Embraer ERJ 140

Der Regionaljet, der wegen eines Pilotenvertrags existiert: Die ERJ 140 ist eine ERJ 145 mit 44 statt 50 Sitzen, fast ausschließlich für American Eagle gebaut und heute aus dem Liniendienst verschwunden.

Auch bekannt als: EMB-135KL · ERJ-140 · ERJ 140LR · Embraer 140

BrasilienEmbraerRegionaljetsICAO-Typcode: E13510 Min. Lesezeit

44

Sitzplätze

E135

ICAO-Typcode

2000

Erstflug

28,45 m

Länge

Das Wichtigste in Kürze

  • Die ERJ 140 ist eine verkürzte ERJ 145 mit 44 Sitzen – Embraer hat sie ab 1999 speziell für den US-Markt entwickelt.
  • Der Grund ist ein Vertrag, kein Ingenieursproblem: Scope Clauses in US-Pilotenverträgen begrenzten, wie viele 50-Sitzer Regionalpartner fliegen durften.
  • Hauptkunde war American Eagle, heute Envoy Air; die erste Maschine trug das Kennzeichen N800AE.
  • Im Flugplan steht sie als E135 – denselben ICAO-Code nutzt auch die ERJ 135, das Kennzeichen entscheidet.
  • Heute ist sie historisch: Envoy hat die letzten ERJ 140 zu Beginn der 2020er-Jahre ausgemustert.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Was ist die Embraer ERJ 140?
  2. 2.Scope Clauses: warum es die ERJ 140 überhaupt gibt
  3. 3.American Eagle und AmericanConnection
  4. 4.Woran du die ERJ 140 erkennst
  5. 5.ERJ 135, ERJ 140 und ERJ 145 im Vergleich
  6. 6.Häufige Verwechslungen
  7. 7.Wo du die ERJ 140 heute noch findest
  8. 8.Spotting-Tipps für ERJs in den USA
  9. 9.Fazit

Steckbrief

HerstellerEmbraer (São José dos Campos, Brasilien)
FamilieERJ-Familie (ERJ 135, ERJ 140, ERJ 145, dazu Business-Jet Legacy 600/650)
ZulassungsbezeichnungEMB-135KL
ICAO-TypcodeE135 (gemeinsam mit der ERJ 135)
ProgrammstartSeptember 1999
Erstflug27. Juni 2000
IndienststellungJuli 2001 bei American Eagle
Triebwerke2 × Rolls-Royce (ehemals Allison) AE 3007, am Heck montiert
Länge28,45 m
Spannweiterund 20 m
Höherund 6,8 m
Kabinedrei Sitze pro Reihe (1+2), ein Gang
Sitzplätze44
Max. Startgewicht (140LR)rund 21,1 t
Reichweite (140LR)rund 3.060 km
Statushistorisch – aus dem US-Liniendienst ausgemustert

Erkennungsmerkmale

Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?

Hak ab, was auf das Flugzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Schlanker, langer Rumpf mit zwei Triebwerken am Heck und T-Leitwerk – das klassische ERJ-Profil
  • Lange, spitz zulaufende Nase, die weit vor das Cockpit ragt
  • Drei Sitze pro Reihe (1+2), dadurch ein sehr schmaler Rumpfquerschnitt
  • Länge zwischen ERJ 135 und ERJ 145: rund 2,1 m länger als die 135, rund 1,4 m kürzer als die 145
  • Gerade Flügelspitzen ohne die Winglets, die die spätere ERJ 145XR trägt
  • Fast alle Exemplare flogen in den Farben von American Eagle bzw. AmericanConnection

Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein schlanker Jet mit T-Leitwerk und Hecktriebwerken, drei Sitze pro Reihe, American-Eagle-Lackierung: Auf den ersten Blick eine ganz normale ERJ 145. Doch wer genauer hinsieht, merkt, dass der Rumpf ein Stück zu kurz ist. Dann hast du womöglich eine Embraer ERJ 140 vor dir – einen Regionaljet, den es nur gibt, weil Piloten und Airlines in den USA um Flugzeuggrößen verhandelt haben. Hier erfährst du, woher der 44-Sitzer kommt, wie du ihn von ERJ 135 und ERJ 145 trennst und warum er heute zu den echten Raritäten im Logbuch gehört.

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Was ist die Embraer ERJ 140?

Die ERJ 140 ist das mittlere Mitglied der ERJ-Familie von Embraer. Die Familie umfasst die 50-sitzige ERJ 145, die kürzere ERJ 135 mit 37 Sitzen und eben die ERJ 140 mit 44 Sitzen. Alle drei teilen dieselbe Grundkonstruktion: einen schmalen Rumpf mit drei Sitzen pro Reihe, ein T-Leitwerk und zwei Triebwerke vom Typ AE 3007 seitlich am Heck. Auch der Business-Jet Legacy 600 basiert auf dieser Plattform.

Embraer startete das Programm im September 1999. Technisch war der Aufwand überschaubar: Ausgangspunkt war die ERJ 145, deren Rumpf um rund 1,4 Meter verkürzt wurde. Damit liegt die ERJ 140 mit 28,45 Metern Länge zwischen ihren Schwestern. Flügel, Cockpit, Systeme und Triebwerke blieben weitgehend gleich, nur die Triebwerksleistung wurde leicht reduziert. Formal läuft die Maschine in den Zulassungsunterlagen als EMB-135KL, also als Variante der ERJ 135 – ein Detail, das bis heute im ICAO-Typcode nachwirkt.

Der Erstflug fand am 27. Juni 2000 statt. Im Juli 2001 nahm American Eagle die ERJ 140 in den Liniendienst; die erste ausgelieferte Maschine trug das Kennzeichen N800AE. Bis Anfang 2005 hatte Embraer 74 Exemplare ausgeliefert. Gemessen an den mehr als tausend Jets der gesamten ERJ-Familie ist die ERJ 140 damit eine kleine Randerscheinung – und genau das macht sie für Spotter interessant.

44Sitze – sechs weniger als die ERJ 145
E135ICAO-Typcode, geteilt mit der ERJ 135
1+2Sitze pro Reihe, kein Mittelsitz

Scope Clauses: warum es die ERJ 140 überhaupt gibt

Um die ERJ 140 zu verstehen, musst du einen Blick in die Tarifverträge der US-Airlines werfen. Große Netzwerkairlines wie American Airlines lassen einen Teil ihrer Zubringerflüge von Regionalairlines durchführen, die unter Marken wie American Eagle fliegen. Für die Piloten der Hauptairline ist das ein heikles Thema: Je mehr Strecken mit Regionaljets geflogen werden, desto weniger Arbeit bleibt im eigenen Cockpit.

Deshalb enthalten die Verträge zwischen Airline und Pilotengewerkschaft sogenannte Scope Clauses. Sie legen fest, wie viele Flugzeuge die Regionalpartner betreiben dürfen und wie groß diese sein dürfen – gemessen an Sitzplätzen und oft auch am Höchstgewicht. Ende der 1990er-Jahre war die Zahl der 50-sitzigen Regionaljets, die Partner großer US-Airlines einsetzen durften, in solchen Verträgen begrenzt.

Embraer reagierte darauf mit einer pragmatischen Lösung: Statt eines komplett neuen Flugzeugs bot der Hersteller eine verkleinerte ERJ 145 mit 44 Sitzen an, die in der Flottenplanung anders angerechnet werden konnte als ein 50-Sitzer. Die ERJ 140 ist damit ein Paradebeispiel dafür, wie stark Arbeitsverträge die Flugzeugentwicklung beeinflussen können. Bombardier ging übrigens denselben Weg und bot mit dem CRJ440 eine 44-sitzige Version des CRJ200 an.

Scope Clauses prägen bis heute

Das Prinzip wirkt bis in die Gegenwart: Auch die Embraer E175 verdankt ihren Erfolg in den USA ihrer Auslegung auf die Grenzen heutiger Scope Clauses. Wer die ERJ 140 kennt, versteht schneller, warum in Nordamerika so viele Regionaljets mit ganz bestimmten Sitzzahlen unterwegs sind.

Ein Nachteil des Konzepts: Die ERJ 140 trägt im Grunde fast die gleiche Technik wie eine ERJ 145, bietet aber sechs Sitze weniger. Pro Passagier ist sie damit weniger wirtschaftlich. Sobald sich Verträge änderten oder größere Regionaljets attraktiver wurden, verlor der Typ seinen Sonderstatus – ein wichtiger Grund, warum nur relativ wenige Exemplare gebaut wurden.

American Eagle und AmericanConnection

Die ERJ 140 ist untrennbar mit American Eagle verbunden. Die Regionaltochter von American Airlines war Erstkunde und mit Abstand größter Betreiber; die erste Maschine trug das Kennzeichen N800AE. 2014 wurde American Eagle Airlines in Envoy Air umbenannt. Die Marke „American Eagle“ blieb als Dachname für alle Regionalflüge von American bestehen, die heute auch von Partnern wie Piedmont Airlines, PSA Airlines, Republic Airways und SkyWest geflogen werden.

Neben American Eagle setzte auch Chautauqua Airlines die ERJ 140 ein. Im Juni 2001 erneuerte American Airlines, die kurz zuvor TWA übernommen hatte, die Zubringerflüge mit Chautauqua ab St. Louis, und zwar mit 44-sitzigen ERJ 140. Diese Flüge liefen unter der Marke AmericanConnection. Chautauqua flog bis August 2014 für American; Ende 2014 ging die Airline in Shuttle America auf.

Betreiber Marke Zeitraum Status
American Eagle / Envoy Air American Eagle ab 2001 ERJ 140 ausgemustert
Chautauqua Airlines AmericanConnection ab 2001, Partnerschaft bis 2014 Airline existiert nicht mehr

Über die Ausmusterung bei Envoy gibt es leicht abweichende Angaben. Fest steht: Im Zuge des Nachfrageeinbruchs während der Pandemie stellte Envoy die ERJ 140 ab, und American Airlines kündigte Anfang 2021 an, die verbliebenen Maschinen im Mai 2021 endgültig aus dem Dienst zu nehmen. Damit endete die Ära des Typs bei seinem wichtigsten Kunden. Envoy fliegt heute für American Eagle mit E170 und E175.

Historischer Typ

Die ERJ 140 ist ein historischer Regionaljet. Stand Oktober 2026 ist uns kein regulärer Linienbetreiber bekannt. Wenn du irgendwo einen E135-Eintrag im Tracking siehst, ist das mit hoher Wahrscheinlichkeit eine ERJ 135 – prüf das Kennzeichen, bevor du jubelst.

Woran du die ERJ 140 erkennst

Die ERJ-Familie ist auf dem Vorfeld unverwechselbar, sobald du sie einmal bewusst gesehen hast. Die Schwierigkeit liegt nicht darin, eine ERJ zu erkennen, sondern darin, die richtige ERJ zu erkennen.

Grundform prüfen

Schmaler, langer Rumpf, T-Leitwerk, zwei Triebwerke seitlich am Heck und eine lange, spitze Nase: Das ist das ERJ-Grundmuster. Ein CRJ200 sieht ähnlich aus, wirkt aber rundlicher im Querschnitt und hat eine kürzere, stumpfere Nase.

Proportionen einschätzen

Die ERJ 145 wirkt lang und gestreckt, die ERJ 135 fast gedrungen. Die ERJ 140 liegt dazwischen – der Abstand zwischen Flügel und Triebwerken am Heck ist sichtbar kürzer als bei der 145.

Betreiber beachten

Eine ERJ in American-Eagle- oder AmericanConnection-Farben aus den 2000er- und 2010er-Jahren ist ein Kandidat. Die meisten anderen Airlines flogen ERJ 135 oder ERJ 145.

Kennzeichen nachschlagen

Die sichere Bestätigung liefert nur das Kennzeichen. Über eine Registrierungsdatenbank findest du Seriennummer und genaue Variante.

Wie du Kennzeichen liest und was sich daraus ablesen lässt, erklärt der Guide Flugzeugkennzeichen verstehen. Das Baujahr einer Maschine findest du mit dem Artikel Flugzeugalter herausfinden.

ERJ 135, ERJ 140 und ERJ 145 im Vergleich

Die drei Schwestern unterscheiden sich vor allem in Rumpflänge und Sitzzahl. Flügel, Leitwerk, Höhe und Cockpit sind praktisch gleich.

Merkmal ERJ 135 ERJ 140 ERJ 145
Sitzplätze 37 44 50
Länge ca. 26,3 m 28,45 m ca. 29,9 m
Spannweite ca. 20 m ca. 20 m ca. 20 m
ICAO-Typcode E135 E135 E145
Kabine 1+2 1+2 1+2

Interessant ist der Typcode: Weil die ERJ 140 formal als EMB-135KL zugelassen ist, steht sie in Flugplänen und Tracking-Diensten unter E135, obwohl sie größenmäßig näher an der ERJ 145 liegt. Wie solche Codes aufgebaut sind, erklärt der Beitrag zu ICAO-Typcodes.

Schnellbestimmung: welche ERJ?

Drei Fragen, eine Einschätzung. Das Kennzeichen bleibt die letzte Instanz.

Möglich

Embraer ERJ 140

Mittlere Rumpflänge, American-Farben und der Code E135 passen zur ERJ 140. Weil der Typ ausgemustert ist, lohnt sich der Blick ins Register besonders: Viele Treffer sind am Ende ERJ 135.

Wahrscheinlich

Embraer ERJ 145

Langer Rumpf und der Code E145 sprechen für die 50-sitzige ERJ 145, die weltweit am häufigsten gebaute Version der Familie.

Wahrscheinlich

ERJ 135 oder Legacy

Ein kurzer Rumpf deutet auf die ERJ 135. Zeigt das Tracking E35L, ist es ein Legacy-Business-Jet auf derselben Basis, oft mit Winglets.

Häufige Verwechslungen

Es spricht für die ERJ 140, wenn …

  • der Rumpf sichtbar kürzer als bei einer ERJ 145 wirkt, aber länger als bei einer ERJ 135
  • die Maschine American-Eagle- oder AmericanConnection-Farben trägt
  • das Kennzeichen in einer Datenbank als EMB-135KL geführt wird

Sieh genauer hin, wenn …

  • im Tracking nur E135 steht – das kann auch eine ERJ 135 sein
  • du kein Vergleichsflugzeug daneben hast, um die Länge einzuschätzen
  • das Foto aus einem Archiv ohne Kennzeichen stammt

Es ist keine ERJ 140, wenn …

  • du große, nach oben gezogene Winglets siehst – das spricht für die ERJ 145XR
  • die Triebwerke unter den Flügeln hängen – dann ist es ein E-Jet wie die E175
  • die Kabine vier Sitze pro Reihe hat – dann bist du eher bei CRJ oder E-Jet

Eine ausführliche Übersicht über die Unterschiede zwischen CRJ, ERJ und E-Jets bietet der Guide Regionaljets unterscheiden.

Wo du die ERJ 140 heute noch findest

Ehrlich gesagt: kaum noch irgendwo im Liniendienst. Die ERJ 140 war fast ausschließlich in den USA unterwegs, vor allem auf Zubringerflügen zu den Drehkreuzen von American Airlines. Wer in den 2000er- und 2010er-Jahren am Flughafen Dallas/Fort Worth, in Chicago O’Hare oder in Miami gespottet hat, hat gute Chancen, eine ERJ 140 im Archiv zu haben, ohne es zu wissen.

Genau da liegt heute der Reiz: Archivarbeit. Viele Spotter haben alte American-Eagle-Bilder als „ERJ 145“ abgelegt. Ein zweiter Blick auf das Kennzeichen zeigt manchmal, dass es eine ERJ 140 war – und plötzlich steht ein seltener Typ in deiner Sammlung. Wie du alte Fotos sauber nachbearbeitest und beschriftest, steht im Beitrag Fotos richtig beschriften.

Ausgemusterte Regionaljets landen in den USA oft in Abstellparks in der Wüste, bevor sie verschrottet oder ausgeschlachtet werden. Welche Plätze das sind und was du dort sehen darfst, erklärt der Artikel über Flugzeugfriedhöfe und Boneyards. Ob und wo heute noch ERJ 140 stehen, ändert sich laufend – verlässlich klärst du das nur über einzelne Kennzeichen.

Seltene Kennzeichen im Blick behalten

Leg Sichtungs-Alarme für einzelne Kennzeichen oder Typen an – Planetrack benachrichtigt dich, wenn eine beobachtete Maschine anfliegt oder landet. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.

Spotting-Tipps für ERJs in den USA

Auch wenn die ERJ 140 selbst verschwunden ist, sind ihre Schwestern in Nordamerika weiter unterwegs. Wer die Familie fotografieren will, findet an den großen Drehkreuzen nach wie vor Regionaljets im Minutentakt.

Spot mit Rollverkehr wählen

Regionaljets nutzen oft kürzere Pisten oder Rollwege nahe der Terminals. An der Founders’ Plaza in Dallas/Fort Worth siehst du American-Eagle-Verkehr aus nächster Nähe.

Brennweite anpassen

Mit rund 20 Metern Spannweite ist eine ERJ deutlich kleiner als ein Mittelstreckenjet. Plane etwas mehr Brennweite ein als für eine A320, damit die Maschine das Bild füllt.

Seitenprofil bevorzugen

Die Rumpflänge ist das wichtigste Unterscheidungsmerkmal. Ein sauberes Seitenprofil macht es später leichter, die Variante zu bestimmen.

Kennzeichen lesbar halten

US-Kennzeichen beginnen mit N und sind an Regionaljets oft recht klein aufgemalt. Achte darauf, dass sie scharf im Bild sind.

Wenn du einen Spotting-Trip in die USA planst, helfen dir die Guides zu Chicago O’Hare und Miami. Wie selten eine bestimmte Sichtung wirklich ist, kannst du mit dem Artikel Seltenheit einer Sichtung einschätzen einordnen.

ERJ-Archiv durchsuchen

Hak ab, was du schon erledigt hast.

  • Ich habe alte American-Eagle-Fotos nach Kennzeichen sortiert.
  • Ich habe die Kennzeichen in einer Registrierungsdatenbank geprüft.
  • Ich habe ERJ 135, 140 und 145 getrennt abgelegt.
  • Ich habe Datum und Flughafen jeder Aufnahme notiert.

Fazit

Die ERJ 140 ist kein spektakuläres Flugzeug, aber ein besonders lehrreiches. An ihr siehst du, wie stark Pilotenverträge, Flottenplanung und Marktlogik die Flugzeugentwicklung prägen. Technisch eine verkürzte ERJ 145, wirtschaftlich ein Kompromiss, historisch eng mit American Eagle verbunden – und heute eine echte Rarität, die du am ehesten in alten Fotoarchiven findest.

Kurzfazit

Schlanker ERJ-Rumpf, etwas kürzer als bei der 145, American-Farben und der Code E135: Das kann eine ERJ 140 sein. Sicher bist du erst mit dem Kennzeichen – und weil der Typ ausgemustert ist, lohnt sich vor allem der Blick in dein eigenes Archiv.

Zusammenfassung

  • Die Embraer ERJ 140 flog erstmals im Juni 2000 und ging im Juli 2001 bei American Eagle in den Liniendienst.
  • Mit 44 Sitzen lag sie bewusst unter der Grenze, ab der Pilotenverträge großer US-Airlines Regionaljets zählten oder begrenzten.
  • Optisch ist sie eine ERJ 145 mit kürzerem Rumpf; zur Unterscheidung von ERJ 135 und 145 helfen Länge, Betreiber und vor allem das Kennzeichen.
  • Gebaut wurden nur wenige Dutzend Exemplare; im Linienverkehr ist der Typ inzwischen praktisch verschwunden.

Häufige Fragen

Was ist die Embraer ERJ 140?

Ein zweistrahliger Regionaljet mit 44 Sitzen aus der ERJ-Familie des brasilianischen Herstellers Embraer. Sie liegt in der Größe zwischen der ERJ 135 (37 Sitze) und der ERJ 145 (50 Sitze). Programmstart war im September 1999, der Erstflug folgte am 27. Juni 2000, in Dienst ging sie im Juli 2001 bei American Eagle.

Warum hat die ERJ 140 genau 44 Sitze?

Wegen der Scope Clauses in den Tarifverträgen zwischen großen US-Airlines und ihren Pilotengewerkschaften. Diese Klauseln legen fest, wie viele und wie große Flugzeuge die Regionalpartner einer Airline fliegen dürfen. Weil die Zahl der 50-sitzigen Regionaljets begrenzt war, bot Embraer mit der ERJ 140 eine Variante unterhalb dieser Schwelle an, die sich in der Flottenplanung anders anrechnen ließ.

Welchen ICAO-Typcode hat die ERJ 140?

Die ERJ 140 läuft unter E135, also unter demselben Code wie die ERJ 135. Der Business-Jet Legacy 600 hat dagegen einen eigenen Code (E35L). Die Zulassungsbezeichnung EMB-135KL zeigt, dass sie formal als Variante der 135 geführt wird, obwohl ihr Rumpf länger ist. Wer sicher sein will, prüft das Kennzeichen in einer Datenbank.

Wie unterscheide ich ERJ 135, ERJ 140 und ERJ 145?

Alle drei teilen Flügel, Leitwerk, Cockpit und Triebwerksanordnung. Der Unterschied steckt im Rumpf: Die ERJ 135 ist rund 26,3 m lang, die ERJ 140 rund 28,5 m, die ERJ 145 rund 29,9 m. Im Feld ist das ohne Vergleichsflugzeug schwer zu sehen. Verlässlich sind der Betreiber, das Kennzeichen und die Sitzzahl, wenn du sie über die Airline nachschlagen kannst.

Welche Airlines flogen die ERJ 140?

Hauptbetreiber war American Eagle, die 2014 in Envoy Air umbenannte Regionaltochter von American Airlines. Daneben flog Chautauqua Airlines die ERJ 140 als AmericanConnection-Partner ab St. Louis. Die AmericanConnection-Flüge von Chautauqua endeten 2014.

Fliegt die ERJ 140 noch?

Im regulären Linienverkehr praktisch nicht mehr. Envoy hat die ERJ-140-Flotte im Zuge der Pandemie abgestellt; die Angaben zum genauen Schlusspunkt schwanken zwischen 2020 und Mai 2021. Ob einzelne Maschinen heute noch bei Charter- oder Spezialbetreibern im Einsatz sind, prüfst du am besten per Kennzeichen in einer aktuellen Datenbank.

Gab es eine Konkurrenz zur ERJ 140?

Ja. Bombardier bot mit dem CRJ440 eine 44-sitzige Variante des CRJ200 an, die aus demselben Grund entstand. Beide Typen sind heute nicht mehr in Produktion.

Embraer ERJ 140 sammeln statt nur sehen

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