Aeromar

Historische Regionalairline aus Mexiko: 1987 gegründet, rund 35 Jahre lang mit ATR-Turboprops ab Mexiko-Stadt unterwegs, eng mit United verbunden – und im Februar 2023 nach hohen Schulden am Boden.

Auch bekannt als: Transportes Aeromar, S.A. de C.V. · Grupo Aeromar · VW

MexikoMexikoRegionalfluggesellschaftenIATA: VWICAO: TAO10 Min. Lesezeit

VW

IATA-Code

TAO

ICAO-Code

1987–2023

Jahre im Flugbetrieb

ATR

Hausmarke der Flotte

Das Wichtigste in Kürze

  • Aeromar ist eine historische mexikanische Regionalairline: gegründet 1987, Flugbetrieb bis zum 15. Februar 2023.
  • Codes: IATA VW, ICAO TAO, Rufzeichen „AEROMAR“.
  • Die Flotte war ATR-geprägt: vom ersten ATR 42 im Jahr 1987 bis zu ATR 42-600 und ATR 72-600 in den letzten Jahren.
  • Enge Bindung an United: Codeshare seit Continental-Zeiten, Meilensammeln über MileagePlus – ohne Allianzmitgliedschaft.
  • Das Ende kam über Schulden: Der Flughafen Mexiko-Stadt setzte eine Zahlungsfrist, am 15. Februar 2023 stellte Aeromar den Betrieb ein.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Aeromar im Überblick
  2. 2.Codes und Rufzeichen
  3. 3.Geschichte: von Toluca bis zum Aus 2023
  4. 4.Die Flotte: ATR von Anfang bis Ende
  5. 5.ATR 42 oder ATR 72? So sortierst du alte Fotos
  6. 6.Woran du Aeromar erkennst
  7. 7.Was aus den Flugzeugen wurde
  8. 8.Aeromar im mexikanischen Markt
  9. 9.Häufige Verwechslungen
  10. 10.Fazit

Steckbrief

IATA-CodeVW
ICAO-CodeTAO
RufzeichenAEROMAR
DrehkreuzeMEX, GDL
StatusHistorisch – Flugbetrieb am 15. Februar 2023 endgültig eingestellt
FirmierungTransportes Aeromar, S.A. de C.V. (Grupo Aeromar)
Gegründet29. Januar 1987
Erster FlugNovember 1987 von Toluca nach Acapulco mit einer ATR 42
Sitz und DrehkreuzFlughafen Mexiko-Stadt (MEX), Terminal 2; zweite Basis in Guadalajara (GDL)
GeschäftsmodellRegionalairline mit Turboprops für Inlandsstrecken und wenige Ziele in den USA
FlottenbildFast immer ATR: ATR 42 verschiedener Serien, ab 2016 auch ATR 42-600 und ATR 72-600; 2010–2015 zusätzlich wenige Bombardier CRJ200
Wichtigster PartnerUnited Airlines (vorher Continental) mit Codeshare und Meilenprogramm MileagePlus
Allianzkeine Vollmitgliedschaft
EndeSchulden in Milliardenhöhe (Pesos), Frist des Flughafens Mexiko-Stadt lief am 15. Februar 2023 ab

Woran du die Airline erkennst

Ist das wirklich Aeromar?

Hak ab, was auf das Flugzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Schulterdecker-Turboprop von ATR mit T-Leitwerk – Aeromar flog fast ausschließlich ATR 42 und ATR 72
  • Schriftzug „Aeromar“ am Rumpf
  • Mexikanische Kennzeichen mit XA- am Heck, das erste Flugzeug trug XA-PEP
  • Zwischen 2010 und 2015 auch kleine CRJ200-Regionaljets mit Hecktriebwerken
  • Flugnummer mit VW, im Flugplan der Flugsicherung TAO bzw. „AEROMAR“
  • Typischer Fotoort: Mexiko-Stadt, wo die ATR zwischen Großraumjets und A320 der großen Airlines rollten

Wer in den 2000er- oder 2010er-Jahren in Mexiko-Stadt gespottet hat, kennt das Bild: Zwischen Jets von Aeroméxico, Interjet und Volaris rollt eine kleine ATR mit dem Schriftzug „Aeromar“ zur Piste. Rund 35 Jahre lang war Aeromar die Turboprop-Airline der mexikanischen Hauptstadt. Im Februar 2023 war Schluss – nach einer Zahlungsfrist des Flughafens und Schulden in Milliardenhöhe. Diese Seite fasst zusammen, was du über die historische Airline wissen musst und wie du alte Aeromar-Fotos sauber zuordnest.

Archivfotos im Hangar

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Aeromar im Überblick

Aeromar war eine mexikanische Regionalairline mit Sitz am Flughafen Mexiko-Stadt. Offiziell hieß das Unternehmen Transportes Aeromar, S.A. de C.V., dahinter stand die Grupo Aeromar. Gegründet wurde die Airline am 29. Januar 1987, der erste Flug ging im November 1987 von Toluca nach Acapulco – mit einer ATR 42, die erst wenige Tage vorher aus Toulouse nach Mexiko überführt worden war.

Schon 1988 verlegte Aeromar die Basis vom Flughafen Toluca an den Flughafen Mexiko-Stadt. Dort blieb die Airline bis zum Schluss: mit Büros und eigener Lounge im Terminal 2. Als zweites Drehkreuz diente Guadalajara.

Das Geschäftsmodell war klassisch regional. Aeromar flog vor allem Städte an, die für Jets zu klein oder zu wenig gefragt waren, und brachte die Fluggäste in die Hauptstadt, wo sie auf die großen Airlines umsteigen konnten. Dazu kamen zeitweise Strecken in die USA, vor allem nach Texas, und Flüge nach Kuba.

VWIATA-Code in der Flugnummer
TAOICAO-Code im Flugplan
XA-Kennzeichen-Präfix der Flotte

Codes und Rufzeichen

  • IATA-Code VW: stand in der Flugnummer, auf Anzeigetafeln, Tickets und in Flugplänen.
  • ICAO-Code TAO: abgeleitet von „Transportes Aeromar“, so lief Aeromar im Flugplan der Flugsicherung.
  • Rufzeichen AEROMAR: damit meldeten sich die Besatzungen im Funk.

Weil Aeromar viele Flüge im Codeshare mit United anbot, tauchten Aeromar-Strecken in Buchungssystemen auch unter United-Flugnummern auf. Für die Zuordnung eines Fotos zählt aber immer, wer den Flug tatsächlich durchgeführt hat – und das erkennst du am Flugzeug und am ICAO-Code, nicht an der Vermarktungsnummer.

Alte Daten richtig lesen

Wenn du historische Flugdaten oder alte Tracker-Screenshots auswertest, such nach TAO statt nach VW. Wie ADS-B-Daten und Rufzeichen zusammenhängen, erklärt der Guide zur Flugverfolgung für Spotter.

Geschichte: von Toluca bis zum Aus 2023

Die Anfangsjahre

Aeromar war von Beginn an eine ATR-Airline. Das erste Flugzeug, eine ATR 42 mit dem Kennzeichen XA-PEP, kam Ende Oktober 1987 direkt vom Hersteller aus Toulouse. Mit dem Umzug nach Mexiko-Stadt 1988 wurde aus dem kleinen Betrieb ein fester Teil des Hauptstadtverkehrs. In den 1990er-Jahren wuchs die Flotte mit weiteren ATR 42, darunter die Version ATR 42-500 mit sechsblättrigen Propellern.

Partner statt Allianz

Eine Allianz trat Aeromar nie bei. Stattdessen setzte die Airline auf Partner: In den frühen 1990er-Jahren gab es Codeshares mit Aeroméxico und Mexicana, später wurde Continental Airlines zum wichtigsten Partner. Ab 2011 lief ein Codeshare auf allen Strecken ab Mexiko-Stadt. Nach der Fusion von Continental mit United Airlines ging die Partnerschaft auf United über, und Fluggäste sammelten Meilen im Programm MileagePlus. In den letzten Jahren kamen Vereinbarungen mit Turkish Airlines, Emirates und Air Canada hinzu.

Jets als Episode

2010 nahm Aeromar Bombardier-Regionaljets vom Typ CRJ200 in die Flotte. Die drei Jets blieben eine Episode: Anfang 2015 waren sie wieder verschwunden, und die Airline konzentrierte sich erneut ganz auf Turboprops.

Erneuerung ab 2016

Im November 2016 gab Aeromar eine Bestellung über acht neue ATR auf, dazu Optionen auf sechs weitere. Ab Ende 2016 kamen damit ATR 42-600 und die größere ATR 72-600 in die Flotte. Die älteren ATR 42 der ersten Serien verschwanden bis 2018.

Krise und Ende

2018 scheiterten Gespräche über einen Einstieg der Synergy Group, des damaligen Avianca-Eigentümers. Ab 2020 traf die Pandemie die bereits verschuldete Airline hart. Die Flotte schrumpfte, der Flugplan wurde immer dünner, und die Steuerbehörde griff laut mexikanischen Medien schon 2022 auf die Kasse zu.

Anfang 2023 spitzte sich die Lage zu. Der Flughafen Mexiko-Stadt verlangte die Begleichung von Schulden in Höhe von mehr als 500 Millionen Pesos und setzte eine Frist bis zum 15. Februar. Ein Investor aus Brasilien, der Aeromar übernehmen wollte, kam nicht zum Zug. Am 15. Februar 2023 gab Aeromar das endgültige Aus bekannt und nannte finanzielle Probleme sowie fehlende tragfähige Vereinbarungen für den weiteren Betrieb als Grund. Mexikanische Medien bezifferten die Gesamtschulden auf mehrere Milliarden Pesos, häufig genannt wurden mehr als 5 Milliarden; betroffen waren nach Berichten rund 600 Beschäftigte. Die Regierung lehnte eine Rettung ab.

Die letzte Verbindung führte nach Medienberichten nach Ixtepec im Bundesstaat Oaxaca; als Auslandsziel war in den letzten Jahren vor allem McAllen in Texas geblieben.

Typisches Muster

Aeromar war nicht die erste mexikanische Airline, die an Schulden gegenüber Flughäfen und Behörden scheiterte. Auch Mexicana (2010) und Interjet (2020) endeten nach langen Finanzproblemen. Wie solche Zusammenbrüche in Europa abliefen, zeigt der Überblick über große Airline-Pleiten.

Die Flotte: ATR von Anfang bis Ende

Kaum eine Airline blieb einem Hersteller so treu wie Aeromar dem Turboprop-Hersteller ATR. Die folgende Übersicht fasst die Flottengeschichte zusammen; die genauen Stückzahlen unterscheiden sich je nach Quelle leicht.

Typ Zeitraum bei Aeromar Rolle Spotter-Hinweis
ATR 42-300/320 ab 1987 bis 2018 Erstausstattung und lange Rückgrat der Flotte Vierblättrige Propeller, das erste Exemplar trug XA-PEP
ATR 42-500 ab den 1990er-Jahren bis zum Schluss Modernere ATR 42 Sechsblättrige Propeller
Bombardier CRJ200 2010–2015 Kurzer Ausflug in den Jetbetrieb Zwei Hecktriebwerke, T-Leitwerk
ATR 42-600 2016–2023 Erneuerung der kleinen Klasse Glascockpit der neuen Generation, außen kaum von der -500 zu unterscheiden
ATR 72-600 2016–2023 Größtes Muster der Airline Deutlich längerer Rumpf, zum Schluss der häufigste Typ

Zum Zeitpunkt der Einstellung bestand die Flotte laut Flottenübersichten aus neun Flugzeugen: zwei ATR 42-500, zwei ATR 42-600 und fünf ATR 72-600. In den letzten Monaten standen der Airline nach Medienberichten ohnehin immer weniger Flugzeuge zur Verfügung, der Flugplan war entsprechend ausgedünnt.

Ehemalige Aeromar-ATR wiederfinden

Setz Typen oder Kennzeichen auf deine Wunschliste und lass dich benachrichtigen, wenn eine bestimmte Maschine bei dir anfliegt oder landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.

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ATR 42 oder ATR 72? So sortierst du alte Fotos

Auf älteren Aeromar-Bildern ist fast immer eine ATR zu sehen. Die Frage ist nur, welche. Die beiden Größen unterscheidest du am schnellsten über die Rumpflänge, die Generation über Propeller und Details.

Das spricht für die ATR 72-600

  • Deutlich gestreckter Rumpf mit mehr Fenstern zwischen Tür und Flügel
  • Wirkt im Verhältnis zum Leitwerk lang und schlank
  • Bei Aeromar erst ab 2016 im Einsatz – ältere Fotos zeigen sie nie
  • Auf Trackern als AT76 geführt

Das spricht für eine ATR 42

  • Kurzer, gedrungener Rumpf
  • Vierblättrige Propeller bei den frühen Serien, sechsblättrige ab der -500
  • Auf allen Aeromar-Fotos vor 2016
  • Auf Trackern als AT43, AT45 oder AT46 geführt

Für die Unterscheidung von ATR und dem Konkurrenten Dash 8 lohnt sich der Guide Turboprops unterscheiden. Bei Aeromar ist die Sache einfacher: Eine Dash 8 gab es in der Flotte nicht.

Woran du Aeromar erkennst

Das wichtigste Merkmal ist der Flugzeugtyp selbst. Wenn auf einem alten Foto aus Mexiko-Stadt ein ATR-Turboprop mit dem Schriftzug „Aeromar“ zu sehen ist, ist die Sache klar. Bei der Bemalung lohnt der Blick aufs Aufnahmedatum: Aus 35 Jahren gibt es Fotos aus ganz unterschiedlichen Epochen, sicher verbinden sie vor allem Schriftzug und Typ.

Das zweite Merkmal ist das Kennzeichen. Mexikanische Verkehrsflugzeuge tragen das Präfix XA-, gefolgt von drei Buchstaben. Das erste Flugzeug der Airline war XA-PEP. Mit dem Kennzeichen kannst du alte Fotos eindeutig einer Maschine zuordnen und den weiteren Lebensweg verfolgen. Wie die Systematik funktioniert, erklärt der Artikel Flugzeugkennzeichen verstehen.

Typ bestimmen

ATR 42 oder ATR 72? Rumpflänge und Propeller geben die Antwort, der Zeitraum grenzt weiter ein.

Kennzeichen lesen

XA- plus drei Buchstaben – damit ist die einzelne Maschine eindeutig.

Datum prüfen

Fotos mit ATR 72 stammen aus der Zeit ab 2016, CRJ200 aus den Jahren 2010 bis 2015.

Sauber archivieren

Notiere Airline, Typ, Kennzeichen und Flughafen getrennt. So bleibt die Aufnahme auch Jahre später zuordenbar.

Was aus den Flugzeugen wurde

Mit dem Ende einer Airline verschwinden ihre Flugzeuge selten ganz. ATR-Turboprops sind gefragt, und viele Maschinen waren ohnehin geleast. Zu Aeromars Gläubigern gehörten auch Leasinggeber. Wechselt eine geleaste Maschine nach einer Pleite zu einem neuen Betreiber, wird sie meist umregistriert. Das heißt für dich: Das alte XA-Kennzeichen verschwindet, die Hersteller-Seriennummer bleibt.

Wenn du eine frühere Aeromar-ATR wiederfinden willst, gehst du am besten über die Seriennummer. Wie du das Alter einer Maschine und ihre Vorgeschichte über das Kennzeichen herausfindest, steht im Guide Flugzeugalter herausfinden. Manchmal fliegen ehemalige Maschinen noch eine Weile in Mischlackierung – Reste des alten Designs mit neuem Kennzeichen. Solche Übergangsbilder sind bei Sammlern beliebt.

Gute Chancen auf Aeromar-Spuren, wenn …

  • du in alten Fotoarchiven aus Mexiko-Stadt, Guadalajara oder Texas suchst
  • du die Seriennummer einer ehemaligen Aeromar-ATR kennst

Prüf es genau, wenn …

  • eine ATR in Mexiko ohne erkennbare Airline-Bemalung unterwegs ist
  • ein Foto keine Jahresangabe hat und du die Generation nicht sicher bestimmen kannst

Keine Aeromar-Sichtung mehr, wenn …

  • du auf einen Flug mit VW-Flugnummer oder TAO-Rufzeichen wartest – seit Februar 2023 gibt es keine mehr

Aeromar im mexikanischen Markt

Aeromar war über Jahrzehnte eine feste Größe im mexikanischen Regionalverkehr, aber nie die einzige. Im Hauptstadtverkehr konkurrierte die Airline vor allem mit Aeroméxico Connect, der Regionaltochter von Aeroméxico, die mit Embraer-Jets fliegt. Wo Aeromar mit Turboprops auf kurze Pisten und dünne Nachfrage setzte, bedienen heute vor allem Jets und die Low-Cost-Airlines viele der früheren Ziele.

Mit Blick auf andere Regionen zeigt sich, wie typisch das Modell war: Auch in Südamerika und der Karibik gab es Regionalairlines mit ATR-Flotten, die mit dünnen Margen kämpften, etwa die ostkaribische LIAT. Wer Turboprops gern fotografiert, findet in Europa an kleineren Plätzen ähnliche Motive – Tipps dazu gibt es im Artikel Spotting an kleinen Regionalflughäfen.

Häufige Verwechslungen

  • Aeromar mit Aeroméxico verwechseln – die Namen klingen ähnlich, aber Aeroméxico ist die große Netzwerk-Airline mit Jets, Aeromar war die Turboprop-Airline.
  • Aeromar für ein Star-Alliance-Mitglied halten – trotz Codeshare mit United gehörte Aeromar keiner Allianz an.
  • United-Flugnummer mit United-Flugzeug gleichsetzen – viele Codeshare-Flüge wurden von Aeromar-ATR durchgeführt.
  • Jede ATR 42 gleich notieren – zwischen den frühen Serien, der -500 und der -600 liegen Jahrzehnte.
  • Eine ATR 72 auf einem Foto vor 2016 vermuten – die längere ATR kam bei Aeromar erst mit der Flottenerneuerung.
  • Ehemalige Aeromar-Maschinen über das alte Kennzeichen suchen – nach dem Betreiberwechsel hilft die Seriennummer.

Archivfotos und Rechte

Viele Aeromar-Bilder kursieren heute in Foren und Datenbanken. Nutze fremde Fotos nur mit Erlaubnis und gib bei eigenen Archivbildern Datum und Ort an – so bleiben sie für andere Spotter wertvoll.

Deine Turboprop-Sammlung

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Fazit

Aeromar war 35 Jahre lang die Turboprop-Airline Mexikos: gestartet 1987 mit einer einzelnen ATR 42, zum Schluss mit ATR 72-600 der neuesten Generation. Die enge Bindung an United, die treue ATR-Flotte und das abrupte Ende im Februar 2023 machen sie zu einem spannenden Archiv-Thema. Wer alte Fotos mit Typ, XA-Kennzeichen und Datum sauber notiert, hält ein Stück mexikanischer Luftfahrtgeschichte fest.

Kurzfazit

Aeromar (IATA VW, ICAO TAO) war eine historische mexikanische Regionalairline mit Basis in Mexiko-Stadt und fast reiner ATR-Flotte. Am 15. Februar 2023 stellte sie nach hohen Schulden den Flugbetrieb ein.

Zusammenfassung

  • Aeromar startete 1987 mit einer ATR 42 von Toluca aus und verlegte die Basis schon 1988 an den Flughafen Mexiko-Stadt.
  • Über mehr als drei Jahrzehnte verband die Airline mit Turboprops mittelgroße Städte in Mexiko mit der Hauptstadt und flog zeitweise in die USA und nach Kuba.
  • Ab 2016 modernisierte Aeromar die Flotte mit ATR 42-600 und ATR 72-600, die Pandemie und hohe Schulden ließen die Airline aber nicht mehr zur Ruhe kommen.
  • Für Spotter ist Aeromar heute ein Archiv-Thema: alte Fotos, XA-Kennzeichen und die Frage, wo die ATR nach 2023 weiterfliegen.

Häufige Fragen

Welchen IATA- und ICAO-Code hatte Aeromar?

Aeromar flog mit dem IATA-Code VW und dem ICAO-Code TAO, der aus dem Firmennamen Transportes Aeromar abgeleitet ist. Im Funk meldeten sich die Besatzungen mit „AEROMAR“. Seit Februar 2023 findest du diese Codes nur noch in alten Flugplänen, Logbüchern und Bildbeschreibungen.

Wann hat Aeromar den Flugbetrieb eingestellt?

Am 15. Februar 2023. An diesem Tag lief eine Zahlungsfrist des Flughafens Mexiko-Stadt ab, dem Aeromar nach übereinstimmenden Berichten mehr als 500 Millionen Pesos schuldete. Die Airline gab das endgültige Aus über ihre sozialen Kanäle bekannt und nannte finanzielle Probleme sowie fehlende tragfähige Vereinbarungen für den weiteren Betrieb als Grund.

Welche Flugzeuge flog Aeromar?

Fast ausschließlich Turboprops von ATR. Den Anfang machte 1987 eine ATR 42, später kamen ATR 42 weiterer Serien bis zur ATR 42-500 dazu. Ab 2016 übernahm Aeromar neue ATR 42-600 und ATR 72-600. Eine Ausnahme waren drei Bombardier CRJ200, die zwischen 2010 und 2015 in der Flotte waren. Zum Schluss bestand die Flotte laut Flottenübersichten aus neun ATR.

Gehörte Aeromar zur Star Alliance?

Nein, Aeromar war kein Mitglied einer Allianz. Die Airline arbeitete aber eng mit United Airlines zusammen, vorher mit Continental. Es gab einen Codeshare, und Fluggäste konnten im Programm MileagePlus Meilen sammeln. Dazu kamen Partnerschaften mit weiteren Airlines, etwa Turkish Airlines und Air Canada.

Wo hatte Aeromar seinen Sitz?

Gestartet ist Aeromar 1987 am Flughafen Toluca westlich von Mexiko-Stadt. Schon 1988 zog der Betrieb an den Flughafen Mexiko-Stadt, wo die Airline bis zum Ende im Terminal 2 saß. Guadalajara diente als zweites Drehkreuz.

Warum ging Aeromar pleite?

Die Airline war schon vor der Pandemie verschuldet, ab 2020 brach das Geschäft zusätzlich ein. Mexikanische Medien bezifferten die Verbindlichkeiten auf mehrere Milliarden Pesos, oft genannt wurden mehr als 5 Milliarden, unter anderem bei Flughafen, Treibstofflieferant, Steuerbehörde, Sozialversicherung, Leasinggebern und Beschäftigten. Ein Investor aus Brasilien war im Gespräch, der Kauf kam aber nicht zustande, und die Regierung lehnte eine Rettung ab.

Kann ich Aeromar heute noch spotten?

Nein, Aeromar fliegt seit Februar 2023 nicht mehr. Was bleibt, sind Fotos aus über 35 Jahren und die ehemaligen Flugzeuge. Die Wege der ATR nach 2023 lassen sich über ihre Seriennummern verfolgen, weil sich das Kennzeichen beim Wechsel zu einem neuen Betreiber meist ändert.

Aeromar im Blick behalten

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