Pima Air & Space Museum

In der Wüste von Arizona steht eine der größten Flugzeugsammlungen der Welt: Bomber aus dem Kalten Krieg, Präsidentenmaschinen, Testflugzeuge von Boeing und das letzte große Flugboot. Der Guide für Spotter – mit allem, was du zu Hangars, Freigelände, Boneyard und Fotografieren in der Hitze wissen musst.

Auch bekannt als: Pima Air and Space Museum · Pima Air Museum · Pima Air & Space Museum Tucson

USAUSALuftfahrtmuseenseit 197613 Min. Lesezeit

1976

Eröffnung des Museums

400+

Luft- und Raumfahrzeuge laut Museum

80 Acres

Ausstellungsfläche

3

B-52 in der Sammlung

Das Wichtigste in Kürze

  • Pima gehört zu den größten Luftfahrtmuseen der Welt: Laut Museum über 400 Luft- und Raumfahrzeuge auf etwa 80 Acres, davon rund 150 im Freien.
  • Kalter Krieg in Serie: Drei B-52 – darunter das X-15-Trägerflugzeug –, die letzte gebaute B-36 und eine SR-71 im Haupthangar.
  • Präsidentenmaschinen: Die VC-118A von John F. Kennedy und der VC-137B „Freedom One“ stehen in der Sammlung.
  • Seltene Zivilflugzeuge: Die zweite gebaute Boeing 787, die erste gebaute 777, die Super Guppy, ein DC-10-Augenkrankenhaus und SOFIA.
  • Kein Boneyard-Zugang: Die Bustouren zum benachbarten AMARG hat das Museum nach eigenen Angaben endgültig eingestellt.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Steckbrief
  2. 2.Tätigkeitsfelder
  3. 3.Geschichte im Zeitraffer
  4. 4.Was du als Spotter wissen solltest
  5. 5.Stärken und Schwächen
  6. 6.Ein Museum aus der Wüste
  7. 7.Hangars und Freigelände im Überblick
  8. 8.Die Highlights für Spotter
  9. 9.Und der Boneyard?
  10. 10.Fotografieren in der Wüste
  11. 11.Besuch planen: Tickets, Zeiten, Anreise
  12. 12.Pima im Netz der großen US-Museen
  13. 13.Fazit
  14. 14.Häufige Fragen

Steckbrief

TrägerArizona Aerospace Foundation (gemeinnützig), die auch die Arizona Aviation Hall of Fame und das Titan Missile Museum betreibt
Lage6000 E. Valencia Road, Tucson, Arizona – direkt neben der Davis-Monthan Air Force Base
Eröffnung8. Mai 1976, damals mit 48 Flugzeugen
SammlungLaut Museum über 400 Luft- und Raumfahrzeuge, davon etwa 150 im Freigelände
FlächeAusstellungsgelände von rund 80 Acres (gut 32 Hektar)
HallenSechs Ausstellungshangars, drei davon zum Zweiten Weltkrieg, dazu ein Restaurierungshangar
Auf dem Gelände390th Memorial Museum (eigenständig, im Eintritt enthalten) und die Arizona Aviation Hall of Fame
ÖffnungszeitenLaut Museum täglich; Oktober bis Mai 9 bis 17 Uhr, Juni bis September 9 bis 15 Uhr; geschlossen an Thanksgiving und am 1. Weihnachtstag
EintrittErwachsene laut Museums-Website 22,50 US-Dollar (Stand Oktober 2026), Tickets vor Ort oder online
Boneyard-TourDie Bustouren zum 309th AMARG auf der Davis-Monthan AFB hat das Museum nach eigenen Angaben dauerhaft eingestellt
Offizielle Websitepimaair.org

Tätigkeitsfelder

Ausstellung – Militär-, Zivil- und Raumfahrt in sechs Hangars und auf einem großen Freigelände
Restaurierung – eigener Hangar, in dem Neuzugänge wiederaufgebaut und Exponate erhalten werden
Führungen – öffentliche Tram-Tour übers Freigelände, private Rundgänge zu Themen wie Zweiter Weltkrieg oder Kalter Krieg
Arizona Aviation Hall of Fame – Ehrung von Luftfahrtpionieren aus Arizona, seit 1991 im Museum
Bildung – Programme für Schulen und Familien, Simulatoren und Ausstellungen zur Raumfahrt
Schwesterhäuser – Titan Missile Museum in Sahuarita und das Tucson Military Vehicle Museum als Partner

Geschichte im Zeitraffer

1976Eröffnung am 8. Mai mit 48 Flugzeugen
1982Fertigstellung des ersten Ausstellungshangars
1987Zweiter Hangar; Hangar des 390th Memorial Museum mit einer B-17G
1991Arizona Aviation Hall of Fame zieht ins Museum
2007Eröffnung des Spirit of Freedom Hangar
2015Boeing übergibt den zweiten gebauten 787-Testflieger
2022Das fliegende Observatorium SOFIA landet am 13. Dezember zum letzten Mal
2025Martin Mars „Philippine Mars“ trifft zerlegt ein und wird wieder montiert

Pima Air & Space Museum aus Spotter-Sicht

Deine Checkliste für Pima Air & Space Museum

Hak ab, was du schon gesehen oder erledigt hast.

  • Alle drei B-52 abgehakt – darunter die NB-52A „The High and the Mighty One“, die einst die X-15 in die Luft trug
  • Unter der Convair B-36J gestanden, der letzten gebauten B-36 – sechs Propeller, vier Jets
  • Die VC-118A fotografiert, die John F. Kennedy als Air Force One nutzte
  • Den VC-137B „Freedom One“ gefunden, der 1981 die Geiseln aus Teheran zurückbrachte
  • Die Boeing 787 in ANA-Farben gesehen – das zweite je gebaute Exemplar
  • Das Flugboot Philippine Mars bestaunt, den letzten Flug eines Martin Mars
  • Die SR-71 im Haupthangar und die Super Guppy draußen in einem Besuch erwischt
  • Bei jeder Maschine das Kennzeichen oder die Seriennummer notiert – Pflicht bei Museumsflugzeugen

Stärken und Schwächen

Das spricht dafür

  • Eine der größten Flugzeugsammlungen der Welt – mit Mustern, die es kaum noch irgendwo gibt
  • Großes Freigelände: Viele Maschinen stehen frei und lassen sich rundum fotografieren
  • Seltene Airliner und Testflugzeuge, etwa 787-Prototyp, 777 und Super Guppy
  • Ganzjährig täglich geöffnet, Tram-Tour für die weiten Wege
  • Gut mit dem Titan Missile Museum und Spotting im Südwesten der USA kombinierbar

Wo es hakt

  • Keine Boneyard-Bustouren mehr – das AMARG-Gelände ist für Besucher nicht zugänglich
  • Extreme Hitze im Sommer, verkürzte Öffnungszeiten von Juni bis September
  • Hartes Wüstenlicht und Hitzeflimmern erschweren Fotos um die Mittagszeit
  • Freigelände-Exponate sind der Sonne ausgesetzt, Lack und Kunststoffe verwittern
  • Ohne Auto ist Tucson für einen Museumsbesuch unpraktisch

Wenn du in Tucson aus dem Auto steigst, merkst du zuerst die Hitze und dann den Maßstab. Auf dem Freigelände des Pima Air & Space Museum stehen Bomber, Transporter, Jäger und Verkehrsflugzeuge in langen Reihen unter der Wüstensonne, so weit du schauen kannst. Gleich nebenan liegt die Davis-Monthan Air Force Base mit dem berühmtesten Flugzeugabstellplatz der Welt. Pima ist kein Museum, das du zwischen zwei Flughafen-Spots mitnimmst – es ist ein Ziel, für das sich Planespotter einen ganzen Tag freihalten.

Hunderte Muster, ein Hangar

B-52, B-36 oder 787-Prototyp: In Planetrack postest du jede Maschine mit Foto, Typ, Kennzeichen und Ort und sammelst sie in deinem Hangar. Planetrack startet bald – trag dich unten in die Warteliste ein.

Ein Museum aus der Wüste

Das Museum öffnete am 8. Mai 1976 – damals mit 48 Flugzeugen, die größtenteils unter freiem Himmel standen. Die Lage war kein Zufall: Im Südosten von Tucson grenzt das Gelände an die Davis-Monthan Air Force Base, wo die US-Streitkräfte seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs ausgemusterte Flugzeuge einlagern. Das trockene Klima, die geringe Luftfeuchtigkeit und der harte Boden machten die Gegend schon damals zum idealen Ort, um Flugzeuge abzustellen – und eben auch, um sie auszustellen.

Betrieben wird das Museum von der gemeinnützigen Arizona Aerospace Foundation. Die Stiftung kümmert sich außerdem um die Arizona Aviation Hall of Fame, die seit 1991 im Museum zu Hause ist, und um das Titan Missile Museum in Sahuarita südlich von Tucson. Finanziert wird Pima im Wesentlichen privat, über Eintritte, Spenden und Mitgliedschaften.

Aus der ersten Freiluftsammlung ist über die Jahrzehnte ein großer Komplex geworden. Der erste Ausstellungshangar war Anfang 1982 fertig, weitere folgten 1987, 1992 und 1994. 2007 kam der Spirit of Freedom Hangar hinzu. Heute spricht das Museum von über 400 Luft- und Raumfahrzeugen auf etwa 80 Acres, also gut 32 Hektar – je nach Quelle und Zählweise schwanken die Angaben leicht.

1976Eröffnung mit 48 Flugzeugen
400+Luft- und Raumfahrzeuge laut Museum
~150Flugzeuge im Freigelände
6Ausstellungshangars

Hangars und Freigelände im Überblick

Pima besteht aus zwei Welten: den Hallen, in denen empfindliche und besonders wertvolle Maschinen geschützt stehen, und dem riesigen Freigelände, auf dem vor allem große Flugzeuge parken. Drei der sechs Ausstellungshangars widmen sich dem Zweiten Weltkrieg. Dazu kommt das eigenständige 390th Memorial Museum, das im Eintritt enthalten ist.

Bereich Schwerpunkt Beispiele (Stand der letzten Jahre)
Haupthangar Querschnitt durch die Luftfahrt SR-71 Blackbird, A-10, Ausstellung zur US Air Force, Tower-Nachbau
Hangars zum Zweiten Weltkrieg Luftkrieg 1939 bis 1945 Bomber wie B-24 und B-29 sowie Jagdflugzeuge der Epoche
390th Memorial Museum Bombergruppe der 8th Air Force B-17G als Leihgabe der US Air Force
Spirit of Freedom Hangar Jüngster Ausstellungshangar (2007) Wechselnde Exponate – vor Ort prüfen
Freigelände Kalter Krieg, Transporter, Zivilluftfahrt B-52, B-36, Präsidentenmaschinen, 787, Super Guppy
Restaurierungshangar Erhaltung und Wiederaufbau Neuzugänge und Exponate, die wiederaufgebaut werden

Die Tabelle ist eine Orientierung. Exponate wandern zwischen Hallen und Freigelände, werden restauriert oder sind zeitweise abgesperrt. Wenn du für eine bestimmte Maschine anreist, frag vorher beim Museum nach.

Die Highlights für Spotter

Bomber des Kalten Kriegs

Nirgendwo sonst bekommst du so viele strategische Bomber an einem Ort vor die Linse. Pima zeigt gleich drei Boeing B-52. Die bekannteste ist die NB-52A 52-0003 „The High and the Mighty One“: Sie war auf der Edwards Air Force Base das Trägerflugzeug für das Raketenflugzeug X-15. Daneben stehen eine B-52D mit dem Namen „The Lone Star Lady“ und eine B-52G „Valkyrie“, die nach gängigen Angaben an der Geheimoperation „Secret Squirrel“ zu Beginn des Golfkriegs beteiligt war.

Noch seltener ist die Convair B-36J 52-2827 „The City of Fort Worth“ – die letzte B-36, die je gebaut wurde. Mit sechs Kolbenmotoren und vier zusätzlichen Strahltriebwerken ist sie eines der eindrucksvollsten Flugzeuge des frühen Kalten Kriegs. Die Maschine gehört dem National Museum of the US Air Force und ist an Pima ausgeliehen, wo sie restauriert und wieder zusammengebaut wurde. Wer die B-36 in Dayton vermisst hat: Das National Museum of the US Air Force zeigt eine weitere Maschine des Typs.

Im Haupthangar wartet die Lockheed SR-71 Blackbird, nebenan eine A-10 Thunderbolt II – passend für ein Museum, dessen Nachbarbasis jahrzehntelang mit dem Typ verbunden war. Aus dem Zweiten Weltkrieg kommen unter anderem eine B-29 Superfortress, eine B-24 und die B-17G im 390th Memorial Museum.

Präsidentenflugzeuge

Zwei Exponate erzählen Geschichte aus dem Weißen Haus. Die Douglas VC-118A 53-3240 diente John F. Kennedy als Air Force One, bis 1962 die VC-137C mit der Kennung 26000 zur Hauptmaschine wurde. Sie blieb danach Reservemaschine und gilt als das letzte Propellerflugzeug der Präsidentenflotte. Technisch ist sie eine militärische Variante der Douglas DC-6.

Daneben steht der Boeing VC-137B 58-6971, eine VIP-Version der Boeing 707. Bekannt wurde er unter dem Namen „Freedom One“, weil er 1981 die aus Teheran freigelassenen US-Geiseln nach Hause brachte. Wie die 707 das Jet-Zeitalter prägte, erzählt der Beitrag zur Boeing 707.

Prototypen und Testflugzeuge

Für Airliner-Fans ist Pima eine Fundgrube, weil hier Flugzeuge stehen, die Typgeschichte geschrieben haben. Boeing übergab dem Museum 2015 die zweite jemals gebaute Boeing 787, ein Testflugzeug, das in den Farben von All Nippon Airways lackiert ist – ANA war der Erstkunde des Dreamliners. Ebenfalls zu sehen ist die erste jemals gebaute Boeing 777-200 mit dem Kennzeichen B-HNL, die nach der Erprobung bei Boeing für Cathay Pacific flog. Wie du die beiden Muster auseinanderhältst, zeigt der Beitrag Boeing 777 und 787 unterscheiden.

Weitere Raritäten: die Aero Spacelines Super Guppy mit ihrem aufgeblähten Rumpf, gebaut für den Transport großer Raumfahrtbauteile, der Triebwerksträger N747GE auf Basis einer Boeing 747 sowie eine McDonnell Douglas DC-10, die die Hilfsorganisation Orbis als fliegendes Augenkrankenhaus nutzte und 2016 dem Museum schenkte.

SOFIA: das fliegende Observatorium

Seit dem 13. Dezember 2022 gehört auch SOFIA zur Sammlung, das Stratosphären-Observatorium für Infrarot-Astronomie von NASA und DLR. Die umgebaute Boeing 747SP trug ein Teleskop mit 2,7 Metern Spiegeldurchmesser in den Rumpf eingebaut und flog damit über die Wolken, um am Himmel zu beobachten, was vom Boden aus im Infrarot kaum zu sehen ist. Für Spotter ist sie doppelt interessant: als eine der wenigen erhaltenen 747SP und als Exemplar mit deutscher Beteiligung. Mehr zur Typfamilie findest du im Beitrag zu den 747-Varianten.

Philippine Mars: das letzte große Flugboot

Der jüngste spektakuläre Neuzugang ist das Flugboot Martin Mars „Philippine Mars“. Im Februar 2025 startete es in Kanada zu seinem letzten Flug, legte einen Zwischenstopp in der Bucht von San Francisco ein und landete auf dem Lake Pleasant in Arizona. Weil Tucson kein passendes Gewässer hat und das Flugboot kein Fahrwerk besitzt, wurde es zerlegt und auf Tiefladern ins Museum gebracht. Im Mai 2025 traf der Rumpf ein, bis Herbst 2025 war die Maschine wieder montiert und für Besucher zu sehen; an Details wird weiter gearbeitet. Es ist eines der größten Flugzeuge der Sammlung – und ein Motiv, das du so schnell nirgendwo sonst findest.

Seriennummern sauber notieren

Militärflugzeuge tragen keine zivilen Kennzeichen, sondern Seriennummern wie 52-0003 oder 58-6971. Notiere sie direkt am Flugzeug – bei drei B-52 verlierst du sonst schnell den Überblick. Wie die Nummern aufgebaut sind, erklärt der Beitrag zu US-Militärkennzeichen. Mit Planetrack hältst du Typ, Kennung und Ort in einem Beitrag fest und setzt fehlende Muster auf die Wunschliste deines Hangars. Die App startet bald – sichere dir über die Warteliste frühen Zugang.

Und der Boneyard?

Die Nachbarschaft zur Davis-Monthan Air Force Base ist für viele der eigentliche Grund, nach Tucson zu fahren. Dort betreibt die US Air Force die 309th Aerospace Maintenance and Regeneration Group (AMARG), im Volksmund „The Boneyard“. Auf rund 2.600 Acres stehen dort nach gängigen Angaben um die 4.000 Flugzeuge – eingelagert, konserviert, als Ersatzteilspender genutzt oder zur Rückkehr in den Dienst vorbereitet. Das trockene Klima, wenig Regen, der alkalische Boden und die Höhe von rund 2.550 Fuß bremsen Korrosion, und der harte Untergrund trägt die Flugzeuge ohne Befestigung.

Über viele Jahre war das Pima-Museum der Ausgangspunkt für Bustouren durch dieses Gelände. Diese Touren gibt es nicht mehr. Das Museum schreibt auf seiner Website, dass die Fahrten zum AMARG dauerhaft beendet sind und wegen geänderter Sicherheitsvorgaben der US Air Force nicht zurückkommen. Reiseportale und ältere Reiseführer führen die Tour teilweise noch auf – lass dich davon nicht täuschen.

Was du stattdessen tun kannst: Plane den Museumsbesuch selbst als Hauptprogramm. Das Thema Flugzeugabstellung und -verwertung vertieft der Beitrag Flugzeugfriedhöfe und Boneyards, der auch zivile Abstellplätze in der Wüste behandelt.

Militärgelände ist tabu

Davis-Monthan ist ein aktiver Militärflugplatz. Betritt keine gesperrten Bereiche, halte dich an Beschilderung und Anweisungen und fotografiere nichts, wo es ausdrücklich verboten ist. Die Grundregeln für Flugplätze in den USA findest du im Beitrag Planespotting in den USA, allgemeine Hinweise zu Militärflugplätzen unter Militärflugplätze fotografieren.

Fotografieren in der Wüste

Pima ist ein Freiluftmuseum unter einer gnadenlosen Sonne. Das bringt Vorteile – fast immer klares Wetter, viel Platz um die Flugzeuge herum – und ein paar typische Probleme.

Licht und Tageszeit

Mittags steht die Sonne in Arizona hoch, die Schatten fallen kurz und hart, und helle Rümpfe brennen schnell aus. Die besten Bedingungen hast du in den ersten Stunden nach Öffnung, wenn das Licht noch flacher von der Seite kommt. Weil sich die Flugzeuge auf dem Freigelände in alle Richtungen verteilen, lohnt es sich, für die wichtigsten Motive vorab zu überlegen, welche Seite wann beleuchtet ist. Wie das geht, zeigt der Beitrag zum Sonnenstand am Fotospot.

Hitze und Flimmern

Über dem aufgeheizten Boden flimmert die Luft – mit langen Brennweiten über größere Distanz wird das Bild weich. Geh näher ran und arbeite lieber mit Standard- und Weitwinkelzoom als mit dem Supertele. Tipps dazu stehen im Beitrag Hitzeflimmern vermeiden.

Freigelände und Hallen

Draußen stehen die Maschinen oft mit genug Abstand, um ganze Flugzeuge aufs Bild zu bekommen – bei einer B-52 oder B-36 brauchst du dafür trotzdem ein Weitwinkel oder viele Schritte nach hinten. In den Hangars ist es eng, und Licht kommt aus wechselnden Richtungen. Achte auf Absperrungen und Hinweisschilder; nicht jedes Flugzeug darfst du aus der Nähe umrunden.

Früh starten

Sei zur Öffnung um 9 Uhr da. Das Licht ist besser, und die Hitze ist noch erträglich.

Tram-Tour zuerst

Die rund 45 Minuten lange Rundfahrt zeigt dir das Freigelände. Danach weißt du, wohin du zu Fuß zurückkehren willst.

Hallen in die Mittagshitze legen

Wenn draußen das Licht hart wird, wechselst du in die Hangars und ins 390th Memorial Museum.

Wasser und Sonnenschutz

Trinken, Hut, Sonnencreme: Auf dem Freigelände gibt es wenig Schatten, auch im Winter brennt die Sonne.

Kennungen fotografieren

Ein Foto von der Seriennummer oder dem Infoschild spart dir später die Recherche.

Was du bei Hitze sonst beachten solltest, steht im Beitrag Planespotting im Sommer. Wer die alten Muster sicher bestimmen will, liest Oldtimer am Himmel erkennen, und wer Museumsflugzeuge nicht nur fotografieren, sondern auch erhalten möchte, findet Anregungen im Beitrag zum Ehrenamt in Luftfahrtmuseen.

Besuch planen: Tickets, Zeiten, Anreise

Öffnungszeiten: Laut Museums-Website ist Pima täglich geöffnet. Von Oktober bis Mai gilt 9 bis 17 Uhr mit letztem Einlass um 15 Uhr, von Juni bis September 9 bis 15 Uhr mit letztem Einlass um 13:30 Uhr. An Thanksgiving und am 1. Weihnachtstag bleibt das Museum geschlossen, an Heiligabend gelten verkürzte Zeiten.

Eintritt: Die Website nennt im Oktober 2026 für Erwachsene ab 13 Jahren 22,50 US-Dollar für einen Tag und 29 US-Dollar für zwei Tage; Ermäßigungen gibt es unter anderem für Militärangehörige, Senioren, Kinder und Einwohner von Pima County. Kinder bis vier Jahre sind frei. Tickets kannst du vor Ort kaufen oder vorab online über die Museums-Website buchen. Preise ändern sich – prüfe sie vor der Reise.

Touren: Die öffentliche Tram-Tour führt über einen gut zwei Kilometer langen Rundkurs durch das Freigelände vorbei an mehr als 150 Flugzeugen und kostet laut Museum 10 US-Dollar zusätzlich. Daneben gibt es private Rundgänge zu Themen wie Zweiter Weltkrieg oder Kalter Krieg, die vorab reserviert werden müssen, sowie Audio-Guides.

Anreise: Das Museum liegt an der East Valencia Road im Südosten von Tucson, nicht weit vom Tucson International Airport. Ein Mietwagen ist die mit Abstand einfachste Lösung – sowohl für den Museumsbesuch als auch für die Weiterfahrt. Allgemeine Tipps zu Mietwagen, Einreise und Spotting-Routen findest du im Beitrag Planespotting-Reise in die USA.

Wie viel Zeit brauchst du in Pima?

Wähle aus, was du vorhast – der Rechner schätzt deine Zeit auf dem Gelände.

Grober Richtwert ohne Anreise und Pausen.

Pima im Netz der großen US-Museen

Wer für Pima über den Atlantik fliegt, verbindet den Besuch meist mit weiteren Zielen. Die größte Sammlung zur Geschichte der US-Luftwaffe zeigt das National Museum of the US Air Force in Dayton. In Seattle wartet das Museum of Flight mit dem ersten Präsidenten-Jet und einer Concorde, in Oregon das Evergreen Aviation & Space Museum mit dem Flugboot „Spruce Goose“. An der Ostküste stehen das Steven F. Udvar-Hazy Center am Flughafen Washington-Dulles, das National Air and Space Museum in Washington und das Intrepid Museum auf einem Flugzeugträger in New York.

Für Linienverkehr im Südwesten bieten sich Abstecher nach Kalifornien und Nevada an. Am Flughafen Los Angeles landen Langstreckenflugzeuge aus aller Welt, der Beitrag Planespotting in Los Angeles zeigt die besten Plätze. Am Flughafen Las Vegas ist der Sunset Park ein Klassiker, mehr dazu im Beitrag Planespotting in Las Vegas. Den Spot-Guide für das Museum selbst findest du unter Pima Air & Space Museum in Tucson.

Pima passt zu dir, wenn …

  • du Bomber und Transporter des Kalten Kriegs in großer Zahl sehen willst
  • dich Prototypen und Testflugzeuge wie die zweite 787 reizen
  • du Flugzeuge frei und rundum fotografieren möchtest

Vorher klären, wenn …

  • du für ein bestimmtes Exponat anreist – Standorte ändern sich
  • du im Hochsommer kommst – Hitze und kürzere Öffnungszeiten
  • du mit Gruppe oder privater Führung planst

Eher woanders, wenn …

  • dein Ziel eine Tour durch den Boneyard ist – die gibt es nicht mehr
  • du vor allem aktuelle Airliner im Anflug fotografieren willst

Von Tucson zum nächsten Spot

Spot-Karte mit Anreise und bestem Licht, Sonnenstand-Planer und Sichtungs-Alarme für Kennzeichen, Typen und Special Liveries: Planetrack begleitet deine Spotting-Tour durch den Südwesten. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

Fazit

Das Pima Air & Space Museum ist ein Pflichtziel für jeden, der Flugzeuggeschichte im großen Maßstab erleben will. Drei B-52, die letzte B-36, Kennedys Air Force One, „Freedom One“, die zweite Boeing 787, SOFIA und das Flugboot Philippine Mars – diese Mischung findest du an keinem anderen Ort. Dass die Boneyard-Touren Geschichte sind, schmerzt, ändert aber nichts daran: Das Museum allein füllt locker einen Tag.

Komm in den kühleren Monaten, sei zur Öffnung da, nimm die Tram-Tour für den Überblick und verlege die Hallen in die Mittagshitze. Dann nimmst du aus Tucson eine Sammlung mit, die dir in Europa niemand nachmacht.

Kurzfazit

Pima zeigt über 400 Flugzeuge in der Wüste Arizonas, darunter Bomber, Präsidentenmaschinen und Prototypen. Die Boneyard-Touren sind eingestellt – plane das Museum als Hauptziel und besuche es am besten zwischen Oktober und April.

Zusammenfassung

  • Das Pima Air & Space Museum in Tucson zeigt auf einem riesigen Gelände neben der Davis-Monthan Air Force Base Flugzeuge von der Frühzeit bis in die Gegenwart.
  • Spotter finden hier Muster, die in Europa fast nie zu sehen sind – von B-36 und B-52 bis zu Prototypen der Zivilluftfahrt.
  • Die berühmten Boneyard-Touren gibt es nicht mehr; das Museum selbst ist aber Grund genug für die Reise.
  • Plane deinen Besuch in den kühleren Monaten, starte morgens und nimm die Tram-Tour für das weitläufige Freigelände.

Häufige Fragen

Was ist das Pima Air & Space Museum?

Ein großes Luft- und Raumfahrtmuseum in Tucson, Arizona, das von der gemeinnützigen Arizona Aerospace Foundation betrieben wird. Es öffnete am 8. Mai 1976 und zeigt laut eigenen Angaben über 400 Flugzeuge und Raumfahrzeuge in sechs Hangars und auf einem großen Freigelände.

Kann ich vom Museum aus den Boneyard besuchen?

Nein. Das Museum hat die Bustouren zum 309th AMARG auf der Davis-Monthan Air Force Base nach eigenen Angaben dauerhaft eingestellt, weil sich die Sicherheitsvorgaben der US Air Force geändert haben. Ältere Reiseführer und Buchungsportale erwähnen die Tour teils noch – darauf solltest du dich nicht verlassen. Hintergründe zu Flugzeugabstellplätzen findest du im Beitrag Flugzeugfriedhöfe und Boneyards.

Wann hat das Museum geöffnet?

Laut Museums-Website täglich: von Oktober bis Mai von 9 bis 17 Uhr mit letztem Einlass um 15 Uhr, von Juni bis September von 9 bis 15 Uhr mit letztem Einlass um 13:30 Uhr. An Thanksgiving und am 1. Weihnachtstag ist geschlossen. Prüfe die Zeiten kurz vor dem Besuch auf der offiziellen Seite.

Was kostet der Eintritt?

Auf der Museums-Website stehen im Oktober 2026 für Erwachsene ab 13 Jahren 22,50 US-Dollar für einen Tag, ein Zwei-Tages-Ticket kostet 29 US-Dollar. Es gibt Ermäßigungen für Militärangehörige, Senioren, Kinder und Einwohner von Pima County. Tickets bekommst du vor Ort oder über den Online-Ticketshop auf der Museums-Website. Die Tram-Tour kostet extra.

Welche Flugzeuge sind die Highlights?

Für viele Besucher die drei B-52, die letzte gebaute B-36, die SR-71 im Haupthangar, die VC-118A von John F. Kennedy, der VC-137B „Freedom One“, die zweite gebaute Boeing 787, die Super Guppy und das Flugboot Philippine Mars.

Wie viel Zeit sollte ich einplanen?

Für Hangars, Freigelände und das 390th Memorial Museum mindestens einen halben Tag, mit Fotos eher einen ganzen. Das Museum bietet auch ein Zwei-Tages-Ticket an. Die Tram-Tour über das Freigelände dauert laut Museum etwa 45 Minuten.

Wann ist die beste Reisezeit?

Die Monate von Oktober bis April sind angenehmer: Die Temperaturen sind erträglich, und das Museum hat länger geöffnet. Im Hochsommer ist es in Tucson extrem heiß, und die Öffnungszeiten sind verkürzt. Komm in jeder Jahreszeit möglichst früh am Morgen.

Darf ich im Museum fotografieren?

Private Fotos sind im Museum üblich. Die Davis-Monthan Air Force Base nebenan ist dagegen militärisches Sperrgebiet – fotografiere dort nichts über den Zaun hinweg, was die Regeln der Basis verletzen könnte. Was in den USA rund um Flugplätze gilt, steht im Beitrag Planespotting in den USA.

Sichtungen rund um Pima Air & Space Museum sammeln

Foto mit Kennzeichen, Typ, Airline und Spot posten, Funde im Hangar sammeln und Likes und Kommentare aus der Community bekommen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

Früher Zugang, Vorteile zum Start und Mitsprache bei neuen Features.

Passende Airlines

Die Fluggesellschaften dazu – mit IATA- und ICAO-Code, Rufzeichen und Lackierung.

Typische Flugzeuge

Flugzeugtyp

Boeing B-52 Stratofortress

Acht Triebwerke, ein Flügel, der am Boden durchhängt, und eine Dienstzeit von über 70 Jahren: Die B-52 ist der Methusalem der US-Bomberflotte. So erkennst du die Stratofortress, verstehst den Umbau zur B-52J und erwischst sie in Europa.

Flugzeugtyp

Lockheed SR-71 Blackbird

Titanrumpf, schwarze Hitzelackierung, Mach 3: Die SR-71 Blackbird hält seit 1976 den Geschwindigkeitsrekord für Flugzeuge mit Strahlantrieb. Hier erfährst du, wie sie funktionierte, woran du sie erkennst und wo die Museumsexemplare stehen.

Flugzeugtyp

Boeing B-17 Flying Fortress

Vier Sternmotoren, ein riesiges Seitenleitwerk und Maschinengewehrtürme rundum: Die B-17 ist der bekannteste Bomber des Zweiten Weltkriegs. So erkennst du sie – und hier siehst du heute noch eine.

Flugzeugtyp

Boeing B-29 Superfortress

Vier Sternmotoren, ein langer, schlanker Flügel und eine rundum verglaste Nase ohne Cockpitstufe: Die B-29 war der erste Serienbomber der Alliierten mit Druckkabine und schrieb mit der Enola Gay Weltgeschichte. Heute fliegen nur noch FIFI und Doc.

Flugzeugtyp

Boeing VC-137 (Air Force One)

Blau, Silber und Weiß, darüber in großen Lettern „United States of America“: Die Boeing VC-137 war die erste Jet-Generation der Air Force One. Hier erfährst du die Geschichte von SAM 970, SAM 26000 und SAM 27000 – und wo du sie heute besichtigst.

Flugzeugtyp

Boeing 787-8 Dreamliner

Glatte Nase mit nur vier Cockpitfenstern, gezackte Triebwerkshinterkanten und Flügel, die sich im Flug weit nach oben biegen: Die 787-8 ist der kürzeste Dreamliner. So erkennst du sie sicher.

Flugzeugtyp

Boeing 777-200

Die 777-200 ist die Ur-777: komplett am Computer entworfen, 1995 bei United in Dienst gestellt und vom ersten Tag an für lange Überwasserstrecken zugelassen. So erkennst du sie und trennst sie von der 777-200ER.

Flugzeugtyp

Boeing 747SP

Kurzer Rumpf, riesiges Leitwerk, enorme Reichweite: Die Boeing 747SP war der Ultra-Langstrecken-Jumbo der 1970er. Hier erfährst du, wie du ihn erkennst, welche Rekorde er flog und wo du ihn heute noch siehst.

Flugzeugtyp

McDonnell Douglas DC-10

Zwei Triebwerke unter den Flügeln, das dritte mitten im Seitenleitwerk: Die DC-10 war einer der ersten Großraumjets und flog auch für Lufthansa und Condor. Heute ist sie eine Rarität – so erkennst du sie.

Flugzeugtyp

Fairchild Republic A-10 Thunderbolt II

Zwei Triebwerke hoch am Heck, ein gerader, dicker Flügel und eine Kanone, so groß wie ein Kleinwagen: Die A-10 Thunderbolt II ist das bekannteste Erdkampfflugzeug der Welt. So erkennst du sie und weißt, wo du sie noch siehst.

Spotting-Spots rund um Pima Air & Space Museum

Spots, an denen du die passenden Flugzeuge regelmäßig vor die Linse bekommst – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.

Alle Spotting-Spots im Überblick →

Weitere Einträge

USAMuseum

National Museum of the US Air Force

Das nach eigenen Angaben größte Militärluftfahrtmuseum der Welt steht nicht in Washington, sondern auf einer aktiven Air Force Base in Ohio: vier riesige Hallen mit über 350 Flugzeugen und Raketen, darunter die Air Force One von Kennedy, die einzige erhaltene XB-70 und die B-17 „Memphis Belle“ – bei freiem Eintritt. Der Guide für Spotter und Museumsfans.

USAMuseum

The Museum of Flight

Das Museum of Flight an der Südwestecke von Boeing Field in Seattle zeigt mehr als 150 Luft- und Raumfahrzeuge – darunter den allerersten Boeing 747 mit der Kennung RA001, eine British-Airways-Concorde, die erste Air Force One mit Strahltriebwerken und Boeings Geburtsstätte, die Red Barn. Nebenan landet und startet echter Verkehr.

USAMuseum

Evergreen Aviation & Space Museum

In McMinnville in Oregon steht das größte Holzflugzeug der Welt: die Hughes H-4 Hercules, besser bekannt als Spruce Goose. Das Museum, jahrzehntelang als Evergreen Aviation & Space Museum bekannt und seit August 2026 North American Aerospace Museum, zeigt dazu eine SR-71, eine Titan-II-Rakete in ihrem Schacht, zahlreiche Jets aus dem Kalten Krieg und eine Boeing 747-200 von Singapore Airlines.

USAMuseum

Steven F. Udvar-Hazy Center

Die zweite Halle des Smithsonian National Air and Space Museum steht direkt am Flughafen Washington Dulles: SR-71 Blackbird, die B-29 „Enola Gay“, eine Air-France-Concorde, die Dash 80 und das Space Shuttle Discovery unter einem Dach – Eintritt frei, Aussichtsturm zum Flughafen inklusive.

Passende Guides aus dem Blog

PT

Planetrack Redaktion

Diese Datenbank beschreibt Flughäfen, Flugzeughersteller, Airline-Gruppen, Allianzen und Luftfahrtmuseen. Eigentümer, Beteiligungen und Mitgliedschaften ändern sich laufend – gesicherte Angaben stehen im Steckbrief, alles Veränderliche ist als solches gekennzeichnet. Die einzelnen Fluggesellschaften findest du in der Airline-Datenbank.

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