Das Wichtigste in Kürze
- Air Wisconsin ist eine der ältesten US-Regionalairlines: Der erste Flug ging am 23. August 1965 von Appleton nach Chicago.
- Codes: IATA ZW, ICAO AWI, Rufzeichen „WISCONSIN“.
- Zubringer für drei Große: Die Airline flog als United Express, US Airways Express und American Eagle – teils zweimal für denselben Partner.
- CRJ200 bis zum Schluss: Zuletzt bestand die Flotte aus rund 60 Bombardier CRJ200 mit je 50 Sitzen.
- Wende 2025: Am 3. April 2025 endete der Vertrag mit American; seitdem fliegt Air Wisconsin Charter- und Auftragsflüge.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Air Wisconsin im Überblick
- 2.Codes und Rufzeichen
- 3.Geschichte: von der Dove zum Express-Partner
- 4.Der Bruch 2025 und die Lage im Herbst 2026
- 5.Die Flotte: CRJ200 und eine lange Liste historischer Typen
- 6.Woran du Air Wisconsin erkennst
- 7.Air Wisconsin im Vergleich zu anderen CRJ200-Betreibern
- 8.Spotten: O’Hare als Bühne der Vergangenheit
- 9.Zwischenfälle in der Geschichte
- 10.Häufige Verwechslungen
- 11.Fazit
Steckbrief
| IATA-Code | ZW |
|---|---|
| ICAO-Code | AWI |
| Rufzeichen | WISCONSIN |
| Geschäftsmodell | Bis April 2025 Regionalairline im Auftrag großer US-Airlines, seitdem Charter- und Auftragsflüge |
| Sitz | Appleton International Airport in Greenville bei Appleton, Wisconsin |
| Erster Flug | 23. August 1965, Appleton–Chicago O’Hare mit de Havilland Dove |
| Partner im Lauf der Zeit | United Express (1985–2006 und 2018–2023), AirTran JetConnect (2003–2004), US Airways Express und American Eagle (2005–2018 und 2023–2025) |
| Letzter Flugzeugtyp im Linieneinsatz | Bombardier CRJ200 mit 50 Sitzen |
| Flotte (laut Air Wisconsin, Januar 2025) | 60 CRJ200; laut Regionalverband RAA waren im Juli 2024 von 63 Maschinen 25 abgestellt |
| Eigentümer | Bis Januar 2026 Harbor Diversified, seitdem CSI Aviation |
| Wartungsstandorte (CRJ) | Appleton, Milwaukee und Dayton |
| Allianz | keine eigene Mitgliedschaft; als Express-Partner war sie Teil der Netze von United bzw. American |
| Status (Oktober 2026) | aktiv als Charterairline, keine Linienflüge mehr im Auftrag von United oder American |
Woran du die Airline erkennst
Ist das wirklich Air Wisconsin?
- Fast immer ein Bombardier CRJ200: schlanker Regionaljet mit T-Leitwerk und zwei Triebwerken am Heck
- In der Express-Zeit in der Bemalung des Auftraggebers: „United Express“, „US Airways Express“ oder „American Eagle“
- Auf dem Tracker steht AWI, das Rufzeichen im Funk lautet „WISCONSIN“
- Typcode auf Trackern CRJ2
- US-Kennzeichen mit N am Heck, zum Beispiel N454AW; die Bemalung allein verrät den Betreiber nicht
- Historische Fotos: BAe 146, BAe ATP und Dash 7 in United-Express-Farben – Typen, die Air Wisconsin in den USA prägte
Air Wisconsin ist eine Airline, die du jahrzehntelang gesehen hast, ohne ihren Namen am Rumpf zu lesen. Mal stand „United Express“ auf dem Flugzeug, mal „US Airways Express“, zuletzt „American Eagle“ – und doch saß immer dieselbe Firma aus Appleton im Cockpit. Diese Seite zeigt dir die lange Geschichte der Regionalairline, ihre ungewöhnliche Typenvielfalt von der Dove bis zur BAe 146-300 und den Bruch im Jahr 2025, seit dem Air Wisconsin keine Linienflüge mehr für die großen US-Airlines fliegt.
Jeder CRJ200 einzeln im Hangar
Mit Planetrack hältst du Sichtungen mit Kennzeichen, Typ, Airline und Spot fest – und siehst auf einen Blick, welche Express-Jets dir noch fehlen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Air Wisconsin im Überblick
Air Wisconsin ist eine US-amerikanische Regionalairline mit Sitz am Flughafen von Appleton, genauer in der Gemeinde Greenville im Nordosten von Wisconsin. Den größten Teil ihrer Geschichte flog sie nicht unter eigenem Namen, sondern im Auftrag großer Netzwerk-Airlines. In den USA heißt dieses Modell Capacity Purchase: Die große Airline plant die Strecken, verkauft die Tickets und gibt die Bemalung vor, die Regionalairline stellt Crews, Wartung und den Flugbetrieb.
Nach diesem Prinzip arbeitete Air Wisconsin nacheinander für United Airlines, US Airways und American Airlines – United und American sogar jeweils zweimal. Zuletzt flog sie als American Eagle ab Chicago O’Hare. Im April 2025 endete dieser Vertrag; seitdem ist Air Wisconsin eine Charterairline.
Codes und Rufzeichen
- IATA-Code ZW: der eigene Zweibuchstaben-Code der Airline. Im Express-Betrieb siehst du ihn selten, weil die Tickets unter UA- oder AA-Flugnummern verkauft wurden.
- ICAO-Code AWI: steht im Flugplan der Flugsicherung und auf Flugtrackern – auch dann, wenn am Rumpf „United Express“ oder „American Eagle“ steht.
- Rufzeichen WISCONSIN: so meldet sich die Besatzung im Funk.
Gerade bei Regionalairlines ist dieser Unterschied für Spotter entscheidend. Die Flugnummer verrät dir den Vermarkter, der ICAO-Code den Betreiber. Wie das System dahinter funktioniert, erklärt der Artikel zu Codeshare-Flügen.
Tracker richtig lesen
Suchst du auf dem Tracker nach „Air Wisconsin“, findest du sie nur über AWI. Wie du ADS-B-Daten sinnvoll nutzt und Betreiber von Vermarktern trennst, zeigt der Guide zur Flugverfolgung für Spotter.
Geschichte: von der Dove zum Express-Partner
Die Anfänge in Appleton
Die Idee kam aus der Region: 1963 sammelten Investoren aus den Fox Cities rund um Appleton 110.000 US-Dollar, um eine eigene Fluglinie zu gründen. Am 23. August 1965 ging der Betrieb los – einen Tag nach der Eröffnung des damaligen Outagamie County Regional Airport, des heutigen Appleton International Airport. Mit 17 Mitarbeitenden und zwei de Havilland Dove pendelte Air Wisconsin zwischen Appleton und Chicago O’Hare, werktags viermal hin und zurück.
Mitte der 1970er-Jahre flog die Airline mit DHC-6 Twin Otter und Fairchild Metro und betrieb bereits ein kleines Drehkreuz in O’Hare. Die Ziele lagen in Wisconsin, Michigan und Indiana, dazu kamen Flüge nach Minneapolis/St. Paul.
Jets und Wachstum in den 1980ern
Bis Mitte der 1980er-Jahre wurde aus dem Commuter eine große unabhängige Regionalairline. Air Wisconsin flog nun Jets: die BAe 146-200 und die BAC One-Eleven, dazu den viermotorigen Turboprop Dash 7. Das Netz reichte von Nebraska bis Connecticut.
1985 folgten zwei Weichenstellungen: Am 1. Mai wurde Air Wisconsin zum United-Express-Partner, am 17. Mai fusionierte sie mit Mississippi Valley Airlines. Ende der 1980er-Jahre flog sie als United Express ab Chicago O’Hare und Washington-Dulles – mit BAe 146, Fokker F27 und Shorts 360.
Die 1990er: United, CJT und exotische Typen
1990 kaufte Air Wisconsin die Aspen Airways aus Denver, ein Jahr später übernahm United die Airline selbst. 1993 verkaufte United den Betrieb samt BAe-146-Flotte an CJT Holdings. Weil United die Rechte an Name und Logo behielt, firmierte das Unternehmen fortan als Air Wisconsin Airlines Corporation, kurz AWAC.
Für Typensammler ist diese Phase ein Höhepunkt. Air Wisconsin war der einzige US-Betreiber der BAe 146-300, der längsten Version des Vierstrahlers, und des Turboprops BAe ATP. Auf der früheren Strecke von Aspen Airways pendelten BAe 146 als United Express zwischen Denver und dem Skiort Aspen. 1998 übernahm AWAC zudem die Vermögenswerte von Mountain Air Express samt Dornier-328-Turboprops.
CRJ200 und der Wechsel zu US Airways
2003 kam der Typ, der Air Wisconsin für die nächsten zwei Jahrzehnte prägen sollte: Die Airline übernahm zehn CRJ aus dem Bestand der insolventen Midway Airlines und flog kurz als AirTran JetConnect für AirTran Airways. Die Partnerschaft endete im Juli 2004.
Der Vertrag mit United lief 2005 aus, der letzte Flug unter United-Flagge ging am 16. April 2006 – noch mit einer BAe 146. Parallel investierte Air Wisconsin in die Sanierung von US Airways und erhielt im Gegenzug einen langfristigen Vertrag als US Airways Express. Die genaue Summe wird in den Quellen unterschiedlich angegeben. Fortan flogen die CRJ200 mit Crew-Basen unter anderem in Philadelphia, New York LaGuardia und Washington Reagan National.
Hin und her zwischen United und American
Mit der Fusion von US Airways und American wurde Air Wisconsin 2015 zum American-Eagle-Partner. Im März 2018 wechselte die Airline zurück zu United und flog erneut ab O’Hare und Dulles. 2022 unterschrieb sie einen neuen Vertrag mit American über bis zu 60 CRJ200 als American Eagle ab Chicago O’Hare; der Wechsel vollzog sich im Frühjahr 2023. Crew-Basen lagen in dieser Zeit in Chicago, Dayton und Milwaukee.
1965–1985
Eigenständiger Commuter ab Appleton, später große Regionalairline mit BAe 146 und One-Eleven.
1985–2006
United Express ab O’Hare und Dulles, mit BAe 146, ATP und vielen Turboprops.
2005–2018
CRJ200 als US Airways Express, ab 2015 als American Eagle.
2018–2025
Erst wieder United Express, ab 2023 erneut American Eagle – bis zum Vertragsende am 3. April 2025.
Der Bruch 2025 und die Lage im Herbst 2026
Am 10. Januar 2025 kündigte Air Wisconsin an, den Vertrag mit American nicht zu verlängern. Statt Zubringerflügen wollte die Airline sich auf Charterflüge und auf Strecken im Essential Air Service konzentrieren, dem US-Förderprogramm für Flugverbindungen in ländliche Gemeinden. Als Begründung nannte das Unternehmen unter anderem die steigende Nachfrage nach CRJ200-Chartern, etwa von College-Sportteams, und dass die Flugzeuge schuldenfrei seien.
Der Vertrag endete am 3. April 2025. Ende Januar und Anfang Februar 2025 kündigte die Airline Entlassungen an: mehr als 500 Stellen in Wisconsin, vor allem in Milwaukee und Appleton, dazu über 200 Stellen in Dayton und Chicago. Im September 2025 folgte eine weitere Ankündigung für die verbleibenden rund 250 Beschäftigten, weil ein Verkauf an Premier Shuttle anstand. Dieser Verkauf kam laut Lokalmedien jedoch nicht zustande.
Im Januar 2026 übernahm CSI Aviation den Flugbetrieb, ein Charterunternehmen, das unter anderem Aufträge von US-Bundesbehörden fliegt. Laut Lokalmedien gingen dabei 13 CRJ200 und das Betriebszeugnis an den neuen Eigentümer, Milwaukee blieb die wichtigste Basis. Seitdem fliegt Air Wisconsin vor allem Regierungsaufträge; Medien ordnen viele dieser Flüge den Abschiebe- und Verlegungsflügen der Einwanderungsbehörde ICE zu. Für dich als Spotter heißt das: Die CRJ200 fliegen weiter, aber nicht mehr nach einem öffentlichen Flugplan.
Stand der Angaben
Wie viele CRJ200 Air Wisconsin im Oktober 2026 aktiv betreibt und welche Flughäfen regelmäßig angeflogen werden, ist öffentlich nicht verlässlich dokumentiert. Die Flottenzahlen auf dieser Seite beziehen sich auf den Stand von 2024 und Anfang 2025 sowie auf die 13 Jets, die laut Medienberichten Anfang 2026 an CSI Aviation gingen.
Die Flotte: CRJ200 und eine lange Liste historischer Typen
| Typ | Zeitraum | Rolle | Spotter-Hinweis |
|---|---|---|---|
| Bombardier CRJ200 | ab 2003 | einziger Typ seit Mitte der 2000er | 50 Sitze, Typcode CRJ2 |
| BAe 146-100/-200/-300 | 1980er bis 2006 | Jet-Rückgrat der United-Express-Zeit | einziger US-Betreiber der -300 |
| BAC One-Eleven | 1980er | frühe Jets | heute nur noch auf historischen Fotos |
| BAe ATP | 1990er | Turboprop für United Express | einziger US-Betreiber |
| Dash 7, Dash 8, Fokker F27, Shorts 330/360 | 1980er/1990er | Turboprops für kleinere Strecken | typische Express-Motive ihrer Zeit |
| Dornier 328 | ab 1998 | Übernahme von Mountain Air Express | Turboprop-Version, nicht der 328JET |
| DHC-6, Fairchild Metro, de Havilland Dove | 1965 bis 1970er | Commuter-Anfänge | Museums- und Archivmaterial |
Der CRJ200 von Bombardier ist ein klassischer 50-Sitzer. Laut Air Wisconsin ist er knapp 26,8 Meter lang, hat eine Spannweite von gut 21 Metern und wird von zwei General-Electric-CF34-3B1 angetrieben. An Bord sind zwei Piloten und eine Person in der Kabine. Laut eigener Mitteilung hatte Air Wisconsin im Januar 2025 sechzig CRJ200; im Jahresbericht des Regionalverbands RAA vom Sommer 2024 waren von 63 Maschinen 25 abgestellt.
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Setz einzelne Kennzeichen oder die Airline auf deine Liste und lass dich bei Anflug oder Landung an deinem Flughafen benachrichtigen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.
Woran du Air Wisconsin erkennst
Weil Air Wisconsin fast immer in fremden Farben flog, erkennst du sie selten an der Bemalung. Die sichersten Merkmale sind:
Das spricht für Air Wisconsin
- ICAO-Code AWI auf dem Tracker
- CRJ200 mit N-Kennzeichen, dessen Registrierung im Register auf Air Wisconsin läuft
- Rufzeichen „WISCONSIN“ im Funk
- Bis 2025: Express-Flug ab Chicago O’Hare mit 50-Sitzer
Das spricht für eine andere Express-Airline
- ICAO-Code wie JIA (PSA), SKW (SkyWest) oder ASH (Mesa)
- Größerer CRJ700 oder CRJ900 mit mehr Fenstern
- Embraer-Jet mit Triebwerken unter den Flügeln
- Kennzeichen-Endungen anderer Betreiber
Beim CRJ200 lohnt sich der Blick auf die Länge: Er ist deutlich kürzer als der CRJ700 und der CRJ900, hat keine Vorflügel an der Flügelvorderkante und wirkt wie ein gestreckter Businessjet. Wie du die Regionaljets auseinanderhältst, erklärt Regionaljets erkennen. Und warum US-Kennzeichen oft die Kürzel des Betreibers enthalten, steht im Artikel zu US-amerikanischen N-Nummern.
Ein Detail für Fans: Auf ihrer Website zeigt Air Wisconsin ein Foto des CRJ200 N454AW mit Retro-Heck vor dem Hangar in Milwaukee. Hältst du so eine Maschine vor die Linse, lohnt sich ein Foto mit lesbarem Kennzeichen.
Air Wisconsin im Vergleich zu anderen CRJ200-Betreibern
In den USA flogen über Jahre mehrere Regionalairlines den CRJ200 für die großen Netzwerke. Air Wisconsin setzte seit Mitte der 2000er-Jahre ausschließlich diesen Typ ein. Zum Vergleich:
- PSA Airlines flog ebenfalls CRJ für American Eagle und teilte sich mit Air Wisconsin zeitweise den Standort Dayton.
- SkyWest als größte US-Regionalairline betreibt CRJ und Embraer für mehrere Partner.
- Mesa Airlines flog als United Express ebenfalls Bombardier-Jets.
- Comair war einst CRJ-Pionierin bei Delta Connection und ist heute Geschichte.
- CommuteAir zeigt, wie eng Regionalairlines an einen einzigen Partner gebunden sind – bei ihr mit der ERJ145.
Gute Chancen auf Air Wisconsin, wenn …
- du auf dem Tracker gezielt nach AWI filterst
- an deinem Flughafen Charterflüge für Sportteams oder Behörden abgewickelt werden
Prüf es vorher, wenn …
- du nach Spotterberichten aus der American-Eagle-Zeit planst
- du abgestellte Maschinen an früheren Basen suchst
Eher kein Air-Wisconsin-Tag, wenn …
- du nach einem festen Linienflugplan suchst – den gibt es seit April 2025 nicht mehr
Spotten: O’Hare als Bühne der Vergangenheit
Über Jahrzehnte war Chicago O’Hare der Ort, an dem du Air Wisconsin am sichersten gesehen hast – vom ersten Dove-Flug 1965 bis zum letzten American-Eagle-Umlauf 2025. Viele Fotos aus dieser Zeit zeigen die CRJ200 vor der Kulisse des Flughafens; Tipps zu den Standorten findest du in Planespotting in Chicago O’Hare.
Heute ist Air Wisconsin ein Gelegenheitsmotiv. Charterflüge folgen keinem öffentlichen Plan, darum lohnt sich der Blick auf den Tracker kurz vor dem Spotten. Den Unterschied zwischen Charter- und Linienverkehr erklärt der Artikel Charterflug und Linienflug.
Sicherheit und Regeln
Fotografiere nur von öffentlich zugänglichen Bereichen aus. Gerade bei Behörden- und Sonderflügen gelten an manchen Flughäfen strengere Absperrungen; halte dich an Zäune, Schilder und Anweisungen des Personals.
Zwischenfälle in der Geschichte
Wie viele ältere Regionalairlines hat auch Air Wisconsin schwere Unfälle erlebt. Am 29. Juni 1972 kollidierte eine Twin Otter der Airline über dem Lake Winnebago bei Appleton mit einer Convair 580 der North Central Airlines; 13 Menschen starben. Am 12. Juni 1980 stürzte eine Metro nach einem Flug durch ein Gewitter bei Valley in Nebraska ab, nachdem beide Triebwerke ausgefallen waren; auch hier gab es 13 Todesopfer. Bei einer harten Landung eines CRJ200 in Providence im Dezember 2007 wurde niemand verletzt, das Flugzeug aber strukturell beschädigt.
Häufige Verwechslungen
- „United Express“ für United halten – die Express-Flüge wurden von Partnern wie Air Wisconsin durchgeführt, erkennbar am ICAO-Code.
- Air Wisconsin und Midwest Airlines verwechseln – beide kommen aus Wisconsin, aber Midwest Airlines war eine eigenständige Linienairline aus Milwaukee.
- Den CRJ200 mit dem CRJ700 gleichsetzen – der 200 ist kürzer und hat 50 statt rund 70 Sitze.
- Dornier 328 und 328JET verwechseln – Air Wisconsin flog die Turboprop-Version.
- Glauben, Air Wisconsin habe 2025 den Betrieb eingestellt – beendet wurde der Vertrag mit American, die Airline fliegt als Charterbetreiber weiter.
- Die Express-Marke mit dem Betreiber gleichsetzen – dieselbe Firma flog je nach Jahr in den Farben dreier Airlines.
Deine Express-Sammlung im Blick
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Fazit
Air Wisconsin steht für sechs Jahrzehnte US-Regionalluftfahrt: vom Commuter mit zwei Doves über den einzigen US-Betreiber der BAe 146-300 bis zur CRJ200-Flotte, die nacheinander für United, US Airways und American flog. Seit dem Vertragsende mit American im April 2025 ist die Airline kein fester Bestandteil der Flugpläne mehr. Wer eine ihrer CRJ200 erwischt, hat deshalb heute eher eine Gelegenheitssichtung im Logbuch als eine Routine-Notiz.
Kurzfazit
Air Wisconsin (IATA ZW, ICAO AWI) ist eine Regionalairline aus Appleton, die von 1985 bis 2025 als Express-Partner für United, US Airways und American flog – zuletzt mit dem CRJ200. Seit April 2025 fliegt sie Charter- und Auftragsflüge; am sichersten erkennst du sie am Tracker-Code AWI.
Zusammenfassung
- Air Wisconsin begann 1965 mit zwei de Havilland Dove und wuchs in den 1980ern zu einer großen Regionalairline mit BAe 146 und BAC One-Eleven.
- In den 1990ern war Air Wisconsin der einzige US-Betreiber der BAe 146-300 und des Turboprops BAe ATP.
- Ab 2005 flog sie ausschließlich CRJ200 – erst für US Airways, dann für United und zuletzt für American ab Chicago O’Hare.
- Für Spotter ist Air Wisconsin ein Lehrstück, warum der Tracker-Code AWI mehr verrät als die Bemalung am Rumpf.
Häufige Fragen
Welchen IATA- und ICAO-Code hat Air Wisconsin?
Der IATA-Code ist ZW, der ICAO-Code AWI, das Rufzeichen im Funk lautet „WISCONSIN“. Solange Air Wisconsin für United oder American flog, trugen die Tickets allerdings Flugnummern mit UA oder AA – auf dem Tracker tauchte trotzdem AWI auf.
Fliegt Air Wisconsin noch für American Eagle?
Nein. Im Januar 2025 kündigte Air Wisconsin an, den Kapazitätsvertrag mit American auslaufen zu lassen; er endete am 3. April 2025. Die Airline wollte sich danach auf Charterflüge und subventionierte Strecken im Programm Essential Air Service konzentrieren. Mit American war laut Air Wisconsin eine Codeshare- und Interline-Partnerschaft vorgesehen.
Fliegt Air Wisconsin noch für United?
Nicht mehr. Air Wisconsin flog zweimal als United Express: von 1985 bis April 2006 und wieder von 2018 bis 2023, damals ab Chicago O’Hare und Washington-Dulles. Danach wechselte die Airline zu American Eagle.
Welche Flugzeuge fliegt Air Wisconsin?
Den Bombardier CRJ200 mit 50 Sitzen, zwei GE-CF34-Triebwerken und einer Besatzung aus zwei Piloten und einer Flugbegleiterin bzw. einem Flugbegleiter. Laut Air Wisconsin umfasste die Flotte im Januar 2025 sechzig Maschinen, von denen aber schon 2024 ein Teil abgestellt war. Wie viele CRJ200 im Herbst 2026 tatsächlich fliegen, ist öffentlich nicht verlässlich belegt.
Wem gehört Air Wisconsin?
Bis Januar 2026 war Air Wisconsin eine Tochter von Harbor Diversified. Ein 2025 geplanter Verkauf an Premier Shuttle kam nicht zustande. Im Januar 2026 übernahm CSI Aviation den Flugbetrieb, ein Charteranbieter, der unter anderem Flüge für US-Behörden durchführt.
Wo kann ich Air Wisconsin spotten?
Feste Linienflüge gibt es seit April 2025 nicht mehr, darum ist Air Wisconsin kein planbares Motiv mehr wie früher in Chicago O’Hare. Die CRJ200 tauchen dort auf, wo Charter- und Auftragsflüge hinführen. Am zuverlässigsten findest du sie über den ICAO-Code AWI auf Flugtrackern.
Welche Flugzeuge flog Air Wisconsin früher?
Eine bemerkenswerte Mischung: de Havilland Dove, DHC-6 Twin Otter, Fairchild Metro, Dash 7, Dash 8, Fokker F27, Shorts 330 und 360, Dornier 328, BAe ATP sowie die Jets BAC One-Eleven und BAe 146 in den Versionen -100, -200 und -300. Seit Mitte der 2000er-Jahre war die Flotte dann ein reiner CRJ200-Bestand.
Hat Air Wisconsin etwas mit Midwest Airlines aus Milwaukee zu tun?
Nein. Beide stammen aus Wisconsin, sind aber eigenständige Unternehmen. Air Wisconsin sitzt am Flughafen von Appleton und war stets eine Regionalairline im Auftrag anderer; Midwest Airlines war eine eigenständige Linienairline mit Sitz in Milwaukee.
Air Wisconsin im Blick behalten
Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Flugzeugtypen in der Flotte
Bombardier CRJ100/CRJ200
Klein, schlank, Triebwerke am Heck: Der CRJ100/200 war der erste Canadair Regional Jet und startete 1992 bei Lufthansa CityLine. In Europa ist er fast verschwunden, in den USA fliegt er noch – so erkennst du den 50-Sitzer sicher.
FlugzeugtypBAe 146-200
Hoher Flügel, vier kleine Triebwerke, Muschel-Heck: Die BAe 146-200 ist die mittlere und meistgesehene Version des britischen Vierstrahlers. Heute fliegt sie vor allem als Löschflugzeug über Nordamerika.
FlugzeugtypBAe 146-300
Die längste Version der BAe 146 hat rund 100 Sitze, vier Triebwerke und einen hohen Flügel. Als leiser Nachtfrachter „Quiet Trader“ fliegt sie in Australien bis heute.
FlugzeugtypDe Havilland Canada DHC-7 Dash 7
Vier Propeller an einem Hochdecker, ein hohes T-Leitwerk und Landestrecken unter 600 Metern: Der Dash 7 war das Kurzstartflugzeug, mit dem der London City Airport überhaupt erst möglich wurde. Heute ist er eine echte Rarität. So erkennst du ihn und so findest du die letzten Exemplare.
FlugzeugtypBAC One-Eleven
Zwei Rolls-Royce Spey am Heck, T-Leitwerk, kompakter Rumpf: Die One-Eleven war Großbritanniens erfolgreichster Kurzstreckenjet – und flog später als Rombac 1-11 aus rumänischer Fertigung sogar für die junge Ryanair.
Weitere Airlines
United Airlines
Die US-Netzwerk-Airline mit dem Globus am Leitwerk: Wurzeln bis 1926, Sitz in Chicago, Gründungsmitglied der Star Alliance und in Europa vor allem mit 767, 777 und 787 unterwegs.
NetzwerkAmerican Airlines
Eine der größten Airlines der Welt aus Fort Worth, Texas: zehn Drehkreuze in den USA, Gründungsmitglied von oneworld, rund 1.000 Mainline-Flugzeuge und seit 2013 die silberne Lackierung mit Flaggen-Leitwerk.
NetzwerkUS Airways
Historische US-Netzwerkairline mit Wurzeln von 1939: aus Allegheny wurde USAir, dann US Airways. Nach der Fusion mit America West und schließlich mit American Airlines endete die Marke im Oktober 2015 – bekannt bleibt sie durch Flug 1549 auf dem Hudson.
RegionalPSA Airlines
Die CRJ-Spezialistin im American-Airlines-Konzern: aus einer kleinen Airline in Pennsylvania wurde über Piedmont und US Airways die PSA Airlines, die heute rund 150 Bombardier-Regionaljets als American Eagle fliegt – seit 2026 von Charlotte statt Dayton aus.
RegionalPiedmont Airlines
Die Regionaltochter von American Airlines aus Salisbury, Maryland: hervorgegangen aus Henson Airlines, seit 1993 unter dem Namen Piedmont – und nicht zu verwechseln mit der historischen Piedmont Airlines aus Winston-Salem, die 1989 in USAir aufging.
RegionalSkyWest Airlines
Die größte Regionalairline der USA aus St. George in Utah: über 500 Embraer E175 und Bombardier CRJ, die in den Farben von United Express, Delta Connection, American Eagle und Alaska fliegen – aber fast nie unter eigenem Namen.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Bombardier
Bombardier hat den Regionaljet in Europa populär gemacht, die heutige A220 entwickelt und Learjet, Canadair und de Havilland Canada unter einem Dach vereint. Heute baut der Konzern aus Montreal nur noch Businessjets – und die siehst du an Genf, Le Bourget oder Nizza öfter, als du denkst.
FlughafenFlughafen Chicago O'Hare
Vom Bomberwerk zum Doppel-Drehkreuz: O'Hare ist Heimat von United und American, hat acht Start- und Landebahnen, zählt jährlich weit über 800.000 Flugbewegungen und ist für Spotter einer der dichtesten Flughäfen der Welt.
AllianzStar Alliance
Die 1997 gegründete Luftfahrtallianz rund um Lufthansa, United und Air Canada – mit Sitz in Frankfurt am Main und eigener Allianz-Sonderlackierung.
Allianzoneworld
Die kleinste der drei großen Allianzen mit den größten Namen: British Airways, American, Qatar Airways, Cathay Pacific, Qantas und Co. – und Flugzeugen im oneworld-Design, die Spotter gezielt jagen.
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