Das Wichtigste in Kürze
- Die 328JET ist die Jet-Version der Dornier 328: gleiche Zelle, aber zwei PW306B-Turbofans statt Propellerturbinen.
- Schnellster Erkennungsweg: Hochdecker plus zwei Triebwerke unter dem Flügel plus T-Leitwerk – diese Kombination hat kein anderer Jet.
- Nur 110 Exemplare entstanden, bevor Fairchild Dornier im April 2002 Insolvenz anmeldete.
- Heute fliegt sie vor allem im Charter, als Firmenshuttle, VIP-Jet oder Ambulanzflugzeug – Linienverkehr ist die Ausnahme.
- In Tracking-Apps läuft sie als J328, der Turboprop als D328 – mit beiden Codes findest du die seltenen Besuche.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist die 328JET?
- 2.Aufstieg und Absturz von Fairchild Dornier
- 3.Die drei Merkmale, die zur Bestimmung reichen
- 4.328JET, Dornier 328, ERJ oder Avro RJ?
- 5.Die Betreiber: von Delta Connection bis Billund
- 6.Bizjet, Firmenshuttle, Ambulanz: das zweite Leben
- 7.Wo du die 328JET antriffst
- 8.Fototipps speziell für die 328JET
- 9.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
- 10.Fazit
Steckbrief
| Hersteller | Fairchild Dornier, Oberpfaffenhofen; Musterzulassung heute bei Deutsche Aircraft (Sierra Nevada Corporation) |
|---|---|
| ICAO-Typcode | J328 |
| Programmstart | Februar 1997 |
| Erstflug | 20. Januar 1998 in Oberpfaffenhofen |
| Zulassung | JAA im Juli 1999, FAA wenige Wochen später |
| Produktion | 110 Exemplare, Serienbau bis zur Insolvenz von Fairchild Dornier 2002, einzelne Restmaschinen später fertiggestellt |
| Triebwerke | 2 × Pratt & Whitney Canada PW306B mit je 26,9 kN Schub |
| Länge | 21,11 m |
| Spannweite | 20,98 m |
| Höhe | 7,24 m |
| Sitzplätze | 30 bis 33 in Reihenbestuhlung, 2 Piloten und 1 Flugbegleiter |
| Max. Startgewicht | je nach Quelle und Gewichtsvariante rund 15.200 bis 15.660 kg |
| Reisegeschwindigkeit | bis rund 400 Knoten (etwa 740 km/h) |
| Dienstgipfelhöhe | 35.000 ft (rund 10.700 m) |
| Kabine | Druckkabine, Rumpf weitgehend identisch mit der Turboprop-328 |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Hochdecker-Jet: Der Flügel sitzt oben auf dem Rumpf – bei einem zweistrahligen Jet dieser Größe eine absolute Ausnahme
- Zwei Strahltriebwerke an Pylonen unter dem Flügel, keine Hecktriebwerke wie bei ERJ oder CRJ
- T-Leitwerk auf einem schlanken, runden Rumpf mit langer, spitzer Nase
- Hauptfahrwerk in Verkleidungen seitlich am Rumpf, die Räder stehen dicht beieinander
- Gleiche Silhouette wie die Turboprop-Dornier 328, nur ohne Propeller
- Nur zwei Triebwerke – die ebenfalls hochdeckige Avro RJ hat vier
Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein kleiner Jet rollt zur Piste, und irgendetwas stimmt nicht mit dem Bild: Der Flügel sitzt oben auf dem Rumpf, darunter hängen zwei Triebwerke, und hinten thront ein T-Leitwerk. Kein Embraer, kein Bombardier – das ist eine Fairchild Dornier 328JET. Der 30-Sitzer aus Oberpfaffenhofen ist einer der ungewöhnlichsten Regionaljets überhaupt, und mit nur 110 gebauten Exemplaren einer der seltensten. Hier erfährst du, wie die Jet-Version der Dornier 328 entstand, woran du sie sofort erkennst, wer sie geflogen hat und warum sie heute vor allem als Charter- und Businessjet unterwegs ist.
J328 im Hangar abhaken
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Was ist die 328JET?
Die 328JET ist die Strahlflugzeug-Version der Dornier 328, eines Hochdecker-Turboprops für gut 30 Passagiere. Die Turboprop-328 flog im Dezember 1991 erstmals und war ein modernes, schnelles Regionalflugzeug. In den Neunzigern verlangten Airlines und Passagiere allerdings zunehmend nach Jets. Dornier untersuchte deshalb eine Turbofan-Variante, intern zunächst als 328-300 bezeichnet.
Den entscheidenden Schub bekam das Projekt, als der US-Hersteller Fairchild im Juni 1996 die Mehrheit an Dornier Luftfahrt übernahm. Unter dem neuen Namen Fairchild Dornier startete das Programm im Februar 1997 offiziell. Als Triebwerk wählten die Ingenieure das Pratt & Whitney Canada PW306. Die serienmäßige Version PW306B liefert rund 26,9 kN Schub.
Der Clou des Konzepts: Es mussten nur vergleichsweise wenige Änderungen an der Zelle vorgenommen werden. Die Turboprop-328 war strukturell konservativ ausgelegt, sodass sie die Strahltriebwerke ohne großen Umbau aufnehmen konnte. Rumpf, Kabine, Flügel und T-Leitwerk blieben weitgehend gleich – das sparte Entwicklungszeit und Kosten. Eine leichte Verkleinerung der Hinterkantenklappen erlaubte eine höhere Reisegeschwindigkeit von rund 400 Knoten.
Der erste Prototyp, eine umgebaute Turboprop-328, rollte am 6. Dezember 1997 aus der Halle. Am 20. Januar 1998 hob er in Oberpfaffenhofen zum Erstflug ab, der fast zwei Stunden dauerte. Probleme mit Bremsen und Stoßdämpfern des Fahrwerks verzögerten die Zulassung um einige Monate; im Juli 1999 erteilte die europäische JAA die Musterzulassung, die US-Behörde FAA folgte kurz darauf.
Aufstieg und Absturz von Fairchild Dornier
Ende der Neunziger sah es für das Programm gut aus. Erstkunde war die französische Regionalairline Proteus Airlines, die im Juni 1997 sechs Maschinen bestellte. Bis Ende 1997 meldete der Hersteller 17 Festbestellungen und 15 Optionen und sprach von einem möglichen Markt für mehrere hundert Flugzeuge. Fairchild Dornier plante sogar eine ganze Jet-Familie: die gestreckte 428JET mit 44 Sitzen und darüber die größeren 728 und 928.
Doch die Rechnung ging nicht auf. Die 428JET wurde im August 2000 gestoppt, und nach den Anschlägen vom 11. September 2001 brach die Nachfrage im Luftverkehr ein. Im April 2002 meldete Fairchild Dornier Insolvenz an. Bis dahin waren die allermeisten der insgesamt 110 Exemplare der 328JET gebaut.
Die Rechte am 328-Programm gingen im März 2003 an AvCraft Aviation, die noch einige teilfertige Maschinen übernahm, aber nach weniger als drei Jahren selbst scheiterte. Im Juni 2006 erwarb 328 Support Services die Musterzulassung und konzentrierte sich auf Wartung und Ersatzteile für die Bestandsflotte. 2015 kaufte die US-Firma Sierra Nevada Corporation das Unternehmen, das heute als Deutsche Aircraft firmiert. Ein türkisches Projekt, die 328 als Turboprop und Jet in der Türkei neu aufzulegen, wurde im Oktober 2017 wegen steigender Kosten aufgegeben. Deutsche Aircraft entwickelt mit der D328eco zwar eine Neuauflage – allerdings als Turboprop. Die 328JET bleibt damit eine abgeschlossene Baureihe.
Kleine, wechselnde Flotte
Schon Ende 2019 flogen nach Branchenzählungen nur noch rund 50 Jets, davon gut 30 im Airline-Betrieb. Viele Exemplare wechseln zwischen Charter, Firmen- und Ambulanzbetreibern. Verlass dich deshalb nicht auf ältere Flottenlisten, sondern prüf vor einer Tour aktuelle Tracking-Daten.
Die drei Merkmale, die zur Bestimmung reichen
Die 328JET hat eine Silhouette, die es kein zweites Mal gibt. Wenn du einen kleinen Jet siehst und kurz stutzt, prüfe diese drei Punkte.
Wo sitzt der Flügel?
Bei der 328JET liegt der Flügel oben auf dem Rumpf. Fast alle anderen zweistrahligen Regionaljets und Businessjets sind Tiefdecker. Ein Hochdecker-Jet in dieser Größe ist praktisch immer eine 328JET.
Wo hängen die Triebwerke?
Zwei Turbofans hängen an Pylonen unter dem Flügel, recht nah am Rumpf. ERJ, CRJ und die meisten Businessjets tragen ihre Triebwerke dagegen am Heck.
Wie sieht das Heck aus?
Ein hohes T-Leitwerk auf einem schlanken, runden Rumpf mit langer Nase. Das Hauptfahrwerk steckt in Verkleidungen seitlich am Rumpf – genau wie bei der Turboprop-328.
Das Kennzeichen liefert die letzte Bestätigung und verrät dir oft auch den Betreiber. Wie du Registrierungen liest und zuordnest, erklärt der Guide Flugzeugkennzeichen verstehen. Wenn du wissen willst, wie alt die Maschine vor dir ist, hilft dir Flugzeugalter herausfinden – bei der 328JET landest du fast immer zwischen 1999 und 2002.
Praxis-Tipp: auf das Geräusch achten
Hörst du einen Jet, siehst aber eine Dornier-Silhouette mit hohem Flügel, ist es die 328JET. Die Turboprop-328 macht das typische Propellergeräusch – so trennst du die beiden sogar, bevor du sie genau siehst.
328JET, Dornier 328, ERJ oder Avro RJ?
Verwechslungen passieren vor allem auf große Entfernung oder im Gegenlicht. Die Kandidaten sind die Turboprop-Dornier 328, die Embraer-Regionaljets ERJ 135 und ERJ 145, die Bombardier CRJ200 und der vierstrahlige Avro RJ70. Der Finder grenzt in drei Schritten ein.
Schnellbestimmung: kleiner Jet oder Turboprop mit T-Leitwerk
Fairchild Dornier 328JET
Hochdecker, zwei Jets unter dem Flügel und T-Leitwerk: Diese Kombination gibt es nur bei der 328JET.
Dornier 328 (Turboprop)
Gleiche Silhouette, aber Propeller statt Strahltriebwerken. Achte auf die Propellerkreise vor dem Flügel.
Embraer ERJ oder Bombardier CRJ
Tiefdecker mit Hecktriebwerken: Das ist ein klassischer Regionaljet von Embraer oder Bombardier, keine Dornier.
Avro RJ / BAe 146
Auch ein Hochdecker mit T-Leitwerk, aber mit vier Triebwerken und deutlich breiterem Rumpf.
| Merkmal | 328JET | Dornier 328 | ERJ 135 | Avro RJ70 |
|---|---|---|---|---|
| ICAO-Typcode | J328 | D328 | E135 | RJ70 |
| Flügel | hoch | hoch | tief | hoch |
| Antrieb | 2 Turbofans unter dem Flügel | 2 Propellerturbinen | 2 Turbofans am Heck | 4 Turbofans unter dem Flügel |
| Leitwerk | T-Leitwerk | T-Leitwerk | T-Leitwerk | T-Leitwerk |
| Passagiere | 30–33 | rund 30–33 | rund 37 | rund 70–80 |
Einen breiteren Überblick über die kleinen Jets bietet der Beitrag Regionaljets erkennen. Die ältere, kantige Dornier 228 ist dagegen ein deutlich kleinerer Turboprop ohne Druckkabine und mit konventionellem Leitwerk – trotz des Namens kein Verwechslungskandidat.
Die Betreiber: von Delta Connection bis Billund
Ihre große Zeit hatte die 328JET um die Jahrtausendwende in den USA. Der größte Einzelbetreiber war Atlantic Coast Airlines, die von 2000 bis 2005 mehr als 30 Maschinen als Delta Connection einsetzte. Skyway Airlines, der Zubringer von Midwest Airlines aus Milwaukee, flog zwölf 328JET. Kleinere US-Airlines wie Great Plains Airlines mit vier Maschinen folgten. Die Idee dahinter: Strecken, für die ein 50-Sitzer zu groß war, sollten trotzdem mit einem Jet bedient werden.
In Europa war die französische Proteus Airlines Erstkunde, in Deutschland flog unter anderem Cirrus Airlines den Typ. In China startete Grand China Express, die Vorgängerin von Tianjin Airlines, Ende der 2000er-Jahre ihren Linienbetrieb mit 328JET.
Für viele Spotter in Norddeutschland und Skandinavien ist die 328JET aber untrennbar mit Sun-Air of Scandinavia verbunden. Die Familien-Airline vom Flughafen Billund flog von 1996 bis 2025 als Franchisepartner von British Airways und war Ende 2019 mit 14 Jets der größte Betreiber der 328JET. Kleiner Jet, dänisches Kennzeichen, BA-Lackierung – ein Motiv, das unter anderem in Billund, Aarhus und am Flughafen Friedrichshafen zu sehen war. Seit Ende März 2025 fliegt Sun-Air keine Linienflüge mehr, sondern nur noch Charter.
In Nordamerika hielten sich kleinere Betreiber am längsten. Ultimate Air Shuttle flog vom Lunken Field in Cincinnati mit 30-sitzigen 328JET zu mehreren Großstädten, Key Lime Air setzte den Typ unter der Marke Denver Air Connection ein, und die kanadische Calm Air nutzte eine 328JET als ersten Jet ihrer Flotte. Dazu kamen Einzelexemplare bei Air Peace in Nigeria und Sepehran Airlines im Iran. Diese Angaben stammen aus Flottenübersichten von 2019 – welche Maschinen heute noch aktiv sind, prüfst du am besten aktuell.
Nie wieder eine 328JET verpassen
Setz die 328JET auf die Wunschliste deines Hangars und lass dich per Sichtungs-Alarm benachrichtigen, wenn eine J328 an deinem Flughafen anfliegt oder landet. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.
Bizjet, Firmenshuttle, Ambulanz: das zweite Leben
Gerade weil die Linienflotten geschrumpft sind, begegnet dir die 328JET heute oft in ganz anderer Rolle. Schon 1998 bewarb Fairchild Dornier eine Firmenversion unter dem Namen Envoy 3 – eine 328JET mit Geschäftsreisekabine und größerer Reichweite. Mit einem optionalen Zusatztank kommt der Typ auf bis zu rund 2.700 Kilometer.
Der Reiz für Firmen und Charterkunden liegt auf der Hand: Die 328JET bietet eine Airliner-Kabine für rund 30 Personen, also deutlich mehr Platz als ein klassischer Businessjet, dazu Jet-Geschwindigkeit auf kurzen und mittleren Strecken. Gleichzeitig sind gebrauchte Exemplare im Vergleich zu großen Airliner-Bizjets wie der Boeing BBJ günstig. Ähnlich gedacht ist die Embraer Legacy 600, die auf dem ERJ 135 basiert – sie ist aber ein Tiefdecker mit Hecktriebwerken.
So entstanden über die Jahre mehrere Umbauten aus ehemaligen Linienmaschinen:
- VIP- und Charterjets mit Lounge-Bestuhlung, oft bei kleineren europäischen und nordamerikanischen Charteranbietern
- Firmenshuttles – Pratt & Whitney Canada nutzte eine 328JET, um Mitarbeiter zwischen Standorten zu bringen
- Ambulanzflugzeuge für Intensivtransporte, unter anderem in Deutschland, Kolumbien und Australien
- Shuttle-Angebote abseits der Drehkreuze wie bei Ultimate Air Shuttle, die vom kleinen Lunken Field in Cincinnati aus flog
Für Spotter bedeutet das: Eine 328JET landet eher an einem Geschäftsreise- oder Regionalflughafen als am großen Drehkreuz – und oft ohne Flugnummer im öffentlichen Flugplan. Wie du solche Gäste erwischst, liest du in Businessjets spotten.
Wo du die 328JET antriffst
Im deutschsprachigen Raum ist die 328JET ein Glücksfund. Linienverkehr gibt es praktisch keinen mehr; du triffst den Typ vor allem bei Charter-, Firmen- und Ambulanzflügen.
| Ort | Trefferchance | Warum |
|---|---|---|
| Oberpfaffenhofen | gelegentlich | Sitz von Deutsche Aircraft, Wartung und Betreuung der 328-Flotte |
| Regional- und Geschäftsreiseflughäfen | gelegentlich | Charter, VIP- und Ambulanzflüge |
| Billund / Dänemark | gelegentlich | Heimat von Sun-Air, heute im Charterbetrieb |
| Große Drehkreuze wie München | niedrig | meist Gäste der Allgemeinen Luftfahrt, oft abseits der Terminals |
| USA | mittel | kleinere Charter- und Regionalbetreiber |
Am Flughafen München parken solche Gäste meist auf den Vorfeldern der Allgemeinen Luftfahrt. Rund um Friedrichshafen lohnt sich zusätzlich ein Besuch im Dornier Museum, das die Firmengeschichte von den frühen Flugbooten bis zur 328-Familie erzählt. Für kleinere Plätze findest du Tipps im Beitrag Spotting an kleinen Regionalflughäfen.
Der wichtigste Trick: Filtere in der Flugverfolgung nach J328. Weil viele Charter- und Ambulanzflüge in keinem Flugplan stehen, ist ADS-B oft deine einzige Vorwarnung. Wie das funktioniert, erklärt der Guide Flugverfolgung mit ADS-B. Weitere Strategien für ungewöhnliche Typen stehen in Seltene Flugzeuge spotten, und wer selbst einmal mitfliegen möchte, schaut in Seltene Flugzeugtypen als Passagier fliegen.
Fototipps speziell für die 328JET
Die 328JET ist klein, und sie wirkt im Sucher kleiner, als du denkst. Bei rund 21 Metern Spannweite brauchst du mehr Brennweite als bei einem A320.
Seitenprofil für das Besondere
Hochdecker-Flügel, Triebwerke darunter, T-Leitwerk: All das kommt im Seitenprofil am besten zur Geltung. Ein Foto von schräg vorn zeigt dagegen gut, wie nah die Triebwerke am Rumpf hängen.
Beim Rollen fotografieren
Charter- und Firmenjets parken oft weit weg. Plane deine Position so, dass du die Maschine auf dem Rollweg erwischst – dort bist du oft näher dran als bei Start oder Landung.
Lackierung dokumentieren
Viele 328JET tragen schlichte Weiß- oder Firmenlackierungen. Ein zweites Bild mit lesbarem Kennzeichen macht deine Sichtung später eindeutig zuordenbar.
Wann das Licht an deinem Standpunkt passt, berechnest du vorab mit dem Guide Sonnenstand planen für deinen Fotospot.
Bereit für deine 328JET-Jagd?
- Ich habe in der Flugverfolgung nach dem Code J328 gesucht.
- Ich kenne den Unterschied zur Turboprop-328 und zu den ERJ-Regionaljets.
- Ich weiß, wo am Flughafen Charter- und Businessjets parken.
- Ich kenne den Sonnenstand zur erwarteten Uhrzeit.
- Ich habe genug Brennweite für ein kleines Flugzeug dabei.
Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
Es spricht für die 328JET, wenn …
- ein zweistrahliger Jet einen Hochdecker-Flügel hat
- die Triebwerke an Pylonen unter dem Flügel hängen
- ein T-Leitwerk auf einem schlanken Rumpf sitzt
- im Tracking-Dienst J328 als Typ steht
Sieh genauer hin, wenn …
- du die Maschine nur von unten oder direkt von vorn siehst
- du nicht sicher bist, ob vor dem Flügel Propeller laufen
- eine Sonderlackierung die Proportionen verändert
Es ist keine 328JET, wenn …
- Propeller vor dem Flügel drehen – dann ist es die Dornier 328
- die Triebwerke am Heck sitzen – dann ist es eher ein ERJ, CRJ oder Businessjet
- vier Triebwerke unter dem Flügel hängen – das spricht für einen Avro RJ
- der Flügel unten am Rumpf ansetzt – dann ist es ein klassischer Tiefdecker-Jet
Fazit
Die 328JET ist ein faszinierendes Kapitel deutscher Luftfahrtgeschichte: ein cleverer, schnell entwickelter Jet auf Basis eines bewährten Turboprops, der zur falschen Zeit kam. Nur 110 Exemplare entstanden, bevor Fairchild Dornier 2002 zusammenbrach. Heute fliegt der Typ vor allem im Charter, als Firmenshuttle, VIP-Jet oder Ambulanzflugzeug. Für Spotter ist er ein echtes Sammlerstück – selten, aber dank seiner einmaligen Silhouette sofort zu erkennen.
Kurzfazit
Hochdecker, zwei Jets unter dem Flügel, T-Leitwerk: Das ist die 328JET. Propeller bedeuten Turboprop-328, Hecktriebwerke einen Embraer oder Bombardier. Wer sie sehen will, filtert nach J328 und behält Charter- und Geschäftsreiseflughäfen im Blick.
Zusammenfassung
- Die 328JET flog im Januar 1998 erstmals und war Dorniers Antwort auf den Wunsch der Airlines nach leiseren, schnelleren Regionalflugzeugen.
- Große Betreiber waren Atlantic Coast Airlines als Delta Connection und Skyway in den USA sowie Sun-Air of Scandinavia in Dänemark.
- Heute ist die Flotte klein und stark auf Charter, Firmen- und Sonderflüge verteilt.
- Hochdecker-Flügel, Triebwerke darunter und T-Leitwerk machen sie unverwechselbar – wenn du sie einmal gesehen hast.
Häufige Fragen
Welchen ICAO-Typcode hat die 328JET?
Die Jet-Version läuft unter J328. Die Turboprop-Schwester hat den Code D328. Wenn du in der Flugverfolgung nach der 328-Familie suchst, filtere am besten nach beiden Codes.
Was ist der Unterschied zwischen Dornier 328 und 328JET?
Rumpf, Flügel und Leitwerk sind weitgehend gleich. Die Dornier 328 hat zwei Propellerturbinen, die 328JET zwei Pratt-&-Whitney-Canada-Turbofans vom Typ PW306B an Pylonen unter dem Flügel. Von außen trennst du die beiden also allein an den Triebwerken.
Wie viele 328JET wurden gebaut?
Insgesamt entstanden 110 Exemplare. Die Serienfertigung endete mit der Insolvenz von Fairchild Dornier im April 2002; danach wurden nur noch einzelne, bereits begonnene Maschinen fertiggestellt.
Gibt es die 328JET als Businessjet?
Ja. Fairchild Dornier bot ab 1998 eine Firmenversion unter dem Namen Envoy 3 an. Dazu kommen gebrauchte Linienmaschinen, die zu VIP-Jets, Firmenshuttles oder Ambulanzflugzeugen umgerüstet wurden. Pratt & Whitney Canada nutzte zum Beispiel eine 328JET als Mitarbeitershuttle.
Wird die 328JET noch gebaut?
Nein. Die Rechte an der Musterzulassung liegen heute bei Deutsche Aircraft, die die Bestandsflotte betreut. Deren Neuentwicklung D328eco ist ein Turboprop, kein Jet.
Wie unterscheide ich die 328JET von einer Embraer ERJ 135?
Die ERJ 135 ist ein Tiefdecker mit zwei Triebwerken am Heck. Bei der 328JET sitzt der Flügel oben auf dem Rumpf, und die Triebwerke hängen darunter. Schon von Weitem ist der Unterschied eindeutig.
Wo sehe ich in Deutschland eine 328JET?
Am ehesten bei Charter-, Firmen- und Ambulanzflügen an Regional- und Geschäftsreiseflughäfen sowie rund um Oberpfaffenhofen, wo Deutsche Aircraft sitzt. Feste Linienflüge gibt es kaum noch. Prüf vor deiner Tour die Flugverfolgung nach dem Code J328.
Fairchild Dornier 328JET sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
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Dornier 328
Schlanker Rumpf, T-Leitwerk, sechs Propellerblätter pro Seite und erstaunlich schnell: Die Dornier 328 ist das letzte komplett in Deutschland entwickelte Verkehrsflugzeug. So erkennst du den seltenen Turboprop aus Oberpfaffenhofen.
TurbopropDornier 228
Langer, kantiger Rumpf, schlanker Hochdeckerflügel mit schräg abgeschnittenen Spitzen: Die Dornier 228 fliegt seit 1981 Inselstrecken, Küstenwache und Forschung. So erkennst du sie und ihre Varianten.
RegionaljetEmbraer ERJ 135
Der kürzeste Jet der ERJ-Familie: Die ERJ 135 ist eine um rund 3,5 Meter gekürzte ERJ 145 mit 37 Sitzen, Hecktriebwerken und T-Leitwerk – und die Basis für den Businessjet Legacy 600.
RegionaljetEmbraer ERJ 145
Lange Nase, Hecktriebwerke, T-Leitwerk und drei Sitze pro Reihe: Die ERJ 145 ist das 50-sitzige Grundmodell der ERJ-Familie und Embraers Durchbruch bei den Jets – mit über 1.200 gebauten Familienmitgliedern.
RegionaljetBombardier CRJ100/CRJ200
Klein, schlank, Triebwerke am Heck: Der CRJ100/200 war der erste Canadair Regional Jet und startete 1992 bei Lufthansa CityLine. In Europa ist er fast verschwunden, in den USA fliegt er noch – so erkennst du den 50-Sitzer sicher.
RegionaljetAvro RJ70
Der Avro RJ70 ist die modernisierte Fassung der BAe 146-100 – gleicher kurzer Rumpf, neue Triebwerke, digitales Cockpit. Mit nur zwölf gebauten Exemplaren ist er das seltenste Serienmitglied der ganzen Jumbolino-Familie.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Dornier
Vom Bodensee in die Welt: Dornier baute Metallflugboote wie Wal und Do X, nach dem Krieg Kurzstarter wie die Do 27 und später die Regionalflugzeuge 228 und 328. Den Hersteller gibt es nicht mehr – seine Flugzeuge fliegen trotzdem weiter, und zwei davon werden bis heute weiterentwickelt.
HerstellerDeutsche Aircraft
Der einzige deutsche Hersteller von Regionalverkehrsflugzeugen: Deutsche Aircraft betreut aus Oberpfaffenhofen die Dornier 328 und baut auf ihrer Basis die gestreckte D328eco. Seit September 2026 steht dafür eine eigene Endmontagelinie am Flughafen Leipzig/Halle.
MuseumDornier Museum Friedrichshafen
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FlughafenFlughafen Friedrichshafen
Deutschlands südlichster Verkehrsflughafen ist klein, aber geschichtsträchtig: Hier begann der Platz als Luftschiffhafen der Zeppelin-Zeit, hier baute Dornier, und jeden April verwandelt die AERO den Bodensee-Airport in einen Treffpunkt der allgemeinen Luftfahrt. Dazu Ferienflieger, Dash 8 nach Berlin und Hamburg und ein Zeppelin NT vor der Tür.
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