Maersk Air

Historische dänische Airline der Reederei A. P. Møller-Mærsk: Maersk Air flog von 1969 bis 2005 ab Kopenhagen und Billund, vor allem mit Boeing 737 und Fokker-Turboprops, und ging 2005 in Sterling auf.

Auch bekannt als: Maersk Air A/S · Mærsk Air · Maersk Air I/S · DM

DänemarkDänemarkNetzwerk-AirlinesIATA: DMICAO: DAN11 Min. Lesezeit

DM

IATA-Code von Maersk Air

1969–2005

Jahre als eigene Airline

BLL

Basis Billund in Jütland

18

Flugzeuge in der Flotte 2005

Das Wichtigste in Kürze

  • Maersk Air war eine historische dänische Airline, die von 1969 bis 2005 zur Reederei- und Logistikgruppe A. P. Møller-Mærsk gehörte.
  • Die Airline entstand aus Falck Air, die Maersk 1969 kaufte, und startete mit Fokker-F27-Turboprops im dänischen Inlandsverkehr.
  • Ab 1976 prägte die Boeing 737 die Flotte – von der 737-200 über 737-300, -400 und -500 bis zur 737-700, für die Maersk Air europäischer Erstkunde war.
  • Neben Kopenhagen war Billund eine zentrale Basis, von der aus Maersk Air ab 1981 Auslandsstrecken aufbaute.
  • 2005 verkaufte Maersk die Airline, am 13. September 2005 ging sie in Sterling auf.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Maersk Air im Überblick
  2. 2.Codes und Rufzeichen
  3. 3.Vom Reederei-Ableger zur Boeing-Airline: die Geschichte
  4. 4.Die Flotte: von der F27 bis zur 737-700
  5. 5.Woran du Maersk Air erkennst
  6. 6.Der Kartellfall mit SAS
  7. 7.Das Ende 2005: Verkauf und Fusion mit Sterling
  8. 8.Verwechslungsgefahr: Maersk Air, Maersk Air UK und Maersk Air Cargo
  9. 9.Maersk Air heute: ein Thema fürs Archiv
  10. 10.Häufige Verwechslungen
  11. 11.Fazit

Steckbrief

IATA-CodeDM
ICAO-CodeDAN
RufzeichenMAERSKAIR
DrehkreuzeCPH, BLL
StatusHistorisch – 2005 verkauft und im September 2005 mit Sterling verschmolzen
GeschäftsmodellLinien- und Charterairline mit Inlands- und Europastrecken, dazu Hubschrauber- und Frachtsparten
EigentümerA. P. Møller-Mærsk-Gruppe (Reederei Maersk) bis 2005
Entstehung1969 durch Kauf von Falck Air, Gesellschaft Maersk Air I/S ab 1. Januar 1970
SitzDragør bei Kopenhagen
BasenKopenhagen (CPH) und Billund (BLL), dazu Esbjerg für Hubschrauber und Regionalverkehr
Prägende TypenFokker F27 und Fokker 50, Boeing 720B, Boeing 737-200 bis 737-700, Bombardier CRJ200
MarkenzeichenMaersk-Blau und der weiße siebenzackige Stern der Reederei, ab etwa 2003 Weiß und Dunkelblau
EndeVerkauf an isländische Investoren im Sommer 2005, Fusion mit Sterling am 13. September 2005

Woran du die Airline erkennst

Ist das wirklich Maersk Air?

Hak ab, was auf das Flugzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Weißer siebenzackiger Stern der Reederei Maersk auf dem Leitwerk
  • Helles Maersk-Blau als Hausfarbe, ab etwa 2003 eine neue Bemalung in Weiß und Dunkelblau
  • Dänisches Kennzeichen mit OY- am Heck
  • Flotte ab den 1990ern fast nur Boeing 737, dazu Fokker 50 und CRJ200 auf Regionalstrecken
  • Fotos meist aus Kopenhagen-Kastrup und Billund
  • Achtung: Maersk Air UK flog in British-Airways-Farben, nicht im Maersk-Look

Wer alte Fotos aus Kopenhagen-Kastrup oder Billund durchsieht, entdeckt oft einen weißen Stern auf hellblauem Grund am Leitwerk. Er gehört zu Maersk Air – der Airline der großen dänischen Reederei A. P. Møller-Mærsk. 36 Jahre lang flog sie unter diesem Stern, erst mit Fokker-Turboprops, später fast nur mit Boeing 737. Hier erfährst du, woher Maersk Air kam, welche Flugzeuge sie einsetzte, warum sie 2005 verschwand und wie du historische Aufnahmen richtig zuordnest.

Historische Sichtungen sauber archivieren

Mit Planetrack postest du Fotos mit Flugzeugtyp, Kennzeichen, Airline und Flughafen – auch Bilder aus dem eigenen Archiv landen so geordnet in deinem Hangar. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

Planetrack im App Store laden Planetrack bei Google Play laden

Maersk Air im Überblick

Maersk Air war eine historische dänische Airline, die von 1969 bis 2005 zur A. P. Møller-Mærsk-Gruppe gehörte – einem Konzern, den die meisten vor allem von Containerschiffen kennen. Der Einstieg in die Luftfahrt begann 1969 mit dem Kauf von Falck Air. Zum 1. Januar 1970 wurde daraus die Gesellschaft Maersk Air I/S. Ihren Sitz hatte die Airline in Dragør, direkt am Flughafen Kopenhagen.

Maersk Air war über die Jahre vieles gleichzeitig: Inlandsairline für die dänischen Regionalflughäfen, Charterflieger für Urlaubsreisen ans Mittelmeer, Linienairline in Europa und Hubschrauberbetreiber für die Ölförderung in der Nordsee. Lange war sie die wichtigste dänische Alternative zu SAS – und am Ende deren Partnerin, was ihr eine der bekanntesten Kartellstrafen der europäischen Luftfahrt einbrachte.

2005 trennte sich der Konzern von der Passagier-Airline. Im September desselben Jahres ging Maersk Air in Sterling Airlines auf. Zu diesem Zeitpunkt flog sie mit 18 Flugzeugen 33 Ziele an.

DMIATA-Code von Maersk Air
DANICAO-Code
OY-Kennzeichen-Präfix der Flotte

Codes und Rufzeichen

  • IATA-Code DM: stand in den Flugnummern von Maersk Air.
  • ICAO-Code DAN: taucht in historischen Flugplandaten und Funkaufzeichnungen auf.
  • Rufzeichen MAERSKAIR: so meldeten sich die Crews im Funk.
  • Kennzeichen OY-: Die Flotte war in Dänemark registriert. Wie du aus einem Kennzeichen Baujahr und Vorgeschichte eines Flugzeugs herausliest, erklärt der Guide Flugzeugalter herausfinden.

Beachte bei alten Belegen eine Ausnahme: Die britische Tochter Maersk Air UK flog ab Birmingham als Franchise-Partnerin von British Airways – mit BA-Flugnummern, BA-Bemalung und britischen G-Kennzeichen. Ein solcher Flug hat mit dem Code DM nichts zu tun.

Vom Reederei-Ableger zur Boeing-Airline: die Geschichte

Die Anfänge 1969 bis 1975

Den Grundstein legte die Übernahme von Falck Air im Februar 1969. Für den Inlandsverkehr setzte Maersk Air zunächst auf den Turboprop Fokker F27 Friendship, die erste Maschine kam im Dezember 1969. Zu den frühen Strecken gehörten Verbindungen von Kopenhagen nach Odense und nach Stauning in Westjütland. Aus dem Bestand von Falck Air flogen kurzzeitig zwei de Havilland Heron, ab 1970 kamen Hawker Siddeley HS 748 hinzu.

Der Start verlief alles andere als glatt: Ende Dezember 1969, nur gut zwei Wochen nach der ersten Auslieferung, kam eine F27 bei einem Trainingsflug auf Bornholm von der Piste ab und landete in der Ostsee. Alle Insassen überlebten. Ab 1971 war Maersk Air zusammen mit SAS und Cimber Air am Konsortium Danair beteiligt, das bis 1995 Teile des dänischen Inlandsverkehrs organisierte.

Charter, Boeing 720 und der Weg zur 737

In den 1970er-Jahren stieg Maersk Air ins Urlaubsgeschäft ein und kaufte Reisebüros. Für die Charterflüge kamen ab 1973 gebrauchte Boeing 720B in die Flotte, die zuvor bei Northwest Airlines geflogen waren. Ab 1976 folgte die Boeing 737-200 in der Advanced-Version, bis Ende 1981 löste sie die vierstrahligen 720 vollständig ab. Damit begann die enge Beziehung zur 737, die Maersk Air bis zum Schluss begleitete.

Parallel baute der Konzern eine Hubschraubersparte auf. Ab Mitte der 1970er-Jahre flogen Bell 212, später auch Super Puma und Dauphin, Personal zu den Ölplattformen in der Nordsee – vor allem ab Esbjerg.

Die 1980er: Billund und Europa

Anfang der 1980er-Jahre musste Maersk Air sparen. Unter Firmenchef Bjarne Hansen sank die Belegschaft von rund 720 auf etwa 480 Beschäftigte. Gleichzeitig suchte die Airline neue Märkte – und fand sie in Jütland. Der Flughafen Billund lag zentral, im Einzugsgebiet lebten weit über eine Million Menschen. Ab 1981 startete Maersk Air von dort aus Auslandsstrecken.

Zu den neuen Auslandszielen gehörten London-Southend (1984) und Köln/Bonn (1988). Ab Billund kamen später unter anderem Amsterdam, Brüssel, London-Gatwick, Stockholm und 1993 Frankfurt hinzu. Für die Regionalstrecken flog von 1981 bis 1989 die viermotorige de Havilland Canada Dash 7, ab 1988 die Fokker 50. 1985 kam die erste Boeing 737-300 – der Beginn der Classic-Generation bei Maersk Air.

Die 1990er: Expansion mit Töchtern

In den 1990er-Jahren war Maersk Air breit aufgestellt. Die 737-200 verließ 1990 die Flotte, an ihre Stelle trat die kürzere Boeing 737-500, die bis 2005 blieb. Von 1993 bis 1996 flogen außerdem Boeing 737-400. Dazu kamen mehrere Beteiligungen und Töchter:

  • Maersk Air UK (1993–2003): Franchise-Airline von British Airways mit Basis am Flughafen Birmingham. 2003 übernahm das Management die Firma, sie flog danach als Duo Airways weiter.
  • Star Air (gegründet 1987, ab 1993 unter dem Dach von Maersk Air): Frachtgesellschaft, die mit Boeing 727 und später 757 für UPS ab Köln/Bonn flog. Mehr zur heutigen Gesellschaft findest du bei Star Air.
  • Estonian Air (1996–2003): Maersk Air hielt 49 Prozent an Estonian Air und verkaufte den Anteil 2003 an SAS.

1998 wurde Maersk Air europäischer Erstkunde der Boeing 737-700 aus der Next-Generation-Familie. Im selben Jahr kamen Bombardier CRJ200 für dünnere Strecken in die Flotte.

Klassische 737 auf der Wunschliste

Setz ältere Typen wie die 737-500 auf deine Wunschliste und lass dich benachrichtigen, wenn eine davon in deiner Nähe landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.

Planetrack im App Store laden Planetrack bei Google Play laden

Die Flotte: von der F27 bis zur 737-700

Die Flotte von Maersk Air war über die Jahre bunt gemischt, doch ab Ende der 1970er-Jahre bildete die Boeing 737 das Rückgrat. Diese Typen prägten die Airline (Angaben zu Zeiträumen nach Firmengeschichte, gerundet auf Jahre):

Typ Zeitraum bei Maersk Air Einsatz Spotter-Hinweis
Fokker F27 Friendship 1969–1996 Inlands- und Regionalverkehr Schulterdecker mit zwei Turboprops
Hawker Siddeley HS 748 1970–1981 Regionalverkehr Tiefdecker-Turboprop, britische Konstruktion
Boeing 720B 1973–1981 Charter Vierstrahlig, ähnelt der Boeing 707
Boeing 737-200 Advanced 1976–1990 Charter und Linie Schlanke JT8D-Triebwerke unter dem Flügel
de Havilland Canada Dash 7 1981–1989 Regionalverkehr Vier Turboprops, T-Leitwerk
Boeing 737-300 1985–1998 Europa Abgeflachte CFM-Triebwerksgondeln
Fokker 50 1988–2000 Regionalverkehr Nachfolger der F27, sechsblättrige Propeller
Boeing 737-500 1990–2005 Europa Kürzeste Classic-Version
Boeing 737-400 1993–1996 Europa und Charter Gestreckte Classic-Version
Boeing 737-700 1998–2005 Europa Next Generation, europäischer Erstkunde
Bombardier CRJ200 1998–2004 Dünnere Strecken Regionaljet mit Hecktriebwerken

Hinzu kamen Geschäftsreiseflugzeuge für den Konzern, etwa Hawker Siddeley HS 125 und später Bombardier Challenger 604, sowie die Hubschrauber der Offshore-Sparte. Für die meisten Spotter zählt aber die 737: Wer Maersk-Air-Fotos aus verschiedenen Jahrzehnten vergleicht, sieht praktisch die ganze Entwicklung der Baureihe vom Original bis zur Next Generation. Wie du die Generationen am Foto auseinanderhältst, zeigt der Guide Boeing 737 Original, Classic, NG und MAX unterscheiden.

Woran du Maersk Air erkennst

Das wichtigste Erkennungszeichen ist der weiße siebenzackige Stern auf hellblauem Grund – das Symbol der Reederei, das auch auf jedem Maersk-Containerschiff zu sehen ist. Er stammt aus dem Jahr 1886 und geht auf das erste Dampfschiff der Gründerfamilie zurück. Bei Maersk Air stand der Stern auf dem Leitwerk, kombiniert mit dem typischen hellen Maersk-Blau.

Etwa ab 2003 erhielten die Flugzeuge eine neue Bemalung in Weiß und Dunkelblau, die das alte Hellblau ablöste. Diese Version war nur noch rund zwei Jahre zu sehen, entsprechend seltener sind Fotos davon. Werbeslogan der späten Jahre war „fly as you like“.

Leitwerk prüfen

Ein weißer siebenzackiger Stern spricht klar für ein Flugzeug aus dem Maersk-Konzern.

Farben einordnen

Helles Maersk-Blau steht für die Jahre bis etwa 2003, Weiß und Dunkelblau für die Zeit danach.

Typ bestimmen

F27, Boeing 720, Dash 7 oder 737-700 – der Typ grenzt das Aufnahmejahr deutlich ein.

Kennzeichen notieren

Das OY-Kennzeichen macht die Aufnahme eindeutig und lässt sich mit Registerdaten abgleichen.

Typ hilft beim Datieren

Zeigt ein Maersk-Air-Foto eine Boeing 720, stammt es aus den Jahren 1973 bis 1981. Eine 737-700 mit dem Stern kann dagegen erst ab 1998 entstanden sein. So grenzt du undatierte Dias oft schon über den Typ ein. Weitere Tipps findest du im Guide Oldtimer am Himmel erkennen.

Der Kartellfall mit SAS

Ende der 1990er-Jahre suchte Maersk Air die Nähe zum großen Konkurrenten. 1998 vereinbarten die Airline und SAS eine Zusammenarbeit, die im März 1999 in Kraft trat. Maersk Air übernahm unter anderem das Vielfliegerprogramm EuroBonus von SAS. Offiziell ging es um Codeshares und gemeinsame Strecken – tatsächlich hatten beide Seiten auch Märkte aufgeteilt. Maersk Air zog sich etwa von den Strecken Kopenhagen–Stockholm und Kopenhagen–Genf zurück, im Gegenzug verzichteten beide Seiten auf gegenseitige Konkurrenz.

Im Juni 2000 durchsuchten Ermittler der EU-Kommission und der dänischen Behörden die Büros. Im Juli 2001 folgten die Strafen: 17,5 Millionen Euro für Maersk Air, 43,75 Millionen Euro für SAS. Firmenchef Ole Dietz trat zurück, Flemming Ipsen übernahm die Leitung. Der Fall gilt bis heute als Lehrbeispiel dafür, dass auch scheinbar normale Airline-Kooperationen unter genauer Beobachtung der Wettbewerbshüter stehen.

Quellen kritisch prüfen

Zu einzelnen Daten der Maersk-Air-Geschichte, etwa dem genauen Start der ersten Linienflüge, gibt es in den Quellen abweichende Angaben. Gleiche Kennzeichen und Aufnahmedaten möglichst mit mehreren Quellen ab, bevor du eine Sichtung endgültig zuordnest.

Das Ende 2005: Verkauf und Fusion mit Sterling

Nach dem Kartellfall und einem schwierigen Marktumfeld mit wachsender Low-Cost-Konkurrenz entschied sich der Konzern, die Passagier-Airline abzugeben. Am 30. Juni 2005 gab die Maersk-Gruppe den Verkauf bekannt. Käufer waren isländische Investoren, denen bereits die dänische Ferien- und Low-Cost-Airline Sterling gehörte. Den Kaufpreis machten die Beteiligten nie öffentlich.

Einige Teile blieben beim Konzern: die Frachtsparte und die Geschäftsreiseflugzeuge. Die Boeing 737 von Maersk Air wurden nicht verkauft, sondern an Sterling vermietet. Am 13. September 2005 verschmolzen beide Airlines zu Sterling Airlines, die anschließend nur noch Boeing 737 einsetzte. Sterling selbst stellte im Oktober 2008 nach einer Insolvenz den Flugbetrieb ein – damit verschwand auch der letzte direkte Nachfolger von Maersk Air.

Was von Maersk Air blieb

  • Die Frachtfliegerei im Konzern, heute als Maersk Air Cargo
  • Der Stern auf Flugzeugen – jetzt auf Frachtern
  • Billund als Standort der Maersk-Luftfracht
  • Die 737-Erfahrung, die zunächst bei Sterling weiterflog

Was mit Maersk Air verschwand

  • Der Passagierverkehr unter dem Maersk-Stern
  • Der IATA-Code DM für Maersk-Flüge
  • Die hellblaue Bemalung der 737-Flotte
  • Das eigene Netz ab Billund und Kopenhagen

Verwechslungsgefahr: Maersk Air, Maersk Air UK und Maersk Air Cargo

Wer Fotos sortiert, sollte die verschiedenen Maersk-Gesellschaften auseinanderhalten. Diese Übersicht hilft dir dabei:

Gesellschaft Zeitraum Was sie war
Maersk Air 1969–2005 Dänische Passagier-Airline, Thema dieser Seite
Maersk Air UK 1993–2003 British-Airways-Franchise ab Birmingham, in BA-Farben
Star Air 1987–2022 Frachtgesellschaft, flog für UPS ab Köln/Bonn, seit 2022 Maersk Air Cargo
Maersk Air Cargo heute Frachtairline des Konzerns, unter anderem ab Billund
Sterling Airlines 2005–2008 Nachfolgerin nach der Fusion, eigene Bemalung

Sehr wahrscheinlich Maersk Air, wenn …

  • ein Passagierflugzeug mit Maersk-Stern zu sehen ist
  • eine F27, 720, Dash 7 oder 737 mit OY-Kennzeichen den Stern trägt
  • das Foto sicher vor Herbst 2005 entstanden ist

Genauer prüfen, wenn …

  • eine 727 oder 757 mit Stern oder UPS-Bezug zu sehen ist
  • eine BA-Maschine in Birmingham fotografiert wurde

Eher nicht Maersk Air, wenn …

  • ein Großraumfrachter wie Boeing 767 oder 777 den Stern trägt
  • das Bild nach September 2005 aufgenommen wurde

Maersk Air heute: ein Thema fürs Archiv

Im Passagierverkehr wirst du Maersk Air nicht mehr sehen. Für Spotter mit Interesse an skandinavischer Luftfahrtgeschichte bleibt die Airline trotzdem spannend. Viele Aufnahmen entstanden in Kastrup und Billund, und in Sammlungen tauchen Maersk-Dias regelmäßig auf. Gleich daneben lohnen sich die anderen dänischen Airlines dieser Zeit, etwa Sterling und Cimber Air.

Wer heute nach Dänemark fährt, findet im Spotterguide Kopenhagen-Kastrup die passenden Standorte, darunter den beliebten Flyvergrillen. Einen Ausflug in die Geschichte bietet das Danmarks Flymuseum am Flughafen Stauning – Stauning gehörte zu den ersten Zielen von Maersk Air.

Häufige Verwechslungen

  • Jeden Stern für Maersk Air halten – auch die heutigen Frachter von Maersk Air Cargo tragen ihn.
  • Maersk Air UK im Maersk-Look suchen – die britische Tochter flog in British-Airways-Farben.
  • Maersk Air für eine reine Charter-Airline halten – sie flog Linie, Charter, Fracht und Hubschrauber.
  • Die 737-500 mit der 737-300 verwechseln – die -500 ist sichtbar kürzer.
  • Sterling-Fotos ab 2005 Maersk Air zuordnen – nach der Fusion flogen die 737 in Sterling-Farben.
  • Die Boeing 720 für eine 707 halten – die 720 ist kürzer und war bei Maersk Air nur bis 1981 im Einsatz.

Alte Schätze, neue Sammlung

Poste deine historischen Aufnahmen mit Typ, Kennzeichen, Airline und Flughafen, tausch dich in der Community darüber aus und finde andere Fans skandinavischer Luftfahrtgeschichte. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

Planetrack im App Store laden Planetrack bei Google Play laden

Fazit

Maersk Air war 36 Jahre lang die Airline der Reederei A. P. Møller-Mærsk. Von Kopenhagen und Billund aus flog sie zuerst mit Fokker-Turboprops, dann mit fast jeder Generation der Boeing 737 durch Dänemark und Europa. Der Kartellfall mit SAS und ein härterer Markt führten 2005 zum Verkauf, im September 2005 ging Maersk Air in Sterling auf. Für dich als Spotter lebt die Airline in Fotos und Logbüchern weiter – und wer Stern, Farben, Typ und Kennzeichen zusammen liest, ordnet diese Bilder sicher ein.

Kurzfazit

Maersk Air (IATA DM, ICAO DAN, Rufzeichen MAERSKAIR) war eine historische dänische Airline von 1969 bis 2005. Erkennbar am weißen Maersk-Stern am Leitwerk, geprägt von Boeing 737 und Fokker – und 2005 in Sterling aufgegangen.

Zusammenfassung

  • Maersk Air war die Airline einer der größten Reedereien der Welt und lange die wichtigste dänische Konkurrenz und später Partnerin von SAS.
  • Das Netz reichte von dänischen Regionalflughäfen über Europa bis zu Charterzielen am Mittelmeer, dazu kamen Hubschrauber für die Nordsee-Ölindustrie.
  • Eine verbotene Marktaufteilung mit SAS brachte 2001 eine hohe EU-Kartellstrafe und erschütterte die Airline.
  • Für Spotter ist Maersk Air heute ein Archiv-Thema: Fotos aus Kastrup und Billund lassen sich über OY-Kennzeichen, Typ und Bemalung sauber zuordnen.

Häufige Fragen

Wann gab es Maersk Air?

Die Maersk-Gruppe kaufte 1969 die Fluggesellschaft Falck Air und machte daraus Maersk Air. Als eigene Gesellschaft Maersk Air I/S bestand sie formal ab dem 1. Januar 1970. Im Sommer 2005 verkaufte Maersk die Airline, am 13. September 2005 ging sie in Sterling Airlines auf.

Welche Codes hatte Maersk Air?

Maersk Air flog mit dem IATA-Code DM, dem ICAO-Code DAN und dem Rufzeichen „MAERSKAIR“. Die Flugzeuge waren in Dänemark registriert und trugen Kennzeichen mit dem Präfix OY-. Die britische Tochter Maersk Air UK flog dagegen unter den Codes von British Airways.

Welche Flugzeuge flog Maersk Air?

Am Anfang standen Fokker F27 Friendship und kurzzeitig zwei de Havilland Heron aus dem Bestand von Falck Air, dazu kamen Hawker Siddeley HS 748. Ab 1973 flogen gebrauchte Boeing 720B vor allem im Charterverkehr, ab 1976 die Boeing 737-200 Advanced. Später folgten 737-300, 737-400, 737-500 und ab 1998 die 737-700, außerdem Dash 7, Fokker 50 und Bombardier CRJ200. Dazu betrieb Maersk Air Hubschrauber wie Bell 212 und Super Puma für die Offshore-Industrie.

Wo war Maersk Air zu Hause?

Der Sitz lag in Dragør direkt am Flughafen Kopenhagen-Kastrup. Wichtige Basen waren Kopenhagen und Billund in Jütland, von wo aus Maersk Air ab 1981 Auslandsstrecken aufbaute. In Esbjerg waren Hubschrauber und Regionalflugzeuge stationiert.

Was war der Kartellfall zwischen Maersk Air und SAS?

Maersk Air und SAS vereinbarten 1998 eine Zusammenarbeit, die im März 1999 in Kraft trat. Dahinter steckte auch eine verbotene Aufteilung von Märkten: Maersk Air zog sich etwa von bestimmten Strecken ab Kopenhagen zurück. Nach Durchsuchungen im Juni 2000 verhängte die EU-Kommission 2001 Geldbußen von 17,5 Millionen Euro gegen Maersk Air und 43,75 Millionen Euro gegen SAS.

Was ist aus Maersk Air geworden?

Im Juni 2005 kündigte die Maersk-Gruppe den Verkauf an. Käufer waren isländische Investoren, denen bereits Sterling gehörte. Am 13. September 2005 verschmolzen beide Airlines zu Sterling Airlines, die nur noch Boeing 737 flog. Sterling stellte im Oktober 2008 nach einer Insolvenz den Flugbetrieb ein.

Fliegt Maersk heute noch?

Ja, aber nicht mehr mit Passagieren. Die Frachtsparte blieb beim Verkauf 2005 im Konzern. Die frühere Tochter Star Air heißt seit 2022 Maersk Air Cargo und betreibt heute Frachtflugzeuge mit dänischen Kennzeichen, unter anderem ab Billund. Mit der Passagier-Airline Maersk Air hat das aber nur die Herkunft gemeinsam.

Hatte Maersk Air schwere Unfälle?

Zwei Flugzeuge gingen verloren, jeweils Fokker F27: Ende Dezember 1969 geriet eine F27 bei einem Trainingsflug auf Bornholm von der Piste und landete in der Ostsee, im Januar 1975 verunglückte eine weitere F27 bei der Landung auf Vágar auf den Färöern. Bei beiden Unfällen überlebten alle Insassen. Tödlich endete 1984 ein Hubschraubereinsatz: Ein Bell 212 musste nach einem technischen Defekt über der Nordsee notwassern, beide Piloten und ein Passagier starben.

Maersk Air im Blick behalten

Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

Früher Zugang, Vorteile zum Start und Mitsprache bei neuen Features.

Flugzeugtypen in der Flotte

Flugzeugtyp

Boeing 737-200

Schlanke Zigarren-Triebwerke unter dem Flügel, eine Kufe am Bugrad und Luftdüsen vor dem Einlauf: Die 737-200 ist der Jet, der auf Schotter landet. Hier erfährst du, wie die -200 und die -200 Advanced entstanden, woran du sie erkennst und wo sie heute noch fliegt.

Flugzeugtyp

Boeing 737-300

Dicke Triebwerke mit platter Unterseite, ein gestreckter Rumpf und ein neues Cockpit: Mit der 737-300 machte Boeing die 737 Mitte der 1980er fit für eine zweite Karriere. Hier erfährst du, woher sie kommt, wer sie in Deutschland flog und wo du sie heute noch triffst.

Flugzeugtyp

Boeing 737-500

Klein, kompakt und mit den typischen platten Triebwerkseinlässen: Die 737-500 war die kürzeste 737 Classic und der moderne Ersatz für die 737-200. Hier liest du, wer sie flog, wo sie heute noch unterwegs ist und wie du sie von -300 und -600 trennst.

Flugzeugtyp

Boeing 737-700

Kurz, stämmig und seit 1997 in der Luft: Die 737-700 ist die kompakte Next-Generation-737. Sie wird seltener – so erkennst du sie und weißt, wo du sie noch findest.

Flugzeugtyp

Fokker F27 Friendship

Hoher Flügel, zwei Rolls-Royce-Dart-Turboprops und große ovale Fenster: Die Fokker F27 Friendship war Europas erfolgreichster Turboprop-Airliner ihrer Zeit. Heute ist sie ein echter Sammlerfang.

Flugzeugtyp

Fokker 50

Hoher Flügel, sechsblättrige Propeller und eine lange Reihe kleiner Fenster: Die Fokker 50 war der letzte Turboprop aus den Niederlanden. Heute fliegt sie nur noch bei wenigen Betreibern – so findest und erkennst du sie.

Flugzeugtyp

Boeing 720

Etwas kürzer, leichter und mit überarbeitetem Flügel: Die Boeing 720 war die Mittelstrecken-Ableitung der 707. United, Western und auch Lufthansa flogen sie, Pratt & Whitney Canada testete damit bis 2010 Triebwerke. So erkennst du den seltenen Vierstrahler und erfährst, wo er heute steht.

Flugzeugtyp

Bombardier CRJ100/CRJ200

Klein, schlank, Triebwerke am Heck: Der CRJ100/200 war der erste Canadair Regional Jet und startete 1992 bei Lufthansa CityLine. In Europa ist er fast verschwunden, in den USA fliegt er noch – so erkennst du den 50-Sitzer sicher.

Weitere Airlines

Flughäfen & Hersteller dazu

Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.

Alle Flughäfen & Hersteller →

Wo du Maersk Air vor die Linse bekommst

Spotting-Spots, an denen diese Airline regelmäßig zu sehen ist – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.

Alle Spotting-Spots im Überblick →

Passende Guides aus dem Blog

PT

Planetrack Redaktion

Die Airline-Datenbank entsteht aus eigener Beobachtung, Community-Sichtungen und öffentlich zugänglichen Quellen. Flotten, Strecken und Eigentümer ändern sich laufend – gesicherte Angaben stehen im Steckbrief, alles Veränderliche ist als solches gekennzeichnet.

← Alle Airlines aus Dänemark