Das Wichtigste in Kürze
- Businessjet aus dem Regionaljet: Die Legacy 600 ist eine umgebaute ERJ 135 mit Winglets, Zusatztanks und luxuriöser Kabine.
- Zwei Hauptversionen: Die Legacy 600 kam 2002, die Legacy 650 mit stärkeren Triebwerken und rund 500 NM mehr Reichweite folgte 2010, die 650E im Jahr 2017.
- Eigener Typcode: Im Flugplan und Tracking läuft der Jet als E35L, nicht als E135.
- Programmende 2020: Embraer stoppte den Verkauf der Legacy 650 im August 2020, insgesamt entstanden 289 Flugzeuge.
- Für Spotter dankbar: Mit über 26 Metern Länge gehört die Legacy zu den größeren Businessjets und ist an Business-Aviation-Flughäfen regelmäßig zu sehen.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| Hersteller | Embraer (Brasilien) |
|---|---|
| Offizielle Bezeichnung | EMB-135BJ (Marktnamen Legacy 600 und Legacy 650) |
| Basis | Regionaljet ERJ 135 |
| ICAO-Typcode | E35L (Wirbelschleppenkategorie M) |
| Programmstart | 2000, Farnborough Airshow (zunächst als „Legacy 2000“) |
| Erstflug | Juni 2000 (umgebauter ERJ-135-Prototyp), 31. März 2001 (zweiter Prototyp) |
| Indienststellung | 2002 (Legacy 600), 2010 (Legacy 650) |
| Triebwerke | 2 × Rolls-Royce AE 3007 am Heck: A1E (600) mit rund 35 kN, A2 (650) mit rund 40 kN Schub |
| Länge | 26,33 m |
| Spannweite | rund 21,2 m (mit Winglets) |
| Höhe | rund 6,6 m |
| Passagiere | typisch 13 bis 14 in Business-Ausstattung |
| Reichweite | rund 3.400 NM / 6.300 km (600), rund 3.900 NM / 7.200 km (650) |
| Max. Startgewicht | 22.500 kg (600), 24.300 kg (650) |
| Dienstgipfelhöhe | 41.000 ft |
| Reisegeschwindigkeit | Mach 0,78 (maximal Mach 0,80) |
| Gebaut | 289 Exemplare (2002–2020) |
| Status | Verkauf 2020 eingestellt, weltweit weiter im Einsatz |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Zwei Triebwerke am Heck und ein T-Leitwerk – das Grundlayout der ERJ-Familie
- Lange, spitz zulaufende Nase und ein schmaler, gestreckter Rumpf – für einen Businessjet ungewöhnlich „airlinerhaft“
- Nach oben gebogene Winglets an den Flügelspitzen – das wichtigste Merkmal gegenüber der Airliner-ERJ 135
- Viele kleine, runde Kabinenfenster in einer Reihe statt der großen ovalen Fenster einer Gulfstream
- Private oder Charter-Kennzeichen, Businessjet-Lackierung und Abstellung am General-Aviation-Terminal statt am Airline-Gate
Von vorn sieht sie aus wie ein Regionaljet, am Vorfeld steht sie zwischen Gulfstreams und Falcons: Die Embraer Legacy 600 und ihre Weiterentwicklung Legacy 650 sind Businessjets mit Airline-Genen. Embraer hat dafür die ERJ 135 genommen, ihr Winglets und Zusatztanks verpasst und die Kabine für Geschäftsreisende umgebaut. Für dich als Spotter ist die Legacy deshalb ein spannender Typ – leicht zu fotografieren, aber mit Verwechslungsgefahr. Hier erfährst du, wie die Legacy entstanden ist, woran du sie erkennst und wo du sie am ehesten erwischst.
Businessjets sauber sammeln
Mit Planetrack postest du jede Sichtung mit Foto, Flugzeugtyp, Kennzeichen, Betreiber, Flughafen und Spot – die Legacy landet getrennt von der ERJ 135 in deinem Hangar. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Was ist die Embraer Legacy 600?
Die Legacy 600 ist ein zweistrahliger Businessjet von Embraer. Ihre offizielle Typbezeichnung lautet EMB-135BJ – das „BJ“ steht für Business Jet, die Zahl verrät die Herkunft: Die Basis ist der Regionaljet ERJ 135, die kürzeste Version der ERJ-Familie.
Embraer stellte das Projekt im Jahr 2000 auf der Farnborough Airshow vor, damals noch unter dem Namen Legacy 2000. Die Idee war so einfach wie günstig: Statt einen komplett neuen Geschäftsreisejet zu entwickeln, nutzte der Hersteller eine erprobte Zelle mit vorhandenem Cockpit, Triebwerken und Zulassungsbasis. Als erster Prototyp diente eine umgebaute ERJ 135, die im Juni 2000 abhob, der zweite Prototyp folgte am 31. März 2001. Im Februar 2002 begann der Einsatz bei Kunden. Den Namen Legacy 600 trägt der Jet seit Mitte der 2000er-Jahre, im Programm blieb er fast zwei Jahrzehnte.
Gegenüber der Airliner-Version bekam die Legacy mehrere entscheidende Änderungen:
- Zusatztanks, die die Reichweite deutlich erhöhen
- Winglets an den Flügelspitzen und Maßnahmen zur Widerstandsverringerung
- eine höhere Dienstgipfelhöhe von 41.000 statt 37.000 Fuß
- eine Business-Kabine mit mehreren Zonen für meist 13 bis 14 Gäste statt bis zu 37 Sitzen
- ein Glascockpit von Honeywell (Primus), das auf dem überarbeiteten Cockpit der ERJ-Familie beruht
Durch die Herkunft vom Regionaljet ist die Legacy für einen Businessjet ihrer Klasse ungewöhnlich lang und hat eine geräumige Kabine mit großem Gepäckraum. Damit positionierte Embraer sie gegen Muster wie die Bombardier Challenger 604/605 und die Dassault Falcon 2000.
Die Versionen im Überblick
Über die Jahre hat Embraer die Legacy mehrfach weiterentwickelt. Von außen bleiben die Unterschiede klein, technisch sind sie für Betreiber aber erheblich.
Legacy 600
Die erste Serienversion mit zwei Rolls-Royce AE 3007A1E mit jeweils rund 35 kN Schub. Das maximale Startgewicht liegt bei 22.500 Kilogramm, die Reichweite bei rund 3.400 nautischen Meilen (etwa 6.300 Kilometer). Damit schafft sie zum Beispiel Strecken innerhalb Europas und in den Nahen Osten problemlos. Die meisten Auslieferungen fielen in die Boomjahre der Business Aviation: Laut Branchendaten waren 2007 und 2008 mit jeweils 36 Flugzeugen die stärksten Jahre.
Legacy 650
Auf der Fachmesse NBAA 2009 präsentierte Embraer die Legacy 650 als Langstrecken-Ableger. Sie bekam die stärkeren AE 3007A2 mit rund 40 kN Schub, ein auf 24.300 Kilogramm erhöhtes Startgewicht und mehr Treibstoff. Die Reichweite steigt damit auf rund 3.900 nautische Meilen (etwa 7.200 Kilometer). Im Cockpit arbeitet die Avionik Primus Elite von Honeywell. Die brasilianische und die europäische Zulassung folgten im Oktober 2010, die Zulassung der US-Luftfahrtbehörde FAA Anfang 2011. Die erste Legacy 650 ging bereits im November 2010 an ihren Kunden.
Legacy 650E
2016 kündigte Embraer die Legacy 650E für das Folgejahr an. Sie bekam serienmäßig ein synthetisches Sichtsystem und eine automatische Schubregelung sowie eine lange Herstellergarantie von zehn Jahren beziehungsweise 10.000 Flugstunden. Äußerlich erkennst du keinen Unterschied zur 650.
Legacy Shuttle und Sonderversionen
Etwas aus der Reihe fällt der Legacy Shuttle: Er nutzt die Zelle der Legacy, aber ohne Zusatztanks und mit Airliner-Bestuhlung für 19 bis 37 Passagiere – gedacht für Firmen, die Mitarbeiter zwischen Standorten pendeln lassen. In Brasilien fliegt die Luftwaffe die Legacy unter der Bezeichnung VC-99B als Regierungsflugzeug. Zudem montierte das chinesische Joint Venture Harbin Embraer zeitweise Legacy 650 für den asiatischen Markt; diese Flugzeuge stehen in der ICAO-Liste ebenfalls unter E35L.
| Version | Triebwerke | Max. Startgewicht | Reichweite |
|---|---|---|---|
| Legacy 600 | AE 3007A1E, ca. 35 kN | 22.500 kg | ca. 3.400 NM |
| Legacy 650 / 650E | AE 3007A2, ca. 40 kN | 24.300 kg | ca. 3.900 NM |
| Legacy Shuttle | wie Legacy 600 | – | ohne Zusatztanks deutlich geringer |
E35L im Tracking filtern
Legacy 600 und 650 haben einen eigenen ICAO-Typcode: E35L. Die Airliner-ERJ 135 läuft als E135. Zeigt ein Dienst bei einem Privatjet trotzdem E135 an, hilft ein Blick auf Kennzeichen und Betreiber. Mehr zum System steht im Beitrag ICAO-Typcodes erklärt.
So erkennst du die Legacy
Wer die ERJ-Familie kennt, hat schon die halbe Miete. Die Legacy übernimmt das Grundlayout fast eins zu eins: zwei Triebwerke am Heck, ein T-Leitwerk, tief angesetzte Flügel und eine auffallend lange, spitze Nase. Der Rumpf ist mit 26,33 Metern genauso lang wie bei der ERJ 135 und für einen Businessjet sehr schlank und gestreckt.
Das wichtigste Erkennungsmerkmal sind die Winglets: Sie biegen sich an den Flügelspitzen deutlich nach oben und vergrößern die Spannweite auf rund 21,2 Meter. Die ERJ 135 und die meisten ERJ 145 im Airline-Dienst haben dagegen gerade Flügelenden – Ausnahme ist die ERJ 145XR, die ebenfalls Winglets trägt, aber rund 3,5 Meter länger ist. Dazu kommt der Kontext: private oder Charter-Kennzeichen, häufig schlichte Businessjet-Lackierungen in Weiß mit Zierstreifen und ein Abstellplatz am General-Aviation-Terminal.
Die Kabinenfenster sind klein und rund und sitzen dicht hintereinander – ein Erbe des Regionaljets. Gulfstream-Jets haben dagegen große ovale Fenster, die du auch auf Distanz sofort erkennst.
Layout prüfen
Hecktriebwerke, T-Leitwerk, lange spitze Nase und ein schlanker, langer Rumpf: Du bist in der ERJ-Familie.
Flügelspitzen ansehen
Nach oben gebogene Winglets am kurzen ERJ-Rumpf sprechen für die Legacy, gerade Flügelenden für ERJ 135 oder 145.
Kontext beachten
Steht der Jet am General-Aviation-Terminal und trägt kein Airline-Design, ist eine Legacy sehr wahrscheinlich.
Kennzeichen bestätigen
Ob 600 oder 650, verrät dir meist nur das Kennzeichen in einer Datenbank oder im Tracking.
Häufige Verwechslungen
Im Businessjet-Segment gibt es viele Muster mit Hecktriebwerken. Die Legacy fällt durch ihre Länge und die spitze Nase auf, trotzdem lohnt ein zweiter Blick.
| Verwechslung | Woran du sie trennst |
|---|---|
| Embraer ERJ 135 | gleicher Rumpf, aber gerade Flügelspitzen ohne Winglets und Airline-Lackierung |
| Embraer ERJ 145 | rund 3,5 m längerer Rumpf, Winglets nur bei der Version 145XR |
| Bombardier Challenger 650 | breiterer, kürzerer Rumpf mit stumpferer Nase |
| Dassault Falcon 2000 | Höhenleitwerk nicht ganz oben am Seitenleitwerk, kein T-Leitwerk |
| Gulfstream G450 | große ovale Fenster, wuchtigerer Rumpf |
| Embraer Praetor 600 | eigenständige, deutlich kürzere Konstruktion mit kompakterer Nase |
Besonders tückisch ist die Abgrenzung zur Embraer Lineage 1000 – allerdings nur auf dem Papier: Beide sind Businessjets aus Embraer-Airlinern, die Lineage basiert aber auf der E190 und hat ihre Triebwerke unter den Flügeln. Wer Businessjets generell sicher auseinanderhalten will, findet im Beitrag Businessjet-Typen unterscheiden einen guten Überblick.
Es ist eine Legacy, wenn …
- ein Jet mit Hecktriebwerken, T-Leitwerk und langer spitzer Nase Winglets trägt und keine Airline-Lackierung hat
- er ein privates oder Charter-Kennzeichen hat und am GA-Terminal steht
- dein Tracking den Code E35L anzeigt
Sieh genauer hin, wenn …
- du den Jet nur von vorn oder hinten siehst und die Winglets nicht erkennst
- ein Regierungs- oder Militärflugzeug im ERJ-Design auftaucht – das kann ERJ 135, ERJ 145 oder Legacy sein
- du 600 und 650 trennen willst – das klappt nur über das Kennzeichen
Es ist keine Legacy, wenn …
- die Flügelspitzen gerade enden und eine Airline-Lackierung drauf ist
- die Triebwerke unter den Flügeln hängen
- große ovale Fenster die Kabine prägen
Betreiber und Einsatz
Die Legacy fliegt vor allem für Privatbesitzer, Unternehmen und Charterfirmen. Ihre Stärken – große Kabine, viel Gepäckraum, solide Reichweite und eine bewährte Technik aus dem Airline-Bereich – machten sie besonders bei Chartergesellschaften beliebt. Die Flugzeuge sind weltweit registriert. In Europa begegnest du ihr unter ganz unterschiedlichen Kennzeichen, oft auch aus kleineren Registern. Warum Businessjets so oft in kleinen Registern stehen, erklärt der Artikel zu Offshore-Registrierungen.
Auch Staaten nutzen den Typ: Die brasilianische Luftwaffe fliegt ihn als VC-99B für Regierungsflüge. Da die Stückzahl mit 289 Flugzeugen überschaubar bleibt und die Maschinen oft den Besitzer wechseln, solltest du Betreiberangaben immer am konkreten Kennzeichen prüfen.
Legacy im Anflug? Du weißt es zuerst
Planetrack benachrichtigt dich per Sichtungs-Alarm, wenn ein beobachteter Typ oder ein bestimmtes Kennzeichen im Anflug ist – praktisch für Businessjets, die keinem festen Flugplan folgen. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.
Spotting-Tipps für die Legacy 600/650
Businessjets fliegen nach Bedarf statt nach Flugplan. Für die Legacy heißt das: Geduld, gutes Timing und der richtige Flughafen.
- Business-Aviation-Hubs wählen. Gute Chancen hast du an Flughäfen mit viel Geschäftsreiseverkehr wie dem Flughafen Genf, dem Flughafen Zürich, Nizza, Paris-Le Bourget oder London-Luton. In Genf ist die Aussichtsterrasse ein guter Startpunkt, Tipps zur Stadt liefert der Spotting-Guide Genf.
- Events im Blick behalten. Messen, Gipfeltreffen und große Sportereignisse bringen viele Businessjets auf einmal. Im Winter lohnen sich Flughäfen in der Nähe der Skiorte, etwa Salzburg.
- Tracking nutzen. Mit dem Filter E35L siehst du, ob eine Legacy unterwegs ist. Wie du gezielt einem Kennzeichen folgst, erklärt der Beitrag Flugzeug nach Kennzeichen verfolgen.
- Seitenansicht anpeilen. Für die sichere Bestimmung brauchst du die Winglets im Bild. Aufnahmen im Anflug schräg von der Seite oder beim Rollen zeigen sie am besten.
- Brennweite einplanen. Mit gut 26 Metern ist die Legacy zwar größer als viele Businessjets, im Vergleich zu Airlinern aber trotzdem klein. Ein Telezoom bis 400 mm ist am GA-Vorfeld oft Gold wert.
Wer sich generell für Geschäftsreiseflugzeuge interessiert, findet im Guide Businessjets spotten weitere Tipps, und im Artikel General Aviation spotten geht es um die kleineren Muster am GA-Vorfeld.
Privatsphäre respektieren
Businessjets gehören oft Privatpersonen. Fotografiere die Flugzeuge, nicht die Passagiere, und bleib auf öffentlich zugänglichen Flächen. An GA-Terminals sind Absperrungen und Hinweisschilder verbindlich.
Zwei Ereignisse, die die Legacy bekannt machten
Die Legacy 600 tauchte zweimal in den Weltnachrichten auf. Am 29. September 2006 kollidierte eine fabrikneue Legacy auf ihrem Überführungsflug über dem Amazonasgebiet mit einer Boeing 737-800 der brasilianischen GOL. Die Boeing stürzte ab, alle 154 Menschen an Bord kamen ums Leben. Die Legacy wurde beschädigt, landete aber sicher auf einem Luftwaffenstützpunkt. Als Ursachen nannten die Untersuchungen unter anderem eine falsche Flughöhe und einen nicht aktiven Transponder der Legacy.
Am 23. August 2023 stürzte eine Legacy 600 in Russland im Gebiet Twer ab. Unter den zehn Toten war nach Angaben russischer Behörden der Chef der Wagner-Gruppe. Embraer erklärte damals, das Flugzeug wegen der Sanktionen seit 2019 nicht mehr betreut zu haben.
Warum Embraer die Legacy 650 einstellte
Im August 2020 gab Embraer bekannt, die Legacy 650 nicht mehr zu verkaufen. Bis Ende 2020 waren insgesamt 289 Legacy 600 und 650 entstanden. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich das Businessjet-Programm des Herstellers längst neu aufgestellt: Mit der Phenom 300 und der Praetor 600 setzte Embraer auf eigenständige Konstruktionen, die nicht mehr von einem Regionaljet abstammen. Die Legacy 600/650 bleibt damit das Kapitel, in dem Embraer mit einem umgebauten Airliner in den Markt der großen Businessjets einstieg – erfolgreich genug, um bis heute an vielen Flughäfen zu stehen.
Bereit für die Legacy-Jagd?
- Ich weiß, dass die Legacy im Tracking als E35L läuft.
- Ich trenne Legacy und ERJ 135 sicher über die Winglets.
- Ich habe einen Flughafen mit viel Business Aviation ausgewählt.
- Ich kenne einen öffentlich zugänglichen Spot mit Blick auf das GA-Vorfeld oder die Piste.
- Ich prüfe das Kennzeichen, um 600 und 650 zu unterscheiden.
Fazit
Die Embraer Legacy 600/650 ist ein Businessjet mit Airline-Vergangenheit: der Rumpf der ERJ 135, ergänzt um Winglets, Zusatztanks und eine Kabine für rund 13 bis 14 Gäste. Mit 289 gebauten Exemplaren ist sie kein Massenprodukt, an Business-Aviation-Flughäfen aber ein regelmäßiger Gast. Für Spotter ist sie eine schöne Übung im genauen Hinsehen – und ein Typ, der im Hangar neben der ERJ 135 eine eigene Zeile verdient.
Kurzfazit
Hecktriebwerke, T-Leitwerk, lange spitze Nase und nach oben gebogene Winglets: Das ist die Legacy 600 oder 650. Ohne Winglets ist es eine ERJ 135 oder 145, mit Winglets und deutlich längerem Rumpf eine ERJ 145XR. Im Tracking steht sie als E35L, und 600 oder 650 klärst du über das Kennzeichen.
Zusammenfassung
- Die Embraer Legacy 600/650 (offiziell EMB-135BJ) ist ein zweistrahliger Businessjet, den Embraer aus dem Regionaljet ERJ 135 abgeleitet hat.
- Gegenüber der ERJ 135 hat sie Winglets, zusätzliche Treibstofftanks, eine höhere Dienstgipfelhöhe von 41.000 Fuß und eine Business-Kabine für meist 13 bis 14 Gäste.
- Die Legacy 650 bringt stärkere AE-3007A2-Triebwerke, ein höheres Startgewicht und rund 3.900 NM Reichweite; außen sieht sie der 600 praktisch gleich.
- Zwischen 2002 und 2020 entstanden 289 Exemplare. Heute fliegen sie bei Privatbesitzern, Charterfirmen und einigen Staaten – an großen Business-Aviation-Plätzen in Europa sind sie keine Seltenheit.
Häufige Fragen
Was ist die Embraer Legacy 600?
Ein zweistrahliger Businessjet des brasilianischen Herstellers Embraer. Technisch basiert er auf dem Regionaljet ERJ 135, hat aber Winglets, zusätzliche Tanks und eine Business-Kabine. Die offizielle Typbezeichnung lautet EMB-135BJ, Legacy 600 ist der Marktname. Der Jet kam 2002 auf den Markt.
Was ist der Unterschied zwischen Legacy 600 und Legacy 650?
Die Legacy 650 hat stärkere Rolls-Royce-AE-3007A2-Triebwerke, ein höheres maximales Startgewicht von 24.300 statt 22.500 Kilogramm und mehr Treibstoff. Damit steigt die Reichweite von rund 3.400 auf rund 3.900 nautische Meilen. Dazu kommt das modernisierte Honeywell-Cockpit Primus Elite. Von außen sind beide Versionen kaum zu unterscheiden.
Welchen ICAO-Typcode hat die Legacy 600?
Legacy 600 und 650 laufen unter E35L. Unter diesem Code stehen in der ICAO-Liste auch die brasilianische Militärversion VC-99B und die in China montierten Legacy 650. Die Airliner-Version ERJ 135 hat dagegen den Code E135.
Wie unterscheide ich Legacy 600 und ERJ 135?
Am einfachsten über die Winglets: Die Legacy trägt nach oben gebogene Flügelspitzen, die ERJ 135 im Airline-Dienst endet mit geraden Flügeln. Aufpassen musst du nur bei der längeren ERJ 145XR, die ebenfalls Winglets hat. Hinzu kommen Privat- oder Charterkennzeichen, Businessjet-Lackierungen und der Abstellplatz am General-Aviation-Terminal. Rumpflänge, Nase und Hecktriebwerke sind dagegen nahezu gleich.
Wie viele Passagiere passen in eine Legacy 600?
In der typischen Business-Ausstattung reisen 13 bis 14 Passagiere in mehreren Kabinenzonen. Die Sonderversion Legacy Shuttle mit Airliner-Bestuhlung bot 19 bis 37 Sitze, verzichtete aber auf die Zusatztanks und damit auf die große Reichweite.
Wird die Legacy 650 noch gebaut?
Nein. Embraer hat im August 2020 angekündigt, die Legacy 650 nicht mehr zu verkaufen. Insgesamt wurden 289 Legacy 600 und 650 gebaut. Viele davon fliegen heute bei Privatbesitzern und Charterfirmen.
Wo kann ich die Legacy 600 spotten?
Überall dort, wo viel Business Aviation unterwegs ist: an Flughäfen wie Genf, Zürich, Nizza, Paris-Le Bourget oder London-Luton, bei großen Messen und Sportereignissen sowie im Winter an Zielen in den Alpen. Ein Blick ins Tracking mit dem Filter E35L zeigt dir, ob gerade eine Legacy unterwegs ist.
Welche Legacy war 2006 an der Kollision mit Gol-Flug 1907 beteiligt?
Am 29. September 2006 stieß eine fabrikneue Legacy 600 eines US-Betreibers über dem brasilianischen Bundesstaat Mato Grosso mit einer Boeing 737-800 der Gol zusammen. Die Boeing stürzte ab, alle 154 Menschen an Bord starben. Die beschädigte Legacy landete auf einem Luftwaffenstützpunkt, ihre Insassen überlebten.
Embraer Legacy 600/650 sammeln statt nur sehen
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