Aero Lloyd

Historische Ferienfluggesellschaft aus dem Raum Frankfurt: 1979 gegründet, groß geworden mit Caravelle und MD-80, später mit A320 und A321 unterwegs – und im Oktober 2003 über Nacht am Boden.

Auch bekannt als: Aero Lloyd Flugreisen GmbH & Co. Luftverkehrs KG · Aero-Lloyd Luftverkehrsgesellschaft mbH · Aero Lloyd Austria

DeutschlandDeutschlandFerienfliegerIATA: YPICAO: AEF12 Min. Lesezeit

YP

IATA-Code

AEF

ICAO-Code

1981–2003

Jahre im Flugbetrieb

16.10.2003

Insolvenzantrag und Flugstopp

Das Wichtigste in Kürze

  • Aero Lloyd ist eine historische deutsche Ferienfluggesellschaft: gegründet 1979, Charterflüge ab 1981, Insolvenzantrag und Flugstopp am 16. Oktober 2003.
  • Codes: IATA YP, ICAO AEF, Rufzeichen „AERO LLOYD“.
  • Flottenwandel in drei Etappen: Caravelle und DC-9 in den Anfangsjahren, dann MD-80-Varianten, zum Schluss nur noch A320 und A321.
  • Die BayernLB hielt ab 1998 die Mehrheit – als sie das Sanierungskonzept ablehnte, folgte die Insolvenz.
  • Spuren bis heute: Aus Aero Lloyd Austria wurde die Basis für Niki Laudas Airline, ehemalige Aero-Lloyd-Airbusse flogen bei anderen Betreibern weiter.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Aero Lloyd im Überblick
  2. 2.Die Geschichte in Etappen
  3. 3.Codes und Rufzeichen
  4. 4.Die Flotte von Aero Lloyd
  5. 5.Der Ausflug in den Linienverkehr
  6. 6.Woran du Aero Lloyd erkennst
  7. 7.Aero Lloyd und die Nacht von Überlingen
  8. 8.Das Ende: Insolvenz im Oktober 2003
  9. 9.Von Aero Lloyd Austria zu Niki
  10. 10.Aero Lloyd im Spotter-Alltag heute
  11. 11.Häufige Verwechslungen
  12. 12.Fazit

Steckbrief

IATA-CodeYP
ICAO-CodeAEF
RufzeichenAERO LLOYD
DrehkreuzeFRA
StatusHistorisch – Flugbetrieb mit dem Insolvenzantrag am 16. Oktober 2003 eingestellt
Gegründet1979 als Charterairline in Frankfurt am Main; Ende 1980 als Aero Lloyd Flugreisen GmbH & Co. Luftverkehrs KG neu aufgestellt
Erste CharterflügeFrühjahr 1981 ab Frankfurt mit drei Caravelle
SitzZunächst Frankfurt am Main, ab Februar 1990 Oberursel (Taunus)
HeimatbasisFlughafen Frankfurt (FRA)
GeschäftsmodellFerien- und Charterflüge in den Mittelmeerraum, zeitweise auch Linienverkehr
Mehrheitseigner ab 1998Bayerische Landesbank (BayernLB) mit 66 Prozent
Flotte im Oktober 200322 Flugzeuge der Airbus-Familie A320/A321
Mitarbeitende zuletztrund 1.400
Insolvenzantrag16. Oktober 2003 beim Amtsgericht Bad Homburg

Woran du die Airline erkennst

Ist das wirklich Aero Lloyd?

Hak ab, was auf das Flugzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Schriftzug „Aero Lloyd“ am Rumpf – nicht zu verwechseln mit Hapag-Lloyd
  • Deutsche Kennzeichen mit D- am Heck
  • Bis Ende der 1990er vor allem MD-80 mit Hecktriebwerken und T-Leitwerk, davor Caravelle und DC-9
  • Zuletzt reine Airbus-Flotte aus A320 und A321
  • Flugnummer mit YP, im Flugplan der Flugsicherung AEF bzw. „AERO LLOYD“
  • Typische Fotoorte: Frankfurt und Ferienflughäfen rund ums Mittelmeer

Wer in den 1980er- und 1990er-Jahren in Frankfurt oder an einem Ferienflughafen am Mittelmeer stand, kennt den Schriftzug „Aero Lloyd“. Die Airline aus dem Taunus war über zwei Jahrzehnte einer der großen deutschen Ferienflieger – erst mit Caravelle und DC-9, dann mit einer stattlichen MD-80-Flotte und am Ende mit Airbus A320 und A321. Im Oktober 2003 war von einem Tag auf den anderen Schluss. Diese Seite zeigt, wie Aero Lloyd entstand, welche Flugzeuge sie flog und woran du sie in alten Fotos und Logbüchern erkennst.

Dein Archiv, sauber sortiert

Mit Planetrack postest du Sichtungen mit Foto, Kennzeichen, Typ, Airline und Flughafen – so findest du auch alte Aero-Lloyd-Aufnahmen jederzeit wieder. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Aero Lloyd im Überblick

Aero Lloyd war eine deutsche Ferienfluggesellschaft, die von Anfang der 1980er-Jahre bis Oktober 2003 flog. Ihre Heimat war der Flughafen Frankfurt, der Firmensitz lag ab 1990 in Oberursel im Taunus. Das Geschäft bestand vor allem aus Flügen für Reiseveranstalter in den Mittelmeerraum – nach Griechenland, Spanien, in die Türkei und nach Ägypten.

Im Jahr 2002 kam Aero Lloyd auf einen Marktanteil von etwa zwölf Prozent im deutschen Ferienflugmarkt. Zuletzt arbeiteten rund 1.400 Menschen für die Airline. Trotzdem war das Unternehmen finanziell angeschlagen. Am 16. Oktober 2003 stellte Aero Lloyd Insolvenzantrag und stoppte den Flugbetrieb noch am selben Tag.

Für Spotter ist Aero Lloyd heute ein Kapitel aus dem Archiv. Spannend bleibt sie trotzdem: wegen der markanten MD-80-Jahre, wegen der Verbindung zu Niki Laudas späterer Airline und weil einige Ex-Aero-Lloyd-Airbusse noch lange bei anderen Betreibern unterwegs waren.

YPIATA-Code in der Flugnummer
AEFICAO-Code der Airline
22Flugzeuge der A320-Familie im Oktober 2003

Die Geschichte in Etappen

Der Start verlief holprig. 1979 gründeten drei Investoren in Frankfurt eine Charterfluggesellschaft unter dem Namen Aero Lloyd. Einer von ihnen war Christian Baron von Kaltenborn-Stachau, der zuvor die Germanair und die OLT Ostfriesische Lufttransport geführt hatte. Die erste Gesellschaft hielt sich jedoch nicht lange: Ende 1980 übernahm eine neu gegründete Firma, die Aero Lloyd Flugreisen GmbH & Co. Luftverkehrs KG, den Namen aus der Konkursmasse. Diese zweite Aero Lloyd ist die Airline, die Spotter aus den folgenden zwei Jahrzehnten kennen.

1979/1980

Gründung als Charterairline in Frankfurt. Ende 1980 übernimmt die neue Aero Lloyd Flugreisen GmbH & Co. Luftverkehrs KG den Namen.

1981

Mit drei Caravelle beginnen im Frühjahr die Charterflüge ab Frankfurt, zunächst nach Tunesien und Griechenland.

1982–1988

Gebrauchte DC-9-32 ergänzen die Flotte, ab 1986/87 kommen MD-83 und 1988 die kürzeren MD-87 dazu.

1988

Ab dem 31. Oktober fliegt Aero Lloyd auch im Linienverkehr – ein Versuch, der zu Beginn der 1990er wieder endet.

1990

Die Firmenzentrale zieht im Februar von Frankfurt nach Oberursel im Taunus.

1996–1998

Bestellung von 16 Flugzeugen der Airbus-A320-Familie. 1998 übernimmt die BayernLB 66 Prozent der Anteile.

2003

Im Frühjahr wird Aero Lloyd Austria gegründet. Am 16. Oktober folgt der Insolvenzantrag, der Flugbetrieb endet sofort.

Die frühen Jahre waren klassisches Chartergeschäft: Reiseveranstalter kauften Sitzplätze ein, Aero Lloyd flog die Urlauber ab Frankfurt in den Süden. Was den Unterschied zwischen solchen Flügen und dem Linienverkehr ausmacht, erklärt der Beitrag Charterflug und Linienflug.

Codes und Rufzeichen

  • IATA-Code YP: stand in der Flugnummer, auf Tickets und Anzeigetafeln.
  • ICAO-Code AEF: nutzte die Flugsicherung im Flugplan, dort steht AEF statt YP vor der Flugnummer.
  • Rufzeichen AERO LLOYD: so meldeten sich die Besatzungen im Funk.

Weil Aero Lloyd seit 2003 nicht mehr fliegt, tauchen diese Codes nur noch in historischen Quellen auf. Stößt du in einem alten Logbuch auf „YP“ oder „AEF“, kannst du die Zuordnung zu Aero Lloyd als ziemlich sicher betrachten – prüf aber trotzdem das Datum, denn Airline-Codes werden nach dem Ende einer Gesellschaft mitunter neu vergeben.

Alte Fotos richtig beschriften

Notiere bei Aero-Lloyd-Bildern neben der Airline immer das Kennzeichen und den genauen Typ. Gerade bei den MD-80-Varianten verrät erst das Kennzeichen, ob du eine MD-83 oder eine MD-87 vor der Linse hattest. Wie Kennzeichen aufgebaut sind, zeigt der Guide Flugzeug-Kennzeichen verstehen, die deutsche Systematik erklärt die Geschichte der deutschen Luftfahrzeugkennzeichen.

Die Flotte von Aero Lloyd

Die Flottengeschichte von Aero Lloyd lässt sich gut in drei Phasen teilen. Am Anfang standen französische und amerikanische Jets der ersten Generation, dann folgte die lange MD-80-Ära, und zum Schluss setzte die Airline ganz auf Airbus. Die MD-80-Familie stammte von McDonnell Douglas, die späteren Jets von Airbus.

Typ Zeitraum (ca.) Einsatz Spotter-Hinweis
Sud Aviation Caravelle 10R 1981 bis Anfang der 1990er Charter in den Mittelmeerraum Drei Exemplare zum Start, Hecktriebwerke und dreieckige Kabinenfenster
Douglas DC-9-32 1982 bis 1994 Charter Gebraucht übernommen, kürzer als die MD-80
McDonnell Douglas MD-83 1986/87 bis 2001 Charter Lange Zeit das Rückgrat der Flotte
McDonnell Douglas MD-87 1988 bis 1997 Charter Verkürzter Rumpf, gut am Größenverhältnis zu erkennen
McDonnell Douglas MD-82 Mitte der 1990er Charter Kurzzeitig eingesetzt
Airbus A320-200 vereinzelt ab 1991 geleast, Kernflotte bis 2003 Kurz- und Mittelstrecke Zusammen mit der A321 bildete sie die Flotte von 22 Airbus im Oktober 2003
Airbus A321-200 1998 bis 2003 Kurz- und Mittelstrecke Längster Rumpf der Familie

Die MD-80-Jahre sind für viele Spotter die eigentliche Aero-Lloyd-Zeit. Die schlanken Jets mit den Triebwerken am Heck und dem T-Leitwerk waren in Frankfurt jahrelang ein vertrauter Anblick. Die MD-87 hatte einen deutlich kürzeren Rumpf als die MD-83 und lässt sich auf Fotos mit etwas Übung gut auseinanderhalten.

Einen Ausflug auf die Langstrecke gab es nur auf dem Papier: 1991 bestellte Aero Lloyd zwei McDonnell Douglas MD-11 und sicherte sich Optionen auf zwei weitere. Ausgeliefert wurden die Großraumflugzeuge aber nie. Stattdessen orderte die Airline 1996 insgesamt 16 Flugzeuge der A320-Familie und stellte damit die Weichen für eine reine Airbus-Flotte.

Beim Bestimmen alter Airbus-Fotos hilft der Guide A318, A319, A320 und A321 auseinanderhalten. Die A321 erkennst du am längsten Rumpf der Familie und an den zusätzlichen Notausgängen vor und hinter der Tragfläche.

Ex-Aero-Lloyd-Maschinen auf dem Schirm

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Der Ausflug in den Linienverkehr

Im Sommer 1988 erhielt Aero Lloyd die Genehmigung für Linienflüge, am 31. Oktober 1988 ging es los. Damit trat der Ferienflieger direkt gegen Lufthansa an – in einer Zeit, in der der deutsche Inlandsmarkt noch weitgehend vom Platzhirsch beherrscht wurde. Zusätzlich bot Aero Lloyd nach englischsprachigen Darstellungen Verbindungen in europäische Metropolen an.

Der Erfolg blieb aus. Die Auslastung lag Berichten zufolge bei nur etwa 16 Prozent, Beobachter sprachen spöttisch von „Geisterflugzeugen“. Als Gründe galten wenige Frequenzen, eine schwache Vermarktung und die starke Stellung der Lufthansa. Zu Beginn der 1990er-Jahre zog sich Aero Lloyd aus dem Liniengeschäft zurück und konzentrierte sich wieder auf das, was sie konnte: Urlauber in den Süden fliegen.

Ein Muster, das sich wiederholt

Der Versuch, als Ferienflieger in den Linienmarkt einzusteigen, war kein Einzelfall. Auch andere deutsche Airlines wie Germania oder Air Berlin wechselten später zwischen Charter- und Linienmodell – mit sehr unterschiedlichem Ausgang.

Woran du Aero Lloyd erkennst

Am sichersten identifizierst du Aero-Lloyd-Maschinen über den Schriftzug „Aero Lloyd“ am Rumpf und über das deutsche D-Kennzeichen. Weil sich die Flotte über die Jahre stark verändert hat, hilft dir außerdem der Typ bei der zeitlichen Einordnung: Eine Caravelle verweist auf die 1980er-Jahre, eine MD-80 auf die Zeit bis etwa 2001, eine A321 auf die späten Jahre ab 1998.

Vorsicht bei der Namensähnlichkeit: Hapag-Lloyd Flug war ein völlig anderes Unternehmen und ein direkter Konkurrent im Ferienflugmarkt. Wer nur „Lloyd“ auf einem unscharfen Bild liest, muss deshalb genau hinsehen. Später kam mit Hapag-Lloyd Express noch eine dritte „Lloyd“-Airline hinzu – auch sie hat mit Aero Lloyd nichts zu tun.

Zeigt dein altes Foto wirklich Aero Lloyd?

Hak ab, was auf dem Foto zu sehen ist – ab vier Treffern ist die Zuordnung ziemlich sicher.

  • Schriftzug „Aero Lloyd“ – nicht „Hapag-Lloyd“ – am Rumpf
  • Deutsches Kennzeichen mit D- am Heck
  • Typ Caravelle, DC-9, MD-80-Variante, A320 oder A321
  • Aufnahme aus der Zeit vor Mitte Oktober 2003
  • Ort wie Frankfurt oder ein Ferienflughafen am Mittelmeer
  • Flugnummer mit YP oder AEF im Logbuch notiert

Aero Lloyd und die Nacht von Überlingen

Ein Aero-Lloyd-Flug spielt eine Nebenrolle in einem der schwersten Unglücke im deutschen Luftraum. Am späten Abend des 1. Juli 2002 näherte sich ein Airbus A320 der Airline als Flug 1135 verspätet dem Flughafen Friedrichshafen. Der einzige diensthabende Lotse in der Kontrollzentrale Zürich musste sich um diesen Anflug kümmern und war dadurch von den Flugzeugen im oberen Luftraum abgelenkt.

Die Untersuchung nannte diese zusätzliche Belastung als einen der Faktoren, die zur Kollision über Überlingen beitrugen. Der Aero-Lloyd-Airbus selbst war an dem Zusammenstoß nicht beteiligt und landete sicher. Die ganze Geschichte des Unglücks und seiner Folgen für die Flugsicherung liest du im Beitrag Flugzeugkollision von Überlingen 2002.

Ein weiterer Zwischenfall ereignete sich am 1. September 2001: Auf einem A321-Flug von Catania nach Berlin-Tegel kam es zu einem versuchten Entführungsfall. Die Maschine landete außerplanmäßig in Neapel, der Täter wurde festgenommen, verletzt wurde niemand.

Das Ende: Insolvenz im Oktober 2003

1998 übernahm die Bayerische Landesbank 66 Prozent an Aero Lloyd. Die Bank wollte die Airline mittelfristig an einen strategischen Käufer weiterreichen und war zugleich ihr größter Kreditgeber. Die Zahlen blieben aber schwach: Im Jahr 2000 lag die Umsatzrendite unter einem Prozent, 2001 brauchte Aero Lloyd einen Kredit über 20 Millionen Euro, um zahlungsfähig zu bleiben. Gleichzeitig drückten Überkapazitäten im Ferienflugmarkt auf die Preise.

Frühjahr 2003

Gründung der Aero Lloyd Austria, an der die deutsche Mutter 48,75 Prozent hält. Ende April erhält sie ihre österreichische Betriebsgenehmigung.

Oktober 2003

Die BayernLB lehnt das Sanierungskonzept ab.

16. Oktober 2003

Insolvenzantrag beim Amtsgericht Bad Homburg, der Flugbetrieb wird sofort eingestellt. Tausende Urlauber sitzen in Deutschland und an den Zielorten fest.

November 2003

Niki Lauda übernimmt die Mehrheit an Aero Lloyd Austria und macht daraus seine neue Airline.

Rund 300 der zuletzt etwa 1.400 Beschäftigten fanden bei der Nachfolgefirma Aero Flight eine neue Stelle – einer deutlich kleineren Charterairline, die im Frühjahr 2004 startete und nur kurze Zeit flog. Wie dieser Zusammenbruch im Vergleich zu anderen Pleiten dasteht, ordnet der Beitrag zu großen Airline-Pleiten in Europa ein.

Von Aero Lloyd Austria zu Niki

Die österreichische Tochter war rechtlich nicht von der deutschen Insolvenz betroffen. Fliegen konnte sie trotzdem nicht mehr, weil sämtliche Flugzeuge von der deutschen Mutter geleast waren. Hier kam Niki Lauda ins Spiel: Im November 2003 sicherte er sich die Mehrheit und baute darauf eine neue Airline auf. Der erste Flug führte am 28. November 2003 im Auftrag eines Reiseveranstalters nach Teneriffa – mit zwei früheren Aero-Lloyd-Airbussen.

Daraus wurde Niki, die später eng mit Air Berlin verbunden war und 2017 selbst insolvent ging. Wer sich für die Linie von Aero Lloyd über Niki bis zu Air Berlin interessiert, findet hier also einen roten Faden durch zwei Jahrzehnte deutschsprachiger Ferienfliegerei.

Spotten heute: nur noch mit Vorgeschichte

Ein Flugzeug in Aero-Lloyd-Farben wirst du im Betrieb nicht mehr sehen. Was bleibt, sind Fotos aus der Zeit bis Oktober 2003 und frühere Aero-Lloyd-Maschinen, die bei anderen Betreibern weiterflogen oder längst ausgemustert sind. Fotografiere wie immer nur von öffentlich zugänglichen Bereichen aus.

Aero Lloyd im Spotter-Alltag heute

Für dein Logbuch ist Aero Lloyd vor allem ein Archiv-Thema. Wer in den 1980er- und 1990er-Jahren in Frankfurt fotografiert hat, hat gute Chancen, Caravelle, DC-9 oder MD-80 der Airline in seinen Dias oder Negativen zu finden. Diese Bilder lohnt es sich zu digitalisieren und sauber zu beschriften: Typ, Kennzeichen, Ort und Datum machen aus einem Erinnerungsfoto einen vollständigen Eintrag.

Spannend ist auch die Spurensuche nach dem Verbleib. Ein besonders tragisches Beispiel: Der Airbus A321 mit der Seriennummer 1218 wurde im Jahr 2000 an Aero Lloyd ausgeliefert, flog danach bei Aero Flight und ab 2006 bei der pakistanischen Airblue, wo er 2010 als Flug 202 verunglückte. Solche Lebensläufe findest du über die Seriennummer heraus – wie das geht, zeigt der Guide Wie alt ist dieses Flugzeug?. Hat ein Flugzeug nach dem Wechsel nur teilweise neue Farben bekommen, hilft dir der Beitrag zu Hybrid- und Mischlackierungen beim Einordnen.

Wer heute an den Ort der Aero-Lloyd-Geschichte zurückkehren möchte, findet in Frankfurt gute Standpunkte, etwa die Aussichtsplattform Zeppelinheim. Einen Überblick über alle Möglichkeiten am Rhein-Main-Flughafen gibt der Guide zum Planespotting in Frankfurt.

Gute Chancen auf Aero-Lloyd-Spuren, wenn …

  • du Fotos aus Frankfurt oder Ferienflughäfen aus der Zeit vor Oktober 2003 durchsiehst
  • du gezielt die Lebensläufe früherer Aero-Lloyd-Airbusse über die Seriennummer verfolgst

Prüf es genau, wenn …

  • auf dem Foto nur „Lloyd“ zu lesen ist – es kann auch Hapag-Lloyd sein
  • ein Airbus aus Ende 2003 stammt – dann kann es schon eine Maschine der neuen Niki gewesen sein

Keine Chance auf Aero Lloyd, wenn …

  • du heute im Flugplan nach YP- oder AEF-Flügen suchst – die Airline fliegt seit Oktober 2003 nicht mehr

Häufige Verwechslungen

  • Aero Lloyd und Hapag-Lloyd gleichsetzen – das waren zwei unabhängige Ferienflieger und Konkurrenten.
  • Aero Lloyd für eine Lufthansa-Tochter halten – im Gegenteil, mit dem Linienverkehr ab 1988 trat sie direkt gegen Lufthansa an.
  • Den Gründungszeitpunkt mit dem Flugstart verwechseln – gegründet wurde 1979, die Charterflüge der neu aufgestellten Gesellschaft begannen 1981.
  • Die MD-11-Bestellung für einen Langstreckenbetrieb halten – die beiden bestellten MD-11 wurden nie ausgeliefert.
  • Aero Lloyd Austria als Ableger mit eigener Flotte sehen – sie flog mit geleasten Maschinen der Mutter und wurde nach der Pleite zur Basis für Niki.
  • Den Aero-Lloyd-Airbus beim Unglück von Überlingen als beteiligt notieren – er war nur indirekt Thema der Untersuchung und landete sicher.

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Fazit

Aero Lloyd steht für eine ganze Epoche deutscher Ferienfliegerei: Caravelle und DC-9 in den frühen 1980ern, eine lange MD-80-Ära und zum Schluss eine moderne Airbus-Flotte. Dazwischen lagen ein glückloser Ausflug in den Linienverkehr, eine MD-11-Bestellung ohne Auslieferung und ein Mehrheitseigner, der am Ende den Stecker zog. Für Spotter lohnt der Blick zurück – auf alte Dias, saubere Kennzeichen und die Flugzeuge, die nach 2003 unter anderem Namen weiterflogen. Wie sich ein klassischer Ferienflughafen heute fotografieren lässt, zeigt der Guide zum Planespotting auf Mallorca. Weitere Ferienflieger mit Geschichte findest du bei LTU und Condor.

Kurzfazit

Aero Lloyd (IATA YP, ICAO AEF) war ein Ferienflieger aus Frankfurt und Oberursel, der von 1981 bis zum 16. Oktober 2003 flog. Schriftzug und Typ verraten die Epoche, das Kennzeichen zeigt, welche Maschine es genau war und wohin sie später ging.

Zusammenfassung

  • Aero Lloyd startete Anfang der 1980er mit drei Caravelle und Charterflügen ab Frankfurt nach Tunesien und Griechenland.
  • Mit DC-9 und MD-80-Varianten wuchs die Airline zu einem der großen deutschen Ferienflieger; ein Ausflug in den Linienverkehr ab 1988 blieb erfolglos.
  • Ab Ende der 1990er stellte Aero Lloyd auf Airbus A320 und A321 um, geriet aber in einem Markt mit Überkapazitäten finanziell unter Druck.
  • Am 16. Oktober 2003 stellte die Airline Insolvenzantrag und den Flugbetrieb sofort ein – für Spotter ist sie heute ein reines Archiv- und Kennzeichen-Thema.

Häufige Fragen

Welchen IATA- und ICAO-Code hatte Aero Lloyd?

Aero Lloyd flog mit dem IATA-Code YP und dem ICAO-Code AEF. Im Sprechfunk meldeten sich die Besatzungen mit „AERO LLOYD“. Da die Airline seit 2003 nicht mehr fliegt, findest du diese Codes heute nur noch in alten Flugplänen, Logbüchern und Bildbeschreibungen.

Wo hatte Aero Lloyd ihren Sitz?

Gegründet wurde Aero Lloyd in Frankfurt am Main, die Firmenzentrale lag zunächst am Flughafen. Im Februar 1990 zog der Sitz nach Oberursel im Taunus. Die Flugzeuge waren weiterhin am Flughafen Frankfurt stationiert.

Welche Flugzeuge flog Aero Lloyd?

Am Anfang standen drei Sud Aviation Caravelle, ab 1982 kamen Douglas DC-9-32 hinzu. Ab Mitte der 1980er prägten MD-80-Varianten das Bild, darunter MD-82, MD-83 und MD-87. Ab Ende der 1990er wechselte Aero Lloyd zur Airbus-A320-Familie; zum Schluss bestand die Flotte aus 22 Flugzeugen der Typen A320 und A321.

Warum ging Aero Lloyd insolvent?

Die Airline arbeitete schon um 2000 mit sehr dünnen Margen, der Ferienflugmarkt hatte zu viele Kapazitäten. Mehrheitseigner und größter Kreditgeber war die BayernLB. Als die Bank das Sanierungskonzept ablehnte, stellte Aero Lloyd am 16. Oktober 2003 Insolvenzantrag beim Amtsgericht Bad Homburg und stoppte den Flugbetrieb sofort.

Was hat Aero Lloyd mit Niki zu tun?

Im Frühjahr 2003 entstand die Tochter Aero Lloyd Austria, an der die deutsche Aero Lloyd knapp die Hälfte hielt. Nach der Pleite der Mutter stand sie ohne Flugzeuge da, weil alle Maschinen von dort geleast waren. Im November 2003 übernahm Niki Lauda die Mehrheit und machte daraus seine neue Airline Niki, deren erster Flug am 28. November 2003 mit zwei früheren Aero-Lloyd-Airbussen stattfand.

Hatte Aero Lloyd etwas mit Hapag-Lloyd zu tun?

Nein. Trotz des ähnlichen Namens waren Aero Lloyd und Hapag-Lloyd Flug zwei getrennte Unternehmen, die sogar in Konkurrenz zueinander standen. Achte bei alten Fotos deshalb genau auf den Schriftzug und auf die Codes – Hapag-Lloyd hatte eigene Kennungen.

Gab es eine Nachfolgegesellschaft?

Ja. Ein Teil der Belegschaft – rund 300 der zuletzt etwa 1.400 Beschäftigten – wechselte zu Aero Flight, einer deutlich kleineren Charterairline, die im Frühjahr 2004 den Betrieb aufnahm. Sie flog allerdings nur kurze Zeit.

Aero Lloyd im Blick behalten

Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Flugzeugtypen in der Flotte

Flugzeugtyp

Airbus A320 (ceo)

Der Jet, mit dem Airbus den Kurzstreckenmarkt umgekrempelt hat: Die A320 der ersten Generation ist seit 1988 im Dienst und noch immer an fast jedem Flughafen zu sehen. So erkennst du sie und ihre Varianten.

Flugzeugtyp

Airbus A321 (ceo)

Der lange Airbus aus Hamburg: Die A321ceo ist der gestreckte Ableger der A320 und seit 1994 bei Lufthansa im Einsatz. Vier Türpaare und schlanke Proportionen verraten sie – so erkennst du sie sicher.

Flugzeugtyp

Sud Aviation Caravelle

Zwei Triebwerke am Heck, dreieckige Kabinenfenster und eine Nase von der Comet: Die Caravelle war Frankreichs erster Jetliner und machte die Hecktriebwerks-Bauweise salonfähig. So erkennst du sie – und hier siehst du sie heute noch.

Flugzeugtyp

Douglas DC-9

Die DC-9 war das letzte Verkehrsflugzeug, das noch unter dem alten Namen Douglas entstand – und die Keimzelle einer Familie bis zur Boeing 717. Hier liest du, wie der Kurzstreckenjet entwickelt wurde, was die Serien 10 bis 50 unterscheidet und wie daraus die MD-80 wuchs.

Flugzeugtyp

McDonnell Douglas MD-82

Mehr als jede andere Version prägte die MD-82 das Bild der MD-80-Familie: Hunderte „Super 80“ bei American Airlines, 90 Maschinen bei Alitalia, Lizenzmontage in Shanghai. So erkennst du sie und so findest du heute noch eine.

Flugzeugtyp

McDonnell Douglas MD-83

Mehr Treibstoff, mehr Gewicht, mehr Reichweite: Die MD-83 war die Langstrecken-Version der MD-80 und flog Urlauber ohne Zwischenstopp ans Mittelmeer und auf die Kanaren. Heute hält sie sich als ACMI-Charterjet und als Frachter.

Flugzeugtyp

McDonnell Douglas MD-87

Kürzer, moderner im Cockpit und mit einer markanten Flossenspitze: Die MD-87 war die kompakte Version der MD-80-Familie. Hier erfährst du, wie du sie erkennst, warum Iberia und SAS sie prägten und weshalb sie heute vor allem als Löschflugzeug unterwegs ist.

Flugzeugtyp

McDonnell Douglas MD-11

Drei Triebwerke, Winglets und ein Triebwerk mitten im Seitenleitwerk: Die MD-11 war der letzte große Trijet und fliegt heute fast nur noch als Frachter. So erkennst du sie, so grenzt du sie von der DC-10 ab und so stehen deine Chancen nach dem Grounding 2025.

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