de Havilland DH.98 Mosquito

Zwei Merlin-Motoren, ein schlanker Rumpf aus Sperrholz und Balsa und eine Geschwindigkeit, mit der sie feindlichen Jägern davonflog: Die de Havilland DH.98 Mosquito ist das berühmteste Holzflugzeug der Luftfahrtgeschichte. Heute sind nur noch eine Handvoll Exemplare flugfähig.

Auch bekannt als: Mosquito · Mossie · Wooden Wonder · DH.98 · Mosquito B.IV · Mosquito FB.VI · Mosquito B.XVI · Mosquito TT.35

Großbritanniende HavillandHistorische Flugzeuge12 Min. Lesezeit

1940

Erstflug

~7.780

gebaute Exemplare

2 × Merlin

V12-Motoren von Rolls-Royce

~5

flugfähige Exemplare weltweit

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Mosquito war ein schneller Holzbomber: zwei Merlin-Motoren, zwei Mann Besatzung, gebaut aus Sperrholz und Balsa – daher der Spitzname „Wooden Wonder“.
  • Ihr Konzept war Tempo statt Abwehrbewaffnung: Die Bomberversionen flogen ohne Bordschützen und sollten Jägern einfach davonfliegen.
  • Ein Typ für fast alles: Aus dem Grundmuster entstanden Bomber, Jagdbomber, Nachtjäger, Fotoaufklärer, Schiffsjäger, Trainer und Zielschlepper.
  • Rund 7.780 Exemplare wurden zwischen 1940 und 1950 in Großbritannien, Kanada und Australien gebaut.
  • Heute selten: Nach verfügbaren Angaben sind nur etwa fünf Mosquitos flugfähig, alle in Nordamerika und Neuseeland; in Europa siehst du sie vor allem im Museum.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Was ist die de Havilland Mosquito?
  2. 2.Entstehung: ein Projekt gegen Widerstände
  3. 3.Gebaut in drei Ländern
  4. 4.Ein Grundmuster, viele Rollen: die wichtigsten Versionen
  5. 5.Einsätze, die Geschichte schrieben
  6. 6.Nach dem Krieg
  7. 7.So erkennst du die Mosquito
  8. 8.Wo du die Mosquito heute siehst
  9. 9.Fototipps für die Mosquito
  10. 10.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
  11. 11.Fazit

Steckbrief

Herstellerde Havilland Aircraft Company, Hatfield (Großbritannien); Lizenz- und Zweigfertigung in Kanada und Australien
KonstruktionsortSalisbury Hall bei London Colney
Erstflug25. November 1940 in Hatfield (Prototyp W4050)
Erstflug-PilotGeoffrey de Havilland Jr.
Bauzeit1940 bis 1950
Stückzahlrund 7.780 (meist genannt: 7.781)
Statushistorisch – nach verfügbaren Angaben rund 30 erhaltene Exemplare, davon etwa fünf flugfähig
BauartZweimotoriger Schulterdecker in Holzbauweise; Rumpf als Sperrholz-Balsa-Sandwich, Spornradfahrwerk
Besatzung2 (Pilot und Navigator nebeneinander)
Triebwerke2 × Rolls-Royce Merlin (je nach Version, bei späten Varianten auch Packard-Merlin aus US-Fertigung)
Länge13,56 m (B Mk.XVI); FB Mk.VI rund 12,55 m
Spannweite16,51 m
Höhe5,31 m
Max. Startgewichtrund 11,3 t (B Mk.XVI)
Höchstgeschwindigkeitrund 668 km/h (B Mk.XVI); FB Mk.VI rund 608 km/h
Reichweiterund 1.800 bis 2.100 km je nach Version
Letzte RAF-EinsätzeZielschlepper TT.35 bis Mai 1963

Erkennungsmerkmale

Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?

Hak ab, was auf das Flugzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Zwei lange Motorgondeln mit Merlin-V12-Motoren, die weit über die Flügelvorderkante nach vorn ragen
  • Sehr schlanker, glatter Rumpf ohne sichtbare Nietreihen – die Oberfläche ist aus Holz und mit Stoff überzogen
  • Cockpit weit vorn, die zweiköpfige Besatzung sitzt nebeneinander unter einer stark gerahmten Kanzel
  • Kühllufteinlässe in der Flügelvorderkante zwischen Rumpf und Motorgondel statt großer Kühler unter den Motoren
  • Bomber- und Aufklärerversionen mit verglaster Nase, Jagdbomber mit geschlossener Nase und Waffenmündungen, Nachtjäger mit runder Radarnase
  • Einzelnes, abgerundetes Seitenleitwerk, Spornrad am Heck, Hauptfahrwerk klappt nach hinten in die Motorgondeln

Aktualisiert: Oktober 2026 – Zwei Merlin-Motoren, deren Klang jeder Warbird-Fan sofort erkennt, ein auffallend schlanker Rumpf und eine Kanzel, unter der zwei Männer Schulter an Schulter sitzen: Das ist die de Havilland DH.98 Mosquito. Sie war ein Bomber ohne Abwehrbewaffnung, gebaut fast vollständig aus Holz, und trotzdem einer der vielseitigsten Flugzeugtypen des Zweiten Weltkriegs. Hier erfährst du, wie die Mosquito entstand, welche Versionen es gab, woran du sie erkennst und wo du heute noch eine der wenigen erhaltenen Maschinen siehst.

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Was ist die de Havilland Mosquito?

Die DH.98 Mosquito ist ein zweimotoriges Kampfflugzeug mit zwei Mann Besatzung, entwickelt und gebaut von der de Havilland Aircraft Company aus Hatfield nördlich von London. Pilot und Navigator sitzen nebeneinander in einem engen Cockpit weit vorn im Rumpf. Angetrieben wird sie von zwei Rolls-Royce Merlin, demselben V12-Motor, der auch in Spitfire, Hurricane und Lancaster steckt.

Das Besondere ist die Bauweise: Die Mosquito besteht überwiegend aus Holz. Der Rumpf ist eine Schale aus zwei Lagen Sperrholz mit einem Kern aus Balsaholz, gefertigt in zwei Längshälften, die anschließend miteinander verleimt wurden. Auch der Flügel ist aus Holz, die Oberfläche wurde mit Stoff überzogen und lackiert. Daher stammt der Spitzname „Wooden Wonder“, im Alltag hieß sie bei den Besatzungen meist einfach „Mossie“.

Die Idee dahinter war radikal: Statt einen Bomber mit Geschütztürmen und Bordschützen schwer und langsam zu machen, setzte de Havilland auf Geschwindigkeit. Die unbewaffneten Bomberversionen sollten deutschen Jägern schlicht davonfliegen. Die späte Bomberversion B Mk.XVI erreichte rund 668 km/h – für einen Bomber jener Zeit ein enormer Wert.

25.11.1940Erstflug des Prototyps W4050 in Hatfield
~7.780Exemplare, gebaut von 1940 bis 1950
16,51 mSpannweite bei zwei Mann Besatzung

Entstehung: ein Projekt gegen Widerstände

De Havilland hatte in den 1930ern Erfahrung mit schnellen Holzflugzeugen gesammelt, etwa mit Rennflugzeugen und Verkehrsmaschinen wie der DH.89 Dragon Rapide. Aus dieser Tradition heraus entstand die Idee eines schnellen, unbewaffneten Bombers aus Holz. Im Luftfahrtministerium stieß das Konzept zunächst auf Skepsis – ein Bomber ohne Abwehrbewaffnung, dazu aus Holz, passte nicht zu den damaligen Vorstellungen.

Die eigentliche Konstruktionsarbeit begann laut dem RAF Museum im Dezember 1939. Das Team zog sich dafür nach Salisbury Hall bei London Colney zurück, einem Landsitz einige Kilometer von Hatfield entfernt. Dort entstand in einem Hangar neben dem Herrenhaus auch der Prototyp mit der Kennung W4050. Er wurde zerlegt nach Hatfield gebracht und hob am 25. November 1940 zum Erstflug ab, am Steuer saß Geoffrey de Havilland Jr., Sohn des Firmengründers.

Vom Projektstart bis zum Erstflug vergingen damit weniger als elf Monate. Schon bei den ersten Erprobungen zeigte die Maschine, dass sie schneller war als viele Jagdflugzeuge jener Zeit – und damit war die Skepsis schnell verflogen.

Dezember 1939: Konstruktionsstart

Das Konstruktionsteam arbeitet in Salisbury Hall an einem schnellen, unbewaffneten Holzbomber.

November 1940: Erstflug

Der gelb lackierte Prototyp W4050 fliegt am 25. November in Hatfield zum ersten Mal.

1941: Truppeneinführung

Im Juli geht der erste Serienaufklärer an die RAF, im November erhält No. 105 Squadron die ersten B.IV-Bomber.

1950: Produktionsende

Nach rund zehn Jahren und etwa 7.780 Exemplaren endet die Fertigung.

Gebaut in drei Ländern

Weil Holz und holzverarbeitende Betriebe verfügbar waren, ließ sich die Mosquito breit verteilt fertigen. Neben dem Stammwerk in Hatfield bauten in Großbritannien unter anderem ein Werk in Leavesden, die Standard Motor Company, Percival, Airspeed und ein Werk in Hawarden die Maschine. Zulieferer aus der Möbelindustrie fertigten Bauteile aus Holz.

Außerhalb Großbritanniens entstanden Mosquitos bei de Havilland Canada in Downsview bei Toronto – je nach Quelle gut tausend Exemplare – sowie bei de Havilland Australia, die 212 Maschinen lieferte. Die kanadischen Mosquitos erhielten teilweise in den USA gebaute Packard-Merlin-Motoren. Insgesamt wird meist eine Gesamtzahl von 7.781 Mosquitos genannt; die Einzelangaben der Werke ergeben je nach Quelle leicht abweichende Summen.

Die kanadische de-Havilland-Tochter ist übrigens dieselbe Firma, die später mit Beaver, Twin Otter und Dash 8 eigene Erfolge feierte – mehr dazu auf der Seite zu De Havilland Canada.

Ein Grundmuster, viele Rollen: die wichtigsten Versionen

Kaum ein Flugzeug des Zweiten Weltkriegs wurde so vielseitig eingesetzt. Aus demselben Holzrumpf entstanden Dutzende Varianten. Das Kürzel vor der Markennummer verrät die Rolle.

Kürzel Rolle Typische Merkmale
PR Fotoaufklärer Unbewaffnet, Kameras im Rumpf, oft hellblau oder silbergrau lackiert
B Bomber Verglaste Nase für den Bombenschützen, keine Bewaffnung
FB Jagdbomber Geschlossene Nase mit vier MGs, darunter vier 20-mm-Kanonen
NF Nachtjäger Radar in der Nase, oft mit runder „Fingerhut“-Verkleidung
T Trainer Doppelsteuer für die Ausbildung
TT Zielschlepper Nachkriegsumbau, zog Zielscheiben für Flugabwehrübungen

Die meistgebaute Version war der Jagdbomber FB Mk.VI. Er trug vier .303-Maschinengewehre und vier 20-mm-Kanonen in der Nase und konnte zusätzlich Bomben oder Raketen mitführen. Eine Sonderform war die FB Mk.XVIII, Spitzname „Tsetse“, mit einer umgebauten 57-mm-Panzerabwehrkanone gegen Schiffe und U-Boote.

Bei den Bombern wurde die B Mk.IV im November 1941 bei No. 105 Squadron eingeführt. Die spätere B Mk.XVI bekam eine Druckkabine und Merlin-Motoren mit zweistufigem Lader für größere Höhen. Varianten mit vergrößertem Bombenschacht konnten eine einzelne 4.000-Pfund-Bombe tragen. Für Marineflieger gab es eine Version mit klappbaren Flügeln für den Trägereinsatz.

Historisch einordnen

Die Mosquito ist ein historischer Militärtyp. Die RAF stellte ihre letzten Mosquitos, Zielschlepper vom Typ TT.35, im Mai 1963 außer Dienst. Was du heute siehst, sind Museumsstücke und wenige restaurierte, privat oder von Museen betriebene Exemplare.

Einsätze, die Geschichte schrieben

Die Mosquito war an vielen bekannten Operationen beteiligt. Einige davon machten sie schon während des Krieges berühmt.

Oslo, September 1942: Am 25. September 1942 griffen Mosquitos ein von der Gestapo genutztes Gebäude in Oslo an. Kurz danach, am 26. September, stellte das britische Luftfahrtministerium den Typ erstmals offiziell der Öffentlichkeit vor; Zeitungen zeigten wenig später Fotos der Angriffsfolgen.

Berlin, Januar 1943: Am 30. Januar 1943 griffen Mosquitos Berlin am helllichten Tag an. Der Angriff traf zeitlich eine Rede von Hermann Göring und störte die Rundfunkübertragung – ein propagandistischer Coup für die RAF.

Amiens, Februar 1944: Bei der Operation Jericho griffen Mosquitos das Gefängnis von Amiens an, um die Mauern aufzubrechen und Häftlingen aus der französischen Résistance die Flucht zu ermöglichen.

Daneben flogen Mosquitos ab Mitte 1943 in der Light Night Striking Force schnelle Nachtangriffe auf deutsche Städte und markierten als Pathfinder Ziele für die schweren Bomber vom Typ Lancaster. Fotoaufklärer lieferten Bilder aus großer Höhe, Nachtjäger jagten deutsche Nachtjäger, und die Strike Wings des Coastal Command griffen mit Raketen Schiffe an.

Ein ziviles Kapitel gab es ebenfalls: Die britische Staatsairline BOAC setzte einige Mosquitos als schnelle Transportflugzeuge zwischen Großbritannien und dem neutralen Schweden ein. Sie brachten kleine, wertvolle Fracht und einzelne Passagiere über besetztes Gebiet hinweg.

Nach dem Krieg

Nach 1945 blieb die Mosquito noch einige Jahre im Dienst. Die RAF nutzte sie als Jagdflugzeug bis 1952, danach in Nebenrollen wie als Zielschlepper. Zahlreiche weitere Luftstreitkräfte übernahmen ausgemusterte Maschinen, darunter die Tschechoslowakei, Schweden, Jugoslawien, die Türkei, Israel und Belgien. Belgien flog Nachtjäger der Version NF.30 von 1947 bis 1956 – eine davon steht heute im Königlichen Armeemuseum in Brüssel.

In Kanada nutzte die Firma Spartan Air Services ehemalige RAF-Mosquitos für Vermessungsflüge in großer Höhe. Einige Maschinen aus Nordamerika gingen in den späten 1940ern auch an die chinesischen Nationalisten.

Bei de Havilland selbst war die Mosquito die Grundlage für den schnelleren Jäger DH.103 Hornet. Gleichzeitig begann in Hatfield bereits das Jetzeitalter: Mit der DH.100/DH.115 Vampire baute der Hersteller einen der ersten britischen Strahljäger, und mit der DH.106 Comet folgte 1949 das erste Strahlverkehrsflugzeug der Welt.

So erkennst du die Mosquito

Auf Warbird-Treffen oder im Museum stehen oft mehrere zweimotorige Kriegsflugzeuge nebeneinander. Mit diesen drei Schritten grenzt du die Mosquito ein.

Motoren und Gondeln ansehen

Die zwei Merlin-V12 sitzen in langen, spitz zulaufenden Gondeln, die weit vor die Flügelvorderkante ragen. Große runde Sternmotoren sprechen dagegen für Beaufighter oder amerikanische Bomber.

Kanzel prüfen

Die Mosquito hat eine einzelne, stark gerahmte Kanzel weit vorn, unter der zwei Personen nebeneinander sitzen. Ein langes Glasdach mit Sitzen hintereinander passt nicht.

Leitwerk und Fahrwerk

Ein einzelnes, abgerundetes Seitenleitwerk und ein Spornrad am Heck. Doppelte Seitenleitwerke oder ein Bugrad schließen die Mosquito sofort aus.

Ein weiteres, gern übersehenes Detail sind die Kühllufteinlässe in der Flügelvorderkante zwischen Rumpf und Motor. Bei vielen anderen Typen mit Reihenmotoren sitzen die Kühler unter den Motoren oder unter dem Rumpf. Die Nase verrät dir dann die Version: verglast beim Bomber, geschlossen mit Waffenmündungen beim Jagdbomber, eine runde Haube beim Nachtjäger.

Schnellbestimmung: zweimotoriger Warbird

Drei Fragen, eine Einschätzung. Kennung und Schild im Museum bleiben die letzte Instanz.

Wahrscheinlich

de Havilland DH.98 Mosquito

Merlin-Gondeln, einfaches Seitenleitwerk und Spornrad passen zur Mosquito. Sieh dir noch die Nase an, um die Version einzugrenzen.

Wahrscheinlich

North American B-25 Mitchell oder ähnlicher US-Bomber

Sternmotoren, doppeltes Seitenleitwerk und Bugrad sind das typische Bild der B-25 Mitchell.

Wahrscheinlich

Früher Strahljäger, etwa Me 262

Zwei Strahltriebwerke unter den Flügeln und ein Bugrad sprechen für einen frühen Jet wie die Messerschmitt Me 262.

Die B-25 Mitchell ist auf Airshows deutlich häufiger zu sehen als die Mosquito und wird gerade aus der Ferne manchmal verwechselt. Spätestens beim doppelten Seitenleitwerk ist die Sache aber klar. Die Messerschmitt Me 262 steht in manchen Museen in Sichtweite einer Mosquito und zeigt schön, wie schnell sich die Technik in wenigen Jahren veränderte.

Wo du die Mosquito heute siehst

Von den rund 7.780 gebauten Maschinen sind nach verfügbaren Angaben nur etwa 30 erhalten, die meisten davon als Museumsexponate. Flugfähig sind nach diesem Stand rund fünf Exemplare: drei in den USA, eine in Kanada und eine in Neuseeland. Mehrere weitere befinden sich in Restaurierung, sodass sich die Zahl ändern kann.

London Colney (England): Das de Havilland Aircraft Museum liegt auf dem Gelände von Salisbury Hall, wo die Mosquito konstruiert wurde. Dort steht der gelbe Prototyp W4050, dazu zwei weitere Mosquitos. Für Mosquito-Fans ist das der wichtigste Ort überhaupt.

Hendon und Cosford (England): Das RAF Museum in London-Hendon zeigt eine Mosquito im Umfeld weiterer Bomber des Zweiten Weltkriegs. Im RAF Museum Cosford steht der ehemalige Zielschlepper TA639; Tipps für deinen Besuch findest du beim Spot in Cosford.

Duxford (England): Im Imperial War Museum Duxford ist eine Mosquito ausgestellt. Duxford lohnt sich zudem wegen der Flugtage, bei denen viele andere Warbirds fliegen – mehr im Beitrag zu den Duxford-Airshows und beim Spot in Duxford.

Brüssel und Bodø: Im Königlichen Armeemuseum Brüssel steht ein Nachtjäger der belgischen Luftwaffe, im Norsk Luftfartsmuseum in Bodø ein Schulflugzeug der Version T.III – passend, denn Norwegen war während des Krieges häufig Ziel von Mosquito-Einsätzen.

Nordamerika: Das Canada Aviation and Space Museum in Ottawa zeigt eine in Kanada gebaute Mosquito, das National Museum of the US Air Force in Dayton eine bei Airspeed gebaute B.35, die in den Farben eines Fotoaufklärers PR.XVI ausgestellt ist. Fliegende Exemplare sind nach verfügbaren Angaben in Virginia Beach, in Everett im US-Bundesstaat Washington, in Kalifornien, im kanadischen Kelowna und in Neuseeland beheimatet.

Ort Chance auf eine Mosquito Warum
London Colney (England) sicher (statisch) Prototyp W4050 und zwei weitere Mosquitos
Hendon und Cosford (England) sicher (statisch) Je ein Exemplar in den RAF-Museen
Duxford (England) sicher (statisch) Ausgestellte Mosquito, dazu viele fliegende Warbirds
Ottawa und Dayton sicher (statisch) Museumsexemplare in Nordamerika
Airshows in Nordamerika gering bis mittel Wenige flugfähige Exemplare, Auftritte je nach Saison
Airshows in Europa sehr gering Keine bekannte flugfähige Mosquito in Europa stationiert

Ausstellungen und Flugbetrieb ändern sich

Museen verlagern Exponate, schicken sie in die Restaurierung oder verleihen sie. Flugfähige Warbirds fliegen nur bei passendem Wetter und nach Wartungsplan. Prüf vor deiner Tour direkt beim Museum oder Veranstalter, ob die Mosquito gerade zu sehen ist.

Mosquito auf die Wunschliste

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Fototipps für die Mosquito

Ob im Museum oder auf einer Airshow: Die Mosquito ist ein elegantes Motiv, verlangt aber etwas Planung.

Im Museum: die Linie zeigen

Der schlanke Rumpf und die langen Motorgondeln wirken am besten schräg von vorn. Geh etwas tiefer in die Hocke, dann kommen Nase und Gondeln stärker zur Geltung.

Details der Version festhalten

Fotografier die Nase separat – verglast, mit Waffen oder mit Radarhaube. So kannst du die Version später sicher zuordnen.

Im Flug: Propeller drehen lassen

Mit einer zu kurzen Verschlusszeit frieren die Propeller ein. Arbeite mit längeren Zeiten und Mitzieher – wie das geht, zeigt der Guide Propeller fotografieren.

Kennung ins Bild

Die Seriennummer am Rumpfheck identifiziert jede Mosquito eindeutig. Ein Detailfoto davon spart später viel Recherche.

Für Flugtage hilft der Beitrag Airshows fotografieren, einen Überblick über lohnende Termine liefert Airshows in Europa für Planespotter. Wie du andere Oldtimer sicher bestimmst, zeigt Oldtimer am Himmel erkennen. Und weil eine fliegende Mosquito in Europa eine echte Rarität wäre, lohnt sich auch der Artikel Wie selten ist meine Sichtung?.

Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt

Es spricht für die Mosquito, wenn …

  • zwei Reihenmotoren in langen, spitzen Gondeln sitzen
  • der Rumpf sehr schlank und glatt wirkt
  • zwei Personen nebeneinander unter einer gerahmten Kanzel sitzen
  • ein einzelnes, abgerundetes Seitenleitwerk und ein Spornrad zu sehen sind

Sieh genauer hin, wenn …

  • das Flugzeug kleiner und noch schlanker wirkt und nur einen Sitz hat – dann könnte es eine DH.103 Hornet sein
  • die Motoren groß und rund sind und der Rumpf kurz und gedrungen – dann eher eine Bristol Beaufighter
  • du nur die Silhouette im Gegenlicht siehst

Es ist keine Mosquito, wenn …

Fazit

Die Mosquito steht für eine mutige Idee: ein Bomber ohne Abwehrbewaffnung, aus Holz gebaut und nur durch Tempo geschützt. Aus dem Prototyp, der 1940 in Hatfield abhob, wurden rund 7.780 Maschinen in Großbritannien, Kanada und Australien, die als Bomber, Jagdbomber, Nachtjäger, Aufklärer und Zielschlepper flogen. Heute ist sie ein seltener Anblick: Wenige Exemplare fliegen noch, alle außerhalb Europas, die übrigen stehen in Museen. Für Spotter in Europa führt der Weg deshalb meist nach London Colney, Hendon, Cosford oder Duxford – und wer Glück hat, erlebt in Nordamerika einmal den Klang von zwei Merlins über einer Mosquito-Silhouette.

Kurzfazit

Zwei Merlin-Motoren in langen Gondeln, ein schlanker Holzrumpf, zwei Sitze nebeneinander und ein Spornrad: Das ist die Mosquito. Den Prototyp W4050 siehst du im de Havilland Aircraft Museum bei London Colney, fliegende Exemplare fast nur noch in Nordamerika und Neuseeland.

Zusammenfassung

  • Die DH.98 entstand ab Ende 1939 als privat begonnenes Projekt von de Havilland und flog am 25. November 1940 erstmals in Hatfield.
  • Im Zweiten Weltkrieg flog sie unter anderem Tiefangriffe, Pfadfinder- und Störangriffe, Nachtjagd, Fotoaufklärung und Angriffe auf Schiffe.
  • Nach dem Krieg nutzten zahlreiche Luftstreitkräfte die Mosquito weiter, die RAF zuletzt als Zielschlepper bis 1963.
  • Für Spotter ist sie heute ein Museumstyp: Den Prototyp siehst du bei London Colney, weitere Exemplare unter anderem in Hendon, Cosford, Duxford, Brüssel, Bodø, Ottawa und Dayton.

Häufige Fragen

Warum ist die Mosquito aus Holz gebaut?

Holz war zu Kriegsbeginn kein strategisch knapper Werkstoff wie Aluminium, und für die Fertigung konnten auch Tischler und Möbelbetriebe eingesetzt werden. Der Rumpf besteht aus einer Sandwich-Schale aus Sperrholz mit Balsakern, die in zwei Hälften gefertigt und dann verleimt wurde. Das Ergebnis war leicht, glatt und aerodynamisch sehr sauber.

Wie viele Mosquitos wurden gebaut?

Meist wird eine Gesamtzahl von 7.781 genannt, gebaut zwischen 1940 und 1950. Den Großteil fertigten Werke in Großbritannien, dazu kamen gut tausend Maschinen von de Havilland Canada und 212 von de Havilland Australia. Je nach Quelle schwanken die Einzelzahlen etwas.

Wie viele Mosquitos fliegen heute noch?

Nach verfügbaren Angaben sind von rund 30 erhaltenen Mosquitos etwa fünf flugfähig: drei in den USA, eine in Kanada und eine in Neuseeland. Weitere Exemplare befinden sich in Restaurierung. Der Bestand kann sich durch neue Restaurierungen oder Besitzerwechsel ändern.

Kann ich in Europa eine fliegende Mosquito sehen?

Das ist selten. Alle bekannten flugfähigen Exemplare sind außerhalb Europas stationiert. In Europa siehst du die Mosquito vor allem statisch, etwa im de Havilland Aircraft Museum, im RAF Museum in Hendon und Cosford, in Duxford, Brüssel und Bodø. Ob eine Mosquito zu einer europäischen Airshow kommt, solltest du kurzfristig beim Veranstalter prüfen.

Wo steht der Prototyp W4050?

Im de Havilland Aircraft Museum bei London Colney, auf dem Gelände von Salisbury Hall – genau dort, wo die Mosquito konstruiert und der Prototyp gebaut wurde. Das Museum zeigt laut eigenen Angaben insgesamt drei Mosquitos.

Wie unterscheide ich Mosquito und Bristol Beaufighter?

Die Beaufighter hat einen kurzen, gedrungenen Rumpf, große Sternmotoren und ein Cockpit für eine Person weit vorn. Die Mosquito ist schlanker, hat lange, spitze Motorgondeln mit V12-Reihenmotoren und eine Kanzel, unter der zwei Personen nebeneinander sitzen.

Was bedeuten die Kürzel B, FB, NF, PR und TT?

Sie stehen für die Rolle: B für Bomber, FB für Jagdbomber (Fighter-Bomber), NF für Nachtjäger, PR für Fotoaufklärer und TT für Zielschlepper (Target Tug). Die meistgebaute Version war der Jagdbomber FB Mk.VI.

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