Die Geschichte der Concorde: Aufstieg und Abschied einer Legende

Von der britisch-französischen Vereinbarung 1962 bis zur letzten Landung in Filton 2003: wie die Concorde entstand, was sie technisch so besonders machte, warum sie scheiterte und in welchen Museen du sie heute fotografieren kannst.

Planetrack RedaktionVeröffentlicht: 15. Oktober 202613 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Gemeinschaftsprojekt: Großbritannien und Frankreich vereinbarten die Concorde am 29. November 1962 und teilten Entwicklungs- und Baukosten zur Hälfte.
  • Zwanzig Exemplare, zwei Airlines: Inklusive Prototypen und Vorserie entstanden 20 Flugzeuge. Im Liniendienst flogen nur Air France und British Airways mit je sieben Maschinen.
  • Doppelte Schallgeschwindigkeit: Im Reiseflug erreichte die Concorde rund Mach 2,02 in bis zu 18.300 Metern Höhe – deutlich über dem Verkehr der Unterschalljets.
  • 27 Jahre Liniendienst: Die ersten Passagierflüge starteten am 21. Januar 1976, der letzte BA-Linienflug landete am 24. Oktober 2003.
  • 18 Concordes existieren noch: Eine davon steht in Deutschland im Technik Museum Sinsheim – direkt neben einer sowjetischen Tupolev Tu-144.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Die Concorde in Kürze
  2. 2.Die Idee: ein Überschalljet für Europa
  3. 3.Erstflug 1969 und das Rennen mit der Tu-144
  4. 4.Optionen ohne Bestellungen
  5. 5.Wie die Concorde funktionierte
  6. 6.27 Jahre im Liniendienst
  7. 7.Der 25. Juli 2000: Flug 4590
  8. 8.2003: der Abschied
  9. 9.Wo du die Concorde heute siehst
  10. 10.Was von der Concorde bleibt
  11. 11.Fazit

Kein anderes Verkehrsflugzeug hat so viele Menschen an den Zaun gelockt wie sie: schlanker Rumpf, Deltaflügel, die abgesenkte Nase beim Anflug und ein Donnern, das man kilometerweit hörte. Die Geschichte der Concorde ist die Geschichte eines technischen Triumphs, der wirtschaftlich nie aufging – und eines Flugzeugs, das über zwei Jahrzehnte nach seinem letzten Flug immer noch Spotter in Museen und an Flughafenzäune zieht. Dieser Beitrag führt dich von der Idee in den frühen 1960er-Jahren über den Linienbetrieb bis zum Abschied 2003 und zeigt, wo du die erhaltenen Maschinen heute fotografieren kannst.

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Die Concorde in Kürze

Die Concorde war ein Überschall-Passagierflugzeug, das Großbritannien und Frankreich gemeinsam entwickelten. Sie flog von 1976 bis 2003 im Liniendienst bei Air France und British Airways, vor allem über den Nordatlantik, und brachte ihre Passagiere mit rund doppelter Schallgeschwindigkeit in gut drei Stunden von Europa nach New York. Gebaut wurden nur 20 Exemplare. Ein schwerer Unfall im Jahr 2000, die Krise der Luftfahrt nach dem 11. September 2001 und hohe Kosten beendeten ihre Karriere. Heute stehen 18 Maschinen in Museen, an Flughäfen oder im Depot – eine davon in Deutschland.

20gebaute Concordes inklusive Prototypen und Vorserie
Mach 2,02typische Reisegeschwindigkeit in bis zu 18.300 m Höhe
1976–2003Jahre im Liniendienst bei Air France und British Airways

Die Idee: ein Überschalljet für Europa

Ende der 1950er-Jahre arbeiteten sowohl in Großbritannien als auch in Frankreich Teams an Konzepten für ein Passagierflugzeug, das schneller als der Schall fliegt. Allein war das Projekt für keines der beiden Länder zu stemmen. Am 29. November 1962 unterzeichneten beide Regierungen deshalb eine Vereinbarung über die gemeinsame Entwicklung. Die Kosten für Forschung und Bau wurden hälftig geteilt, industrielle Partner waren die British Aircraft Corporation (BAC) und Sud Aviation, später Teil von Aérospatiale. Die Triebwerke vom Typ Olympus 593 entstanden in Zusammenarbeit von Rolls-Royce und dem französischen Hersteller Snecma.

Die Erfahrungen dieser Kooperation wirkten lange nach: Airbus selbst verweist darauf, dass die britisch-französische Zusammenarbeit beim späteren Aufbau des europäischen Konsortiums half, Fehler wie politisch motivierte doppelte Endmontagelinien zu vermeiden. Teurer als erwartet wurde das Programm trotzdem: Die Schätzung von 1962 lag bei 70 Millionen Pfund, am Ende standen weit über eine Milliarde Pfund in den Büchern.

Erstflug 1969 und das Rennen mit der Tu-144

Der französische Prototyp 001 (F-WTSS) startete am 2. März 1969 in Toulouse zu seinem Erstflug. Testpilot André Turcat blieb 29 Minuten in der Luft, schneller als 480 km/h ging es dabei noch nicht. Am 9. April 1969 folgte der britische Prototyp 002 (G-BSST), den Brian Trubshaw von Filton zum Militärflugplatz Fairford überführte. Am 1. Oktober 1969 durchbrach die 001 erstmals die Schallmauer. Doppelte Schallgeschwindigkeit folgte im weiteren Verlauf der Erprobung.

Ganz vorn lag Europa damit nicht. Die sowjetische Tupolev Tu-144 war bereits am 31. Dezember 1968 gestartet und flog am 5. Juni 1969 als erstes Passagierflugzeug überschallschnell. Ihre Karriere verlief allerdings unglücklich: 1973 stürzte eine Tu-144 nach einer Vorführung auf der Paris Air Show ab. Im Linienverkehr flog sie nur von November 1977 bis Juni 1978, nachdem im Mai 1978 eine Tu-144D bei einem Testflug notlanden musste, wurde der Passagierbetrieb eingestellt.

Merkmal Concorde Tupolev Tu-144
Erstflug 2. März 1969 31. Dezember 1968
Erster Überschallflug 1. Oktober 1969 5. Juni 1969
Passagierbetrieb Januar 1976 bis Oktober 2003 November 1977 bis Juni 1978
Betreiber im Liniendienst Air France, British Airways Aeroflot
Exemplar in Deutschland F-BVFB, Technik Museum Sinsheim 77112, Technik Museum Sinsheim

Optionen ohne Bestellungen

Ende der 1960er-Jahre sah es nach einem Verkaufserfolg aus. Zum Erstflug hielten 16 Airlines zusammen 74 Optionen, zeitweise waren es über 100. Doch Ölkrise, steigende Treibstoffpreise, die Konkurrenz durch neue Großraumjets wie die Boeing 747 und vor allem der Überschallknall ließen die Interessenten abspringen. Weil der Knall über bewohntem Gebiet als nicht zumutbar galt, durfte die Concorde über Land nur mit Unterschall fliegen. Damit blieben wirtschaftlich fast nur Routen über das Meer.

Am Ende kauften nur die beiden Staatsairlines der Herstellerländer: Air France und British Airways erhielten je sieben Maschinen. Mit Prototypen, Vorserien- und Testflugzeugen kam die Produktion auf genau 20 Concordes.

Wie die Concorde funktionierte

Bei Mach 2 gelten andere Regeln als im Unterschallflug. Viele Lösungen der Concorde siehst du heute noch, wenn du vor einem Museumsexemplar stehst.

  • Deltaflügel: Der schlanke, geschwungene Flügel ohne separates Höhenleitwerk erzeugt bei hoher Geschwindigkeit wenig Widerstand und bei langsamem Flug Auftrieb über Wirbel an der Vorderkante. Dafür musste die Concorde mit sehr hohem Anstellwinkel landen.
  • Absenkbare Nase: Damit die Piloten beim steilen Anflug überhaupt etwas sahen, ließ sich die Nase absenken – auf 5 Grad beim Rollen und Starten, auf 12,5 Grad zur Landung. Im Reiseflug war sie hochgeklappt und ein Visier schützte die Frontscheiben.
  • Nachbrenner: Die vier Olympus-593-Triebwerke lieferten mit Nachverbrennung jeweils rund 169 kN Schub. Die Nachbrenner liefen beim Start und beim Durchstoßen des Bereichs um die Schallgeschwindigkeit, etwa zwischen Mach 0,95 und 1,7.
  • Treibstoff als Trimmgewicht: Beim Übergang in den Überschallflug wandert der Druckpunkt des Flügels nach hinten. Statt mit Rudern auszugleichen, pumpte die Crew Kraftstoff zwischen Tanks hin und her und verschob so den Schwerpunkt.
  • Fly-by-Wire: Die Concorde war das erste Verkehrsflugzeug mit einer elektrisch übertragenen Flugsteuerung, damals noch analog.
Kenngröße Wert
Länge 61,66 m
Spannweite 25,6 m
Maximales Startgewicht rund 185 t
Triebwerke 4 × Rolls-Royce/Snecma Olympus 593 Mk 610
Schub je Triebwerk mit Nachbrenner rund 169 kN
Reichweite rund 7.200 km
Cockpit-Crew 3 (zwei Piloten, ein Flugingenieur)
Sitzplätze 92 bis 120, in dichter Bestuhlung bis 128

Spannend für den Vergleich: Die Concorde war länger als eine Boeing 757-200, hatte aber nicht einmal die Spannweite eines Airbus A320. In der Kabine saßen die Passagiere in Viererreihen, die Fenster waren klein – Komfort hieß hier vor allem gewonnene Zeit.

Wie viel Zeit sparte Überschall?

Trag eine Flugstrecke ein. Der Rechner vergleicht stark vereinfacht einen Unterschalljet mit rund 900 km/h und die Concorde mit rund 2.150 km/h im Reiseflug.

Reines Rechenmodell ohne Steig- und Sinkflug, Wind oder Umwege. Die Geschwindigkeiten sind gerundete Richtwerte, keine Flugplandaten.

27 Jahre im Liniendienst

Nach der Zulassung in Frankreich und Großbritannien 1975 starteten am 21. Januar 1976 gleichzeitig die ersten Passagierflüge: Air France ab Paris, British Airways ab London-Heathrow. Die USA öffneten ihre Flughäfen erst nach Protesten und Rechtsstreit, Washington-Dulles im Mai 1976, New York-JFK im Oktober 1977. Die Strecke New York wurde zur Paradestrecke, bei British Airways unter dem Rufzeichen Speedbird – was es mit Rufzeichen und Flugnummern auf sich hat, erklärt der Beitrag Callsign und Flugnummer.

Zwei kuriose Kapitel gab es zusätzlich. Mit Braniff flogen von Januar 1979 bis Mai 1980 Concordes im Unterschall zwischen Washington und Dallas/Fort Worth – mit eigener Braniff-Crew und eigener Betriebslizenz. Mit Singapore Airlines vermarktete British Airways gemeinsam eine Verbindung über Bahrain nach Singapur, der Flugbetrieb blieb bei BA. G-BOAD trug dafür auf einer Rumpfseite die Farben der asiatischen Airline.

Den Rekord für die schnellste Atlantiküberquerung im Liniendienst hält G-BOAD: Am 7. Februar 1996 flog sie von New York nach London in 2 Stunden, 52 Minuten und 59 Sekunden. Eine Concorde der Air France, F-BVFD, war da schon Geschichte – sie wurde 1982 abgestellt und 1994 verschrottet.

Kennzeichen-Familien erkennen

Die sieben Concordes im Liniendienst von British Airways trugen die Kennzeichen G-BOAA bis G-BOAG, bei Air France liefen sie unter F-BTS_ und F-BVF_. Wer die Logik hinter Präfixen und Buchstaben verstehen will, findet sie in den Beiträgen zu Flugzeugkennzeichen und Länderkennungen.

Der 25. Juli 2000: Flug 4590

Bis zum Sommer 2000 galt die Concorde als eines der sichersten Verkehrsflugzeuge. Dann startete Air-France-Flug 4590, eine Charterverbindung von Paris-Charles de Gaulle nach New York, mit der Maschine F-BTSC. Wenige Minuten zuvor hatte eine McDonnell Douglas DC-10 einer anderen Airline auf derselben Piste einen Metallstreifen verloren. Die Concorde überrollte ihn, ein Reifen platzte, Trümmer beschädigten einen Tank in der linken Tragfläche. Der austretende Treibstoff entzündete sich, zwei Triebwerke verloren Leistung, das Fahrwerk ließ sich nicht einfahren. Rund zwei Minuten nach dem Abheben stürzte das Flugzeug in Gonesse auf ein Hotel. 113 Menschen starben, alle 109 an Bord und vier am Boden.

Die Flotte blieb danach über ein Jahr am Boden. Die Hersteller verstärkten Tanks mit Kevlar-Auskleidungen, sicherten elektrische Leitungen und entwickelten besonders widerstandsfähige Reifen. Am 7. November 2001 nahmen Air France und British Airways den Linienbetrieb wieder auf – wenige Wochen nach den Anschlägen vom 11. September, die die gesamte Branche in eine tiefe Krise stürzten.

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2003: der Abschied

Die Rückkehr gelang technisch, wirtschaftlich nicht. Die Nachfrage im Premiumsegment brach nach 2001 ein, und eine Flotte aus wenigen, über 25 Jahre alten Spezialflugzeugen war teuer im Unterhalt. 2003 kündigten beide Airlines das Ende an. Air France beendete den Linienbetrieb Ende Mai 2003 und überführte ihre Maschinen anschließend in Museen. British Airways flog bis zum 24. Oktober 2003, als die letzte Linienmaschine aus New York in Heathrow landete. Den endgültigen Schlusspunkt setzte G-BOAF, die zuletzt gebaute Concorde: Am 26. November 2003 drehte sie eine Ehrenrunde über Bristol und landete in Filton, wo sie heute im Museum Aerospace Bristol steht.

Was die Concorde erreicht hat

  • 27 Jahre planmäßiger Überschallverkehr – bis heute einmalig
  • Atlantikflüge in gut drei Stunden
  • Pionierarbeit bei Fly-by-Wire und Triebwerksregelung
  • Vorbild für die europäische Zusammenarbeit im Flugzeugbau

Woran sie gescheitert ist

  • Überschallknall verhinderte Routen über Land
  • hoher Treibstoffverbrauch bei wenigen Sitzplätzen
  • nur 14 Flugzeuge im Airline-Betrieb, kaum Skaleneffekte
  • Unfall 2000 und Nachfragekrise nach 2001

Wo du die Concorde heute siehst

Von den 20 gebauten Concordes existieren noch 18, die meisten öffentlich ausgestellt. Für Spotter ist das eine schöne Sammelaufgabe: Jede Maschine hat ihre eigene Geschichte und ihr eigenes Kennzeichen.

Standort Kennzeichen Hinweis
Technik Museum Sinsheim, Deutschland F-BVFB gemeinsam mit der Tu-144 77112 ausgestellt
Musée de l’Air et de l’Espace, Paris-Le Bourget F-WTSS, F-BTSD Prototyp 001 und eine Air-France-Serienmaschine
Aeroscopia, Toulouse F-WTSB, F-BVFC Testflugzeug und Air-France-Maschine
Musée Delta, Athis-Mons bei Paris F-WTSA französische Vorserienmaschine
Flughafen Paris-Charles de Gaulle F-BVFF am Flughafengelände ausgestellt
Manchester Airport, Runway Visitor Park G-BOAC im eigenen Hangar, Innenbesuch per Tour
Flughafen London-Heathrow G-BOAB abgestellt, nicht öffentlich zugänglich
Aerospace Bristol, Filton G-BOAF die zuletzt gebaute und zuletzt geflogene Concorde
IWM Duxford, Brooklands, Yeovilton, East Fortune G-AXDN, G-BBDG, G-BSST, G-BOAA vier weitere Exemplare in britischen Museen
Intrepid Museum, New York G-BOAD die Rekordhalterin von 1996; 2023 zur Restaurierung abtransportiert, Status vorher prüfen
Museum of Flight, Seattle G-BOAG flog am 24. Oktober 2003 den letzten Linienflug aus New York
Udvar-Hazy Center, Virginia F-BVFA in der Halle des Smithsonian
Barbados G-BOAE am Flughafen Grantley Adams, Zugang vorher prüfen

In Deutschland führt kein Weg an Sinsheim vorbei: Die Air-France-Maschine F-BVFB landete am 24. Juni 2003 ein letztes Mal und steht heute im Technik Museum Sinsheim, das gemeinsam mit dem Technik Museum Speyer einen Museumsverbund bildet. Weltweit einmalig ist die Kombination mit der Tu-144, die 2001 nicht auf eigenem Flug, sondern per Transport nach Sinsheim kam. Wer nur eine Concorde-Silhouette sucht, findet in der Flugausstellung Hermeskeil einen begehbaren Nachbau mit Café – ein Original ist das aber nicht.

In Großbritannien lässt sich der Concorde-Besuch gut mit Spotting verbinden. Am Runway Visitor Park Manchester steht G-BOAC direkt neben aktuellem Linienverkehr, und rund um den Flughafen London-Heathrow war G-BOAB lange vom Spot an der Myrtle Avenue aus zu sehen. Ob sie dort aktuell sichtbar ist, prüfst du am besten vor der Reise. Weitere Ziele für Luftfahrtreisen sammelt die Spotting-Bucket-List.

1. Standort und Öffnungszeiten prüfen

Museen ändern Öffnungszeiten, Ausstellungsflächen und Zugangsregeln. Schau vor dem Besuch auf die offizielle Website des Museums oder Flughafens.

2. Licht und Perspektive einplanen

Freiluftexponate wie in Sinsheim oder am Flughafen CDG fotografierst du am besten mit der Sonne im Rücken. Hallenexponate brauchen eine ruhige Hand oder eine höhere ISO.

3. Details festhalten

Kennzeichen, abgesenkte Nase, Fahrwerk und Triebwerkseinläufe sind die Motive, die eine Concorde-Serie komplett machen.

4. Sichtung dokumentieren

Notier Kennzeichen, Ort und Datum – so behältst du den Überblick, wie viele der 18 erhaltenen Maschinen du schon gesehen hast.

Wie du deine Sichtungen sauber sortierst, steht im Beitrag Sichtungen dokumentieren. Wer Klassiker generell mag, findet in Seltene Flugzeuge spotten und dem Überblick zu Flugzeugfriedhöfen und Boneyards weitere Ziele.

Bereit für deinen Concorde-Besuch?

Hak ab, was du vorbereitet hast – am Ende siehst du, ob die Tour steht.

  • Ich weiß, welche Concorde mit welchem Kennzeichen am Ziel steht.
  • Ich habe die aktuellen Öffnungszeiten auf der offiziellen Seite geprüft.
  • Ich weiß, ob die Maschine drinnen oder draußen steht, und habe das Licht berücksichtigt.
  • Ich habe einen Spot in der Nähe für aktuellen Verkehr herausgesucht.
  • Ich habe eine Methode, um Kennzeichen und Datum festzuhalten.

Was von der Concorde bleibt

Nach 2003 gab es keinen planmäßigen Überschallverkehr mehr. Die Großraumjets, die die Concorde wirtschaftlich überholt hatten, prägten die folgenden Jahrzehnte – erst die Boeing 747-400, später der Airbus A380 und effiziente Zweistrahler wie die Boeing 787-9 oder der Airbus A350-900. Statt Geschwindigkeit zählten Reichweite, Sitzkosten und Treibstoffverbrauch. Wie sich die Größenverhältnisse seither entwickelt haben, zeigt der Beitrag zu den größten Flugzeugen der Welt.

Für Spotter bleibt die Concorde ein Sonderfall: ein Flugzeug, das du nie mehr in der Luft siehst, das aber an mehr als einem Dutzend Orten auf dich wartet. Viele erinnern sich noch an Gastauftritte auf deutschen Flughäfen, und auf Airshows zog sie regelmäßig die Blicke auf sich – Veranstaltungen mit historischen Maschinen findest du im Überblick zu Airshows in Europa.

Museumsbesuch und Spot in einer App

Poste deine Concorde-Fotos mit Kennzeichen und Ort, finde auf der Spot-Karte den nächsten Spotterpunkt mit bestem Licht und zeig deine Klassiker der Community. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Fazit

Die Concorde war ein technisches Meisterstück: doppelte Schallgeschwindigkeit, Deltaflügel, absenkbare Nase und eine Flugsteuerung, die spätere Airliner prägte. Wirtschaftlich blieb sie ein Prestigeprojekt mit nur zwei Kunden, eingeschränkt durch den Überschallknall und hohe Kosten. Der Unfall von 2000 und die Krise nach 2001 beschleunigten das Ende, 2003 landete sie zum letzten Mal. Geblieben sind 18 Flugzeuge, die du in Europa und Nordamerika besuchen kannst – in Deutschland in Sinsheim, Seite an Seite mit ihrer sowjetischen Konkurrentin.

Kurzfazit

Von 1976 bis 2003 flog die Concorde als einziges Überschall-Passagierflugzeug im dauerhaften Liniendienst – technisch brillant, wirtschaftlich eine Nische. Wer sie heute sehen will, plant einen Museumsbesuch: in Deutschland im Technik Museum Sinsheim, in Großbritannien gern kombiniert mit einem Spottingtag in Manchester.

Zusammenfassung

  • Die Concorde war das einzige Überschall-Passagierflugzeug, das über Jahrzehnte im Liniendienst flog. Gebaut wurde sie von der britischen BAC und der französischen Sud Aviation, angetrieben von vier Olympus-593-Triebwerken von Rolls-Royce und Snecma.
  • Technisch war sie ihrer Zeit voraus: schlanker Deltaflügel, absenkbare Nase, Treibstoff als Trimmgewicht und eine analoge Fly-by-Wire-Steuerung.
  • Wirtschaftlich blieb sie ein Nischenprodukt. Der Überschallknall verhinderte Überlandrouten, die Optionen von über einem Dutzend Airlines wurden nie zu Bestellungen.
  • Nach dem Unfall von Air-France-Flug 4590 im Jahr 2000, der Rückkehr 2001 und dem Passagiereinbruch nach dem 11. September stellten beide Airlines den Betrieb 2003 ein.

Häufige Fragen

Wann flog die Concorde zum ersten Mal?

Der französische Prototyp 001 hob am 2. März 1969 in Toulouse ab, am Steuer saß André Turcat. Der Flug dauerte 29 Minuten. Der britische Prototyp 002 folgte am 9. April 1969 mit Brian Trubshaw von Filton nach Fairford. Schneller als der Schall flog die Concorde erstmals am 1. Oktober 1969.

Wie schnell war die Concorde?

Im Reiseflug flog sie rund Mach 2,02, also gut doppelt so schnell wie der Schall, in Höhen bis etwa 18.300 Meter. Bei einem Testflug 1974 erreichte sie Mach 2,23. Den schnellsten Transatlantikflug im Liniendienst schaffte G-BOAD am 7. Februar 1996 von New York nach London in 2 Stunden, 52 Minuten und 59 Sekunden – mit kräftigem Rückenwind.

Wie viele Concordes wurden gebaut?

Insgesamt 20 Flugzeuge: zwei Prototypen, zwei Vorserienmaschinen und 16 Serienflugzeuge, von denen die ersten beiden als Testflugzeuge dienten. Air France und British Airways betrieben je sieben Exemplare. 18 Concordes sind erhalten, eine wurde 1994 verschrottet, eine ging 2000 bei dem Unfall in Gonesse verloren.

Warum wurde die Concorde ausgemustert?

Mehrere Gründe kamen zusammen: Nach dem Unfall von Flug 4590 im Juli 2000 stand die Flotte über ein Jahr am Boden, kurz nach der Rückkehr im November 2001 brach die Nachfrage nach den Anschlägen vom 11. September ein. Dazu kamen die hohen Betriebs- und Wartungskosten einer sehr kleinen, alternden Flotte. Air France beendete den Linienbetrieb Ende Mai 2003, British Airways im Oktober 2003.

Was passierte bei Air-France-Flug 4590?

Am 25. Juli 2000 überrollte die Concorde F-BTSC beim Start in Paris-Charles de Gaulle einen Metallstreifen, den kurz zuvor eine DC-10 verloren hatte. Ein Reifen platzte, Trümmer beschädigten einen Treibstofftank in der linken Tragfläche, austretender Kraftstoff fing Feuer. Die Maschine stürzte in Gonesse auf ein Hotel. Alle 109 Menschen an Bord und vier Personen am Boden kamen ums Leben.

Wo kann ich in Deutschland eine Concorde sehen?

Die einzige originale Concorde in Deutschland ist F-BVFB von Air France im Technik Museum Sinsheim, das zum Museumsverbund mit Speyer gehört. Daneben steht die Tupolev Tu-144 mit der Kennung 77112. In der Flugausstellung Hermeskeil gibt es zusätzlich einen begehbaren Concorde-Nachbau, in dem das Museumscafé untergebracht ist.

Gab es außer Air France und British Airways weitere Concorde-Betreiber?

Nur im Rahmen von Kooperationen. Braniff flog von Januar 1979 bis Mai 1980 Concordes im Unterschallbetrieb zwischen Washington-Dulles und Dallas/Fort Worth, mit eigener Crew und Lizenz. Singapore Airlines hatte eine Vermarktungspartnerschaft mit British Airways; G-BOAD trug dafür auf einer Seite die Singapore-Lackierung. Eigene Concordes besaßen beide Airlines nie.

PT

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