Das Wichtigste in Kürze
- Die Fokker 70 ist eine verkürzte Fokker 100 für rund 70 bis 85 Passagiere, entwickelt ab 1992 als Ersatz für die F28.
- Schnellster Erkennungsweg: Hecktriebwerke, aufklappbarer Heckkonus und ein sichtbar gedrungener Rumpf.
- Kleine Stückzahl: Nur 47 Serienmaschinen plus Prototyp entstanden, bevor Fokker 1996 Konkurs anmeldete.
- KLM Cityhopper war der wichtigste Betreiber; der letzte KLM-Flug fand am 28. Oktober 2017 statt.
- Als Regierungs- und Firmenjet spielte der Typ eine besondere Rolle, etwa als niederländisches Regierungsflugzeug PH-KBX.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist die Fokker 70?
- 2.Technik in Kürze
- 3.Die drei Merkmale, die zur Bestimmung reichen
- 4.Fokker 70, Fokker 100 oder F28?
- 5.Verwechslungsgefahr: andere kleine Hecktriebwerks-Jets
- 6.KLM Cityhopper: die Heimat der Fokker 70
- 7.Regierungsflieger und Firmenjet
- 8.Die Fokker 70 in Österreich
- 9.Wo du die Fokker 70 heute noch antriffst
- 10.So planst du die Jagd auf eine Fokker 70
- 11.Fototipps speziell für die Fokker 70
- 12.Warum die Fokker 70 Spotter fasziniert
- 13.Fazit
Steckbrief
| Hersteller | Fokker (Niederlande) |
|---|---|
| Familie | Verkürzte Version der Fokker 100; Nachfolger der F28 Fellowship |
| ICAO-Typcode | F70 |
| Programmstart | November 1992 |
| Erstflug | 4. April 1993 (umgebauter Fokker-100-Prototyp PH-MKC) |
| Zulassung | Oktober 1994, offiziell als Fokker 28 Mk 0070 |
| Erstauslieferung | Oktober 1994 an Ford (Firmenjet); erste Airline: Sempati Air, März 1995 |
| Bauzeit | 1993 bis 1997 (letzte Auslieferung April 1997) |
| Gebaute Exemplare | 47 Serienmaschinen plus Prototyp |
| Triebwerke | 2 × Rolls-Royce Tay 620 am Heck |
| Länge | rund 30,9 m |
| Spannweite | rund 28,1 m |
| Höhe | rund 8,5 m |
| Kabine | fünf Sitze pro Reihe (2+3), ein Mittelgang |
| Sitzplätze | typisch rund 72 bis 80, maximal 85 |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Zwei Triebwerke hinten am Rumpf und ein hoch aufgesetztes T-Leitwerk – wie bei der Fokker 100
- Auffällig kurzer Rumpf: Mit rund 30,9 m ist die Maschine kaum länger, als ihre Flügel breit sind
- Heckkonus mit Bremsklappen: Das stumpfe Rumpfende klappt bei Anflug und Landung seitlich auf
- Gerader, schlanker Flügel ohne Winglets – derselbe Flügel wie bei der Fokker 100
- Deutlich weniger Fensterreihen vor dem Flügel als bei der Fokker 100
- Niedriges Fahrwerk, die Maschine steht tief am Boden
Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein kleiner Jet mit zwei Triebwerken am Heck rollt heran, der Rumpf wirkt fast zu kurz für die Flügel, und beim Aufsetzen klappt das Heck auseinander: Das ist sehr wahrscheinlich eine Fokker 70. Die kleine Schwester der Fokker 100 entstand Anfang der Neunziger, wurde nur in winziger Stückzahl gebaut und schrieb trotzdem Geschichte – als Arbeitspferd bei KLM Cityhopper, als Regierungsflugzeug der Niederlande und als Jet, den ein König als Copilot flog. Hier erfährst du, woran du sie erkennst, wie du sie von Fokker 100 und anderen Hecktriebwerks-Jets trennst und wo du sie heute noch findest.
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Was ist die Fokker 70?
Die Fokker 70 ist ein zweistrahliger Regionaljet für rund 70 bis 85 Passagiere. Sie ist keine eigenständige Neukonstruktion, sondern eine verkürzte Fokker 100: Fokker nahm aus dem Rumpf rund 4,6 Meter heraus und ließ Flügel, Leitwerk, Cockpit und Triebwerke weitgehend unverändert. Das Ziel war ein moderner Ersatz für die ältere F28 Fellowship, die viele Airlines noch auf kurzen Strecken einsetzten.
Das Programm startete im November 1992. Für den Erstflug am 4. April 1993 griff Fokker zu einem pragmatischen Trick: Der zweite Prototyp der Fokker 100, PH-MKC, wurde zerlegt, um zwei Rumpfsegmente gekürzt und als Fokker-70-Prototyp wieder aufgebaut. Die erste Serienmaschine flog im Juli 1994, im Oktober 1994 folgte die Zulassung. Offiziell heißt das Muster in den Zulassungspapieren übrigens Fokker 28 Mk 0070 – auch die Fokker 100 ist dort formal eine Variante der F28.
Als Startkunden hatte Fokker auf der Pariser Luftfahrtschau 1993 die indonesischen Gesellschaften Sempati Air und Pelita Air vorgestellt. Die allererste ausgelieferte Maschine ging aber im Oktober 1994 an Ford, und zwar als Firmenjet in Executive-Ausstattung. Sempati folgte im März 1995 als erste Airline. In Europa unterschrieb bmi British Midland bereits Ende 1993 einen Leasingvertrag, später kamen unter anderem KLM, Alitalia, Air France, Malév und Vietnam Airlines hinzu.
Lange dauerte das nicht. Im März 1996 musste Fokker Konkurs anmelden, die letzte Fokker 70 wurde im April 1997 übergeben. Am Ende standen 47 Serienmaschinen plus Prototyp – eine der kleinsten Stückzahlen unter den westlichen Verkehrsjets dieser Generation.
Technik in Kürze
Weil die Fokker 70 so eng mit der 100 verwandt ist, teilt sie auch deren Technik. Zwei Rolls-Royce Tay 620 sitzen am Heck, das Cockpit mit Bildschirmanzeigen entspricht dem der größeren Schwester, und die Kabine bietet fünf Sitze pro Reihe in 2+3-Anordnung. Mehr zum Triebwerkshersteller findest du auf der Seite zu Rolls-Royce.
Ausgelegt war die Kabine für rund 80 Passagiere; typische Einklassen-Bestuhlungen lagen bei 79 Sitzen, maximal waren 85 möglich. Für den US-Markt bot Fokker eine Version mit genau 70 Sitzen an. Hintergrund waren die sogenannten Scope Clauses in US-Pilotentarifverträgen, die Regionalpartnern großer Airlines nur Flugzeuge bis zu einer bestimmten Sitzzahl erlauben.
Ein Detail macht die Fokker 70 besonders interessant: Mit der Heck-Luftbremse schafft sie steile Anflüge mit 5,5 Grad Gleitwinkel. Damit war sie für Flughäfen wie London City geeignet, wo ein normaler Drei-Grad-Anflug wegen der umliegenden Bebauung nicht möglich ist.
Die drei Merkmale, die zur Bestimmung reichen
Hecktriebwerke und T-Leitwerk haben viele Typen. Die Fokker 70 verrät sich aber durch eine Kombination, die du dir schnell einprägst.
Heck prüfen
Der Rumpf endet stumpf, dort sitzen zwei Schalen, die als Luftbremse seitlich aufklappen. Am deutlichsten siehst du das im Endanflug und beim Ausrollen. Dieses Merkmal teilt sie nur mit Fokker 100 und F28 – und mit den vierstrahligen Avro-Jets.
Proportionen einschätzen
Rund 30,9 Meter Länge bei gut 28 Metern Spannweite: Die Fokker 70 wirkt gedrungen, fast quadratisch. Vor dem Flügel siehst du deutlich weniger Fenster als bei der Fokker 100.
Flügel ansehen
Gerader, schlanker Flügel ohne Winglets. Bei modernen Regionaljets wie der CRJ-Familie sitzen dagegen aufgestellte Flügelspitzen.
Die letzte Bestätigung liefert das Kennzeichen. Wie Registrierungen aufgebaut sind und wo du sie nachschlägst, erklärt der Artikel Flugzeug-Kennzeichen verstehen.
Praxis-Tipp: Länge im Verhältnis sehen
Ohne Vergleichsflugzeug ist die absolute Länge schwer zu schätzen. Achte stattdessen auf das Verhältnis: Bei der Fokker 70 ragt der Rumpf vor dem Flügel nur wenig heraus, bei der Fokker 100 deutlich mehr. Im Seitenprofil siehst du das am besten.
Fokker 70, Fokker 100 oder F28?
Die drei Fokker-Jets gehören zu einer Familie. Am leichtesten verwechselst du die Fokker 70 mit der 100, denn bis auf die Rumpflänge sind sie praktisch gleich. Die F28 ist eine ältere Generation mit eigenen Triebwerken und kleinerem Flügel.
| Merkmal | Fokker 70 | Fokker 100 | Fokker F28 |
|---|---|---|---|
| ICAO-Typcode | F70 | F100 | F28 |
| Länge | rund 30,9 m | rund 35,5 m | je nach Version kürzer |
| Erstflug | 1993 | 1986 | 1967 |
| Triebwerke | Rolls-Royce Tay | Rolls-Royce Tay | Rolls-Royce Spey |
| Cockpit-Dachfenster | nein | nein | ja |
| Gebaut | 47 plus Prototyp | 283 | 241 |
Die F28 erkennst du an den kleinen Zusatzfenstern oberhalb der Frontscheiben und an schlankeren Triebwerksgondeln. Im Betrieb wirst du sie in Europa allerdings kaum noch erleben. Den turbopropgetriebenen Familienzweig, die Fokker 50, trennst du ohnehin sofort: Sie hat Propeller unter einem hoch angesetzten Flügel.
Verwechslungsgefahr: andere kleine Hecktriebwerks-Jets
Im Alltag kommen noch andere Kandidaten in Frage. Der Finder grenzt sie ein.
Schnellbestimmung: kurzer Jet mit T-Leitwerk
Fokker 70 oder Fokker 100
Hecktriebwerke, stumpfer Heckkonus und gerader Flügel sprechen für einen Fokker-Jet. Wirkt der Rumpf gedrungen, ist es die Fokker 70, wirkt er gestreckt, die Fokker 100.
Avro RJ oder BAe 146
Vier Triebwerke unter einem Schulterdecker-Flügel sind das Kennzeichen der britischen Vierstrahler. Die kürzeste Version ist die Avro RJ70.
Bombardier CRJ
Schmaler Rumpf mit vier Sitzen pro Reihe, spitzes Heck und Winglets deuten auf die CRJ-Familie, etwa die CRJ700.
Die Bombardier CRJ700 liegt in einer ähnlichen Größenklasse, hat aber einen schmaleren Rumpf, Winglets und ein spitzes Heck. Die Avro RJ70 besitzt ebenfalls eine Heck-Luftbremse und ein T-Leitwerk, trägt aber vier Triebwerke unter einem hoch angesetzten Flügel. Welche Merkmale bei Regionaljets generell am meisten helfen, fasst der Beitrag Regionaljets unterscheiden zusammen.
Es spricht für die Fokker 70, wenn …
- zwei Triebwerke am Heck sitzen und das Leitwerk T-förmig ist
- das Heck stumpf endet und bei der Landung aufklappt
- der Rumpf auffällig kurz und gedrungen wirkt
- im Tracking-Dienst F70 als Typ steht
Sieh genauer hin, wenn …
- du die Länge ohne Vergleich nicht einschätzen kannst – dann könnte es auch eine Fokker 100 sein
- du kleine Fenster über der Cockpitscheibe siehst – dann ist es eine F28
- die Maschine eine Regierungs- oder Firmenlackierung trägt – auch Executive-Versionen der Fokker 70 gibt es
Es ist keine Fokker 70, wenn …
- die Triebwerke unter den Flügeln hängen, wie bei der Embraer E190
- du vier Triebwerke zählst – dann ist es eine Avro RJ oder BAe 146
- an den Flügelspitzen deutliche Winglets sitzen
KLM Cityhopper: die Heimat der Fokker 70
Kein Betreiber prägte das Bild der Fokker 70 so stark wie KLM Cityhopper, die Regionaltochter der KLM. Die Airline betrieb über die Jahre eine der größten Fokker-70-Flotten überhaupt. Vom Drehkreuz Amsterdam Schiphol aus flogen sie zu zahlreichen europäischen Zielen, auch nach Deutschland, Österreich und in die Schweiz. Für Spotter im DACH-Raum war die blau-weiße Fokker 70 damit lange ein Alltagsanblick.
Ab Mitte der 2010er-Jahre löste KLM Cityhopper die Fokker-Jets durch Embraer-Maschinen ab. Am 28. Oktober 2017 endete mit dem letzten Fokker-70-Flug ein langes Kapitel niederländischer Luftfahrtgeschichte – KLM und Fokker waren über Jahrzehnte eng verbunden. Heute gehört KLM zur Gruppe Air France-KLM, die Regionalflotte besteht aus Embraer-Jets wie der Embraer E195-E2.
Eine besondere Geschichte hängt an der Cityhopper-Flotte: König Willem-Alexander machte im Mai 2017 öffentlich, dass er seit den Neunzigerjahren regelmäßig als Erster Offizier bei KLM Cityhopper mitfliegt, etwa zweimal im Monat auf der Fokker 70 – auch nach seiner Thronbesteigung. Fluggäste wussten davon in der Regel nichts. Nach dem Ende der Fokker-70-Ära wechselte er auf die Boeing 737.
Keine Fokker mehr verpassen
Richte einen Sichtungs-Alarm für den Typ F70 oder ein bestimmtes Kennzeichen ein – Planetrack meldet sich, wenn die Maschine an deinem Flughafen im Anflug ist. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.
Regierungsflieger und Firmenjet
Die Fokker 70 war von Anfang an auch ein Flugzeug für VIPs. Schon die erste Auslieferung ging als Executive Jet an Ford, und auch Regierungen interessierten sich für den kompakten Jet, der auf kurzen Pisten zurechtkommt und dennoch eine vollwertige Kabine bietet.
Das bekannteste Beispiel ist das niederländische Regierungsflugzeug PH-KBX. Die Fokker 70 in Executive-Ausstattung wurde im März 1996 vorgestellt und von KLM-Besatzungen für Regierung und Königshaus betrieben. Die Buchstaben im Kennzeichen spielten auf Königin Beatrix an. Willem-Alexander saß als Kronprinz bei Reisen der Königsfamilie regelmäßig selbst im Cockpit des Regierungsflugzeugs. Im August 2019 übernahm eine Boeing 737-700 mit dem Kennzeichen PH-GOV die Aufgabe – ein Boeing Business Jet auf Basis der 737NG. Die PH-KBX wurde ausgemustert und nach verfügbaren Angaben für den Erhalt übernommen.
Auch Luftwaffen setzten den Typ ein: Die Kenya Air Force und die Luftwaffe von Myanmar führten Fokker 70 als Transport- und VIP-Flugzeuge. Wie du Staatsflugzeuge planst und erwischst, erklärt der Beitrag Regierungsflugzeuge spotten.
Die Fokker 70 in Österreich
Im deutschsprachigen Raum war vor allem Österreich Fokker-70-Land. Austrian Airlines und die frühere Regionaltochter Tyrolean Airways setzten Fokker 70 und Fokker 100 gemeinsam ein; Anfang 2010 zählte die Austrian-Flotte rund zwei Dutzend Fokker 70. Am Flughafen Wien gehörte der kurze Fokker-Jet damit jahrelang zum Alltag, ebenso an vielen deutschen Zielen im Austrian-Netz.
Ab 2015 löste Austrian die Fokker-Flotte innerhalb von rund zwei Jahren durch gebrauchte Embraer 195 ab. Im November 2015 kündigte die australische Alliance Airlines an, sechs Fokker 70 und 15 Fokker 100 von Austrian zu kaufen. Einige österreichische Maschinen fliegen also bis heute weiter – nur eben am anderen Ende der Welt.
Ein Ereignis aus der Austrian-Zeit ist vielen in Erinnerung geblieben: Am 5. Januar 2004 musste eine Fokker 70 auf dem Flug von Wien nach München wegen Triebwerksausfällen durch Vereisung im Sinkflug in einem verschneiten Feld nahe dem Flughafen München notlanden. Alle 32 Menschen an Bord überlebten, drei Passagiere wurden leicht verletzt. Die Maschine wurde später repariert und wieder in Dienst gestellt.
Wo du die Fokker 70 heute noch antriffst
Die verbliebene Flotte ist klein und weit verstreut. Der wichtigste Betreiber ist die australische Alliance Airlines, die nach verfügbaren Daten Mitte 2025 noch rund 13 Fokker 70 neben ihren Fokker 100 und einer wachsenden Embraer-Flotte führte. Die Maschinen fliegen vor allem Pendlerflüge zu Bergbaustandorten (Fly-in-fly-out) sowie Charter- und einzelne Linienverbindungen in Australien. In Papua-Neuguinea setzte Air Niugini zuletzt ebenfalls Fokker 70 ein, dazu kommen einzelne kleinere Airlines in Afrika und Südamerika sowie die erwähnten Luftwaffen.
| Ort / Gelegenheit | Trefferchance | Warum |
|---|---|---|
| Australien | mittel bis hoch | Alliance Airlines als größter verbliebener Betreiber |
| Papua-Neuguinea | mittel, sinkend | Air Niugini flottet auf neuere Typen um |
| Afrika und Südamerika | gering bis mittel | einzelne Maschinen bei kleinen Airlines und Luftwaffen |
| Deutsche, österreichische und Schweizer Flughäfen | sehr niedrig | höchstens Überführungen oder Staatsflüge |
Bestandsdaten sind Momentaufnahmen
Die Fokker-70-Flotte schrumpft seit Jahren, und auch die verbliebenen Betreiber mustern aus. Alle Angaben zu Betreibern beruhen auf zuletzt verfügbaren Daten. Prüf vor jeder Planung aktuell, wer den Typ noch fliegt.
Eine der früheren Betreiberinnen ist inzwischen selbst Geschichte: Die Curaçao-Airline Insel Air flog Fokker 70 und MD-80, bevor sie 2019 den Betrieb einstellte.
So planst du die Jagd auf eine Fokker 70
Bei einem Typ, von dem nur noch wenige Dutzend Exemplare fliegen, entscheidet die Vorbereitung. Einen festen Flugplan in Mitteleuropa gibt es nicht; du arbeitest mit Tracking-Daten, Kennzeichen-Listen und etwas Glück.
Bereit für deine Fokker-Session?
- Ich habe in einer Tracking-App nach dem Typcode F70 gefiltert.
- Ich kenne die voraussichtliche Betriebsrichtung am Zielflughafen.
- Ich weiß, wo die Sonne zur erwarteten Ankunftszeit steht.
- Mein Standpunkt ist öffentlich zugänglich und erlaubt.
- Ich habe genug Brennweite für einen kleinen Regionaljet dabei.
Wie du Flüge live verfolgst und welche Daten ADS-B liefert, erklärt der Guide zur Flugverfolgung mit ADS-B. Was hinter Codes wie F70 steckt, steht in IATA- und ICAO-Codes erklärt. Grundsätzliche Strategien für Raritäten liefert der Artikel Seltene Flugzeuge spotten, und die Landerichtung schätzt du mit Betriebsrichtung am Flughafen verstehen vorab ein.
Fototipps speziell für die Fokker 70
Die Fokker 70 ist klein und hat ihre spannendsten Details am Heck. Darauf richtest du deine Bilder aus.
Gedrungene Form betonen
Das Seitenprofil zeigt am besten, was die Fokker 70 von der 100 unterscheidet. Ein sauberes Profilbild beim Rollen oder Ausrollen dokumentiert die Variante eindeutig.
Heck in Aktion
Die aufgeklappten Bremsklappen machen das Bild unverwechselbar. Fotografiere die Landung leicht von hinten oder seitlich, kurz nach dem Aufsetzen.
Brennweite einplanen
Ein Jet mit gut 30 Metern Länge füllt das Bild deutlich weniger aus als ein A320. Welches Objektiv passt, erklärt der Guide zur Brennweite beim Planespotting.
Licht von der Seite
Hecktriebwerke und T-Leitwerk wirken mit flachem Seitenlicht plastischer. Wann es an deinem Spot passt, berechnest du mit dem Sonnenstand-Planer.
Bleib dabei immer auf öffentlich zugänglichen Flächen; was erlaubt ist, fasst Ist Planespotting erlaubt? zusammen.
Warum die Fokker 70 Spotter fasziniert
Die Fokker 70 ist ein Flugzeug der verpassten Chancen. Technisch ausgereift, mit moderner Avionik und guten Kurzstreckeneigenschaften, kam sie genau in dem Moment auf den Markt, als ihr Hersteller in die Krise geriet. Nach nur drei Jahren Auslieferung war Schluss. Ihre Nachfolge im Segment um 70 bis 80 Sitze übernahmen Typen wie die Embraer E190 und die CRJ-Familie.
Gerade die kleine Stückzahl macht jede Sichtung wertvoll. Mit weniger als 50 gebauten Exemplaren lässt sich die Fokker 70 fast lückenlos über Kennzeichen verfolgen – ein Typ, bei dem ehrgeizige Sammler tatsächlich ans Ende einer Liste kommen können.
Fazit
Hecktriebwerke, T-Leitwerk, aufklappbarer Heckkonus und ein gedrungener Rumpf von rund 30,9 Metern: Das ist die Fokker 70. Von der Fokker 100 trennt sie nur die Länge, von der F28 die fehlenden Cockpit-Dachfenster. KLM Cityhopper, Austrian und Tyrolean haben den Typ längst ausgemustert; heute fliegen die letzten Exemplare vor allem in Australien und bei einzelnen Luftwaffen.
Kurzfazit
Kurzer Rumpf, zwei Tay-Triebwerke am Heck, Bremsklappen im Rumpfende: Das ist die Fokker 70. Wer sie sucht, filtert nach F70, verfolgt einzelne Kennzeichen und plant im Zweifel eine Reise zu den letzten Betreibern.
Zusammenfassung
- Die Fokker 70 entstand, indem Fokker aus der Fokker 100 rund 4,6 Meter Rumpf herausnahm; Flügel, Leitwerk, Cockpit und Triebwerke blieben gleich.
- Erstflug war am 4. April 1993, ausgeliefert wurde von 1994 bis 1997 – insgesamt 47 Serienmaschinen.
- Im deutschsprachigen Raum flogen vor allem Austrian Airlines und Tyrolean den Typ, in den Niederlanden KLM Cityhopper.
- Heute fliegt die Fokker 70 nur noch bei wenigen Betreibern, vor allem bei Alliance Airlines in Australien und bei einzelnen Luftwaffen und Regierungen.
Häufige Fragen
Was ist die Fokker 70?
Ein zweistrahliger Regionaljet des niederländischen Herstellers Fokker mit typisch rund 70 bis 80 Sitzen. Technisch ist sie eine verkürzte Fokker 100: Rumpfsegmente wurden entfernt, der Rest blieb weitgehend gleich. Sie flog erstmals am 4. April 1993.
Welchen ICAO-Typcode hat die Fokker 70?
Die Fokker 70 läuft unter F70, die längere Fokker 100 unter F100. In der Typzulassung heißt das Muster formal Fokker 28 Mk 0070 – ein Hinweis auf die Verwandtschaft mit der F28.
Wie unterscheide ich Fokker 70 und Fokker 100?
Über die Rumpflänge. Die Fokker 70 ist rund 4,6 Meter kürzer, Flügel, Leitwerk und Triebwerke sind praktisch identisch. Im Bild wirkt die 70 fast so lang wie breit, die 100 deutlich gestreckt. Sicher wird es mit dem Kennzeichen.
Warum ist die Fokker 70 so selten?
Fokker baute nur 47 Serienexemplare plus Prototyp. Die Produktion lief erst 1994 richtig an, und schon im März 1996 ging Fokker in Konkurs. Die letzte Maschine wurde im April 1997 ausgeliefert.
Welche deutschsprachigen Airlines flogen die Fokker 70?
Austrian Airlines und ihre frühere Regionaltochter Tyrolean Airways. Austrian ersetzte ihre Fokker 70 und 100 ab 2015 durch gebrauchte Embraer 195; mehrere Maschinen gingen danach an Alliance Airlines in Australien.
Stimmt es, dass der niederländische König eine Fokker 70 geflogen hat?
Ja. König Willem-Alexander machte im Mai 2017 öffentlich, dass er seit den Neunzigern als Erster Offizier bei KLM Cityhopper mitfliegt, rund zweimal im Monat auf der Fokker 70. Nach der Ausmusterung des Typs wechselte er auf die Boeing 737.
Wo sehe ich heute noch eine Fokker 70?
Am ehesten in Australien bei Alliance Airlines, die Mitte 2025 noch rund 13 Fokker 70 in der Flotte führte. Dazu kommen einzelne Maschinen bei Luftwaffen, etwa in Kenia und Myanmar, sowie bei kleineren Airlines. In Mitteleuropa ist der Typ im Linienverkehr verschwunden.
Fokker 70 sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Verwandte Flugzeugtypen
Fokker 100
Zwei Tay-Triebwerke am Heck, ein hohes T-Leitwerk und ein Heckkonus, der sich bei der Landung aufklappt: Die Fokker 100 ist der größte Verkehrsjet, den Fokker je gebaut hat – und heute ein seltener Fang.
RegionaljetFokker F28 Fellowship
Der erste Jet aus Amsterdam: Die Fokker F28 Fellowship flog 1967 zum ersten Mal, brachte Hecktriebwerke und aufklappbaren Heckkonus in die Fokker-Familie und ist heute fast nur noch im Museum zu sehen.
TurbopropFokker 50
Hoher Flügel, sechsblättrige Propeller und eine lange Reihe kleiner Fenster: Die Fokker 50 war der letzte Turboprop aus den Niederlanden. Heute fliegt sie nur noch bei wenigen Betreibern – so findest und erkennst du sie.
RegionaljetAvro RJ70
Der Avro RJ70 ist die modernisierte Fassung der BAe 146-100 – gleicher kurzer Rumpf, neue Triebwerke, digitales Cockpit. Mit nur zwölf gebauten Exemplaren ist er das seltenste Serienmitglied der ganzen Jumbolino-Familie.
RegionaljetBombardier CRJ700
Der CRJ700 ist der Ur-Typ der gestreckten CRJ-Familie: rund 32 Meter lang, um die 70 Sitze, Triebwerke am Heck. Bei Lufthansa CityLine ist er seit 2015 Geschichte, in den USA fliegt er weiter. So trennst du ihn sicher vom längeren CRJ900.
RegionaljetEmbraer E190
Der Regionaljet mit Mittelstrecken-Komfort: Die E190 bringt rund 100 Passagiere in einer 2+2-Kabine ohne Mittelsitz in die Luft – und wird gern mit ihrer Nachfolgerin E190-E2 verwechselt.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Fokker
Fokker war über Jahrzehnte der große Name der niederländischen Luftfahrt: erst Jagdflugzeuge im Ersten Weltkrieg, dann die F.VII, später F27, F28, Fokker 50, 70 und 100. 1996 ging der Hersteller pleite. Hier erfährst du, wie es dazu kam, was vom Unternehmen geblieben ist und wo du Fokker-Typen heute noch vor die Linse bekommst.
HerstellerRolls-Royce
Britischer Triebwerkshersteller mit über hundert Jahren Luftfahrtgeschichte: Die Trent-Familie treibt A330, A350, A380 und Boeing 787 an, die Business-Jet-Triebwerke kommen aus Dahlewitz bei Berlin. Für Spotter ist Rolls-Royce die Frage hinter der Frage – welcher Antrieb hängt eigentlich unter dem Flügel?
FlughafenFlughafen Amsterdam Schiphol
Sechs Start- und Landebahnen, ein einziges Terminal und das Heimatdrehkreuz der KLM: Schiphol ist einer der größten Flughäfen Europas – und mit offiziellen Spotterplätzen wie an der Polderbaan einer der spotterfreundlichsten.
FlughafenFlughafen Wien-Schwechat
Größter Flughafen Österreichs und Drehkreuz von Austrian Airlines: zwei sich kreuzende Pisten, ein Terminal 3 im Umbau, starker Low-Cost-Verkehr – und seit dem Aus der Besucherterrasse ein Spotterhügel als wichtigster legaler Standpunkt.
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