Das Wichtigste in Kürze
- Die Mercure ist das einzige Dassault-Verkehrsflugzeug: ein Kurzstreckenjet der 1970er-Jahre, entwickelt als französische Antwort auf die Boeing 737.
- Nur zwölf Exemplare entstanden – zwei Prototypen und zehn Serienflugzeuge. Die Produktion endete im Dezember 1975.
- Einziger Kunde war Air Inter, die den Typ von Juni 1974 bis April 1995 auf französischen Inlandsstrecken einsetzte.
- Ausgelegt auf kurze, dichte Strecken: mehr Sitze als die 737-200, dafür nur etwa die Hälfte von deren Reichweite.
- Heute siehst du die Mercure nur noch am Boden, etwa im Technik Museum Speyer oder im Musée de l’Air et de l’Espace in Le Bourget.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist die Dassault Mercure?
- 2.Entwicklung: ein europäisches Projekt mit Dassault an der Spitze
- 3.Warum nur Air Inter die Mercure kaufte
- 4.So erkennst du eine Mercure
- 5.Mercure, Boeing 737-200 oder Caravelle?
- 6.Wo du die Mercure heute siehst
- 7.Fototipps für die Mercure im Museum
- 8.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
- 9.Fazit
Steckbrief
| Hersteller | Dassault Aviation (Frankreich), mit europäischen Programmpartnern |
|---|---|
| Kategorie | zweistrahliges Schmalrumpf-Kurzstreckenflugzeug |
| Status | historisch – seit April 1995 nicht mehr im Liniendienst |
| Programmstart | April 1969 |
| Erstflug | 28. Mai 1971 (Prototyp 01) in Bordeaux-Mérignac |
| Musterzulassung | 12. Februar 1974 |
| Indienststellung | 4. Juni 1974 bei Air Inter |
| Letzte Linienflüge | 29. April 1995 |
| Gebaute Exemplare | 12 (2 Prototypen, 10 Serienflugzeuge) |
| Betreiber | ausschließlich Air Inter |
| Triebwerke | 2 × Pratt & Whitney JT8D-15 (Serie), je rund 69 kN Schub |
| Länge | 34,84 m |
| Spannweite | 30,55 m |
| Höhe | 11,36 m |
| Sitzplätze | bis zu 162 in reiner Economy-Bestuhlung |
| Max. Startgewicht | rund 56,5 t |
| Reichweite | rund 2.000 km mit Reserven, bei voller Nutzlast deutlich weniger |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Schlanker Zweistrahler mit Triebwerken unter den Flügeln – auf den ersten Blick wie eine groß geratene Boeing 737 der ersten Generation
- Mit knapp 35 m Länge deutlich länger als eine 737-200, der Rumpf wirkt im Verhältnis zum Flügel gestreckt
- Konventionelles Leitwerk mit Höhenruder am Rumpfende, kein T-Leitwerk und keine Hecktriebwerke wie bei der Caravelle
- Französisches Kennzeichen mit F-BTT… – die Air-Inter-Mercure trugen Kennzeichen aus dieser Reihe, etwa F-BTTB oder F-BTTD
- Auf historischen Fotos fast immer in den Farben von Air Inter – einen anderen Linienbetreiber gab es nicht
Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein schlanker Zweistrahler mit Triebwerken unter den Flügeln, in den Farben einer französischen Inlandsairline: Wer so ein Foto aus den Siebziger- oder Achtzigerjahren in der Hand hält, denkt zuerst an eine Boeing 737. Es kann aber auch eine Dassault Mercure sein, eines der seltensten Verkehrsflugzeuge Europas. Nur zwölf Exemplare wurden gebaut, alle flogen für Air Inter. Hier erfährst du, wie die Mercure entstand, warum sie scheiterte, woran du sie erkennst und wo du sie heute noch vor die Linse bekommst.
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Was ist die Dassault Mercure?
Die Mercure ist das einzige Verkehrsflugzeug, das Dassault Aviation unter eigenem Namen gebaut hat. Der Hersteller, sonst für Mirage, Rafale und die Falcon-Businessjets bekannt, wollte Ende der Sechzigerjahre in den Markt der Kurzstreckenjets einsteigen. Vorbild und Hauptgegner zugleich war die Boeing 737, die damals gerade ihre ersten Erfolge feierte.
Den Namen wählte Marcel Dassault nach Merkur, dem römischen Götterboten. Das Programm startete offiziell im April 1969. Einen großen Teil der Entwicklungskosten trug der französische Staat – ein Engagement, das sich bei zwölf gebauten Maschinen nie auszahlen konnte.
Technisch war die Mercure ein zweistrahliger Schmalrumpfjet mit zwei Pratt & Whitney JT8D, also demselben Triebwerkstyp, der auch die frühe 737 und die DC-9 antrieb. In reiner Economy-Bestuhlung passten bis zu 162 Passagiere hinein. Die Reichweite lag mit Reserven bei rund 2.000 Kilometern, bei voller Nutzlast deutlich darunter. Für Paris–Marseille oder Paris–Nizza genügte das – für die meisten anderen Airlines der Welt nicht.
Entwicklung: ein europäisches Projekt mit Dassault an der Spitze
Dassault organisierte die Mercure als Gemeinschaftsprogramm. Neben dem französischen Hauptauftragnehmer beteiligten sich nach übereinstimmenden Quellen Partner aus Italien, Spanien, Belgien und der Schweiz, darunter Fiat, CASA und das Eidgenössische Flugzeugwerk Emmen; als belgischer Partner werden je nach Quelle SABCA oder ADAP genannt, einige Darstellungen führen zusätzlich Canadair auf. Für das Programm entstanden eigene Werke in Frankreich, die Endmontage der Serienflugzeuge erfolgte in Istres.
Die wichtigsten Etappen im Überblick:
| Datum | Ereignis |
|---|---|
| April 1969 | Programmstart |
| 28. Mai 1971 | Erstflug des Prototyps 01 in Bordeaux-Mérignac, noch mit JT8D-11 |
| 7. September 1972 | Erstflug des Prototyps 02, bereits mit dem stärkeren JT8D-15 |
| Januar 1972 | Air Inter bestellt zehn Exemplare |
| 19. Juli 1973 | Erstflug des ersten Serienflugzeugs |
| 12. Februar 1974 | Musterzulassung |
| 4. Juni 1974 | Beginn des Liniendienstes bei Air Inter |
| September 1974 | Zulassung für automatische Landungen bei schlechter Sicht (Kategorie IIIA) |
| 15. Dezember 1975 | Ende der Produktion |
| 29. April 1995 | Letzte Linienflüge der Mercure |
Bemerkenswert ist die Allwettertauglichkeit: Schon wenige Monate nach dem Start im Liniendienst durfte die Mercure automatisch bei stark eingeschränkter Sicht landen. Für eine Inlandsairline mit dichtem Flugplan auch im Herbstnebel war das ein echter Vorteil.
Warum nur Air Inter die Mercure kaufte
Rechnerisch brauchte Dassault deutlich über hundert verkaufte Flugzeuge, um die Gewinnschwelle zu erreichen. Es blieb bei zehn Serienmaschinen. Die Gründe sind gut dokumentiert:
- Reichweite: Die Mercure war konsequent auf sehr kurze Strecken optimiert. Gegenüber der 737-200 bot sie mehr Sitze, aber nur etwa die Hälfte der Reichweite oder weniger. Airlines, die ein Flugzeug für Kurz- und Mittelstrecke suchten, griffen lieber zur flexibleren Boeing.
- Zeitpunkt: Die Ölkrise von 1973 traf die Branche genau in der Phase, in der die Mercure auf den Markt kam. Treibstoff wurde teuer, Investitionen wurden verschoben.
- Währung und Kosten: Der schwache Dollar machte amerikanische Konkurrenzprodukte günstiger, während die Inflation in Europa die Herstellungskosten der Mercure nach oben trieb.
- Fehlende Großkunden: Weder Air France noch andere europäische Flag Carrier bestellten. Ohne eine zweite große Airline als Referenz fand die Mercure keinen Anschluss.
Air Inter setzte die Flotte auf ihren stark frequentierten Inlandsrouten ab Paris-Orly ein. Für diese Strecken passte das Konzept: kurze Flugzeiten, viele Sitze, hohe Umläufe pro Tag. Eine Mercure der Air Inter flog 1975 auch den ersten kommerziellen Flug am neuen Flughafen Lyon-Saint-Exupéry.
Bilanz einer kleinen Flotte
Über ihre gesamte Laufbahn kamen die Mercure der Air Inter nach gängigen Angaben auf rund 360.000 Flugstunden und etwa 44 Millionen Passagiere – und nach verfügbaren Angaben ohne einen einzigen Unfall. Kommerziell ein Fehlschlag, im Betrieb ein zuverlässiges Arbeitstier.
Ein vergrößerter Nachfolger, die Mercure 200 mit CFM56-Triebwerken und neuem Flügel, kam über Studien nicht hinaus. Auch Gespräche mit amerikanischen Herstellern über eine gemeinsame Weiterentwicklung führten zu nichts. Dassault konzentrierte sich danach wieder auf Business- und Kampfjets – mit großem Erfolg, wie die Falcon 20 und ihre Nachfolger zeigen.
So erkennst du eine Mercure
Live im Flug wirst du keine Mercure mehr sehen. Die Erkennung spielt sich heute auf historischen Fotos, in Archiven und im Museum ab. Gerade bei alten Bildern aus Frankreich lohnt ein genauer Blick, denn die Verwechslungsgefahr mit der 737 ist groß.
Silhouette prüfen
Zwei Triebwerke unter den Flügeln, konventionelles Leitwerk, schlanker Rumpf: Das Grundschema entspricht der frühen 737. Hecktriebwerke schließen die Mercure sofort aus – dann bist du bei Caravelle, DC-9 oder One-Eleven.
Proportionen vergleichen
Mit knapp 35 Metern ist die Mercure rund vier Meter länger als eine 737-200. Vor und hinter dem Flügel wirkt der Rumpf gestreckter, das Flugzeug insgesamt größer.
Airline und Kennzeichen lesen
Eine Mercure trägt praktisch immer Air-Inter-Farben und ein französisches Kennzeichen der Reihe F-BTT… Damit ist die Bestimmung eindeutig.
Das Kennzeichen ist bei historischen Typen der zuverlässigste Beweis. Wie französische und andere Registrierungen aufgebaut sind, erklärt der Guide Flugzeugkennzeichen verstehen. Allgemeine Tipps für alte Muster findest du unter Oldtimer am Himmel erkennen.
Mercure, Boeing 737-200 oder Caravelle?
Die Mercure teilte sich das Vorfeld in Orly mit anderen Kurzstreckenjets. Der Vergleich zeigt, worauf du achten musst.
| Merkmal | Dassault Mercure | Boeing 737-200 | Sud Aviation Caravelle |
|---|---|---|---|
| Triebwerke | 2, unter den Flügeln | 2, unter den Flügeln | 2, am Heck |
| Leitwerk | konventionell | konventionell | Kreuzleitwerk |
| Länge | 34,84 m | rund 30,5 m | je nach Version rund 32–37 m |
| Typische Betreiber | nur Air Inter | weltweit sehr viele | Air Inter, Air France und viele weitere |
| Gebaute Exemplare | 12 | über 1.000 | rund 280 |
Die Sud Aviation Caravelle ist dank Hecktriebwerken und dreieckigen Kabinenfenstern leicht abzugrenzen. Schwieriger ist die 737-200: Hier helfen Größe, Kennzeichen und der Betreiber: Eine zweistrahlige Air-Inter-Maschine aus den Siebzigern oder Achtzigern mit Triebwerken unter den Flügeln und Kennzeichen F-BTT… ist eine Mercure. Später kamen bei Air Inter Airbus A300 und A320 hinzu – beide erkennst du an ihrer modernen Airbus-Nase und, beim A300, am deutlich breiteren Rumpf.
Schnellbestimmung: französischer Kurzstreckenjet der 1970er
Dassault Mercure
Zweistrahler mit Triebwerken unter den Flügeln in Air-Inter-Farben: Das spricht klar für die Mercure. Prüf das Kennzeichen auf F-BTT…
Boeing 737 der ersten Generation
Kürzerer Rumpf und eine andere Airline deuten auf die 737-100 oder -200. Die Mercure flog ausschließlich für Air Inter.
Sud Aviation Caravelle
Hecktriebwerke und die markanten dreieckigen Fenster sind das Kennzeichen der Caravelle, die bei Air Inter lange vor der Mercure flog.
Weitere Heckmotor-Verwandte aus derselben Ära sind die Douglas DC-9 und die BAC One-Eleven. Beide schließt du über die Triebwerksposition sofort aus.
Wo du die Mercure heute siehst
Weil alle Mercure bei derselben Airline flogen und die Flotte 1995 geschlossen ausschied, sind vergleichsweise viele Exemplare erhalten geblieben. Für Spotter ist das eine gute Nachricht: Eine Mercure in die Sammlung zu bekommen, ist mit etwas Planung machbar.
| Ort | Kennzeichen | Hinweis |
|---|---|---|
| Technik Museum Speyer (Deutschland) | F-BTTB | nächstgelegene Mercure für Spotter aus dem DACH-Raum |
| Musée de l’Air et de l’Espace, Le Bourget | F-BTTD | im Museum am Flughafen Le Bourget |
| Flughafen Marseille Provence | F-BTTH | nach verfügbaren Angaben am Flughafen erhalten |
| Flughafen Bordeaux-Mérignac | F-BTTF, F-BTTI | abgestellt bzw. Ausbildungsobjekt, meist nicht öffentlich |
| Flughafen Montpellier | F-BTTE | Ausbildungsobjekt, nicht frei zugänglich |
Am einfachsten geht es in Deutschland: Das Technik Museum Speyer zeigt die Mercure F-BTTB. Wer ohnehin eine Museumstour plant, findet in der Übersicht Luftfahrtmuseen in Deutschland weitere Ziele in der Nähe.
In Frankreich ist das Musée de l’Air et de l’Espace die erste Adresse. Dort steht die F-BTTD; wie du den Besuch planst und welche Perspektiven sich lohnen, beschreibt der Spot Musée de l’Air am Flughafen Le Bourget. Die Mercure am Flughafen Marseille lässt sich gut mit einer Spotting-Reise in den Süden verbinden. Die beiden Exemplare am Flughafen Bordeaux-Mérignac, wo 1971 auch der Erstflug stattfand, dienen dagegen eher als Abstell- bzw. Ausbildungsobjekte und sind meist nicht öffentlich zugänglich. Bevor du an französischen Flughäfen fotografierst, lies den Artikel Fotografieren an französischen Flughäfen.
Aufstellung vorher prüfen
Museumsflugzeuge werden umgestellt, restauriert oder vorübergehend abgesperrt, und Exemplare an Flughäfen sind oft nur aus der Ferne oder gar nicht zu sehen. Prüf vor deiner Anreise die Angaben des Museums bzw. Flughafens, statt dich auf ältere Listen zu verlassen.
Bereit für deine Mercure-Sichtung?
- Ich habe geprüft, ob die Mercure im Museum aktuell zugänglich ist.
- Ich kenne Öffnungszeiten und Eintrittsbedingungen.
- Ich habe ein Weitwinkel oder Standardzoom für enge Aufstellungen dabei.
- Ich notiere das Kennzeichen für meine Sammlung.
Fototipps für die Mercure im Museum
Museumsfotografie folgt anderen Regeln als das Spotten am Zaun. Statt Brennweite und Timing zählen Perspektive, Licht und Geduld.
Weitwinkel einpacken
In Hallen und auf engen Freiflächen kommst du mit langen Brennweiten nicht weit. Ein Weitwinkel oder Standardzoom bringt die ganze Mercure aufs Bild.
Dreiviertelansicht suchen
Schräg von vorn zeigen sich Triebwerke, Rumpflänge und Leitwerk gleichzeitig – so wird der Unterschied zur 737 auch im Foto sichtbar.
Kennzeichen dokumentieren
Mach ein zweites Bild vom Kennzeichen am Rumpf. Damit belegst du die Sichtung und kannst sie später sauber zuordnen.
Licht im Außenbereich planen
Steht die Maschine im Freien, entscheidet der Sonnenstand über das Bild. Weiches Licht am Vor- oder Nachmittag bringt Lackierung und Konturen am besten heraus.
Für Außenaufstellungen hilft der Guide Sonnenstand planen für deinen Fotospot. Und wenn du gezielt seltene Typen jagst, lohnt ein Blick in Seltene Flugzeuge spotten sowie in die Anleitung Alle Flugzeugtypen sammeln.
Museumsfund teilen
Poste deine Mercure mit Foto, Kennzeichen und Ort, tausch dich in der Community mit anderen Fans französischer Luftfahrtgeschichte aus und behalte deine Sammlung im Hangar im Blick. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.
Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
Es spricht für die Mercure, wenn …
- zwei Triebwerke unter den Flügeln hängen und die Airline Air Inter ist
- das Kennzeichen mit F-BTT beginnt
- der Rumpf deutlich länger wirkt als bei einer 737-200
- das Foto aus Frankreich zwischen 1974 und 1995 stammt
Sieh genauer hin, wenn …
- Airline und Kennzeichen auf dem Foto nicht lesbar sind
- du die Maschine nur frontal oder aus großer Entfernung siehst
- eine andere französische Airline auf dem Rumpf steht – dann eher eine 737
Es ist keine Mercure, wenn …
- die Triebwerke am Heck sitzen
- du ein T-Leitwerk siehst
- die Maschine einen breiten Rumpf mit zwei Gängen hat – dann eher ein A300
- das Foto nach 1995 im Liniendienst entstanden ist
Fazit
Die Dassault Mercure ist ein Lehrstück der Luftfahrtgeschichte: technisch solide, im Betrieb zuverlässig und doch ein kommerzieller Fehlschlag. Zu spezialisiert, zur falschen Zeit auf dem Markt und ohne zweiten Großkunden blieb sie ein Flugzeug für eine einzige Airline. Gerade das macht sie für Sammler so reizvoll. Mit nur zwölf gebauten Exemplaren gehört sie zu den seltensten Jets Europas – und dank der Museen in Speyer und Le Bourget ist sie trotzdem erreichbar.
Kurzfazit
Zweistrahler mit Triebwerken unter den Flügeln, länger als die 737-200, Air-Inter-Farben und Kennzeichen F-BTT…: Das ist die Mercure. Im Liniendienst ist sie seit 1995 Geschichte, im Technik Museum Speyer und im Musée de l’Air in Le Bourget kannst du sie heute noch in deine Sammlung aufnehmen.
Zusammenfassung
- Dassault stellte die Mercure 1969 vor, der erste Prototyp flog am 28. Mai 1971 in Bordeaux-Mérignac.
- Ölkrise, Dollarschwäche und die geringe Reichweite verhinderten weitere Verkäufe – Air Inter blieb der einzige Betreiber.
- Die kleine Flotte flog rund 20 Jahre und nach verfügbaren Angaben ohne Unfall, bevor sie im April 1995 ausgemustert wurde.
- Mehrere Exemplare sind erhalten; für Spotter aus dem deutschsprachigen Raum ist Speyer der naheliegendste Ort für eine Mercure-Sichtung.
Häufige Fragen
Wie viele Dassault Mercure wurden gebaut?
Insgesamt zwölf: zwei Prototypen und zehn Serienflugzeuge. Der zweite Prototyp wurde nach Angaben gängiger Nachschlagewerke später überarbeitet und ebenfalls an Air Inter verkauft. Die Fertigung endete im Dezember 1975.
Welche Airlines flogen die Mercure?
Nur eine: die französische Inlandsgesellschaft Air Inter. Sie bestellte Anfang 1972 zehn Exemplare und setzte sie ab dem 4. Juni 1974 ein. Die letzten beiden Maschinen flogen am 29. April 1995 ihre letzten Linienflüge.
Warum war die Mercure kein Verkaufserfolg?
Mehrere Faktoren kamen zusammen: Die Ölkrise von 1973 und der schwache Dollar verschlechterten die Wirtschaftlichkeit, zugleich bot die Mercure mit rund 2.000 km deutlich weniger Reichweite als die Boeing 737-200. Airlines wollten flexibel einsetzbare Flugzeuge, und große europäische Gesellschaften wie Air France entschieden sich gegen den Typ.
Wie unterscheide ich die Mercure von einer Boeing 737-200?
Die Mercure ist mit 34,84 m rund vier Meter länger und hat über 30 m Spannweite. Im Bild wirkt sie dadurch gestreckter und größer. Sicher bestätigt das Kennzeichen den Typ: Eine Air-Inter-Maschine mit Kennzeichen aus der Reihe F-BTT… ist eine Mercure.
Wo kann ich eine Dassault Mercure heute sehen?
In Deutschland im Technik Museum Speyer (F-BTTB), in Frankreich im Musée de l’Air et de l’Espace in Le Bourget (F-BTTD). Weitere Exemplare stehen nach verfügbaren Angaben an französischen Flughäfen wie Marseille, Bordeaux und Montpellier, dort aber teils als Ausbildungsobjekt und nicht frei zugänglich. Prüf vor jedem Besuch die aktuelle Aufstellung.
Was war die Mercure 200?
Ein angedachter Nachfolger mit modernerem Flügel und CFM56-Triebwerken, an dem auch Air France Interesse zeigte. Weil sich keine ausreichende Finanzierung und kein starker Partner fanden, wurde die Mercure 200 nie gebaut. Die Gespräche mit US-Herstellern blieben ebenfalls ohne Ergebnis.
Hat die Mercure noch einen aktiven Typcode in Tracking-Apps?
Da seit 1995 keine Mercure mehr im Linienbetrieb fliegt, taucht der Typ in Live-Trackern praktisch nicht mehr auf. Einen gesicherten ICAO-Typcode führen wir deshalb hier nicht – für deine Sammlung zählt die Museumssichtung mit Kennzeichen.
Dassault Mercure sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
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