am Rumpf steht
- eine Caravelle oder 727 mit OY-Kennzeichen und Sterling-Schriftzug zu sehen ist
- das Foto sicher vor November 2008 entstanden ist
Genauer prüfen, wenn …
- eine dänische 737 ohne lesbaren Schriftzug zu sehen ist
- das Foto um 2005 entstanden ist – Maersk oder Sterling?
Eher nicht Sterling, wenn …
- „Cimber Sterling“ am Rumpf steht
- das Bild nach Ende Oktober 2008 aufgenommen wurde
Sterling heute: ein Thema fürs Archiv
Im Liniendienst wirst du Sterling nie mehr sehen. Spannend bleibt die Airline trotzdem – als Teil der dänischen Luftfahrtgeschichte und als Motiv in alten Sammlungen. Wer heute nach Kopenhagen fährt, findet im Kopenhagen-Spotterguide und am Flyvergrillen die passenden Standorte, um den heutigen Verkehr von SAS, Norwegian und Co. zu fotografieren. Historische Flugzeuge in Dänemark zeigt das Danmarks Flymuseum in Stauning.
Wenn du alte Sterling-Dias digitalisierst, gehe systematisch vor: Kennzeichen, Typ, Ort und – soweit bekannt – das Datum festhalten. Neben Sterling lohnt der Blick auf andere dänische Airlines dieser Zeit, etwa Maersk Air oder Sunclass Airlines, deren Wurzeln ebenfalls im skandinavischen Urlaubsverkehr liegen.
Quellen kritisch prüfen
Zu Sterling kursieren widersprüchliche Angaben, etwa zur Strecke des allerersten Flugs 1962, zu Flottenzahlen oder zu den Codes in der Charterzeit. Gleiche Kennzeichen und Aufnahmedaten möglichst mit mehreren Quellen ab, bevor du eine Sichtung endgültig zuordnest.
Häufige Verwechslungen
- Sterling für eine einzige Firma halten – es gab drei Gesellschaften mit dem Namen, plus Cimber Sterling.
- Cimber Sterling mit Sterling gleichsetzen – Cimber übernahm nur Name, Genehmigung und Slots, nicht die Flotte.
- Jede dänische 737 für Sterling halten – auch Maersk Air flog 737 mit OY-Kennzeichen.
- Sterling nur als Billigflieger sehen – die ersten drei Jahrzehnte war sie ein Charterflieger.
- Den Konkurs 1993 übersehen – zwischen Sterling Airways und Sterling European liegt ein harter Schnitt.
Alte Schätze, neue Sammlung
Poste deine historischen Aufnahmen mit Typ, Kennzeichen, Airline und Flughafen, tausch dich in der Community darüber aus und finde andere Fans skandinavischer Luftfahrtgeschichte. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
Sterling war über 46 Jahre eine feste Größe im dänischen Luftverkehr. Gegründet von einem Pastor, der Urlauber aus Jütland in die Sonne bringen wollte, flog die Airline mit DC-6B, Caravelle und Boeing 727 für Tjæreborg. Nach dem Konkurs 1993 kehrte sie als Sterling European zurück, erfand sich ab 2001 als Billigflieger neu und schluckte 2005 Maersk Air. Steigende Treibstoffpreise und die isländische Finanzkrise beendeten die Geschichte im Oktober 2008. Für dich als Spotter lebt Sterling heute in Fotos und Logbüchern weiter – und wer Schriftzug, Typ und Kennzeichen zusammen liest, ordnet diese Bilder sicher ein.
Kurzfazit
Sterling (zuletzt IATA NB, ICAO SNB, Rufzeichen STERLING) war eine historische dänische Airline von 1962 bis 2008. Erst Charterflieger mit Caravelle und 727, nach dem Neustart 1993 ein früher Low-Cost-Carrier mit Boeing 737 – und 2008 nach dem Konkurs vom Himmel verschwunden.
Zusammenfassung
- Sterling war über Jahrzehnte die große private Alternative zu SAS in Dänemark – erst als Charterflieger, später als Billigairline.
- Die Geschichte zerfällt in drei Abschnitte: Sterling Airways (1962–1993), Sterling European (1993–2005) und Sterling Airlines nach der Fusion mit Maersk Air (2005–2008).
- Für Spotter ist Sterling heute ein Archiv-Thema: Caravelle- und 727-Dias aus den Charterjahren sowie 737-Fotos aus den 2000ern.
- Der Name lebte von 2009 bis 2012 in Cimber Sterling weiter, einer eigenen Airline mit anderen Wurzeln.
Häufige Fragen
Wann gab es Sterling?
Sterling Airways wurde am 16. Mai 1962 gegründet und flog ab Juli 1962. Im September 1993 ging die Airline in Konkurs. Noch im Dezember 1993 entstand mit Sterling European Airlines eine neue Gesellschaft, die ab 2005 nach der Fusion mit Maersk Air als Sterling Airlines A/S auftrat. Ende Oktober 2008 stellte sie den Flugbetrieb ein, der Konkurs folgte am 29. Oktober 2008.
Wer hat Sterling Airways gegründet?
Gründer waren der Pastor Eilif Krogager aus Tjæreborg und Jørgen Størling. Krogager hatte zuvor den Reiseveranstalter Tjæreborg Rejser aufgebaut. Sterling flog jahrzehntelang vor allem für dieses Unternehmen Urlauber in den Süden.
Welche Codes hatte Sterling?
Sterling Airlines flog zuletzt mit dem IATA-Code NB, dem ICAO-Code SNB und dem Rufzeichen „STERLING“. Ob die Charter-Airline vor 1993 durchgehend dieselben Codes nutzte, ist in den verfügbaren Quellen nicht eindeutig belegt. Für die Zuordnung alter Fotos zählen ohnehin Kennzeichen, Typ und Schriftzug.
Welche Flugzeuge flog Sterling?
Den Start machten 1962 zwei Douglas DC-6B. Ab 1965 kamen Caravelle in mehreren Versionen, in den 1970er-Jahren Boeing 727-200. Zeitweise flogen auch Fokker F27, DC-8-63 und Boeing 757-200. Nach 1993 bestand die Flotte aus 727 und 737, in der Low-Cost-Zeit nur noch aus Boeing 737-500, -700 und -800.
Warum ging Sterling 2008 pleite?
Steigende Treibstoffpreise trafen die Airline 2008 hart, gleichzeitig geriet der isländische Haupteigentümer in die Finanzkrise seines Landes. Ende Oktober 2008 blieben die Flugzeuge am Boden, am 29. Oktober wurde der Konkurs erklärt. Viele Reisende verloren bereits bezahlte Tickets.
Was hat Sterling mit Maersk Air zu tun?
Die isländischen Eigentümer von Sterling kauften 2005 die dänische Maersk Air. Am 13. September 2005 wurden beide Airlines zu Sterling Airlines A/S zusammengelegt. Damit verschwand die Marke Maersk Air vom Himmel, und Sterling wuchs zu einem der größeren Billigflieger Europas.
Ist Cimber Sterling dasselbe wie Sterling?
Nein. Nach dem Konkurs übernahm die Regionalairline Cimber Air aus Sønderborg im Dezember 2008 den Namen, die Betriebsgenehmigung, die Website und Slots – aber nicht die Flotte. Daraus entstand Cimber Sterling, die bis zu ihrem eigenen Konkurs im Mai 2012 flog.
Kann ich Sterling-Flugzeuge heute noch sehen?
Im Linienbetrieb nicht. Die meisten 737 waren geleast und flogen nach 2008 für andere Airlines weiter, allerdings längst in fremden Farben. Sterling begegnet dir heute vor allem auf alten Fotos, Dias und in Logbüchern.
Sterling Airlines im Blick behalten
Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Flugzeugtypen in der Flotte
Sud Aviation Caravelle
Zwei Triebwerke am Heck, dreieckige Kabinenfenster und eine Nase von der Comet: Die Caravelle war Frankreichs erster Jetliner und machte die Hecktriebwerks-Bauweise salonfähig. So erkennst du sie – und hier siehst du sie heute noch.
FlugzeugtypBoeing 727-200
Drei Triebwerke am Heck, ein T-Leitwerk und eine Treppe im Rumpfende: Die 727-200 war einer der meistgebauten Jets ihrer Zeit. Heute ist sie eine echte Rarität – so erkennst du sie und so stehen deine Chancen.
FlugzeugtypBoeing 737-700
Kurz, stämmig und seit 1997 in der Luft: Die 737-700 ist die kompakte Next-Generation-737. Sie wird seltener – so erkennst du sie und weißt, wo du sie noch findest.
FlugzeugtypBoeing 737-800
Das Arbeitspferd der Kurz- und Mittelstrecke: Die 737-800 ist die meistgebaute Version der 737 Next Generation und an vielen Flughäfen Europas ein Dauergast.
FlugzeugtypBoeing 737-500
Klein, kompakt und mit den typischen platten Triebwerkseinlässen: Die 737-500 war die kürzeste 737 Classic und der moderne Ersatz für die 737-200. Hier liest du, wer sie flog, wo sie heute noch unterwegs ist und wie du sie von -300 und -600 trennst.
FlugzeugtypDouglas DC-6
Vier Sternmotoren, Druckkabine, Bugradfahrwerk: Die Douglas DC-6 war nach dem Zweiten Weltkrieg eines der wichtigsten Langstreckenflugzeuge der Welt. Heute fliegt sie noch als Frachter in Alaska – und als blank polierte DC-6B der Flying Bulls aus Salzburg. So erkennst du sie und so bekommst du sie vor die Linse.
FlugzeugtypDouglas DC-8
Mit der DC-8 stieg Douglas ins Jetzeitalter ein: vier Triebwerke, gepfeilter Flügel und später ein Rumpf von über 57 Metern. Hier liest du, wie sich die Serien unterscheiden, warum die Super Sixty so berühmt wurde und wo du eine der letzten DC-8 noch erwischst.
Weitere Airlines
Maersk Air
Historische dänische Airline der Reederei A. P. Møller-Mærsk: Maersk Air flog von 1969 bis 2005 ab Kopenhagen und Billund, vor allem mit Boeing 737 und Fokker-Turboprops, und ging 2005 in Sterling auf.
RegionalCimber Air / Cimber Sterling
Historische Regionalairline aus Sønderborg: 1950 gegründet, später Partner von Lufthansa und SAS, ab 2009 als Cimber Sterling unterwegs – und im Mai 2012 pleite.
Low-CostIceland Express
Historische isländische Low-Cost-Marke (2002–2012): Iceland Express forderte Icelandair ab Keflavík heraus, besaß aber selbst kein einziges Flugzeug. Geflogen wurde mit Mietjets von Astraeus, JetX, Hello und Holidays Czech Airlines – 2012 übernahm WOW air das Streckennetz.
NetzwerkSAS Scandinavian Airlines
Die skandinavische Netzwerk-Airline mit dem blauen Leitwerk: 1946 von Dänemark, Norwegen und Schweden gegründet, drei Drehkreuze, seit 2024 bei SkyTeam statt in der Star Alliance – und eine Flotte mit Kennzeichen aus vier Ländern.
Low-CostNorwegian Air Shuttle
Die skandinavische Low-Cost-Airline aus Fornebu bei Oslo: reine Boeing-737-Flotte, rote Nase, Porträts berühmter Persönlichkeiten am Leitwerk – und seit 2024 mit Widerøe unter einem Dach.
FerienfliegerSunclass Airlines
Skandinaviens Ferienflieger aus Kopenhagen: Airbus A321 und A330-900neo, Flüge für Ving, Spies und Tjäreborg und eine Geschichte von Premiair über MyTravel bis Thomas Cook Scandinavia.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Flughafen Kopenhagen-Kastrup
Der größte Flughafen der nordischen Länder liegt auf Amager, acht Kilometer vom Rathausplatz entfernt: drei Pisten, ein Terminalkomplex mit Metro- und Zuganschluss, SAS als Hausherr – und mit dem Flyvergrillen ein Spotterplatz, der in Dänemark Kultstatus hat.
FlughafenFlughafen Billund
Der Flughafen, den ein Spielzeughersteller baute: Billund begann als Graspiste für die Firmenflugzeuge von LEGO und ist heute Dänemarks zweitgrößter Flughafen – mit einer langen Bahn, viel Umsteigeverkehr über europäische Drehkreuze und einem kräftig wachsenden Frachtgeschäft rund um Maersk Air Cargo.
HerstellerBoeing
Boeing ist der US-amerikanische Gegenpol zu Airbus und baut seit der 707 Verkehrsjets in Serie. Wer 737, 777 und 787 an Fahrwerk, Flügelspitzen und Heck auseinanderhalten kann, bestimmt einen großen Teil des Verkehrs an jedem europäischen Flughafen – auch ohne Lackierungshinweis.
Wo du Sterling Airlines vor die Linse bekommst
Spotting-Spots, an denen diese Airline regelmäßig zu sehen ist – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.
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