Das Wichtigste in Kürze
- IATA LBG, ICAO LFPB: der älteste Verkehrsflughafen von Paris, betrieben von Groupe ADP.
- Reiner Businessjet-Flughafen: Linienflüge gibt es seit Anfang der 1980er-Jahre nicht mehr, dafür Privat- und Firmenjets aus aller Welt.
- Drei Bahnen: 07/25 mit 3.000 Metern, 03/21 mit 2.665 Metern und 09/27 mit 1.845 Metern.
- Lindbergh landete hier am 21. Mai 1927 nach dem ersten Nonstop-Alleinflug über den Atlantik.
- Paris Air Show seit 1953: in ungeraden Jahren im Juni, zuletzt 2025, die nächste 2027.
- Spotter-Einstieg: das Musée de l'Air et de l'Espace mit Terrassen auf dem alten Terminal.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Steckbrief
- 2.Tätigkeitsfelder
- 3.Geschichte im Zeitraffer
- 4.Was du als Spotter wissen solltest
- 5.Stärken und Schwächen
- 6.Vom Militärfeld zum ersten Pariser Flughafen
- 7.Lindbergh, Nungesser und Coli: Mai 1927
- 8.Abschied vom Linienverkehr
- 9.Drei Bahnen für Businessjets
- 10.Welche Jets du in Le Bourget siehst
- 11.Die Paris Air Show
- 12.Spotten in Le Bourget
- 13.Anreise und Ausblick
- 14.Fazit
- 15.Häufige Fragen
Steckbrief
| IATA-Code | LBG |
|---|---|
| ICAO-Code | LFPB |
| Betreiber | Groupe ADP, auftretend unter der Marke Paris Aéroport – derselbe Betreiber wie bei Charles de Gaulle und Orly |
| Lage | Rund 11 km nordnordöstlich von Paris, auf dem Gebiet der Gemeinden Le Bourget, Dugny, Bonneuil-en-France und Gonesse |
| Start- und Landebahnen | Drei Asphaltbahnen: 07/25 mit 3.000 m, 03/21 mit 2.665 m und 09/27 mit 1.845 m |
| Höhe | Rund 67 m über dem Meeresspiegel |
| Verkehr | Ausschließlich Allgemeine Luftfahrt, vor allem Geschäftsreiseflugzeuge; kein planmäßiger Linienverkehr mehr |
| Bewegungen | Laut französischer Wikipedia rund 54.700 Flugbewegungen im Jahr 2019, von 2015 bis 2018 jeweils zwischen rund 53.700 und 57.300 |
| Eröffnung | Militärflugplatz ab Oktober 1914, ziviler Verkehrsflughafen seit 1919 |
| Historisches Terminal | Art-déco-Bau von Georges Labro, eingeweiht am 12. November 1937, heute Sitz des Musée de l'Air et de l'Espace |
| Großveranstaltung | Paris Air Show (Salon international de l'aéronautique et de l'espace) in ungeraden Jahren im Juni, in Le Bourget seit 1953 |
| Für Spotter relevant | Museumsterrassen auf dem alten Terminal mit Blick auf den aktiven Flugplatz, Businessjets aus aller Welt, alle zwei Jahre Flugvorführungen der Hersteller |
| Offizielle Website | www.parisaeroport.fr |
Tätigkeitsfelder
Geschichte im Zeitraffer
Flughafen Paris-Le Bourget aus Spotter-Sicht
Deine Checkliste für Flughafen Paris-Le Bourget
- Eine Dassault Falcon am Heimatflughafen ihres Servicenetzes fotografiert – etwa eine Falcon 7X, 8X oder 6X
- Einen Großraum-Businessjet wie eine Gulfstream G650 oder eine Bombardier Global 7500 erwischt
- Einen VIP-Jet auf Airliner-Basis gesehen, etwa einen Airbus ACJ oder eine Boeing BBJ
- Die Kennzeichen notiert – Businessjets tragen Registrierungen aus der ganzen Welt, von F- bis N-, VP-B- oder 9H-
- Das Denkmal von 1928 besucht, das an Nungesser, Coli und Lindbergh erinnert
- Die Concorde im Museum im alten Terminal besichtigt
- Eine Flugvorführung auf der Paris Air Show erlebt
Stärken und Schwächen
Das spricht dafür
- Businessjets in einer Typenvielfalt, die du an Linienflughäfen kaum bekommst
- Museumsterrassen auf dem Terminal von 1937 mit Blick auf den aktiven Flugplatz
- Luftfahrtgeschichte auf Schritt und Tritt: Lindbergh, Art-déco-Terminal, Concorde
- Alle zwei Jahre die Paris Air Show mit Neuheiten und Flugvorführungen
- Mit RER B und Bus aus Paris gut erreichbar
Wo es hakt
- Keine Airliner im Linienverkehr – wer A320 und 777 sehen will, fährt nach CDG
- Verkehr schwankt stark mit Wochentag, Saison und Großereignissen
- Kein offizieller Spotterhügel; das Museum hat feste Öffnungszeiten und ist montags zu
- Frankreich ist beim Fotografieren rund um Flughäfen strenger als viele Nachbarländer
- Während der Air Show ist es voll, teuer und logistisch aufwendig
Wer an Paris und Flugzeuge denkt, denkt meist an Charles de Gaulle. Dabei liegt der eigentliche Ursprung der Pariser Luftfahrt ein paar Kilometer weiter südlich: In Le Bourget landete 1927 Charles Lindbergh, hier stand das erste Verkehrsterminal der Stadt, und hier zeigt die Luftfahrtindustrie seit 1953 alle zwei Jahre auf der Paris Air Show, was sie kann. Linienjets wirst du heute nicht mehr sehen. Dafür rollen in Le Bourget Falcon, Gulfstream und Global in einer Vielfalt, für die du an den meisten europäischen Flughäfen lange warten müsstest.
Jeder Businessjet ins Logbuch
Mit Planetrack hältst du Sichtungen mit Foto, Flugzeugtyp, Kennzeichen und Flughafen fest – ideal für einen Platz, an dem kaum ein Jet dem anderen gleicht. Die App startet bald, die Anmeldung zur Warteliste findest du unten auf dieser Seite.
Vom Militärfeld zum ersten Pariser Flughafen
Die Geschichte beginnt im Ersten Weltkrieg. Im Oktober 1914 landet das erste Flugzeug auf den Feldern bei Le Bourget, innerhalb weniger Wochen wird daraus ein Militärflugplatz, der bis 1918 zur Luftverteidigung von Paris gehört. Nach dem Krieg wird der Platz 1919 für den zivilen Verkehr geöffnet – und ist damit der erste Verkehrsflughafen der französischen Hauptstadt. Bis Orly 1932 hinzukommt, läuft praktisch der gesamte Pariser Luftverkehr über Le Bourget.
Die 1920er- und 1930er-Jahre sind die große Zeit des Platzes. Von hier starten die frühen Verbindungen nach London und in andere europäische Hauptstädte, und Le Bourget wird zur Bühne für Rekord- und Pionierflüge. Als der Verkehr wächst, braucht der Flughafen ein angemessenes Empfangsgebäude: Der Architekt Georges Labro gewinnt 1935 den Wettbewerb des Luftfahrtministeriums, am 12. November 1937 wird sein Terminal eingeweiht. Der lang gestreckte Art-déco-Bau steht heute unter Denkmalschutz und beherbergt das Luftfahrtmuseum.
Lindbergh, Nungesser und Coli: Mai 1927
Kein Ereignis hat Le Bourget so geprägt wie der Mai 1927. Am 8. Mai starten die französischen Flieger Charles Nungesser und François Coli mit ihrem Doppeldecker L’Oiseau Blanc von Le Bourget aus, um als Erste nonstop von Paris nach New York zu fliegen. Nach dem Abflug werden sie nie wieder gesehen; das Schicksal der beiden ist bis heute ungeklärt.
Knapp zwei Wochen später kommt der Erfolg aus der Gegenrichtung. Charles Lindbergh startet am 20. Mai mit der Spirit of St. Louis vom Roosevelt Field bei New York und landet am 21. Mai nach rund 33,5 Stunden allein am Steuer in Le Bourget – der erste Nonstop-Alleinflug über den Atlantik. Der Empfang auf dem Flugfeld gehört zu den berühmtesten Szenen der frühen Luftfahrt. In Le Bourget erinnert seit 1928 ein gemeinsames Denkmal an Nungesser, Coli und Lindbergh. Das Museum zeigt außerdem das Fahrwerk der L’Oiseau Blanc, das die beiden kurz nach dem Start abwarfen, um Gewicht zu sparen – das einzige sicher erhaltene Teil des Flugzeugs.
Geschichte zum Anfassen
Wenn du nur einen Tag in Le Bourget hast, kombiniere die Denkmäler mit dem Museum im alten Terminal. Dort stehen die Pionierzeit, die Concorde und moderne Kampfjets in einem Rundgang nebeneinander – mehr dazu auf der Seite zum Musée de l'Air et de l'Espace.
Abschied vom Linienverkehr
Nach dem Zweiten Weltkrieg wird Le Bourget zu klein. Der wachsende Verkehr bringt den Platz an seine Grenzen, und Air France verlegt 1952 ihren gesamten Betrieb nach Orly. Mit dem Bau von Charles de Gaulle in Roissy ist das Ende als Linienflughafen besiegelt: 1977 endet der internationale Linienverkehr, um 1980/81 auch der regionale.
Was folgt, ist eine geschickte Neuausrichtung. Le Bourget spezialisiert sich auf die Geschäftsreiseluftfahrt – nahe am Pariser Zentrum, mit langen Bahnen und ohne Gedränge von Airlinern. Heute zählt der Platz zu den wichtigsten Businessjet-Flughäfen Europas; im Englischen wird er gern als „Teterboro Europas“ bezeichnet, in Anspielung auf den großen Businessjet-Flughafen bei New York. Betreiber ist die Groupe ADP, die auch Charles de Gaulle und Orly führt.
| Pariser Flughafen | Code | Rolle heute |
|---|---|---|
| Charles de Gaulle | CDG / LFPG | Drehkreuz von Air France, Langstrecke, Fracht |
| Orly | ORY / LFPO | Europa- und Inlandsverkehr, Überseedepartements |
| Le Bourget | LBG / LFPB | Geschäftsreise- und Allgemeine Luftfahrt, Paris Air Show |
| Beauvais | BVA / LFOB | Low-Cost-Verkehr, deutlich nördlich von Paris |
Drei Bahnen für Businessjets
Für einen Flughafen ohne Linienverkehr hat Le Bourget eine erstaunliche Infrastruktur. Die längste Bahn, die 07/25, misst 3.000 Meter, die 03/21 kommt auf 2.665 Meter, die 09/27 auf 1.845 Meter. Das ist mehr als genug für jeden Businessjet und reicht auch für die Großraumflugzeuge, die zur Air Show einfliegen. Welche Bahn gerade genutzt wird, hängt wie überall vom Wind ab – die Grundlagen dazu erklärt der Beitrag Betriebsrichtung am Flughafen verstehen.
Auf dem Gelände verteilen sich zahlreiche Abfertigungsgesellschaften für Geschäftsreiseflüge mit eigenen Terminals, dazu Wartungsbetriebe und Hangars. Eine besondere Rolle spielt Dassault Falcon Service: Das Unternehmen sitzt in Le Bourget, ist eine große Servicestation des Falcon-Netzes und betreibt außerdem Charterflüge mit Falcon-Jets. Kein Zufall also, dass du hier besonders viele Jets von Dassault Aviation siehst. Auf dem Gelände hat außerdem das BEA seinen Sitz, die französische Behörde für Flugunfalluntersuchungen.
Welche Jets du in Le Bourget siehst
Le Bourget ist ein Flughafen für Typenjäger. Statt Dutzender identischer A320 kommen hier Flugzeuge aus allen Gewichtsklassen der Geschäftsluftfahrt – vom kleinen Einstiegsjet bis zum Ultralangstreckenjet, dazu Turboprops und Hubschrauber. Welche Muster an einem bestimmten Tag kommen, lässt sich kaum vorhersagen; das macht den Reiz aus.
| Familie | Beispiele | Woran du sie erkennst |
|---|---|---|
| Dassault Falcon | Falcon 7X, Falcon 8X, Falcon 6X, Falcon 2000 | 7X und 8X mit drei Triebwerken am Heck, 6X und 2000 mit zwei |
| Gulfstream | G650, G700, G550 | große ovale Kabinenfenster |
| Bombardier | Global 7500, Challenger 650 | Global mit langem, schlankem Rumpf und T-Leitwerk |
| Cessna Citation | Citation Latitude, Citation XLS | kleine bis mittelgroße Kabinen, T- oder Kreuzleitwerk je nach Muster |
| Embraer | Phenom 300, Praetor 600 | Phenom mit kurzem Rumpf und gepfeiltem T-Leitwerk |
| VIP-Airliner | Boeing BBJ, Airbus ACJ320neo | Airliner-Rumpf mit wenigen Fenstern oder Sonderlackierung |
Gerade bei den großen Kabinen sehen sich die Muster auf den ersten Blick ähnlich. Wie du Gulfstream, Global, Falcon und Challenger im Feld auseinanderhältst, zeigt der Beitrag Businessjet-Typen unterscheiden. Allgemeine Tipps zum Fotografieren von Geschäftsreiseflugzeugen findest du unter Businessjets spotten.
Die Falcon auf der Wunschliste
Setz Typen und Kennzeichen auf die Wunschliste deines Hangars – Planetrack benachrichtigt dich, wenn sie anfliegen. Die App startet bald – trag dich unten in die Warteliste ein.
Kennzeichen aus aller Welt
Businessjets sind oft dort registriert, wo ihre Eigentümer oder Leasinggeber steuerlich und rechtlich günstig aufgestellt sind. Deshalb stehen in Le Bourget neben französischen F-Kennzeichen viele US-amerikanische N-Registrierungen, Jets aus Malta, von den Bermudas, der Isle of Man oder aus anderen Ländern. Wer Registrierungen sammelt, kommt hier schnell auf seine Kosten. Warum so viele Flugzeuge in Offshore-Registern stehen, erklärt der Beitrag zu Offshore-Registrierungen. Größere Betreiber wie NetJets oder Flexjet fliegen mit europäischen Töchtern ebenfalls Paris an.
Die Paris Air Show
Die Wurzeln der Messe reichen bis 1909 zurück, als im Pariser Grand Palais eine der ersten großen Luftfahrtausstellungen der Welt stattfand. Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte sie zurück, Flugvorführungen fanden ab 1949 in Orly statt. 1953 zog die Veranstaltung dann nach Le Bourget – mit dem Format, das bis heute gilt: Ausstellungshallen, ein großes Freigelände mit abgestellten Flugzeugen und Flugvorführungen entlang der Bahn. Seither findet sie in ungeraden Jahren im Juni statt; die Ausgabe 2021 fiel wegen der Pandemie aus.
Für die Branche ist die Show eine der wichtigsten Bühnen überhaupt. Hersteller wie Airbus zeigen hier neue Muster, Airlines verkünden Bestellungen, und Luftstreitkräfte präsentieren ihre Jets. Im Juni 2025 kamen nach französischen Angaben mehr als 300.000 Besucher. Die ersten Tage sind Fachbesuchern vorbehalten, an den letzten Tagen öffnet die Show für das breite Publikum. Die nächste Ausgabe ist 2027 an der Reihe – Details zu Planung, Tickets und Fotostandpunkten liefert der Beitrag Paris Air Show in Le Bourget.
Die Geschichte der Show kennt auch dunkle Tage. Am 3. Juni 1973 stürzte während einer Vorführung eine sowjetische Tupolew Tu-144 über dem Nachbarort Goussainville ab; sechs Besatzungsmitglieder und acht Menschen am Boden starben. Der Unfall gilt als eines der Ereignisse, die die Sicherheitsregeln für Flugvorführungen nachhaltig geprägt haben. Mehr zum sowjetischen Überschallflugzeug steht im Beitrag zur Tupolew Tu-144.
Termin früh sichern
Die Show läuft nur eine Woche. Unterkünfte im Pariser Norden sind dann schnell teuer oder belegt.
Publikumstage bewusst wählen
An den Fachbesuchertagen ist es ruhiger, aber nur mit Akkreditierung möglich. Die Publikumstage sind voll, bieten aber das volle Flugprogramm.
Brennweite für Vorführungen
Für Flugvorführungen brauchst du ein Tele und eine kurze Verschlusszeit-Strategie – Tipps dazu im Beitrag Airshows fotografieren.
Anreise ohne Auto
Rund um die Show ist der Verkehr dicht. RER B plus Shuttle oder Bus ist meist entspannter.
Wenn dich Airshows grundsätzlich interessieren, lohnt der Blick über Paris hinaus: Die Farnborough International Airshow in England findet in den geraden Jahren statt und ergänzt Le Bourget im Zweijahresrhythmus. Einen Überblick bietet der Beitrag zu Airshows in Europa.
Spotten in Le Bourget
Einen offiziellen Spotterhügel wie in München gibt es in Le Bourget nicht. Der naheliegende Startpunkt ist das Musée de l’Air et de l’Espace im Terminal von 1937. Von den Terrassen auf dem alten Gebäude blickst du über den Museums-Tarmac mit Boeing 747, Airbus A380 und Ariane-Raketen und dahinter auf den aktiven Flugplatz. Für startende und landende Businessjets brauchst du ein ordentliches Tele.
In den Hallen warten außerdem zwei Concorde – ein Prototyp und eine Air-France-Serienmaschine. Wer sich für das Überschallprogramm interessiert, findet im Beitrag zur Geschichte der Concorde den passenden Hintergrund. Öffnungszeiten, Preise, Zugang zu den Flugzeugen und die besten Standpunkte stehen ausführlich im Spot-Guide zum Musée de l’Air am Flughafen Le Bourget.
Frankreich ist streng
Rund um französische Flughäfen gelten teils strengere Regeln als in Deutschland, und Sicherheitskräfte reagieren auf lange Objektive am Zaun mitunter sensibel. Halte dich an Absperrungen und Hinweise, fotografiere von öffentlichem Grund und bleib bei Nachfragen freundlich. Was du wissen solltest, fasst der Beitrag Fotografieren an französischen Flughäfen zusammen.
Den richtigen Tag erwischen
Businessjet-Verkehr folgt anderen Mustern als Linienverkehr. Statt fester Wellen gibt es Spitzen rund um Messen, Sportereignisse, Modewochen und politische Gipfel in Paris. Unter der Woche ist tendenziell mehr Geschäftsverkehr unterwegs, an Wochenenden und in Ferienzeiten verschiebt er sich Richtung Freizeit. Ein Blick in eine Flugverfolgung zeigt dir, was gerade im Anflug ist – wie du ADS-B-Daten sinnvoll nutzt, erklärt der Beitrag zur Flugverfolgung mit ADS-B.
Staats- und Regierungsflugzeuge tauchen bei Gipfeltreffen gelegentlich auch in Le Bourget auf, oft aber eher in Orly oder auf Militärflugplätzen. Hinweise, wie du solche Besuche verfolgst, findest du im Beitrag Regierungsflugzeuge spotten.
Le Bourget passt zu dir, wenn …
- du Businessjets und seltene Registrierungen sammelst
- du Luftfahrtgeschichte und Museum mit Spotten verbinden willst
- du die Paris Air Show besuchst
Bedingt geeignet, wenn …
- du nur einen Tag in Paris hast und dich zwischen den Flughäfen entscheiden musst
- du außerhalb der Museumsöffnungszeiten spotten willst
Eher woanders, wenn …
- du Airliner, Langstrecke und viele Airlines sehen willst
- du einen festen Spotterplatz mit garantiert viel Verkehr suchst
Anreise und Ausblick
Le Bourget liegt größtenteils im Département Seine-Saint-Denis, rund elf Kilometer nördlich des Pariser Zentrums. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln fährst du am einfachsten mit dem RER B bis zum Bahnhof Le Bourget und von dort mit dem Bus 152 zum Museum; auch über die Metro 7 bis La Courneuve und weiter per Bus kommst du hin. Eine direkte Schnellbahn fehlt bislang: Die Linie 17 des Grand Paris Express mit einer Station „Le Bourget Aéroport“ ist im Bau, ihre Eröffnung wurde aber mehrfach verschoben – prüf vor der Reise den aktuellen Stand.
Wer mehrere Tage in Paris ist, kombiniert Le Bourget am besten mit den großen Flughäfen. In Charles de Gaulle siehst du das Air-France-Drehkreuz und Langstrecke aus aller Welt – Tipps dazu im Spotting-Guide für Paris-CDG. Orly liefert Europa- und Überseeverkehr. Für einen Vergleich mit einem anderen Businessjet-Schwerpunkt lohnt sich der Flughafen Genf, an dem Geschäftsreiseflugzeuge ebenfalls eine große Rolle spielen.
Spot, Licht und Wetter in einer App
Spot-Karte mit Anreise und bestem Licht, Sonnenstand-Planer und Wind am Flughafen – Planetrack bündelt, was du für einen Tag in Le Bourget brauchst. Planetrack startet bald. Die Warteliste findest du unten auf dieser Seite.
Fazit
Le Bourget ist kein Flughafen für schnelle Zahlen, sondern für besondere Sichtungen. Hier hat die Pariser Luftfahrt angefangen, hier landete Lindbergh, und hier steht mit dem Terminal von 1937 eines der schönsten historischen Flughafengebäude Europas. Seit dem Ende des Linienverkehrs ist der Platz eine der ersten Adressen der Geschäftsreiseluftfahrt, und alle zwei Jahre schaut während der Paris Air Show die ganze Branche hierher.
Für Spotter lohnt sich die Kombination: Museum am Vormittag, Businessjets von den Terrassen, dazu ein Blick in die Flugverfolgung, um die interessanten Ankünfte nicht zu verpassen. Wer Airliner sucht, fährt weiter nach Roissy – wer Falcon, Gulfstream und Geschichte sucht, ist in Le Bourget richtig.
Kurzfazit
LBG ist Paris' historischer Flughafen und heute ein reiner Businessjet-Platz. Mit Museum, Lindbergh-Geschichte und der Paris Air Show in ungeraden Jahren ist er ein Pflichtstopp für Typenjäger – Airliner gibt es dafür in CDG und Orly.
Zusammenfassung
- Le Bourget ist das Gegenmodell zu Charles de Gaulle: keine Linienjets, dafür eine der wichtigsten Adressen der Geschäftsreiseluftfahrt in Europa.
- Geschichte steckt hier in jedem Gebäude – vom Lindbergh-Empfang 1927 über das Terminal von 1937 bis zum Luftfahrtmuseum.
- Alle zwei Jahre verwandelt die Paris Air Show den Platz in das Schaufenster der Branche.
- Für Spotter lohnt sich die Kombination aus Museum, Businessjets und einem Abstecher zu den großen Pariser Flughäfen.
Häufige Fragen
Was sind die Codes des Flughafens Paris-Le Bourget?
Der IATA-Code ist LBG, der ICAO-Code LFPB. LFPB begegnet dir vor allem in Flugverfolgungsdiensten und Flugplänen von Businessjets, LBG im Zusammenhang mit Charter- und Bedarfsflügen.
Gibt es in Le Bourget noch Linienflüge?
Nein. Der internationale Linienverkehr endete 1977, der regionale um 1980/81. Seitdem dient Le Bourget der Allgemeinen Luftfahrt und vor allem der Geschäftsreiseluftfahrt. Linienflüge nach Paris landen in Charles de Gaulle, Orly oder – bei einigen Low-Cost-Airlines – in Beauvais.
Wann landete Lindbergh in Le Bourget?
Am 21. Mai 1927. Charles Lindbergh war am Vortag mit der Spirit of St. Louis in New York gestartet und brauchte rund 33,5 Stunden für den ersten Nonstop-Alleinflug über den Atlantik. Zwei Wochen zuvor waren Nungesser und Coli mit der L'Oiseau Blanc von Le Bourget aus in die Gegenrichtung gestartet und verschollen.
Wann findet die nächste Paris Air Show statt?
Die Paris Air Show läuft in ungeraden Jahren im Juni. Nach 2025 ist die nächste Ausgabe 2027 an der Reihe. Die ersten Tage sind traditionell dem Fachpublikum vorbehalten, an den letzten Tagen kommen auch Privatbesucher. Termine und Ticketregeln stehen auf der offiziellen Website der Messe – alles für Spotter im Beitrag zur Paris Air Show in Le Bourget.
Wie viele Start- und Landebahnen hat Le Bourget?
Drei: die 07/25 mit 3.000 Metern, die 03/21 mit 2.665 Metern und die 09/27 mit 1.845 Metern. Das ist für einen Businessjet-Flughafen ungewöhnlich viel und ein Erbe der Zeit, als hier noch Verkehrsflugzeuge und Großraumjets der Air Show landeten.
Wo kann ich in Le Bourget spotten?
Der bequemste Ort ist das Musée de l'Air et de l'Espace im alten Terminal. Von den Terrassen siehst du den Museums-Tarmac und dahinter den aktiven Flugplatz. Öffnungszeiten, Preise und Standpunkte stehen im Spot-Guide zum Musée de l'Air am Flughafen Le Bourget.
Wie komme ich mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Le Bourget?
Aus Paris fährst du mit dem RER B bis Le Bourget und steigst dort in den Bus 152 Richtung Museum um. Alternativ geht es mit der Metro 7 bis La Courneuve und weiter mit dem Bus. Langfristig bekommt der Flughafen mit der Linie 17 des Grand Paris Express eine eigene Station – deren Eröffnung hat sich mehrfach verschoben, prüf deshalb den aktuellen Stand.
Welche Flugzeuge sieht man in Le Bourget?
Überwiegend Geschäftsreiseflugzeuge: Dassault Falcon, Gulfstream, Bombardier Global und Challenger, Cessna Citation, Embraer Phenom und Praetor sowie gelegentlich VIP-Jets auf Airliner-Basis. Dazu kommen Turboprops und Hubschrauber. Wie du die Businessjet-Familien auseinanderhältst, erklärt der Beitrag Businessjet-Typen unterscheiden.
Sichtungen rund um Flughafen Paris-Le Bourget sammeln
Foto mit Kennzeichen, Typ, Airline und Spot posten, Funde im Hangar sammeln und Likes und Kommentare aus der Community bekommen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Passende Airlines
Die Fluggesellschaften dazu – mit IATA- und ICAO-Code, Rufzeichen und Lackierung.
Air France
Frankreichs Netzwerk-Airline mit dem Drehkreuz Paris-Charles de Gaulle: Gründungsmitglied von SkyTeam, Teil der Air France-KLM-Gruppe und mit einer Langstreckenflotte aus Airbus A350 und Boeing 777.
EJANetJets
Der Pionier des Bruchteilseigentums an Businessjets: NetJets aus Columbus (Ohio) gehört zu Berkshire Hathaway, betreibt eine der größten Businessjet-Flotten der Welt und fliegt mit NetJets Europe auch ab Portugal quer durch Europa.
LXJFlexjet
US-Anbieter für Teileigentum an Business-Jets: Flotte aus Embraer, Bombardier und Gulfstream, Rufzeichen FLEXJET, Hubschrauber-Sparte und ein europäischer Ableger mit Praetor 600 und G650.
Typische Flugzeuge
Dassault Falcon 8X
Drei Triebwerke am Heck, eines davon mitten im Rumpf: Die Falcon 8X ist der größte Dreistrahler im aktuellen Dassault-Programm. So erkennst du sie und trennst sie von der fast gleichen Falcon 7X.
FlugzeugtypDassault Falcon 7X
Drei Triebwerke am Heck, Sidesticks statt Steuerhorn: Die Falcon 7X war 2005 der erste Businessjet mit voller Fly-by-Wire-Steuerung. So erkennst du sie und trennst sie von der fast gleichen Falcon 8X.
FlugzeugtypDassault Falcon 6X
Zwei Triebwerke am Heck, ein auffällig voluminöser Rumpf und dahinter die laut Dassault breiteste Kabine der Geschäftsluftfahrt: Die Falcon 6X ist der große Zweistrahler aus Frankreich. So erkennst du sie.
FlugzeugtypGulfstream G650/G650ER
Riesige ovale Fenster, zwei Triebwerke am Heck und ein Rumpf voller Selbstbewusstsein: Die Gulfstream G650 ist der Businessjet, den Spotter am schnellsten erkennen. So gelingt dir die sichere Bestimmung.
FlugzeugtypBombardier Global 7500
Zwei Triebwerke am Heck, ein T-Leitwerk und ein Rumpf, so lang wie bei einem kleinen Regionaljet: Die Global 7500 ist einer der größten Businessjets der Welt. So erkennst du sie.
FlugzeugtypAérospatiale/BAC Concorde
Deltaflügel, absenkbare Nase, vier Olympus-Triebwerke mit Nachbrenner: Die Concorde ist ein historischer Typ mit nur 20 gebauten Flugzeugen. Hier findest du Technik, Varianten, jede Registrierung und den Standort jedes erhaltenen Exemplars.
FlugzeugtypTupolew Tu-144
Doppeldelta, ausklappbare Canards hinter dem Cockpit, vier Triebwerke nah an der Rumpfmitte: Die Tu-144 war das sowjetische Überschall-Verkehrsflugzeug und flog noch vor der Concorde. Hier findest du Technik, Varianten, jedes Exemplar und die Museumsstandorte.
Spotting-Spots rund um Flughafen Paris-Le Bourget
Spots, an denen du die passenden Flugzeuge regelmäßig vor die Linse bekommst – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.
Weitere Einträge
Musée de l'Air et de l'Espace
Eines der ältesten Luftfahrtmuseen der Welt, untergebracht im Art-déco-Terminal des ersten Pariser Flughafens: Vom Blériot-Eindecker über zwei Concorde bis zur A380 erzählt das Musée de l'Air et de l'Espace hundert Jahre Luft- und Raumfahrt – und nebenan starten die Businessjets.
FlughafenFlughafen Paris-Charles de Gaulle
Größter Flughafen der EU und Heimat von Air France: vier Ost-West-Bahnen in zwei Paaren, ein riesiges Terminal 2, das FedEx-Drehkreuz für Europa – und ein Spotter-Umfeld, das ohne Genehmigung, Auto und gute Vorbereitung schnell frustriert.
FlughafenFlughafen Paris-Orly
Der zweite große Pariser Flughafen: knapp 35 Millionen Passagiere, strenge Nachtruhe und ein Deckel für die Flugbewegungen, seit 2026 mit Transavia France als wichtigster Airline – und mit Air Caraïbes, French Bee und Corsair die Adresse für französische Langstrecke in die Überseegebiete.
FlughafenFlughafen Paris-Beauvais
Rund 69 Kilometer nördlich von Paris liegt in Tillé bei Beauvais der Low-Cost-Flughafen der Hauptstadtregion: eine Hauptpiste, zwei Terminals, ein Flugplan fast nur aus Ryanair und Wizz Air – und eine Geschichte, die bis in die 1930er-Jahre zurückreicht.
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