Flugausstellung Hermeskeil

Die Flugausstellung Hermeskeil im Hunsrück ist eine der größten privaten Flugzeugsammlungen Deutschlands. Seit 1973 trägt die Familie Junior hier über hundert zivile und militärische Fluggeräte zusammen – von der Lufthansa-Super-Constellation über Comet und VC10 bis zu MiGs aus NVA-Beständen. Mittendrin: ein begehbarer Concorde-Nachbau, in dem das Museumscafé untergebracht ist.

Auch bekannt als: Flugausstellung Peter Junior · Flugausstellung Junior · Flugausstellung Leo Junior · Hermeskeil Air Museum

DeutschlandDeutschlandLuftfahrtmuseenseit 197312 Min. Lesezeit

1973

Eröffnung der Ausstellung

100+

Flugzeuge und Hubschrauber

60

Flugmotoren

76.000 m²

Freigelände

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Flugausstellung Hermeskeil ist ein privates Familienmuseum, gegründet 1973, und zählt zu den größten privaten Flugzeugsammlungen Deutschlands.
  • Über 100 Fluggeräte und rund 60 Motoren stehen auf etwa 76.000 m² Freigelände und in vier Hallen.
  • Highlights für Airliner-Fans: Lufthansa-Super-Constellation D-ALIN, VC10, Comet 4C, Viscount, Il-18 und Tu-134 aus DDR-Beständen.
  • Die Concorde ist ein begehbarer Nachbau und beherbergt das Museumscafé.
  • Plane mit der Saison: geöffnet von April bis Anfang November, seit 2026 montags geschlossen.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Steckbrief
  2. 2.Tätigkeitsfelder
  3. 3.Geschichte im Zeitraffer
  4. 4.Was du als Spotter wissen solltest
  5. 5.Stärken und Schwächen
  6. 6.Eine Sammlung, die aus einer Familie gewachsen ist
  7. 7.Die Verkehrsflugzeuge: Pionierzeit zum Anfassen
  8. 8.Die Concorde, die nie geflogen ist
  9. 9.Kalter Krieg auf einem Gelände
  10. 10.Fotografieren in Hermeskeil: Freiluft-Regeln
  11. 11.Anreise und Besuchsplanung
  12. 12.Museum und Live-Verkehr kombinieren
  13. 13.Fazit
  14. 14.Häufige Fragen

Steckbrief

Trägerprivater Familienbetrieb der Familie Junior, kein staatliches Museum
StandortHabersberg 1, 54411 Hermeskeil (Landkreis Trier-Saarburg, Rheinland-Pfalz), nordöstlich der Stadt an der B 327
Geländerund 76.000 m² Freigelände, dazu vier Hallen mit zusammen etwa 3.600 m²
Sammlungüber 100 Flugzeuge und Hubschrauber sowie rund 60 Flugmotoren (Angaben des Museums)
SchwerpunktMilitärluftfahrt aus Ost und West, dazu klassische Verkehrsflugzeuge der 1950er- und 1960er-Jahre
BesonderheitConcorde-Nachbau zum Betreten, darin das Museumscafé mit rund 150 Plätzen
Saisonlaut Website 1. April bis 1. November, Dienstag bis Sonntag 10 bis 17 Uhr; seit 2026 montags geschlossen, außer an Feiertagen
AnreiseAuto empfohlen: nahe der A-1-Anschlussstelle Reinsfeld, an der Hunsrückhöhenstraße
Kataloggedruckter Ausstellungskatalog mit Daten und Historien der Exponate, erhältlich am Eingang
Offizielle Websitewww.flugausstellung.de

Tätigkeitsfelder

Dauerausstellung im Freien – der Großteil der Flugzeuge steht auf dem weitläufigen Außengelände
Hallenausstellung – vier Hallen mit über 40 kleineren Flugzeugen, Segelflugzeugen, Nachbauten und Details
Triebwerkssammlung – Kolbenmotoren und Strahltriebwerke aus mehreren Jahrzehnten
Erhalt und Pflege – Neulackierungen und Aufarbeitung von Exponaten, zuletzt etwa die Fairey Gannet im Sommer 2026
Gastronomie – Café im begehbaren Concorde-Nachbau
Gruppen und Veranstaltungen – Besuche von Oldtimer- und Clubausfahrten, Gruppenpreise auf Anfrage

Geschichte im Zeitraffer

1973Die Familie Junior eröffnet bei Hermeskeil eine kleine Flugzeugausstellung. Als Gründer wird Leo Junior genannt.
1976Die Lufthansa-Viscount D-ANAM kommt nach Hermeskeil, nachdem sie in Hamburg als Schulungszelle gedient hatte.
1980Die Super Constellation D-ALIN wird am Hamburger Flughafen zerlegt und per Straßentransport in den Hunsrück gebracht.
1981Die VC10 G-ARVF landet in Saarbrücken-Ensheim und wird anschließend über die Straße nach Hermeskeil gebracht.
nach 1990Mit der Auflösung der NVA werden zahlreiche Ostblock-Flugzeuge überzählig – viele landen in Hermeskeil.
202350 Jahre Flugausstellung; als Neuzugänge kommen ein Learjet und eine Westland Scout.
2026Neue Öffnungsregel: montags geschlossen (außer Feiertage). Die Fairey Gannet erhält eine neue Lackierung.

Flugausstellung Hermeskeil aus Spotter-Sicht

Deine Checkliste für Flugausstellung Hermeskeil

Hak ab, was du schon gesehen oder erledigt hast.

  • Concorde-Silhouette an der Straße – der Nachbau mit dem markanten Delta ist das Wahrzeichen des Geländes
  • Vierstrahlige Riesen im Freien – VC10 und Comet stehen direkt neben Militärjets
  • Super Constellation mit dreifachem Seitenleitwerk in Lufthansa-Farben
  • Reihen von MiGs und Suchois aus ehemaligen NVA-Beständen – selten so dicht beieinander zu sehen
  • Sowjetische Großhubschrauber wie die Mi-6A, deren Rotor das halbe Gelände zu überspannen scheint
  • Kennungen aus aller Welt – DDR-, G-, D- und militärische Seriennummern an den Rümpfen

Stärken und Schwächen

Das spricht dafür

  • Enorme Typenvielfalt auf einem Gelände – zivil, militärisch, Ost und West
  • Verkehrsflugzeuge der Pionierzeit wie Comet, VC10, Viscount und Super Constellation, die du sonst kaum noch siehst
  • Die meisten Flugzeuge stehen im Freien: natürliches Licht und viel Platz für Gesamtaufnahmen
  • Concorde-Café als Pause mit Erlebnisfaktor, auch für Kinder
  • Gut mit dem Auto über die A 1 erreichbar

Wo es hakt

  • Nur saisonal geöffnet, im Winter bleibt das Tor zu
  • Viele Exponate stehen dauerhaft unter freiem Himmel und zeigen Witterungsspuren
  • Die Concorde ist ein Nachbau, kein Original
  • Mit öffentlichen Verkehrsmitteln umständlich erreichbar
  • Kein Linienverkehr in direkter Nähe – für Live-Spotting musst du weiterfahren

Wer zum ersten Mal über die Hunsrückhöhenstraße bei Hermeskeil fährt, glaubt kurz an eine Halluzination: Zwischen Feldern und Wald steht eine Concorde, daneben Hubschrauber in Lkw-Größe und eine Reihe sowjetischer Kampfjets. Die Flugausstellung Hermeskeil – offiziell Flugausstellung Peter Junior – ist eine der größten privaten Flugzeugsammlungen Deutschlands. Für Spotter ist sie vor allem eins: ein Freiluft-Archiv mit Typen, die seit Jahrzehnten kein Mensch mehr am Himmel gesehen hat.

Auch eine Comet gehört in deinen Hangar

In Planetrack sammelst du Typen und Kennzeichen in deinem Hangar – egal ob sie im Anflug auf Frankfurt oder auf einer Wiese im Hunsrück stehen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

Eine Sammlung, die aus einer Familie gewachsen ist

Die meisten großen Luftfahrtmuseen in Deutschland haben einen Träger mit Budget und Kuratoren: das Deutsche Museum mit der Flugwerft Schleißheim, die Stiftung hinter dem Dornier Museum oder der Verein hinter dem Technik Museum Speyer. Hermeskeil funktioniert anders. Die Ausstellung ist ein Familienbetrieb, den die Familie Junior 1973 eröffnet hat. Als Gründer gilt Leo Junior; heute trägt die Ausstellung den Namen Peter Junior.

Seit der Eröffnung ist die Sammlung Stück für Stück gewachsen. Nach Angaben des Museums stehen heute über 100 Flugzeuge und Hubschrauber sowie rund 60 Flugmotoren auf dem Gelände. Die Startseite der Website nennt sogar eine höhere Zahl – solche Abweichungen sind bei Privatsammlungen üblich, weil Exponate dazukommen, getauscht oder abgegeben werden.

Das Freigelände umfasst laut Museum etwa 76.000 Quadratmeter. Dazu kommen vier Ausstellungshallen mit zusammen rund 3.600 Quadratmetern, in denen über 40 kleinere Flugzeuge, Segelflugzeuge, Nachbauten und Triebwerke stehen. Der Großteil der großen Maschinen steht dagegen im Freien – und genau das prägt den Charakter des Besuchs.

1973Eröffnung der Ausstellung
100+Flugzeuge und Hubschrauber
60Flugmotoren
4Ausstellungshallen

Woher die Flugzeuge kamen

Eine Privatsammlung dieser Größe wächst nicht zufällig, sondern durch Gelegenheiten. Zwei Quellen haben Hermeskeil besonders geprägt:

  • Ausgemusterte Verkehrsflugzeuge. Ab den Siebzigerjahren kamen Airliner nach Hermeskeil, die ihre Karriere beendet hatten oder als Schulungszellen ausgedient hatten. Die Lufthansa-Viscount D-ANAM etwa wurde nach ihrer Außerdienststellung am Hamburger Flughafen für Ausbildungszwecke genutzt, bevor sie 1976 in den Hunsrück zog.
  • Das Ende der NVA. Nach der Wiedervereinigung 1990 waren viele Flugzeuge der Nationalen Volksarmee überzählig, weil sie nicht in die NATO-Strukturen passten. Ein großer Teil der MiGs, Suchois und Mil-Hubschrauber in Hermeskeil stammt aus diesen Beständen.

Dazu kommen Flugzeuge aus britischen, französischen, amerikanischen und schwedischen Beständen. Das Ergebnis ist ein Gelände, auf dem eine F-4 Phantom neben einer MiG-23 steht – ein Bild, das es im Kalten Krieg nur in Planspielen gab.

Die Verkehrsflugzeuge: Pionierzeit zum Anfassen

Für Spotter, die sonst Kennzeichen von A320 und 737-800 sammeln, ist die Airliner-Reihe in Hermeskeil der interessanteste Teil. Hier stehen die Vorfahren des heutigen Luftverkehrs – Typen, mit denen die Strahl- und Turboprop-Ära überhaupt erst begann.

Typ Kennzeichen / Herkunft Warum er spannend ist
Lockheed L-1049G Super Constellation D-ALIN, ehemals Lufthansa Ikone der Langstrecke vor dem Jetzeitalter, mit dreifachem Seitenleitwerk
Vickers VC10 G-ARVF, ehemals BOAC Vierstrahler mit Hecktriebwerken, eines der größten Flugzeuge der Sammlung
de Havilland Comet 4C G-BDIW Weiterentwicklung des ersten zivilen Strahlverkehrsflugzeugs der Welt
Vickers Viscount 814D D-ANAM, ehemals Lufthansa Vertreter des ersten Turboprop-Verkehrsflugzeugs
Iljuschin Il-18D DDR-STH, ehemals Interflug Viermotoriger sowjetischer Turboprop
Tupolew Tu-134A DDR-SCK, ehemals Interflug Sowjetischer Kurzstreckenjet mit verglaster Bugnase
Iljuschin Il-14P in polnischen Militärfarben Kolbenmotor-Verkehrsflugzeug der Nachkriegszeit
Douglas C-47 / DC-3 in jordanischen Militärfarben Der Klassiker schlechthin, Baujahr 1944
Junkers Ju 52 (CASA 352L) D-CIAD Spanischer Lizenzbau der „Tante Ju“

Die Kennzeichen in der Tabelle stammen aus Spotter-Dokumentationen und Fachseiten; welche Bemalung ein Flugzeug gerade trägt, kann sich nach einer Neulackierung ändern.

Die Super Constellation D-ALIN

Die Lockheed L-1049G mit dem Kennzeichen D-ALIN ist für deutsche Luftfahrtfans das emotionalste Stück der Sammlung. Die Maschine wurde 1955 an die neu gegründete Lufthansa ausgeliefert – also im Jahr, in dem die Airline den Flugbetrieb wieder aufnahm. Bis 1967 blieb sie im Dienst. Danach retteten Lufthansa-Mitarbeiter sie vor dem Verschrotten, und sie stand über ein Jahrzehnt lang am Hamburger Flughafen. 1980 wurde sie zerlegt und über die Straße nach Hermeskeil gebracht.

Die Super Constellation wird oft mit der Moskaureise von Bundeskanzler Konrad Adenauer im September 1955 in Verbindung gebracht, bei der die Delegation mit Maschinen dieses Typs flog. Ob gerade D-ALIN dabei war, lässt sich aus den verfügbaren Quellen nicht eindeutig belegen. Unbestritten ist: Wer die Anfänge der heutigen Lufthansa und damit der Lufthansa Group verstehen will, steht hier vor einem Original aus dem ersten Betriebsjahr.

VC10 und Comet: britische Strahlpioniere

Die VC10 G-ARVF flog ab 1963 für die britische BOAC und wurde später an die Regierung der Vereinigten Arabischen Emirate verkauft. 1981 landete sie in Saarbrücken-Ensheim und wurde anschließend über die Straße nach Hermeskeil gebracht – ein Transport, den man sich bei einem Vierstrahler dieser Größe kaum vorstellen mag. Typisch für die VC10 sind die vier Triebwerke am Heck und der hohe T-Leitwerk-Aufbau, eine Bauweise, die heute bei Verkehrsflugzeugen dieser Größe verschwunden ist.

Die Comet 4C steht für den Typ, mit dem 1949 das erste zivile Strahlverkehrsflugzeug der Welt in die Luft ging. Die frühen Comet-Versionen wurden durch eine Unfallserie berühmt, die die Luftfahrt viel über Materialermüdung gelehrt hat. Die 4C ist eine spätere, deutlich überarbeitete Version. Wer die Formensprache mit der eines modernen A350 vergleicht, sieht, wie weit der Weg von den in die Flügelwurzel integrierten Triebwerken bis zu den heutigen Triebwerksgondeln unter den Flügeln war.

Kennzeichen-Archäologie

In Hermeskeil findest du Kennungen, die es im heutigen Luftverkehr nicht mehr gibt – allen voran das DDR-Präfix der ehemaligen Interflug. Wie Nationalitätskennzeichen aufgebaut sind und warum sie sich ändern, erklären die Beiträge Flugzeug-Kennzeichen verstehen und Länderkennungen bei Flugzeugen.

Die Concorde, die nie geflogen ist

Das Wahrzeichen der Flugausstellung sieht man schon von der Straße: eine Concorde mit dem typischen schlanken Delta-Flügel. Sie ist allerdings kein Original, sondern ein Nachbau. Nach Angaben des europäischen Industriekultur-Netzwerks ERIH wurde sie gegenüber dem Original vergrößert, damit sie Platz für ein Café bietet. Über das Baumaterial gibt es in den Quellen unterschiedliche Angaben.

Drinnen sitzen laut Museum bis zu 150 Gäste, bedient werden sie nach Angaben des Museums von „Stewardessen“. Für eine Pause zwischen zwei Rundgängen ist das ein ziemlich einmaliges Erlebnis – und ein Fotomotiv, das auf keinem Hermeskeil-Bild fehlt.

Wenn dich die echte Concorde interessiert: Die Geschichte des Überschallfliegers von British Airways und Air France erzählt der Beitrag Concorde – Geschichte einer Legende. Eine originale Concorde in Deutschland gibt es im Museumsverbund von Speyer und Sinsheim.

Museumsbesuch als Beitrag festhalten

Mit Planetrack postest du jede Sichtung mit Foto, Flugzeugtyp und Kennzeichen – auch die Super Constellation auf einer Wiese im Hunsrück. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

Kalter Krieg auf einem Gelände

Den größten Teil der Fläche nehmen Militärflugzeuge ein. Was Hermeskeil besonders macht, ist die Mischung: Kampfjets aus NATO-Staaten und aus dem Warschauer Pakt stehen in Sichtweite zueinander.

Bereich Beispiele aus der Exponatliste
Bundeswehr F-104G Starfighter (mehrere), F-4 Phantom, Alpha Jet, Fiat G.91, Noratlas, Tornado
USA F-100 Super Sabre, F-102 Delta Dagger, F-105 Thunderchief, F-84 Thunderstreak, F-86, OV-10 Bronco, T-33
Großbritannien Lightning, Canberra, Hunter, Sea Hawk, Harrier, Jaguar, Venom, Fairey Gannet
Frankreich und Schweden Mirage III und V, Super Mystère, Fouga Magister, Viggen, Draken
Sowjetunion / NVA MiG-15UTI, MiG-17, MiG-21 in mehreren Varianten, MiG-23, Su-7, Su-22, L-39, An-2, An-26

Ein besonderes Stück ist der Tornado-Prototyp P.06, der laut Spotter-Dokumentationen die britische Seriennummer XX948 trägt. Er unterscheidet sich in Details vom späteren Serienflugzeug und war Erprobungsträger für die Bordkanone.

Die Antonow An-26 fällt durch ihre ungewöhnliche Bemalung auf: Sie trägt Farben der kubanischen Aerocaribbean, obwohl sie aus DDR-Militärbeständen stammt. Spotter-Quellen vermuten dahinter eine Anspielung auf Einsätze in Afrika, bei denen ostdeutsche und kubanische An-26 nebeneinander flogen – belegt ist das nicht.

Hubschrauber in allen Größen

Die Hubschraubersammlung ist für sich allein schon eine Reise wert. Sie reicht von der Bell 47 mit der charakteristischen Glaskuppel bis zur Mil Mi-6A, die zu ihrer Zeit als größter Hubschrauber der Welt galt. Dazwischen stehen unter anderem Bell UH-1D und Bo 105 aus Bundeswehrbeständen, Mi-1, Mi-2, Mi-4, Mi-8, Mi-14 und Mi-24 aus dem Osten, ein Sikorsky Skycrane, eine Kamow Ka-26 sowie britische Typen wie Wessex, Whirlwind, Wasp und die 2023 neu hinzugekommene Westland Scout.

Wenn du in deinem Spotteralltag eher H145 von Polizei und Rettungsdienst siehst, ist die Mi-6A ein guter Maßstab dafür, was Hubschrauberbau einmal bedeutete.

Die Hallen: von Blériot bis Segelflug

In den vier Hallen geht es kleiner, aber nicht weniger interessant zu. Das älteste Flugzeug der Sammlung ist laut ERIH eine Blériot XI – der Typ, mit dem Louis Blériot 1909 den Ärmelkanal überquerte. Dazu kommen Segelflugzeuge wie Spatz, Mü 13 und Rhönlerche, Nurflügel wie die Horten XV, Leichtflugzeuge wie Piper Cub und Messerschmitt Bf 108 sowie ein Nachbau des Lilienthal-Normalsegelapparats und ein Fokker-Dreidecker. Eine große Triebwerkssammlung zeigt, was unter den Verkleidungen steckt.

Fotografieren in Hermeskeil: Freiluft-Regeln

Anders als in einer reinen Hallenausstellung fotografierst du in Hermeskeil überwiegend draußen. Das hat Vorteile – viel Platz, natürliches Licht, keine Hallenbeleuchtung – und ein paar Eigenheiten.

Sonnenstand vorher prüfen

Die Flugzeuge stehen in festen Reihen. Je nach Ausrichtung sind sie vormittags oder nachmittags besser ausgeleuchtet. Wie du das planst, steht im Beitrag zur Sonnenstandsplanung.

Bewölkten Himmel nicht fürchten

Bei hoher Bewölkung verschwinden harte Schatten unter Flügeln und Rümpfen. Für Detailaufnahmen ist das oft sogar besser als pralle Sonne.

Weitwinkel für die Großen

VC10, Comet und Mi-6A stehen nah an anderen Exponaten. Ein Weitwinkel hilft, den ganzen Flieger aufs Bild zu bekommen, ohne den Nachbarn mit abzuschneiden.

Gebrauchsspuren als Motiv

Verwitterte Lackschichten, alte Hoheitszeichen und Wartungshinweise erzählen Geschichte. Statt sie zu verstecken, kannst du sie zum Hauptmotiv machen.

Absperrungen respektieren

Klettere nicht auf Exponate und betritt keine abgesperrten Bereiche – auch wenn die Perspektive verlockend wäre.

Weil du hier stehende Flugzeuge fotografierst, reicht eine deutlich leichtere Ausrüstung als am Flughafenzaun. Ein Standardzoom und ein Weitwinkel decken fast alles ab. Was du an Akkus und Speicher brauchst, steht in der Ausrüstungs-Checkliste. Und wenn dich verwitterte Flugzeuge in großer Zahl faszinieren, ist der Beitrag über Flugzeugfriedhöfe und Boneyards die passende Lektüre für die Heimfahrt.

Wie viel Zeit brauchst du in Hermeskeil?

Stell ein, was du vorhast – der Rechner schätzt deine Zeit vor Ort.

Richtwert ohne Anfahrt.

Anreise und Besuchsplanung

Hermeskeil liegt im Hunsrück, im Landkreis Trier-Saarburg. Das Ausstellungsgelände befindet sich nordöstlich der Stadt an der B 327, der Hunsrückhöhenstraße, nahe der Anschlussstelle Reinsfeld der A 1 zwischen Koblenz und Saarbrücken. Mit dem Auto ist die Ausstellung damit gut erreichbar; mit öffentlichen Verkehrsmitteln wird es deutlich umständlicher.

Die Saison läuft laut Website vom 1. April bis 1. November. Geöffnet ist Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr, auch an Feiertagen. Neu seit 2026: Montags bleibt die Ausstellung geschlossen, sofern kein Feiertag ist. Mit Stand 2026 nennt die Website 15 Euro Eintritt für Erwachsene und 7 Euro für Kinder von 4 bis 14 Jahren. Prüfe Zeiten und Preise vor dem Besuch, weil sich beides von Saison zu Saison ändern kann.

Am Eingang bekommst du einen gedruckten Ausstellungskatalog mit technischen Daten und Historien der Exponate. Für Spotter, die Kennzeichen und Lebensläufe dokumentieren, ist er die beste Ergänzung zu den eigenen Fotos.

Hinfahren, wenn du …

  • klassische Airliner wie Super Constellation, Comet und VC10 aus der Nähe sehen willst
  • Militärjets aus Ost und West an einem Ort fotografieren möchtest
  • einen Familienausflug mit Luftfahrtbezug suchst

Vorher klären, wenn du …

  • im Frühjahr oder Spätherbst fährst – die Saison ist begrenzt
  • an einem Montag kommen willst
  • kommerziell fotografieren oder filmen möchtest

Woanders besser, wenn du …

  • vor allem Linienverkehr im Anflug erleben willst
  • perfekt restaurierte Exponate in klimatisierten Hallen erwartest
  • im Winter einen Ausflug planst

Museum und Live-Verkehr kombinieren

Direkt an der Flugausstellung gibt es keinen Linienverkehr. Der nächstgelegene Verkehrsflughafen ist Frankfurt-Hahn, rund 40 Kilometer entfernt, mit überschaubarem Passagier- und Frachtbetrieb. Auch der Flughafen Luxemburg liegt im weiteren Umkreis des Hunsrücks – dort sind Luxair und die Frachtairline Cargolux mit ihren Boeing-747-Frachtern zu Hause.

Wer einen langen Spottertag plant, kann das Museum mit dem Flughafen Frankfurt verbinden: vormittags durch die Reihen in Hermeskeil, nachmittags an die Aussichtsplattform Zeppelinheim. Dort landen täglich Langstreckenflugzeuge wie 747-8 und A380 – die direkten Nachfahren jener Vierstrahler, die in Hermeskeil auf der Wiese stehen. Prüfe vorher die Betriebsrichtung, damit du am richtigen Ende des Flughafens stehst. Rechne die Fahrzeit realistisch ein; ein solcher Tag ist sportlich.

Museum ist nicht gleich Militärflugplatz

Die Flugzeuge in Hermeskeil sind außer Dienst und dürfen fotografiert werden. An aktiven Militärflugplätzen gelten dagegen eigene Regeln. Was dort erlaubt ist und was nicht, erklärt der Beitrag Militärflugplätze fotografieren.

Vom Museum an den Zaun

Spot-Karte mit Anreise und bestem Licht, Wetter und Pisten am Flughafen und Sichtungs-Alarme für seltene Gäste: Planetrack bringt alles für den zweiten Teil deines Tages zusammen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

Fazit

Die Flugausstellung Hermeskeil ist kein poliertes Hochglanzmuseum, sondern eine über fünf Jahrzehnte gewachsene Privatsammlung mit erstaunlicher Breite. Super Constellation, Comet, VC10 und Viscount erzählen die Geschichte des frühen Verkehrsflugs, MiGs und Phantoms die des Kalten Kriegs. Dazu kommen Hubschrauber, Segelflugzeuge und eine Concorde, in der du Kaffee trinkst.

Für Spotter ist Hermeskeil ein Ort, an dem man Typen „abhaken“ kann, die längst aus dem Luftraum verschwunden sind – und ein Lehrbuch für Bauformen, das jede spätere Typenbestimmung am Zaun leichter macht. Wenn du gezielt nach Raritäten suchst, findest du im Beitrag Seltene Flugzeuge spotten weitere Ideen.

Kurzfazit

Über 100 Fluggeräte aus Ost und West auf einer großen Freifläche im Hunsrück, dazu klassische Airliner und ein Concorde-Café. Ideal als Tagesausflug zwischen April und Anfang November – am besten mit dem Auto und mit Blick auf den Sonnenstand.

Zusammenfassung

  • Hermeskeil ist kein kuratiertes Staatsmuseum, sondern eine über Jahrzehnte gewachsene Privatsammlung mit erstaunlicher Breite.
  • Spotter finden hier Verkehrsflugzeuge der frühen Jet- und Turboprop-Ära sowie Militärjets aus beiden Blöcken des Kalten Kriegs.
  • Weil die meisten Flugzeuge draußen stehen, fotografierst du wie am Flughafen – mit Sonnenstand und Wetter als wichtigsten Faktoren.
  • Prüfe vor dem Besuch Öffnungszeiten und Preise auf der Website und plane die Anreise mit dem Auto.

Häufige Fragen

Was ist die Flugausstellung Hermeskeil?

Ein privates Luftfahrtmuseum im Hunsrück, betrieben von der Familie Junior. Seit 1973 wächst die Sammlung; heute umfasst sie laut Museum über 100 Flugzeuge und Hubschrauber sowie rund 60 Flugmotoren auf einem großen Freigelände und in vier Hallen.

Ist die Concorde in Hermeskeil echt?

Nein. Es handelt sich um einen Nachbau, der als Café genutzt wird und rund 150 Gästen Platz bietet. Über das Material gibt es unterschiedliche Angaben. Wer eine originale Concorde sehen will, findet in Deutschland eine im Technik-Museum-Verbund Speyer/Sinsheim; die Geschichte des Überschallfliegers erzählt unser Beitrag zur Concorde.

Welche Verkehrsflugzeuge stehen in Hermeskeil?

Unter anderem eine Lockheed L-1049G Super Constellation der Lufthansa, eine Vickers VC10, eine de Havilland Comet 4C, eine Vickers Viscount der Lufthansa, eine Iljuschin Il-18, eine Il-14, eine Tupolew Tu-134A, eine DC-3/C-47 und eine Ju 52 in spanischer Lizenzbauversion. Dazu kommen kleinere Typen wie Dove, Jetstream und ein Learjet.

Wann hat die Flugausstellung geöffnet?

Laut Website von 1. April bis 1. November, Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr, auch an Feiertagen. Seit der Saison 2026 ist montags geschlossen, außer an Feiertagen. Im Winter bleibt die Ausstellung zu.

Was kostet der Eintritt?

Mit Stand 2026 nennt die Website 15 Euro für Erwachsene und 7 Euro für Kinder von 4 bis 14 Jahren; Gruppen ab 20 Personen erhalten einen eigenen Tarif. Preise können sich ändern – prüfe sie vor dem Besuch auf der offiziellen Seite.

Wie komme ich nach Hermeskeil?

Am einfachsten mit dem Auto: Das Gelände liegt nordöstlich von Hermeskeil an der B 327 (Hunsrückhöhenstraße), nahe der Anschlussstelle Reinsfeld der A 1 zwischen Koblenz und Saarbrücken. Der nächstgelegene Verkehrsflughafen ist Frankfurt-Hahn.

Darf ich in der Flugausstellung fotografieren?

Private Fotos gehören in Museen dieser Art zum Alltag. Für kommerzielle Aufnahmen, Shootings oder besondere Ausrüstung fragst du vorher beim Museum nach. Klettere nicht auf Exponate und halte Absperrungen ein – viele Flugzeuge sind empfindlicher, als sie aussehen.

Lohnt sich Hermeskeil auch für Kinder?

Ja. Das große Freigelände, die riesigen Hubschrauber und das Café in der Concorde machen den Besuch auch für Familien spannend. Tipps für Ausflüge mit Nachwuchs findest du im Beitrag Planespotting mit Kindern.

Sichtungen rund um Flugausstellung Hermeskeil sammeln

Foto mit Kennzeichen, Typ, Airline und Spot posten, Funde im Hangar sammeln und Likes und Kommentare aus der Community bekommen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

Früher Zugang, Vorteile zum Start und Mitsprache bei neuen Features.

Passende Airlines

Die Fluggesellschaften dazu – mit IATA- und ICAO-Code, Rufzeichen und Lackierung.

Spotting-Spots rund um Flugausstellung Hermeskeil

Spots, an denen du die passenden Flugzeuge regelmäßig vor die Linse bekommst – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.

Alle Spotting-Spots im Überblick →

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Planetrack Redaktion

Diese Datenbank beschreibt Flughäfen, Flugzeughersteller, Airline-Gruppen, Allianzen und Luftfahrtmuseen. Eigentümer, Beteiligungen und Mitgliedschaften ändern sich laufend – gesicherte Angaben stehen im Steckbrief, alles Veränderliche ist als solches gekennzeichnet. Die einzelnen Fluggesellschaften findest du in der Airline-Datenbank.

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