Das Wichtigste in Kürze
- IATA BVA, ICAO LFOB: Der Low-Cost-Flughafen der Hauptstadtregion liegt in Tillé bei Beauvais, rund 69 Kilometer nördlich von Paris.
- Eine Hauptbahn 12/30 mit 2.430 Metern und eine kurze Nebenbahn 04/22 für Kleinflugzeuge.
- Ryanair seit 1997, Wizz Air seit 2004: Die beiden Airlines prägen fast den gesamten Verkehr.
- Starkes Wachstum: rund 6,68 Millionen Passagiere 2025 – Platz neun in Frankreich.
- Nachtruhe von 0 bis 5 Uhr, für besonders laute Flugzeuge bis 7 Uhr.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Steckbrief
- 2.Tätigkeitsfelder
- 3.Geschichte im Zeitraffer
- 4.Was du als Spotter wissen solltest
- 5.Stärken und Schwächen
- 6.Vom Feldflugplatz zum Regionalflughafen
- 7.Ryanair und der Name „Paris“
- 8.Ausbau: zweites Terminal, neuer Turm, besseres ILS
- 9.Ryanair und Wizz Air prägen das Bild
- 10.Wachstum in Zahlen
- 11.Spotten in Beauvais: was dich erwartet
- 12.Anreise und Tagesrhythmus
- 13.Beauvais im Vergleich
- 14.Fazit
- 15.Häufige Fragen
Steckbrief
| IATA-Code | BVA |
|---|---|
| ICAO-Code | LFOB |
| Betreiber | SAGEB (Société aéroportuaire de gestion et d'exploitation de Beauvais); Eigentümer ist der kommunale Zweckverband Syndicat mixte de l'aéroport de Beauvais-Tillé (SMABT) |
| Lage | In der Gemeinde Tillé im Département Oise (Region Hauts-de-France), rund 2 km nordöstlich von Beauvais und rund 69 km nördlich von Paris; etwa 109 m über dem Meer |
| Start- und Landebahnen | Hauptbahn 12/30 mit 2.430 × 45 m (Asphalt, ILS Kategorie III auf der 12, Kategorie I auf der 30) sowie eine kurze Nebenbahn 04/22 mit 708 m für die Allgemeine Luftfahrt |
| Terminals | Terminal 1 (eröffnet im November 1979) und Terminal 2 (in Betrieb seit Dezember 2010, rund 6.000 m²) |
| Prägende Airlines | Ryanair (seit Mai 1997) und Wizz Air (seit Juni 2004), dazu kleinere und saisonale Anbieter |
| Verkehr | 2024 rund 6,56 Mio. Passagiere, 2025 rund 6,68 Mio. bei rund 39.600 Flugbewegungen – damit Platz neun unter den französischen Flughäfen |
| Nachtruhe | Seit einem Ministerialerlass von 2002 keine Starts und Landungen zwischen 0 und 5 Uhr, für besonders laute Muster bis 7 Uhr |
| Anbindung | Aérobus-Shuttle zur Porte Maillot in Paris (rund 75 Minuten), Stadtbus zum Bahnhof Beauvais mit TER-Zügen nach Paris-Nord |
| Für Spotter relevant | Keine offizielle Spotting-Plattform bekannt; kompakter Platz mit einer Hauptbahn und überschaubarem Vorfeld mit zwölf Mittelstrecken-Positionen |
| Offizielle Website | www.aeroportparisbeauvais.com |
Tätigkeitsfelder
Geschichte im Zeitraffer
Flughafen Paris-Beauvais aus Spotter-Sicht
Deine Checkliste für Flughafen Paris-Beauvais
- Die Betriebsrichtung vor dem Besuch geprüft – auf der Hauptbahn wird je nach Wind über die 12 oder die 30 geflogen
- Eine Ryanair-Boeing 737-8-200 anhand der zusätzlichen Notausgänge hinter dem Flügel von einer 737-800 unterschieden
- Neben irischen EI-Kennzeichen einen Jet von Ryanair UK mit britischem G-Kennzeichen notiert
- Einen Wizz-Air-A321neo im pink-violetten Design erwischt – und am Kennzeichen erkannt, ob er aus Ungarn (HA-) oder von Wizz Air Malta (9H-) kommt
- Zwischen den Ryanair- und Wizz-Wellen einen der seltenen anderen Gäste fotografiert, etwa einen saisonalen Volotea-Jet
- Ein Kleinflugzeug auf der kurzen Nebenbahn 04/22 gesehen
Stärken und Schwächen
Das spricht dafür
- Kompakter Platz mit einer Hauptbahn – du weißt schnell, wo die Action ist
- Viele Ryanair- und Wizz-Air-Kennzeichen an einem Tag, darunter britische, irische, ungarische und maltesische Registrierungen
- Ruhigeres Umfeld als an den großen Pariser Flughäfen Charles de Gaulle und Orly
- Gut mit Paris-Besuchen kombinierbar – der Aérobus fährt direkt zur Porte Maillot
- Klare Nachtruhe: Du verpasst zwischen 0 und 5 Uhr nichts
Wo es hakt
- Sehr geringe Typenvielfalt: Boeing 737 und Airbus A320-Familie dominieren fast alles
- Keine offizielle Spotting-Plattform oder Besucherterrasse bekannt
- In Frankreich gelten an Flughäfen strenge Sicherheitsregeln – Diskussionen mit Polizei und Sicherheitsdienst sind möglich
- Ohne Auto sind Standpunkte abseits des Terminals mühsam zu erreichen
- Weit weg von Paris: Mit Shuttle bist du pro Richtung über eine Stunde unterwegs
Paris-Beauvais ist für viele Reisende nur der Flughafen mit dem langen Bustransfer und den günstigen Tickets. Für Spotter ist er mehr: Hier startete Ryanair 1997 mit Flügen nach Dublin, und seitdem ist aus einem verschlafenen Provinzflugplatz der neuntgrößte Passagierflughafen des Landes geworden. Mit einer Hauptbahn, zwei Terminals und einem Flugplan, der fast nur aus Ryanair und Wizz Air besteht, ist BVA das französische Gegenstück zu Charleroi oder Frankfurt-Hahn – inklusive einer Geschichte, die bis in die 1930er-Jahre zurückreicht.
Dein BVA-Logbuch beginnt hier
Sichtungen mit Foto, Kennzeichen, Airline und Spot festhalten und später wiederfinden – genau dafür gibt es Planetrack. Die App startet bald, die Anmeldung zur Warteliste findest du unten auf dieser Seite.
Vom Feldflugplatz zum Regionalflughafen
Der Flugplatz bei Tillé, direkt nordöstlich der Stadt Beauvais, wird in den 1930er-Jahren gebaut und geht 1937 in Betrieb. Lange Ruhe ist ihm nicht vergönnt: Im Juni 1940 besetzt die Wehrmacht den Platz. Bis 1944 nutzt die Luftwaffe ihn erst für Bomber-, später auch für Jagdverbände.
Nach der Befreiung Anfang September 1944 übernehmen die Amerikaner. Unter der Bezeichnung A-61 wird Beauvais zum Feldflugplatz der US-Luftwaffe; von Mitte September 1944 bis März 1945 fliegt die 322nd Bombardment Group von hier mit zweimotorigen Martin B-26 Marauder. Am 17. August 1945 geht der Platz zurück an Frankreich.
Der zivile Linienverkehr beginnt 1956. In den 1960er- und 1970er-Jahren fliegen vor allem kleine britische Gesellschaften von Städten an der englischen Küste nach Beauvais – ein Vorgeschmack auf die Rolle, die der Flughafen später spielen wird. 1962 bekommt der Platz einen Kontrollturm, im November 1979 öffnet das heutige Terminal 1. Viel los ist trotzdem nicht: 1996 zählt Beauvais gerade einmal rund 64.000 Passagiere.
Ryanair und der Name „Paris“
Die Wende kommt mit der vollständigen Liberalisierung des europäischen Luftverkehrs im April 1997. Nur wenige Wochen später, am 1. Mai 1997, startet Ryanair drei tägliche Flüge zwischen Beauvais und Dublin. Das Prinzip ist dasselbe wie an anderen Plätzen der Airline: ein günstiger, wenig ausgelasteter Regionalflughafen, schnelle Umläufe – und ein Name, der die nächstgelegene Großstadt in den Vordergrund rückt. Aus Beauvais-Tillé wird im Marketing Paris-Beauvais.
Das Konzept geht auf. Schon 2005 zählt der Flughafen rund 1,85 Millionen Passagiere, 2012 sind es knapp 3,9 Millionen. Am 25. Juni 2004 kommt mit Wizz Air die zweite große Low-Cost-Airline dazu, ihre ersten Ziele sind Katowice und Budapest. Wie dieses Geschäftsmodell im Detail funktioniert, erklärt der Beitrag Wie Billigflieger funktionieren.
Mit dem Wachstum kommen auch Konflikte. Weil Anwohner über Lärm klagen, legt ein Ministerialerlass vom 25. April 2002 eine Nachtruhe fest: Zwischen 0 und 5 Uhr sind Starts und Landungen untersagt, für besonders laute Flugzeuge gilt die Sperre bis 7 Uhr. Für dich als Spotter bedeutet das: Die Nacht ist ruhig, der erste Schwung Abflüge kommt am frühen Morgen.
Der Konzern hinter den Jets
Nicht jeder blau-gelbe Jet in Beauvais gehört zur irischen Ryanair. Auf der Abflugtafel taucht auch Ryanair UK auf, deren Flugzeuge britische G-Kennzeichen tragen. Beide gehören zur Ryanair Holdings. Ein Blick aufs Kennzeichen lohnt sich also, wenn du sauber dokumentieren willst – Hintergründe liefert der Beitrag Flugzeugkennzeichen verstehen.
Ausbau: zweites Terminal, neuer Turm, besseres ILS
Im Februar 2008 vergibt der Eigentümer, der kommunale Zweckverband SMABT (Syndicat mixte de l’aéroport de Beauvais-Tillé), den Betrieb für fünfzehn Jahre an die Industrie- und Handelskammer der Oise, zusammen mit Veolia Transport. Verbunden ist das mit einem Investitionsprogramm von rund 68 Millionen Euro. Als Betreibergesellschaft tritt heute die SAGEB auf.
Das sichtbarste Ergebnis ist Terminal 2: Anfang Dezember 2010 eingeweiht, rund 6.000 Quadratmeter groß und seitdem das Herzstück der Abfertigung. Das Vorfeld wächst parallel; nach einer Erweiterung im April 2011 stehen zwölf Positionen für Mittelstreckenjets zur Verfügung. Im November 2011 geht für die Bahn 12 ein Instrumentenlandesystem der Kategorie III in Betrieb, das Landungen auch bei dichtem Nebel erlaubt. 2019 ersetzt ein neuer Kontrollturm den Bau von 1962.
| Merkmal | Hauptbahn | Nebenbahn |
|---|---|---|
| Bezeichnung | 12/30 | 04/22 |
| Länge | 2.430 m | 708 m |
| Breite | 45 m | 18 m |
| Belag | Asphalt | Asphalt |
| Landehilfe | ILS Kat. III (12), Kat. I (30) | – |
| Nutzung | gesamter Linienverkehr | Kleinflugzeuge |
Die Hauptbahn verläuft ungefähr von Nordwesten nach Südosten. Über welche Richtung gerade geflogen wird, hängt wie überall vom Wind ab – bei Westwind wird in der Regel auf der 30 gelandet und gestartet, bei Ostwind auf der 12. Wie du die Betriebsrichtung vorab erkennst, erklärt der Beitrag Betriebsrichtung am Flughafen verstehen. Die Bedeutung der Pistennummern findest du im Beitrag zu den Pistenbezeichnungen.
Wind und Piste im Blick
Ob du an der Schwelle der 12 oder der 30 stehen solltest, entscheidet sich oft erst am Morgen. Mit Planetrack siehst du Wetter, Wind und aktive Pisten am Flughafen auf einen Blick und planst den Standort danach.
Ryanair und Wizz Air prägen das Bild
Wer in Beauvais den Himmel beobachtet, sieht vor allem Ryanair. Zwischen 2016 und 2021 entfielen im Schnitt rund 79 Prozent der Passagiere auf die irische Gruppe, weitere rund 17 Prozent auf Wizz Air – für alle anderen blieb kaum etwas übrig. Ryanair verbindet Beauvais laut Nachschlagewerken mit Dutzenden Zielen in Europa und Nordafrika, darunter Dublin, Barcelona, Porto, Prag, Rom, Marrakesch und Mailand-Bergamo, teils nur saisonal. Die offizielle Website des Flughafens listet Stand Oktober 2026 insgesamt mehr als achtzig Ziele.
Auf dem Vorfeld stehen bei Ryanair vor allem die Boeing 737-800 und die neuere Boeing 737-8-200, die du an den zusätzlichen Notausgängen hinter dem Flügel erkennst. Wie du die Generationen auseinanderhältst, zeigt der Beitrag Boeing 737 Original, Classic, NG und MAX unterscheiden.
Wizz Air bringt den Airbus-Anteil in den Verkehr. Die Ungarn fliegen vor allem nach Mittel- und Südosteuropa, etwa nach Bukarest, Sofia, Belgrad, Chișinău oder Tirana. Auf der Abflugtafel des Flughafens taucht neben Wizz Air auch Wizz Air Malta auf – du findest also Jets mit ungarischen HA- und mit maltesischen 9H-Kennzeichen. Typisch sind A320, A320neo und A321neo; die Unterschiede innerhalb der Familie erklärt der Beitrag A318, A319, A320 und A321 sicher auseinanderhalten.
Daneben gibt es nur wenige weitere Gäste. Nachschlagewerke nennen Volotea mit saisonalen Flügen nach Bastia sowie HiSky und die rumänische Dan Air mit Verbindungen nach Moldau und Rumänien. easyJet hatte zeitweise saisonale Strecken im Programm, kündigte 2024 aber den Rückzug an. Welche Airline welche Strecke bedient, ändert sich mit jedem Flugplanwechsel – Hintergründe liefert der Beitrag zum Sommer- und Winterflugplan.
Sonderlackierungen nicht verpassen
Mit Planetrack setzt du Kennzeichen, Typen und Airlines auf die Wunschliste deines Hangars und bekommst einen Sichtungs-Alarm, sobald eine Special Livery anfliegt. Die App startet bald – trag dich unten in die Warteliste ein.
Wachstum in Zahlen
Die Statistik zeigt, wie stark Beauvais vom Low-Cost-Boom profitiert hat – und wie schnell sich der Flughafen nach der Pandemie erholt hat. Nach einem Zwischenhoch von rund 4,3 Millionen Passagieren 2015 lag das Aufkommen 2019 bei knapp vier Millionen. 2020 brach es auf rund 1,26 Millionen ein, danach ging es steil bergauf.
| Jahr | Passagiere (gerundet) | Flugbewegungen |
|---|---|---|
| 2019 | 3,98 Mio. | 33.222 |
| 2020 | 1,26 Mio. | 16.918 |
| 2021 | 2,07 Mio. | 24.182 |
| 2022 | 4,61 Mio. | 28.988 |
| 2023 | 5,64 Mio. | 33.745 |
| 2024 | 6,56 Mio. | 39.200 |
| 2025 | 6,68 Mio. | 39.637 |
Mit rund 6,68 Millionen Passagieren lag Beauvais 2025 auf Platz neun der französischen Flughäfen. Für dich heißt das: An einem normalen Tag ist genug los, um viele Kennzeichen zu sammeln, auch wenn der Typenmix schmal bleibt. Bei so vielen Bewegungen landen im Laufe eines Tages viele verschiedene Flugzeuge aus den großen Flotten von Ryanair und Wizz Air – darunter immer wieder Sonderlackierungen. Wie du die gezielt findest, zeigt der Beitrag Special Liveries finden.
Spotten in Beauvais: was dich erwartet
Eine offizielle Spotting-Plattform oder eine Besucherterrasse ist in Beauvais nicht bekannt. Die Szene nutzt öffentliche Straßen und Wege rund um den Flughafen, vor allem in den Anflugschneisen der Hauptbahn im Nordwesten und Südosten. Weil sich Zugänge, Absperrungen und Bauarbeiten ändern können, lohnt sich vor dem Besuch ein Blick in aktuelle Berichte aus der Community.
Wichtig ist der rechtliche Rahmen. In Frankreich reagieren Polizei und Sicherheitsdienste an Flughäfen teils empfindlich auf große Teleobjektive. Welche Regeln gelten und wie du dich verhältst, fasst der Beitrag Fotografieren an französischen Flughäfen zusammen. Allgemeine Hinweise liefern außerdem Ist Planespotting erlaubt? und Richtiges Verhalten am Flughafenzaun.
Felder und Zäune respektieren
Rund um den Platz liegt viel Ackerland. Betritt keine Felder ohne Erlaubnis, parke nicht auf Zufahrten und bleib außerhalb gesicherter Bereiche. Wenn dich jemand vom Sicherheitsdienst oder der Polizei anspricht, erklär ruhig, was du machst, und folge den Anweisungen.
Betriebsrichtung prüfen
Bei Westwind wird meist über die 30 geflogen, bei Ostwind über die 12. Daraus ergibt sich, an welchem Bahnende du die Landungen siehst.
Sonnenstand planen
Die Bahn läuft von Nordwest nach Südost. Von der Südwestseite hast du am Nachmittag eher die Sonne im Rücken, von der Nordostseite eher Gegenlicht.
Wellen abpassen
Low-Cost-Verkehr kommt in Wellen. Morgens nach Ende der Nachtruhe und am Nachmittag ist meist am meisten los.
Regeln kennen
Lies vorab die Hinweise zu Frankreich und nimm einen Ausweis mit, falls du kontrolliert wirst.
Kennzeichen notieren
Bei so vielen gleichen Jets ist das Kennzeichen das einzige, was deine Sichtungen voneinander unterscheidet.
Wann die Sonne an deinem Termin wo steht, planst du mit dem Beitrag zum Sonnenstand am Fotospot. Wenn ein Zaun im Bild stört, helfen die Tipps aus Durch den Zaun fotografieren. An stürmischen Tagen lohnt sich ein Blick auf Seitenwindlandungen – mehr dazu im Beitrag Seitenwindlandungen.
Anreise und Tagesrhythmus
Für die meisten Besucher beginnt der Weg nach Beauvais in Paris. Der Aérobus verbindet die Porte Maillot im Westen der Stadt mit dem Flughafen, die Fahrt dauert rund 75 Minuten. Weitere Linien nach Saint-Denis, zur Porte de la Villette und nach Chessy sind teils nur zeitweise in Betrieb; die frühere Abfahrt in La Défense wird seit Dezember 2025 nicht mehr bedient. Alternativ fährst du mit dem TER ab Paris Gare du Nord nach Beauvais und von dort mit dem Stadtbus weiter.
Vor Ort bist du mit dem Auto am flexibelsten, denn die Anflugschneisen liegen zu Fuß ein gutes Stück vom Terminal entfernt. Tipps für die letzte Meile gibt der Beitrag Anreise zum Spot.
Der Verkehr folgt dem typischen Low-Cost-Rhythmus. Nach dem Ende der Nachtruhe um 5 Uhr setzt am frühen Morgen die erste Abflugwelle ein, danach kommen die Flugzeuge über den Tag verteilt zurück und drehen nach kurzer Bodenzeit wieder um. Am späten Abend wird es ruhiger, nach Mitternacht ist ganz Schluss. Im Sommer sorgen zusätzliche Ferienstrecken für etwas mehr Betrieb.
Spot, Licht und Wind auf einen Blick
Planetrack zeigt dir auf der Spot-Karte Anreise, bestes Licht, Bewertungen und Community-Fotos, dazu Wetter, Wind und aktive Pisten am Flughafen. Mit dem Sonnenstand-Planer weißt du schon vorher, auf welcher Seite der Bahn du stehen solltest. Planetrack startet bald. Die Warteliste findest du unten auf dieser Seite.
Beauvais passt zu dir, wenn …
- du viele Ryanair- und Wizz-Air-Kennzeichen an einem Tag sammeln willst
- du einen kompakten, übersichtlichen Flughafen magst
- du einen Paris-Trip um einen ruhigen Spotting-Tag ergänzen willst
Bedingt geeignet, wenn …
- du ohne Auto zu den Anflugschneisen willst
- du dich mit den französischen Regeln für Fotos am Flughafen noch nicht beschäftigt hast
Eher woanders, wenn …
- du Großraumflugzeuge, Fracht oder Langstrecke suchst
- du eine offizielle Plattform oder Besucherterrasse erwartest
Beauvais im Vergleich
Im Großraum Paris spielt Beauvais eine klar abgegrenzte Rolle. Der Flughafen Paris-Charles de Gaulle ist das Drehkreuz von Air France mit Langstrecke, Fracht und Großraumjets aus aller Welt; wie du dort spottest, zeigt der Beitrag Planespotting in Paris-Charles de Gaulle. Der Flughafen Paris-Orly deckt Inlands-, Europa- und Überseeverkehr ab, unter anderem mit Transavia France. Für Businessjets und Luftfahrtgeschichte ist der Flughafen Paris-Le Bourget mit dem Musée de l’Air et de l’Espace die richtige Adresse.
Im europäischen Vergleich gehört Beauvais in die Reihe der Low-Cost-Flughäfen, die mit dem Namen einer Metropole werben, aber ein gutes Stück entfernt liegen. Der Flughafen Brüssel-Charleroi ist das naheliegendste Gegenstück und im Passagieraufkommen inzwischen deutlich größer. Aus deutscher Sicht bieten sich der Flughafen Frankfurt-Hahn und der Flughafen Weeze als Vergleich an, in Großbritannien und Italien der Flughafen London-Stansted und der Flughafen Mailand-Bergamo – beide ebenfalls stark von Ryanair geprägt.
Fazit
Der Flughafen Paris-Beauvais ist ein Lehrbuchbeispiel dafür, wie Low-Cost-Airlines einen Provinzflugplatz verwandeln. Aus einem Platz mit Kriegsgeschichte und wenigen zehntausend Passagieren wurde mit Ryanair und Wizz Air ein Flughafen mit fast sieben Millionen Fluggästen im Jahr. Die Typenvielfalt bleibt überschaubar, doch die Taktung ist ordentlich, und viele Kennzeichen aus irischen, britischen, ungarischen und maltesischen Registern machen das Sammeln abwechslungsreicher, als es auf den ersten Blick wirkt.
Für Spotter zählt vor allem die Vorbereitung: Betriebsrichtung prüfen, das Licht passend zur Bahnseite wählen, die Nachtruhe einplanen und die französischen Regeln kennen.
Kurzfazit
BVA ist der Low-Cost-Flughafen der Region Paris mit einer Hauptbahn und viel Ryanair und Wizz Air. Wer Kennzeichen sammeln will und einen Paris-Trip ergänzen möchte, ist hier richtig – plane nach Wind und Sonnenstand und halte dich an die Regeln vor Ort.
Zusammenfassung
- Beauvais ist das französische Gegenstück zu Charleroi oder Frankfurt-Hahn: weit draußen, aber unter dem Namen der Hauptstadt vermarktet.
- Für Spotter heißt das: viel 737 und A320-Familie, wenig Abwechslung beim Typ – dafür viele Kennzeichen aus mehreren Registern.
- Eine offizielle Plattform gibt es nicht. Plane mit Betriebsrichtung, Sonnenstand und den französischen Regeln für Fotos am Flughafen.
- Mit dem Aérobus ab der Porte Maillot lässt sich ein Abstecher gut in einen Paris-Trip einbauen.
Häufige Fragen
Was sind die Codes des Flughafens Paris-Beauvais?
Der IATA-Code ist BVA, der ICAO-Code LFOB. BVA steht auf Bordkarte und Gepäckanhänger, LFOB nutzen Flugsicherung, Wetterdienste und viele Flugverfolgungsdienste. Den Unterschied erklärt der Beitrag zu IATA- und ICAO-Codes.
Liegt der Flughafen Beauvais wirklich in Paris?
Nein. Der Flughafen liegt in der Gemeinde Tillé im Département Oise, rund 2 Kilometer nordöstlich von Beauvais und rund 69 Kilometer nördlich von Paris. Der Name „Paris-Beauvais“ ist vor allem Marketing. Die großen Pariser Flughäfen sind Charles de Gaulle und Orly.
Welche Airlines fliegen ab Beauvais?
Den Großteil stellt Ryanair, die seit Mai 1997 hier fliegt; zwischen 2016 und 2021 entfielen im Schnitt rund vier Fünftel der Passagiere auf sie. Zweite Kraft ist Wizz Air mit Zielen vor allem in Mittel- und Südosteuropa. Dazu kommen laut Nachschlagewerken kleinere, teils saisonale Anbieter wie Volotea, HiSky und Dan Air. Der Flugplan ändert sich mit jedem Flugplanwechsel – prüf vor dem Besuch die Ankunftstafel.
Wie viele Start- und Landebahnen hat Beauvais?
Zwei: die Hauptbahn 12/30 mit 2.430 Metern Länge und 45 Metern Breite, über die der gesamte Linienverkehr läuft, und die kurze Nebenbahn 04/22 mit 708 Metern für Kleinflugzeuge. Was die Zahlen bedeuten, erklärt der Beitrag zu den Pistenbezeichnungen.
Gibt es in Beauvais Nachtflüge?
Nein. Seit einem Ministerialerlass vom April 2002 sind Starts und Landungen zwischen 0 und 5 Uhr untersagt, für besonders laute Flugzeuge gilt die Sperre bis 7 Uhr.
Wo kann ich in Beauvais spotten?
Eine offizielle Plattform oder Besucherterrasse ist nicht bekannt. Spotter nutzen öffentliche Straßen und Wege rund um den Platz, vor allem in den Anflugschneisen der Hauptbahn. Halte dich an öffentliche Bereiche, betritt keine Felder ohne Erlaubnis und lies vorab den Beitrag Fotografieren an französischen Flughäfen.
Wie komme ich von Paris zum Flughafen Beauvais?
Am bequemsten mit dem Aérobus ab der Porte Maillot, die Fahrt dauert rund 75 Minuten. Alternativ fährst du mit dem TER ab Paris Gare du Nord nach Beauvais und von dort mit dem Stadtbus zum Flughafen. Tipps für die letzte Meile gibt der Beitrag Anreise zum Spot.
Welche Rolle spielte Beauvais im Zweiten Weltkrieg?
Ab Juni 1940 nutzte die deutsche Luftwaffe den Platz, zunächst mit Bomber-, später auch mit Jagdverbänden. Nach der Befreiung im September 1944 wurde er als Feldflugplatz A-61 zur Basis der 322nd Bombardment Group der US-Luftwaffe, die bis März 1945 mit B-26 Marauder von hier flog. Im August 1945 kam der Platz zurück unter französische Kontrolle.
Sichtungen rund um Flughafen Paris-Beauvais sammeln
Foto mit Kennzeichen, Typ, Airline und Spot posten, Funde im Hangar sammeln und Likes und Kommentare aus der Community bekommen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Passende Airlines
Die Fluggesellschaften dazu – mit IATA- und ICAO-Code, Rufzeichen und Lackierung.
Ryanair
Europas größte Low-Cost-Airline aus Irland: fast reine Boeing-737-Flotte, Punkt-zu-Punkt-Verkehr statt Drehkreuz und mehrere Schwestergesellschaften, die unter Ryanair-Flugnummern fliegen.
W6 / WZZWizz Air
Ungarns Low-Cost-Airline aus Budapest: reine Airbus-Flotte mit Schwerpunkt A321neo, drei Gesellschaften mit HA-, 9H- und G-Kennzeichen und ein Netz, das von Mittel- und Osteuropa bis in den Nahen Osten reicht.
V7 / VOEVolotea
Die spanische Low-Cost-Airline der Vueling-Gründer: Direktflüge zwischen mittelgroßen Städten in Frankreich, Italien und Spanien, eine reine Flotte aus Airbus A319 und A320 – und der Werksshuttle für Airbus.
H4 / HYSHiSky
Junge Airline-Gruppe mit Wurzeln in Chișinău und Sitz der EU-Gesellschaft in Bukarest: kleine Airbus-Flotte, Langstrecke nach New York mit einem A330-200 und zwei Gesellschaften mit eigenen Codes.
U2 / EZYeasyJet
Die orange Low-Cost-Airline aus Luton: ausschließlich Airbus der A320-Familie, Basen in ganz Europa und drei Gesellschaften unter einer Marke – mit britischen, österreichischen und Schweizer Kennzeichen.
Typische Flugzeuge
Boeing 737-800
Das Arbeitspferd der Kurz- und Mittelstrecke: Die 737-800 ist die meistgebaute Version der 737 Next Generation und an vielen Flughäfen Europas ein Dauergast.
FlugzeugtypBoeing 737-8-200 (MAX 200)
Von außen eine MAX 8, mit einem kleinen, aber entscheidenden Unterschied: einem zusätzlichen Paar Notausgangstüren hinter dem Flügel. So erkennst du die 737-8-200, die Boeing für Ryanair entwickelt hat.
FlugzeugtypAirbus A320 (ceo)
Der Jet, mit dem Airbus den Kurzstreckenmarkt umgekrempelt hat: Die A320 der ersten Generation ist seit 1988 im Dienst und noch immer an fast jedem Flughafen zu sehen. So erkennst du sie und ihre Varianten.
FlugzeugtypAirbus A320neo
Die Neuauflage des Bestsellers: Die A320neo kombiniert die bewährte A320-Zelle mit einer neuen Triebwerksgeneration und ist heute an fast jedem großen Flughafen zu sehen.
FlugzeugtypAirbus A321neo
Der lange Bruder der A320neo: Die A321neo ist der größte Jet der Familie und fliegt als LR und XLR sogar über den Atlantik. So erkennst du sie und ihre Varianten.
Spotting-Spots rund um Flughafen Paris-Beauvais
Spots, an denen du die passenden Flugzeuge regelmäßig vor die Linse bekommst – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.
Weitere Einträge
Ryanair Holdings
Hinter der gelben Harfe stecken fünf Airlines mit eigenen Zulassungen, Codes und Kennzeichen. Ryanair Holdings ist Europas größte Airline-Gruppe nach Fluggästen – und für Spotter ein Puzzle aus EI-, 9H-, SP- und G-Registrierungen.
FlughafenFlughafen Paris-Charles de Gaulle
Größter Flughafen der EU und Heimat von Air France: vier Ost-West-Bahnen in zwei Paaren, ein riesiges Terminal 2, das FedEx-Drehkreuz für Europa – und ein Spotter-Umfeld, das ohne Genehmigung, Auto und gute Vorbereitung schnell frustriert.
FlughafenFlughafen Paris-Orly
Der zweite große Pariser Flughafen: knapp 35 Millionen Passagiere, strenge Nachtruhe und ein Deckel für die Flugbewegungen, seit 2026 mit Transavia France als wichtigster Airline – und mit Air Caraïbes, French Bee und Corsair die Adresse für französische Langstrecke in die Überseegebiete.
FlughafenFlughafen Paris-Le Bourget
Hier landete Lindbergh 1927, hier steht das Art-déco-Terminal von 1937, und alle zwei Jahre zeigt die Luftfahrtindustrie hier auf der Paris Air Show ihre Neuheiten. Linienflüge gibt es in Le Bourget längst nicht mehr – dafür Falcon, Gulfstream und Global in einer Dichte, die in Europa kaum ein anderer Flughafen erreicht.
Passende Guides aus dem Blog
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- Planespotting in Paris-Charles de Gaulle: Spots, Pistensystem und Fotogenehmigung
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- Boeing 737 Original, Classic, NG und MAX sicher unterscheiden
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- Sonnenstand planen: So stehst du am Flughafen nie im Gegenlicht
- Durch den Zaun fotografieren: Technik, Blende und Tricks gegen störenden Maschendraht

