Das Wichtigste in Kürze
- Die Jak-40 war der erste Strahlzubringer der Sowjetunion: Erstflug 1966, Liniendienst bei Aeroflot ab 1968, gebaut für kurze und oft unbefestigte Pisten.
- Schnellster Erkennungsweg: drei Hecktriebwerke plus gerade Flügel – diese Kombination hat kein anderes Verkehrsflugzeug.
- Rund 1.011 Exemplare entstanden zwischen 1967 und 1981 in Saratow; exportiert wurde der Typ in rund 20 Länder.
- Deutscher Bezug: Die Hamburger General Air flog ab 1972 fünf Jak-40 auf innerdeutschen Strecken.
- Heute eine Rarität: Nur noch wenige Maschinen sind zivil im Einsatz, vor allem in Russland – im EU-Luftraum wirst du derzeit keine fliegende Jak-40 sehen.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist die Jakowlew Jak-40?
- 2.Technik: gebaut für Graspisten und Provinzflugplätze
- 3.Die Merkmale, die zur Bestimmung reichen
- 4.Jak-40, Jak-42, Tu-134 oder Falcon 50?
- 5.Im Westen unterwegs: General Air und Italien
- 6.Arbeitspferd im Osten und Regierungsjet
- 7.Wer fliegt die Jak-40 heute noch?
- 8.Spotting-Tipps: so kommst du an eine Jak-40
- 9.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
- 10.Fazit
Steckbrief
| Hersteller | Jakowlew (Konstruktionsbüro); Serienbau im Flugzeugwerk Saratow |
|---|---|
| Rolle | Kurzstrecken- und Zubringerjet, daneben VIP-, Fracht- und Sonderversionen |
| NATO-Codename | Codling |
| ICAO-Typcode | YK40 |
| Wirbelschleppenkategorie | M (Medium) |
| Erstflug | 21. Oktober 1966 |
| Indienststellung | 30. September 1968 bei Aeroflot |
| Bauzeit | 1967 bis 1981 |
| Gebaute Exemplare | rund 1.011 (manche Quellen nennen 1.013) |
| Triebwerke | 3 × Iwtschenko AI-25, je rund 14,7 kN Schub, alle am Heck |
| Länge | rund 20,2 bis 20,4 m (je nach Quelle) |
| Spannweite | 25,0 m |
| Höhe | rund 6,4 bis 6,5 m |
| Sitzplätze | typisch 24 bis 27 in Dreierreihen, bis 32 in Viererreihen |
| Max. Startgewicht | je nach Version und Quelle rund 15,5 bis 17,2 t |
| Reisegeschwindigkeit | rund 510 bis 550 km/h |
| Reichweite | rund 1.450 bis 1.800 km, je nach Zuladung und Version |
| Cockpit | zwei Piloten plus Bordmechaniker |
| Status | Weitgehend ausgemustert; einzelne Maschinen noch bei zivilen Betreibern in Russland und Zentralasien |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Drei kleine Triebwerke am Heck: zwei seitlich am Rumpf, das dritte im Rumpfende, gespeist über einen Lufteinlauf auf dem Rücken vor der Flosse
- Gerade, ungepfeilte Flügel mit großer Spannweite im Verhältnis zum kurzen Rumpf – für einen Jet sehr ungewöhnlich
- Hohes T-Leitwerk auf einer leicht gepfeilten Seitenflosse
- Ausklappbare Treppe unter dem Heck: Passagiere steigen hinten unter dem Rumpf ein
- Sehr kurzer, rundlicher Rumpf mit großen Kabinenfenstern – gerade einmal rund 20 Meter lang
- Kurzes Fahrwerk, die Maschine sitzt niedrig und wirkt gedrungen
Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein kleiner, rundlicher Jet mit erstaunlich langen, geraden Flügeln, drei Triebwerken am Heck und einem hohen T-Leitwerk: Das ist die Jakowlew Jak-40. Der sowjetische Kurzstreckenjet sollte ab Ende der 1960er-Jahre alte Propellerflugzeuge auf Provinzflugplätzen ersetzen, oft auf Gras oder Schotter. Über 1.000 Exemplare entstanden, und als einer der ganz wenigen Ostblock-Jets flog sie sogar für eine westdeutsche Airline ab Hamburg. Hier erfährst du, wie du die Jak-40 sicher bestimmst, was sie von Jak-42, Tu-134 und Boeing 727 unterscheidet und wo du ihr heute noch begegnen kannst.
Die Jak-40 in deinen Hangar
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Was ist die Jakowlew Jak-40?
Die Jak-40 ist ein dreistrahliger Kurzstrecken- und Zubringerjet aus dem Konstruktionsbüro Jakowlew. Bis dahin war das Haus vor allem für Jagd-, Sport- und Trainingsflugzeuge bekannt – die Jak-40 war sein erstes Strahlverkehrsflugzeug. Den Auftrag gab Anfang der 1960er-Jahre Aeroflot: Die Staatsairline flog auf ihrem riesigen Regionalnetz noch Kolbenmotor-Flugzeuge der Nachkriegszeit und wollte sie durch ein turbinengetriebenes Muster ersetzen.
Die Anforderungen waren hart. Die Maschine sollte auf kurzen, unbefestigten Pisten von teils weniger als 700 Metern Länge und bei schlechtem Wetter zuverlässig starten und landen. Dazu musste sie unabhängig von Bodengeräten funktionieren, denn auf vielen Provinzflugplätzen gab es weder Startwagen noch Fluggasttreppen. Heraus kam ein Flugzeug, das in vielem anders ist als typische Jets seiner Zeit: gerader Flügel, drei kleine Triebwerke, eingebautes Hilfstriebwerk, eigene Treppe.
Der Erstflug fand am 21. Oktober 1966 statt, gebaut wurden fünf Prototypen. Die Serienfertigung lief ab 1967 im Flugzeugwerk Saratow an der Wolga, am 30. September 1968 nahm Aeroflot den Linienbetrieb auf. Bis 1981 entstanden nach gängiger Zählung 1.011 Maschinen, manche Quellen nennen 1.013. Nachfolger im Programm wurde die deutlich größere Jak-42. Jakowlew gehört heute zum russischen Konzern United Aircraft Corporation. Wie die Jak-40 in die Gesamtgeschichte der Ostblock-Luftfahrt passt, liest du im Beitrag Sowjetische Verkehrsflugzeuge.
Technik: gebaut für Graspisten und Provinzflugplätze
Die wichtigste Entscheidung war die Triebwerkswahl. Drei Mantelstromtriebwerke vom Typ Iwtschenko AI-25 mit je rund 14,7 kN Schub treiben die Jak-40 an. Das damals neue Triebwerk entstand beim Konstruktionsbüro Iwtschenko im ukrainischen Saporischschja. Zwei sitzen in Gondeln seitlich am Rumpfende, das dritte im Heck selbst. Seine Luft holt es über einen Einlauf auf dem Rumpfrücken vor der Seitenflosse, ein S-förmiger Kanal führt sie nach unten zum Triebwerk. Drei Triebwerke statt zwei gaben Reserven bei einem Ausfall, gerade beim Start von kurzen Plätzen.
Der gerade, ungepfeilte Flügel ist das zweite Kernstück. An Vorderkante gibt es keine Vorflügel, als Hochauftriebshilfe dienen nur Spaltklappen an der Hinterkante. Die kurzen Start- und Landestrecken erreicht die Jak-40 vor allem über ihre geringe Flächenbelastung: viel Flügel für wenig Gewicht. Laut deutschsprachigen Datenblättern reichen rund 340 Meter Startrollstrecke und rund 360 Meter Landerollstrecke. Die Kehrseite: Mit einer Reisegeschwindigkeit von rund 510 bis 550 km/h war sie kaum schneller als moderne Turboprops.
Für die Unabhängigkeit vom Boden sorgen zwei Details. Im Heck sitzt ein Hilfstriebwerk (APU) vom Typ AI-9, das die Haupttriebwerke anlässt und die Kabine mit Luft versorgt – zu einer Zeit, als das bei kleinen Verkehrsflugzeugen keineswegs Standard war. Was eine APU genau leistet, erklärt der Beitrag APU, Bodenstrom und PCA. Und unter dem Rumpfende klappt eine eingebaute Treppe aus, über die Passagiere hinten einsteigen. Schubumkehr gab es anfangs gar nicht; später erhielt das mittlere Triebwerk eine Umkehrvorrichtung.
Im Cockpit arbeiten zwei Piloten und ein Bordmechaniker. Die Kabine ist für einen Jet winzig: In der üblichen Dreierbestuhlung mit Gang finden 24 bis 27 Passagiere Platz, in dichter Viererbestuhlung bis zu 32. Bei hochgeklappten Sitzreihen lassen sich nach deutschsprachigen Angaben bis zu 2,5 Tonnen Fracht zuladen.
| Version | Merkmale | Hinweis für Spotter |
|---|---|---|
| Jak-40 | Grundversion für 24 bis 32 Passagiere | Mit Abstand die häufigste Variante |
| Jak-40D | Größere Reichweite durch mehr Treibstoff | Äußerlich kaum zu unterscheiden – Kennzeichen prüfen |
| Jak-40K | Fracht- und Kombiversion mit großer Frachttür, gebaut ab 1975 | Achte auf die große Frachttür an der Rumpfseite |
| Jak-40EC / Jak-40V | Exportversionen für Kunden außerhalb der Sowjetunion | Äußerlich kaum von der Grundversion zu unterscheiden |
| Salon-Versionen | VIP-Kabinen für Regierungen und Militär | Häufig in Luftwaffen- oder Regierungsfarben |
| Erprobungsträger | Sondermaschinen, etwa zur Triebwerks- und Messtechnik | Einzelstücke mit auffälligen Anbauten |
Ein kurioser Fall aus jüngerer Zeit: Seit 2021 dient eine Jak-40 in Russland als fliegender Prüfstand für einen elektrischen Antrieb – mit einem Propeller vorn in der Nase, angetrieben von einem supraleitenden Elektromotor. Wenn du ein Foto einer Jak-40 mit Propeller an der Nase siehst, ist es also keine Fotomontage.
Die Merkmale, die zur Bestimmung reichen
Die Jak-40 lässt sich mit drei Blicken festnageln – sie hat eine Silhouette, die es kein zweites Mal gibt.
Triebwerke zählen
Drei Triebwerke am Heck: zwei seitlich in Gondeln, das dritte im Rumpfende mit Einlauf auf dem Rücken. Unter den Flügeln hängt nichts.
Flügel anschauen
Die Flügel stehen fast rechtwinklig vom Rumpf ab, ohne erkennbare Pfeilung. Ein Strahlflugzeug mit drei Hecktriebwerken und geradem Flügel ist praktisch immer eine Jak-40.
Proportionen prüfen
Der Rumpf ist kurz und rundlich, die Spannweite größer als die Rumpflänge. Dazu das hohe T-Leitwerk – fertig ist das Jak-40-Bild.
Steht die Maschine am Boden, verrät die ausgeklappte Hecktreppe den Typ endgültig. Die Kabinenfenster sind für einen so kleinen Jet auffällig groß und rundlich. Die Nase ist kurz und stumpf, ohne verglaste Navigatorkanzel – anders als bei der Tu-134, die in ihren frühen Versionen eine Glasnase trägt. Mehr zum Lesen von Triebwerksanordnungen findest du unter Triebwerke erkennen.
Praxis-Tipp für den ersten Blick
Von unten im Überflug sind die geraden Flügel das eindeutigste Merkmal – sie wirken fast wie bei einem Segelflugzeug. Im Profil achtest du auf die Beule des Lufteinlaufs auf dem Rumpfrücken vor der Flosse. Und auf dem Vorfeld schaust du unter das Heck: Hängt dort eine Treppe, hast du sie.
Jak-40, Jak-42, Tu-134 oder Falcon 50?
Hecktriebwerke und T-Leitwerk teilt sich die Jak-40 mit mehreren Typen. Der Finder hilft dir beim Eingrenzen.
Schnellbestimmung: kleiner Jet mit Hecktriebwerken
Jakowlew Jak-40
Gerade Flügel, drei Hecktriebwerke und die Treppe unter dem Heck sind das typische Jak-40-Bild. Prüf das Kennzeichen, um Version und Betreiber festzustellen.
Jakowlew Jak-42
Die Jak-42 ist der größere Nachfolger mit gepfeilten Flügeln und Platz für rund 100 Passagiere und mehr. Die Triebwerksanordnung ähnelt der Jak-40.
Tupolew Tu-134
Zwei Hecktriebwerke, stark gepfeilte Flügel und die Fahrwerksgondeln an der Flügelhinterkante sprechen für die Tu-134.
Dassault Falcon 50
Auch die Falcon 50 ist ein kleiner Dreistrahler mit Einlauf auf dem Rücken – aber ein Geschäftsreisejet mit gepfeilten Flügeln und einem Höhenleitwerk, das nicht ganz oben auf der Flosse sitzt.
Mit der Boeing 727 teilt die Jak-40 das Prinzip des dritten Triebwerks im Heck, gespeist über einen S-Kanal. Die 727 ist aber ein viel größerer Mittelstreckenjet mit stark gepfeilten Flügeln. Ähnliches gilt für die britische Hawker Siddeley Trident und die sowjetische Tu-154. Wie du kleine Jets allgemein auseinanderhältst, zeigt der Beitrag Regionaljets erkennen.
Im Westen unterwegs: General Air und Italien
Was die Jak-40 von fast allen anderen sowjetischen Verkehrsflugzeugen unterscheidet: Sie wurde gezielt für den Export in den Westen angeboten und vorgeführt. Sie gilt als erstes sowjetisches Verkehrsflugzeug, das in Italien und in der Bundesrepublik zugelassen wurde. Insgesamt ging der Typ in rund 20 Länder.
Für Spotter in Deutschland ist vor allem General Air interessant. Die Fluggesellschaft hatte ihren Sitz in Hamburg, Basis war der Flughafen Hamburg. Im Juni 1972 kam die erste von später fünf Jak-40 in die Flotte. Eingesetzt wurden die Maschinen auf innerdeutschen Strecken, unter anderem zwischen Hamburg, Kassel, Lübeck, Düsseldorf, Frankfurt am Main, München und Saarbrücken. Am 19. Februar 1975 verunglückte die D-BOBD bei einer missglückten Landung auf dem Flughafen Saarbrücken und wurde als Totalschaden abgeschrieben. Im Januar 1976 meldete General Air Insolvenz an – damit endete das deutsche Kapitel der Jak-40 im Linienverkehr.
In Italien flogen mehrere kleinere Airlines den Typ, darunter Aertirrena, Alinord, Avioligure und Cabado. Nennenswerte Flotten im Westen entstanden daraus nicht; die Jak-40 blieb dort eine Episode. Ihre große Zeit hatte sie im Ostblock und in befreundeten Staaten in Afrika, Asien und Lateinamerika – von Kuba über Vietnam bis Afghanistan.
Keine Jak-40 mehr verpassen
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Arbeitspferd im Osten und Regierungsjet
Bei Aeroflot war die Jak-40 über Jahrzehnte das Rückgrat auf kurzen Regionalstrecken, gerade dort, wo größere Jets wie die Tu-134 nicht landen konnten. Nach dem Zerfall der Sowjetunion gingen die Maschinen an die vielen neuen Airlines der Nachfolgestaaten; zur heutigen Airline-Landschaft rund um die Aeroflot-Gruppe gehört der Typ längst nicht mehr.
Klein, robust und mit eigener Treppe: Das machte die Jak-40 auch zum beliebten Regierungs- und Militärtransporter. Zahlreiche Luftstreitkräfte nutzten sie, darunter jene Polens, Ungarns, Bulgariens und der Tschechoslowakei bzw. später Tschechiens; auch die Regierungen Tschechiens und der Slowakei flogen den Typ. Nordkorea bestellte 1978 elf Maschinen für VIP-Transporte. Wie du Staatsflieger heute gezielt aufspürst, erklärt der Guide Regierungsflugzeuge spotten.
Traurige Bekanntheit bekam eine polnische Regierungs-Jak-40 am 10. April 2010: Sie brachte Journalisten nach Smolensk und landete dort rund anderthalb Stunden vor der Tupolew Tu-154 des polnischen Präsidenten, die bei sich rasch verschlechterndem Wetter verunglückte. Die Crew der Jak-40 hatte die Tu-154-Besatzung zuvor per Funk über die sehr schlechte Sicht informiert.
Wie jeder Typ mit so langer Dienstzeit und hartem Einsatzprofil hat auch die Jak-40 eine lange Unfallliste. Ihr erster tödlicher Unfall ereignete sich 1970 bei Aeroflot. Laut der Datenbank des Aviation Safety Network gab es bis November 2025 mehr als 90 Totalverluste – bei über 1.000 gebauten Maschinen und vielen Einsätzen auf einfachen Plätzen.
Wer fliegt die Jak-40 heute noch?
Die aktive Flotte ist stark geschrumpft. Im Juli 2019 waren nach einer verbreiteten Zählung noch 22 Maschinen bei zivilen Betreibern registriert. Das russische Vologda Aviation Enterprise hatte Anfang 2025 noch fünf Exemplare im Bestand, in Kasachstan meldete Zhezkazgan Air Anfang 2020 noch eine Maschine. Bei Luftstreitkräften führt der Jahresbericht World Air Forces 2026 keine Jak-40 mehr.
Wie viele davon im Oktober 2026 tatsächlich fliegen, lässt sich aus offenen Quellen nicht sicher sagen. Prüf im Zweifel das Kennzeichen in einer Flottendatenbank. Das Präfix verrät die Herkunft: RA- steht für Russland, UP- für Kasachstan – mehr dazu unter Länderkennungen an Flugzeugen.
Im EU-Luftraum praktisch nicht anzutreffen
Seit Februar 2022 ist der EU-Luftraum für russische Flugzeuge gesperrt, und die verbliebenen Betreiber fliegen ohnehin fast ausschließlich regional. Eine fliegende Jak-40 in Deutschland, Österreich oder der Schweiz ist derzeit sehr unwahrscheinlich. Wer in Russland oder Belarus fotografieren will, sollte vorher den Beitrag Fotografierverbote in Russland und Belarus lesen.
Spotting-Tipps: so kommst du an eine Jak-40
Realistisch gibt es drei Wege: die letzten zivilen Betreiber, Ausstellungsstücke in Museen und historische Fotos aus Archiven. Einzelne Jak-40 stehen in Museen und als Denkmäler, vor allem in Osteuropa und den Nachfolgestaaten der Sowjetunion. Welche Maschinen wo stehen und ob sie zugänglich sind, ändert sich – prüf das vor jeder Reise direkt beim Museum. Wie du ungewöhnliche Typen planvoll suchst, zeigt der Beitrag Seltene Flugzeuge spotten. Und wer einmal selbst in einem Klassiker sitzen möchte, findet Anregungen unter Seltene Flugzeugtypen als Passagier fliegen.
Alarm setzen
Setz den Typcode YK40 auf deine Liste. Sichtungen sind selten – umso wichtiger ist es, dass dir keine durchrutscht.
Die Flügel zeigen
Die geraden Flügel sind das Markenzeichen. Eine Aufnahme schräg von unten oder eine Draufsicht im Kurvenflug zeigt sie am besten.
Heckpartie inszenieren
Drei Triebwerke, Rückeneinlauf und T-Leitwerk ergeben ein markantes Motiv. Eine Dreiviertelansicht von hinten fängt alles ein – am Boden gern mit ausgeklappter Treppe.
Kennzeichen sichern
Mach immer ein enges Detailfoto vom Kennzeichen. Bei so wenigen aktiven Maschinen ist die Geschichte jeder einzelnen gut nachvollziehbar.
Bereit für deine Jak-40-Suche?
- Ich habe aktuelle Betreiber und Kennzeichen in einer Flottendatenbank geprüft.
- Ich kenne die Foto- und Einreiseregeln meines Ziellands.
- Ich habe Öffnungszeiten und Zugang des Museums vorab geklärt.
- Ich weiß, wo die Sonne zur geplanten Uhrzeit steht.
- Ich respektiere Absperrungen, Hausordnung und Sicherheitsbereiche.
Wie du Oldtimer am Himmel und am Boden generell erkennst, steht im Beitrag Oldtimer am Himmel erkennen.
Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
Es spricht für die Jak-40, wenn …
- drei Triebwerke am Heck sitzen, eines mit Einlauf auf dem Rücken
- die Flügel gerade und ungepfeilt sind
- der Rumpf kurz ist und die Spannweite größer wirkt als die Länge
- am Boden eine Treppe unter dem Heck ausgeklappt ist
Sieh genauer hin, wenn …
- eine große Frachttür am Rumpf sitzt – dann ist es wohl eine Jak-40K
- die Maschine in Luftwaffen- oder Regierungsfarben auftritt – dann kann es eine Salon-Version sein
- ein Propeller in der Nase sitzt – dann hast du einen Erprobungsträger vor dir
Es ist keine Jak-40, wenn …
- die Flügel deutlich gepfeilt sind und der Rumpf lang ist – dann denk an die Jak-42 oder Tu-154
- nur zwei Triebwerke am Heck sitzen – dann ist es zum Beispiel eine Tu-134
- vier Triebwerke am Heck sitzen – dann bist du bei der Il-62
- Propeller an den Flügeln drehen – dann ist es ein Turboprop wie die An-24
Fazit
Die Jak-40 ist ein eigenwilliger Klassiker: ein Jet, der sich wie ein Buschflugzeug verhalten sollte. Gerade Flügel, drei kleine Triebwerke, eigene APU und Treppe machten sie unabhängig von gut ausgebauten Flughäfen – und zum Arbeitspferd auf unzähligen Provinzstrecken der Sowjetunion. Dass sie in den 1970er-Jahren sogar für eine Hamburger Airline innerdeutsch flog, macht sie für Spotter hierzulande besonders spannend. Heute ist sie selten geworden, aber ihre Silhouette vergisst man nicht.
Kurzfazit
Drei Triebwerke am Heck, gerade Flügel, T-Leitwerk, Treppe unter dem Heck: Das ist die Jak-40. Fliegend triffst du sie heute fast nur noch in Russland und Zentralasien – wer sie sucht, filtert nach YK40 und plant Museumsbesuche gründlich vor.
Zusammenfassung
- Die Jak-40 flog am 21. Oktober 1966 zum ersten Mal und ging am 30. September 1968 bei Aeroflot in Dienst; gebaut wurde sie bis 1981 im Werk Saratow.
- Typisch sind die drei Iwtschenko-AI-25-Triebwerke am Heck, der Lufteinlauf auf dem Rücken, die geraden Flügel, das T-Leitwerk und die Hecktreppe.
- Als einer der wenigen sowjetischen Jets wurde sie in den Westen verkauft: Die Hamburger General Air setzte ab 1972 fünf Maschinen ein, in Italien flogen mehrere kleine Airlines den Typ.
- Fliegend begegnest du ihr heute fast nur noch in Russland und Zentralasien; Nachfolger im Jakowlew-Programm war die größere Jak-42.
Häufige Fragen
Welchen ICAO-Typcode hat die Jak-40?
Die Jak-40 läuft unter YK40, Wirbelschleppenkategorie M. Unter diesem Code findest du die wenigen noch aktiven Maschinen in Tracking-Diensten – sofern ihre Betreiber dort sichtbar sind.
Was bedeutet der Name „Codling“?
„Codling“ ist der NATO-Codename der Jak-40. Sowjetische Transport- und Verkehrsflugzeuge bekamen im Kalten Krieg NATO-Namen mit dem Anfangsbuchstaben C – etwa „Classic“ für die Il-62 oder „Careless“ für die Tu-154.
Warum hat ein Jet gerade Flügel?
Die Jak-40 sollte nicht schnell, sondern kurz und robust starten und landen – auf Pisten von teils unter 700 Metern Länge, oft ohne Asphalt. Ein ungepfeilter Flügel mit geringer Flächenbelastung bringt bei niedrigen Geschwindigkeiten viel Auftrieb. Der Preis ist eine Reisegeschwindigkeit, die mit rund 500 bis 550 km/h eher auf Turboprop-Niveau liegt.
Wie unterscheide ich Jak-40 und Jak-42?
Beide haben drei Triebwerke am Heck. Die Jak-42 ist aber deutlich größer, hat gepfeilte Flügel und bietet Platz für rund 100 Passagiere und mehr. Die Jak-40 ist mit rund 20 Metern Länge klein und hat gerade Flügel – der Unterschied springt sofort ins Auge.
Ist die Jak-40 jemals in Deutschland geflogen?
Ja. Die Hamburger Fluggesellschaft General Air übernahm im Juni 1972 ihre erste von insgesamt fünf Jak-40 und setzte sie auf innerdeutschen Strecken ein, unter anderem ab Hamburg nach Kassel, Lübeck, Düsseldorf, Frankfurt, München und Saarbrücken. Im Januar 1976 meldete die Airline Insolvenz an.
Fliegt die Jak-40 noch?
Ja, aber nur noch selten. Im Juli 2019 waren nach gängiger Zählung noch 22 Maschinen bei zivilen Betreibern registriert; das russische Vologda Aviation Enterprise hatte Anfang 2025 noch fünf Exemplare im Bestand. Luftstreitkräfte führen den Typ laut dem Jahresbericht World Air Forces 2026 nicht mehr. Wie viele Jak-40 im Oktober 2026 tatsächlich fliegen, lässt sich nicht sicher sagen.
Wo sitzt das dritte Triebwerk?
Im Rumpfende unter der Seitenflosse. Die Luft dafür kommt über einen Einlauf auf dem Rumpfrücken vor der Flosse und wird in einem S-förmigen Kanal nach unten geführt – das gleiche Prinzip wie bei der Boeing 727. Nur dieses mittlere Triebwerk hat eine Schubumkehr.
Jakowlew Jak-40 sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Verwandte Flugzeugtypen
Jakowlew Jak-42
Drei Triebwerke am Heck, ein hohes T-Leitwerk und ein Flügel mit auffällig geringer Pfeilung: Die Jak-42 war der sowjetische Kurz- und Mittelstreckenjet für rund 120 Passagiere. So erkennst du den seltenen Dreistrahler.
HistorischTupolew Tu-134
Verglaste Nase, zwei Triebwerke am Heck, hohes T-Leitwerk und Fahrwerksgondeln hinter dem Flügel: Die Tu-134 war der Kurzstreckenjet des Ostblocks und bei der Interflug der erste Jet. Heute begegnest du ihr fast nur noch im Museum.
HistorischTupolew Tu-154
Drei Triebwerke am Heck, ein hohes T-Leitwerk und lange Gondeln hinter dem Flügel: Die Tu-154 war das Arbeitspferd von Aeroflot und dem Ostblock. Heute ist sie fast nur noch im Museum zu sehen.
HistorischBoeing 727-100
Die erste 727 war kurz, gedrungen und ein Kind der frühen Jet-Ära: drei Triebwerke am Heck, T-Leitwerk, eine Treppe im Rumpfende. So erkennst du die 727-100, so unterscheidest du sie von der -200 – und hier stehen die letzten Exemplare.
HistorischHawker Siddeley Trident
Drei Spey-Triebwerke am Heck, T-Leitwerk und ein schief eingebautes Bugfahrwerk: Die Trident war der britische Gegenentwurf zur Boeing 727 – und das erste Verkehrsflugzeug, das im Liniendienst automatisch landete.
BusinessjetDassault Falcon 50
Klein, schlank und mit drei Triebwerken am Heck: Die Falcon 50 begründete 1976 die Dreistrahler-Tradition von Dassault und flog jahrzehntelang Staatsgäste und Regierungen. So erkennst du den Klassiker heute noch.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Aeroflot-Gruppe
Drei Airlines, ein Staatskonzern: Aeroflot, Rossiya und Pobeda bilden die größte Airline-Gruppe Russlands. Seit 2022 fliegt keine von ihnen mehr in die EU – wer sie sehen will, muss in die Türkei, an den Golf oder ins Fotoarchiv.
HerstellerUnited Aircraft Corporation
Superjet, MC-21, Tu-214, Il-114-300 und dazu Kampfjets von Suchoi und MiG: Fast alles, was in Russland heute an Flugzeugen gebaut wird, kommt aus einem einzigen Staatskonzern. Hier erfährst du, wie die United Aircraft Corporation 2006 entstanden ist, welche traditionsreichen Konstruktionsbüros zu ihr gehören, wo die aktuellen Programme stehen und warum du ihre Jets in Europa inzwischen fast nur noch im Museum siehst.
FlughafenFlughafen Hamburg
Mitten in der Stadt, seit 1911 am selben Ort und mit zwei Pisten, die sich kreuzen: Hamburg ist kein Drehkreuz, aber ein Flughafen mit viel Europaverkehr, Emirates-Langstrecke, Lufthansa Technik nebenan – und dem Affenfelsen als bekanntestem Spotterpunkt.
FlughafenFlughafen Saarbrücken
Klein, hoch gelegen und technisch spannender, als die Passagierzahlen vermuten lassen: Der Flughafen Saarbrücken sitzt auf einer Anhöhe bei Ensheim, hat eine knapp zwei Kilometer lange Bahn mit Gelände, das rund um die Bahn abfällt, ein Notbremsbett am Westende und einen Tower, der seit 2018 in Leipzig steht.
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