Das Wichtigste in Kürze
- Aeromar ist eine historische mexikanische Regionalairline: gegründet 1987, Flugbetrieb bis zum 15. Februar 2023.
- Codes: IATA VW, ICAO TAO, Rufzeichen „AEROMAR“.
- Die Flotte war ATR-geprägt: vom ersten ATR 42 im Jahr 1987 bis zu ATR 42-600 und ATR 72-600 in den letzten Jahren.
- Enge Bindung an United: Codeshare seit Continental-Zeiten, Meilensammeln über MileagePlus – ohne Allianzmitgliedschaft.
- Das Ende kam über Schulden: Der Flughafen Mexiko-Stadt setzte eine Zahlungsfrist, am 15. Februar 2023 stellte Aeromar den Betrieb ein.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| IATA-Code | VW |
|---|---|
| ICAO-Code | TAO |
| Rufzeichen | AEROMAR |
| Drehkreuze | MEX, GDL |
| Status | Historisch – Flugbetrieb am 15. Februar 2023 endgültig eingestellt |
| Firmierung | Transportes Aeromar, S.A. de C.V. (Grupo Aeromar) |
| Gegründet | 29. Januar 1987 |
| Erster Flug | November 1987 von Toluca nach Acapulco mit einer ATR 42 |
| Sitz und Drehkreuz | Flughafen Mexiko-Stadt (MEX), Terminal 2; zweite Basis in Guadalajara (GDL) |
| Geschäftsmodell | Regionalairline mit Turboprops für Inlandsstrecken und wenige Ziele in den USA |
| Flottenbild | Fast immer ATR: ATR 42 verschiedener Serien, ab 2016 auch ATR 42-600 und ATR 72-600; 2010–2015 zusätzlich wenige Bombardier CRJ200 |
| Wichtigster Partner | United Airlines (vorher Continental) mit Codeshare und Meilenprogramm MileagePlus |
| Allianz | keine Vollmitgliedschaft |
| Ende | Schulden in Milliardenhöhe (Pesos), Frist des Flughafens Mexiko-Stadt lief am 15. Februar 2023 ab |
Woran du die Airline erkennst
Ist das wirklich Aeromar?
- Schulterdecker-Turboprop von ATR mit T-Leitwerk – Aeromar flog fast ausschließlich ATR 42 und ATR 72
- Schriftzug „Aeromar“ am Rumpf
- Mexikanische Kennzeichen mit XA- am Heck, das erste Flugzeug trug XA-PEP
- Zwischen 2010 und 2015 auch kleine CRJ200-Regionaljets mit Hecktriebwerken
- Flugnummer mit VW, im Flugplan der Flugsicherung TAO bzw. „AEROMAR“
- Typischer Fotoort: Mexiko-Stadt, wo die ATR zwischen Großraumjets und A320 der großen Airlines rollten
Wer in den 2000er- oder 2010er-Jahren in Mexiko-Stadt gespottet hat, kennt das Bild: Zwischen Jets von Aeroméxico, Interjet und Volaris rollt eine kleine ATR mit dem Schriftzug „Aeromar“ zur Piste. Rund 35 Jahre lang war Aeromar die Turboprop-Airline der mexikanischen Hauptstadt. Im Februar 2023 war Schluss – nach einer Zahlungsfrist des Flughafens und Schulden in Milliardenhöhe. Diese Seite fasst zusammen, was du über die historische Airline wissen musst und wie du alte Aeromar-Fotos sauber zuordnest.
Archivfotos im Hangar
Mit Planetrack hältst du Sichtungen mit Foto, Kennzeichen, Typ, Airline und Flughafen fest – auch alte Aufnahmen von Airlines, die es nicht mehr gibt. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Aeromar im Überblick
Aeromar war eine mexikanische Regionalairline mit Sitz am Flughafen Mexiko-Stadt. Offiziell hieß das Unternehmen Transportes Aeromar, S.A. de C.V., dahinter stand die Grupo Aeromar. Gegründet wurde die Airline am 29. Januar 1987, der erste Flug ging im November 1987 von Toluca nach Acapulco – mit einer ATR 42, die erst wenige Tage vorher aus Toulouse nach Mexiko überführt worden war.
Schon 1988 verlegte Aeromar die Basis vom Flughafen Toluca an den Flughafen Mexiko-Stadt. Dort blieb die Airline bis zum Schluss: mit Büros und eigener Lounge im Terminal 2. Als zweites Drehkreuz diente Guadalajara.
Das Geschäftsmodell war klassisch regional. Aeromar flog vor allem Städte an, die für Jets zu klein oder zu wenig gefragt waren, und brachte die Fluggäste in die Hauptstadt, wo sie auf die großen Airlines umsteigen konnten. Dazu kamen zeitweise Strecken in die USA, vor allem nach Texas, und Flüge nach Kuba.
Codes und Rufzeichen
- IATA-Code VW: stand in der Flugnummer, auf Anzeigetafeln, Tickets und in Flugplänen.
- ICAO-Code TAO: abgeleitet von „Transportes Aeromar“, so lief Aeromar im Flugplan der Flugsicherung.
- Rufzeichen AEROMAR: damit meldeten sich die Besatzungen im Funk.
Weil Aeromar viele Flüge im Codeshare mit United anbot, tauchten Aeromar-Strecken in Buchungssystemen auch unter United-Flugnummern auf. Für die Zuordnung eines Fotos zählt aber immer, wer den Flug tatsächlich durchgeführt hat – und das erkennst du am Flugzeug und am ICAO-Code, nicht an der Vermarktungsnummer.
Alte Daten richtig lesen
Wenn du historische Flugdaten oder alte Tracker-Screenshots auswertest, such nach TAO statt nach VW. Wie ADS-B-Daten und Rufzeichen zusammenhängen, erklärt der Guide zur Flugverfolgung für Spotter.
Geschichte: von Toluca bis zum Aus 2023
Die Anfangsjahre
Aeromar war von Beginn an eine ATR-Airline. Das erste Flugzeug, eine ATR 42 mit dem Kennzeichen XA-PEP, kam Ende Oktober 1987 direkt vom Hersteller aus Toulouse. Mit dem Umzug nach Mexiko-Stadt 1988 wurde aus dem kleinen Betrieb ein fester Teil des Hauptstadtverkehrs. In den 1990er-Jahren wuchs die Flotte mit weiteren ATR 42, darunter die Version ATR 42-500 mit sechsblättrigen Propellern.
Partner statt Allianz
Eine Allianz trat Aeromar nie bei. Stattdessen setzte die Airline auf Partner: In den frühen 1990er-Jahren gab es Codeshares mit Aeroméxico und Mexicana, später wurde Continental Airlines zum wichtigsten Partner. Ab 2011 lief ein Codeshare auf allen Strecken ab Mexiko-Stadt. Nach der Fusion von Continental mit United Airlines ging die Partnerschaft auf United über, und Fluggäste sammelten Meilen im Programm MileagePlus. In den letzten Jahren kamen Vereinbarungen mit Turkish Airlines, Emirates und Air Canada hinzu.
Jets als Episode
2010 nahm Aeromar Bombardier-Regionaljets vom Typ CRJ200 in die Flotte. Die drei Jets blieben eine Episode: Anfang 2015 waren sie wieder verschwunden, und die Airline konzentrierte sich erneut ganz auf Turboprops.
Erneuerung ab 2016
Im November 2016 gab Aeromar eine Bestellung über acht neue ATR auf, dazu Optionen auf sechs weitere. Ab Ende 2016 kamen damit ATR 42-600 und die größere ATR 72-600 in die Flotte. Die älteren ATR 42 der ersten Serien verschwanden bis 2018.
Krise und Ende
2018 scheiterten Gespräche über einen Einstieg der Synergy Group, des damaligen Avianca-Eigentümers. Ab 2020 traf die Pandemie die bereits verschuldete Airline hart. Die Flotte schrumpfte, der Flugplan wurde immer dünner, und die Steuerbehörde griff laut mexikanischen Medien schon 2022 auf die Kasse zu.
Anfang 2023 spitzte sich die Lage zu. Der Flughafen Mexiko-Stadt verlangte die Begleichung von Schulden in Höhe von mehr als 500 Millionen Pesos und setzte eine Frist bis zum 15. Februar. Ein Investor aus Brasilien, der Aeromar übernehmen wollte, kam nicht zum Zug. Am 15. Februar 2023 gab Aeromar das endgültige Aus bekannt und nannte finanzielle Probleme sowie fehlende tragfähige Vereinbarungen für den weiteren Betrieb als Grund. Mexikanische Medien bezifferten die Gesamtschulden auf mehrere Milliarden Pesos, häufig genannt wurden mehr als 5 Milliarden; betroffen waren nach Berichten rund 600 Beschäftigte. Die Regierung lehnte eine Rettung ab.
Die letzte Verbindung führte nach Medienberichten nach Ixtepec im Bundesstaat Oaxaca; als Auslandsziel war in den letzten Jahren vor allem McAllen in Texas geblieben.
Typisches Muster
Aeromar war nicht die erste mexikanische Airline, die an Schulden gegenüber Flughäfen und Behörden scheiterte. Auch Mexicana (2010) und Interjet (2020) endeten nach langen Finanzproblemen. Wie solche Zusammenbrüche in Europa abliefen, zeigt der Überblick über große Airline-Pleiten.
Die Flotte: ATR von Anfang bis Ende
Kaum eine Airline blieb einem Hersteller so treu wie Aeromar dem Turboprop-Hersteller ATR. Die folgende Übersicht fasst die Flottengeschichte zusammen; die genauen Stückzahlen unterscheiden sich je nach Quelle leicht.
| Typ | Zeitraum bei Aeromar | Rolle | Spotter-Hinweis |
|---|---|---|---|
| ATR 42-300/320 | ab 1987 bis 2018 | Erstausstattung und lange Rückgrat der Flotte | Vierblättrige Propeller, das erste Exemplar trug XA-PEP |
| ATR 42-500 | ab den 1990er-Jahren bis zum Schluss | Modernere ATR 42 | Sechsblättrige Propeller |
| Bombardier CRJ200 | 2010–2015 | Kurzer Ausflug in den Jetbetrieb | Zwei Hecktriebwerke, T-Leitwerk |
| ATR 42-600 | 2016–2023 | Erneuerung der kleinen Klasse | Glascockpit der neuen Generation, außen kaum von der -500 zu unterscheiden |
| ATR 72-600 | 2016–2023 | Größtes Muster der Airline | Deutlich längerer Rumpf, zum Schluss der häufigste Typ |
Zum Zeitpunkt der Einstellung bestand die Flotte laut Flottenübersichten aus neun Flugzeugen: zwei ATR 42-500, zwei ATR 42-600 und fünf ATR 72-600. In den letzten Monaten standen der Airline nach Medienberichten ohnehin immer weniger Flugzeuge zur Verfügung, der Flugplan war entsprechend ausgedünnt.
Ehemalige Aeromar-ATR wiederfinden
Setz Typen oder Kennzeichen auf deine Wunschliste und lass dich benachrichtigen, wenn eine bestimmte Maschine bei dir anfliegt oder landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.
ATR 42 oder ATR 72? So sortierst du alte Fotos
Auf älteren Aeromar-Bildern ist fast immer eine ATR zu sehen. Die Frage ist nur, welche. Die beiden Größen unterscheidest du am schnellsten über die Rumpflänge, die Generation über Propeller und Details.
Das spricht für die ATR 72-600
- Deutlich gestreckter Rumpf mit mehr Fenstern zwischen Tür und Flügel
- Wirkt im Verhältnis zum Leitwerk lang und schlank
- Bei Aeromar erst ab 2016 im Einsatz – ältere Fotos zeigen sie nie
- Auf Trackern als AT76 geführt
Das spricht für eine ATR 42
- Kurzer, gedrungener Rumpf
- Vierblättrige Propeller bei den frühen Serien, sechsblättrige ab der -500
- Auf allen Aeromar-Fotos vor 2016
- Auf Trackern als AT43, AT45 oder AT46 geführt
Für die Unterscheidung von ATR und dem Konkurrenten Dash 8 lohnt sich der Guide Turboprops unterscheiden. Bei Aeromar ist die Sache einfacher: Eine Dash 8 gab es in der Flotte nicht.
Woran du Aeromar erkennst
Das wichtigste Merkmal ist der Flugzeugtyp selbst. Wenn auf einem alten Foto aus Mexiko-Stadt ein ATR-Turboprop mit dem Schriftzug „Aeromar“ zu sehen ist, ist die Sache klar. Bei der Bemalung lohnt der Blick aufs Aufnahmedatum: Aus 35 Jahren gibt es Fotos aus ganz unterschiedlichen Epochen, sicher verbinden sie vor allem Schriftzug und Typ.
Das zweite Merkmal ist das Kennzeichen. Mexikanische Verkehrsflugzeuge tragen das Präfix XA-, gefolgt von drei Buchstaben. Das erste Flugzeug der Airline war XA-PEP. Mit dem Kennzeichen kannst du alte Fotos eindeutig einer Maschine zuordnen und den weiteren Lebensweg verfolgen. Wie die Systematik funktioniert, erklärt der Artikel Flugzeugkennzeichen verstehen.
Typ bestimmen
ATR 42 oder ATR 72? Rumpflänge und Propeller geben die Antwort, der Zeitraum grenzt weiter ein.
Kennzeichen lesen
XA- plus drei Buchstaben – damit ist die einzelne Maschine eindeutig.
Datum prüfen
Fotos mit ATR 72 stammen aus der Zeit ab 2016, CRJ200 aus den Jahren 2010 bis 2015.
Sauber archivieren
Notiere Airline, Typ, Kennzeichen und Flughafen getrennt. So bleibt die Aufnahme auch Jahre später zuordenbar.
Was aus den Flugzeugen wurde
Mit dem Ende einer Airline verschwinden ihre Flugzeuge selten ganz. ATR-Turboprops sind gefragt, und viele Maschinen waren ohnehin geleast. Zu Aeromars Gläubigern gehörten auch Leasinggeber. Wechselt eine geleaste Maschine nach einer Pleite zu einem neuen Betreiber, wird sie meist umregistriert. Das heißt für dich: Das alte XA-Kennzeichen verschwindet, die Hersteller-Seriennummer bleibt.
Wenn du eine frühere Aeromar-ATR wiederfinden willst, gehst du am besten über die Seriennummer. Wie du das Alter einer Maschine und ihre Vorgeschichte über das Kennzeichen herausfindest, steht im Guide Flugzeugalter herausfinden. Manchmal fliegen ehemalige Maschinen noch eine Weile in Mischlackierung – Reste des alten Designs mit neuem Kennzeichen. Solche Übergangsbilder sind bei Sammlern beliebt.
Gute Chancen auf Aeromar-Spuren, wenn …
- du in alten Fotoarchiven aus Mexiko-Stadt, Guadalajara oder Texas suchst
- du die Seriennummer einer ehemaligen Aeromar-ATR kennst
Prüf es genau, wenn …
- eine ATR in Mexiko ohne erkennbare Airline-Bemalung unterwegs ist
- ein Foto keine Jahresangabe hat und du die Generation nicht sicher bestimmen kannst
Keine Aeromar-Sichtung mehr, wenn …
- du auf einen Flug mit VW-Flugnummer oder TAO-Rufzeichen wartest – seit Februar 2023 gibt es keine mehr
Aeromar im mexikanischen Markt
Aeromar war über Jahrzehnte eine feste Größe im mexikanischen Regionalverkehr, aber nie die einzige. Im Hauptstadtverkehr konkurrierte die Airline vor allem mit Aeroméxico Connect, der Regionaltochter von Aeroméxico, die mit Embraer-Jets fliegt. Wo Aeromar mit Turboprops auf kurze Pisten und dünne Nachfrage setzte, bedienen heute vor allem Jets und die Low-Cost-Airlines viele der früheren Ziele.
Mit Blick auf andere Regionen zeigt sich, wie typisch das Modell war: Auch in Südamerika und der Karibik gab es Regionalairlines mit ATR-Flotten, die mit dünnen Margen kämpften, etwa die ostkaribische LIAT. Wer Turboprops gern fotografiert, findet in Europa an kleineren Plätzen ähnliche Motive – Tipps dazu gibt es im Artikel Spotting an kleinen Regionalflughäfen.
Häufige Verwechslungen
- Aeromar mit Aeroméxico verwechseln – die Namen klingen ähnlich, aber Aeroméxico ist die große Netzwerk-Airline mit Jets, Aeromar war die Turboprop-Airline.
- Aeromar für ein Star-Alliance-Mitglied halten – trotz Codeshare mit United gehörte Aeromar keiner Allianz an.
- United-Flugnummer mit United-Flugzeug gleichsetzen – viele Codeshare-Flüge wurden von Aeromar-ATR durchgeführt.
- Jede ATR 42 gleich notieren – zwischen den frühen Serien, der -500 und der -600 liegen Jahrzehnte.
- Eine ATR 72 auf einem Foto vor 2016 vermuten – die längere ATR kam bei Aeromar erst mit der Flottenerneuerung.
- Ehemalige Aeromar-Maschinen über das alte Kennzeichen suchen – nach dem Betreiberwechsel hilft die Seriennummer.
Archivfotos und Rechte
Viele Aeromar-Bilder kursieren heute in Foren und Datenbanken. Nutze fremde Fotos nur mit Erlaubnis und gib bei eigenen Archivbildern Datum und Ort an – so bleiben sie für andere Spotter wertvoll.
Deine Turboprop-Sammlung
Poste deine Sichtungen mit Typ, Kennzeichen, Airline und Spot, sammle ATR 42 und ATR 72 im Hangar und tausch dich mit der Community über seltene Airlines aus. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
Aeromar war 35 Jahre lang die Turboprop-Airline Mexikos: gestartet 1987 mit einer einzelnen ATR 42, zum Schluss mit ATR 72-600 der neuesten Generation. Die enge Bindung an United, die treue ATR-Flotte und das abrupte Ende im Februar 2023 machen sie zu einem spannenden Archiv-Thema. Wer alte Fotos mit Typ, XA-Kennzeichen und Datum sauber notiert, hält ein Stück mexikanischer Luftfahrtgeschichte fest.
Kurzfazit
Aeromar (IATA VW, ICAO TAO) war eine historische mexikanische Regionalairline mit Basis in Mexiko-Stadt und fast reiner ATR-Flotte. Am 15. Februar 2023 stellte sie nach hohen Schulden den Flugbetrieb ein.
Zusammenfassung
- Aeromar startete 1987 mit einer ATR 42 von Toluca aus und verlegte die Basis schon 1988 an den Flughafen Mexiko-Stadt.
- Über mehr als drei Jahrzehnte verband die Airline mit Turboprops mittelgroße Städte in Mexiko mit der Hauptstadt und flog zeitweise in die USA und nach Kuba.
- Ab 2016 modernisierte Aeromar die Flotte mit ATR 42-600 und ATR 72-600, die Pandemie und hohe Schulden ließen die Airline aber nicht mehr zur Ruhe kommen.
- Für Spotter ist Aeromar heute ein Archiv-Thema: alte Fotos, XA-Kennzeichen und die Frage, wo die ATR nach 2023 weiterfliegen.
Häufige Fragen
Welchen IATA- und ICAO-Code hatte Aeromar?
Aeromar flog mit dem IATA-Code VW und dem ICAO-Code TAO, der aus dem Firmennamen Transportes Aeromar abgeleitet ist. Im Funk meldeten sich die Besatzungen mit „AEROMAR“. Seit Februar 2023 findest du diese Codes nur noch in alten Flugplänen, Logbüchern und Bildbeschreibungen.
Wann hat Aeromar den Flugbetrieb eingestellt?
Am 15. Februar 2023. An diesem Tag lief eine Zahlungsfrist des Flughafens Mexiko-Stadt ab, dem Aeromar nach übereinstimmenden Berichten mehr als 500 Millionen Pesos schuldete. Die Airline gab das endgültige Aus über ihre sozialen Kanäle bekannt und nannte finanzielle Probleme sowie fehlende tragfähige Vereinbarungen für den weiteren Betrieb als Grund.
Welche Flugzeuge flog Aeromar?
Fast ausschließlich Turboprops von ATR. Den Anfang machte 1987 eine ATR 42, später kamen ATR 42 weiterer Serien bis zur ATR 42-500 dazu. Ab 2016 übernahm Aeromar neue ATR 42-600 und ATR 72-600. Eine Ausnahme waren drei Bombardier CRJ200, die zwischen 2010 und 2015 in der Flotte waren. Zum Schluss bestand die Flotte laut Flottenübersichten aus neun ATR.
Gehörte Aeromar zur Star Alliance?
Nein, Aeromar war kein Mitglied einer Allianz. Die Airline arbeitete aber eng mit United Airlines zusammen, vorher mit Continental. Es gab einen Codeshare, und Fluggäste konnten im Programm MileagePlus Meilen sammeln. Dazu kamen Partnerschaften mit weiteren Airlines, etwa Turkish Airlines und Air Canada.
Wo hatte Aeromar seinen Sitz?
Gestartet ist Aeromar 1987 am Flughafen Toluca westlich von Mexiko-Stadt. Schon 1988 zog der Betrieb an den Flughafen Mexiko-Stadt, wo die Airline bis zum Ende im Terminal 2 saß. Guadalajara diente als zweites Drehkreuz.
Warum ging Aeromar pleite?
Die Airline war schon vor der Pandemie verschuldet, ab 2020 brach das Geschäft zusätzlich ein. Mexikanische Medien bezifferten die Verbindlichkeiten auf mehrere Milliarden Pesos, oft genannt wurden mehr als 5 Milliarden, unter anderem bei Flughafen, Treibstofflieferant, Steuerbehörde, Sozialversicherung, Leasinggebern und Beschäftigten. Ein Investor aus Brasilien war im Gespräch, der Kauf kam aber nicht zustande, und die Regierung lehnte eine Rettung ab.
Kann ich Aeromar heute noch spotten?
Nein, Aeromar fliegt seit Februar 2023 nicht mehr. Was bleibt, sind Fotos aus über 35 Jahren und die ehemaligen Flugzeuge. Die Wege der ATR nach 2023 lassen sich über ihre Seriennummern verfolgen, weil sich das Kennzeichen beim Wechsel zu einem neuen Betreiber meist ändert.
Aeromar im Blick behalten
Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Flugzeugtypen in der Flotte
ATR 42-300/320
Hochdecker, T-Leitwerk und nur vier Blätter pro Propeller: Die ATR 42-300 und -320 sind die erste Generation des ATR-Turboprops. Heute triffst du sie vor allem als Frachter. So erkennst du sie.
FlugzeugtypATR 42-500
Mit der ATR 42-500 bekam der kleine ATR-Turboprop Mitte der Neunziger Sechsblatt-Propeller, stärkere Triebwerke und eine neue Kabine. So erkennst du sie und trennst sie von älteren und jüngeren ATR 42.
FlugzeugtypATR 42-600
Hochdecker, T-Leitwerk, zwei Sechsblatt-Propeller und ein kurzer, kompakter Rumpf: Die ATR 42-600 ist der kleinste Turboprop von ATR. So erkennst du sie und trennst sie von der größeren ATR 72.
FlugzeugtypATR 72-600
Hochdecker, T-Leitwerk, zwei sechsblättrige Propeller und ein Rumpf, der fast auf dem Vorfeld aufsitzt: Die ATR 72-600 gehört zu den erfolgreichsten Regional-Turboprops unserer Zeit. So erkennst du sie und so findest du sie.
FlugzeugtypBombardier CRJ100/CRJ200
Klein, schlank, Triebwerke am Heck: Der CRJ100/200 war der erste Canadair Regional Jet und startete 1992 bei Lufthansa CityLine. In Europa ist er fast verschwunden, in den USA fliegt er noch – so erkennst du den 50-Sitzer sicher.
Weitere Airlines
Aeroméxico
Mexikos Netzwerk-Airline mit Drehkreuz Mexiko-Stadt: Gründungsmitglied von SkyTeam, Joint-Venture-Partner von Delta und mit Boeing 787 Dreamliner regelmäßig in Madrid, Paris, Amsterdam, London und Rom zu Gast.
RegionalAeroméxico Connect
Die Regionaltochter von Aeroméxico fliegt mit Embraer 190 unter AM-Flugnummern zwischen Mexiko-Stadt, Monterrey, Guadalajara und vielen kleineren Zielen – früher auch mit E170, ERJ 145 und Saab 340.
Low-CostInterjet
Historische mexikanische Airline: 2005 in Toluca gestartet, mit viel Sitzabstand und Airbus-Flotte groß geworden, erster westlicher Kunde des Sukhoi Superjet 100 – und im Dezember 2020 am Boden.
Low-CostVolaris
Mexikos passagierstärkste Airline fliegt als Ultra-Low-Cost-Carrier eine reine Airbus-A320-Familie, verbindet Mexiko eng mit den USA und hat eigene Töchter in Costa Rica und El Salvador.
NetzwerkMexicana de Aviación
Eine der ältesten Airlines der Welt: Mexicana flog von 1921 bis August 2010, prägte mit Comet, 727 und bunten Airbus-Leitwerken die Luftfahrt Mexikos – und fliegt seit Dezember 2023 als staatliche Inlandsairline mit Embraer E2 wieder.
NetzwerkUnited Airlines
Die US-Netzwerk-Airline mit dem Globus am Leitwerk: Wurzeln bis 1926, Sitz in Chicago, Gründungsmitglied der Star Alliance und in Europa vor allem mit 767, 777 und 787 unterwegs.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
ATR
Der französisch-italienische Hersteller ATR baut seit den 1980er-Jahren nur zwei Flugzeuge – die ATR 42 und die ATR 72. Hochdecker, T-Leitwerk, Propeller: Wer die Familie einmal verstanden hat, erkennt sie überall, von Lanzarote bis zu den griechischen Inseln.
FlughafenFlughafen Mexiko-Stadt
Ein Großflughafen mitten in der Stadt und auf 2.230 Metern Höhe: Am AICM landen Aeroméxico, Volaris und Viva Aerobus im Minutentakt über Wohnvierteln, und die Spotter-Community hat sich ihre Plätze auf Fußgängerbrücken, Dachterrassen und in Cafés gesucht.
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