Das Wichtigste in Kürze
- Interjet ist eine historische mexikanische Airline: erster Flug am 1. Dezember 2005, Flugbetrieb im Dezember 2020 eingestellt.
- Codes: IATA 4O, ICAO AIJ, Rufzeichen seit 2012 „ABC AEROLINEAS“ nach dem Firmennamen ABC Aerolíneas.
- Die Flotte bestand fast nur aus der A320-Familie – plus dem Sukhoi Superjet 100, für den Interjet 2013 der erste westliche Kunde war.
- Das Markenversprechen war Platz: Interjet setzte auf mehr Sitzabstand und weniger Sitze als typische Billigflieger.
- Schulden, Corona und Leasinggeber brachten die Airline zu Fall; 2022 folgte das Insolvenzverfahren, im April 2023 die Erklärung des Konkurses.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Interjet im Überblick
- 2.Die Geschichte in Etappen
- 3.Codes und Rufzeichen
- 4.Die Flotte: A320-Familie plus Superjet
- 5.Das Superjet-Kapitel
- 6.Woran du Interjet erkennst
- 7.A320 oder A320neo? Die Generation bestimmen
- 8.Strecken und Netz
- 9.Das Ende: von der Krise zum Konkurs
- 10.Interjet im mexikanischen Markt
- 11.Häufige Verwechslungen
- 12.Fazit
Steckbrief
| IATA-Code | 4O |
|---|---|
| ICAO-Code | AIJ |
| Rufzeichen | ABC AEROLINEAS |
| Drehkreuze | MEX, TLC |
| Status | Historisch – Flugbetrieb im Dezember 2020 eingestellt, 2023 gerichtlich für bankrott erklärt |
| Firmierung | ABC Aerolíneas S.A. de C.V., Marke Interjet |
| Sitz | Mexiko-Stadt |
| Erster Flug | 1. Dezember 2005 mit einem Airbus A320 |
| Eigentümer-Umfeld | Grupo Alemán um die Familie Alemán |
| Geschäftsmodell | Als Low-Cost-Airline gestartet, später hybrides Modell mit günstigen Tarifen, großzügigem Sitzabstand und Gepäck |
| Basen | Anfangs Toluca (TLC), ab 2008 vor allem Mexiko-Stadt (MEX); weitere Basen in Cancún, Guadalajara und Monterrey |
| Allianz | keine |
| Flottentypen | Airbus A320, A320neo, A321, A321neo und Sukhoi Superjet 100-95 |
| Flotte Anfang 2020 | rund 66 Flugzeuge der A320-Familie und etwa 20 Superjet 100, einige davon als Ersatzteilspender abgestellt |
| Vielfliegerprogramm | Club Interjet |
Woran du die Airline erkennst
Ist das wirklich Interjet?
- Mexikanisches Kennzeichen mit XA- am Heck, etwa XA-JLV beim dritten Superjet
- Schriftzug „interjet“ klein geschrieben auf überwiegend weißem Rumpf
- Fast immer ein Typ der A320-Familie – oder der seltene Sukhoi Superjet 100
- Flugnummer mit 4O, im Flugplan der Flugsicherung AIJ
- Aufnahme zwingend aus der Zeit bis Dezember 2020 – danach flog Interjet nicht mehr
Wer in den 2010er-Jahren in Mexiko-Stadt, Cancún oder Miami am Zaun stand, kam an Interjet kaum vorbei. Die Airline wuchs in wenigen Jahren zu einem der großen Namen Mexikos, flog als einzige Gesellschaft Nordamerikas den Sukhoi Superjet 100 – und verschwand Ende 2020 fast über Nacht. Für Spotter ist Interjet heute ein Archivthema: Diese Seite hilft dir, alte Fotos richtig zuzuordnen, die Flotte zu verstehen und die Geschichte einzuordnen.
Dein Fotoarchiv im Hangar
Mit Planetrack postest du Sichtungen mit Foto, Typ, Kennzeichen, Airline und Flughafen – auch ältere Aufnahmen historischer Airlines wie Interjet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Interjet im Überblick
Interjet war eine mexikanische Airline, die offiziell als ABC Aerolíneas S.A. de C.V. firmierte und ihren Sitz in Mexiko-Stadt hatte. Hinter ihr stand die Grupo Alemán, eine Unternehmensgruppe rund um die Familie Alemán. Den ersten Flug führte Interjet am 1. Dezember 2005 durch – mit einem einzigen Airbus A320. Startpunkt war nicht der überlastete Hauptstadtflughafen, sondern Toluca westlich von Mexiko-Stadt.
Die Idee: günstige Inlandsflüge, aber ohne das Gefühl, in einen Billigflieger gequetscht zu werden. Interjet verkaufte Tickets zu niedrigen Preisen, gab den Fluggästen aber mehr Sitzabstand als üblich. In der A320 standen 150 Sitze, wo andere Airlines deutlich mehr unterbringen. Mit der Zeit wurde daraus ein hybrides Modell: günstige Grundtarife, dazu Extras gegen Aufpreis und eine großzügigere Gepäckregel als bei klassischen Billigairlines. Selbst Surfbretter flogen im Inland ohne Zusatzgebühr mit.
Interjet gehörte keiner Allianz an. Ende 2020 stellte die Airline den Flugbetrieb ein, nach jahrelangen finanziellen Problemen. Seit April 2023 ist sie gerichtlich für bankrott erklärt.
Die Geschichte in Etappen
In nur 15 Jahren hat Interjet einen kompletten Lebenszyklus durchlaufen: vom Start mit einem einzigen Flugzeug in Toluca über den Aufstieg zur Airline mit Zielen in drei Amerikas bis zum Stillstand.
2005
Gründung als ABC Aerolíneas. Am 1. Dezember startet der Flugbetrieb mit einem Airbus A320, Basis ist der Flughafen Toluca.
2008
Nach dem Zusammenbruch von Aero California übernimmt Interjet Kapazitäten am Flughafen Mexiko-Stadt und verlegt den Schwerpunkt dorthin.
2011/2012
Erste Auslandsstrecke nach Guatemala-Stadt im Juli 2011, im Februar 2012 folgt Miami, im August 2012 New York JFK. Im Juli 2011 fliegt Interjet zudem mit der A320 XA-ECO einen der ersten Biokraftstoff-Flüge Amerikas.
2013
Übergabe des ersten Sukhoi Superjet 100 auf der Paris Air Show im Juni, Liniendienst ab September.
2016–2019
Wachstum mit A321, A320neo und A321neo. Neue Ziele in Los Angeles, Lima, Kanada, San Francisco und Südamerika.
2020
Corona-Krise, Rückgabe von Flugzeugen an Leasinggeber, Streichungen wegen offener Treibstoffrechnungen. Im Dezember steht der Betrieb still.
2021–2023
Streik der Belegschaft im Januar 2021, gescheiterte Neustartpläne, Insolvenzverfahren ab August 2022 und Konkurserklärung im April 2023.
Bemerkenswert ist der Wechsel nach Mexiko-Stadt: Der Flughafen Mexiko-Stadt war schon damals stark ausgelastet, Start- und Landerechte waren knapp. Als Aero California 2008 den Betrieb einstellte, wurden Kapazitäten frei – und Interjet griff zu. Damit stand die Airline direkt im Wettbewerb mit Aeroméxico und der damaligen Mexicana de Aviación.
Codes und Rufzeichen
- IATA-Code 4O: stand in der Flugnummer, auf Tickets und Anzeigetafeln. Das „O“ ist ein Buchstabe – wer in alten Flugplänen nach „40“ sucht, findet nichts.
- ICAO-Code AIJ: nutzte die Flugsicherung im Flugplan; auf Tracker-Archiven taucht Interjet unter AIJ auf.
- Rufzeichen ABC AEROLINEAS: Seit August 2012 meldete sich Interjet im Funk nicht mehr mit dem Markennamen, sondern mit dem Namen der Betreibergesellschaft – davor war „INTERJET“ üblich.
Alte Flüge rekonstruieren
Viele Tracker-Archive reichen Jahre zurück. Mit ICAO-Code und Kennzeichen kannst du alte Interjet-Sichtungen oft noch einem konkreten Flug zuordnen. Wie das geht, zeigt der Guide Flugzeug per Kennzeichen verfolgen.
Die Flotte: A320-Familie plus Superjet
Interjet setzte von Anfang an auf Airbus. Die Airbus A320 war das Rückgrat der Flotte, ab Mitte der 2010er-Jahre kamen größere und modernere Varianten dazu. Daneben stand ein Exot, der Interjet unter Spottern bekannt gemacht hat: der Sukhoi Superjet 100.
| Typ | Sitze | Zeitraum | Spotter-Hinweis |
|---|---|---|---|
| Airbus A320-200 | 150 | 2005–2020 | Arbeitspferd der Airline, wenig Sitze für eine A320 |
| Airbus A321-200 | k. A. | ab 2016 | Gestreckte Version mit längerem Rumpf |
| Airbus A320neo | k. A. | ab 2017 | Große Triebwerke, Sharklets |
| Airbus A321neo | k. A. | ab 2018 | Größter Typ der Flotte |
| Sukhoi Superjet 100-95 | 93 | 2013–2020 | Einziger Betreiber in Nordamerika |
Anfang 2020 umfasste die Flotte nach verbreiteten Angaben rund 66 Flugzeuge der A320-Familie und etwa 20 Superjets. Diese Zahl täuscht allerdings: Einige Superjets standen längst als Ersatzteilspender am Boden, und ab dem Frühjahr 2020 holten Leasinggeber einen erheblichen Teil der Airbus-Flotte zurück. Hersteller der Airbus-Typen war Airbus; die neo-Varianten A320neo und A321neo gehörten zu den jüngsten Flugzeugen der Airline.
Superjet noch nicht im Hangar?
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Das Superjet-Kapitel
Der Sukhoi Superjet 100 ist ein Regionaljet aus russischer Produktion, der im Westen über das Gemeinschaftsunternehmen SuperJet International vermarktet wurde – ein Joint Venture von Sukhoi und der italienischen Alenia Aermacchi, die heute zu Leonardo gehört. Die Sukhoi-Zivilsparte ist inzwischen Teil der United Aircraft Corporation.
Interjet entschied sich Anfang der 2010er-Jahre für den Superjet. Nach Medienberichten war der Jet deutlich günstiger zu haben als vergleichbare Muster der etablierten Regionaljet-Hersteller. Am Ende standen 20 feste Bestellungen plus Optionen. Die erste Maschine übergab SuperJet International im Juni 2013 auf der Paris Air Show – Interjet war damit der erste westliche Kunde, der den Typ tatsächlich übernahm. Die Kabine stammte vom Designstudio Pininfarina, die Bestuhlung umfasste 93 Sitze mit großzügigem Abstand, passend zum Markenversprechen. Lackierung, Ausstattung und Abnahme erfolgten bei SuperJet International in Venedig. Am 18. September 2013 gingen die ersten beiden Superjets in den Liniendienst.
Im Alltag wurde der Superjet für Interjet zum Problem. Ersatzteile und Wartung waren schwieriger zu organisieren als bei der Airbus-Flotte, und 2018 berichtete Bloomberg, mehrere Superjets seien zur Teilegewinnung ausgeschlachtet worden – Interjet widersprach damals. Anfang 2020 kündigte die Airline an, den Typ auszuflotten. Im November 2020 waren Berichten zufolge nur noch vier von 22 Superjets im Einsatz.
Was der Superjet mitbrachte
- Passende Größe für dünnere Inlandsstrecken
- Günstiger Einkaufspreis laut Berichten
- Komfortable Kabine mit 93 Sitzen
- Moderner Jet statt Turboprop
Was im Alltag hakte
- Zweiter Flugzeugtyp neben der Airbus-Flotte
- Aufwendige Ersatzteilversorgung
- Flugzeuge als Teilespender abgestellt
- Kleine Flotte ohne andere Betreiber in der Region
Für Spotter macht genau das den Reiz aus: Ein Superjet in Interjet-Farben über Mexiko war zu seiner Zeit ein ungewöhnliches Motiv, und heute ist er ein echtes Archivstück. Hast du so ein Foto, lohnt es sich, Kennzeichen und Datum sauber festzuhalten. Wie selten so eine Aufnahme ist, ordnest du mit dem Artikel Wie selten ist meine Sichtung? ein.
Woran du Interjet erkennst
Typisch war der klein geschriebene Schriftzug „interjet“ auf einem überwiegend weißen Rumpf. Weil die Airline seit Ende 2020 nicht mehr fliegt, wirst du sie nur noch auf älteren Fotos finden – dort hilft dir aber eine einfache Prüfliste.
Zeigt dein altes Foto wirklich Interjet?
- Schriftzug „interjet“ in Kleinbuchstaben am Rumpf
- Mexikanisches Kennzeichen mit XA- am Heck
- Typ aus der A320-Familie oder ein Sukhoi Superjet 100
- Aufnahme aus der Zeit zwischen Dezember 2005 und Dezember 2020
- Ort wie Mexiko-Stadt, Toluca, Cancún, Guadalajara, Monterrey oder ein Ziel in Nord- und Südamerika
- Im Tracker-Archiv als AIJ geführt
Mexikanische Verkehrsflugzeuge tragen Kennzeichen mit dem Präfix XA-, das gilt auch für die Konkurrenz. Das Präfix allein beweist also nichts – erst der vollständige Eintrag im Register oder in einer Flottenliste klärt, welches Flugzeug du vor der Linse hattest. Mehr dazu erklärt Flugzeugkennzeichen verstehen.
A320 oder A320neo? Die Generation bestimmen
Interjet flog beide Generationen der A320-Familie. Beim Sortieren alter Fotos ist das die häufigste Fehlerquelle.
- Triebwerke: Die neo-Varianten haben deutlich größere Triebwerke mit größerem Durchmesser, die fast bis zum Boden reichen.
- Flügelspitzen: Neos tragen immer Sharklets; ältere A320 können kleine Wingtip-Fences oder nachgerüstete Sharklets haben.
- Rumpflänge: Die A321 ist deutlich länger als die A320 und hat zusätzliche Türen vor und hinter dem Flügel.
Ausführliche Merkmale findest du in den Guides A320neo oder ceo? und A318 bis A321 auseinanderhalten. Zur A321 gibt es außerdem eine eigene Typenseite.
Strecken und Netz
Im Kern war Interjet eine Inlandsairline. Mexiko ist groß, die Straßenverbindungen zwischen den Metropolen sind lang – günstige Flüge zwischen Mexiko-Stadt, Monterrey, Guadalajara, Cancún und vielen kleineren Städten waren das Hauptgeschäft. Ab 2011 kam ein internationales Netz dazu, das schnell wuchs:
- Mittelamerika: Guatemala-Stadt als erste Auslandsstrecke 2011, später unter anderem San José in Costa Rica.
- USA: Miami ab Februar 2012, New York JFK ab August 2012, später Los Angeles und San Francisco.
- Kanada: Montréal, Toronto und Vancouver ab 2017.
- Südamerika: Bogotá ab 2013, Lima ab 2016, 2019 dann Medellín, Cartagena, Quito und Guayaquil.
Nach Europa ist Interjet nie geflogen. Für deutsche Spotter war die Airline deshalb vor allem auf Reisen nach Mexiko oder an Flughäfen wie Miami und New York zu sehen. Im März 2020 stellte Interjet wegen der Pandemie alle internationalen Flüge ein; das Auslandsnetz kam danach nicht mehr in Gang.
Das Ende: von der Krise zum Konkurs
Interjet ist nicht allein an der Pandemie gescheitert. Finanzielle Schwierigkeiten lassen sich bis etwa 2013 zurückverfolgen, als unbezahlte Steuern bekannt wurden. Mit der wachsenden Flotte stiegen die Verpflichtungen gegenüber Leasinggebern, dazu kamen die Kosten des Superjet-Programms.
Frühjahr 2020
Die Pandemie bricht die Nachfrage ein. Berichten zufolge sperrt die IATA Interjet im April 2020 wegen offener Forderungen für ihre Clearingstelle, Leasinggeber holen Flugzeuge zurück.
November/Dezember 2020
Flüge fallen aus, weil Treibstoffrechnungen offen sind. Die IATA sperrt den Ticketverkauf über Reisebüros, ab dem 11. Dezember 2020 hebt kein Interjet-Flug mehr ab.
Januar 2021
Nach ausbleibenden Löhnen tritt die Belegschaft in den Streik. Die Regierung lehnt eine Rettung ab; angekündigte Neustarttermine verstreichen.
August 2022 bis April 2023
Ein Gericht in Mexiko-Stadt eröffnet das Insolvenzverfahren (concurso mercantil). Eine Einigung mit den Gläubigern gelingt nicht, im April 2023 wird der Konkurs erklärt und die Verwertung der Vermögenswerte angeordnet.
Wie hoch die Schulden genau waren, lässt sich nicht sauber beziffern: Je nach Quelle reichten die genannten Summen von einigen Milliarden bis zu rund 40 Milliarden Pesos. Anfang 2022 kursierten noch Pläne für einen kleinen Neustart mit rund zehn A320 – auch daraus wurde nichts.
Vorsicht bei Archivangaben
Zu Flottenstärke und Schulden kursieren unterschiedliche Zahlen, weil sich die Lage 2020 fast wöchentlich änderte. Notiere bei deinen Sichtungen lieber Kennzeichen, Datum und Ort – die sind eindeutig. Wie andere Airlines ähnlich endeten, zeigt der Überblick Große Airline-Pleiten in Europa.
Interjet im mexikanischen Markt
Interjet hat den mexikanischen Luftverkehr in den 2000er- und 2010er-Jahren mitgeprägt. Zusammen mit Volaris und Viva Aerobus gehörte die Airline zu einer neuen Generation preisgünstiger Gesellschaften, die das Fliegen in Mexiko für viele Menschen erschwinglich machten. Der Unterschied: Volaris und Viva Aerobus setzten konsequent auf das reine Billigmodell mit dichter Bestuhlung, Interjet auf mehr Komfort zum kleinen Preis – ähnlich wie JetBlue in den USA, mit der sich Interjet zeitweise selbst verglich.
Nach dem Ende von Interjet haben vor allem Volaris und Viva Aerobus die freien Marktanteile übernommen. Wie Billigflieger grundsätzlich funktionieren und warum das hybride Modell schwer durchzuhalten ist, erklärt der Artikel Wie Billigflieger funktionieren. Mit Interjet, Mexicana und der Regionalairline Aeromar sind in Mexiko seit 2010 gleich mehrere bekannte Namen verschwunden.
Interjet-Spuren findest du, wenn …
- du alte Fotos von Mexiko-Reisen bis 2020 durchsiehst
- du die Seriennummer eines Ex-Interjet-Airbus kennst und seinen weiteren Weg verfolgst
- du in Fotoarchiven nach Superjets in Nordamerika suchst
Prüf es genau, wenn …
- das Foto nur das Leitwerk zeigt und kein Kennzeichen lesbar ist
- das Datum der Aufnahme unklar ist
Keine Interjet-Sichtung, wenn …
- die Aufnahme nach Dezember 2020 entstanden ist – dann fliegt das Flugzeug für einen anderen Betreiber
Häufige Verwechslungen
- 4O als „40“ lesen – der IATA-Code besteht aus Ziffer und Buchstabe: vier und O.
- Rufzeichen INTERJET erwarten – seit 2012 meldete sich die Airline im Funk als „ABC AEROLINEAS“.
- Jede mexikanische A320 für Interjet halten – Volaris, Viva Aerobus und andere fliegen ebenfalls Airbus mit XA-Kennzeichen.
- A320neo als A320 notieren – auf die Triebwerksgröße achten, Interjet hatte beide Generationen.
- Interjet für eine Europa-Airline halten – die Airline flog nie über den Atlantik.
- Den Stillstand mit einer Pause verwechseln – nach Dezember 2020 hat Interjet keinen Linienflug mehr durchgeführt.
Seltene Typen im Blick behalten
Lass dich bei Anflug oder Landung von seltenen Typen, bestimmten Kennzeichen oder Special Liveries benachrichtigen – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
Interjet steht für einen kurzen, steilen Aufstieg und ein abruptes Ende. Die Airline brachte mehr Sitzabstand in den mexikanischen Billigmarkt, flog bis nach Kanada und Südamerika und schrieb mit dem Sukhoi Superjet 100 ein Kapitel, das es so nirgendwo sonst in Nordamerika gab. Für Spotter bleibt sie ein Archivthema: Wer alte Fotos mit Kennzeichen, Datum und Typ sauber dokumentiert, hält ein Stück mexikanischer Luftfahrtgeschichte fest.
Kurzfazit
Interjet (IATA 4O, ICAO AIJ) war eine historische mexikanische Airline mit A320-Familie und Sukhoi Superjet 100. Sie flog von Dezember 2005 bis Dezember 2020; das XA-Kennzeichen und das Aufnahmedatum entscheiden über die Zuordnung.
Zusammenfassung
- Interjet erkennst du auf alten Fotos am klein geschriebenen Schriftzug „interjet“ und am mexikanischen XA-Kennzeichen.
- Spannend für Sammler ist vor allem der Sukhoi Superjet 100: Interjet war die einzige Airline Nordamerikas, die den russisch-italienischen Regionaljet im Liniendienst einsetzte.
- Die A320-Familie reichte von der klassischen A320 bis zur A321neo – die Generation erkennst du an den Triebwerken.
- Seit Dezember 2020 fliegt kein Interjet-Flugzeug mehr; Sichtungen sind heute nur noch als Archivfotos oder in neuer Bemalung bei Folgebetreibern möglich.
Häufige Fragen
Welchen IATA- und ICAO-Code hatte Interjet?
Der IATA-Code von Interjet war 4O, der ICAO-Code AIJ. Im Funk meldeten sich die Besatzungen seit 2012 mit „ABC AEROLINEAS“, abgeleitet vom offiziellen Firmennamen ABC Aerolíneas S.A. de C.V.; zuvor war „INTERJET“ in Gebrauch. Achtung: Das „O“ im IATA-Code ist ein Buchstabe, keine Null.
Fliegt Interjet noch?
Nein. Interjet hat den Flugbetrieb im Dezember 2020 eingestellt. Mehrere angekündigte Neustarts kamen nicht zustande. Ein Gericht in Mexiko-Stadt eröffnete im August 2022 ein Insolvenzverfahren und erklärte die Airline im April 2023 für bankrott; die Vermögenswerte wurden zur Verwertung freigegeben.
Welche Flugzeuge flog Interjet?
Den Kern bildete die Airbus-A320-Familie: A320, A320neo, A321 und A321neo. Dazu kam ab 2013 der Sukhoi Superjet 100 mit 93 Sitzen. Anfang 2020 umfasste die Flotte nach verbreiteten Angaben rund 66 Airbus und etwa 20 Superjets, von denen aber nur ein Teil tatsächlich flog.
Warum flog Interjet den Sukhoi Superjet 100?
Interjet suchte ein kleineres Flugzeug für Strecken mit weniger Nachfrage und bestellte Anfang der 2010er-Jahre den Superjet, der laut Berichten deutlich günstiger angeboten wurde als vergleichbare Jets aus Kanada oder Brasilien. Die erste Maschine übernahm Interjet im Juni 2013 auf der Paris Air Show, der Liniendienst begann im September 2013. Im Alltag machten Ersatzteile und Wartung Probleme; einige Flugzeuge dienten als Teilespender.
Warum ist Interjet gescheitert?
Die Probleme reichen weit zurück: Schon ab 2013 wurden unbezahlte Steuern bekannt, später kamen hohe Schulden bei Leasinggebern, Treibstofflieferanten und dem Staat dazu. Die Corona-Krise 2020 verschärfte die Lage, Leasinggeber holten Flugzeuge zurück, und im Dezember 2020 stand der Betrieb still. Eine staatliche Rettung lehnte die Regierung ab.
War Interjet eine Billigairline?
Zum Start ja, später eher ein Hybrid. Interjet verkaufte günstige Tickets, bot aber mehr Sitzabstand und großzügigeres Gepäck als typische Low-Cost-Airlines. Die Airline verglich sich zeitweise selbst mit JetBlue. Konkurrenten wie Volaris und Viva Aerobus setzten dagegen auf das klassische Billigmodell.
Wohin flog Interjet außerhalb Mexikos?
Ab 2011 baute Interjet ein internationales Netz auf: zuerst Guatemala-Stadt, dann Miami, New York JFK, Ziele in Mittel- und Südamerika wie San José, Bogotá und Lima, ab 2016 Los Angeles und ab 2017 Montréal, Toronto und Vancouver. Nach Europa flog Interjet nicht.
Kann ich Interjet-Flugzeuge heute noch sehen?
Nur indirekt. Die meisten Airbus gehörten Leasinggesellschaften und gingen nach dem Ende in neue Hände über – mit neuer Bemalung und meist neuem Kennzeichen. Interjet selbst erlebst du heute vor allem in Fotoarchiven. Wer die Geschichte eines bestimmten Flugzeugs verfolgen will, startet mit der Seriennummer.
Interjet im Blick behalten
Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Flugzeugtypen in der Flotte
Suchoi Superjet 100
Russlands Regionaljet mit französisch-russischen Triebwerken: Der Superjet 100 war kurz auch in Westeuropa unterwegs und ist heute dort eine echte Rarität. So erkennst du ihn und ordnest seine Geschichte ein.
FlugzeugtypAirbus A320 (ceo)
Der Jet, mit dem Airbus den Kurzstreckenmarkt umgekrempelt hat: Die A320 der ersten Generation ist seit 1988 im Dienst und noch immer an fast jedem Flughafen zu sehen. So erkennst du sie und ihre Varianten.
FlugzeugtypAirbus A320neo
Die Neuauflage des Bestsellers: Die A320neo kombiniert die bewährte A320-Zelle mit einer neuen Triebwerksgeneration und ist heute an fast jedem großen Flughafen zu sehen.
FlugzeugtypAirbus A321 (ceo)
Der lange Airbus aus Hamburg: Die A321ceo ist der gestreckte Ableger der A320 und seit 1994 bei Lufthansa im Einsatz. Vier Türpaare und schlanke Proportionen verraten sie – so erkennst du sie sicher.
FlugzeugtypAirbus A321neo
Der lange Bruder der A320neo: Die A321neo ist der größte Jet der Familie und fliegt als LR und XLR sogar über den Atlantik. So erkennst du sie und ihre Varianten.
Weitere Airlines
Aeroméxico
Mexikos Netzwerk-Airline mit Drehkreuz Mexiko-Stadt: Gründungsmitglied von SkyTeam, Joint-Venture-Partner von Delta und mit Boeing 787 Dreamliner regelmäßig in Madrid, Paris, Amsterdam, London und Rom zu Gast.
Low-CostVolaris
Mexikos passagierstärkste Airline fliegt als Ultra-Low-Cost-Carrier eine reine Airbus-A320-Familie, verbindet Mexiko eng mit den USA und hat eigene Töchter in Costa Rica und El Salvador.
Low-CostViva Aerobus
Mexikanische Low-Cost-Airline aus Monterrey: 2006 mit Boeing 737-300 gestartet, heute reine Airbus-Flotte aus A320 und A321 – seit 2024 unter dem Kurznamen Viva unterwegs.
NetzwerkMexicana de Aviación
Eine der ältesten Airlines der Welt: Mexicana flog von 1921 bis August 2010, prägte mit Comet, 727 und bunten Airbus-Leitwerken die Luftfahrt Mexikos – und fliegt seit Dezember 2023 als staatliche Inlandsairline mit Embraer E2 wieder.
RegionalAeromar
Historische Regionalairline aus Mexiko: 1987 gegründet, rund 35 Jahre lang mit ATR-Turboprops ab Mexiko-Stadt unterwegs, eng mit United verbunden – und im Februar 2023 nach hohen Schulden am Boden.
Low-CostJetBlue Airways
Die New Yorker Airline zwischen Low-Cost und Netzwerk: reine Airbus-Flotte, bunte Leitwerksmuster in Blautönen, die Mint-Kabine – und seit 2021 Schmalrumpf-Transatlantikflüge nach London, Paris, Amsterdam, Dublin und Edinburgh.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Flughafen Mexiko-Stadt
Ein Großflughafen mitten in der Stadt und auf 2.230 Metern Höhe: Am AICM landen Aeroméxico, Volaris und Viva Aerobus im Minutentakt über Wohnvierteln, und die Spotter-Community hat sich ihre Plätze auf Fußgängerbrücken, Dachterrassen und in Cafés gesucht.
HerstellerAirbus
Europäisches Luft- und Raumfahrtunternehmen und einer der beiden großen Hersteller von Verkehrsflugzeugen – mit Flugzeugfamilien vom A220 bis zum A350.
HerstellerUnited Aircraft Corporation
Superjet, MC-21, Tu-214, Il-114-300 und dazu Kampfjets von Suchoi und MiG: Fast alles, was in Russland heute an Flugzeugen gebaut wird, kommt aus einem einzigen Staatskonzern. Hier erfährst du, wie die United Aircraft Corporation 2006 entstanden ist, welche traditionsreichen Konstruktionsbüros zu ihr gehören, wo die aktuellen Programme stehen und warum du ihre Jets in Europa inzwischen fast nur noch im Museum siehst.
HerstellerLeonardo
Leonardo aus Rom ist mehr als ein Name auf der Hubschraubertür: Der italienische Konzern baut AW139 und AW169, Jettrainer und Transporter, hält die Hälfte an ATR und fertigt Rumpfteile für Boeing und Airbus. Hier erfährst du, wie du seine Spuren am Flughafen erkennst.
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