de Havilland DH.82 Tiger Moth

Zwei offene Sitze hintereinander, ein nach hinten gepfeilter Oberflügel und ein Reihenmotor, der kopfüber in der Nase hängt: Die Tiger Moth hat Tausende Piloten ausgebildet und fliegt bis heute. So erkennst du sie und hier triffst du sie in Europa.

Auch bekannt als: Tiger Moth · DH.82A · Tiger Moth II · DH.82C · PT-24 · Queen Bee · Sk 11 · Menasco Moth · Thruxton Jackaroo

Großbritanniende HavillandHistorische FlugzeugeICAO-Typcode: DH8212 Min. Lesezeit

1931

Erstflug

~8.800

gebaute Exemplare

DH82

ICAO-Typcode

130 PS

Gipsy Major (DH.82A)

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Tiger Moth ist der klassische britische Schuldoppeldecker: Seit 1932 bildete die RAF darauf Piloten aus, im Zweiten Weltkrieg war sie der Standard-Anfängertrainer im Commonwealth.
  • Erkennungsformel: gepfeilter, weit vorn sitzender Oberflügel, Querruder nur unten, hängender Reihenmotor, zwei offene Sitze.
  • Rund 8.800 Maschinen entstanden in Großbritannien und in Lizenz auf mehreren Kontinenten – deshalb gibt es bis heute viele Überlebende.
  • Schätzungen gehen von etwa 250 flugfähigen Exemplaren weltweit aus, ein großer Teil davon in Großbritannien.
  • In Flugplänen und Tracking-Diensten taucht sie, wenn überhaupt, unter dem Code DH82 auf; meist findest du sie aber über Fliegertreffen und Museen.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Was ist die Tiger Moth?
  2. 2.Entstehung: aus der Moth wird der Tiger
  3. 3.Im Zweiten Weltkrieg: Trainer für ein ganzes Empire
  4. 4.Die Versionen im Überblick
  5. 5.Nach 1945: vom Militär in die Vereine
  6. 6.So erkennst du die Tiger Moth
  7. 7.Tiger Moth, Jungmann, Stearman oder Chipmunk?
  8. 8.Wo du flugfähige Tiger Moths in Europa siehst
  9. 9.Fototipps für die Tiger Moth
  10. 10.Fazit

Steckbrief

Herstellerde Havilland Aircraft Company, dazu Lizenz- und Auftragsfertigung u. a. bei Morris Motors, in Kanada, Australien, Neuseeland, Norwegen, Schweden und Portugal
ICAO-TypcodeDH82
Erstflug26. Oktober 1931 in Stag Lane
IndienststellungFebruar 1932 bei der Central Flying School der RAF
Stückzahlgängige Angabe rund 8.800 inklusive Lizenzbauten (je nach Quelle und Zählweise abweichend)
Statushistorisch, aber in Europa vielfach privat und in Vereinen flugfähig
BauartEinmotoriger Doppeldecker, Spornradfahrwerk, zwei offene Sitze hintereinander
Triebwerk (DH.82A)1 × de Havilland Gipsy Major, hängender Vierzylinder-Reihenmotor, 130 PS
Länge (DH.82A)rund 7,3 m
Spannweiterund 8,9 m
Höherund 2,7 m
Leermasse (DH.82A)rund 506 kg
Max. Abflugmasse (DH.82A)rund 830 kg
Höchstgeschwindigkeitrund 175 km/h
Reichweiterund 490 km

Erkennungsmerkmale

Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?

Hak ab, was auf das Flugzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Doppeldecker mit festem Fahrwerk und Spornrad – am Boden steht die Nase deutlich höher als das Heck
  • Der Oberflügel sitzt weit vorn und ist sichtbar nach hinten gepfeilt, der Unterflügel ebenfalls leicht
  • Querruder nur am Unterflügel – der Oberflügel ist an der Hinterkante glatt
  • Schlanke Nase mit einem hängenden Reihenmotor: Die Zylinder zeigen nach unten, der Propeller sitzt hoch
  • Zwei offene Cockpits hintereinander, jeweils mit kleiner Windschutzscheibe
  • Viele Exemplare tragen kleine Strakes vor dem Höhenleitwerk am hinteren Rumpf, die das Trudelverhalten verbessern

Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein knatternder Doppeldecker kurvt über den Flugplatz, zwei Köpfe mit Lederhauben ragen aus offenen Cockpits, und der obere Flügel sitzt merkwürdig weit vorn und schräg nach hinten gezogen: Das ist sehr wahrscheinlich eine de Havilland DH.82 Tiger Moth. Kaum ein Flugzeug hat so viele Piloten ausgebildet, und kaum ein Oldtimer ist heute noch so oft in der Luft. Auf dieser Seite erfährst du, wie die Tiger Moth entstand, welche Versionen es gibt, wie du sie von Jungmann, Stearman und Co. unterscheidest und wo du flugfähige Exemplare in Europa vor die Linse bekommst.

Doppeldecker sammeln

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Was ist die Tiger Moth?

Die Tiger Moth ist ein einmotoriger Schuldoppeldecker mit zwei offenen Sitzen hintereinander. Vorn sitzt meist der Schüler oder Fluggast, hinten der Pilot beziehungsweise Fluglehrer. Angetrieben wird die weitaus häufigste Version DH.82A von einem Gipsy Major mit 130 PS – einem luftgekühlten Vierzylinder-Reihenmotor, der kopfüber eingebaut ist. Die Zylinder hängen also nach unten, die Kurbelwelle und damit der Propeller sitzen oben. Das ergibt die schmale, hohe Nase, die die Tiger Moth so typisch macht.

Mit gut sieben Metern Länge und knapp neun Metern Spannweite ist sie ein kleines Flugzeug. Der Rumpf besteht aus einem stoffbespannten Gerüst aus Metallrohr, auch die Tragflächen sind mit Stoff bespannt. Ein elektrisches System hatte die Grundversion nicht: Der Motor wird klassisch von Hand am Propeller angeworfen – ein Ritual, das du auf Fliegertreffen oft aus nächster Nähe beobachten kannst.

Gebaut wurde sie von der de Havilland Aircraft Company, deren „Moth“-Familie in den 1920er-Jahren die private Fliegerei in Großbritannien geprägt hatte. Dieselbe Firma brachte später die DH.98 Mosquito, die DH.104 Dove und das Düsenverkehrsflugzeug DH.106 Comet hervor. Die Tiger Moth ist der bescheidenste dieser Typen – und gleichzeitig der, dem du heute am ehesten im Flug begegnest.

1931Erstflug am 26. Oktober in Stag Lane bei London
~8.800gebaute Exemplare inklusive Lizenzfertigung
~250flugfähige Maschinen weltweit nach gängigen Schätzungen

Entstehung: aus der Moth wird der Tiger

Ausgangspunkt war die DH.60 Moth, ein erfolgreicher Sport- und Reisedoppeldecker. Eine militärische Schulversion, die DH.60T, wurde von der Royal Air Force erprobt. Dabei zeigte sich ein Problem: Aus dem vorderen Sitz kam man mit umgeschnalltem Fallschirm nur schwer heraus, weil Tank und Streben im Weg waren. Für einen Trainer, aus dem im Notfall jemand schnell aussteigen muss, war das nicht akzeptabel.

Die Lösung bestimmt bis heute das Aussehen der Tiger Moth: De Havilland setzte den Oberflügel weiter nach vorn und pfeilte ihn nach hinten, damit der Auftriebsschwerpunkt an der gleichen Stelle blieb. Der vordere Sitz lag damit frei. Der Prototyp flog am 26. Oktober 1931 vom Werksflugplatz Stag Lane. Schon im Februar 1932 begann die Ausbildung bei der Central Flying School der RAF.

Die ersten Serienmaschinen, die DH.82 oder Tiger Moth I, hatten einen Gipsy-III-Motor mit 120 PS. Ab Ende 1934 lieferte de Havilland die DH.82A mit dem stärkeren Gipsy Major aus, bei der RAF als Tiger Moth II bezeichnet. Diese Version wurde zum Standard und machte den Großteil der Produktion aus. Charakteristisch sind auch die gutmütigen Flugeigenschaften: Die Tiger Moth verzeiht Fehler, verlangt aber sauberes Fliegen – genau das, was Fluglehrer an ihr schätzten.

Querruder nur unten

Ein Detail zum Merken: Die Tiger Moth hat Querruder nur am Unterflügel. Bei vielen anderen Doppeldeckern sitzen sie oben und unten. Von schräg hinten oder von oben ist das eines der verlässlichsten Bestimmungsmerkmale.

Im Zweiten Weltkrieg: Trainer für ein ganzes Empire

Bei Kriegsbeginn 1939 hatte die RAF bereits rund 500 Tiger Moths im Bestand, dazu kamen requirierte zivile Maschinen. Ab 1941 übernahm Morris Motors in Cowley bei Oxford einen großen Teil der britischen Fertigung, damit de Havilland in Hatfield Kapazitäten für andere Muster frei hatte. Im Rahmen des British Commonwealth Air Training Plan wurde die Tiger Moth zum zentralen Anfängertrainer: Viele Piloten, die später Spitfire, Lancaster oder Mosquito flogen, machten auf ihr die ersten Alleinflüge.

Auch außerhalb Großbritanniens lief die Fertigung. Gebaut wurde unter anderem in:

  • Kanada bei de Havilland Canada, darunter die Winterversion DH.82C
  • Australien und Neuseeland bei den dortigen de-Havilland-Töchtern
  • Norwegen (Kjeller), Schweden (dort als Sk 11) und Portugal (OGMA)

Daneben gab es Kuriositäten: 1940, als eine deutsche Invasion drohte, erhielten rund 350 Tiger Moths Bombenhalterungen für leichte Bomben. Andere flogen ab Ende 1939 als unbewaffnete Küstenpatrouille, um U-Boote zum Abtauchen zu bringen. Ernsthaft zum Einsatz kamen diese Notlösungen kaum; sie zeigen aber, wie allgegenwärtig der Typ war.

Die Versionen im Überblick

Version Besonderheit
DH.82 / Tiger Moth I Erste Serienversion mit Gipsy III (120 PS)
DH.82A / Tiger Moth II Gipsy Major (130 PS), meistgebaute Version und heute die Regel
DH.82B Queen Bee Funkgesteuerte Zieldrohne für die Flugabwehr-Ausbildung, mit Holzrumpf
DH.82C Kanadische Version für kalte Winter, oft mit geschlossener Haube zu sehen
PT-24 US-Bezeichnung für in Kanada gebaute DH.82C aus dem Leih-Pacht-Programm
Menasco Moth DH.82C mit amerikanischem Menasco-Reihenmotor
Sk 11 Schwedische Lizenzfertigung
Thruxton Jackaroo Nachkriegsumbau mit geschlossener Vierplatz-Kabine, nur wenige Exemplare

Die Queen Bee verdient einen zweiten Blick: Ab 1935 nutzte die britische Flugabwehr diese ferngesteuerte Version als Zielflugzeug. Sie gilt als einer der Gründe, warum unbemannte Flugzeuge im Englischen „drone“ heißen – die Drohne als männliche Biene zur Königin. Fragmente einer Queen Bee zeigt zum Beispiel das de Havilland Aircraft Museum bei London Colney.

Seltene Versionen auf die Wunschliste

Setz die Tiger Moth oder eine Queen Bee auf deine Wunschliste und teil deine Fotos vom Fliegertreffen mit der Community. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.

Nach 1945: vom Militär in die Vereine

Nach dem Krieg wurden Tausende Tiger Moths überzählig und an Fliegerclubs und Privatleute verkauft. Damit begann ihre zweite Karriere: Sie schleppten Segelflugzeuge und Werbebanner, flogen Kunstflug und Rennen, und in Neuseeland streuten sie Dünger über Weideland. Im Film doubelte die Tiger Moth oft Flugzeuge aus dem Ersten Weltkrieg, etwa in „Lawrence von Arabien“. Die Royal Navy kaufte 1956 sogar wieder gebrauchte Maschinen als Zielschlepper und für Schnupperflüge.

Weil so viele Exemplare gebaut wurden und die Konstruktion einfach zu warten ist, haben überdurchschnittlich viele überlebt. Nach gängigen Schätzungen sind weltweit noch etwa 250 Tiger Moths flugfähig. Ein großer Teil davon fliegt in Großbritannien, wo der Typ fester Bestandteil der Oldtimer-Szene ist. Weitere Exemplare sind in Australien, Neuseeland, Kanada und in mehreren europäischen Ländern zugelassen – auch in Deutschland, wo sie ein Kennzeichen mit D-E für einmotorige Flugzeuge bis zwei Tonnen tragen. Wie das System funktioniert, erklärt der Beitrag zu deutschen Luftfahrzeugkennzeichen; für Maschinen von der Insel hilft der Artikel zu britischen G-Kennzeichen.

So erkennst du die Tiger Moth

Doppeldecker sehen für Einsteiger oft gleich aus. Vier Beobachtungen reichen aber, um die Tiger Moth sicher anzusprechen.

Oberflügel ansehen

Er sitzt deutlich vor dem Unterflügel und ist sichtbar nach hinten gepfeilt. Von oben oder schräg vorn wirkt das Flugzeug dadurch leicht „gestreckt“.

Querruder suchen

Die beweglichen Klappen an der Flügelhinterkante gibt es nur unten. Ist der Oberflügel hinten glatt, passt das zur Tiger Moth.

Nase prüfen

Schmale, hohe Motorhaube mit hängendem Reihenmotor statt eines runden Sternmotors. Der Propeller sitzt dadurch relativ weit oben.

Cockpits zählen

Zwei offene Sitze hintereinander. Eine geschlossene Kabine deutet auf eine kanadische DH.82C mit Haube oder einen Jackaroo-Umbau.

Am Ende bestätigt das Kennzeichen die Bestimmung. Manche britische Tiger Moths tragen heute wieder ihre historischen RAF-Seriennummern als Lackierung, das zivile G-Kennzeichen steht dann klein am Rumpf oder Seitenleitwerk. Allgemeine Tipps zur Bestimmung von Oldtimern findest du im Ratgeber Oldtimer am Himmel erkennen.

Tiger Moth, Jungmann, Stearman oder Chipmunk?

Auf Fliegertreffen stehen oft mehrere Schulflugzeuge nebeneinander. Der Finder hilft dir beim Eingrenzen.

Schnellbestimmung: historischer Schultrainer

Drei Fragen, eine Einschätzung. Kennzeichen oder Infotafel bleiben die letzte Instanz.

Wahrscheinlich

de Havilland DH.82 Tiger Moth

Vorn sitzender, gepfeilter Oberflügel, Querruder nur unten und hängender Reihenmotor: Das ist die Tiger Moth. Prüf noch die offenen Cockpits und das Kennzeichen.

Wahrscheinlich

Bücker Bü 131 Jungmann

Kleiner, kompakter Doppeldecker mit Querrudern an beiden Flügeln: Das passt zur Bücker Jungmann. Ähnlich wirken kann auch die belgische Stampe SV.4 – im Zweifel klärt das Kennzeichen die Bestimmung.

Wahrscheinlich

Boeing-Stearman Kaydet

Ein großer Doppeldecker mit rundem Sternmotor ist eher eine Stearman, der amerikanische Gegenpart zur Tiger Moth.

Wahrscheinlich

de Havilland Canada DHC-1 Chipmunk

Ein Tiefdecker mit Schiebehaube ist der Nachfolger der Tiger Moth bei der RAF: die DHC-1 Chipmunk.

Deutlich größer ist die Antonov An-2: Sie ist zwar auch ein Doppeldecker, hat aber einen mächtigen Sternmotor und eine geschlossene Kabine für ein Dutzend Passagiere. Einen Eindecker mit offenem Cockpit wie die Piper J-3 Cub verwechselst du spätestens beim Blick auf die Flügelzahl nicht mehr. Und die DH.89 Dragon Rapide ist zwar ebenfalls ein de-Havilland-Doppeldecker, hat aber zwei Motoren und eine Passagierkabine.

Es spricht für die Tiger Moth, wenn …

  • der Oberflügel weit vorn sitzt und nach hinten gepfeilt ist
  • nur der Unterflügel Querruder hat
  • die Nase schmal ist und der Motor kopfüber hängt
  • du zwei offene Cockpits hintereinander siehst

Sieh genauer hin, wenn …

  • das Cockpit eine geschlossene Haube hat – dann könnte es eine kanadische DH.82C sein
  • eine Kabine mit mehreren Sitzen zu sehen ist – Hinweis auf einen Jackaroo-Umbau
  • der Doppeldecker sehr klein und rundlich wirkt

Es ist keine Tiger Moth, wenn …

  • vorn ein runder Sternmotor sitzt
  • das Flugzeug nur eine Tragfläche hat
  • du Querruder auch am Oberflügel entdeckst
  • zwei Motoren an den Flügeln hängen

Wo du flugfähige Tiger Moths in Europa siehst

Die Tiger Moth gehört zu den Oldtimern, die du tatsächlich fliegen siehst – nicht nur im Museum. Die besten Chancen hast du in Großbritannien, aber auch in Deutschland und den Nachbarländern tauchen sie regelmäßig auf.

Ort Was dich erwartet Hinweis
Shuttleworth Collection, Old Warden Flugtage mit historischen Trainern, am Platz ist zudem eine private Tiger-Moth-Gruppe zu Hause einer der sichersten Orte für fliegende Tiger Moths
IWM Duxford Airshows und reger Oldtimer-Flugbetrieb Trainer fliegen hier häufiger als Jäger und Bomber
de Havilland Aircraft Museum, London Colney Tiger Moth G-ANRX und Teile einer Queen Bee in der Ausstellung direkt neben der früheren Werksheimat Hatfield
Oldtimer-Fliegertreffen Hahnweide Großes Treffen historischer Flugzeuge in Baden-Württemberg Tiger Moths sind dort gern gesehene Gäste, eine Garantie gibt es nicht
Königliches Armeemuseum Brüssel Ausgestellte Tiger Moth als Erinnerung an die Pilotenausbildung Museumsbesuch, kein Flugbetrieb
Danmarks Flymuseum, Stauning Tiger Moths zwischen anderen Sport- und Schulflugzeugen, viele davon von Ehrenamtlichen flugfähig gehalten Dänemark-Abstecher für Oldtimer-Fans
National Museum of Flight, East Fortune Tiger Moth in der Zivilluftfahrt-Halle neben Dragon und Dove Museumsbesuch in Schottland
RAF Museum Cosford Tiger Moth in der Weltkriegs-Ausstellung Museum, kein Flugbetrieb
Museu do Ar Sintra und Museo del Aire Madrid Tiger Moths in den Sammlungen der Luftwaffenmuseen gut kombinierbar mit einem Urlaub
Soesterberg, Prag-Kbely und Bodø Tiger Moths in großen Militär- und Luftfahrtmuseen ideal, um Details am Boden in Ruhe zu studieren

In Deutschland betreiben Vereine und Privatleute einzelne Tiger Moths auf kleineren Flugplätzen. Welche Maschinen das gerade sind, wechselt mit Besitzern, Wartung und Saison – die verlässlichste Quelle sind Veranstaltungskalender von Oldtimer-Treffen und Flugplatzfesten. Wie du solche Plätze findest und worauf du dort achtest, steht im Beitrag General Aviation spotten.

Ausstellungen und Flugbetrieb ändern sich

Museen verleihen und restaurieren Flugzeuge, private Tiger Moths wechseln den Besitzer oder stehen in der Werkstatt. Frag vor einer längeren Anreise beim Museum oder Veranstalter nach, ob die Tiger Moth gerade zu sehen ist oder fliegt.

Für die britische Szene lohnt ein Blick in den Beitrag zu den Airshows in Duxford. Auf der Seite zur Shuttleworth Collection erfährst du mehr über die Flugtage in Old Warden.

Bereit für deine Tiger-Moth-Session?

Hak ab, was du schon erledigt hast.

  • Ich habe ein Fliegertreffen, eine Airshow oder einen Flugtag mit historischen Trainern gefunden.
  • Ich kenne die Wettervorhersage – Oldtimer fliegen nur bei ruhigem Wetter.
  • Ich habe eine passende Verschlusszeit für Propellerbilder im Kopf.
  • Ich weiß, wo die Sonne zur Flugzeit steht.
  • Ich notiere Kennzeichen oder Seriennummer für die Dokumentation.

Fototipps für die Tiger Moth

Die Tiger Moth ist langsam, fliegt tief und kurvt eng – ein dankbares Motiv, wenn du ein paar Dinge beachtest.

Propeller drehen lassen

Bei zu kurzer Belichtung steht der Propeller wie eingefroren in der Luft. Eine längere Verschlusszeit mit Mitziehen erzeugt die typische Propellerscheibe. Wie du die Zeit wählst, erklärt der Beitrag Propeller fotografieren.

Pfeilung zeigen

Schräg von vorn oder in der Kurve von oben siehst du den versetzten, gepfeilten Oberflügel am besten – das wichtigste Merkmal gehört ins Bild.

Menschen einbeziehen

Lederhaube, Schal, Anwerfen von Hand: Bodenszenen rund um die Tiger Moth erzählen oft mehr als ein reines Flugbild.

Weniger Brennweite

Mit knapp neun Metern Spannweite ist die Tiger Moth klein, fliegt aber nah vorbei. Ein mittleres Telezoom reicht auf Fliegertreffen meist aus.

Mehr zur Technik bei Flugvorführungen liest du im Beitrag Airshows fotografieren. Wie selten deine Begegnung tatsächlich ist, ordnest du mit Wie selten ist meine Sichtung? ein.

Fazit

Die Tiger Moth ist das Schulflugzeug schlechthin: einfach, robust, gutmütig und in so großer Zahl gebaut, dass sie bis heute in der Luft ist. Ihre Silhouette mit dem vorgezogenen, gepfeilten Oberflügel macht sie leicht erkennbar, wenn du einmal darauf geachtet hast. Für Spotter in Europa ist sie einer der zugänglichsten fliegenden Oldtimer – am verlässlichsten in Old Warden und Duxford, mit etwas Glück auch auf Fliegertreffen in Deutschland.

Kurzfazit

Vorn sitzender, gepfeilter Oberflügel, Querruder nur unten, hängender Reihenmotor und zwei offene Cockpits: Das ist die Tiger Moth. Die besten Chancen auf fliegende Exemplare hast du auf britischen Flugtagen und auf Oldtimer-Treffen wie der Hahnweide.

Zusammenfassung

  • Die DH.82 flog am 26. Oktober 1931 zum ersten Mal und war eine Weiterentwicklung der DH.60 Moth für die Pilotenausbildung.
  • Mit dem Gipsy-Major-Motor wurde sie ab 1934 als DH.82A beziehungsweise Tiger Moth II zum Standardtrainer der RAF.
  • Nach 1945 kamen viele Maschinen in zivile Hand und flogen in Vereinen, als Schlepp-, Werbe- oder Agrarflugzeug.
  • Für Spotter ist sie heute ein Ziel für Oldtimer-Treffen, Airshows und Museen – vor allem in Großbritannien, aber auch in Deutschland und den Nachbarländern.

Häufige Fragen

Warum ist der Oberflügel der Tiger Moth gepfeilt?

Die RAF wollte, dass der Fluglehrer oder Schüler im vorderen Sitz mit Fallschirm schnell aussteigen kann. Bei der älteren Moth versperrten Tank und Streben den Weg. De Havilland setzte den Oberflügel deshalb weiter nach vorn und pfeilte ihn nach hinten, damit der Schwerpunkt trotzdem passt. Daraus entstand die markante Silhouette.

Welchen ICAO-Typcode hat die Tiger Moth?

Die Tiger Moth läuft unter DH82. Der Code wird für die verschiedenen Bauversionen gemeinsam verwendet. Da viele Tiger Moths ohne Transponder-Pflicht unterwegs sind, tauchen sie in Tracking-Diensten oft gar nicht auf.

Was ist der Unterschied zwischen DH.82 und DH.82A?

Die ursprüngliche DH.82 (Tiger Moth I) hatte einen Gipsy-III-Motor mit 120 PS. Die DH.82A (Tiger Moth II) bekam ab 1934 den stärkeren Gipsy Major mit 130 PS und wurde zur meistgebauten Version. Die allermeisten heute fliegenden Tiger Moths sind DH.82A.

Was war die Queen Bee?

Die DH.82B Queen Bee war eine funkgesteuerte, unbemannte Zieldarstellungsversion für die Flugabwehr-Ausbildung, eingeführt 1935. Sie hatte einen Holzrumpf. Es entstanden mehrere Hundert Exemplare; die Queen Bee gilt als einer der Gründe, warum unbemannte Flugzeuge im Englischen „drone“ heißen.

Wie unterscheide ich Tiger Moth und Bücker Jungmann?

Beide sind Doppeldecker mit hängendem Reihenmotor. Die Jungmann ist aber kleiner und kompakter, und sie hat Querruder an beiden Flügeln. Bei der Tiger Moth sitzen die Querruder nur am Unterflügel, und der Oberflügel ist deutlich weiter nach vorn versetzt.

Wo sehe ich in Deutschland eine Tiger Moth?

Am ehesten auf Oldtimer-Fliegertreffen wie der Hahnweide und auf kleineren Flugplätzen, an denen Vereine oder Privatleute historische Maschinen betreiben. In Deutschland zugelassene Tiger Moths tragen ein D-E-Kennzeichen. Ob ein bestimmtes Flugzeug gerade fliegt, prüfst du über Vereins- und Veranstaltungsseiten.

Kann man in einer Tiger Moth mitfliegen?

In Großbritannien und auch in Deutschland bieten einzelne Vereine und Betreiber Mitflüge in historischen Doppeldeckern an, oft über eine Fördermitgliedschaft. Bedingungen und Preise ändern sich; informier dich direkt beim jeweiligen Anbieter. Allgemeine Tipps liefert der Beitrag Rundflug verschenken.

de Havilland DH.82 Tiger Moth sammeln statt nur sehen

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TT

Planetrack Redaktion

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