Das Wichtigste in Kürze
- ExpressJet ist eine historische US-Regionalairline: Der Linienbetrieb endete 2020 bei United Express, 2022 stellte auch der Ableger aha! den Flugbetrieb ein.
- Die Wurzeln liegen bei Continental Express: Ab 1987 flog das Unternehmen für Continental, 1995 kam der Name ExpressJet.
- Embraer-Pionier: Laut ExpressJet wählte Embraer die Airline 1996 als weltweiten Erstkunden seiner Regionaljets.
- Nach der Fusion mit Atlantic Southeast galt ExpressJet Ende 2011 als größte Regionalairline der Welt – mit mehr als 400 Flugzeugen.
- Codes: zuletzt IATA EV, ICAO ASQ, Rufzeichen ACEY; die Original-ExpressJet nutzte XE, BTA und JET LINK.
Inhaltsverzeichnis
- 1.ExpressJet im Überblick
- 2.Von Continental Express zu ExpressJet
- 3.Eigene Marke, Delta und United: die Jahre 2007 bis 2010
- 4.Fusion mit Atlantic Southeast: die größte Regionalairline der Welt
- 5.Codes und Rufzeichen: Achtung, Wechsel
- 6.Die Flotte: Embraer-Regionaljets und Bombardier-CRJ
- 7.ERJ oder CRJ? So unterscheidest du die beiden Familien
- 8.Das Ende bei United und der Neustart als aha!
- 9.Woran du ExpressJet erkennst
- 10.Ehemalige ExpressJet-Jets heute spotten
- 11.Häufige Verwechslungen
- 12.Fazit
Steckbrief
| IATA-Code | EV |
|---|---|
| ICAO-Code | ASQ |
| Rufzeichen | ACEY |
| Drehkreuze | IAH, EWR, CLE |
| Status | Historisch – Linienbetrieb 2022 eingestellt, Insolvenz im August 2022 |
| Geschäftsmodell | Regionalairline im Auftrag großer Netzwerk-Airlines (Capacity Purchase), zuletzt eigene Marke aha! |
| Betrieb | Ab 1987 als Continental Express, Name ExpressJet ab 1995 |
| Letzter Sitz | College Park bei Atlanta, Georgia (vorher Houston, Texas) |
| Partner | Continental Express, United Express, zeitweise Delta Connection und American Eagle |
| Eigentümer | Continental, ab 2002 börsennotiert, ab 2010 SkyWest, ab 2019 ManaAir (KAir Enterprises und United) |
| Wichtigste Drehkreuze | Houston (IAH), Newark (EWR) und Cleveland (CLE) in der Continental-Zeit |
| Flottentypen | Embraer ERJ 135, ERJ 145 und ERJ 145XR, Bombardier CRJ200, CRJ700 und CRJ900 |
| Codes | IATA EV, ICAO ASQ, Rufzeichen ACEY (2011–2022); vorher XE, BTA und JET LINK |
Woran du die Airline erkennst
Ist das wirklich ExpressJet Airlines?
- In der Continental-Zeit: Regionaljets in Continental-Express-Bemalung mit dem Globus am Leitwerk
- Ab 2010 Embraer- und CRJ-Jets mit dem Schriftzug „United Express“ in United-Optik
- Bei den CRJ für Delta: Bemalung als Delta Connection, ab 2012 auch Jets als American Eagle
- Typischer Typ: die schlanke Embraer ERJ 145 mit Hecktriebwerken und T-Leitwerk
- Auf Trackern ab Ende 2011 ASQ und Rufzeichen ACEY, davor BTA und JET LINK
- US-Kennzeichen mit N am Heck – über das Kennzeichen lässt sich die ExpressJet-Vergangenheit heute nachverfolgen
Wenn du in den 2000er- und 2010er-Jahren an einem großen US-Flughafen standest, hast du ExpressJet fast sicher gesehen – nur nicht unter diesem Namen. Die Airline flog als Continental Express, als United Express und zeitweise als Delta Connection oder American Eagle, und nach der Fusion mit Atlantic Southeast war sie nach eigener Aussage die größte Regionalairline der Welt. Heute fliegt ExpressJet nicht mehr. Diese Seite ordnet die Geschichte ein, erklärt die verwirrenden Codes und zeigt dir, wie du ehemalige ExpressJet-Flugzeuge in deinen Sichtungen erkennst.
Die Geschichte hinter jedem Kennzeichen
Mit Planetrack hältst du jede Sichtung mit Kennzeichen, Typ, Airline und Spot fest – so bleibt auch ein ehemaliger ExpressJet-Jet in deinem Hangar eindeutig zuzuordnen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
ExpressJet im Überblick
ExpressJet war eine US-amerikanische Regionalairline, die fast ihr ganzes Leben lang im Auftrag größerer Gesellschaften flog. Das Prinzip heißt in den USA Capacity Purchase: Die große Airline legt Flugplan und Preise fest, verkauft die Tickets unter eigener Flugnummer und bezahlt die Regionalairline für Flugzeuge, Crews und Betrieb. Für Passagiere stand deshalb meistens „Continental Express“ oder „United Express“ auf der Bordkarte – ExpressJet stand allenfalls im Kleingedruckten.
Der Flugbetrieb ist Geschichte: Am 30. September 2020 endete die Arbeit für United, und der Neustart unter der eigenen Marke aha! endete im August 2022 mit der Einstellung des Flugbetriebs und einem Insolvenzverfahren. Wenn du heute „ExpressJet“ in einem Logbuch, in einer Fotodatenbank oder in der Historie eines Kennzeichens liest, geht es also immer um die Vergangenheit.
Von Continental Express zu ExpressJet
Die Wurzeln führen in die 1980er-Jahre. Continental Express entstand aus mehreren kleinen Zubringer-Airlines, die zur Continental-Gruppe gehörten: Britt Airways aus Terre Haute in Indiana, außerdem Bar Harbor Airlines, Provincetown-Boston Airlines und Rocky Mountain Airways. Ab 1987 flog das Unternehmen auf Basis des Betreiberzeugnisses von Britt als Continental Express – zunächst vor allem mit Turboprops.
Mitte der 1990er-Jahre begann der Umstieg auf Düsenflugzeuge, und mit ihm kam 1995 der neue Name ExpressJet. Ein wichtiger Meilenstein: Laut den Börsenunterlagen der ExpressJet Holdings wählte Embraer das Unternehmen 1996 als weltweiten Erstkunden seiner Regionaljets aus. Bis Dezember 2002 hatte ExpressJet alle Turboprops abgegeben und war eine reine Jet-Airline.
Im April 2002 brachte Continental Airlines die ExpressJet Holdings an die Börse und reduzierte schrittweise den eigenen Anteil. Am Betrieb änderte das wenig: Ende 2003 flog ExpressJet mit 224 Regionaljets bis zu 1.100 Abflüge am Tag zu 130 Zielen – als Zubringer an Continentals Drehkreuzen Houston, Newark und Cleveland. Sitz war damals Houston in Texas.
Alte Fotos richtig beschriften
Ein Regionaljet in Continental-Express-Bemalung aus den Jahren ab 1995 wurde in aller Regel von ExpressJet geflogen. Notiere in deinem Archiv Marke und durchführende Airline getrennt – das macht alte Sichtungen später viel leichter auffindbar. Wie du Sichtungen mit Tracker-Daten abgleichst, zeigt der Guide Sichtungen mit ADS-B-Logs abgleichen.
Eigene Marke, Delta und United: die Jahre 2007 bis 2010
Als Continental weniger Kapazität abnahm, versuchte ExpressJet etwas Neues: Vom 2. April 2007 bis zum 2. September 2008 flog die Airline unter eigenem Namen Punkt-zu-Punkt-Strecken, gestartet mit 42 Flugzeugen. Der größte Standort lag in Ontario in Kalifornien, ein weiterer Schwerpunkt in New Orleans. Die stark gestiegenen Ölpreise beendeten das Experiment nach rund anderthalb Jahren.
Parallel flog ExpressJet 2007 und 2008 auch kurz als Delta Connection, ab 2009 dann zunächst mit wenigen Flugzeugen als United Express. Für Spotter ist das eine spannende Phase: Dieselben ERJ 145 tauchten in kurzer Zeit in Continental-, Delta-, United- und eigenen Farben auf.
Fusion mit Atlantic Southeast: die größte Regionalairline der Welt
Im November 2010 übernahm SkyWest, Inc. – die Muttergesellschaft von SkyWest Airlines – ExpressJet und führte sie mit der eigenen Tochter Atlantic Southeast Airlines (ASA) zusammen. ASA war seit 1979 im Geschäft, saß in College Park bei Atlanta und flog vor allem als Delta Connection mit Bombardier-CRJ.
Im November 2011 genehmigte die US-Luftfahrtbehörde FAA das gemeinsame Betreiberzeugnis. Zum 31. Dezember 2011 verschwand der Name ASA, und die vereinte Airline flog nur noch als ExpressJet. SkyWest beschrieb das Ergebnis als größte Regionalairline der Welt mit mehr als 400 Flugzeugen und über 2.350 Flügen pro Tag. Die Beschäftigten hatten sich zuvor dafür entschieden, den Namen ExpressJet zu behalten – die Codes aber kamen von ASA. Der Sitz wanderte nach College Park.
| Zeitraum | Eigentümer | Wichtigster Auftraggeber | Codes (IATA / ICAO / Rufzeichen) |
|---|---|---|---|
| 1987–2002 | Continental | Continental Express | XE / BTA / JET LINK |
| 2002–2010 | börsennotierte Holding | Continental Express, ab 2009 auch United Express | XE / BTA / JET LINK |
| 2010–2019 | SkyWest, Inc. | United Express, Delta Connection, 2012–2019 auch American Eagle | ab Ende 2011: EV / ASQ / ACEY |
| 2019–2020 | ManaAir (KAir Enterprises, United) | United Express | EV / ASQ / ACEY |
| 2021–2022 | KAir Enterprises (ab Juni 2022 allein) | eigene Marke aha! | EV / ASQ / ACEY |
Für Delta flog ExpressJet nach der Fusion noch einige Jahre CRJ. Im August 2017 kündigte Delta den Vertrag, die CRJ900 wechselten zur Delta-Tochter Endeavor Air. Ab November 2012 flog ExpressJet außerdem als American Eagle für American Airlines; diesen Vertrag beendete American zum Januar 2019. Damit war ExpressJet wieder ganz auf United Airlines ausgerichtet.
Codes und Rufzeichen: Achtung, Wechsel
Bei kaum einer Airline sind die Codes so verwirrend wie bei ExpressJet, weil zwei Gesellschaften zusammenwuchsen:
- Bis 2011 (Original-ExpressJet): IATA XE, ICAO BTA, Rufzeichen JET LINK.
- Ab Ende 2011 bis 2022: IATA EV, ICAO ASQ, Rufzeichen ACEY – alles übernommen von Atlantic Southeast.
Die IATA-Codes spielten im Alltag ohnehin eine Nebenrolle: Gebucht wurde unter CO, UA, DL oder AA, also mit der Flugnummer des Auftraggebers. Im Funk und im Flugplan der Flugsicherung tauchten dagegen BTA bzw. ASQ auf. Wer heute historische ADS-B-Daten oder alte Funkmitschnitte auswertet, muss deshalb beide Code-Generationen kennen. Mehr zum Lesen solcher Daten findest du im Guide zur Flugverfolgung für Spotter.
Achtung Verwechslung
ASQ und „ACEY“ wirken wie zufällige Buchstaben, stammen aber aus der Zeit von Atlantic Southeast. Siehst du sie in Daten vor 2012, war ASA unterwegs – nicht die Houstoner ExpressJet.
Die Flotte: Embraer-Regionaljets und Bombardier-CRJ
Die Flotte erzählt die Geschichte der Airline. In der Continental-Zeit bestand sie aus Embraers erster Regionaljet-Familie: der ERJ 135 mit 37 Sitzen, der ERJ 145 mit 50 Sitzen und der ERJ 145XR mit größerer Reichweite. Laut ExpressJet waren Ende 2003 bereits 54 Exemplare der XR im Bestand; mit ihnen öffnete Continental neue Strecken ab Newark und Houston.
Mit Atlantic Southeast kamen die Bombardier-Jets dazu. Anfang 2011 hatte ASA 168 Flugzeuge: 112 CRJ200, 46 CRJ700 und 10 CRJ900. Mit dem Eigentümerwechsel 2019 sagte United zudem 25 Embraer E175 zu. Gegen Ende schrumpfte die Flotte wieder auf den Ausgangspunkt: Im August 2020 flog ExpressJet ausschließlich ERJ 145, insgesamt 101 Stück, von denen pandemiebedingt viele abgestellt waren.
| Typ | Sitze (typisch) | Zeitraum bei ExpressJet | Spotter-Hinweis |
|---|---|---|---|
| Embraer ERJ 135 | 37 | Continental-Zeit | Sichtbar kürzerer Rumpf als die 145 |
| Embraer ERJ 145 | 50 | durchgehend bis 2022 | Das Arbeitspferd, auch bei aha! |
| ERJ 145XR | 50 | ab 2002 | Mehr Reichweite, erkennbar u. a. an Winglets |
| Bombardier CRJ200 | 50 | nach ASA-Fusion | Kurzer CRJ, sitzt niedrig über dem Boden |
| Bombardier CRJ700 | 65–70 | nach ASA-Fusion | Gestreckter CRJ, vor allem für Delta |
| Bombardier CRJ900 | 76 | bis 2017/18 | Ging an Endeavor Air |
| Embraer E175 | 76 | 2019 von United zugesagt | Größere E-Jet-Generation |
Dir fehlt noch eine ERJ 145?
Setz die ERJ 145 auf die Wunschliste in deinem Hangar und lass dich per Sichtungs-Alarm benachrichtigen, wenn ein Typ oder ein bestimmtes Kennzeichen in deiner Nähe anfliegt oder landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.
ERJ oder CRJ? So unterscheidest du die beiden Familien
Auf Fotos aus der ExpressJet-Zeit begegnen dir vor allem zwei Familien, die Einsteiger gern verwechseln: Beide haben die Triebwerke hinten am Rumpf und ein T-Leitwerk. Ein paar Details helfen dir weiter – ausführlich erklärt im Guide Regionaljets erkennen.
Das spricht für die Embraer ERJ
- Sehr schlanker, langer Rumpf mit spitzer Nase
- Kabine mit einer Sitzreihe links und zwei rechts
- Auf Trackern als E135, E145 oder E45X geführt
Das spricht für die Bombardier CRJ
- Etwas rundlicherer Rumpf mit kürzerer Nase
- Je zwei Sitze auf beiden Seiten des Gangs
- Kleine, nach oben gebogene Winglets an den Flügeln
- Auf Trackern als CRJ2, CRJ7 oder CRJ9 geführt
Das Ende bei United und der Neustart als aha!
Anfang 2019 verkaufte SkyWest ExpressJet an ManaAir, ein Gemeinschaftsunternehmen von KAir Enterprises (Mehrheit) und United Airlines (Minderheit). Im Februar 2020 bündelte United weitere ERJ 145 bei ExpressJet, die damit nach Wikipedia-Angaben zum weltgrößten Betreiber dieses Typs wurde. Dann kam die Pandemie.
Am 30. Juli 2020 entschied United, alle ERJ-145-Flüge bei CommutAir zu konzentrieren, und bat ExpressJet um den Ausstieg. Ursprünglich wollte die Airline noch bis zum Jahresende fliegen, zog das Ende dann aber vor: Der letzte Linienflug, UA4001 aus Memphis, landete am 30. September 2020 in Houston. Nach Branchenberichten waren rund 2.500 Beschäftigte von Kündigung oder Freistellung betroffen.
Ein Jahr später versuchte ExpressJet den Neustart unter eigener Marke: aha!, kurz für „air, hotel, adventure“. Ab Reno-Tahoe flog die Airline ab dem 24. Oktober 2021 mit 50-sitzigen ERJ 145 nonstop zu Zielen im Westen der USA, der erste Linienflug ging nach Pasco im Bundesstaat Washington. Das Konzept, Flug und Hotel im Paket zu verkaufen, kam nicht in Gang. Fehlende Flugzeuge, schwache Einnahmen und hohe Treibstoffkosten führten dazu, dass ExpressJet im August 2022 den Flugbetrieb einstellte und Gläubigerschutz nach Chapter 11 beantragte, verbunden mit einer Liquidation. Ein späterer Plan, als Charterairline mit einer einzelnen Boeing 777 zurückzukehren, wurde nie umgesetzt; Ende 2024 verlor ExpressJet das Betreiberzeugnis.
1987–1995
Continental Express mit Turboprops, Betrieb unter dem Zeugnis von Britt Airways.
1995–2010
Name ExpressJet, Embraer-Regionaljets, ab 2002 börsennotiert.
2010–2019
SkyWest-Tochter, Fusion mit ASA, über 400 Flugzeuge.
2019–2022
ManaAir, Ende bei United 2020, aha! bis August 2022.
Woran du ExpressJet erkennst
Eine eigene, dauerhafte Bemalung gab es kaum – das ist der wichtigste Punkt. ExpressJet erkennst du deshalb über den Kontext:
- Continental-Express-Farben mit dem Globus am Leitwerk auf ERJ 135 und 145: In der Zeit ab 1995 fast immer ExpressJet.
- „United Express“-Schriftzug auf Embraer- und CRJ-Jets zwischen 2009 und 2020: Möglicherweise ExpressJet, aber auch SkyWest, Republic, CommutAir und andere flogen so. Hier hilft nur das Kennzeichen.
- Delta-Connection-CRJ mit ASQ im Flugplan: ExpressJet nach der Fusion.
- ERJ 145 mit aha!-Branding in Reno: der Schlusspunkt 2021/22.
Marke ist nicht Betreiber
Gerade bei United Express flogen mehrere Airlines im selben Look. Eine Sichtung ist erst dann eindeutig, wenn du das Kennzeichen notierst und mit dem ICAO-Code im Tracker abgleichst. Wie Kennzeichen aufgebaut sind, erklärt Flugzeug-Kennzeichen verstehen.
Ehemalige ExpressJet-Jets heute spotten
Da ExpressJet nicht mehr fliegt, geht es heute um Spurensuche. Viele Regionaljets gehörten ohnehin den Auftraggebern und wurden bei anderen Betreibern weitergeflogen, abgestellt oder zerlegt. Wenn du in den USA eine ERJ 145 oder einen CRJ fotografierst, lohnt sich ein Blick in die Historie des N-Kennzeichens: Dort taucht ExpressJet oder Continental Express häufig als früherer Betreiber auf. Wie du so etwas recherchierst, zeigen Flugzeugalter herausfinden und Ein Flugzeug per Kennzeichen verfolgen.
Gute Gelegenheiten für Regionaljets in United-Farben bieten die großen United-Drehkreuze, etwa Newark, Chicago O’Hare oder Washington Dulles. Wenn du eine Spotting-Reise planst, helfen dir die Tipps für eine Planespotting-Reise in die USA und der Überblick zu den Regeln fürs Spotten in den USA.
Gute Chancen auf Ex-ExpressJet-Spuren, wenn …
- du ERJ 145 oder CRJ200 an US-Drehkreuzen fotografierst
- du alte Fotos aus Houston, Newark, Cleveland oder Atlanta sortierst
- du die Kennzeichen-Historie nachschlägst
Prüf es genau, wenn …
- ein United-Express-Jet ohne lesbares Kennzeichen auf dem Foto ist
- die Daten aus 2011 oder 2012 stammen, als die Codes wechselten
Kein ExpressJet, wenn …
- die Sichtung nach August 2022 als ExpressJet-Flug eingetragen werden müsste
Häufige Verwechslungen
- ExpressJet für eine aktive Airline halten – seit August 2022 gibt es keinen Flugbetrieb mehr.
- Jeden United-Express-Jet ExpressJet zuschreiben – mehrere Regionalairlines flogen in derselben Optik.
- EV und XE vermischen – XE/BTA gehören zur Original-ExpressJet, EV/ASQ zur Zeit nach der ASA-Fusion.
- ASA-Daten vor 2012 als ExpressJet notieren – ASQ war bis Ende 2011 der Code von Atlantic Southeast.
- ERJ 145 und CRJ200 verwechseln – Sitzanordnung, Nase und Winglets unterscheiden sich deutlich.
- ExpressJet mit SkyWest Airlines gleichsetzen – SkyWest war nur Mutterkonzern, die Airlines blieben getrennt.
Regionaljets im Blick behalten
Beobachte Typen wie die ERJ 145 oder einzelne Kennzeichen, werde bei Anflug und Landung benachrichtigt und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen, Airline und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
ExpressJet war eine der größten Regionalairlines, die kaum jemand beim Namen kannte. Von Continental Express über die Fusion mit Atlantic Southeast bis zum kurzen Kapitel aha! hat sie die Regionalluftfahrt der USA über drei Jahrzehnte mitgeprägt – und als Embraer-Erstkunde auch die Entwicklung der 50-sitzigen Regionaljets. Für Spotter lebt sie vor allem in Kennzeichen-Historien und alten Fotos weiter.
Kurzfazit
ExpressJet (zuletzt IATA EV, ICAO ASQ) ist eine historische US-Regionalairline: ab 1987 Continental Express, Ende 2011 nach SkyWest-Angaben größte Regionalairline der Welt, Ende bei United 2020 und als aha! 2022. Zuordnen kannst du ihre Flugzeuge heute nur noch über das Kennzeichen.
Zusammenfassung
- ExpressJet war jahrzehntelang eine der wichtigsten Regionalairlines der USA, trat aber kaum unter eigenem Namen auf – sie flog als Continental Express, United Express, Delta Connection und American Eagle.
- Für Spotter ist der Name vor allem in alten Fotos, Logbüchern und Kennzeichen-Historien relevant: Viele Embraer-Regionaljets der USA haben eine ExpressJet-Vergangenheit.
- Codes sind bei ExpressJet tückisch, weil sich IATA-Code, ICAO-Code und Rufzeichen mit der ASA-Fusion 2011 komplett geändert haben.
- Mit der Pandemie verlor ExpressJet 2020 den United-Vertrag; der Neustart als aha! in Reno hielt nur von Oktober 2021 bis August 2022.
Häufige Fragen
Gibt es ExpressJet Airlines noch?
Nein, nicht als fliegende Airline. Am 30. September 2020 endete der Betrieb als United Express. Ab Oktober 2021 flog ExpressJet unter der Marke aha! ab Reno, stellte den Flugbetrieb aber im August 2022 ein und beantragte Gläubigerschutz nach Chapter 11 mit anschließender Liquidation. Ein späterer Plan, als Charterairline mit einer Boeing 777 neu zu starten, wurde nicht umgesetzt; das Luftverkehrsbetreiberzeugnis wurde Ende 2024 widerrufen.
Welchen IATA- und ICAO-Code hatte ExpressJet?
Das hängt vom Zeitraum ab. Die ursprüngliche ExpressJet aus Houston nutzte IATA XE, ICAO BTA und das Rufzeichen „JET LINK“. Nach der Verschmelzung mit Atlantic Southeast Airlines Ende 2011 übernahm ExpressJet deren Codes: IATA EV, ICAO ASQ und Rufzeichen „ACEY“ – bis zum Ende 2022.
War ExpressJet wirklich die größte Regionalairline der Welt?
Nach eigener Darstellung ja. Als ASA und ExpressJet zum 31. Dezember 2011 unter einem gemeinsamen Luftverkehrsbetreiberzeugnis zusammengingen, sprach Mutterkonzern SkyWest von der größten Regionalairline der Welt mit mehr als 400 Flugzeugen und über 2.350 Flügen am Tag. Das ist eine Unternehmensangabe, keine unabhängige Rangliste.
Was hat ExpressJet mit Continental Express zu tun?
Sehr viel: ExpressJet war Continental Express. Ab 1987 flog das Unternehmen unter dieser Marke für Continental Airlines, 1995 erhielt es den Namen ExpressJet. 2002 brachte Continental die Holding an die Börse, die Flüge liefen aber weiter als Continental Express von Houston, Newark und Cleveland aus.
Welche Flugzeuge flog ExpressJet?
Der Kern war die Embraer-Familie mit 50 und weniger Sitzen: ERJ 135, ERJ 145 und die Langstreckenversion ERJ 145XR. Mit Atlantic Southeast kamen Bombardier CRJ200, CRJ700 und CRJ900 hinzu; 2019 sagte United außerdem Embraer E175 zu. Im August 2020 bestand die Flotte nur noch aus ERJ 145, für aha! waren am Ende nur noch eine Handvoll davon im Einsatz.
Was war aha!?
aha! – kurz für „air, hotel, adventure“ – war die eigene Marke von ExpressJet ab Reno-Tahoe. Ab dem 24. Oktober 2021 flog sie mit 50-sitzigen ERJ 145 zu Zielen im Westen der USA, der erste Linienflug ging nach Pasco im Bundesstaat Washington. Die Idee, Flug und Hotel zu bündeln, ging nicht auf; im August 2022 war Schluss.
Warum musste ExpressJet aufgeben?
United Airlines entschied sich am 30. Juli 2020, die ERJ-145-Flüge bei CommutAir zu bündeln. In der Pandemie brauchte United weniger Kapazität, und ExpressJet verlor damit ihren einzigen Kunden. Der letzte United-Express-Flug landete am 30. September 2020 in Houston. Der Neustart mit aha! scheiterte 2022 an fehlenden Flugzeugen, schwachen Einnahmen und hohen Treibstoffkosten.
Kann ich ehemalige ExpressJet-Flugzeuge noch sehen?
Ja, aber unter anderem Namen. ExpressJet besaß die Flugzeuge oft nicht selbst, viele Jets gehörten den Auftraggebern und flogen später bei anderen Betreibern weiter. Wenn du einen US-Regionaljet fotografierst, lohnt sich ein Blick in die Kennzeichen-Historie: Gut möglich, dass dort Continental Express oder ExpressJet als früherer Betreiber auftaucht.
ExpressJet Airlines im Blick behalten
Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Flugzeugtypen in der Flotte
Embraer ERJ 145
Lange Nase, Hecktriebwerke, T-Leitwerk und drei Sitze pro Reihe: Die ERJ 145 ist das 50-sitzige Grundmodell der ERJ-Familie und Embraers Durchbruch bei den Jets – mit über 1.200 gebauten Familienmitgliedern.
FlugzeugtypEmbraer ERJ 135
Der kürzeste Jet der ERJ-Familie: Die ERJ 135 ist eine um rund 3,5 Meter gekürzte ERJ 145 mit 37 Sitzen, Hecktriebwerken und T-Leitwerk – und die Basis für den Businessjet Legacy 600.
FlugzeugtypBombardier CRJ100/CRJ200
Klein, schlank, Triebwerke am Heck: Der CRJ100/200 war der erste Canadair Regional Jet und startete 1992 bei Lufthansa CityLine. In Europa ist er fast verschwunden, in den USA fliegt er noch – so erkennst du den 50-Sitzer sicher.
FlugzeugtypBombardier CRJ700
Der CRJ700 ist der Ur-Typ der gestreckten CRJ-Familie: rund 32 Meter lang, um die 70 Sitze, Triebwerke am Heck. Bei Lufthansa CityLine ist er seit 2015 Geschichte, in den USA fliegt er weiter. So trennst du ihn sicher vom längeren CRJ900.
FlugzeugtypBombardier CRJ900
Schlanker Rumpf, Triebwerke am Heck, T-Leitwerk obendrauf: Der CRJ900 war jahrelang das Arbeitspferd im Lufthansa-Zubringerverkehr. Seit dem Aus der CityLine ist er in Deutschland selten geworden – so erkennst du ihn trotzdem sicher.
FlugzeugtypEmbraer E175
Der kleine E-Jet mit der großen US-Karriere: Die E175 fliegt mit rund 76 bis 88 Sitzen in 2+2-Kabine, ist Embraers Bestseller und in Europa vor allem bei KLM Cityhopper und LOT zu sehen.
Weitere Airlines
Continental Airlines
Historische US-Netzwerkairline: 1934 als Varney Speed Lines gegründet, später mit Drehkreuzen in Newark, Houston, Cleveland und Guam – und seit der Fusion 2010 bis 2012 in United aufgegangen, deren Globus-Design von Continental stammt.
NetzwerkUnited Airlines
Die US-Netzwerk-Airline mit dem Globus am Leitwerk: Wurzeln bis 1926, Sitz in Chicago, Gründungsmitglied der Star Alliance und in Europa vor allem mit 767, 777 und 787 unterwegs.
RegionalSkyWest Airlines
Die größte Regionalairline der USA aus St. George in Utah: über 500 Embraer E175 und Bombardier CRJ, die in den Farben von United Express, Delta Connection, American Eagle und Alaska fliegen – aber fast nie unter eigenem Namen.
RegionalCommuteAir
Die Regionalairline aus Ohio fliegt seit 1989 Zubringer für große US-Airlines und ist heute der einzige Betreiber der Embraer ERJ145 im Netz von United Express – mit Schwerpunkt Washington-Dulles und Houston.
NetzwerkDelta Air Lines
Die US-Netzwerk-Airline aus Atlanta: 1925 als Schädlingsbekämpfer gestartet, Gründungsmitglied von SkyTeam und mit rund 1.000 Flugzeugen eine der größten Airlines der Welt – in Deutschland vor allem in Frankfurt und München zu sehen.
RegionalEndeavor Air
Die Regionalairline aus Minneapolis, die komplett Delta gehört: früher Express Airlines I und Pinnacle Airlines, heute Endeavor – mit einer reinen CRJ-Flotte, die als Delta Connection unterwegs ist.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Embraer
Vom Zubringer-Turboprop Bandeirante zum E195-E2 mit 146 Sitzen: Embraer aus São José dos Campos gilt nach Airbus und Boeing als dritte große Kraft im Verkehrsflugzeugbau – und baut nebenbei Businessjets, den Militärtransporter C-390 und den Super Tucano. Hier erfährst du, wie du die Familien auseinanderhältst und wo du sie in Europa vor die Linse bekommst.
HerstellerBombardier
Bombardier hat den Regionaljet in Europa populär gemacht, die heutige A220 entwickelt und Learjet, Canadair und de Havilland Canada unter einem Dach vereint. Heute baut der Konzern aus Montreal nur noch Businessjets – und die siehst du an Genf, Le Bourget oder Nizza öfter, als du denkst.
FlughafenFlughafen Newark Liberty
Der älteste Großflughafen der Region New York und das Ostküsten-Drehkreuz von United Airlines: drei Bahnen am Ufer der Newark Bay, ein Terminal nur für United, ein neues Terminal A seit 2023 – und die Skyline von Manhattan im Hintergrund.
AllianzStar Alliance
Die 1997 gegründete Luftfahrtallianz rund um Lufthansa, United und Air Canada – mit Sitz in Frankfurt am Main und eigener Allianz-Sonderlackierung.
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