Das Wichtigste in Kürze
- Die VC10 ist ein britischer Langstreckenjet mit vier Rolls-Royce-Conway-Triebwerken am Heck. Sie flog erstmals am 29. Juni 1962 und ging am 29. April 1964 bei BOAC in den Liniendienst.
- Entwickelt wurde sie für BOAC-Strecken nach Afrika und Asien mit kurzen Pisten, Hitze und hoch gelegenen Flughäfen – daher der saubere Flügel mit großen Klappen und Vorflügeln.
- Nur 54 Exemplare entstanden, darunter 22 gestreckte Super VC10. Gegen Boeing 707 und Douglas DC-8 hatte sie wirtschaftlich das Nachsehen.
- Ihre längste Karriere hatte sie bei der Royal Air Force: erst als Transporter C1, dann als Tanker K2, K3 und K4 bis zum Abschied im September 2013.
- Heute siehst du sie im Museum, unter anderem in Hermeskeil, Duxford, Brooklands und im RAF Museum Cosford.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| Hersteller | Vickers-Armstrongs, ab 1960 Teil der British Aircraft Corporation (Endmontage in Weybridge/Brooklands) |
|---|---|
| ICAO-Typcode | VC10 |
| Erstflug | 29. Juni 1962 (Prototyp G-ARTA, ab Brooklands) |
| Erstflug Super VC10 | 7. Mai 1964 |
| Erster Linienbetrieb | 29. April 1964 bei BOAC auf der Strecke London–Lagos |
| Stückzahl | 54, davon 32 Standard-VC10 (inklusive 14 RAF-Transporter C1) und 22 Super VC10 |
| Bauzeit | 1962 bis 1970, letzte Auslieferung im Februar 1970 |
| Status | historisch – Linienverkehr bis in die frühen 1980er-Jahre, Royal Air Force bis September 2013 |
| Bauart | Vierstrahliger Tiefdecker mit gepfeilten Flügeln, T-Leitwerk und Hecktriebwerken |
| Triebwerke | 4 × Rolls-Royce Conway (Standard: Conway 42, Super: Conway 43), je rund 93 bis 100 kN Schub |
| Länge | rund 48,4 m (Standard), rund 52,3 m (Super VC10) |
| Spannweite | rund 44,6 m |
| Höhe | rund 12 m |
| Passagiere | typisch rund 135 (Standard), bis gut 170 (Super VC10) |
| Max. Startgewicht | rund 141 t (Standard) bis rund 153 t (Super VC10) |
| Reisegeschwindigkeit | rund 890 km/h |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Vier Triebwerke paarweise am Heck – je zwei Conway-Gondeln links und rechts eng nebeneinander am hinteren Rumpf
- Hohes T-Leitwerk mit dem Höhenleitwerk ganz oben auf der Seitenflosse
- Sauberer, gepfeilter Flügel ohne Triebwerksgondeln, nur mit flachen Führungsschienen der Landeklappen an der Unterseite
- Langer, schlanker Rumpf, das Fahrwerk wirkt im Verhältnis eher hoch
- RAF-Tanker: Betankungsausleger (Probe) über dem Cockpit und Schlauchtrommel-Behälter unter den Flügeln oder am Heck
- Sehr ähnliches Layout wie die Iljuschin Il-62 – Unterschiede zeigen sich an Heckstütze, Details und Herkunft
Aktualisiert: Oktober 2026 – Vier Triebwerke paarweise am Heck, darüber ein hohes T-Leitwerk und davor ein langer, eleganter Rumpf: So sieht die Vickers VC10 aus. Der britische Langstreckenjet trug ab 1964 die Farben von BOAC über Kontinente, und als die Airlines ihn längst ausgemustert hatten, flog er für die Royal Air Force noch fast drei Jahrzehnte weiter – als Transporter und Tankflugzeug. Seit 2013 ist die VC10 Geschichte, doch in Museen in Deutschland und Großbritannien kommst du ihr noch ganz nah. Hier erfährst du, wie sie entstand, was die Versionen unterscheidet und woran du sie erkennst.
Klassiker in deinem Hangar
Mit Planetrack hältst du deine VC10-Begegnung im Museum mit Foto, Flugzeugtyp, Kennzeichen und Ort fest und baust deine Sammlung historischer Typen im Hangar auf. Die App startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Was ist die Vickers VC10?
Die VC10 ist ein vierstrahliges Langstrecken-Verkehrsflugzeug des britischen Herstellers Vickers-Armstrongs, der 1960 in der British Aircraft Corporation (BAC) aufging. Ihr auffälligstes Merkmal sind die vier Rolls-Royce-Conway-Triebwerke, die paarweise links und rechts am hinteren Rumpf sitzen. Darüber thront ein T-Leitwerk, der Flügel selbst trägt keine einzige Triebwerksgondel.
Das Konzept war eine bewusste Entscheidung: Die Fluggesellschaft BOAC brauchte ein Flugzeug für ihre Strecken nach Afrika, in den Nahen Osten und nach Asien. Dort warteten kurze Pisten, große Hitze und hoch gelegene Flughäfen – Bedingungen, unter denen Jets damals an ihre Grenzen kamen. Die VC10 meisterte das mit einem Flügel voller Hochauftriebshilfen und reichlich Schub.
Gebaut wurden nur 54 Exemplare. Wirtschaftlich konnte die VC10 gegen die Boeing 707 und die Douglas DC-8 nicht bestehen. Bei Passagieren und Crews war sie dagegen beliebt, und die Royal Air Force machte sie zu einem ihrer langlebigsten Großflugzeuge.
Entstehung: Ein Jet für heiße Pisten
Ende der 1950er-Jahre hatte BOAC mit der De Havilland Comet bereits Jet-Erfahrung gesammelt – und erlebt, wie schwer der Neustart nach den Comet-Unglücken war. Wie es dazu kam, liest du im Beitrag De Havilland Comet: der erste Düsenjet. Für die Strecken ins damalige Commonwealth suchte die Airline nun einen Jet, der mehr Passagiere über längere Distanzen trug und trotzdem auf den schwierigen Plätzen Ostafrikas und Asiens zurechtkam.
Vickers entwarf dafür ein Flugzeug, das konsequent auf Start- und Landeleistung ausgelegt war. Die Triebwerke wanderten ans Heck, damit der Flügel über die ganze Spannweite Vorflügel und große Landeklappen tragen konnte. Als Antrieb wählte man das Rolls-Royce Conway, eines der ersten Mantelstromtriebwerke im zivilen Einsatz. Mehr über den Triebwerkshersteller erfährst du auf der Seite zu Rolls-Royce.
Der Prototyp G-ARTA hob am 29. Juni 1962 in Brooklands bei Weybridge zum Erstflug ab. Die Zulassung folgte im April 1964, und am 29. April 1964 startete BOAC den Liniendienst auf der Strecke London–Lagos. Damit war die VC10 von Anfang an dort unterwegs, wofür sie gebaut worden war: auf den Afrikarouten.
Ruhige Kabine als Verkaufsargument
Weil die Triebwerke weit hinten saßen, galt vor allem der vordere Teil der Kabine als vergleichsweise ruhig. Bei Passagieren und Crews genoss die VC10 deshalb einen sehr guten Ruf.
Standard-VC10 und Super VC10
Parallel zur Standardversion entwickelte Vickers eine gestreckte Variante für die Nordatlantikroute, wo Pistenlänge keine Rolle spielte, Sitzplätze aber sehr wohl. Die Super VC10 flog am 7. Mai 1964 erstmals und kam ab dem Frühjahr 1965 bei BOAC auf der Strecke London–New York zum Einsatz.
| Version | Merkmal | Sitzplätze | Triebwerk |
|---|---|---|---|
| Type 1100/1101 | Prototyp und BOAC-Standardversion | typisch rund 135 | Conway 42 |
| Type 1102/1103 | Standard für Ghana Airways und British United, mit großer Frachttür | gemischte Passagier- und Frachtkonfiguration | Conway 42 |
| Type 1106 (C1) | Transporter der Royal Air Force, 14 Stück | Passagiere, Fracht oder Verwundete | Conway |
| Type 1151 | Super VC10 für BOAC, 17 Stück | bis gut 170 | Conway 43 |
| Type 1154 | Super VC10 für East African Airways, 5 Stück, mit Frachttür | gemischt | Conway 43 |
Die Super VC10 ist rund vier Meter länger als die Standardversion, das maximale Startgewicht steigt von rund 141 auf rund 153 Tonnen. Ursprünglich hatte BOAC deutlich mehr Supers bestellt, die Order wurde aber zusammengestrichen. Die Airline argumentierte, die VC10 sei teurer im Betrieb als die Boeing 707 – ein Streit, der in Großbritannien hohe Wellen schlug und die Exportchancen des Typs belastete.
Standard oder Super? Auf die Länge achten
Die Super VC10 wirkt im Profil spürbar gestreckter, vor allem vor dem Flügel. Sicher bestimmst du die Version aber über Kennzeichen und Typnummer. Bei den RAF-Tankern hilft die Bezeichnung: K2 und C1K basieren auf der Standardversion, K3 und K4 auf der Super VC10.
Auch ein Rekord wird der VC10 zugeschrieben: Mit rund 5 Stunden und 1 Minute galt ihre Atlantiküberquerung jahrzehntelang als schnellste eines Unterschall-Verkehrsflugzeugs, bis eine Boeing 747 die Zeit im Februar 2020 mit kräftigem Rückenwind unterbot. Nur die Concorde war auf der Strecke noch schneller.
Die VC10 bei den Airlines
Hauptkundin war BOAC, die Standard-VC10 auf Afrika- und Asienstrecken und die Super VC10 vor allem über den Nordatlantik einsetzte. Mit der Fusion zu British Airways im Jahr 1974 wechselten die Maschinen in die neuen Farben. Die Standardflugzeuge musterte BA bis 1979 aus, die Super VC10 bis 1981.
Weitere Erstkunden waren British United Airways, Ghana Airways und East African Airways, die ihre Super VC10 mit Frachttür über Nairobi und andere hoch gelegene Plätze schickte. Über den Gebrauchtmarkt flogen VC10 unter anderem bei Gulf Air, British Caledonian, Middle East Airlines, Air Ceylon, Air Malawi und Nigeria Airways. Dazu kamen VIP-Flugzeuge für Staatsoberhäupter, etwa für die königliche Flugbereitschaft Omans, Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate. Rolls-Royce nutzte eine VC10 als fliegenden Triebwerksprüfstand.
Dunkle Kapitel
Auch die VC10 blieb von Unglücken nicht verschont. Bei der Landung in Lagos verunglückte 1969 eine Maschine der Nigeria Airways, 1972 stürzte eine Super VC10 der East African Airways beim Start in Addis Abeba ab. Zwei Super VC10 gingen bei Flugzeugentführungen verloren, darunter 1970 eine BOAC-Maschine bei den Entführungen von Dawson’s Field in Jordanien.
Historische Typen sammeln
Setz die VC10 auf die Wunschliste in deinem Hangar und poste deine Museumsfotos mit Kennzeichen und Ort für die Community. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.
Zweite Karriere: Transporter und Tanker der RAF
Die Royal Air Force bestellte 14 VC10 als Transporter C1. Die Maschinen hatten eine große Frachttür auf der linken Seite und waren bei der No. 10 Squadron in Brize Norton stationiert. Jede trug den Namen eines Trägers des Victoria-Kreuzes. Die C1 flogen Truppen, Fracht, Verwundete und Regierungsmitglieder rund um die Welt und waren auch auf den Plätzen der RAF in Deutschland regelmäßig zu Gast.
Als BA ihre VC10 abgab, griff die RAF zu. Ab den 1980er-Jahren entstanden aus gebrauchten Airline-Maschinen Tankflugzeuge:
- K2: fünf ehemalige Standard-VC10, mit Zusatztanks im Rumpf
- K3: vier ehemalige Super VC10 der East African Airways, ebenfalls mit Rumpftanks
- K4: fünf ehemalige BA-Super-VC10, ohne Rumpftanks
- C1K: 13 der ursprünglichen C1, die zusätzlich Betankungsausrüstung unter den Flügeln erhielten und so Transporter und Tanker zugleich wurden
Die Tanker gehörten zur No. 101 Squadron, die zuletzt alle VC10 der RAF flog. Sie betankten Kampfflugzeuge bei internationalen Einsätzen, etwa im Golfkrieg 1991; eine Maschine war zeitweise auf den Falklandinseln stationiert. Am 20. September 2013 endete die Dienstzeit offiziell, am 25. September 2013 überführte die Crew der K3 ZA147 die letzte VC10 nach Bruntingthorpe. Seitdem übernimmt der Airbus A330 MRTT als „Voyager“ die Aufgaben, betrieben über AirTanker für die RAF. Ein weiterer Vorgänger im Tankergeschäft der RAF war die Lockheed L-1011 TriStar.
Wie du heutige Tanker an Probe, Boom und Schlauchbehältern auseinanderhältst, zeigt der Guide Tankflugzeuge erkennen. Für die großen Transporter hilft dir der Artikel Militärtransporter erkennen weiter.
So erkennst du die VC10
Fliegend begegnest du ihr nicht mehr, doch auf historischen Fotos und in Museen lohnt ein genauer Blick. Diese Merkmale helfen dir.
Triebwerke am Heck
Vier Gondeln, je zwei nebeneinander links und rechts am hinteren Rumpf. Bei drei Triebwerken bist du eher bei der Trident, bei zwei am Heck bei der One-Eleven.
Leitwerk ansehen
Das T-Leitwerk der VC10 ist groß und hoch, das Höhenleitwerk sitzt ganz oben auf der Seitenflosse, weit über den Hecktriebwerken.
Flügel prüfen
Ein „nackter“ gepfeilter Flügel ohne Gondeln. An der Unterseite siehst du nur die flachen Verkleidungen der Klappenmechanik – bei Tankern zusätzlich die Betankungsbehälter.
Länge und Kennung
Eine sehr lange Silhouette weist auf die Super VC10 oder die K3/K4 hin. RAF-Kennungen beginnen mit Buchstaben wie XR, XV, ZA oder ZD, zivile britische mit G-.
Wenn du historische Kennzeichen nachschlagen willst, hilft dir der Beitrag über britische G-Kennzeichen. Wer die VC10 noch fliegen gehört hat, erinnert sich an das kräftige Grollen der Conway-Triebwerke beim Start. Wie du Flugzeuge am Geräusch unterscheidest, erklärt der Artikel Flugzeugtypen am Geräusch erkennen.
VC10, Il-62, Trident oder 707?
In den 1960er-Jahren tauchte das Hecktriebwerks-Konzept bei mehreren Typen auf. Der Finder hilft dir beim Eingrenzen.
Schnellbestimmung: klassischer Langstrecken- und Hecktriebwerks-Jet
Vickers VC10
Vier Hecktriebwerke, T-Leitwerk ohne Heckstütze und britische Herkunft passen zur VC10. Die Rumpflänge verrät, ob Standard oder Super.
Iljuschin Il-62
Gleiches Grundlayout, aber sowjetische Herkunft. Am Boden stützt sich die Il-62 hinten auf eine kleine Heckstütze.
Hawker Siddeley Trident
Drei Hecktriebwerke und ein deutlich kürzerer Rumpf deuten auf die Trident, den britischen Kurz- und Mittelstreckenjet.
Boeing 707 oder Douglas DC-8
Triebwerke unter den Flügeln und ein konventionelles Leitwerk sprechen für die großen amerikanischen Konkurrenten der VC10.
Ausführlich stellen wir die Verwandten auf eigenen Seiten vor: die Iljuschin Il-62, die Hawker Siddeley Trident, die BAC One-Eleven und die Boeing 707-320. Die Geschichte der 707 liest du im Beitrag Boeing 707. Aus derselben Firmenfamilie stammen die Turboprops Vickers Viscount und Vickers Vanguard.
Es spricht für die VC10, wenn …
- vier Triebwerke paarweise am Heck sitzen
- ein T-Leitwerk über den Hecktriebwerken sitzt und keine Heckstütze zu sehen ist
- die Maschine britische G- oder RAF-Kennungen trägt
- du BOAC-, BA-, Gulf-Air- oder RAF-Farben siehst
Sieh genauer hin, wenn …
- das Foto nur die Silhouette von unten zeigt
- die Lackierung neutral ist, etwa bei VIP-Maschinen
- osteuropäische Kennzeichen zu sehen sind – dann eher Il-62
Es ist keine VC10, wenn …
- die Triebwerke unter den Flügeln hängen
- nur zwei oder drei Triebwerke am Heck sitzen
- Propeller statt Strahltriebwerke zu sehen sind
- eine Heckstütze unter dem Rumpf steht
Wo du die VC10 heute siehst
Nach dem Abschied der RAF wurden viele Maschinen verschrottet, einige aber bewahrt. Vollständige Exemplare und Rumpfsektionen findest du an diesen Orten.
| Ort | Kennzeichen | Hintergrund |
|---|---|---|
| Flugausstellung Hermeskeil | G-ARVF | Standard-VC10 in den Farben der Regierung der Vereinigten Arabischen Emirate |
| Imperial War Museum Duxford | G-ASGC | Super VC10 in BOAC-Cunard-Lackierung |
| Brooklands Museum | A4O-AB | Ehemals G-ASIX, Standard-VC10 in den Farben der Royal Flight von Oman |
| RAF Museum Cosford | XR808 | C1K der Royal Air Force |
| Dunsfold Aerodrome | ZA150 | K3, lange rollfähig erhalten, 2020 verkauft – aktuellen Status prüfen |
Für Spotter aus Deutschland ist Hermeskeil der naheliegende Startpunkt: Die Flugausstellung im Hunsrück zeigt die G-ARVF im Freigelände, zusammen mit vielen anderen Verkehrs- und Militärflugzeugen. In England verbindest du einen Besuch in Duxford gut mit einem Flugtag – Tipps dazu im Beitrag IWM Duxford Airshows, Infos zum Gelände auf der Seite IWM Duxford als Spot. In Brooklands stehst du am Geburtsort der VC10, dort steht neben der omanischen Maschine auch eine Rumpfsektion der G-ARVM. Wenn du das RAF Museum in Cosford besuchst, findest du Infos zum Flugplatz auf der Seite RAF Museum Cosford als Spot.
Vor dem Besuch prüfen
Museumsflugzeuge werden umgestellt, restauriert, verkauft oder eingelagert, und nicht jedes Exemplar ist von innen zugänglich. Informier dich vor deiner Tour auf der Website des Museums über Öffnungszeiten und den aktuellen Standort der VC10.
Bereit für deine VC10-Tour?
- Ich habe ein Museum mit VC10 ausgewählt.
- Ich habe Öffnungszeiten und Ausstellungsstatus geprüft.
- Ich weiß, ob das Flugzeug drinnen oder draußen steht.
- Ich habe ein Weitwinkelobjektiv für die lange Silhouette dabei.
- Ich notiere Kennzeichen und Version für meine Sammlung.
Fototipps für die VC10 im Museum
Heck ins Zentrum
Eine Dreiviertelansicht von hinten zeigt die vier Conway-Gondeln und das T-Leitwerk zusammen – genau das, was die VC10 ausmacht.
Abstand für die Länge
Mit fast 50 Metern Länge passt die VC10 nur mit Abstand oder Weitwinkel aufs Bild. Geh lieber ein paar Schritte zurück, statt starke Verzerrungen in Kauf zu nehmen.
Details sammeln
Betankungsbehälter, der Tankausleger über dem Cockpit, Triebwerkseinläufe und historische Lackierungen sind eigene Motive für deine Serie.
Licht im Freigelände
In Hermeskeil steht die VC10 im Freigelände. Plane bei Außenaufstellung so, dass die Sonne seitlich auf die Seite fällt, die du fotografieren willst, und meide harte Mittagsschatten unter den Flügeln.
Mit dem Sonnenstand-Planer in Planetrack siehst du vorab, wann das Licht auf dein Motiv fällt. Welche klassischen Farbschemata Kultstatus haben, zeigt der Beitrag Legendäre Airline-Lackierungen der Geschichte. Und wenn dich Klassiker generell reizen, lies weiter in Oldtimer am Himmel erkennen.
Fazit
Die Vickers VC10 war ein Flugzeug mit klarer Mission: Langstrecke auch dort, wo Pisten kurz und Temperaturen hoch sind. Technisch gelang das hervorragend, kommerziell blieb sie mit 54 Exemplaren ein Nischenprodukt neben Boeing 707 und DC-8. Ihre eigentliche Stärke zeigte sie bei der Royal Air Force, wo sie bis 2013 Truppen transportierte und Kampfflugzeuge in der Luft betankte. Für dich als Spotter ist sie heute ein Museumsstück mit unverwechselbarer Silhouette – und mit Hermeskeil gibt es sogar eine VC10 in Deutschland.
Kurzfazit
Vier Conway-Triebwerke paarweise am Heck, ein kräftiges T-Leitwerk und ein langer, schlanker Rumpf: Das ist die VC10. Fliegend gibt es sie nicht mehr, aber in Hermeskeil, Duxford, Brooklands und Cosford kannst du sie aus nächster Nähe für deine Sammlung festhalten.
Zusammenfassung
- Die VC10 flog 1962 erstmals und war ab 1964 das Langstrecken-Flaggschiff von BOAC, die Super VC10 folgte mit längerem Rumpf und mehr Sitzen.
- Die Hecktriebwerke machten den Flügel frei für leistungsstarke Hochauftriebshilfen; die Kabine galt zudem als vergleichsweise ruhig.
- Neben BOAC und British Airways flogen unter anderem British United, Ghana Airways, East African Airways, Gulf Air und British Caledonian die VC10.
- Als Tanker und Transporter der Royal Air Force blieb sie bis 2013 im Dienst und wurde dann durch den Airbus Voyager ersetzt.
Häufige Fragen
Warum hat die VC10 ihre Triebwerke am Heck?
BOAC verlangte ein Langstreckenflugzeug, das auch auf kurzen, heißen und hoch gelegenen Pisten in Afrika und Asien starten konnte. Mit den Triebwerken am Heck blieb der Flügel frei für durchgehende Vorflügel und große Landeklappen, die viel Auftrieb bei niedriger Geschwindigkeit liefern. Ein Nebeneffekt war die ruhige Kabine, die bei Passagieren gut ankam.
Was ist der Unterschied zwischen VC10 und Super VC10?
Die Super VC10 hat einen um rund vier Meter längeren Rumpf, stärkere Conway-43-Triebwerke, ein höheres Startgewicht und mehr Sitzplätze. Sie flog am 7. Mai 1964 zum ersten Mal und kam bei BOAC vor allem auf der Nordatlantikroute zum Einsatz. Die kürzere Standard-VC10 spielte ihre Stärken auf anspruchsvollen Pisten aus.
Wie viele VC10 wurden gebaut?
Insgesamt 54 Stück: 32 Standard-VC10 einschließlich des Prototyps und der 14 Transporter für die Royal Air Force sowie 22 Super VC10, davon 17 für BOAC und 5 für East African Airways. Die letzte Maschine wurde im Februar 1970 ausgeliefert.
Wann flog die letzte VC10?
Die Royal Air Force verabschiedete die VC10 am 20. September 2013 aus dem Dienst. Den letzten Flug absolvierte die K3 ZA147 am 25. September 2013 zum Flugplatz Bruntingthorpe. Seitdem fliegt keine VC10 mehr; Nachfolger bei der RAF ist der Airbus Voyager auf Basis des A330 MRTT.
Wie unterscheide ich VC10 und Il-62?
Beide haben vier Hecktriebwerke und ein T-Leitwerk, das Grundlayout ist fast gleich. Ein gutes Unterscheidungsmerkmal am Boden: Die Il-62 stützt sich hinten auf eine kleine ausfahrbare Heckstütze, die VC10 braucht keine. Leitwerk und Nase unterscheiden sich zudem im Detail. Im Zweifel helfen Kennzeichen und Lackierung: G- oder RAF-Kennungen deuten auf die VC10, sowjetische oder russische Kennzeichen auf die Il-62.
Wo kann ich eine VC10 in Deutschland sehen?
In der Flugausstellung Hermeskeil steht die Standard-VC10 G-ARVF in den Farben der Regierung der Vereinigten Arabischen Emirate. Weitere Exemplare stehen in Großbritannien, etwa im Imperial War Museum Duxford, im Brooklands Museum und im RAF Museum Cosford. Prüf vor dem Besuch den aktuellen Ausstellungsstatus.
Vickers VC10 sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
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