Northwest Airlines

Historische US-Airline aus Minneapolis: Northwest flog von 1926 bis 2010, verband die USA über Tokio mit Asien, bildete mit KLM das erste große Transatlantik-Joint-Venture und ging in Delta auf.

Auch bekannt als: Northwest · NWA · Northwest Orient · Northwest Orient Airlines · Northwest Airways · NW

USAUSANetzwerk-AirlinesIATA: NWICAO: NWA12 Min. Lesezeit

NW

IATA-Code von Northwest

1926–2010

Jahre unter eigenem Namen

747-400

Erstkunde des Typs (1989)

NORTHWEST

Rufzeichen im Funk

Das Wichtigste in Kürze

  • Northwest Airlines war eine historische US-Netzwerk-Airline aus Minneapolis, die von 1926 bis 2010 unter eigenem Namen flog.
  • Als „Northwest Orient“ war die Airline der Asien-Spezialist unter den US-Carriern – mit Drehkreuz in Tokio ab 1947.
  • Mit KLM bildete Northwest ab 1993 ein Transatlantik-Joint-Venture mit kartellrechtlicher Freistellung, Amsterdam wurde zum gemeinsamen Drehkreuz.
  • Northwest war 1989 Erstkunde der Boeing 747-400 und hielt zugleich bis zum Ende an sehr alten DC-9 fest.
  • 2008 übernahm Delta Air Lines die Airline, Ende Januar 2010 verschwand der Name Northwest endgültig aus den Flugplänen.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Northwest Airlines im Überblick
  2. 2.Codes und Rufzeichen
  3. 3.Von der Postflug-Airline zum Pazifik-Spezialisten
  4. 4.1986: Fusion mit Republic und das Drei-Drehkreuz-Netz
  5. 5.KLM, Amsterdam und das erste große Joint Venture
  6. 6.Erstkunde der Boeing 747-400
  7. 7.Die Flotte im Überblick
  8. 8.Woran du Northwest erkennst
  9. 9.Unglücke und bekannte Zwischenfälle
  10. 10.Krise, Insolvenz und Fusion mit Delta
  11. 11.Northwest heute: Spuren in der Delta-Flotte
  12. 12.Häufige Verwechslungen
  13. 13.Fazit

Steckbrief

IATA-CodeNW
ICAO-CodeNWA
RufzeichenNORTHWEST
DrehkreuzeMSP, DTW, MEM, NRT, AMS
AllianzSkyTeam
StatusHistorisch – 2008 von Delta übernommen, Markenname seit 31. Januar 2010 nicht mehr im Einsatz
GeschäftsmodellNetzwerk-Airline mit US-Inlandsnetz, Pazifik- und Atlantikverkehr sowie eigener Frachtsparte
Gründung1. September 1926 als Northwest Airways, Flugbetrieb ab 1. Oktober 1926 (Luftpost Minneapolis–Chicago)
SitzEagan, Minnesota, nahe dem Flughafen Minneapolis–Saint Paul
DrehkreuzeMinneapolis–Saint Paul, Detroit, Memphis, Tokio (bis 1978 Haneda, danach Narita), Amsterdam als gemeinsames Drehkreuz mit KLM
MarkenNorthwest Orient (1947–1986), Northwest Airlink für Regionalflüge, NWA Cargo für Fracht
Prägende TypenDouglas DC-4, Boeing 377, Lockheed L-188 Electra, Boeing 727, Boeing 747 (inklusive Erstkunde der 747-400), DC-9, DC-10, Boeing 757, Airbus A320-Familie und A330
AllianzPartnerschaft mit KLM ab 1989, SkyTeam-Mitglied ab September 2004
EndeFusion mit Delta am 29. Oktober 2008 vollzogen, gemeinsames Betriebszeugnis ab 31. Dezember 2009

Woran du die Airline erkennst

Ist das wirklich Northwest Airlines?

Hak ab, was auf das Flugzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Bis 1989: rotes Seitenleitwerk, bis 1986 mit dem Schriftzug „Northwest Orient“ am Rumpf
  • Ab 1989: von Landor entworfene Bemalung mit Spitznamen „Bowling Shoe“ und Titeln „Northwest“
  • Ab 2003: vereinfachte Bemalung mit neuem Logo und dem Kürzel „nwa“
  • US-Kennzeichen mit N-, viele Airbus-Maschinen mit Endung NW (z. B. die A320 N357NW), die ersten 747-400 mit Endung US (z. B. N661US)
  • Typisch für die späte Flotte: DC-9 im Inland neben A320, A330 und 747-400 auf der Langstrecke
  • In Amsterdam oft direkt neben KLM-Maschinen – die beiden Airlines flogen den Atlantik als Joint Venture

Ein rotes Leitwerk, darunter eine Boeing 747 auf dem Weg nach Tokio oder eine betagte DC-9 im Anflug auf Minneapolis – über acht Jahrzehnte gehörte Northwest Airlines zu den großen Namen der US-Luftfahrt. Die Airline aus Minnesota war der Asien-Spezialist unter den amerikanischen Carriern, bildete mit KLM die erste große Transatlantik-Partnerschaft mit Kartellfreistellung und ging 2008 in Delta auf. Auf dieser Seite erfährst du, woher Northwest kam, welche Flugzeuge die Flotte prägten, woran du die Bemalungen auseinanderhältst und wie du alte Fotos richtig zuordnest.

Historische Sichtungen sauber archivieren

Mit Planetrack postest du Fotos mit Flugzeugtyp, Kennzeichen, Airline und Flughafen – auch eingescannte Dias von Northwest-Jumbos in Amsterdam oder Frankfurt landen so geordnet in deinem Hangar. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

Planetrack im App Store laden Planetrack bei Google Play laden

Northwest Airlines im Überblick

Northwest Airlines war eine historische US-amerikanische Netzwerk-Airline mit Sitz in Eagan, Minnesota, gleich neben dem Flughafen Minneapolis–Saint Paul. Gegründet wurde sie am 1. September 1926 als Northwest Airways, den Flugbetrieb nahm sie am 1. Oktober 1926 auf – mit Luftpost zwischen Minneapolis und Chicago. Passagiere kamen 1927 dazu, 1928 mit Winnipeg in Kanada das erste Auslandsziel. Seit 1934 hieß die Gesellschaft Northwest Airlines.

Ihr Profil schärfte die Airline nach dem Zweiten Weltkrieg: Ab 1947 flog sie über Alaska nach Japan und trat bis 1986 als Northwest Orient auf. Über Jahrzehnte zählte sie zu den US-Carriern mit dem stärksten Asien-Netz. In den 1980er- und 1990er-Jahren kamen durch die Fusion mit Republic Airlines ein dichtes Inlandsnetz und durch die Partnerschaft mit KLM ein starkes Europa-Standbein hinzu.

Nach einer Insolvenz von 2005 bis 2007 fusionierte Northwest 2008 mit Delta Air Lines. Ende Januar 2010 verschwand der Name endgültig. Für dich als Spotter ist Northwest damit ein Thema für Archiv und Sammlung – und eines mit vielen Spuren, die du in Delta-Flotte und Museen bis heute findest.

NWIATA-Code von Northwest
NWAICAO-Code
N-Kennzeichen-Präfix der Flotte

Codes und Rufzeichen

  • IATA-Code NW: stand in allen Flugnummern, etwa bei Flug NW253 von Amsterdam nach Detroit.
  • ICAO-Code NWA: die Kennung im Flugplan. Ab 1989 nutzte die Airline das Kürzel auch als Markenzeichen, etwa bei NWA Cargo.
  • Rufzeichen NORTHWEST: So meldeten sich die Crews im Funk – schlicht und eindeutig. Mehr Hintergründe zu solchen Rufnamen liest du im Beitrag über Airline-Rufzeichen.
  • Kennzeichen N-: Alle Maschinen waren in den USA registriert. Viele Airbus-Flugzeuge trugen Kennzeichen mit Endung NW, die ersten 747-400 dagegen eine Endung mit US. Wie das US-System funktioniert, erklärt der Guide zu US-amerikanischen N-Nummern.

Ein Hinweis zur Zuordnung: Nach der Fusion flogen viele Northwest-Maschinen mit ihrem alten Kennzeichen weiter, nur in Delta-Farben. Ein Kennzeichen allein sagt also noch nicht, welche Airline auf dem Foto zu sehen ist – erst zusammen mit Bemalung und Datum wird die Aufnahme eindeutig.

Von der Postflug-Airline zum Pazifik-Spezialisten

Die Anfänge in Minnesota

Northwest begann wie viele US-Airlines der 1920er-Jahre mit einem Postvertrag. Die erste Strecke führte von Minneapolis–Saint Paul nach Chicago, Passagiere waren zunächst Nebensache. In den folgenden Jahren wuchs das Netz von Minnesota aus Richtung Westen, bis Northwest die Region im Norden der USA bis zur Pazifikküste verband.

Northwest Orient: über Alaska nach Asien

Im Zweiten Weltkrieg sammelte Northwest viel Erfahrung mit Flügen nach Alaska und über den Nordpazifik. Daraus entstand nach Kriegsende das Kerngeschäft: Am 15. Juli 1947 nahm Northwest mit einer Douglas DC-4 den ersten direkten Linienverkehr zwischen den USA und Japan auf. Tokio wurde zum Drehkreuz, zunächst am Flughafen Haneda, ab 1978 am neuen Flughafen Narita.

Die Verkehrsrechte erlaubten es Northwest – ähnlich wie Pan Am –, ab Tokio Fluggäste weiter zu anderen Zielen in Asien zu befördern. Damit war Tokio nicht nur Endpunkt, sondern Verteiler für ein ganzes Netz im Fernen Osten. Passend dazu nannte sich die Airline von 1947 bis 1986 Northwest Orient Airlines, auch wenn der eingetragene Firmenname immer Northwest Airlines blieb. Wer heute in Japan spottet, findet im Guide Planespotting in Tokio die passenden Standorte rund um Narita und Haneda.

Propeller, Electra und Fan-Jets

1949 kam mit der doppelstöckigen Boeing 377 Stratocruiser ein Langstrecken-Klassiker in die Flotte. Am 1. Juni 1959 übernahm Northwest das erste Turboprop-Flugzeug, die Lockheed L-188 Electra. 1961 folgten Boeing 720B, und für eine Weile warb die Airline mit dem Slogan „Northwest Orient: The Fan-Jet Airline“ – eine Anspielung auf die damals neuen Turbofan-Triebwerke.

In den 1960er- und 1970er-Jahren prägten die Boeing 727 im Inland und ab 1970 die Boeing 747-100 auf dem Pazifik das Bild. Später kamen die 747-200 und die DC-10 dazu. Die letzte DC-10 musterte Northwest erst am 8. Januar 2007 aus.

1986: Fusion mit Republic und das Drei-Drehkreuz-Netz

Bis Mitte der 1980er-Jahre war Northwest im US-Inland eher schwach aufgestellt. Das änderte sich am 1. Oktober 1986 mit der Fusion mit Republic Airlines, die ebenfalls in Minneapolis–Saint Paul saß. Republic war selbst ein Zusammenschluss älterer Regionalgesellschaften wie North Central, Southern Airways und Hughes Airwest und brachte drei Drehkreuze mit: Minneapolis–Saint Paul, Detroit und Memphis.

Mit der Fusion verschwand der Zusatz „Orient“, und Northwest übernahm eine große Flotte von Douglas DC-9 und MD-82. Der Start war holprig: In den ersten Monaten lag die Pünktlichkeit zeitweise nur bei rund 42 Prozent. Langfristig aber wurde Detroit neben Minneapolis zum wichtigsten Drehkreuz, und auch Memphis blieb bis 2010 ein Hub.

Nicht verwechseln solltest du das historische Republic Airlines (1979–1986) mit der heutigen Regionalairline Republic Airways – die beiden haben nur den Namen gemeinsam.

Die DC-9 als Markenzeichen

Northwest hielt ungewöhnlich lange an der DC-9 fest. Gegen Ende lag das Durchschnittsalter dieser Flotte bei rund 35 Jahren. Siehst du auf einem Foto aus den 2000er-Jahren eine DC-9 mit rotem Leitwerk, ist Northwest der erste Kandidat. Weitere Tipps zum Datieren alter Typen findest du im Guide Oldtimer am Himmel erkennen.

KLM, Amsterdam und das erste große Joint Venture

Vom Investment zur Partnerschaft

1989 übernahmen Investoren um Al Checchi und Gary Wilson Northwest in einem fremdfinanzierten Kauf. Mit an Bord war KLM, die im Juli 1989 rund 20 Prozent der Anteile erwarb. Daraus wuchs eine Partnerschaft, die die Branche veränderte.

Im Januar 1993 erteilte das US-Verkehrsministerium beiden Airlines eine kartellrechtliche Freistellung. Sie durften Flugpläne, Preise und Erlöse auf dem Atlantik gemeinsam steuern. Ab September 1993 betrieben Northwest und KLM ihre Flüge zwischen den USA und Europa als Joint Venture, mit dem Flughafen Amsterdam-Schiphol als gemeinsamem Drehkreuz. 1994 führten beide die World Business Class auf der Langstrecke ein.

Von Wings zu SkyTeam

Die Zusammenarbeit lief eine Zeit lang unter dem Namen „Wings“, wuchs aber nie über die beiden Partner hinaus. Im September 2004 traten Northwest und KLM gemeinsam mit Continental der Allianz SkyTeam bei. Nach der Fusion von Air France und KLM zur Gruppe Air France-KLM und der Übernahme von Northwest durch Delta ging das Modell im heutigen Transatlantik-Joint-Venture auf. Wie solche Kooperationen funktionieren, erklärt der Beitrag zu transatlantischen Joint Ventures.

Für Spotter in Amsterdam bedeutete das: Northwest-Maschinen standen jahrelang Seite an Seite mit KLM-Jets, und auf den Pisten von Schiphol rollten die roten Leitwerke täglich zum Start Richtung Detroit oder Minneapolis. Die besten Standorte am Flughafen findest du im Schiphol-Guide.

Klassiker auf deiner Wunschliste

Setz Typen wie die Boeing 747-400 oder die A330 auf deine Wunschliste und lass dich benachrichtigen, wenn eine passende Maschine in deiner Nähe landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.

Planetrack im App Store laden Planetrack bei Google Play laden

Erstkunde der Boeing 747-400

1989 war Northwest Erstkunde der Boeing 747-400 und eine von nur zwei US-Airlines, die diesen Typ im Passagierdienst einsetzten. Die neue Version mit verlängertem Oberdeck, Winglets und Zwei-Mann-Cockpit passte perfekt zu den langen Pazifikstrecken. Die erste Maschine mit dem Kennzeichen N661US steht heute im Delta Flight Museum in Atlanta. Woran du die einzelnen Jumbo-Versionen unterscheidest, zeigt der Guide Boeing 747-100 bis 747-8 erkennen.

Parallel betrieb Northwest mit NWA Cargo eine große Frachtsparte mit 747-Frachtern. 2006 galt sie als größte Frachtabteilung unter den US-Airlines, die Passagiere und Fracht kombinierten. Am 28. Dezember 2009 stellte NWA Cargo den Betrieb ein.

Die Flotte im Überblick

Die Tabelle zeigt die wichtigsten Typen und hilft dir beim Zuordnen von Fotos:

Typ Einsatz bei Northwest Spotter-Hinweis
Douglas DC-4 ab 1947, Pazifik Erster Linienflug USA–Japan
Boeing 377 Stratocruiser ab 1949 Doppelstöckiger Rumpf, Kolbenmotoren
Lockheed L-188 Electra ab 1959 Viermotoriger Turboprop
Boeing 720B ab 1961 Ära der „Fan-Jet Airline“
Boeing 727 Inland Drei Hecktriebwerke, T-Leitwerk
Boeing 747-100/-200 ab 1970, Pazifik Klassischer Jumbo
McDonnell Douglas DC-10 bis Januar 2007 Drittes Triebwerk im Seitenleitwerk
Douglas DC-9 und MD-82 ab 1986 (Republic) Zwei Hecktriebwerke, sehr alte Flotte
Boeing 757 Inland und Mittelstrecke Schlanker, langer Rumpf
Airbus A319 und A320 Inland A320 häufig mit Kennzeichen-Endung NW
Boeing 747-400 ab 1989 Erstkunde, Winglets
Airbus A330-200/-300 ab 2003 Erste A330-300 kam im August 2003

Zur Zeit der Fusion umfasste die Flotte rund 320 Flugzeuge. Die A320 und A319 ersetzten nach und nach ältere Muster im Inland, die A330-300 und A330-200 übernahmen Strecken nach Asien und Europa. Dazu kam die Boeing 757-200 auf längeren Inlandsstrecken.

Woran du Northwest erkennst

Die Bemalung ist dein bester Datierungshelfer. Northwest trug in seiner Geschichte drei große Designs:

  1. Northwest Orient (bis 1989): rotes Seitenleitwerk und der Schriftzug „Northwest Orient“. Den Zusatz „Orient“ gab die Airline 1986 auf, eine komplett neue Bemalung folgte erst 1989.
  2. „Bowling Shoe“ (ab 1989): Die von der Agentur Landor Associates entworfene Bemalung bekam wegen ihrer Farbaufteilung den Spitznamen „Bowling Shoe“ – heute ein fester Begriff unter Fans.
  3. „nwa“ (ab 2003): eine vereinfachte Bemalung mit neuem Logo und dem Kürzel „nwa“.

Mehr zu ikonischen Designs liest du im Beitrag über legendäre Airline-Lackierungen.

Leitwerk prüfen

Ein rotes Seitenleitwerk ist ein erster Hinweis auf Northwest.

Schriftzug lesen

„Northwest Orient“, „Northwest“ oder „nwa“? Das grenzt den Zeitraum ein.

Typ bestimmen

DC-9, 747-400 oder A330 – der Typ bestätigt die Epoche.

Kennzeichen notieren

Mit dem N-Kennzeichen ordnest du die Maschine eindeutig zu.

Unglücke und bekannte Zwischenfälle

Am 16. August 1987 stürzte Flug 255, eine MD-82, kurz nach dem Start in Detroit ab. Die Crew hatte die Checkliste beim Rollen nicht abgearbeitet, Klappen und Vorflügel waren nicht ausgefahren, und das Startwarnsystem schlug nicht an, weil es keinen Strom hatte. 154 Menschen an Bord und zwei Menschen am Boden starben, nur ein vierjähriges Mädchen überlebte.

Bekannt ist Northwest auch durch die Entführung von Flug 305 im November 1971: Ein Mann, der als „D. B. Cooper“ in die Geschichte einging, erpresste Lösegeld und sprang über Washington mit dem Fallschirm aus einer Boeing 727 ab. Sein Schicksal ist bis heute ungeklärt. An Weihnachten 2009 versuchte ein Attentäter, an Bord von Flug 253 von Amsterdam nach Detroit Sprengstoff zu zünden. Der Sprengsatz zündete nicht richtig, der Täter wurde an Bord überwältigt.

Respektvoll mit Unglücksfotos umgehen

Bilder der Maschinen, die an diesen Ereignissen beteiligt waren, tauchen in Sammlungen immer wieder auf. Beschrifte sie sachlich und mit Bedacht – bei Flug 255 stehen hinter dem Kennzeichen 156 Todesopfer.

Krise, Insolvenz und Fusion mit Delta

Die 2000er-Jahre waren für Northwest schwierig. 1998 hatte schon ein Tarifkonflikt mit den Piloten die Airline für mehr als zwei Wochen lahmgelegt. Nach hohen Ölpreisen und der Branchenkrise meldete Northwest am 14. September 2005 Insolvenz nach Chapter 11 an. Fast zeitgleich streikten mehr als 4.750 Mechaniker und Reinigungskräfte. Am 31. Mai 2007 verließ die Airline das Insolvenzverfahren.

Am 14. April 2008 kündigten Delta und Northwest ihre Fusion an, am 29. Oktober 2008 wurde sie vollzogen. Danach flog Northwest noch über ein Jahr als Delta-Tochter. Am 1. Oktober 2009 ging das Vielfliegerprogramm WorldPerks in SkyMiles auf, am 31. Dezember 2009 wurden Flotte und Betriebszeugnis in Delta integriert. Als letzter offizieller Northwest-Flug gilt Flug 2470 von Los Angeles nach Las Vegas. Mit der Zusammenführung von Buchungssystem und Website endete am 31. Januar 2010 die Marke Northwest.

Auch die Regionalpartner von Northwest Airlink lebten teils weiter: Pinnacle Airlines wurde später zu Endeavor Air, die heute für Delta fliegt. Northwest teilt damit das Schicksal anderer großer US-Airlines, die in Fusionen aufgingen – etwa Western Airlines, die schon 1987 zu Delta kam, TWA oder Continental.

Was von Northwest blieb

  • Die Drehkreuze Minneapolis und Detroit im Delta-Netz
  • Das Atlantik-Joint-Venture mit KLM als Grundlage heutiger Kooperationen
  • Viele ehemalige Northwest-Jets, die in Delta-Farben weiterflogen
  • Die 747-400 N661US im Delta Flight Museum

Was mit Northwest verschwand

  • Der Flugbetrieb unter IATA-Code NW
  • Die roten Leitwerke und das nwa-Logo
  • Das Vielfliegerprogramm WorldPerks
  • Die eigene Frachtsparte NWA Cargo

Northwest heute: Spuren in der Delta-Flotte

Nach der Integration bekamen die Northwest-Maschinen nach und nach Delta-Farben. Eine Zeit lang waren Mischbemalungen zu sehen, bei denen Titel und Leitwerk nicht ganz zusammenpassten – wie du solche Übergangsdesigns erkennst, erklärt der Beitrag zu Hybrid- und Mischlackierungen. Die 747-400 flogen noch einige Jahre für Delta, die DC-9 sogar bis in die 2010er-Jahre.

Wenn du eine ältere A330 von Delta fotografierst, lohnt sich ein Blick aufs Kennzeichen: Eine Endung mit NW verrät oft eine Northwest-Herkunft. So wird aus einer normalen Delta-Sichtung ein Stück Luftfahrtgeschichte.

Für Sammler bleibt Northwest ein dankbares Thema: Flugpläne, Sicherheitskarten und Modelle mit Orient- oder Bowling-Shoe-Bemalung sind gesucht. Wenn du alte Dias digitalisierst, halte Kennzeichen, Typ, Ort und – soweit bekannt – das Datum fest. Wie du eine sinnvolle Ablage aufbaust, zeigt der Beitrag zum Archivieren von Flugzeugfotos. So wird aus einem Karton voller Fotos ein durchsuchbares Archiv.

Häufige Verwechslungen

  • Republic Airlines mit Republic Airways verwechseln – die historische Republic ging 1986 in Northwest auf, die heutige Regionalairline ist ein anderes Unternehmen.
  • „Northwest Orient“ für eine eigene Airline halten – es war nur der Markenname von Northwest Airlines von 1947 bis 1986.
  • Jede DC-9 mit rotem Leitwerk für Northwest halten – auch andere Airlines nutzten Rot, prüfe Schriftzug und Kennzeichen.
  • Northwest-Kennzeichen mit Delta-Farben übersehen – nach 2009 flogen viele Northwest-Jets unter Delta weiter.
  • KLM-Partnerschaft für eine Fusion halten – KLM war Anteilseignerin und Joint-Venture-Partnerin, nie Eigentümerin von Northwest.

Alte Schätze, neue Sammlung

Poste deine historischen Aufnahmen mit Typ, Kennzeichen, Airline und Flughafen, tausch dich in der Community darüber aus und finde andere Fans der klassischen US-Luftfahrt. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

Planetrack im App Store laden Planetrack bei Google Play laden

Fazit

Northwest Airlines war über 80 Jahre eine feste Größe der US-Luftfahrt. Aus der Postflug-Airline in Minnesota wurde der Asien-Spezialist „Northwest Orient“, später ein Netzwerk mit drei Inlandsdrehkreuzen und einem starken Standbein in Amsterdam. Mit KLM schrieb Northwest Branchengeschichte, mit der 747-400 setzte sie technische Akzente, und mit der DC-9 zeigte sie, wie lange sich ein Klassiker im Liniendienst halten kann. 2008 kam die Fusion mit Delta, Anfang 2010 verschwand der Name. Für dich als Spotter lebt Northwest in Fotos, Kennzeichen und Sammlerstücken weiter.

Kurzfazit

Northwest Airlines (IATA NW, ICAO NWA, Rufzeichen NORTHWEST) war eine historische US-Netzwerk-Airline von 1926 bis 2010. Bekannt als Northwest Orient, Partnerin von KLM, Erstkunde der Boeing 747-400 und seit 2008 Teil von Delta Air Lines.

Zusammenfassung

  • Northwest Airlines begann 1926 als Luftpost-Airline zwischen Minneapolis und Chicago und wuchs zu einer der großen US-Netzwerk-Airlines.
  • Die Pazifikroute über Alaska nach Tokio machte Northwest ab 1947 zur wichtigsten US-Airline für Asien, die Marke „Northwest Orient“ hielt sich bis 1986.
  • Die Partnerschaft mit KLM war das Vorbild für spätere Transatlantik-Joint-Ventures und führte direkt in die Allianz SkyTeam.
  • Für Spotter ist Northwest heute ein Archivthema: Fotos mit Orient-, Bowling-Shoe- oder nwa-Bemalung lassen sich über Bemalung, Typ und Kennzeichen sauber datieren.

Häufige Fragen

Wann gab es Northwest Airlines?

Northwest wurde am 1. September 1926 als Northwest Airways gegründet und nahm am 1. Oktober 1926 den Flugbetrieb auf. 1934 kam der Name Northwest Airlines. Am 29. Oktober 2008 wurde die Fusion mit Delta vollzogen, am 31. Dezember 2009 gingen Flotte und Betriebszeugnis in Delta auf. Seit dem 31. Januar 2010 wird der Name Northwest nicht mehr verwendet.

Welche Codes hatte Northwest?

Northwest flog mit dem IATA-Code NW, dem ICAO-Code NWA und dem Rufzeichen „NORTHWEST“. Das Kürzel NWA nutzte die Airline ab 1989 auch als Marke, etwa bei NWA Cargo. Flugnummern mit NW aus der Zeit vor 2010 gehören zur historischen Northwest.

Warum hieß Northwest „Northwest Orient“?

Ab 1947 flog Northwest über Alaska nach Tokio und baute von dort ein Netz in Asien auf. Um diese Stärke zu betonen, trat die Airline von 1947 bis 1986 als Northwest Orient Airlines auf, obwohl der eingetragene Firmenname Northwest Airlines blieb. Nach der Fusion mit Republic Airlines 1986 fiel der Zusatz weg.

Was verband Northwest mit KLM?

KLM stieg 1989 bei Northwest ein. Im Januar 1993 erhielten beide Airlines vom US-Verkehrsministerium eine kartellrechtliche Freistellung und betrieben ihre Flüge zwischen den USA und Europa danach als Joint Venture mit Amsterdam als gemeinsamem Drehkreuz. Im September 2004 traten beide der Allianz SkyTeam bei.

Wann fusionierten Northwest und Delta?

Die Fusion wurde am 14. April 2008 angekündigt und am 29. Oktober 2008 vollzogen. Northwest flog danach noch als Delta-Tochter weiter, bis am 31. Dezember 2009 die Betriebszeugnisse zusammengelegt wurden. Mit der Zusammenführung von Buchungssystem und Website endete am 31. Januar 2010 die Marke Northwest.

Welche Unglücke sind mit Northwest verbunden?

Das schwerste war Flug 255 am 16. August 1987: Eine MD-82 stürzte kurz nach dem Start in Detroit ab, weil Klappen und Vorflügel nicht ausgefahren waren. 154 Menschen an Bord und 2 am Boden starben, ein vierjähriges Mädchen überlebte. Bekannt sind auch die Entführung von Flug 305 im Jahr 1971 durch „D. B. Cooper“ und der gescheiterte Anschlag auf Flug 253 von Amsterdam nach Detroit an Weihnachten 2009.

Kann ich heute noch Northwest-Flugzeuge sehen?

Im Linienverkehr nicht mehr. Viele Flugzeuge flogen nach der Fusion noch lange in Delta-Farben weiter, darunter 747-400, DC-9 und A330. Die erste Northwest-747-400 mit dem Kennzeichen N661US steht im Delta Flight Museum in Atlanta.

Northwest Airlines im Blick behalten

Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

Früher Zugang, Vorteile zum Start und Mitsprache bei neuen Features.

Flugzeugtypen in der Flotte

Flugzeugtyp

Boeing 747-400

Der meistgebaute Jumbo: Woran du die Boeing 747-400 und ihre Frachter erkennst, wie du sie von 747-8 und älteren 747 abgrenzt und wo du sie Stand Oktober 2026 noch erwischst.

Flugzeugtyp

Boeing 747-200

Mehr Schub, mehr Startgewicht, mehr Reichweite: Die Boeing 747-200 machte den Jumbo ab 1971 zum Langstrecken-Arbeitstier – als Passagierjet, Combi und Frachter. So erkennst du sie und hier begegnet sie dir heute noch.

Flugzeugtyp

Boeing 747-100

Mit ihr begann das Zeitalter der Großraumjets: Die Boeing 747-100 flog 1969 zum ersten Mal und ging 1970 bei Pan Am in Dienst. So erkennst du den Ur-Jumbo und hier findest du die erhaltenen Exemplare.

Flugzeugtyp

Airbus A330-300

Langer Rumpf, zwei Triebwerke, aufgesetzte Winglets: Die A330-300 ist seit über 30 Jahren ein Arbeitstier der Langstrecke. So erkennst du sie und grenzt sie von ihren Geschwistern ab.

Flugzeugtyp

Airbus A330-200

Kürzer als die A330-300, mit auffällig hohem Seitenleitwerk und großer Reichweite: Die A330-200 ist ein Langstrecken-Klassiker, der langsam aus Europas Flotten verschwindet. So erkennst du sie sicher.

Flugzeugtyp

Airbus A320 (ceo)

Der Jet, mit dem Airbus den Kurzstreckenmarkt umgekrempelt hat: Die A320 der ersten Generation ist seit 1988 im Dienst und noch immer an fast jedem Flughafen zu sehen. So erkennst du sie und ihre Varianten.

Flugzeugtyp

Airbus A319

Kurz, kompakt und seit 1996 im Liniendienst: Die A319 ist das gestutzte Mitglied der A320-Familie. So trennst du sie sicher von A318, A320 und A319neo.

Flugzeugtyp

Douglas DC-9

Die DC-9 war das letzte Verkehrsflugzeug, das noch unter dem alten Namen Douglas entstand – und die Keimzelle einer Familie bis zur Boeing 717. Hier liest du, wie der Kurzstreckenjet entwickelt wurde, was die Serien 10 bis 50 unterscheidet und wie daraus die MD-80 wuchs.

Flugzeugtyp

McDonnell Douglas DC-10

Zwei Triebwerke unter den Flügeln, das dritte mitten im Seitenleitwerk: Die DC-10 war einer der ersten Großraumjets und flog auch für Lufthansa und Condor. Heute ist sie eine Rarität – so erkennst du sie.

Flugzeugtyp

McDonnell Douglas MD-82

Mehr als jede andere Version prägte die MD-82 das Bild der MD-80-Familie: Hunderte „Super 80“ bei American Airlines, 90 Maschinen bei Alitalia, Lizenzmontage in Shanghai. So erkennst du sie und so findest du heute noch eine.

Flugzeugtyp

Boeing 757-200

Lang, schlank, hochbeinig und mit Triebwerken, die fast zu groß wirken: Die 757-200 ist ein Schmalrumpf mit Langstrecken-Genen. Produziert wird sie seit 2004 nicht mehr, Spotter freuen sich deshalb über jede Begegnung.

Flugzeugtyp

Boeing 727-200

Drei Triebwerke am Heck, ein T-Leitwerk und eine Treppe im Rumpfende: Die 727-200 war einer der meistgebauten Jets ihrer Zeit. Heute ist sie eine echte Rarität – so erkennst du sie und so stehen deine Chancen.

Flugzeugtyp

Lockheed L-188 Electra

Vier Allison-Turboprops, ein auffällig kurzer Flügel und eine bewegte Geschichte: Die Lockheed L-188 Electra war Amerikas erster großer Turboprop-Airliner, wurde schnell von Jets verdrängt und machte danach Karriere als Frachter und Löschflugzeug. So erkennst du sie und so findest du die letzten Exemplare.

Flugzeugtyp

Boeing 377 Stratocruiser

Zwei Decks, eine Bar im Bauch und vier riesige Sternmotoren: Die Boeing 377 Stratocruiser war der Luxusliner der Nachkriegszeit. Nur 56 wurden gebaut – und aus ihren Resten entstanden die Guppy-Frachter.

Weitere Airlines

Flughäfen & Hersteller dazu

Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.

Alle Flughäfen & Hersteller →

Passende Guides aus dem Blog

PT

Planetrack Redaktion

Die Airline-Datenbank entsteht aus eigener Beobachtung, Community-Sichtungen und öffentlich zugänglichen Quellen. Flotten, Strecken und Eigentümer ändern sich laufend – gesicherte Angaben stehen im Steckbrief, alles Veränderliche ist als solches gekennzeichnet.

← Alle Airlines aus den USA