Das Wichtigste in Kürze
- Continental Airlines ist eine historische US-Netzwerkairline: gegründet 1934, seit 2010 Teil von United, letzter Flug unter CO-Code im März 2012.
- Codes: IATA CO, ICAO COA, Rufzeichen „CONTINENTAL“.
- Drehkreuze zum Schluss: Newark, Houston-Intercontinental, Cleveland und Guam im Pazifik.
- Das heutige United-Design stammt von Continental: Globus am Leitwerk, weiß-blaue Grundoptik.
- Viele Continental-Jets fliegen unter neuem Namen weiter: Die reine Boeing-Flotte ging komplett an United über.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Continental Airlines im Überblick
- 2.Die Geschichte in Etappen
- 3.Codes und Rufzeichen
- 4.Fusionen und Partner: wer alles in Continental steckt
- 5.Allianzen: von SkyTeam zur Star Alliance
- 6.Die Flotte von Continental
- 7.Woran du Continental erkennst
- 8.Drehkreuze und Strecken
- 9.Zwischenfälle mit Bezug zu Continental
- 10.Continental im Spotter-Alltag heute
- 11.Häufige Verwechslungen
- 12.Fazit
Steckbrief
| IATA-Code | CO |
|---|---|
| ICAO-Code | COA |
| Rufzeichen | CONTINENTAL |
| Drehkreuze | EWR, IAH, CLE, GUM |
| Allianz | Star Alliance |
| Status | Historisch – Fusion mit United ab 1. Oktober 2010, gemeinsames Betriebszeugnis Ende November 2011, Buchungssystem und Vielfliegerprogramm am 3. März 2012 in United überführt |
| Gegründet | 1934 als Varney Speed Lines durch Walter T. Varney und Louis Mueller, seit 1937 Continental Air Lines |
| Geschäftsmodell | Netzwerk-Airline mit Inlands-, Atlantik-, Lateinamerika- und Pazifikverkehr |
| Firmensitz | Zuletzt Houston, Texas; früher El Paso, Denver und Los Angeles |
| Drehkreuze zuletzt | Newark (EWR), Houston-Intercontinental (IAH), Cleveland (CLE) und Guam (GUM) |
| Allianz | SkyTeam von 2004 bis 2009, danach Star Alliance ab 27. Oktober 2009 |
| Flotte am 1. Oktober 2010 | 350 Flugzeuge, ausschließlich Boeing: 737, 757, 767 und 777 in zehn Varianten |
| Regionalverkehr | Continental Express und Continental Connection, geflogen von Partnern wie ExpressJet, Colgan Air und CommutAir |
| Nachfolger | United Airlines, Teil der United Airlines Holdings |
Woran du die Airline erkennst
Ist das wirklich Continental Airlines?
- Weißer Rumpf mit grauer Unterseite und dunkelblauem Schriftzug „Continental“
- Dunkelblaues Leitwerk mit einem Globus aus goldfarbenen Linien – das Design, das United nach der Fusion übernahm
- In den 1960er- und 1970er-Jahren dagegen das goldene Heck mit dem „Jetstream“-Logo von Saul Bass
- Zuletzt eine reine Boeing-Flotte: 737, 757, 767 und 777
- US-Kennzeichen mit N, Flugnummer mit CO, im Funk „CONTINENTAL“
- Regionaljets und Turboprops mit dem Globus liefen als Continental Express oder Continental Connection – geflogen von Partnern
Wenn du heute eine United-Maschine fotografierst, siehst du eigentlich Continental: Der Globus am Leitwerk und die weiß-blaue Grundoptik stammen von der Airline, die 2010 mit United fusionierte und im März 2012 als Marke verschwand. Continental Airlines war fast 80 Jahre lang eine der großen Netzwerk-Airlines der USA – mit Drehkreuzen in Newark und Houston, einer zuletzt reinen Boeing-Flotte und auffallend vielen Verbindungen nach Deutschland. Diese Seite fasst zusammen, woher Continental kam, was sie flog und woran du sie in alten Fotos und Kennzeichen-Historien erkennst.
Dein Archiv, sauber sortiert
Mit Planetrack postest du Sichtungen mit Foto, Kennzeichen, Typ, Airline und Flughafen – so findest du auch alte Continental-Aufnahmen jederzeit wieder. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Continental Airlines im Überblick
Continental Airlines war eine US-amerikanische Netzwerk-Airline, die von 1934 bis 2012 flog. Sie begann als kleine Postflug-Gesellschaft im Südwesten der USA und gehörte am Ende zu den größten Airlines der Welt. Zum Schluss hatte Continental ihren Sitz in Houston und betrieb Drehkreuze in Newark bei New York, Houston-Intercontinental, Cleveland und auf Guam im Pazifik.
Das Profil der Airline änderte sich über die Jahrzehnte mehrfach. In den 1950er- und 1960er-Jahren war Continental eine Inlands-Airline mit Schwerpunkt im Westen, später kamen Lateinamerika, der Pazifik und ab Mitte der 1980er-Jahre der Atlantik dazu. Dazwischen liegen eine Übernahme, zwei Insolvenzverfahren und eine der bekanntesten Sanierungen der US-Luftfahrt.
Am 1. Oktober 2010 wurde die Fusion mit United Airlines vollzogen. Der Name United blieb, das Erscheinungsbild kam von Continental. Am 3. März 2012 wurden Buchungssystem und Vielfliegerprogramm zusammengelegt – damit endete die Geschichte von Continental als eigenständiger Marke.
Die Geschichte in Etappen
Die Wurzeln reichen ins Jahr 1934. Damals gründeten Walter T. Varney und Louis Mueller die Varney Speed Lines, um Postflugstrecken im Südwesten der USA zu bedienen. Varney ist in der Luftfahrtgeschichte kein Unbekannter: Seine frühere Gesellschaft Varney Air Lines gehört zu den Vorläufern von United – eine kleine Pointe, wenn man an das Ende von Continental denkt.
1934–1937
Gründung als Varney Speed Lines. Robert F. Six steigt ein und wird 1936 Geschäftsführer, 1937 folgt der Name Continental Air Lines und der Umzug nach Denver.
1959–1972
Mit der Boeing 707 beginnt 1959 das Jet-Zeitalter. 1963 zieht der Sitz nach Los Angeles, 1970 setzt Continental die Boeing 747 im US-Inlandsverkehr ein, 1972 folgt die DC-10.
1981–1987
Texas Air unter Frank Lorenzo übernimmt die Kontrolle, Continental fusioniert 1982 mit Texas International und zieht nach Houston. Nach einem Insolvenzverfahren ab 1983 kommen 1987 People Express, Frontier und New York Air hinzu.
1990–1994
Zweites Insolvenzverfahren ab Dezember 1990, Abschluss im April 1993. Im Oktober 1994 übernimmt Gordon Bethune die Führung.
1995–2009
Sanierung mit dem „Go Forward“-Plan, Umstieg auf eine reine Boeing-Flotte, Ausbau von Newark. 2004 Beitritt zu SkyTeam, im Oktober 2009 Wechsel zur Star Alliance.
2010–2012
Fusion mit United ab 1. Oktober 2010, gemeinsames Betriebszeugnis Ende November 2011, Zusammenlegung von Buchung und Vielfliegerprogramm am 3. März 2012.
Prägend für die erste Hälfte der Geschichte war Robert Six, der Continental bis in die frühen 1980er-Jahre führte. Unter ihm wurde die Airline zu einem der großen sogenannten Trunk-Carrier der USA, also den etablierten Linienairlines vor der Deregulierung. Die Freigabe des Marktes ab 1978 traf Continental dann hart: Mehr Wettbewerb, Preiskämpfe und hohe Kosten bereiteten den Boden für die turbulenten 1980er-Jahre.
Codes und Rufzeichen
- IATA-Code CO: stand in der Flugnummer, auf Tickets und Anzeigetafeln.
- ICAO-Code COA: verwendete die Flugsicherung im Flugplan – und auf Flugtrackern stand er bis 2012 vor der Flugnummer.
- Rufzeichen CONTINENTAL: so meldeten sich die Besatzungen im Funk.
Für dein Archiv ist wichtig: Zwischen Oktober 2010 und März 2012 existierten Continental und United nebeneinander, obwohl sie bereits zu einem Konzern gehörten. In dieser Übergangszeit tauchten bereits umlackierte Flugzeuge in United-Farben noch mit Continental-Flugnummern auf. Wie die Code-Systeme grundsätzlich funktionieren, erklärt der Guide zu IATA- und ICAO-Codes, und warum Rufzeichen oft eine eigene Geschichte haben, zeigt der Beitrag zu Airline-Rufzeichen.
Fotos aus der Übergangszeit richtig beschriften
Notiere bei Aufnahmen aus 2010 bis 2012 immer Kennzeichen, Design und Flugnummer getrennt. Ein Flugzeug mit „United“-Schriftzug kann damals noch als CO-Flug unterwegs gewesen sein. Woran du solche Übergangsbemalungen erkennst, zeigt der Guide zu Hybrid- und Mischlackierungen.
Fusionen und Partner: wer alles in Continental steckt
Continental ist durch mehrere Zusammenschlüsse gewachsen. Für Spotter erklärt das, warum in alten Archiven so unterschiedliche Flugzeugtypen und Bemalungen mit Continental-Bezug auftauchen.
| Gesellschaft | Zeitraum | Was sie mitbrachte |
|---|---|---|
| Pioneer Air Lines | Fusion 1955 | Regionalnetz in Texas und im Südwesten |
| Texas International | Fusion 1982 | Neuer Sitz Houston und das spätere Drehkreuz dort |
| People Express | Fusion 1987 | Starke Position in Newark, Basis für das New-York-Drehkreuz |
| Frontier Airlines (historisch) | Fusion 1987 | Netz rund um Denver |
| New York Air | Fusion 1987 | Shuttle-Verkehr im Nordosten |
| Air Micronesia | ab 1968, später Continental Micronesia | Inselnetz im Pazifik mit Drehkreuz Guam |
Die Übernahme von People Express war für das spätere Bild besonders wichtig: Mit ihr kam eine starke Basis in Newark, die Continental danach zu ihrem wichtigsten Drehkreuz an der Ostküste ausbaute. Der Flughafen Newark Liberty ist bis heute eines der großen United-Drehkreuze – ein direktes Erbe von Continental.
Im Regionalverkehr arbeitete Continental mit Partnern. Unter der Marke Continental Express flog vor allem ExpressJet Regionaljets von Houston, Newark und Cleveland aus. Unter Continental Connection waren unter anderem Colgan Air und CommutAir unterwegs. Für Passagiere stand Continental auf der Bordkarte, geflogen hat aber eine andere Gesellschaft.
Allianzen: von SkyTeam zur Star Alliance
Continental war lange keine Allianz-Airline. Erst im September 2004 trat sie SkyTeam bei, zusammen mit Northwest, mit der sie damals eng zusammenarbeitete. Die Mitgliedschaft dauerte nur fünf Jahre: Am 24. Oktober 2009 verließ Continental SkyTeam und wurde drei Tage später, am 27. Oktober 2009, Mitglied der Star Alliance.
Der Wechsel war ein Vorbote der Fusion. In der Star Alliance war United bereits Mitglied, und gemeinsam mit Lufthansa und Air Canada entstand ein Joint Venture für den Nordatlantik. Welche Allianz-Bemalungen in dieser Zeit unterwegs waren, zeigt der Beitrag zu Allianz-Lackierungen.
SkyTeam-Logo auf Continental-Fotos
Siehst du auf einem Continental-Foto einen SkyTeam-Hinweis, stammt es sehr wahrscheinlich aus den Jahren 2004 bis 2009. Ein Star-Alliance-Bezug spricht für die kurze Zeit ab Ende Oktober 2009. Das hilft beim Datieren alter Bilder ohne Aufnahmedatum.
Die Flotte von Continental
In der frühen Jet-Zeit flog Continental eine bunte Mischung: Die Boeing 707-120 eröffnete 1959 das Jet-Zeitalter, später kamen Boeing 720, 727, Boeing 747 und die McDonnell Douglas DC-10 hinzu. Die Boeing 727-200 und die DC-10 prägten das Bild der 1980er-Jahre; Hersteller der Trijets war McDonnell Douglas.
Unter Gordon Bethune setzte Continental ab Mitte der 1990er-Jahre auf eine einheitliche Flotte von Boeing. Bei der Fusion am 1. Oktober 2010 bestand sie aus 350 Flugzeugen mit einem Durchschnittsalter von 9,5 Jahren:
| Typ | Anzahl (Oktober 2010) | Einsatz | Spotter-Hinweis |
|---|---|---|---|
| Boeing 737-500 | 36 | Inland | Kürzeste 737 der Flotte, bei United 2013 ausgemustert |
| Boeing 737-700 | 36 | Inland und Mittelamerika | Kurzer Rumpf der Next Generation |
| Boeing 737-800 | 126 | Rückgrat im Kurz- und Mittelstreckennetz | Häufigster Typ, viele mit Winglets |
| Boeing 737-900 | 12 | Inland | Ohne die zusätzlichen Notausgänge der ER |
| Boeing 737-900ER | 30 | Inland | Weitere 22 waren bestellt |
| Boeing 757-200 | 41 | Inland und Transatlantik | Brachte Nonstop-Flüge in kleinere Städte Europas |
| Boeing 757-300 | 21 | Inland | Lange Version, sehr seltener Typ |
| Boeing 767-200ER | 10 | Langstrecke | Bei United 2013 ausgemustert |
| Boeing 767-400ER | 16 | Langstrecke | Gestreckte 767 mit angewinkelten Flügelspitzen |
| Boeing 777-200ER | 22 | Langstrecke | Größtes Flugzeug der Flotte |
Offene Bestellungen für die Boeing 787-8 und die 787-9 gingen ebenso an United über wie die gesamte Flotte. Einen Großteil der Flugzeuge hat United in den Jahren nach der Fusion umlackiert; die 737-500 und die 767-200ER wurden 2013 abgegeben.
Bei den vielen 737-Varianten hilft dir der Überblick zu den Generationen der Boeing 737. Zwischen 737-900 und 737-900ER unterscheidest du am besten über das zusätzliche Paar Notausgänge hinter dem Flügel, das nur die ER hat.
Ex-Continental-Jets aufspüren
Setz Kennzeichen oder Typen wie die 757-300 auf deine Wunschliste und lass dich benachrichtigen, wenn sie im Anflug auf deinen Flughafen sind. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.
Woran du Continental erkennst
Continental hatte im Lauf der Zeit zwei sehr unterschiedliche Gesichter. Ab Ende der 1960er-Jahre warb die Airline mit dem Slogan „The Proud Bird with the Golden Tail“. Typisch waren ein goldenes Heck mit dem „Jetstream“-Logo des Designers Saul Bass und farbige Zierstreifen auf weißem Rumpf. Auf Fotos aus den 1970er-Jahren mit 727, 747 oder DC-10 ist dieses goldene Leitwerk das eindeutige Erkennungszeichen.
Anfang der 1990er-Jahre führte Continental das Design ein, das bis zum Ende blieb: weißer Rumpf mit grauer Unterseite, dunkelblauer Schriftzug und ein dunkelblaues Leitwerk mit einem Globus aus goldfarbenen Linien. Entworfen hat es die Agentur Lippincott. Genau dieses Design übernahm United nach der Fusion – mit dem eigenen Namen auf dem Rumpf. 2019 hat United die Bemalung überarbeitet, der Globus blieb.
Zeigt dein altes Foto wirklich Continental?
- Schriftzug „Continental“ auf dem Rumpf statt „United“
- Globus am Leitwerk mit goldfarbenen Linien oder ein goldenes Heck aus der Frühzeit
- US-Kennzeichen mit N am Heck
- Typ aus der Boeing-737-, 757-, 767- oder 777-Familie, in älteren Fotos auch 727 oder DC-10
- Aufnahme aus der Zeit vor März 2012
- Ort wie Newark, Houston, Cleveland, Guam oder ein Atlantik-Ziel in Europa
Ein Sonderfall sind die Regionalflugzeuge. Embraer-Jets wie die ERJ 145 oder Turboprops in Continental-Optik trugen zwar den Globus und den Schriftzug „Continental Express“ oder „Continental Connection“, wurden aber von Partner-Airlines betrieben. Für dein Logbuch lohnt es sich, Marke und durchführende Airline getrennt zu notieren.
Drehkreuze und Strecken
Das größte Drehkreuz der späten Jahre war Newark. Von dort flog Continental in viele Städte Europas, nach Lateinamerika und ab 2001 sogar nonstop nach Hongkong. Houston-Intercontinental war das Tor nach Mexiko, Mittel- und Südamerika und der Sitz der Airline. Cleveland diente als Drehkreuz für den Mittleren Westen, und Guam war das Zentrum von Continental Micronesia mit Inselflügen im Pazifik und Verbindungen nach Japan. Denver, lange das wichtigste Drehkreuz, gab Continental Mitte der 1990er-Jahre auf.
Für deutsche Spotter war Continental vor allem auf dem Atlantik ein Begriff. Der Einstieg kam im April 1985 mit Flügen zwischen Houston und London-Gatwick. Mit der Boeing 757 konnte Continental später auch kleinere europäische Städte nonstop mit New York verbinden, darunter Hamburg – Ziele, für die Reisende vorher über große Drehkreuze wie Frankfurt umsteigen mussten. Laut verschiedenen Darstellungen bot Continental zeitweise mehr Ziele in Deutschland an als jede andere US-Airline. Welche Strecken das im Einzelnen waren und wann, schwankte allerdings von Flugplan zu Flugplan.
Spotten heute: nur noch mit Vorgeschichte
Ein Flugzeug in Continental-Farben im Liniendienst wirst du nicht mehr sehen. Was bleibt, sind alte Fotos und frühere Continental-Maschinen, die bei United weiterfliegen oder schon ausgemustert sind. Fotografiere sie wie jedes andere Flugzeug nur von öffentlich zugänglichen Bereichen aus.
Zwischenfälle mit Bezug zu Continental
Zur Geschichte gehören auch Unglücke, die die Luftfahrt geprägt haben. Am bekanntesten ist der Absturz der Concorde von Air-France-Flug 4590 im Juli 2000 bei Paris: Die Concorde überrollte beim Start einen Metallstreifen, den kurz zuvor eine DC-10 von Continental verloren hatte. Ein Pariser Gericht verurteilte Continental 2010, ein Berufungsgericht hob die strafrechtliche Verurteilung 2012 auf. Die Hintergründe zum Überschallflugzeug liest du in der Geschichte der Concorde und im Eintrag zur Concorde.
Im Februar 2009 stürzte eine Dash 8-400 von Colgan Air, die als Continental Connection unterwegs war, nahe Buffalo ab; 50 Menschen kamen ums Leben. Die Folgen für Ausbildung und Ruhezeiten in der US-Regionalluftfahrt beschreibt der Eintrag zu Colgan Air.
Continental im Spotter-Alltag heute
Für dein Logbuch ist Continental vor allem ein Archiv-Thema. Wer bis 2012 in Newark, Houston oder an einem europäischen Atlantik-Flughafen fotografiert hat, hat gute Chancen auf Continental-Maschinen auf der Speicherkarte. Diese Bilder lohnt es sich nachträglich zu sortieren: Typ, Kennzeichen, Ort und Datum machen aus einem Erinnerungsfoto einen sauberen Eintrag.
Spannend ist auch die Spurensuche. Weil die komplette Flotte an United ging, tragen viele frühere Continental-Jets heute United-Farben. Über das N-Kennzeichen kannst du ihren Lebenslauf zurückverfolgen – wie das geht, zeigen die Guides Ein Flugzeug per Kennzeichen verfolgen und Wie alt ist dieses Flugzeug?.
Gute Chancen auf Continental-Spuren, wenn …
- du dein Fotoarchiv aus der Zeit vor März 2012 durchsiehst
- du bei einer United-737, -757, -767 oder -777 die Kennzeichen-Historie prüfst
Prüf es genau, wenn …
- ein Foto aus 2010 bis 2012 stammt – dann kann Design und Flugnummer auseinanderfallen
- ein Regionaljet den Globus trägt – geflogen hat meist ein Partner
Keine Chance auf Continental, wenn …
- du heute im Flugplan nach CO-Flugnummern suchst – die gibt es seit März 2012 nicht mehr
Häufige Verwechslungen
- Continental und United im Globus-Design verwechseln – entscheidend ist der Schriftzug auf dem Rumpf.
- Continental Express für Continental halten – die Regionalflüge führten Partner wie ExpressJet durch.
- Frontier von damals mit der heutigen Frontier gleichsetzen – die 1987 in Continental aufgegangene Frontier ist eine andere, historische Airline.
- Die Fusion auf 2012 datieren – rechtlich vollzogen wurde sie im Oktober 2010, 2012 endete nur die Marke.
- Die 737-900 als 737-900ER notieren – nur die ER hat die zusätzlichen Notausgänge hinter dem Flügel.
- Continental für eine SkyTeam-Airline halten – zum Schluss war sie in der Star Alliance.
Geschichte im eigenen Hangar
Sammle deine Continental-Fotos im Hangar, poste sie mit Typ, Kennzeichen und Flughafen und tausch dich in der Community mit anderen Spottern aus. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
Continental Airlines ist eine Airline, die verschwunden ist und trotzdem täglich über dir fliegt. Vom Postflug im Südwesten über das goldene Heck der 1970er-Jahre, zwei Insolvenzen und die Sanierung unter Gordon Bethune bis zur Fusion mit United hat sie die US-Luftfahrt fast acht Jahrzehnte geprägt. Ihr Globus, ihr Drehkreuz Newark und ein großer Teil ihrer Boeing-Flotte leben bei United weiter – für Spotter eine lohnende Spurensuche.
Kurzfazit
Continental Airlines (IATA CO, ICAO COA) flog von 1934 bis 2012 und ging in United auf. Den Globus am Leitwerk siehst du bis heute bei United, über das Kennzeichen findest du heraus, welche Maschine einst für Continental flog.
Zusammenfassung
- Continental begann 1934 als kleine Postflug-Airline im Südwesten der USA und wuchs unter Robert Six zu einer der großen Trunk-Carrier mit Basis in Denver und später Los Angeles.
- Die 1980er- und frühen 1990er-Jahre brachten die Übernahme durch Texas Air, zwei Insolvenzverfahren und den Zusammenschluss mit People Express, Frontier und New York Air.
- Unter Gordon Bethune wurde Continental ab 1994 saniert, setzte auf eine reine Boeing-Flotte und baute Newark zu einem großen Atlantik-Drehkreuz aus – mit vielen Zielen in Deutschland.
- Mit der Fusion 2010 verschwand der Name, das Design blieb: Wer heute eine United-Maschine sieht, sieht den Globus von Continental.
Häufige Fragen
Welchen IATA- und ICAO-Code hatte Continental Airlines?
Continental flog mit dem IATA-Code CO in der Flugnummer und dem ICAO-Code COA im Flugplan der Flugsicherung. Im Funk meldeten sich die Besatzungen mit dem Rufzeichen „CONTINENTAL“. Seit März 2012 werden diese Codes nicht mehr für Continental-Flüge verwendet, die Flüge laufen unter United-Nummern.
Wann hat Continental mit United fusioniert?
Die Fusion wurde im Mai 2010 angekündigt und am 1. Oktober 2010 rechtlich vollzogen; die Holding hieß danach United Continental Holdings. Ende November 2011 erhielten beide Airlines ein gemeinsames Betriebszeugnis der FAA, und am 3. März 2012 wurden Buchungssystem und Vielfliegerprogramm zusammengelegt. Seitdem gibt es nur noch United Airlines.
Warum sieht United wie Continental aus?
Weil bei der Fusion der Name von United, aber das Erscheinungsbild von Continental übernommen wurde. Der Globus am Leitwerk wurde Anfang der 1990er-Jahre von der Agentur Lippincott für Continental entworfen. United hat das Design 2019 überarbeitet, die Grundidee mit dem Globus stammt aber weiterhin von Continental.
Welche Drehkreuze hatte Continental?
Zum Schluss waren es Newark bei New York, Houston-Intercontinental, Cleveland und Guam im Pazifik, wo die Tochter Continental Micronesia ihr Zentrum hatte. Früher war Denver das wichtigste Drehkreuz; Continental baute es Mitte der 1990er-Jahre ab.
Welche Flugzeuge flog Continental zuletzt?
Am 1. Oktober 2010 bestand die Flotte aus 350 Flugzeugen, alle von Boeing: 737-500, 737-700, 737-800, 737-900 und 737-900ER, 757-200 und 757-300, 767-200ER und 767-400ER sowie 777-200ER. Dazu kamen offene Bestellungen für die 787-8 und 787-9, die an United übergingen.
In welcher Allianz war Continental?
Continental war von September 2004 bis Oktober 2009 Mitglied von SkyTeam und wechselte dann am 27. Oktober 2009 zur Star Alliance, in der auch United und Lufthansa sind. Der Wechsel bereitete die spätere Fusion mit United gewissermaßen vor.
Was hatte Continental mit dem Concorde-Absturz zu tun?
Beim Absturz von Air-France-Flug 4590 im Juli 2000 in Paris überrollte die Concorde einen Metallstreifen, den kurz zuvor eine startende DC-10 von Continental verloren hatte. Ein französisches Gericht sprach Continental 2010 schuldig, ein Berufungsgericht hob diese strafrechtliche Verurteilung 2012 wieder auf.
Kann ich heute noch Continental-Flugzeuge spotten?
Im Continental-Design im Liniendienst nicht mehr – United hat die Maschinen in den Jahren nach der Fusion umlackiert oder ausgemustert. Viele frühere Continental-Jets, vor allem 737, 757, 767 und 777, gingen aber an United und flogen dort weiter. Über das Kennzeichen lässt sich die Continental-Vergangenheit meist nachverfolgen.
Continental Airlines im Blick behalten
Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Flugzeugtypen in der Flotte
Boeing 737-800
Das Arbeitspferd der Kurz- und Mittelstrecke: Die 737-800 ist die meistgebaute Version der 737 Next Generation und an vielen Flughäfen Europas ein Dauergast.
FlugzeugtypBoeing 737-900ER
Die längste 737 der Next Generation: Die 737-900ER hat ein zusätzliches Notausgangspaar hinter dem Flügel und prägt vor allem den US-Inlandsverkehr. In Europa ist sie ein seltener Fang – so erkennst du sie.
FlugzeugtypBoeing 737-500
Klein, kompakt und mit den typischen platten Triebwerkseinlässen: Die 737-500 war die kürzeste 737 Classic und der moderne Ersatz für die 737-200. Hier liest du, wer sie flog, wo sie heute noch unterwegs ist und wie du sie von -300 und -600 trennst.
FlugzeugtypBoeing 757-200
Lang, schlank, hochbeinig und mit Triebwerken, die fast zu groß wirken: Die 757-200 ist ein Schmalrumpf mit Langstrecken-Genen. Produziert wird sie seit 2004 nicht mehr, Spotter freuen sich deshalb über jede Begegnung.
FlugzeugtypBoeing 757-300
Über 54 Meter lang, aber nur ein Gang in der Kabine: Die 757-300 ist das längste zweistrahlige Schmalrumpfflugzeug, das je gebaut wurde. Nur 55 Exemplare entstanden, Erstkunde war Condor – heute fliegt sie fast nur noch in den USA.
FlugzeugtypBoeing 767-400ER
Die längste 767 von allen: gestreckter Rumpf, schräg nach hinten gezogene Flügelspitzen und ein Cockpit im 777-Stil. Gebaut wurden nur 38 Stück – so erkennst und findest du sie.
FlugzeugtypBoeing 777-200ER
Die 777-200ER ist die Langstrecken-777 der ersten Generation: kürzer als die 300ER, ohne schräge Flügelspitzen und mit drei möglichen Triebwerken. So erkennst du sie sicher – auch in Wien.
FlugzeugtypMcDonnell Douglas DC-10
Zwei Triebwerke unter den Flügeln, das dritte mitten im Seitenleitwerk: Die DC-10 war einer der ersten Großraumjets und flog auch für Lufthansa und Condor. Heute ist sie eine Rarität – so erkennst du sie.
Weitere Airlines
United Airlines
Die US-Netzwerk-Airline mit dem Globus am Leitwerk: Wurzeln bis 1926, Sitz in Chicago, Gründungsmitglied der Star Alliance und in Europa vor allem mit 767, 777 und 787 unterwegs.
RegionalExpressJet Airlines
Historische US-Regionalairline: als Continental Express Erstkunde der Embraer-Regionaljets, nach der Fusion mit ASA zeitweise die größte Regionalairline der Welt, 2020 Ende bei United Express und 2022 Aus für den Ableger aha!.
RegionalColgan Air
Historische US-Regionalairline aus Manassas, Virginia: Zubringer für Continental, US Airways und United, ab 2007 Teil von Pinnacle – und durch den Absturz von Flug 3407 bei Buffalo Auslöser der strengsten Reform der US-Pilotenausbildung seit Jahrzehnten.
RegionalCommuteAir
Die Regionalairline aus Ohio fliegt seit 1989 Zubringer für große US-Airlines und ist heute der einzige Betreiber der Embraer ERJ145 im Netz von United Express – mit Schwerpunkt Washington-Dulles und Houston.
Low-CostPeople Express
Historische US-Low-Cost-Airline (1981–1987) aus Newark: People Express flog gebrauchte Lufthansa-737, verkaufte Tickets an Bord, brachte Jumbos für 149 Dollar nach London-Gatwick – und ging nach rasantem Wachstum in Continental auf.
NetzwerkEastern Air Lines
Historische US-Airline von 1926 bis 1991: Eastern prägte die Ostküste mit dem Air-Shuttle, holte den Airbus A300 in die USA, war Erstkunde von 727 und 757 – und zerbrach unter Frank Lorenzo.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Star Alliance
Die 1997 gegründete Luftfahrtallianz rund um Lufthansa, United und Air Canada – mit Sitz in Frankfurt am Main und eigener Allianz-Sonderlackierung.
AllianzSkyTeam
Die jüngste der drei großen Airline-Allianzen: im Jahr 2000 von Delta, Air France, Aeroméxico und Korean Air gegründet, heute mit Schwerpunkt in Amsterdam und Paris – und mit einer silbernen Sonderlackierung, die Spotter gezielt suchen.
FlughafenFlughafen Newark Liberty
Der älteste Großflughafen der Region New York und das Ostküsten-Drehkreuz von United Airlines: drei Bahnen am Ufer der Newark Bay, ein Terminal nur für United, ein neues Terminal A seit 2023 – und die Skyline von Manhattan im Hintergrund.
HerstellerBoeing
Boeing ist der US-amerikanische Gegenpol zu Airbus und baut seit der 707 Verkehrsjets in Serie. Wer 737, 777 und 787 an Fahrwerk, Flügelspitzen und Heck auseinanderhalten kann, bestimmt einen großen Teil des Verkehrs an jedem europäischen Flughafen – auch ohne Lackierungshinweis.
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