Das Wichtigste in Kürze
- Comair ist eine historische US-Regionalairline aus Cincinnati, die von 1977 bis 2012 flog.
- Codes: IATA OH, ICAO COM, Rufzeichen „COMAIR“.
- Delta Connection seit 1984: Comair flog Zubringerverkehr für Delta, ab 1999/2000 als hundertprozentige Tochter.
- CRJ-Pionier: Comair war US-Erstkunde des Canadair Regional Jet; der erste Linienflug ging am 1. Juni 1993 von Cincinnati nach Toronto.
- Eingestellt 2012: Nach Jahren des Schrumpfens beendete Delta den Betrieb, der letzte Flug landete am 29. September 2012.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| IATA-Code | OH |
|---|---|
| ICAO-Code | COM |
| Rufzeichen | COMAIR |
| Drehkreuze | CVG, MCO, JFK |
| Status | Historisch – Flugbetrieb im September 2012 eingestellt |
| Geschäftsmodell | Regionalairline, die unter der Marke Delta Connection für Delta Air Lines flog |
| Sitz | Am Flughafen Cincinnati/Northern Kentucky (CVG) im Boone County, Kentucky |
| Gegründet | 1977, Erstflug am 1. April 1977 ab Cincinnati |
| Drehkreuze | Cincinnati (CVG), Orlando (MCO) ab 1987, später auch New York-JFK |
| Eigentümer | Ab 1986 Teilbeteiligung von Delta, ab 1999/2000 hundertprozentige Delta-Tochter |
| Flotte zu Spitzenzeiten | Über 170 Bombardier-Regionaljets (CRJ100, CRJ200, CRJ700, CRJ900) |
| Frühere Typen | Piper Navajo, Embraer Bandeirante und Brasilia, Saab 340, Short 330, Swearingen Metro |
| Letzter Flug | 29. September 2012, Jacksonville–Minneapolis/St. Paul |
Woran du die Airline erkennst
Ist das wirklich Comair?
- Bombardier CRJ mit hinten angesetzten Triebwerken und T-Leitwerk – der typische Comair-Jet ab 1993
- Titel „Delta Connection“ am Rumpf; der Name Comair war eher Nebensache
- Viele US-Kennzeichen endeten auf -CA, etwa N431CA oder N821CA
- Im Flugplan stand eine Delta-Flugnummer, im Funk das Rufzeichen „COMAIR“ und der ICAO-Code COM
- Bis Anfang der 2000er-Jahre auch Turboprops wie die Embraer EMB-120 Brasilia
- Fotos aus Cincinnati mit dem Regional-Terminal C sind typische Comair-Motive
Comair wirst du an keinem Flughafen mehr spotten – und trotzdem steckt die Airline in fast jedem Regionaljet, der heute durch die USA fliegt. Die Gesellschaft aus Cincinnati hat 1993 den Canadair Regional Jet in die USA gebracht und damit ein Geschäftsmodell geprägt, nach dem Delta, United und American bis heute ihre Zubringer organisieren. Diese Seite erzählt die Geschichte von 1977 bis 2012, zeigt dir, woran du Comair auf alten Fotos erkennst, und wie du Ex-Comair-Maschinen heute noch auf die Spur kommst.
Deine Regionaljets im Hangar
Mit Planetrack postest du Sichtungen mit Foto, Typ, Kennzeichen, Airline und Spot – und sammelst jeden CRJ einzeln in deinem Hangar. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Comair im Überblick
Comair war eine US-amerikanische Regionalairline mit Sitz direkt am Flughafen Cincinnati/Northern Kentucky (CVG), der trotz seines Namens auf der Kentucky-Seite des Ohio River liegt. Der erste Flug ging am 1. April 1977. Am Anfang stand eine winzige Flotte aus wenigen Piper Navajo mit Kolbenmotoren, die Cincinnati unter anderem mit Cleveland und Akron/Canton verbanden. Zu den Gründern gehörten Raymond und David Mueller sowie weitere Partner aus der Luftfahrt.
Aus diesem Kleinstbetrieb wurde innerhalb von gut zwei Jahrzehnten eine der wichtigsten Regionalairlines der USA. 1981 ging Comair an die Börse, im selben Jahr landeten die Flüge im Reservierungssystem von Delta Air Lines. 1984 wurde daraus eine offizielle Partnerschaft: Comair flog fortan als Delta Connection – ein klassisches Codeshare-Modell – und brachte Passagiere aus kleineren Städten zum Delta-Drehkreuz Cincinnati.
Wichtig für die Einordnung: Comair ist historisch. Delta stellte den Betrieb 2012 ein, die Marke existiert nicht mehr. Wenn du heute auf einem Tracker den Code COM siehst, hat das mit dieser Airline nichts zu tun.
Codes, Rufzeichen und Flugnummern
Was hinter den beiden Code-Systemen steckt, erklärt der Guide IATA- und ICAO-Codes.
- IATA-Code OH: der eigene Code von Comair. Im Alltag war er selten sichtbar, weil die Flüge als Delta Connection verkauft wurden.
- ICAO-Code COM: stand im Flugplan der Flugsicherung.
- Rufzeichen COMAIR: so meldeten sich die Crews im Funk. Mehr zu solchen Funknamen findest du unter Airline-Rufzeichen.
- Delta-Flugnummer: Auf Tickets und Anzeigetafeln stand meist DL – der klassische Fall eines Regionalpartners, der unter fremder Marke fliegt.
Dieses Prinzip kennst du von heutigen Partnern wie Endeavor Air oder SkyWest Airlines: Die große Airline verkauft das Ticket, der Regionalpartner fliegt. Für Spotter bedeutet das, dass Flugnummer und durchführende Airline auseinanderfallen. Auf alten Fotos und in Logbüchern solltest du Comair deshalb immer getrennt von Delta notieren.
Die Geschichte: von der Piper Navajo zum Jet-Pionier
Turboprop-Jahre und Delta Connection
In den frühen 1980er-Jahren wuchs Comair schnell. Auf die Navajos folgten Turboprops wie die Embraer EMB-110 Bandeirante, die Short 330 und die Swearingen Metro, später die druckbelüfteten Saab 340 und Embraer EMB-120 Brasilia mit rund 30 Sitzen. 1986 erwarb Delta 20 Prozent der Comair-Aktien.
1987 eröffnete Comair auf Wunsch von Delta ein zweites Drehkreuz in Orlando. Delta war damals offizielle Airline von Walt Disney World, und Comair lieferte Zubringerverkehr für Deltas Florida-Flüge. 1988 wurde die Muttergesellschaft Comair Holdings gegründet.
1993: der Regionaljet kommt
Den entscheidenden Schritt machte Comair 1991 mit einer Bestellung bei Bombardier: Die Airline orderte den Canadair Regional Jet, einen 50-Sitzer mit zwei General-Electric-Triebwerken am Heck. Comair war damit US-Erstkunde des Typs. Am 1. Juni 1993 flog der erste Comair-CRJ von Cincinnati nach Toronto.
Was heute selbstverständlich wirkt, war damals neu: Jetkomfort auf Strecken, die bisher Propellerflugzeuge bedienten, und Reichweiten, mit denen ein Regionalpartner auch längere Verbindungen ohne Umsteigen anbieten konnte. Das Konzept zündete. 1994 eröffnete Comair in Cincinnati ein eigenes Regional-Terminal mit 53 Gates, 1997 gehörten schon mehr als 50 Regionaljets zur Flotte.
CRJ100 oder CRJ200?
Comair flog beide Versionen des 50-Sitzers. Von außen sind sie kaum zu unterscheiden, die Unterschiede liegen vor allem bei Triebwerksversion und Leistungsdaten. Auf alten Fotos hilft deshalb nur das Kennzeichen weiter. Mehr dazu findest du auf der Seite zum Bombardier CRJ100/CRJ200 und im Guide Regionaljets erkennen.
Delta-Tochter und Spitzenzeit
Im Oktober 1999 kündigte Delta an, Comair vollständig zu übernehmen; um die Jahreswende 1999/2000 wurde die Airline eine hundertprozentige Tochter. Zu diesem Zeitpunkt beförderte Comair rund sechs Millionen Fluggäste im Jahr. Unter dem Dach von Delta wuchs die Flotte weiter, bis Comair über 170 Bombardier-Regionaljets betrieb – zeitweise die größte Flotte dieser Art bei einer einzelnen Airline. Zu Spitzenzeiten bediente Comair 83 Ziele, neben den USA auch in Kanada und auf den Bahamas.
Zu den kleinen CRJ100 und CRJ200 kamen später die gestreckten CRJ700 und CRJ900. Neben Cincinnati und Orlando wurde Ende 2006 New York-JFK zum Drehkreuz, dazu kamen Schwerpunkte in Atlanta, Boston und New York-LaGuardia. Wo du an JFK heute spottest, zeigt Planespotting in New York.
| Zeitraum | Typen bei Comair | Einordnung |
|---|---|---|
| ab 1977 | Piper PA-31 Navajo | Kleine zweimotorige Kolbenflugzeuge der Gründerzeit |
| 1981 bis späte 1990er | Embraer EMB-110 Bandeirante, Short 330 (nur bis 1987), Swearingen Metro | Kleine Turboprops der Anfangszeit |
| 1984 bis 2000 | Saab 340 | Druckkabine, Stehhöhe im Gang |
| 1988 bis 2002 | Embraer EMB-120 Brasilia | Rund 30 Sitze, Arbeitspferd vor den Jets |
| 1993 bis Anfang der 2010er | Bombardier CRJ100 und CRJ200 | Die 50-Sitzer, mit denen alles begann |
| 2000er bis 2012 | Bombardier CRJ700 und CRJ900 | Gestreckte Versionen für mehr Sitze |
Krisen, Unfälle und das Ende
Streik und Weihnachtspanne
Die Erfolgsgeschichte hatte Brüche. 2001 streikten die Comair-Piloten 89 Tage lang und legten einen großen Teil der Delta-Connection-Verbindungen lahm. Weihnachten 2004 folgte ein Fiasko, das bis heute als Lehrstück gilt: Nach heftigem Schneefall in Cincinnati musste Comair am 25. und 26. Dezember praktisch alle Flüge streichen, rund 30.000 Reisende saßen fest. Als Ursachen werden neben dem Wetter knappe Enteisungsmittel und ein überlastetes Crew-Planungssystem genannt.
Flug 3272 und Flug 5191
Zwei Unfälle prägen die Geschichte von Comair. Am 9. Januar 1997 stürzte Flug 3272, eine EMB-120 Brasilia, im Anflug auf Detroit ab; alle 29 Menschen an Bord starben.
Am 27. August 2006 wollte Flug 5191, ein CRJ100 mit dem Kennzeichen N431CA, frühmorgens in Lexington, Kentucky, nach Atlanta starten. Die Crew rollte statt auf die freigegebene Hauptpiste 22 auf die unbeleuchtete Piste 26, die nur rund halb so lang war. Das Flugzeug kam nicht mehr in die Luft. 49 der 50 Insassen kamen ums Leben, nur der Erste Offizier überlebte. Die US-Unfallbehörde NTSB sah die Ursache darin, dass die Crew ihre Position auf dem Flughafen nicht überprüfte; als beitragende Faktoren nannte sie unter anderem Gespräche während des Rollens, die nichts mit dem Flug zu tun hatten. Der Unfall hat die Diskussion über Positionsbewusstsein am Boden und die Besetzung von Towern in den USA nachhaltig beeinflusst.
Respekt bei historischen Themen
Fotos von Unfallmaschinen kursieren in vielen Archiven. Wenn du solche Bilder teilst oder kommentierst, ordne sie sachlich ein und denk daran, dass hinter jedem Unfall Menschen stehen. Was rechtlich gilt, erklärt Fotos von Flugunfällen.
Insolvenz und Stilllegung
Im September 2005 meldete Delta Insolvenz nach Chapter 11 an, Comair war als Tochter mit betroffen. Es folgten Sparrunden, Streckenkürzungen und Stellenabbau. 2007 schloss Comair die Crew-Basen in Orlando und Greensboro, 2010 kündigte die Airline an, alle 50-sitzigen CRJ100 und CRJ200 auszumustern. Gleichzeitig verlagerte Delta Regionalverkehr zunehmend auf externe Partner, die günstiger flogen.
Im Juli 2012 gab Delta das Aus bekannt. Der letzte Comair-Flug ging am 29. September 2012 von Jacksonville nach Minneapolis/St. Paul. Zum Schluss war nur noch eine Handvoll Flugzeuge übrig. Die Strecken übernahmen andere Delta-Connection-Partner.
Ex-Comair-Jets auf die Wunschliste
Leg Sichtungs-Alarme für Kennzeichen oder Typen wie den CRJ700 an – Planetrack meldet dir Anflug und Landung. Fehlende Typen setzt du auf die Wunschliste in deinem Hangar. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.
Woran du Comair auf alten Fotos erkennst
Weil Comair unter der Marke Delta Connection flog, sahen die Flugzeuge über weite Strecken wie Delta aus. Schon die ersten CRJs wurden mit doppelter Beschriftung ausgeliefert: „Delta Connection“ vorne am Rumpf, der Name Comair am Leitwerk. Mit späteren Delta-Designs trat der Name des Betreibers in den Hintergrund. Willst du ein Foto sicher zuordnen, helfen dir diese Punkte:
Typ bestimmen
Ein CRJ mit Delta-Connection-Titeln aus den Jahren 1993 bis 2012 kann Comair sein – muss aber nicht, denn auch andere Partner flogen CRJs für Delta.
Kennzeichen lesen
Viele Comair-Jets trugen Kennzeichen mit der Endung -CA, etwa N431CA oder N821CA. Das ist ein starkes Indiz, aber kein Beweis.
Ort und Zeit prüfen
Aufnahmen aus Cincinnati, Orlando oder New York-JFK passen zu den Drehkreuzen von Comair. Datum und Ort engen die Auswahl deutlich ein.
Gegencheck
Mit Kennzeichen und Seriennummer gleichst du Registerdaten und Fotoarchive ab. So vermeidest du Verwechslungen mit anderen Delta-Partnern.
Wie du Kennzeichen grundsätzlich liest, erklärt der Guide Flugzeug-Kennzeichen verstehen. Wie du herausfindest, wie alt eine Maschine ist und wo sie vorher geflogen ist, zeigt Flugzeugalter herausfinden.
Comair und das System der Regionalpartner
Comair ist ein Musterbeispiel für das US-System der Regionalpartner. Lange besaß Delta zwei eigene Regionaltöchter: Comair im Norden und Atlantic Southeast Airlines (ASA) mit Schwerpunkt Atlanta. Daneben flogen unabhängige Gesellschaften auf Vertragsbasis. Nach der Insolvenz setzte Delta stärker auf externe Partner – ASA ging an die SkyWest-Gruppe und wurde später mit ExpressJet verschmolzen, Comair wurde geschlossen.
Heute fliegen Regionalverkehre für Delta vor allem Gesellschaften wie Endeavor Air und SkyWest Airlines. Bei American Airlines übernehmen Töchter wie PSA Airlines diese Rolle, bei United Airlines unter anderem SkyWest. Air Wisconsin flog über die Jahre für mehrere große Airlines. Viele von ihnen fliegen Typen, die Comair in den USA groß gemacht hat. Das Drehkreuz Atlanta, an dem auch Comair landete, findest du auf der Seite zum Flughafen Atlanta.
Was Comair geprägt hat
- Den Regionaljet als Standard im US-Zubringerverkehr
- Große Regionalknoten wie Cincinnati
- Direktverbindungen kleinerer Städte ohne Umsteigen
Woran Comair scheiterte
- Höhere Kosten als externe Regionalpartner
- Der Rückzug der kleinen 50-Sitzer
- Delta-Insolvenz und Netzumbau ab 2005
Ex-Comair-Jets heute aufspüren
Nach 2012 verteilten sich die Comair-Jets in alle Richtungen. Manche wurden ausgemustert und zerlegt, andere gingen an neue Betreiber, teils mit neuem Kennzeichen. Eine verlässliche Liste aller Verbleibe gibt es nicht, und gesicherte Aussagen zu einzelnen Maschinen kann diese Seite nicht machen. Für Spotter ist genau das der Reiz: Jede Ex-Comair-Maschine, die du heute noch erwischst, ist eine kleine Detektivgeschichte.
Gute Spur, wenn …
- du die Seriennummer eines CRJ kennst und seine Kennzeichenhistorie nachverfolgst
- ein Typ wie CRJ700 oder CRJ900 noch im aktiven Dienst ist
Vorsicht, wenn …
- du nur die -CA-Endung als Beweis nimmst
- die Maschine inzwischen umregistriert wurde
Aussichtslos, wenn …
- du eine Maschine in Comair-Titeln im heutigen Flugbetrieb erwartest
Hilfreich sind dabei die Guides Flugzeug per Kennzeichen verfolgen und Umregistrierungen. Wenn du selbst in die USA reist, um dort Regionaljets zu fotografieren, lies vorher Planespotting-Reise in die USA und Planespotting in den USA – die Regeln an US-Flughäfen unterscheiden sich in Details von denen in Deutschland.
Häufige Verwechslungen
- Comair mit Delta gleichsetzen – Comair war eine eigene Airline mit eigenem ICAO-Code, auch wenn die Flüge mit DL-Nummern verkauft wurden.
- Jeden Delta-Connection-CRJ für Comair halten – auch andere Partner flogen CRJs mit denselben Titeln.
- Die südafrikanische Comair verwechseln – sie trug zufällig denselben Namen, hatte mit der US-Airline aber nichts zu tun.
- CRJ100 und CRJ200 nach Optik trennen – von außen fast identisch, das Kennzeichen entscheidet.
- Den Code COM heute zuordnen – Comair existiert nicht mehr, aktuelle Tracker-Daten gehören nicht zu dieser Airline.
- Comair als eigenständiges Allianzmitglied führen – Comair war nur über Delta an SkyTeam angebunden, kein Vollmitglied.
Regionaljets sammeln mit Planetrack
Poste deine CRJ-Sichtungen mit Kennzeichen und Spot, teile Fotos mit der Community und vervollständige deinen Hangar Typ für Typ. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
Comair war nie eine Airline mit großem Namen auf dem Rumpf – und hat trotzdem die US-Luftfahrt verändert. Mit dem ersten Canadair Regional Jet in den USA, einem riesigen Regionalknoten in Cincinnati und zeitweise der größten CRJ-Flotte der Welt hat die Gesellschaft aus Kentucky das Modell vorgelebt, nach dem Regionalpartner bis heute fliegen. Nach Krisen, zwei schweren Unfällen und der Delta-Insolvenz endete die Geschichte 2012. Für Spotter bleibt Comair ein Archiv-Thema, bei dem Kennzeichen und Seriennummer mehr verraten als jede Lackierung.
Kurzfazit
Comair (IATA OH, ICAO COM) war eine historische Regionalairline aus Cincinnati, die von 1977 bis 2012 als Delta Connection flog. Als US-Erstkunde des Canadair Regional Jet hat sie den Regionaljet in den USA etabliert.
Zusammenfassung
- Comair hat den Regionaljet in den USA populär gemacht und zeitweise die größte CRJ-Flotte der Welt betrieben.
- Für Spotter ist Comair heute ein Archiv-Thema: Sichtungen gibt es nur noch auf alten Fotos oder bei Ex-Comair-Jets unter neuen Betreibern.
- Das Kennzeichen ist der Schlüssel zur Zuordnung; weil es sich bei einer Umregistrierung ändern kann, lohnt sich zusätzlich die Recherche über die Seriennummer.
- Die Geschichte von Comair erzählt viel über das US-System der Regionalpartner, das mit Endeavor, SkyWest und anderen bis heute funktioniert.
Häufige Fragen
Welchen IATA- und ICAO-Code hatte Comair?
Comair nutzte den IATA-Code OH und den ICAO-Code COM, im Funk meldeten sich die Crews mit „COMAIR“. Weil Comair als Delta Connection flog, wurden die meisten Flüge aber mit Delta-Flugnummern verkauft – auf der Anzeigetafel stand also meist DL, nicht OH.
Gibt es Comair heute noch?
Nein. Delta kündigte im Juli 2012 an, die Tochter zu schließen, der letzte Flug ging am 29. September 2012 von Jacksonville nach Minneapolis/St. Paul. Die Strecken übernahmen andere Delta-Connection-Partner. Nicht verwechseln: Die südafrikanische Comair war eine völlig andere Airline ohne Verbindung zur US-Gesellschaft.
Warum gilt Comair als CRJ-Pionier?
Comair bestellte 1991 bei Bombardier seine ersten Canadair Regional Jets und war in den USA Erstkunde des Typs. Am 1. Juni 1993 flog der erste CRJ von Cincinnati nach Toronto. Das Konzept – Jetkomfort und Jetgeschwindigkeit auf Strecken, die bis dahin Turboprops bedienten – setzte sich schnell durch. Später betrieb Comair mit über 170 Bombardier-Regionaljets zeitweise die größte Flotte dieser Art.
Welche Flugzeuge flog Comair?
Am Anfang Piper Navajo, danach Turboprops wie Embraer EMB-110 Bandeirante, Short 330, Swearingen Metro, Saab 340 und Embraer EMB-120 Brasilia. Ab 1993 kamen die Bombardier-Regionaljets dazu: CRJ100 und CRJ200, später die größeren CRJ700 und CRJ900. Die Turboprops verschwanden bis Anfang der 2000er-Jahre, die kleinen 50-Sitzer wurden ab 2010 ausgemustert.
Welche Rolle spielte Comair in Cincinnati?
Cincinnati war Comairs Heimat und wichtigstes Drehkreuz. 1994 eröffnete Comair dort ein eigenes Regional-Terminal mit 53 Gates. Zusammen mit Delta machte Comair Cincinnati in den 1990er-Jahren zu einem der größten Regionalknoten der USA.
Welche Unfälle gab es bei Comair?
Zwei Unfälle prägen die Geschichte: Am 9. Januar 1997 stürzte Flug 3272, eine EMB-120 Brasilia, im Anflug auf Detroit ab; alle 29 Insassen kamen ums Leben. Am 27. August 2006 startete Flug 5191, ein CRJ100, in Lexington von der falschen, viel zu kurzen Piste; 49 von 50 Menschen starben. Beide Unfälle hatten Folgen für Ausbildung und Verfahren in der US-Luftfahrt.
Kann ich Ex-Comair-Flugzeuge heute noch sehen?
Möglich, aber nicht planbar. Die Regionaljets wurden nach dem Ende von Comair ausgemustert oder an andere Betreiber abgegeben, teils mit neuer Registrierung. Ob eine bestimmte Maschine noch fliegt, findest du nur über Kennzeichen und Seriennummer heraus. Gesicherte Angaben zu einzelnen Exemplaren kann diese Seite nicht machen.
Was war die Weihnachtspanne 2004?
Am 25. und 26. Dezember 2004 musste Comair praktisch den gesamten Flugbetrieb einstellen, rund 30.000 Reisende saßen fest. Vorausgegangen waren heftige Schneefälle in Cincinnati. Als Ursache wird zudem ein überlastetes Crew-Planungssystem genannt, das die vielen Änderungen nicht mehr verarbeiten konnte.
Comair im Blick behalten
Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Flugzeugtypen in der Flotte
Bombardier CRJ100/CRJ200
Klein, schlank, Triebwerke am Heck: Der CRJ100/200 war der erste Canadair Regional Jet und startete 1992 bei Lufthansa CityLine. In Europa ist er fast verschwunden, in den USA fliegt er noch – so erkennst du den 50-Sitzer sicher.
FlugzeugtypSaab 340
Tiefdecker, zwei Vierblatt-Propeller, ein ganz normales Leitwerk und ein kurzer, rundlicher Rumpf: Der Saab 340 ist der schwedische Klassiker unter den Regional-Turboprops. So erkennst du ihn und weißt, wo er heute noch fliegt.
FlugzeugtypBombardier CRJ700
Der CRJ700 ist der Ur-Typ der gestreckten CRJ-Familie: rund 32 Meter lang, um die 70 Sitze, Triebwerke am Heck. Bei Lufthansa CityLine ist er seit 2015 Geschichte, in den USA fliegt er weiter. So trennst du ihn sicher vom längeren CRJ900.
FlugzeugtypBombardier CRJ900
Schlanker Rumpf, Triebwerke am Heck, T-Leitwerk obendrauf: Der CRJ900 war jahrelang das Arbeitspferd im Lufthansa-Zubringerverkehr. Seit dem Aus der CityLine ist er in Deutschland selten geworden – so erkennst du ihn trotzdem sicher.
FlugzeugtypEmbraer EMB 120 Brasilia
Tiefdecker, T-Leitwerk, zwei Vierblatt-Propeller und rund 30 Sitze: Die EMB 120 Brasilia war in den 1980er- und 1990er-Jahren ein Arbeitstier der US-Regionalairlines. Heute ist sie vor allem als Frachter und Exot unterwegs.
Weitere Airlines
Delta Air Lines
Die US-Netzwerk-Airline aus Atlanta: 1925 als Schädlingsbekämpfer gestartet, Gründungsmitglied von SkyTeam und mit rund 1.000 Flugzeugen eine der größten Airlines der Welt – in Deutschland vor allem in Frankfurt und München zu sehen.
RegionalEndeavor Air
Die Regionalairline aus Minneapolis, die komplett Delta gehört: früher Express Airlines I und Pinnacle Airlines, heute Endeavor – mit einer reinen CRJ-Flotte, die als Delta Connection unterwegs ist.
RegionalSkyWest Airlines
Die größte Regionalairline der USA aus St. George in Utah: über 500 Embraer E175 und Bombardier CRJ, die in den Farben von United Express, Delta Connection, American Eagle und Alaska fliegen – aber fast nie unter eigenem Namen.
RegionalExpressJet Airlines
Historische US-Regionalairline: als Continental Express Erstkunde der Embraer-Regionaljets, nach der Fusion mit ASA zeitweise die größte Regionalairline der Welt, 2020 Ende bei United Express und 2022 Aus für den Ableger aha!.
RegionalPSA Airlines
Die CRJ-Spezialistin im American-Airlines-Konzern: aus einer kleinen Airline in Pennsylvania wurde über Piedmont und US Airways die PSA Airlines, die heute rund 150 Bombardier-Regionaljets als American Eagle fliegt – seit 2026 von Charlotte statt Dayton aus.
RegionalAir Wisconsin
Die Regionalairline aus Appleton flog seit 1965 Zubringer für United, US Airways und American – zuletzt mit dem Bombardier CRJ200 ab Chicago O’Hare. Seit April 2025 fliegt sie nicht mehr im Auftrag einer großen Airline.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Bombardier
Bombardier hat den Regionaljet in Europa populär gemacht, die heutige A220 entwickelt und Learjet, Canadair und de Havilland Canada unter einem Dach vereint. Heute baut der Konzern aus Montreal nur noch Businessjets – und die siehst du an Genf, Le Bourget oder Nizza öfter, als du denkst.
AllianzSkyTeam
Die jüngste der drei großen Airline-Allianzen: im Jahr 2000 von Delta, Air France, Aeroméxico und Korean Air gegründet, heute mit Schwerpunkt in Amsterdam und Paris – und mit einer silbernen Sonderlackierung, die Spotter gezielt suchen.
FlughafenFlughafen Atlanta Hartsfield-Jackson
Der passagierreichste Flughafen der Welt: fünf parallele Bahnen südlich von Atlanta, das größte Drehkreuz von Delta Air Lines mit rund tausend Abflügen am Tag – und ein Verkehrsmix, in dem Boeing 717, 757 und Airbus A350 nebeneinander rollen.
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