Das Wichtigste in Kürze
- Die Flugausstellung Hermeskeil ist ein privates Familienmuseum, gegründet 1973, und zählt zu den größten privaten Flugzeugsammlungen Deutschlands.
- Über 100 Fluggeräte und rund 60 Motoren stehen auf etwa 76.000 m² Freigelände und in vier Hallen.
- Highlights für Airliner-Fans: Lufthansa-Super-Constellation D-ALIN, VC10, Comet 4C, Viscount, Il-18 und Tu-134 aus DDR-Beständen.
- Die Concorde ist ein begehbarer Nachbau und beherbergt das Museumscafé.
- Plane mit der Saison: geöffnet von April bis Anfang November, seit 2026 montags geschlossen.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Steckbrief
- 2.Tätigkeitsfelder
- 3.Geschichte im Zeitraffer
- 4.Was du als Spotter wissen solltest
- 5.Stärken und Schwächen
- 6.Eine Sammlung, die aus einer Familie gewachsen ist
- 7.Die Verkehrsflugzeuge: Pionierzeit zum Anfassen
- 8.Die Concorde, die nie geflogen ist
- 9.Kalter Krieg auf einem Gelände
- 10.Fotografieren in Hermeskeil: Freiluft-Regeln
- 11.Anreise und Besuchsplanung
- 12.Museum und Live-Verkehr kombinieren
- 13.Fazit
- 14.Häufige Fragen
Steckbrief
| Träger | privater Familienbetrieb der Familie Junior, kein staatliches Museum |
|---|---|
| Standort | Habersberg 1, 54411 Hermeskeil (Landkreis Trier-Saarburg, Rheinland-Pfalz), nordöstlich der Stadt an der B 327 |
| Gelände | rund 76.000 m² Freigelände, dazu vier Hallen mit zusammen etwa 3.600 m² |
| Sammlung | über 100 Flugzeuge und Hubschrauber sowie rund 60 Flugmotoren (Angaben des Museums) |
| Schwerpunkt | Militärluftfahrt aus Ost und West, dazu klassische Verkehrsflugzeuge der 1950er- und 1960er-Jahre |
| Besonderheit | Concorde-Nachbau zum Betreten, darin das Museumscafé mit rund 150 Plätzen |
| Saison | laut Website 1. April bis 1. November, Dienstag bis Sonntag 10 bis 17 Uhr; seit 2026 montags geschlossen, außer an Feiertagen |
| Anreise | Auto empfohlen: nahe der A-1-Anschlussstelle Reinsfeld, an der Hunsrückhöhenstraße |
| Katalog | gedruckter Ausstellungskatalog mit Daten und Historien der Exponate, erhältlich am Eingang |
| Offizielle Website | www.flugausstellung.de |
Tätigkeitsfelder
Geschichte im Zeitraffer
Flugausstellung Hermeskeil aus Spotter-Sicht
Deine Checkliste für Flugausstellung Hermeskeil
- Concorde-Silhouette an der Straße – der Nachbau mit dem markanten Delta ist das Wahrzeichen des Geländes
- Vierstrahlige Riesen im Freien – VC10 und Comet stehen direkt neben Militärjets
- Super Constellation mit dreifachem Seitenleitwerk in Lufthansa-Farben
- Reihen von MiGs und Suchois aus ehemaligen NVA-Beständen – selten so dicht beieinander zu sehen
- Sowjetische Großhubschrauber wie die Mi-6A, deren Rotor das halbe Gelände zu überspannen scheint
- Kennungen aus aller Welt – DDR-, G-, D- und militärische Seriennummern an den Rümpfen
Stärken und Schwächen
Das spricht dafür
- Enorme Typenvielfalt auf einem Gelände – zivil, militärisch, Ost und West
- Verkehrsflugzeuge der Pionierzeit wie Comet, VC10, Viscount und Super Constellation, die du sonst kaum noch siehst
- Die meisten Flugzeuge stehen im Freien: natürliches Licht und viel Platz für Gesamtaufnahmen
- Concorde-Café als Pause mit Erlebnisfaktor, auch für Kinder
- Gut mit dem Auto über die A 1 erreichbar
Wo es hakt
- Nur saisonal geöffnet, im Winter bleibt das Tor zu
- Viele Exponate stehen dauerhaft unter freiem Himmel und zeigen Witterungsspuren
- Die Concorde ist ein Nachbau, kein Original
- Mit öffentlichen Verkehrsmitteln umständlich erreichbar
- Kein Linienverkehr in direkter Nähe – für Live-Spotting musst du weiterfahren
Wer zum ersten Mal über die Hunsrückhöhenstraße bei Hermeskeil fährt, glaubt kurz an eine Halluzination: Zwischen Feldern und Wald steht eine Concorde, daneben Hubschrauber in Lkw-Größe und eine Reihe sowjetischer Kampfjets. Die Flugausstellung Hermeskeil – offiziell Flugausstellung Peter Junior – ist eine der größten privaten Flugzeugsammlungen Deutschlands. Für Spotter ist sie vor allem eins: ein Freiluft-Archiv mit Typen, die seit Jahrzehnten kein Mensch mehr am Himmel gesehen hat.
Auch eine Comet gehört in deinen Hangar
In Planetrack sammelst du Typen und Kennzeichen in deinem Hangar – egal ob sie im Anflug auf Frankfurt oder auf einer Wiese im Hunsrück stehen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Eine Sammlung, die aus einer Familie gewachsen ist
Die meisten großen Luftfahrtmuseen in Deutschland haben einen Träger mit Budget und Kuratoren: das Deutsche Museum mit der Flugwerft Schleißheim, die Stiftung hinter dem Dornier Museum oder der Verein hinter dem Technik Museum Speyer. Hermeskeil funktioniert anders. Die Ausstellung ist ein Familienbetrieb, den die Familie Junior 1973 eröffnet hat. Als Gründer gilt Leo Junior; heute trägt die Ausstellung den Namen Peter Junior.
Seit der Eröffnung ist die Sammlung Stück für Stück gewachsen. Nach Angaben des Museums stehen heute über 100 Flugzeuge und Hubschrauber sowie rund 60 Flugmotoren auf dem Gelände. Die Startseite der Website nennt sogar eine höhere Zahl – solche Abweichungen sind bei Privatsammlungen üblich, weil Exponate dazukommen, getauscht oder abgegeben werden.
Das Freigelände umfasst laut Museum etwa 76.000 Quadratmeter. Dazu kommen vier Ausstellungshallen mit zusammen rund 3.600 Quadratmetern, in denen über 40 kleinere Flugzeuge, Segelflugzeuge, Nachbauten und Triebwerke stehen. Der Großteil der großen Maschinen steht dagegen im Freien – und genau das prägt den Charakter des Besuchs.
Woher die Flugzeuge kamen
Eine Privatsammlung dieser Größe wächst nicht zufällig, sondern durch Gelegenheiten. Zwei Quellen haben Hermeskeil besonders geprägt:
- Ausgemusterte Verkehrsflugzeuge. Ab den Siebzigerjahren kamen Airliner nach Hermeskeil, die ihre Karriere beendet hatten oder als Schulungszellen ausgedient hatten. Die Lufthansa-Viscount D-ANAM etwa wurde nach ihrer Außerdienststellung am Hamburger Flughafen für Ausbildungszwecke genutzt, bevor sie 1976 in den Hunsrück zog.
- Das Ende der NVA. Nach der Wiedervereinigung 1990 waren viele Flugzeuge der Nationalen Volksarmee überzählig, weil sie nicht in die NATO-Strukturen passten. Ein großer Teil der MiGs, Suchois und Mil-Hubschrauber in Hermeskeil stammt aus diesen Beständen.
Dazu kommen Flugzeuge aus britischen, französischen, amerikanischen und schwedischen Beständen. Das Ergebnis ist ein Gelände, auf dem eine F-4 Phantom neben einer MiG-23 steht – ein Bild, das es im Kalten Krieg nur in Planspielen gab.
Die Verkehrsflugzeuge: Pionierzeit zum Anfassen
Für Spotter, die sonst Kennzeichen von A320 und 737-800 sammeln, ist die Airliner-Reihe in Hermeskeil der interessanteste Teil. Hier stehen die Vorfahren des heutigen Luftverkehrs – Typen, mit denen die Strahl- und Turboprop-Ära überhaupt erst begann.
| Typ | Kennzeichen / Herkunft | Warum er spannend ist |
|---|---|---|
| Lockheed L-1049G Super Constellation | D-ALIN, ehemals Lufthansa | Ikone der Langstrecke vor dem Jetzeitalter, mit dreifachem Seitenleitwerk |
| Vickers VC10 | G-ARVF, ehemals BOAC | Vierstrahler mit Hecktriebwerken, eines der größten Flugzeuge der Sammlung |
| de Havilland Comet 4C | G-BDIW | Weiterentwicklung des ersten zivilen Strahlverkehrsflugzeugs der Welt |
| Vickers Viscount 814D | D-ANAM, ehemals Lufthansa | Vertreter des ersten Turboprop-Verkehrsflugzeugs |
| Iljuschin Il-18D | DDR-STH, ehemals Interflug | Viermotoriger sowjetischer Turboprop |
| Tupolew Tu-134A | DDR-SCK, ehemals Interflug | Sowjetischer Kurzstreckenjet mit verglaster Bugnase |
| Iljuschin Il-14P | in polnischen Militärfarben | Kolbenmotor-Verkehrsflugzeug der Nachkriegszeit |
| Douglas C-47 / DC-3 | in jordanischen Militärfarben | Der Klassiker schlechthin, Baujahr 1944 |
| Junkers Ju 52 (CASA 352L) | D-CIAD | Spanischer Lizenzbau der „Tante Ju“ |
Die Kennzeichen in der Tabelle stammen aus Spotter-Dokumentationen und Fachseiten; welche Bemalung ein Flugzeug gerade trägt, kann sich nach einer Neulackierung ändern.
Die Super Constellation D-ALIN
Die Lockheed L-1049G mit dem Kennzeichen D-ALIN ist für deutsche Luftfahrtfans das emotionalste Stück der Sammlung. Die Maschine wurde 1955 an die neu gegründete Lufthansa ausgeliefert – also im Jahr, in dem die Airline den Flugbetrieb wieder aufnahm. Bis 1967 blieb sie im Dienst. Danach retteten Lufthansa-Mitarbeiter sie vor dem Verschrotten, und sie stand über ein Jahrzehnt lang am Hamburger Flughafen. 1980 wurde sie zerlegt und über die Straße nach Hermeskeil gebracht.
Die Super Constellation wird oft mit der Moskaureise von Bundeskanzler Konrad Adenauer im September 1955 in Verbindung gebracht, bei der die Delegation mit Maschinen dieses Typs flog. Ob gerade D-ALIN dabei war, lässt sich aus den verfügbaren Quellen nicht eindeutig belegen. Unbestritten ist: Wer die Anfänge der heutigen Lufthansa und damit der Lufthansa Group verstehen will, steht hier vor einem Original aus dem ersten Betriebsjahr.
VC10 und Comet: britische Strahlpioniere
Die VC10 G-ARVF flog ab 1963 für die britische BOAC und wurde später an die Regierung der Vereinigten Arabischen Emirate verkauft. 1981 landete sie in Saarbrücken-Ensheim und wurde anschließend über die Straße nach Hermeskeil gebracht – ein Transport, den man sich bei einem Vierstrahler dieser Größe kaum vorstellen mag. Typisch für die VC10 sind die vier Triebwerke am Heck und der hohe T-Leitwerk-Aufbau, eine Bauweise, die heute bei Verkehrsflugzeugen dieser Größe verschwunden ist.
Die Comet 4C steht für den Typ, mit dem 1949 das erste zivile Strahlverkehrsflugzeug der Welt in die Luft ging. Die frühen Comet-Versionen wurden durch eine Unfallserie berühmt, die die Luftfahrt viel über Materialermüdung gelehrt hat. Die 4C ist eine spätere, deutlich überarbeitete Version. Wer die Formensprache mit der eines modernen A350 vergleicht, sieht, wie weit der Weg von den in die Flügelwurzel integrierten Triebwerken bis zu den heutigen Triebwerksgondeln unter den Flügeln war.
Kennzeichen-Archäologie
In Hermeskeil findest du Kennungen, die es im heutigen Luftverkehr nicht mehr gibt – allen voran das DDR-Präfix der ehemaligen Interflug. Wie Nationalitätskennzeichen aufgebaut sind und warum sie sich ändern, erklären die Beiträge Flugzeug-Kennzeichen verstehen und Länderkennungen bei Flugzeugen.
Die Concorde, die nie geflogen ist
Das Wahrzeichen der Flugausstellung sieht man schon von der Straße: eine Concorde mit dem typischen schlanken Delta-Flügel. Sie ist allerdings kein Original, sondern ein Nachbau. Nach Angaben des europäischen Industriekultur-Netzwerks ERIH wurde sie gegenüber dem Original vergrößert, damit sie Platz für ein Café bietet. Über das Baumaterial gibt es in den Quellen unterschiedliche Angaben.
Drinnen sitzen laut Museum bis zu 150 Gäste, bedient werden sie nach Angaben des Museums von „Stewardessen“. Für eine Pause zwischen zwei Rundgängen ist das ein ziemlich einmaliges Erlebnis – und ein Fotomotiv, das auf keinem Hermeskeil-Bild fehlt.
Wenn dich die echte Concorde interessiert: Die Geschichte des Überschallfliegers von British Airways und Air France erzählt der Beitrag Concorde – Geschichte einer Legende. Eine originale Concorde in Deutschland gibt es im Museumsverbund von Speyer und Sinsheim.
Museumsbesuch als Beitrag festhalten
Mit Planetrack postest du jede Sichtung mit Foto, Flugzeugtyp und Kennzeichen – auch die Super Constellation auf einer Wiese im Hunsrück. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Kalter Krieg auf einem Gelände
Den größten Teil der Fläche nehmen Militärflugzeuge ein. Was Hermeskeil besonders macht, ist die Mischung: Kampfjets aus NATO-Staaten und aus dem Warschauer Pakt stehen in Sichtweite zueinander.
| Bereich | Beispiele aus der Exponatliste |
|---|---|
| Bundeswehr | F-104G Starfighter (mehrere), F-4 Phantom, Alpha Jet, Fiat G.91, Noratlas, Tornado |
| USA | F-100 Super Sabre, F-102 Delta Dagger, F-105 Thunderchief, F-84 Thunderstreak, F-86, OV-10 Bronco, T-33 |
| Großbritannien | Lightning, Canberra, Hunter, Sea Hawk, Harrier, Jaguar, Venom, Fairey Gannet |
| Frankreich und Schweden | Mirage III und V, Super Mystère, Fouga Magister, Viggen, Draken |
| Sowjetunion / NVA | MiG-15UTI, MiG-17, MiG-21 in mehreren Varianten, MiG-23, Su-7, Su-22, L-39, An-2, An-26 |
Ein besonderes Stück ist der Tornado-Prototyp P.06, der laut Spotter-Dokumentationen die britische Seriennummer XX948 trägt. Er unterscheidet sich in Details vom späteren Serienflugzeug und war Erprobungsträger für die Bordkanone.
Die Antonow An-26 fällt durch ihre ungewöhnliche Bemalung auf: Sie trägt Farben der kubanischen Aerocaribbean, obwohl sie aus DDR-Militärbeständen stammt. Spotter-Quellen vermuten dahinter eine Anspielung auf Einsätze in Afrika, bei denen ostdeutsche und kubanische An-26 nebeneinander flogen – belegt ist das nicht.
Hubschrauber in allen Größen
Die Hubschraubersammlung ist für sich allein schon eine Reise wert. Sie reicht von der Bell 47 mit der charakteristischen Glaskuppel bis zur Mil Mi-6A, die zu ihrer Zeit als größter Hubschrauber der Welt galt. Dazwischen stehen unter anderem Bell UH-1D und Bo 105 aus Bundeswehrbeständen, Mi-1, Mi-2, Mi-4, Mi-8, Mi-14 und Mi-24 aus dem Osten, ein Sikorsky Skycrane, eine Kamow Ka-26 sowie britische Typen wie Wessex, Whirlwind, Wasp und die 2023 neu hinzugekommene Westland Scout.
Wenn du in deinem Spotteralltag eher H145 von Polizei und Rettungsdienst siehst, ist die Mi-6A ein guter Maßstab dafür, was Hubschrauberbau einmal bedeutete.
Die Hallen: von Blériot bis Segelflug
In den vier Hallen geht es kleiner, aber nicht weniger interessant zu. Das älteste Flugzeug der Sammlung ist laut ERIH eine Blériot XI – der Typ, mit dem Louis Blériot 1909 den Ärmelkanal überquerte. Dazu kommen Segelflugzeuge wie Spatz, Mü 13 und Rhönlerche, Nurflügel wie die Horten XV, Leichtflugzeuge wie Piper Cub und Messerschmitt Bf 108 sowie ein Nachbau des Lilienthal-Normalsegelapparats und ein Fokker-Dreidecker. Eine große Triebwerkssammlung zeigt, was unter den Verkleidungen steckt.
Fotografieren in Hermeskeil: Freiluft-Regeln
Anders als in einer reinen Hallenausstellung fotografierst du in Hermeskeil überwiegend draußen. Das hat Vorteile – viel Platz, natürliches Licht, keine Hallenbeleuchtung – und ein paar Eigenheiten.
Sonnenstand vorher prüfen
Die Flugzeuge stehen in festen Reihen. Je nach Ausrichtung sind sie vormittags oder nachmittags besser ausgeleuchtet. Wie du das planst, steht im Beitrag zur Sonnenstandsplanung.
Bewölkten Himmel nicht fürchten
Bei hoher Bewölkung verschwinden harte Schatten unter Flügeln und Rümpfen. Für Detailaufnahmen ist das oft sogar besser als pralle Sonne.
Weitwinkel für die Großen
VC10, Comet und Mi-6A stehen nah an anderen Exponaten. Ein Weitwinkel hilft, den ganzen Flieger aufs Bild zu bekommen, ohne den Nachbarn mit abzuschneiden.
Gebrauchsspuren als Motiv
Verwitterte Lackschichten, alte Hoheitszeichen und Wartungshinweise erzählen Geschichte. Statt sie zu verstecken, kannst du sie zum Hauptmotiv machen.
Absperrungen respektieren
Klettere nicht auf Exponate und betritt keine abgesperrten Bereiche – auch wenn die Perspektive verlockend wäre.
Weil du hier stehende Flugzeuge fotografierst, reicht eine deutlich leichtere Ausrüstung als am Flughafenzaun. Ein Standardzoom und ein Weitwinkel decken fast alles ab. Was du an Akkus und Speicher brauchst, steht in der Ausrüstungs-Checkliste. Und wenn dich verwitterte Flugzeuge in großer Zahl faszinieren, ist der Beitrag über Flugzeugfriedhöfe und Boneyards die passende Lektüre für die Heimfahrt.
Wie viel Zeit brauchst du in Hermeskeil?
Richtwert ohne Anfahrt.
Anreise und Besuchsplanung
Hermeskeil liegt im Hunsrück, im Landkreis Trier-Saarburg. Das Ausstellungsgelände befindet sich nordöstlich der Stadt an der B 327, der Hunsrückhöhenstraße, nahe der Anschlussstelle Reinsfeld der A 1 zwischen Koblenz und Saarbrücken. Mit dem Auto ist die Ausstellung damit gut erreichbar; mit öffentlichen Verkehrsmitteln wird es deutlich umständlicher.
Die Saison läuft laut Website vom 1. April bis 1. November. Geöffnet ist Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr, auch an Feiertagen. Neu seit 2026: Montags bleibt die Ausstellung geschlossen, sofern kein Feiertag ist. Mit Stand 2026 nennt die Website 15 Euro Eintritt für Erwachsene und 7 Euro für Kinder von 4 bis 14 Jahren. Prüfe Zeiten und Preise vor dem Besuch, weil sich beides von Saison zu Saison ändern kann.
Am Eingang bekommst du einen gedruckten Ausstellungskatalog mit technischen Daten und Historien der Exponate. Für Spotter, die Kennzeichen und Lebensläufe dokumentieren, ist er die beste Ergänzung zu den eigenen Fotos.
Hinfahren, wenn du …
- klassische Airliner wie Super Constellation, Comet und VC10 aus der Nähe sehen willst
- Militärjets aus Ost und West an einem Ort fotografieren möchtest
- einen Familienausflug mit Luftfahrtbezug suchst
Vorher klären, wenn du …
- im Frühjahr oder Spätherbst fährst – die Saison ist begrenzt
- an einem Montag kommen willst
- kommerziell fotografieren oder filmen möchtest
Woanders besser, wenn du …
- vor allem Linienverkehr im Anflug erleben willst
- perfekt restaurierte Exponate in klimatisierten Hallen erwartest
- im Winter einen Ausflug planst
Museum und Live-Verkehr kombinieren
Direkt an der Flugausstellung gibt es keinen Linienverkehr. Der nächstgelegene Verkehrsflughafen ist Frankfurt-Hahn, rund 40 Kilometer entfernt, mit überschaubarem Passagier- und Frachtbetrieb. Auch der Flughafen Luxemburg liegt im weiteren Umkreis des Hunsrücks – dort sind Luxair und die Frachtairline Cargolux mit ihren Boeing-747-Frachtern zu Hause.
Wer einen langen Spottertag plant, kann das Museum mit dem Flughafen Frankfurt verbinden: vormittags durch die Reihen in Hermeskeil, nachmittags an die Aussichtsplattform Zeppelinheim. Dort landen täglich Langstreckenflugzeuge wie 747-8 und A380 – die direkten Nachfahren jener Vierstrahler, die in Hermeskeil auf der Wiese stehen. Prüfe vorher die Betriebsrichtung, damit du am richtigen Ende des Flughafens stehst. Rechne die Fahrzeit realistisch ein; ein solcher Tag ist sportlich.
Museum ist nicht gleich Militärflugplatz
Die Flugzeuge in Hermeskeil sind außer Dienst und dürfen fotografiert werden. An aktiven Militärflugplätzen gelten dagegen eigene Regeln. Was dort erlaubt ist und was nicht, erklärt der Beitrag Militärflugplätze fotografieren.
Vom Museum an den Zaun
Spot-Karte mit Anreise und bestem Licht, Wetter und Pisten am Flughafen und Sichtungs-Alarme für seltene Gäste: Planetrack bringt alles für den zweiten Teil deines Tages zusammen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
Die Flugausstellung Hermeskeil ist kein poliertes Hochglanzmuseum, sondern eine über fünf Jahrzehnte gewachsene Privatsammlung mit erstaunlicher Breite. Super Constellation, Comet, VC10 und Viscount erzählen die Geschichte des frühen Verkehrsflugs, MiGs und Phantoms die des Kalten Kriegs. Dazu kommen Hubschrauber, Segelflugzeuge und eine Concorde, in der du Kaffee trinkst.
Für Spotter ist Hermeskeil ein Ort, an dem man Typen „abhaken“ kann, die längst aus dem Luftraum verschwunden sind – und ein Lehrbuch für Bauformen, das jede spätere Typenbestimmung am Zaun leichter macht. Wenn du gezielt nach Raritäten suchst, findest du im Beitrag Seltene Flugzeuge spotten weitere Ideen.
Kurzfazit
Über 100 Fluggeräte aus Ost und West auf einer großen Freifläche im Hunsrück, dazu klassische Airliner und ein Concorde-Café. Ideal als Tagesausflug zwischen April und Anfang November – am besten mit dem Auto und mit Blick auf den Sonnenstand.
Zusammenfassung
- Hermeskeil ist kein kuratiertes Staatsmuseum, sondern eine über Jahrzehnte gewachsene Privatsammlung mit erstaunlicher Breite.
- Spotter finden hier Verkehrsflugzeuge der frühen Jet- und Turboprop-Ära sowie Militärjets aus beiden Blöcken des Kalten Kriegs.
- Weil die meisten Flugzeuge draußen stehen, fotografierst du wie am Flughafen – mit Sonnenstand und Wetter als wichtigsten Faktoren.
- Prüfe vor dem Besuch Öffnungszeiten und Preise auf der Website und plane die Anreise mit dem Auto.
Häufige Fragen
Was ist die Flugausstellung Hermeskeil?
Ein privates Luftfahrtmuseum im Hunsrück, betrieben von der Familie Junior. Seit 1973 wächst die Sammlung; heute umfasst sie laut Museum über 100 Flugzeuge und Hubschrauber sowie rund 60 Flugmotoren auf einem großen Freigelände und in vier Hallen.
Ist die Concorde in Hermeskeil echt?
Nein. Es handelt sich um einen Nachbau, der als Café genutzt wird und rund 150 Gästen Platz bietet. Über das Material gibt es unterschiedliche Angaben. Wer eine originale Concorde sehen will, findet in Deutschland eine im Technik-Museum-Verbund Speyer/Sinsheim; die Geschichte des Überschallfliegers erzählt unser Beitrag zur Concorde.
Welche Verkehrsflugzeuge stehen in Hermeskeil?
Unter anderem eine Lockheed L-1049G Super Constellation der Lufthansa, eine Vickers VC10, eine de Havilland Comet 4C, eine Vickers Viscount der Lufthansa, eine Iljuschin Il-18, eine Il-14, eine Tupolew Tu-134A, eine DC-3/C-47 und eine Ju 52 in spanischer Lizenzbauversion. Dazu kommen kleinere Typen wie Dove, Jetstream und ein Learjet.
Wann hat die Flugausstellung geöffnet?
Laut Website von 1. April bis 1. November, Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr, auch an Feiertagen. Seit der Saison 2026 ist montags geschlossen, außer an Feiertagen. Im Winter bleibt die Ausstellung zu.
Was kostet der Eintritt?
Mit Stand 2026 nennt die Website 15 Euro für Erwachsene und 7 Euro für Kinder von 4 bis 14 Jahren; Gruppen ab 20 Personen erhalten einen eigenen Tarif. Preise können sich ändern – prüfe sie vor dem Besuch auf der offiziellen Seite.
Wie komme ich nach Hermeskeil?
Am einfachsten mit dem Auto: Das Gelände liegt nordöstlich von Hermeskeil an der B 327 (Hunsrückhöhenstraße), nahe der Anschlussstelle Reinsfeld der A 1 zwischen Koblenz und Saarbrücken. Der nächstgelegene Verkehrsflughafen ist Frankfurt-Hahn.
Darf ich in der Flugausstellung fotografieren?
Private Fotos gehören in Museen dieser Art zum Alltag. Für kommerzielle Aufnahmen, Shootings oder besondere Ausrüstung fragst du vorher beim Museum nach. Klettere nicht auf Exponate und halte Absperrungen ein – viele Flugzeuge sind empfindlicher, als sie aussehen.
Lohnt sich Hermeskeil auch für Kinder?
Ja. Das große Freigelände, die riesigen Hubschrauber und das Café in der Concorde machen den Besuch auch für Familien spannend. Tipps für Ausflüge mit Nachwuchs findest du im Beitrag Planespotting mit Kindern.
Sichtungen rund um Flugausstellung Hermeskeil sammeln
Foto mit Kennzeichen, Typ, Airline und Spot posten, Funde im Hangar sammeln und Likes und Kommentare aus der Community bekommen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Passende Airlines
Die Fluggesellschaften dazu – mit IATA- und ICAO-Code, Rufzeichen und Lackierung.
Lufthansa
Deutschlands größte Airline und Kern der Lufthansa Group: Netzwerk-Airline mit den Drehkreuzen Frankfurt und München, Gründungsmitglied der Star Alliance.
LG / LGLLuxair
Luxemburgs nationale Airline: seit 1962 in der Luft, Heimat am Findel, eine bunte Flotte aus Q400-Turboprops und Boeing 737 – und mitten im Umbau auf Embraer E2 und neue 737-Generation.
CV / CLXCargolux
Europas große Nurfracht-Airline aus Luxemburg: eine reine Flotte aus Boeing 747-400F und 747-8F, Erstkunde der 747-8F, Basis am Flughafen Luxemburg und eine Tochter in Mailand.
Spotting-Spots rund um Flugausstellung Hermeskeil
Spots, an denen du die passenden Flugzeuge regelmäßig vor die Linse bekommst – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.
Aussichtsplattform Zeppelinheim am Flughafen Frankfurt
Der Klassiker unter den Frankfurter Spotterpunkten: Von der Plattform an der Autobahnbrücke bei Zeppelinheim schwebt bei Westwind der Großteil der Landungen auf die Südbahn ein – kostenlos, öffentlich und mit der S-Bahn schnell vom Frankfurter Hauptbahnhof erreichbar.
BesucherterrasseBesucherterrasse am Flughafen Köln/Bonn
Die Dachterrasse auf Terminal 1 ist der bequemste legale Standpunkt am Flughafen Köln/Bonn: kostenlos, ohne Sicherheitskontrolle, mit dem Zug direkt erreichbar – und mit Blick auf Vorfeld, Hauptpiste und den militärischen Teil des Platzes.
Weitere Einträge
Technik Museum Speyer
Das Technik Museum Speyer ist eines der großen Ziele für Luftfahrtfans in Deutschland: Hier kletterst du in einen ehemaligen Lufthansa-Jumbo, der rund 20 Meter über dem Boden aufgebockt ist, stehst unter der riesigen Antonov An-22 und schaust in der Raumfahrthalle ins Innere des Buran-Prototyps OK-GLI. Dazu kommt die Liller Halle von 1913, in der einst die Pfalz-Flugzeugwerke arbeiteten.
MuseumFlugwerft Schleißheim
Die Flugwerft Schleißheim ist die Luftfahrt-Außenstelle des Deutschen Museums im Norden von München. Auf einem der ältesten Flugplätze Deutschlands stehen rund 70 Fluggeräte – vom Lilienthal-Gleiter über Senkrechtstarter bis zum ersten Eurofighter-Prototyp –, verteilt auf historische Bauten von 1912 bis 1918 und eine moderne Ausstellungshalle.
MuseumDornier Museum Friedrichshafen
Das Dornier Museum in Friedrichshafen erzählt die Geschichte eines der wichtigsten deutschen Flugzeugbauer – in einem Hangar direkt am Bodensee-Airport. Originale wie die Do 31, die Dornier 228 und die 328 stehen neben Nachbauten von Wal und Merkur, dazu Satelliten und Raumfahrttechnik. Von der Terrasse schaust du aufs Vorfeld.
Airline-GruppeLufthansa Group
Die Lufthansa Group ist keine Airline, sondern ein Konzern mit einem Dutzend Flugbetrieben – von Lufthansa über SWISS und Austrian bis Eurowings und ITA Airways. Wer am Zaun nur den Kranich sucht, übersieht die halbe Gruppe.
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