Das Wichtigste in Kürze
- Mexicana war über 89 Jahre die zweite große Airline Mexikos neben Aeroméxico – gegründet 1921, Flugbetrieb eingestellt am 28. August 2010.
- Codes der alten Mexicana: IATA MX, ICAO MXA, Rufzeichen „MEXICANA“. Der Code MX gehört heute einer anderen Airline.
- Pan-Am-Tochter und Jet-Pionier: Ab 1929 kontrollierte Pan Am die Mehrheit, 1960 brachte die Comet 4C das Düsenzeitalter nach Mexiko.
- Allianz-Wechsler: Mexicana war Mitglied der Star Alliance (2000–2004) und wechselte 2009 zu oneworld – nur wenige Monate vor dem Aus.
- Neustart 2023: Der mexikanische Staat kaufte die Marke und betreibt unter dem Namen Mexicana eine Inlandsairline mit Basis Felipe Ángeles (NLU) und Embraer-E2-Flotte.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Mexicana im Überblick
- 2.Codes und Rufzeichen
- 3.Von der Pionierzeit zur Pan-Am-Tochter
- 4.Comet, 727 und DC-10: das Düsenzeitalter
- 5.Die Airbus-Jahre und die bunten Leitwerke
- 6.Holdings, Allianzen und Töchter
- 7.Der kurze Ausflug nach Europa
- 8.Das Ende im August 2010
- 9.Woran du die alte Mexicana erkennst
- 10.Der Neustart 2023: Mexicana als Staatsairline
- 11.Die neue Flotte: Embraer E2
- 12.Wo du die neue Mexicana siehst
- 13.Häufige Verwechslungen
- 14.Fazit
Steckbrief
| IATA-Code | MX |
|---|---|
| ICAO-Code | MXA |
| Rufzeichen | MEXICANA |
| Drehkreuze | MEX, CUN, GDL, NLU |
| Status | Historische Gesellschaft: Flugbetrieb eingestellt am 28. August 2010, Konkurs 2014 festgestellt. Seit 26. Dezember 2023 staatlicher Neustart unter der Marke Mexicana |
| Geschäftsmodell (historisch) | Netzwerk-Airline mit Inlandsverkehr sowie Strecken in die USA, nach Kanada, in die Karibik, nach Lateinamerika und zuletzt nach Europa |
| Gegründet | 12. Juli 1921, erster Flugbetrieb am 30. August 1921 |
| Sitz und Drehkreuze (historisch) | Mexiko-Stadt; Drehkreuze Mexiko-Stadt Benito Juárez (MEX), Cancún (CUN) und Guadalajara (GDL) |
| Eigentümer (historisch) | Ab 1929 Mehrheit bei Pan Am; ab 1982 mehrheitlich staatlich; 1989 privatisiert; ab Mitte der 1990er unter der Holding CINTRA; ab Ende 2005 Grupo Posadas |
| Allianzen (historisch) | Star Alliance (2000 bis März 2004), oneworld (November 2009 bis zum Ende 2010) |
| Töchter (historisch) | Click Mexicana bzw. MexicanaClick (Fokker 100), MexicanaLink (Bombardier CRJ200) |
| Flotte zuletzt (historisch) | Airbus A318, A319 und A320, dazu Boeing 767 und zwei Airbus A330-200 für die Langstrecke |
| Neue Mexicana (seit 2023) | Aerolínea del Estado Mexicano, verwaltet vom Verteidigungsministerium (SEDENA); Basis am Flughafen Felipe Ángeles (NLU) nördlich von Mexiko-Stadt |
| Codes der neuen Mexicana | IATA XN, ICAO MXA, Rufzeichen MEXICANA |
| Flotte der neuen Mexicana | Embraer E190-E2 und E195-E2 aus einer Bestellung über 20 Flugzeuge (Juni 2024); anfangs Boeing 737-800 sowie Embraer ERJ 145 des Partners TAR |
Woran du die Airline erkennst
Ist das wirklich Mexicana de Aviación?
- Schriftzug „Mexicana“ auf dem Rumpf – bei der alten wie bei der neuen Gesellschaft
- Ab 1991 bunte Leitwerke im Stil mexikanischer Webmuster auf A320, Fokker 100 und 727 – jedes Flugzeug sah anders aus
- Ab Ende 2008 stilisierter Adler in Marineblau auf hellblauem Leitwerk – die letzte Bemalung bis 2010
- Alte Flotte zuletzt fast nur Airbus A318, A319 und A320, dazu Boeing 767 auf der Langstrecke
- Neue Mexicana: Embraer E190-E2 und E195-E2 mit den markanten Getriebefan-Triebwerken und spitzen Flügelenden
- Mexikanisches Kennzeichen mit XA- – die letzte Linienmaschine der alten Mexicana war die A319 XA-MXI
Wer alte Spotterfotos aus Los Angeles, Chicago oder Mexiko-Stadt durchblättert, stößt früher oder später auf Airbus-Jets mit knallbunten Leitwerken und dem Schriftzug „Mexicana“. Die Airline gehörte 89 Jahre lang zum Himmel über Nord- und Mittelamerika – bis sie im August 2010 von einem Tag auf den anderen am Boden blieb. Seit Ende 2023 fliegt der Name wieder, diesmal als staatliche Inlandsairline mit Embraer E2. Hier erfährst du, wie die alte Mexicana groß wurde, warum sie scheiterte, woran du ihre Flugzeuge auf Fotos erkennst und was hinter dem Neustart steckt.
Mexicana-Fotos im Hangar
Mit Planetrack postest du Sichtungen mit Foto, Flugzeugtyp, Kennzeichen, Airline und Flughafen – so landen alte Dias einer bunten Mexicana-A320 und neue Bilder der E2 sauber sortiert in deinem Hangar. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Mexicana im Überblick
Mexicana de Aviación zählte zu den ältesten Fluggesellschaften der Welt. Gegründet wurde sie im Juli 1921, Ende August desselben Jahres hob sie zum ersten Mal ab. Über Jahrzehnte war sie neben Aeroméxico die zweite große Airline des Landes – mit Inlandsnetz, vielen Strecken in die USA und nach Kanada, in die Karibik, nach Mittel- und Südamerika und am Ende sogar nach Europa.
Das Netz lief über drei Drehkreuze: den Flughafen Mexiko-Stadt Benito Juárez (MEX), Cancún und Guadalajara. Wichtige Stationen außerhalb Mexikos waren Chicago-O’Hare und Los Angeles, wo Mexicana zu den bekanntesten ausländischen Airlines gehörte.
Die Geschichte endet zweimal: einmal im August 2010 mit der Einstellung des Flugbetriebs, und dann im April 2014, als ein Gericht die Gesellschaft endgültig für bankrott erklärte. Dass der Name heute trotzdem wieder auf Flugzeugen steht, liegt am mexikanischen Staat, der 2023 die Marke kaufte und eine neue Airline darunter startete.
Codes und Rufzeichen
- IATA-Code MX: stand bis 2010 in jeder Mexicana-Flugnummer. Heute nutzt die US-Airline Breeze Airways diesen Code – wer auf alten Bordkarten „MX“ liest, darf das nicht mit aktuellen Flügen verwechseln.
- ICAO-Code MXA: führte schon die alte Mexicana, und auch die neue Staatsairline fliegt wieder unter MXA.
- Rufzeichen MEXICANA: blieb ebenfalls erhalten – im Funk klingt die neue Gesellschaft also genau wie die alte.
- IATA-Code XN: gehört der neuen Mexicana. In der Flugnummer erkennst du sie daran sofort.
Alte Fotos richtig einordnen
Bei historischen Bildern hilft das Kennzeichen mehr als die Flugnummer. Mexicana-Jets trugen mexikanische XA-Kennzeichen, manche geleaste Maschinen aber auch ausländische Registrierungen. Wie du Kennzeichen liest, erklärt der Guide Flugzeugkennzeichen verstehen, und wie du die Geschichte einer Maschine nachverfolgst, zeigt Ein Flugzeug per Kennzeichen finden.
Von der Pionierzeit zur Pan-Am-Tochter
Die Anfänge liegen bei der Compañía Mexicana de Transportación Aérea. Deren Vermögenswerte übernahm 1924 die konkurrierende Compañía Mexicana de Aviación, ein Jahr später stieg der US-Unternehmer Sherman Fairchild mit einem Fünftel der Anteile ein. Den entscheidenden Schritt machte im Februar 1929 Juan Trippe: Seine Pan American World Airways übernahm die Mehrheit. Damit wurde Mexicana zu einem Baustein im Lateinamerika-Netz von Pan Am.
Noch im selben Jahr eröffnete Mexicana ihre erste internationale Strecke, von Mexiko-Stadt über Tuxpan und Tampico nach Brownsville in Texas. Am Steuer des Erstflugs saß kein Geringerer als Charles Lindbergh. Im Januar 1936 landete Mexicana als erste ausländische Airline überhaupt in Los Angeles – der Beginn einer langen Verbindung zur US-Westküste.
In dieser Zeit flogen die typischen Muster der Epoche: Ford Trimotor ab 1928, später die Douglas DC-3 und nach dem Zweiten Weltkrieg die Douglas DC-6. Wer sich für diese Generation interessiert, findet im Guide Oldtimer am Himmel erkennen die wichtigsten Merkmale.
Comet, 727 und DC-10: das Düsenzeitalter
Am 4. Juli 1960 begann für Mexicana das Jet-Zeitalter. Mit der De Havilland Comet 4C flog sie von Mexiko-Stadt nach Los Angeles – und war damit eine der wenigen Airlines Amerikas, die den britischen Düsenpionier einsetzten. Die Comet blieb bis 1971 in der Flotte. Wie der erste Düsenjet der Welt entstand und warum er so früh scheiterte, liest du im Artikel De Havilland Comet.
Ab 1966 kam die Boeing 727, zuerst als -100, ab 1970 als 727-200. Die Dreistrahler wurden über Jahrzehnte zum Rückgrat der Flotte und flogen noch bis 2003. 1981 folgte die McDonnell Douglas DC-10 in der seltenen Version -15. Die DC-10-15 war eine Variante mit stärkeren Triebwerken für heiße und hoch gelegene Flughäfen – genau richtig für Mexiko-Stadt auf rund 2.200 Metern Höhe.
1982 übernahm der mexikanische Staat 58 Prozent der Anteile. Im August 1989 wurde Mexicana wieder privatisiert.
Flug 940: der schwerste Unfall
Am 31. März 1986 stürzte eine Boeing 727-200 der Mexicana bei Maravatío im Bundesstaat Michoacán ab. Alle 167 Menschen an Bord kamen ums Leben. Ein überhitzter Reifen im Fahrwerksschacht, der mit Luft statt mit Stickstoff gefüllt war, gilt als Auslöser.
Die Airbus-Jahre und die bunten Leitwerke
1991 begann der Wechsel zu Airbus. Die A320 kam ins Haus, ab 2001 die kürzere A319 und ab 2004 sogar die kleinste Version, die A318. Mexicana gehörte damit zu den wenigen Airlines, die alle drei kleinen Mitglieder der A320-Familie gleichzeitig betrieben. Wie du sie auseinanderhältst, erklärt der Guide A318, A319, A320 und A321 unterscheiden.
Parallel dazu flog ab 1992 die Fokker 100 des niederländischen Herstellers Fokker. Für längere Strecken mietete Mexicana ab 1996 zeitweise Boeing 757-200, ab Ende 2003 übernahm die Boeing 767-300ER die Langstrecke, später ergänzt durch 767-200ER. Für Madrid kamen 2008 zwei Airbus A330-200 dazu. Wie du 757 und 767 trennst, zeigt der Vergleich Boeing 757 und 767 unterscheiden.
Optisch war diese Zeit ein Fest: Ab 1991 bekamen vor allem A320, Fokker 100 und 727-200 farbige Leitwerke im Stil traditioneller mexikanischer Webmuster. Fast jedes Flugzeug sah ein bisschen anders aus – ein Traum für alle, die Lackierungen sammeln. Wie Leitwerk, Cheatline und Schriftzug zusammenspielen, erklärt Livery-Design erklärt.
| Typ | Zeitraum bei Mexicana | Spotter-Hinweis |
|---|---|---|
| Comet 4C | 1960–1971 | Erster Jet der Airline, heute nur noch auf alten Fotos |
| Boeing 727-200 | 1970–2003 | Drei Triebwerke am Heck, jahrzehntelang das Rückgrat |
| DC-10 | 1981–1996 | Seltene -15-Version für hoch gelegene Flughäfen |
| Airbus A320 | 1991–2010 | Bekanntester Träger der bunten Leitwerke |
| Fokker 100 | 1992–2006 | Danach bei der Tochter Click Mexicana |
| Airbus A319 | 2001–2010 | Flog den letzten Linienflug der Airline |
| Airbus A318 | 2004–2010 | Kleinste A320-Variante, nicht oft zu sehen |
| Boeing 767-300ER | 2003–2010 | Langstrecke, etwa nach Südamerika |
| Airbus A330-200 | 2008–2010 | Nur zwei Exemplare, später bei Air Transat |
Holdings, Allianzen und Töchter
Mitte der 1990er-Jahre geriet die Branche in Mexiko in die Krise. Mexicana und Aeroméxico landeten unter dem Dach der Holding CINTRA, die der Staat übernahm – die einstigen Konkurrenten gehörten also zeitweise zusammen. Unter Chef Fernando Flores strich Mexicana unrentable Strecken, gab die DC-10 ab und baute neue Ziele wie Lima, Santiago de Chile, Buenos Aires und Montreal auf.
Die enge Zusammenarbeit mit United führte Mexicana im Jahr 2000 in die Star Alliance. Im März 2004 verließ sie den Verbund wieder. Im November 2005 verkaufte CINTRA die Airline samt der jungen Tochter Click Mexicana für 165,5 Millionen US-Dollar an die Hotelgruppe Grupo Posadas.
Unter Posadas wuchs das Netz noch einmal. 2009 trat Mexicana der Allianz oneworld bei, mit Iberia als Pate. Was die Allianzen unterscheidet und wie du ihre Sonderbemalungen erkennst, liest du in Star Alliance, oneworld und SkyTeam und Allianz-Lackierungen.
- Click Mexicana (ab 2008 MexicanaClick): Günstigere Tochter, 2005 aus der Regionalairline Aerocaribe hervorgegangen, mit Fokker 100.
- MexicanaLink: Zubringer ab Guadalajara mit Bombardier CRJ200, 2009 bis 2010.
Retro-Look gesucht?
Setz Airlines, Typen oder Special Liveries auf deine Wunschliste – Planetrack benachrichtigt dich, wenn passende Flugzeuge an deinem Flughafen anfliegen oder landen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.
Der kurze Ausflug nach Europa
Erst in den letzten Jahren wagte Mexicana den Sprung über den Atlantik. Am 9. Januar 2009 startete die Strecke nach London-Gatwick, geflogen mit geleasten Boeing 767-200ER. Für Madrid beschaffte die Airline die beiden A330-200. Dazu kam Ende 2008 São Paulo in Südamerika.
Für europäische Spotter blieb Mexicana damit ein seltener Gast mit sehr kurzer Lebensdauer. Wer zwischen 2009 und 2010 in Gatwick stand und die Maschine erwischt hat, besitzt heute ein echtes Sammlerstück. Wo man in Gatwick am besten steht, verrät der Guide Planespotting in Gatwick.
Das Ende im August 2010
Trotz Allianzbeitritt und neuen Strecken war die Lage angespannt. Arbeitskonflikte und hohe Kosten belasteten die Airline. Am 3. August 2010 beantragte Mexicana in Mexiko ein Insolvenzverfahren, den concurso mercantil, und in den USA Schutz nach Chapter 15. Die Töchter Click und Link traf es mit.
Am 27. August kündigte die Airline an, den Flugbetrieb am nächsten Tag zur Mittagszeit auf unbestimmte Zeit einzustellen. Als letzter Linienflug gilt MX 866 von Mexiko-Stadt nach Toronto, geflogen mit der A319 XA-MXI. Danach gab es jahrelang Pläne und Gespräche mit möglichen Investoren – keiner davon führte zum Neustart. Im April 2014 stellte ein Gericht den Bankrott fest und ordnete den Verkauf der Vermögenswerte an.
Was Mexicana stark machte
- Starker Name mit fast 90 Jahren Geschichte
- Dichtes Netz in die USA, besonders an die Westküste
- Junge Airbus-Flotte auf Kurz- und Mittelstrecke
Was am Ende fehlte
- Hohe Kosten und festgefahrene Arbeitskonflikte
- Wachsender Druck durch neue Low-Cost-Airlines im eigenen Markt
- Kein Investor, der nach dem Stillstand einsprang
Das Ende von Mexicana veränderte den mexikanischen Markt nachhaltig. Die Lücke füllten vor allem Billigflieger wie Volaris, Viva Aerobus und das 2020 selbst zusammengebrochene Interjet. Ähnliche Geschichten aus Europa erzählt der Überblick Große Airline-Pleiten in Europa.
Woran du die alte Mexicana erkennst
Auf historischen Fotos ist Mexicana meist leicht zu identifizieren – vorausgesetzt, du kennst die Bemalungen der jeweiligen Zeit.
Schriftzug lesen
„Mexicana“ auf dem Rumpf ist das sicherste Merkmal, egal aus welcher Epoche.
Leitwerk einordnen
Bunte Webmuster deuten auf die erste Hälfte der 1990er, ein marineblauer Adler auf hellblauem Grund auf 2008 bis 2010.
Typ bestimmen
727 mit drei Hecktriebwerken spricht für die Zeit bis 2003, A318 bis A320 für die späten Jahre.
Kennzeichen prüfen
XA- am Heck zeigt die mexikanische Registrierung. Das Kennzeichen verrät auch, wo die Maschine später geflogen ist.
Zwischen den beiden bekanntesten Looks gab es weitere Varianten, etwa ab 1996 grüne Leitwerke zu weißem Rumpf und um 2005 ein dunkelblaues Leitwerk mit blauer Schrift. Viele Mexicana-Flugzeuge flogen nach 2010 bei anderen Airlines weiter. Wie du solche Übergangslackierungen erkennst, erklärt Hybrid-Liveries erkennen. Und wenn du Airlines suchst, die heute bewusst alte Farben aufleben lassen, lohnt der Blick in Retro-Lackierungen.
Der Neustart 2023: Mexicana als Staatsairline
Im Januar 2023 einigte sich die mexikanische Regierung mit den Gewerkschaften der alten Mexicana auf den Kauf der Marke und weiterer Vermögenswerte. Für rund 816 Millionen Pesos gingen unter anderem der Markenname, ein Schulungszentrum, Simulatoren und Gebäude an den Staat. Viele frühere Beschäftigte zeigten sich damit nur bedingt zufrieden, weil sie eine vollständige Abfindung erwartet hatten.
Die neue Airline heißt rechtlich Aerolínea del Estado Mexicano und wird vom Verteidigungsministerium SEDENA geführt. Ihre Basis ist der Flughafen Felipe Ángeles (NLU) auf dem Gelände des früheren Militärflugplatzes Santa Lucía, nördlich von Mexiko-Stadt. Am 26. Dezember 2023 hob der erste Linienflug von dort nach Tulum ab – wegen des Wetters zunächst mit einem Umweg über Mérida.
Der Start verlief holprig. Zuerst flog Mexicana mit drei Boeing 737-800 und mit Embraer ERJ 145 des Partners TAR Aerolíneas. Im Januar 2025 endete diese Partnerschaft, mehrere Strecken fielen weg und das Netz wurde neu sortiert. Einige Ziele kamen bis Ende 2025 zurück, 2026 folgten weitere.
Die neue Flotte: Embraer E2
Im Juni 2024 bestellte Mexicana bei Embraer 20 Flugzeuge der zweiten E-Jet-Generation: zehn E190-E2 und zehn E195-E2. Die ersten E195-E2 kamen 2025 nach Felipe Ángeles, die E190-E2 folgen seit 2026. Die letzten Auslieferungen sind laut Medienberichten für 2027 angekündigt.
Das spricht für die E195-E2
- Deutlich längerer Rumpf mit mehr Fenstern
- Bei Mexicana mit rund 130 Sitzen die größere Version
- Auf Trackern als E295 geführt
Das spricht für die E190-E2
- Kürzerer, kompakterer Rumpf
- Bei Mexicana mit gut 100 Sitzen
- Auf Trackern als E290 geführt
Die E2 erkennst du an den großen Getriebefan-Triebwerken und den langen, schlanken Flügeln ohne klassische Winglets. Die Unterschiede zur ersten E-Jet-Generation und zwischen den Längen erklärt der Guide Embraer E-Jets unterscheiden.
Wo du die neue Mexicana siehst
Die neue Mexicana fliegt nur innerhalb Mexikos. Stand 2026 umfasst das Netz rund 20 Ziele, darunter Tulum, Mérida, Campeche, Chetumal, Palenque, Acapulco, Puerto Vallarta, Mazatlán, Tijuana, Monterrey, Guadalajara und San José del Cabo. Fast alle Strecken beginnen oder enden in Felipe Ángeles. Weil das Netz sich in den letzten Jahren oft verändert hat, prüf den aktuellen Flugplan, bevor du einen Spottertag planst.
Gute Chancen auf die neue Mexicana, wenn …
- du am Flughafen Felipe Ángeles bist – dort startet und landet fast jeder Umlauf
- du an touristischen Zielen wie Tulum oder Mérida unterwegs bist
Prüf es vorher, wenn …
- du in Mexiko-Stadt Benito Juárez (MEX) spottest – die Mexicana-Flüge laufen über NLU
- du dich auf ältere Streckenlisten verlässt
Kein Mexicana-Tag, wenn …
- du in Europa oder den USA stehst – die neue Mexicana fliegt nicht ins Ausland
Auf der Planetrack-Spot-Karte findest du Spots mit Anreise, bestem Licht, Bewertungen und Community-Fotos, und für jeden Flughafen siehst du Wetter, Wind und aktive Pisten. Fotografiere dabei nur von öffentlich zugänglichen Bereichen – gerade an einem Flughafen auf militärischem Gelände nimmst du Absperrungen und Hinweise besonders ernst. Was rechtlich gilt, steht im Artikel Ist Planespotting erlaubt?.
Häufige Verwechslungen
- Alte und neue Mexicana gleichsetzen – die neue ist eine eigene Staatsgesellschaft mit eigenem IATA-Code XN und reiner Inlandsflotte.
- MX-Flugnummern heute Mexicana zuordnen – den Code MX nutzt inzwischen Breeze Airways.
- Mexicana für einen Teil von Aeroméxico halten – beide gehörten nur in der CINTRA-Zeit unter ein Dach, waren aber getrennte Airlines.
- A318 und A319 auf alten Fotos verwechseln – die A318 ist noch kürzer und hat eine auffällig hohe Heckflosse.
- Bunte Leitwerke für Sonderlackierungen halten – in den 1990ern war das die Standardbemalung der Flotte.
Mexicana-Geschichte sammeln
Poste deine Mexicana-Sichtungen mit Typ, Kennzeichen, Airline, Flughafen und Spot, diskutier alte Fotos in der Community und hol dir Likes und Kommentare. Im Hangar siehst du, welche Kennzeichen dir noch fehlen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
Mexicana ist eine der großen Geschichten der lateinamerikanischen Luftfahrt: von Lindbergh über die Comet und die bunten Airbus-Leitwerke bis zum abrupten Stillstand 2010. Für Spotter lebt die alte Airline heute vor allem in Fotoarchiven weiter – und in Flugzeugen, die nach 2010 bei anderen Gesellschaften weiterflogen. Die neue Mexicana hat mit dem Original wenig mehr als den Namen und den ICAO-Code gemeinsam, ist mit ihrer frischen Embraer-E2-Flotte aber ein spannendes Ziel für alle, die in Mexiko unterwegs sind.
Kurzfazit
Die historische Mexicana (IATA MX, ICAO MXA) flog von 1921 bis August 2010, war Pan-Am-Tochter, Star-Alliance- und kurz oneworld-Mitglied. Seit Dezember 2023 fliegt unter dem Namen eine staatliche Inlandsairline (IATA XN) ab Felipe Ángeles mit Embraer E2.
Zusammenfassung
- Die alte Mexicana erkennst du auf historischen Fotos an den bunten Leitwerken der 1990er oder am blauen Adler der letzten Jahre – fast immer auf Airbus-Schmalrumpfjets.
- Die neue Mexicana fliegt ausschließlich innerhalb Mexikos; in Europa begegnest du ihr nicht.
- Für Fotos der neuen Mexicana ist der Flughafen Felipe Ángeles nördlich von Mexiko-Stadt der zentrale Ort, dazu Ziele wie Tulum, Mérida oder Tijuana.
- Achte auf die Codes: Die alte Mexicana flog als MX, die neue nutzt XN – nur der ICAO-Code MXA und das Rufzeichen blieben gleich.
Häufige Fragen
Welchen IATA- und ICAO-Code hatte Mexicana?
Die historische Mexicana flog mit dem IATA-Code MX und dem ICAO-Code MXA, Rufzeichen „MEXICANA“. Die 2023 neu gestartete staatliche Mexicana führt den IATA-Code XN, nutzt aber wieder MXA und das gleiche Rufzeichen. Den Code MX verwendet heute die US-Airline Breeze Airways.
Wann hat Mexicana den Flugbetrieb eingestellt?
Am 3. August 2010 beantragte Mexicana in Mexiko ein Insolvenzverfahren (concurso mercantil) und Schutz nach Chapter 15 in den USA. Am 28. August 2010 um die Mittagszeit stellte die Airline den Flugbetrieb ein. Als letzter Linienflug gilt MX 866 von Mexiko-Stadt nach Toronto mit der A319 XA-MXI. Im April 2014 erklärte ein Gericht die Gesellschaft endgültig für bankrott.
Ist die neue Mexicana dieselbe Airline wie früher?
Nein. Rechtlich ist die neue Mexicana eine eigene Staatsgesellschaft, die Aerolínea del Estado Mexicano. Der Staat erwarb 2023 die Marke und weitere Vermögenswerte der alten Mexicana, etwa ein Schulungszentrum und Simulatoren. Flugzeuge, Netz und Personalstruktur sind neu, die Verwaltung liegt beim Verteidigungsministerium SEDENA.
Welche Flugzeuge fliegt die neue Mexicana?
Im Juni 2024 bestellte Mexicana 20 Embraer E2 – je zehn E190-E2 und E195-E2. Die ersten E195-E2 kamen 2025, die E190-E2 folgen seit 2026, die letzten Auslieferungen sind für 2027 angekündigt. Zum Start 2023 flog die Airline mit Boeing 737-800 und mit Embraer ERJ 145 des Partners TAR Aerolíneas.
Wohin fliegt die neue Mexicana?
Ausschließlich im Inland. Stand 2026 verbindet sie den Flughafen Felipe Ángeles (NLU) mit rund 20 Zielen in Mexiko, darunter Tulum, Mérida, Acapulco, Tijuana, Monterrey, Guadalajara und Puerto Vallarta. Das Netz wurde mehrfach umgebaut – prüf vor einer Reise den aktuellen Flugplan.
Zu welcher Allianz gehörte Mexicana?
Mexicana war von 2000 bis März 2004 Mitglied der Star Alliance. Im November 2009 trat sie oneworld bei, mit Iberia als Pate. Durch das Aus im August 2010 endete auch diese Mitgliedschaft schnell. Die neue Mexicana gehört keiner Allianz an.
Flog Mexicana nach Europa?
Ja, aber erst ganz am Ende. Im Januar 2009 startete Mexicana Flüge nach London-Gatwick, für Madrid beschaffte sie zwei Airbus A330-200. Die Europa-Phase dauerte nur bis zur Einstellung im August 2010.
Was war der schwerste Unfall von Mexicana?
Am 31. März 1986 stürzte Flug 940, eine Boeing 727-200, bei Maravatío im Bundesstaat Michoacán ab. Alle 167 Menschen an Bord starben. Ein überhitzter Reifen im Fahrwerksschacht, der mit Luft statt mit Stickstoff befüllt war, gilt als Ursache.
Mexicana de Aviación im Blick behalten
Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Flugzeugtypen in der Flotte
Airbus A320 (ceo)
Der Jet, mit dem Airbus den Kurzstreckenmarkt umgekrempelt hat: Die A320 der ersten Generation ist seit 1988 im Dienst und noch immer an fast jedem Flughafen zu sehen. So erkennst du sie und ihre Varianten.
FlugzeugtypAirbus A319
Kurz, kompakt und seit 1996 im Liniendienst: Die A319 ist das gestutzte Mitglied der A320-Familie. So trennst du sie sicher von A318, A320 und A319neo.
FlugzeugtypAirbus A318
Kurz, gedrungen, mit überraschend hohem Leitwerk: Die A318 ist das kleinste Mitglied der A320-Familie und im Linienverkehr fast verschwunden. So erkennst du den „Baby Bus“ und findest ihn noch.
FlugzeugtypBoeing 727-200
Drei Triebwerke am Heck, ein T-Leitwerk und eine Treppe im Rumpfende: Die 727-200 war einer der meistgebauten Jets ihrer Zeit. Heute ist sie eine echte Rarität – so erkennst du sie und so stehen deine Chancen.
FlugzeugtypBoeing 767-300ER
Schlanker Rumpf, zwei große Triebwerke, oft hochgezogene Winglets: Die 767-300ER war jahrzehntelang das Arbeitspferd über den Atlantik. Heute wird sie selten – so erkennst und findest du sie.
FlugzeugtypMcDonnell Douglas DC-10
Zwei Triebwerke unter den Flügeln, das dritte mitten im Seitenleitwerk: Die DC-10 war einer der ersten Großraumjets und flog auch für Lufthansa und Condor. Heute ist sie eine Rarität – so erkennst du sie.
FlugzeugtypFokker 100
Zwei Tay-Triebwerke am Heck, ein hohes T-Leitwerk und ein Heckkonus, der sich bei der Landung aufklappt: Die Fokker 100 ist der größte Verkehrsjet, den Fokker je gebaut hat – und heute ein seltener Fang.
FlugzeugtypEmbraer E195-E2
Der größte Jet, den Embraer je gebaut hat: Die E195-E2 bringt bis zu 146 Sitze in eine 2+2-Kabine, hat extrem lange Flügel und ist in Europa vor allem mit KLM Cityhopper unterwegs.
FlugzeugtypEmbraer E190-E2
Gleicher Rumpf, ganz neuer Flügel: Die E190-E2 ist die zweite Generation des mittleren E-Jets. Lange, schräg auslaufende Flügelspitzen und große Getriebefan-Triebwerke verraten sie – wenn du weißt, worauf du achten musst.
FlugzeugtypDe Havilland DH.106 Comet
Vier Triebwerke versteckt in den Flügelwurzeln, eine schlanke Nase und ein Kapitel Luftfahrtgeschichte, das Triumph und Tragödie vereint: Die De Havilland Comet eröffnete 1952 das Jetzeitalter im Linienverkehr. Hier erfährst du, wie du sie erkennst und wo sie heute steht.
Weitere Airlines
Aeroméxico
Mexikos Netzwerk-Airline mit Drehkreuz Mexiko-Stadt: Gründungsmitglied von SkyTeam, Joint-Venture-Partner von Delta und mit Boeing 787 Dreamliner regelmäßig in Madrid, Paris, Amsterdam, London und Rom zu Gast.
RegionalAeroméxico Connect
Die Regionaltochter von Aeroméxico fliegt mit Embraer 190 unter AM-Flugnummern zwischen Mexiko-Stadt, Monterrey, Guadalajara und vielen kleineren Zielen – früher auch mit E170, ERJ 145 und Saab 340.
Low-CostVolaris
Mexikos passagierstärkste Airline fliegt als Ultra-Low-Cost-Carrier eine reine Airbus-A320-Familie, verbindet Mexiko eng mit den USA und hat eigene Töchter in Costa Rica und El Salvador.
Low-CostViva Aerobus
Mexikanische Low-Cost-Airline aus Monterrey: 2006 mit Boeing 737-300 gestartet, heute reine Airbus-Flotte aus A320 und A321 – seit 2024 unter dem Kurznamen Viva unterwegs.
Low-CostInterjet
Historische mexikanische Airline: 2005 in Toluca gestartet, mit viel Sitzabstand und Airbus-Flotte groß geworden, erster westlicher Kunde des Sukhoi Superjet 100 – und im Dezember 2020 am Boden.
RegionalAeromar
Historische Regionalairline aus Mexiko: 1987 gegründet, rund 35 Jahre lang mit ATR-Turboprops ab Mexiko-Stadt unterwegs, eng mit United verbunden – und im Februar 2023 nach hohen Schulden am Boden.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
oneworld
Die kleinste der drei großen Allianzen mit den größten Namen: British Airways, American, Qatar Airways, Cathay Pacific, Qantas und Co. – und Flugzeugen im oneworld-Design, die Spotter gezielt jagen.
AllianzStar Alliance
Die 1997 gegründete Luftfahrtallianz rund um Lufthansa, United und Air Canada – mit Sitz in Frankfurt am Main und eigener Allianz-Sonderlackierung.
FlughafenFlughafen Mexiko-Stadt
Ein Großflughafen mitten in der Stadt und auf 2.230 Metern Höhe: Am AICM landen Aeroméxico, Volaris und Viva Aerobus im Minutentakt über Wohnvierteln, und die Spotter-Community hat sich ihre Plätze auf Fußgängerbrücken, Dachterrassen und in Cafés gesucht.
HerstellerEmbraer
Vom Zubringer-Turboprop Bandeirante zum E195-E2 mit 146 Sitzen: Embraer aus São José dos Campos gilt nach Airbus und Boeing als dritte große Kraft im Verkehrsflugzeugbau – und baut nebenbei Businessjets, den Militärtransporter C-390 und den Super Tucano. Hier erfährst du, wie du die Familien auseinanderhältst und wo du sie in Europa vor die Linse bekommst.
Passende Guides aus dem Blog
- Star Alliance, oneworld, SkyTeam: die drei Allianzen im Vergleich
- A318, A319, A320 und A321 sicher auseinanderhalten
- Embraer E-Jets unterscheiden: E170, E175, E190, E195 und E2
- Retro-Lackierungen: Heritage-Liveries von Lufthansa, British Airways, American und Co.
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