Das Wichtigste in Kürze
- Braathens SAFE ist eine historische norwegische Airline: gegründet 1946, ab 2004 Teil von SAS Braathens, der Name verschwand 2007.
- Codes: IATA BU, ICAO BRA, Rufzeichen „BRAATHENS“.
- SAFE ist ein Programm: South American & Far East Airtransport – ursprünglich brachte die Airline Crews und Material zu Schiffen in Übersee.
- Die Boeing 737 war das Arbeitspferd: von der 737-200 ab 1969 über 737-400 und -500 bis zur 737-700.
- Jahrzehntelang der Gegenspieler von SAS im norwegischen Inlandsverkehr – bis SAS die Airline 2001 kaufte.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Braathens SAFE im Überblick
- 2.Die Geschichte in Etappen
- 3.Codes und Rufzeichen
- 4.Von der Fernost-Linie zur Inlandsairline
- 5.Die Flotte von Braathens SAFE
- 6.Woran du Braathens erkennst
- 7.Drehkreuze und Strecken
- 8.Wettbewerb, Expansion und Übernahme durch SAS
- 9.Braathens im Spotter-Alltag heute
- 10.Häufige Verwechslungen
- 11.Fazit
Steckbrief
| IATA-Code | BU |
|---|---|
| ICAO-Code | BRA |
| Rufzeichen | BRAATHENS |
| Drehkreuze | OSL, FBU |
| Status | Historisch – 2004 mit SAS Norge zu SAS Braathens verschmolzen, der Name Braathens verschwand 2007 |
| Gegründet | 26. März 1946 durch den Reeder Ludvig G. Braathen |
| Name | SAFE steht für „South American & Far East Airtransport“; seit 1998 nur noch „Braathens“ |
| Erster Flug | 30. Januar 1947, Oslo–Kopenhagen–Paris–Kairo |
| Geschäftsmodell | Erst Charter und Fernost-Linie, ab den 1950er-Jahren Inlandsairline mit Ferienchartern, später auch Europastrecken |
| Sitz | Bürogebäude „Diamanten“ in Fornebu bei Oslo |
| Drehkreuze | Oslo-Fornebu (1949–1998), danach Oslo-Gardermoen (OSL); Technikbasis in Stavanger-Sola |
| Eigentümer | Reederei-Holding Braganza, Börsengang 1994, KLM mit 30 Prozent ab Ende der 1990er-Jahre, 2001 Kauf durch SAS |
| Flotte 2004 | 26 Boeing 737 der Baureihen -400, -500 und -700 |
Woran du die Airline erkennst
Ist das wirklich Braathens SAFE?
- Breite rote Zierlinie am Rumpf, begleitet von dünneren weißen und blauen Streifen
- Norwegische Flagge am Seitenleitwerk – nur 1998/99 kurz durch ein silbernes Flügel-Logo ersetzt
- Ab 1998 Bemalung mit blauem Rumpfunterteil
- Flugzeuge mit Namen norwegischer Könige am Rumpf, etwa „Harald Gille“ oder „Sverre Sigurdson“
- Norwegische Kennzeichen mit LN- am Heck
- In den letzten Jahren fast nur Boeing 737 der Classic- und Next-Generation
Wer alte Dias von norwegischen Flughäfen durchblättert, stößt fast zwangsläufig auf sie: Boeing 737 mit roter Zierlinie, Norwegen-Flagge am Leitwerk und einem Königsnamen am Rumpf. Braathens SAFE war über Jahrzehnte die zweite große Airline Norwegens und der direkte Gegenspieler von SAS. Seit 2004 gibt es sie nicht mehr – aber ihre Geschichte erklärt viel darüber, wie der norwegische Luftverkehr bis heute funktioniert. Diese Seite zeigt dir, woher die Airline kam, was sie flog und wie du Braathens-Fotos sauber zuordnest.
Dein Archiv, sauber sortiert
Mit Planetrack postest du Sichtungen mit Foto, Kennzeichen, Typ, Airline und Flughafen – so findest du auch alte Braathens-Aufnahmen jederzeit wieder. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Braathens SAFE im Überblick
Braathens SAFE war eine norwegische Fluggesellschaft, die von 1947 bis 2004 unter eigenem Namen flog. Gegründet wurde sie am 26. März 1946 von Ludvig G. Braathen, einem Reeder aus Oslo. Das Kürzel im Namen verrät die ursprüngliche Idee: SAFE steht für „South American & Far East Airtransport“. Braathen wollte Besatzungen und Ersatzteile schnell zu Schiffen in Übersee bringen – seinen eigenen und denen anderer Reedereien, vor allem in Fernost.
Aus dieser Reederei-Airline wurde nach wenigen Jahren etwas ganz anderes: eine Inlandsairline, die Norwegens Städte entlang der Küste verband und daneben Urlauber in den Süden flog. Über Jahrzehnte teilte sich Braathens den norwegischen Markt mit SAS, anfangs streng nach Strecken getrennt, ab den späten 1980er-Jahren im direkten Wettbewerb. 2001 kaufte SAS den Konkurrenten, 2004 verschmolzen beide norwegischen Betriebe zu SAS Braathens.
Ein Vergleich hilft beim Einordnen: Was heute Norwegian für SAS ist, war bis Anfang der 2000er-Jahre Braathens – der große norwegische Gegenspieler mit einer Flotte aus Boeing 737.
Die Geschichte in Etappen
Die Geschichte von Braathens ist eng mit der norwegischen Luftfahrtpolitik verknüpft. Welche Strecken eine Airline fliegen durfte, entschied lange der Staat per Konzession – und genau diese Konzessionen bestimmten mehrmals, wohin sich Braathens entwickelte.
1946/1947
Gründung durch Ludvig G. Braathen. Im Dezember 1946 landet die erste Douglas DC-4 „Norse Explorer“ in Gardermoen, am 30. Januar 1947 startet der erste Flug über Kopenhagen und Paris nach Kairo. Ende Februar 1947 hebt die erste Maschine Richtung Hongkong ab.
1949–1954
Braathens erhält eine Konzession für die Fernost-Linie, die erste Flugverbindung zwischen Norwegen und Ostasien. Nach der Gründung von SAS fallen die internationalen Linienrechte an die Gemeinschaftsairline, 1954 endet der Fernostverkehr.
1952–1967
Aufbau des Inlandsnetzes: zuerst Oslo–Tønsberg–Stavanger mit de Havilland Heron, dann Trondheim, Ålesund, Kristiansand und 1967 Bodø und Tromsø.
1959–1969
Ferienflüge ans Mittelmeer für den Reiseveranstalter Saga Tours, erst mit DC-4, ab 1961 mit DC-6. 1969 beginnt mit Fokker F-28 und Boeing 737-200 das Jetzeitalter.
1987–1994
Direkter Wettbewerb mit SAS im Inland, 1989 die erste Auslandslinie nach Billund. Börsengang im Januar 1994, im April 1994 wird der norwegische Inlandsmarkt dereguliert.
1996–1999
Kauf der schwedischen Transwede und Malmö Aviation, KLM steigt mit 30 Prozent ein. 1998 neuer Name „Braathens“, neue Bemalung und Umzug nach Gardermoen – gefolgt von einem verlustreichen Preiskampf.
2001–2007
SAS übernimmt Braathens, ab April 2002 teilen beide das Netz auf. Am 1. Mai 2004 geht Braathens in SAS Braathens auf, ab Juni 2007 heißt die Gesellschaft SAS Norge.
Für Spotter-Historiker ist ein Detail aus den Anfangsjahren besonders reizvoll: Im April 1959 landete eine Braathens-DC-4 auf einer geräumten Schneepiste im Adventdalen auf Spitzbergen. Aus diesem Testflug wurden Charterflüge nach Longyearbyen – lange bevor Svalbard einen festen Flughafen bekam.
Codes und Rufzeichen
- IATA-Code BU: stand in der Flugnummer, also auf Tickets, Anzeigetafeln und in Flugplänen.
- ICAO-Code BRA: wurde im Flugplan der Flugsicherung verwendet.
- Rufzeichen BRAATHENS: so meldete sich die Besatzung im Funk.
Nach der Fusion lief der Code BU bei SAS Braathens weiter, die Flüge wurden für Fluggäste aber unter SAS-Flugnummern mit SK verkauft und angezeigt. Wenn du in alten Flugplänen oder Logbüchern nach Braathens suchst, lohnt sich deshalb ein Blick auf das Datum: Vor 2004 steht BU klar für Braathens, danach für den SAS-Betrieb in Norwegen.
Alte Sichtungen nachtragen
Für historische Fotos hilft dir kein Live-Tracker. Notiere deshalb Kennzeichen, Ort und ungefähres Datum – damit lässt sich jede Maschine später eindeutig zuordnen. Wie Kennzeichen aufgebaut sind, erklärt der Guide Flugzeugkennzeichen verstehen; ist es auf dem Foto kaum lesbar, hilft Unlesbares Kennzeichen ermitteln.
Von der Fernost-Linie zur Inlandsairline
Der Start war ehrgeizig. Braathen kaufte gebrauchte Douglas C-54 – die militärische Version der Douglas DC-4 – und schickte sie auf Charterflüge um die halbe Welt. Allein 1947 gingen 25 Flüge nach Hongkong, dazu Flüge nach New York und Johannesburg. Die Fernost-Strecke wurde so wichtig, dass Braathens dafür eine staatliche Konzession erhielt.
Mit der Gründung von SAS änderte sich alles. Die neue skandinavische Gemeinschaftsairline bekam die internationalen Linienrechte aus Norwegen, Braathens verlor 1954 seinen Fernostverkehr – und damit den Großteil seiner Einnahmen. Als Ausgleich durfte die Airline ausgewählte Inlandsstrecken fliegen. Die erste führte 1952 mit einer kleinen de Havilland Heron von Oslo über Tønsberg nach Stavanger. Im ersten Jahr beförderte Braathens darauf gut 2.800 Fluggäste.
Daraus wuchs ein Netz entlang der Westküste und in den Norden: Trondheim, Ålesund, Kristiansand, später Bodø und Tromsø. Die übrigen Inlandsstrecken blieben SAS vorbehalten. Diese Aufteilung hielt über drei Jahrzehnte und prägte das Bild an Norwegens Flughäfen – mal standen dort die Maschinen von SAS, mal die von Braathens, aber selten auf derselben Strecke.
Ein zweites Standbein waren Ferienflüge. Ab 1959 flog Braathens für den Veranstalter Saga Tours Urlauber ans Mittelmeer, zunächst mit DC-4, ab 1961 mit der Douglas DC-6. Die technische Basis lag in Stavanger-Sola, die Hauptbasis in Oslo-Fornebu.
Die Flotte von Braathens SAFE
In knapp 60 Jahren flog Braathens eine bemerkenswert bunte Folge von Flugzeugtypen. Die Übersicht zeigt die wichtigsten, mit den Zeiträumen laut Flottengeschichte:
| Typ | Zeitraum | Spotter-Hinweis |
|---|---|---|
| Douglas C-54 / DC-4 | 1947–1966 | Erstes Arbeitspferd, Namen mit „Norse …“ |
| Douglas DC-3 / C-47 | 1947–1964 | Kleine Ergänzung der frühen Flotte |
| de Havilland Heron | 1952–1960 | Viermotoriger Kleinflieger für die ersten Inlandsstrecken |
| Fokker F27 Friendship | 1958–1977 | Turboprop im Inlandsnetz, letzte Exemplare gingen an Busy Bee |
| Douglas DC-6B | 1962–1973 | Ferienflüge ans Mittelmeer |
| Fokker F28 Fellowship | 1969–1986 | Erster Jet der Airline, gemeinsam mit der 737-200 |
| Boeing 737-200 | 1969–1994 | 20 Exemplare, das Rückgrat für 25 Jahre |
| Boeing 767-200 | 1984–1986 | Nur zwei Maschinen, schnell wieder verkauft |
| Boeing 737-400 | 1989–2004 | Längere Classic-Version |
| Boeing 737-500 | 1990–2004 | Größte Gruppe der späten Flotte |
| Boeing 737-700 | 1998–2004 | Next Generation, die letzten Neuzugänge |
| Fokker 100 und BAe 146-200 | 1997–2001 | Über die schwedischen Töchter in die Gruppe gekommen |
Die Fokker F-28 und die Boeing 737-200 bestellte Braathens 1965 – bei der F-28 war die Airline sogar Erstkunde –, ausgeliefert wurden die ersten Jets 1969. Die Boeing 737 blieb danach bis zum Schluss der Kern der Flotte. Daneben spielte der niederländische Hersteller Fokker eine wichtige Rolle: Vom Turboprop F-27 über den Jet F-28 bis zur Fokker 100 flogen Maschinen aus Amsterdam für die Airline.
Ein kurzes Kapitel war die Boeing 767. Braathens bestellte 1980 zwei 767-200, vor allem für das Chartergeschäft. Die Maschinen kamen 1984 mit 242 Sitzen, doch das Konzept ging wirtschaftlich nicht auf. Schon 1986 wurden beide wieder verkauft.
Zum Schluss war die Flotte sehr einheitlich: 2004 bestand sie aus 26 Boeing 737 der Baureihen -400, -500 und -700. Mit der Fusion gingen diese Flugzeuge in den SAS-Betrieb über.
Eine 737-500 fehlt dir noch?
Setz den Typ auf die Wunschliste in deinem Hangar und richte Sichtungs-Alarme für Typen oder Kennzeichen ein – Planetrack meldet dir Anflug und Landung. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.
Woran du Braathens erkennst
Die klassische Braathens-Bemalung ist schlicht und gerade deshalb gut zu erkennen: weißer Rumpf, eine breite rote Zierlinie mit schmaleren weißen und blauen Streifen und die norwegische Flagge am Seitenleitwerk. Dieses Grundmuster hielt sich mit kleinen Änderungen über Jahrzehnte – von den frühen Maschinen bis zur 737-400 und -500.
Ein Bruch kam am 23. März 1998. Die Airline nannte sich fortan nur noch „Braathens“, bekam einen blau lackierten Rumpfunterteil und ersetzte die Flagge am Leitwerk durch ein silbergraues Flügel-Logo. Schon 1999 kehrte die Flagge ans Leitwerk zurück. Aus dieser kurzen Phase stammen deshalb Fotos, die auf den ersten Blick gar nicht nach Braathens aussehen. Wie solche Designwechsel ablaufen, zeigt der Artikel Wenn Airlines ihr Design wechseln.
Ein Detail, das Braathens von vielen Airlines abhebt, sind die Flugzeugnamen. Die frühen Douglas-Maschinen hießen „Norse …“, die Herons trugen norwegische Männernamen. Ab den letzten F-27 wurden die Flugzeuge nach norwegischen Königen benannt – eine Tradition, die bis zur Boeing 737 hielt.
Zeigt dein altes Foto wirklich Braathens?
- Rote Zierlinie am Rumpf mit dünnen weißen und blauen Streifen
- Norwegische Flagge oder silbernes Flügel-Logo am Leitwerk
- Norwegisches Kennzeichen mit LN- am Heck
- Name eines norwegischen Königs am Rumpf
- Typ wie Boeing 737, Fokker F-28 oder F-27
- Aufnahme aus der Zeit vor Mai 2004
Bei der 737-Familie hilft dir zusätzlich die Generation beim Datieren: Eine 737-200 mit schlanken, langen Triebwerken stammt aus der Zeit bis 1994, eine 737-400 oder -500 mit dickeren Triebwerken aus den 1990er-Jahren, die 737-700 erst ab 1998. Wie du die Generationen sicher auseinanderhältst, erklärt der Guide Boeing 737 Original, Classic, NG und MAX unterscheiden.
Drehkreuze und Strecken
Fast 50 Jahre lang war Oslo-Fornebu die Heimat von Braathens. Dort lag auch der Firmensitz, ein Bürogebäude mit dem Namen „Diamanten“. Mit der Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens zog Braathens 1998 nach Gardermoen um – heute der Flughafen Oslo. Die Technik blieb in Stavanger-Sola.
Das Netz konzentrierte sich lange auf Norwegen: Oslo mit Stavanger, Bergen, Trondheim, Ålesund, Kristiansand und den Städten im Norden. Ab 1989 kamen Auslandsstrecken dazu, erst Billund, dann unter anderem Newcastle. Mit der schwedischen Tochter wurde zwischen 1997 und 1999 auch Stockholm-Arlanda zur Basis.
Kleinere Strecken übernahm teils die Schwesterairline Busy Bee, an die Mitte der 1970er-Jahre die letzten F-27 gingen und die 1993 in Konkurs ging. Im Norden und auf vielen Kurzstrecken war außerdem Widerøe aktiv – mit eigenen Turboprops und einem ganz anderen Netz.
Wettbewerb, Expansion und Übernahme durch SAS
Ab 1987 durften Braathens und SAS auf denselben Inlandsstrecken gegeneinander antreten. Am 1. April 1994 wurde der norwegische Inlandsmarkt vollständig dereguliert, kurz zuvor, im Januar 1994, war Braathens an die Börse in Oslo gegangen. Die Reederei-Holding Braganza der Familie Braathen blieb großer Anteilseigner.
Ende der 1990er-Jahre wurde Braathens deutlich größer. 1996 kaufte die Airline die schwedische Transwede, 1998 Malmö Aviation. Gleichzeitig stieg KLM mit 30 Prozent ein, Braathens übernahm die meisten KLM-Strecken zwischen Norwegen und Amsterdam. Das Vielfliegerprogramm hieß erst Bracard, ab 1999 Wings – Mitglieder sammelten Meilen auch bei KLM, Northwest Airlines, Continental und Alitalia.
Dann kam der Umzug nach Gardermoen – und mit ihm ein harter Preiskampf. SAS, Braathens und der Neueinsteiger Color Air bauten gleichzeitig Kapazität auf, doch die Zahl der Fluggäste wuchs bei Weitem nicht im gleichen Maß. 1999 verlor Braathens über eine Milliarde Kronen. Die schwedischen Aktivitäten aus dem Transwede-Erbe stellte die Airline im November 1999 ein.
2001 übernahm SAS die Anteile von Braganza und KLM. Ab dem 2. April 2002 teilten beide Airlines das Inlandsnetz untereinander auf, statt weiter parallel auf denselben Strecken zu fliegen.
2001: Kauf durch SAS
SAS übernimmt die Mehrheit von Braganza und KLM. Braathens fliegt zunächst unter eigenem Namen weiter.
2002: Netz aufgeteilt
SAS und Braathens stimmen ihre Strecken ab, statt weiter gegeneinander zu fliegen.
2004: SAS Braathens
Am 1. Mai 2004 werden SAS Norge und Braathens zur norwegischen Gesellschaft SAS Braathens verschmolzen.
2007: Name verschwindet
Ab dem 1. Juni 2007 heißt der Betrieb SAS Norge, der Name Braathens ist aus dem Flugbetrieb verschwunden.
Für Spotter bedeutet das: Zwischen 2004 und 2007 gibt es eine Übergangszeit, in der der Name Braathens noch in der Gesellschaft steckte, die Flugzeuge aber zunehmend SAS-Farben trugen. Wie du solche Mischphasen auf Fotos erkennst, erklärt der Artikel über Hybrid- und Mischlackierungen.
Unfälle gehören zur Geschichte
Die schwersten Unglücke waren der Absturz einer Heron am Hummelfjell 1956 mit zwei Toten und der Absturz von Flug 239, einer Fokker F-28, bei Asker im Dezember 1972 mit 40 Toten. Behandle Fotos und Kennzeichen betroffener Maschinen in Foren und Sammlungen mit Respekt.
Braathens im Spotter-Alltag heute
Im Linienbetrieb begegnet dir Braathens SAFE nicht mehr. Die letzten Boeing 737 gingen an SAS über und verloren dort nach und nach ihre Braathens-Farben. Das Thema lebt vor allem in Archiven: auf Dias aus Fornebu, in Sammlungen von Kennzeichen und in alten Flugplänen. Norwegens Luftfahrtgeschichte insgesamt zeigt das Norsk Luftfartsmuseum in Bodø.
Wer historische Flotten sammelt, hat mit Braathens ein dankbares Projekt. Die Flotte war überschaubar, die Kennzeichen sind norwegisch und die Königsnamen machen viele Maschinen auch auf unscharfen Fotos identifizierbar. Ideen für den Aufbau einer solchen Sammlung findest du unter Registrierungen sammeln und Airlines sammeln.
Spannend für dich, wenn …
- du alte Dias oder Fotos aus Norwegen digitalisierst und zuordnen willst
- du Boeing-737-Generationen oder Fokker-Jets sammelst
- du dich für die Geschichte von SAS und Norwegian interessierst
Prüf es genau, wenn …
- dein Foto aus den Jahren 2004 bis 2007 stammt – dann kann es schon SAS Braathens sein
- eine Maschine aus Schweden kommt und zu Transwede oder Malmö Aviation gehören könnte
Nicht verwechseln mit …
- den heutigen schwedischen Braathens-Gesellschaften der Familienholding Braganza – sie sind eigenständige Airlines und nicht die Nachfolger von Braathens SAFE
Interessant ist auch der Blick auf die Nachbarn: In Dänemark lief eine ähnliche Geschichte ab, bei der private Airlines wie Maersk Air und Sterling neben SAS existierten. Wer sich für berühmte Farbschemata der Vergangenheit interessiert, findet weitere Beispiele bei den legendären Airline-Lackierungen.
Häufige Verwechslungen
- SAFE als Sicherheitsversprechen lesen – das Kürzel steht für South American & Far East Airtransport.
- Braathens SAFE mit Braathens Regional Airlines gleichsetzen – die schwedischen Gesellschaften gehören zwar zur Familienholding Braganza, sind aber eigenständige Airlines.
- Jedes Foto mit BU-Flugnummer Braathens zuordnen – nach 2004 lief der Code bei SAS Braathens weiter.
- Fotos aus 1998/99 für eine andere Airline halten – in dieser Zeit fehlte die Flagge am Leitwerk, stattdessen gab es das Flügel-Logo und den blauen Bauch.
- Fokker 100 und BAe 146 für Braathens-Stammflotte halten – sie kamen über die schwedischen Töchter und flogen nur wenige Jahre in der Gruppe.
- 737-500 und 737-300 verwechseln – Braathens setzte fast nur die kürzere -500 und die längere -400 ein, eine einzelne 737-300 flog nur kurz in der Flotte.
Historische Flotten im Hangar
Mit Planetrack legst du Sichtungen mit Kennzeichen, Typ und Airline in deinem Hangar ab und tauschst dich in der Community über alte Fotos aus. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
Braathens SAFE begann als Reederei-Airline mit Flügen nach Hongkong und wurde zur zweiten großen Inlandsairline Norwegens. Über Jahrzehnte prägten die rote Zierlinie, die Flagge am Leitwerk und die Boeing 737 das Bild an norwegischen Flughäfen. Mit der Übernahme durch SAS und der Fusion 2004 endete diese Geschichte – für Spotter bleibt eine überschaubare, gut dokumentierte Flotte, die sich ideal für Archiv und Sammlung eignet.
Kurzfazit
Braathens SAFE (IATA BU, ICAO BRA) war eine historische norwegische Airline von 1946 bis 2004 mit einer Flotte, die zuletzt aus Boeing 737 bestand. Rote Zierlinie, Norwegen-Flagge, LN-Kennzeichen und Königsnamen machen alte Fotos eindeutig.
Zusammenfassung
- Braathens SAFE begann als Reederei-Airline mit Douglas DC-4 nach Hongkong und wurde nach dem Verlust der Fernost-Konzession zur zweiten großen Inlandsairline Norwegens.
- Mit Fokker F-28 und Boeing 737-200 kam 1969 das Jetzeitalter; bis 2004 bestand die Flotte fast nur noch aus Boeing 737.
- Deregulierung, der Umzug nach Gardermoen und ein Preiskampf mit SAS und Color Air brachten Ende der 1990er-Jahre hohe Verluste – 2001 übernahm SAS.
- Für Spotter ist Braathens ein Archiv- und Logbuchthema: rote Zierlinie, Flagge am Leitwerk, LN-Kennzeichen und Königsnamen machen alte Fotos eindeutig zuordenbar.
Häufige Fragen
Wofür steht SAFE bei Braathens SAFE?
SAFE ist die Abkürzung für South American & Far East Airtransport. Der Name zeigt, was Gründer Ludvig G. Braathen 1946 vorhatte: Als Reeder wollte er Besatzungen und Ersatzteile zu Schiffen in Übersee fliegen, vor allem nach Fernost. 1998 strich die Airline den Zusatz SAFE aus dem Namen.
Welchen IATA- und ICAO-Code hatte Braathens SAFE?
Braathens flog mit dem IATA-Code BU und dem ICAO-Code BRA, im Funk mit dem Rufzeichen „BRAATHENS“. Der Code BU tauchte auch bei SAS Braathens noch auf; verkauft wurden deren Flüge aber unter SAS-Flugnummern mit SK.
Welche Flugzeuge flog Braathens SAFE?
Am Anfang Douglas DC-4 und DC-3, später de Havilland Heron, Fokker F-27 und Douglas DC-6B. Ab 1969 kamen Fokker F-28 und Boeing 737-200, zwischen 1984 und 1986 kurz zwei Boeing 767-200. Ab 1989 folgten 737-400 und 737-500, ab 1998 die 737-700. Über Zukäufe in Schweden flogen Ende der 1990er-Jahre auch Fokker 100 und BAe 146 für die Gruppe.
Wann und wie endete Braathens SAFE?
SAS kaufte Braathens 2001. Ab April 2002 teilten beide das Streckennetz untereinander auf, am 1. Mai 2004 wurden Braathens und SAS Norge zu SAS Braathens zusammengelegt. Am 1. Juni 2007 wurde daraus SAS Norge, und der Name Braathens verschwand aus dem Flugbetrieb.
Warum durfte Braathens lange nicht ins Ausland fliegen?
Nach der Gründung von SAS bekam die skandinavische Gemeinschaftsairline die Rechte für den internationalen Linienverkehr aus Norwegen. Braathens verlor 1954 seine Fernost-Konzession und durfte stattdessen bestimmte Inlandsstrecken bedienen. Eigene Auslandslinien gab es erst wieder ab 1989, zunächst nach Billund in Dänemark.
Warum tragen Braathens-Flugzeuge Königsnamen?
Die frühen Douglas-Maschinen hießen „Norse …“, die Herons trugen norwegische Männernamen. Ab den letzten F-27 erhielten die Flugzeuge Namen norwegischer Könige. Für Spotter ist das praktisch: Der Name am Rumpf hilft, eine Maschine auch dann zu identifizieren, wenn das Kennzeichen auf dem Foto schlecht lesbar ist.
Welche schweren Unfälle gab es bei Braathens SAFE?
Die schwersten Unglücke waren der Absturz einer de Havilland Heron am Hummelfjell im November 1956, bei dem zwei Menschen starben, und der Absturz von Flug 239, einer Fokker F-28, bei Asker im Dezember 1972 mit 40 Toten. 1985 wurde eine Boeing 737-200 entführt – die erste Flugzeugentführung in Norwegen; der Täter gab nach einigen Stunden auf.
Kann man heute noch Braathens-Flugzeuge sehen?
Im Linienbetrieb nicht mehr. Die letzten Boeing 737 gingen in die Flotte von SAS über und trugen danach SAS-Farben. Braathens-Motive findest du heute vor allem in Fotoarchiven, auf alten Dias und in Spotter-Sammlungen – Kennzeichen und Königsnamen helfen beim Zuordnen.
Braathens SAFE im Blick behalten
Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Flugzeugtypen in der Flotte
Boeing 737-200
Schlanke Zigarren-Triebwerke unter dem Flügel, eine Kufe am Bugrad und Luftdüsen vor dem Einlauf: Die 737-200 ist der Jet, der auf Schotter landet. Hier erfährst du, wie die -200 und die -200 Advanced entstanden, woran du sie erkennst und wo sie heute noch fliegt.
FlugzeugtypBoeing 737-400
Drei Meter länger als die -300, zwei Notausgänge über dem Flügel und ein Hecksporn unter dem Heck: Die 737-400 war Boeings Antwort auf volle Ferienflieger. Hier liest du, wie sie entstand, wer sie in Europa flog und wo du sie heute als Frachter triffst.
FlugzeugtypBoeing 737-500
Klein, kompakt und mit den typischen platten Triebwerkseinlässen: Die 737-500 war die kürzeste 737 Classic und der moderne Ersatz für die 737-200. Hier liest du, wer sie flog, wo sie heute noch unterwegs ist und wie du sie von -300 und -600 trennst.
FlugzeugtypBoeing 737-700
Kurz, stämmig und seit 1997 in der Luft: Die 737-700 ist die kompakte Next-Generation-737. Sie wird seltener – so erkennst du sie und weißt, wo du sie noch findest.
FlugzeugtypFokker F28 Fellowship
Der erste Jet aus Amsterdam: Die Fokker F28 Fellowship flog 1967 zum ersten Mal, brachte Hecktriebwerke und aufklappbaren Heckkonus in die Fokker-Familie und ist heute fast nur noch im Museum zu sehen.
FlugzeugtypFokker F27 Friendship
Hoher Flügel, zwei Rolls-Royce-Dart-Turboprops und große ovale Fenster: Die Fokker F27 Friendship war Europas erfolgreichster Turboprop-Airliner ihrer Zeit. Heute ist sie ein echter Sammlerfang.
FlugzeugtypBoeing 767-200/-200ER
Die erste 767 überhaupt: kurz, schlank, zweistrahlig. Die 767-200 und ihre Langstreckenversion -200ER haben ETOPS möglich gemacht und mit dem Gimli Glider Geschichte geschrieben. Heute siehst du sie fast nur noch als Frachter oder in Uniform.
FlugzeugtypDouglas DC-4 / C-54 Skymaster
Vier Sternmotoren, ein einzelnes Seitenleitwerk, Bugradfahrwerk und runde Fenster: Die DC-4 und ihre Militärversion C-54 trugen die Berliner Luftbrücke. So erkennst du den Klassiker und findest die letzten Exemplare.
FlugzeugtypDouglas DC-6
Vier Sternmotoren, Druckkabine, Bugradfahrwerk: Die Douglas DC-6 war nach dem Zweiten Weltkrieg eines der wichtigsten Langstreckenflugzeuge der Welt. Heute fliegt sie noch als Frachter in Alaska – und als blank polierte DC-6B der Flying Bulls aus Salzburg. So erkennst du sie und so bekommst du sie vor die Linse.
FlugzeugtypFokker 100
Zwei Tay-Triebwerke am Heck, ein hohes T-Leitwerk und ein Heckkonus, der sich bei der Landung aufklappt: Die Fokker 100 ist der größte Verkehrsjet, den Fokker je gebaut hat – und heute ein seltener Fang.
FlugzeugtypBAe 146-200
Hoher Flügel, vier kleine Triebwerke, Muschel-Heck: Die BAe 146-200 ist die mittlere und meistgesehene Version des britischen Vierstrahlers. Heute fliegt sie vor allem als Löschflugzeug über Nordamerika.
FlugzeugtypDouglas DC-3 / C-47
Zwei Sternmotoren, Spornrad, schräg stehender Rumpf am Boden: Die DC-3 und ihre Militärschwester C-47 sind Legenden. So erkennst du sie und so findest du die letzten Flieger in Europa.
FlugzeugtypBoeing 737-300
Dicke Triebwerke mit platter Unterseite, ein gestreckter Rumpf und ein neues Cockpit: Mit der 737-300 machte Boeing die 737 Mitte der 1980er fit für eine zweite Karriere. Hier erfährst du, woher sie kommt, wer sie in Deutschland flog und wo du sie heute noch triffst.
Weitere Airlines
SAS Scandinavian Airlines
Die skandinavische Netzwerk-Airline mit dem blauen Leitwerk: 1946 von Dänemark, Norwegen und Schweden gegründet, drei Drehkreuze, seit 2024 bei SkyTeam statt in der Star Alliance – und eine Flotte mit Kennzeichen aus vier Ländern.
Low-CostNorwegian Air Shuttle
Die skandinavische Low-Cost-Airline aus Fornebu bei Oslo: reine Boeing-737-Flotte, rote Nase, Porträts berühmter Persönlichkeiten am Leitwerk – und seit 2024 mit Widerøe unter einem Dach.
RegionalWiderøe
Norwegens größte Regionalairline: seit 1934 in der Luft, Heimat in Bodø, ein dichtes Netz kleiner Kurzbahn-Flugplätze entlang der Küste – und eine Flotte, in der fast nur Propeller drehen.
NetzwerkKLM Royal Dutch Airlines
Die niederländische Netzwerk-Airline mit dem hellblauen Rumpf: 1919 gegründet, Drehkreuz Amsterdam-Schiphol, Teil von Air France-KLM und Mitglied von SkyTeam – mitten im Umbau von Boeing zu Airbus.
RegionalMalmö Aviation
Historische schwedische Airline (1981–2016) mit Sitz in Malmö und Drehkreuz Stockholm-Bromma. Malmö Aviation flog Geschäftsreisende mit BAe 146 und Avro RJ zwischen Schwedens Großstädten und nach Europa und ging 2016 in BRA Braathens Regional Airlines auf.
NetzwerkNorthwest Airlines
Historische US-Airline aus Minneapolis: Northwest flog von 1926 bis 2010, verband die USA über Tokio mit Asien, bildete mit KLM das erste große Transatlantik-Joint-Venture und ging in Delta auf.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Flughafen Oslo-Gardermoen
Norwegens Tor zur Welt liegt rund 35 Kilometer nördlich von Oslo auf einem alten Militärgelände: zwei parallele Nord-Süd-Bahnen, ein einziges Terminal mit Flytoget-Bahnhof, SAS, Norwegian und Widerøe als Hausherren – und ein Betreiber, der Spottern eigene Plätze ausweist.
FlughafenFlughafen Bergen-Flesland
Norwegens zweitgrößter Flughafen liegt rund 20 Kilometer südlich von Bergen an der Westküste: eine einzige Bahn, ein Terminal von 2017 mit Bybanen-Anschluss, SAS, Norwegian und Widerøe als Hausherren – und dazu ein eigenes Hubschrauberterminal für den Verkehr zu den Ölfeldern der Nordsee.
FlughafenFlughafen Stockholm-Arlanda
Schwedens größter Flughafen liegt rund 40 Kilometer nördlich von Stockholm im Wald bei Märsta: drei Pisten in zwei Richtungen, ein Terminalsystem im Umbau, SAS als Hausherr – und ein offizieller Spotterpavillon, um den herum sich ein ganzes Netz an Fotopunkten gebildet hat.
HerstellerBoeing
Boeing ist der US-amerikanische Gegenpol zu Airbus und baut seit der 707 Verkehrsjets in Serie. Wer 737, 777 und 787 an Fahrwerk, Flügelspitzen und Heck auseinanderhalten kann, bestimmt einen großen Teil des Verkehrs an jedem europäischen Flughafen – auch ohne Lackierungshinweis.
Wo du Braathens SAFE vor die Linse bekommst
Spotting-Spots, an denen diese Airline regelmäßig zu sehen ist – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.
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