Das Wichtigste in Kürze
- Maersk Air war eine historische dänische Airline, die von 1969 bis 2005 zur Reederei- und Logistikgruppe A. P. Møller-Mærsk gehörte.
- Die Airline entstand aus Falck Air, die Maersk 1969 kaufte, und startete mit Fokker-F27-Turboprops im dänischen Inlandsverkehr.
- Ab 1976 prägte die Boeing 737 die Flotte – von der 737-200 über 737-300, -400 und -500 bis zur 737-700, für die Maersk Air europäischer Erstkunde war.
- Neben Kopenhagen war Billund eine zentrale Basis, von der aus Maersk Air ab 1981 Auslandsstrecken aufbaute.
- 2005 verkaufte Maersk die Airline, am 13. September 2005 ging sie in Sterling auf.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Maersk Air im Überblick
- 2.Codes und Rufzeichen
- 3.Vom Reederei-Ableger zur Boeing-Airline: die Geschichte
- 4.Die Flotte: von der F27 bis zur 737-700
- 5.Woran du Maersk Air erkennst
- 6.Der Kartellfall mit SAS
- 7.Das Ende 2005: Verkauf und Fusion mit Sterling
- 8.Verwechslungsgefahr: Maersk Air, Maersk Air UK und Maersk Air Cargo
- 9.Maersk Air heute: ein Thema fürs Archiv
- 10.Häufige Verwechslungen
- 11.Fazit
Steckbrief
| IATA-Code | DM |
|---|---|
| ICAO-Code | DAN |
| Rufzeichen | MAERSKAIR |
| Drehkreuze | CPH, BLL |
| Status | Historisch – 2005 verkauft und im September 2005 mit Sterling verschmolzen |
| Geschäftsmodell | Linien- und Charterairline mit Inlands- und Europastrecken, dazu Hubschrauber- und Frachtsparten |
| Eigentümer | A. P. Møller-Mærsk-Gruppe (Reederei Maersk) bis 2005 |
| Entstehung | 1969 durch Kauf von Falck Air, Gesellschaft Maersk Air I/S ab 1. Januar 1970 |
| Sitz | Dragør bei Kopenhagen |
| Basen | Kopenhagen (CPH) und Billund (BLL), dazu Esbjerg für Hubschrauber und Regionalverkehr |
| Prägende Typen | Fokker F27 und Fokker 50, Boeing 720B, Boeing 737-200 bis 737-700, Bombardier CRJ200 |
| Markenzeichen | Maersk-Blau und der weiße siebenzackige Stern der Reederei, ab etwa 2003 Weiß und Dunkelblau |
| Ende | Verkauf an isländische Investoren im Sommer 2005, Fusion mit Sterling am 13. September 2005 |
Woran du die Airline erkennst
Ist das wirklich Maersk Air?
- Weißer siebenzackiger Stern der Reederei Maersk auf dem Leitwerk
- Helles Maersk-Blau als Hausfarbe, ab etwa 2003 eine neue Bemalung in Weiß und Dunkelblau
- Dänisches Kennzeichen mit OY- am Heck
- Flotte ab den 1990ern fast nur Boeing 737, dazu Fokker 50 und CRJ200 auf Regionalstrecken
- Fotos meist aus Kopenhagen-Kastrup und Billund
- Achtung: Maersk Air UK flog in British-Airways-Farben, nicht im Maersk-Look
Wer alte Fotos aus Kopenhagen-Kastrup oder Billund durchsieht, entdeckt oft einen weißen Stern auf hellblauem Grund am Leitwerk. Er gehört zu Maersk Air – der Airline der großen dänischen Reederei A. P. Møller-Mærsk. 36 Jahre lang flog sie unter diesem Stern, erst mit Fokker-Turboprops, später fast nur mit Boeing 737. Hier erfährst du, woher Maersk Air kam, welche Flugzeuge sie einsetzte, warum sie 2005 verschwand und wie du historische Aufnahmen richtig zuordnest.
Historische Sichtungen sauber archivieren
Mit Planetrack postest du Fotos mit Flugzeugtyp, Kennzeichen, Airline und Flughafen – auch Bilder aus dem eigenen Archiv landen so geordnet in deinem Hangar. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Maersk Air im Überblick
Maersk Air war eine historische dänische Airline, die von 1969 bis 2005 zur A. P. Møller-Mærsk-Gruppe gehörte – einem Konzern, den die meisten vor allem von Containerschiffen kennen. Der Einstieg in die Luftfahrt begann 1969 mit dem Kauf von Falck Air. Zum 1. Januar 1970 wurde daraus die Gesellschaft Maersk Air I/S. Ihren Sitz hatte die Airline in Dragør, direkt am Flughafen Kopenhagen.
Maersk Air war über die Jahre vieles gleichzeitig: Inlandsairline für die dänischen Regionalflughäfen, Charterflieger für Urlaubsreisen ans Mittelmeer, Linienairline in Europa und Hubschrauberbetreiber für die Ölförderung in der Nordsee. Lange war sie die wichtigste dänische Alternative zu SAS – und am Ende deren Partnerin, was ihr eine der bekanntesten Kartellstrafen der europäischen Luftfahrt einbrachte.
2005 trennte sich der Konzern von der Passagier-Airline. Im September desselben Jahres ging Maersk Air in Sterling Airlines auf. Zu diesem Zeitpunkt flog sie mit 18 Flugzeugen 33 Ziele an.
Codes und Rufzeichen
- IATA-Code DM: stand in den Flugnummern von Maersk Air.
- ICAO-Code DAN: taucht in historischen Flugplandaten und Funkaufzeichnungen auf.
- Rufzeichen MAERSKAIR: so meldeten sich die Crews im Funk.
- Kennzeichen OY-: Die Flotte war in Dänemark registriert. Wie du aus einem Kennzeichen Baujahr und Vorgeschichte eines Flugzeugs herausliest, erklärt der Guide Flugzeugalter herausfinden.
Beachte bei alten Belegen eine Ausnahme: Die britische Tochter Maersk Air UK flog ab Birmingham als Franchise-Partnerin von British Airways – mit BA-Flugnummern, BA-Bemalung und britischen G-Kennzeichen. Ein solcher Flug hat mit dem Code DM nichts zu tun.
Vom Reederei-Ableger zur Boeing-Airline: die Geschichte
Die Anfänge 1969 bis 1975
Den Grundstein legte die Übernahme von Falck Air im Februar 1969. Für den Inlandsverkehr setzte Maersk Air zunächst auf den Turboprop Fokker F27 Friendship, die erste Maschine kam im Dezember 1969. Zu den frühen Strecken gehörten Verbindungen von Kopenhagen nach Odense und nach Stauning in Westjütland. Aus dem Bestand von Falck Air flogen kurzzeitig zwei de Havilland Heron, ab 1970 kamen Hawker Siddeley HS 748 hinzu.
Der Start verlief alles andere als glatt: Ende Dezember 1969, nur gut zwei Wochen nach der ersten Auslieferung, kam eine F27 bei einem Trainingsflug auf Bornholm von der Piste ab und landete in der Ostsee. Alle Insassen überlebten. Ab 1971 war Maersk Air zusammen mit SAS und Cimber Air am Konsortium Danair beteiligt, das bis 1995 Teile des dänischen Inlandsverkehrs organisierte.
Charter, Boeing 720 und der Weg zur 737
In den 1970er-Jahren stieg Maersk Air ins Urlaubsgeschäft ein und kaufte Reisebüros. Für die Charterflüge kamen ab 1973 gebrauchte Boeing 720B in die Flotte, die zuvor bei Northwest Airlines geflogen waren. Ab 1976 folgte die Boeing 737-200 in der Advanced-Version, bis Ende 1981 löste sie die vierstrahligen 720 vollständig ab. Damit begann die enge Beziehung zur 737, die Maersk Air bis zum Schluss begleitete.
Parallel baute der Konzern eine Hubschraubersparte auf. Ab Mitte der 1970er-Jahre flogen Bell 212, später auch Super Puma und Dauphin, Personal zu den Ölplattformen in der Nordsee – vor allem ab Esbjerg.
Die 1980er: Billund und Europa
Anfang der 1980er-Jahre musste Maersk Air sparen. Unter Firmenchef Bjarne Hansen sank die Belegschaft von rund 720 auf etwa 480 Beschäftigte. Gleichzeitig suchte die Airline neue Märkte – und fand sie in Jütland. Der Flughafen Billund lag zentral, im Einzugsgebiet lebten weit über eine Million Menschen. Ab 1981 startete Maersk Air von dort aus Auslandsstrecken.
Zu den neuen Auslandszielen gehörten London-Southend (1984) und Köln/Bonn (1988). Ab Billund kamen später unter anderem Amsterdam, Brüssel, London-Gatwick, Stockholm und 1993 Frankfurt hinzu. Für die Regionalstrecken flog von 1981 bis 1989 die viermotorige de Havilland Canada Dash 7, ab 1988 die Fokker 50. 1985 kam die erste Boeing 737-300 – der Beginn der Classic-Generation bei Maersk Air.
Die 1990er: Expansion mit Töchtern
In den 1990er-Jahren war Maersk Air breit aufgestellt. Die 737-200 verließ 1990 die Flotte, an ihre Stelle trat die kürzere Boeing 737-500, die bis 2005 blieb. Von 1993 bis 1996 flogen außerdem Boeing 737-400. Dazu kamen mehrere Beteiligungen und Töchter:
- Maersk Air UK (1993–2003): Franchise-Airline von British Airways mit Basis am Flughafen Birmingham. 2003 übernahm das Management die Firma, sie flog danach als Duo Airways weiter.
- Star Air (gegründet 1987, ab 1993 unter dem Dach von Maersk Air): Frachtgesellschaft, die mit Boeing 727 und später 757 für UPS ab Köln/Bonn flog. Mehr zur heutigen Gesellschaft findest du bei Star Air.
- Estonian Air (1996–2003): Maersk Air hielt 49 Prozent an Estonian Air und verkaufte den Anteil 2003 an SAS.
1998 wurde Maersk Air europäischer Erstkunde der Boeing 737-700 aus der Next-Generation-Familie. Im selben Jahr kamen Bombardier CRJ200 für dünnere Strecken in die Flotte.
Klassische 737 auf der Wunschliste
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Die Flotte: von der F27 bis zur 737-700
Die Flotte von Maersk Air war über die Jahre bunt gemischt, doch ab Ende der 1970er-Jahre bildete die Boeing 737 das Rückgrat. Diese Typen prägten die Airline (Angaben zu Zeiträumen nach Firmengeschichte, gerundet auf Jahre):
| Typ | Zeitraum bei Maersk Air | Einsatz | Spotter-Hinweis |
|---|---|---|---|
| Fokker F27 Friendship | 1969–1996 | Inlands- und Regionalverkehr | Schulterdecker mit zwei Turboprops |
| Hawker Siddeley HS 748 | 1970–1981 | Regionalverkehr | Tiefdecker-Turboprop, britische Konstruktion |
| Boeing 720B | 1973–1981 | Charter | Vierstrahlig, ähnelt der Boeing 707 |
| Boeing 737-200 Advanced | 1976–1990 | Charter und Linie | Schlanke JT8D-Triebwerke unter dem Flügel |
| de Havilland Canada Dash 7 | 1981–1989 | Regionalverkehr | Vier Turboprops, T-Leitwerk |
| Boeing 737-300 | 1985–1998 | Europa | Abgeflachte CFM-Triebwerksgondeln |
| Fokker 50 | 1988–2000 | Regionalverkehr | Nachfolger der F27, sechsblättrige Propeller |
| Boeing 737-500 | 1990–2005 | Europa | Kürzeste Classic-Version |
| Boeing 737-400 | 1993–1996 | Europa und Charter | Gestreckte Classic-Version |
| Boeing 737-700 | 1998–2005 | Europa | Next Generation, europäischer Erstkunde |
| Bombardier CRJ200 | 1998–2004 | Dünnere Strecken | Regionaljet mit Hecktriebwerken |
Hinzu kamen Geschäftsreiseflugzeuge für den Konzern, etwa Hawker Siddeley HS 125 und später Bombardier Challenger 604, sowie die Hubschrauber der Offshore-Sparte. Für die meisten Spotter zählt aber die 737: Wer Maersk-Air-Fotos aus verschiedenen Jahrzehnten vergleicht, sieht praktisch die ganze Entwicklung der Baureihe vom Original bis zur Next Generation. Wie du die Generationen am Foto auseinanderhältst, zeigt der Guide Boeing 737 Original, Classic, NG und MAX unterscheiden.
Woran du Maersk Air erkennst
Das wichtigste Erkennungszeichen ist der weiße siebenzackige Stern auf hellblauem Grund – das Symbol der Reederei, das auch auf jedem Maersk-Containerschiff zu sehen ist. Er stammt aus dem Jahr 1886 und geht auf das erste Dampfschiff der Gründerfamilie zurück. Bei Maersk Air stand der Stern auf dem Leitwerk, kombiniert mit dem typischen hellen Maersk-Blau.
Etwa ab 2003 erhielten die Flugzeuge eine neue Bemalung in Weiß und Dunkelblau, die das alte Hellblau ablöste. Diese Version war nur noch rund zwei Jahre zu sehen, entsprechend seltener sind Fotos davon. Werbeslogan der späten Jahre war „fly as you like“.
Leitwerk prüfen
Ein weißer siebenzackiger Stern spricht klar für ein Flugzeug aus dem Maersk-Konzern.
Farben einordnen
Helles Maersk-Blau steht für die Jahre bis etwa 2003, Weiß und Dunkelblau für die Zeit danach.
Typ bestimmen
F27, Boeing 720, Dash 7 oder 737-700 – der Typ grenzt das Aufnahmejahr deutlich ein.
Kennzeichen notieren
Das OY-Kennzeichen macht die Aufnahme eindeutig und lässt sich mit Registerdaten abgleichen.
Typ hilft beim Datieren
Zeigt ein Maersk-Air-Foto eine Boeing 720, stammt es aus den Jahren 1973 bis 1981. Eine 737-700 mit dem Stern kann dagegen erst ab 1998 entstanden sein. So grenzt du undatierte Dias oft schon über den Typ ein. Weitere Tipps findest du im Guide Oldtimer am Himmel erkennen.
Der Kartellfall mit SAS
Ende der 1990er-Jahre suchte Maersk Air die Nähe zum großen Konkurrenten. 1998 vereinbarten die Airline und SAS eine Zusammenarbeit, die im März 1999 in Kraft trat. Maersk Air übernahm unter anderem das Vielfliegerprogramm EuroBonus von SAS. Offiziell ging es um Codeshares und gemeinsame Strecken – tatsächlich hatten beide Seiten auch Märkte aufgeteilt. Maersk Air zog sich etwa von den Strecken Kopenhagen–Stockholm und Kopenhagen–Genf zurück, im Gegenzug verzichteten beide Seiten auf gegenseitige Konkurrenz.
Im Juni 2000 durchsuchten Ermittler der EU-Kommission und der dänischen Behörden die Büros. Im Juli 2001 folgten die Strafen: 17,5 Millionen Euro für Maersk Air, 43,75 Millionen Euro für SAS. Firmenchef Ole Dietz trat zurück, Flemming Ipsen übernahm die Leitung. Der Fall gilt bis heute als Lehrbeispiel dafür, dass auch scheinbar normale Airline-Kooperationen unter genauer Beobachtung der Wettbewerbshüter stehen.
Quellen kritisch prüfen
Zu einzelnen Daten der Maersk-Air-Geschichte, etwa dem genauen Start der ersten Linienflüge, gibt es in den Quellen abweichende Angaben. Gleiche Kennzeichen und Aufnahmedaten möglichst mit mehreren Quellen ab, bevor du eine Sichtung endgültig zuordnest.
Das Ende 2005: Verkauf und Fusion mit Sterling
Nach dem Kartellfall und einem schwierigen Marktumfeld mit wachsender Low-Cost-Konkurrenz entschied sich der Konzern, die Passagier-Airline abzugeben. Am 30. Juni 2005 gab die Maersk-Gruppe den Verkauf bekannt. Käufer waren isländische Investoren, denen bereits die dänische Ferien- und Low-Cost-Airline Sterling gehörte. Den Kaufpreis machten die Beteiligten nie öffentlich.
Einige Teile blieben beim Konzern: die Frachtsparte und die Geschäftsreiseflugzeuge. Die Boeing 737 von Maersk Air wurden nicht verkauft, sondern an Sterling vermietet. Am 13. September 2005 verschmolzen beide Airlines zu Sterling Airlines, die anschließend nur noch Boeing 737 einsetzte. Sterling selbst stellte im Oktober 2008 nach einer Insolvenz den Flugbetrieb ein – damit verschwand auch der letzte direkte Nachfolger von Maersk Air.
Was von Maersk Air blieb
- Die Frachtfliegerei im Konzern, heute als Maersk Air Cargo
- Der Stern auf Flugzeugen – jetzt auf Frachtern
- Billund als Standort der Maersk-Luftfracht
- Die 737-Erfahrung, die zunächst bei Sterling weiterflog
Was mit Maersk Air verschwand
- Der Passagierverkehr unter dem Maersk-Stern
- Der IATA-Code DM für Maersk-Flüge
- Die hellblaue Bemalung der 737-Flotte
- Das eigene Netz ab Billund und Kopenhagen
Verwechslungsgefahr: Maersk Air, Maersk Air UK und Maersk Air Cargo
Wer Fotos sortiert, sollte die verschiedenen Maersk-Gesellschaften auseinanderhalten. Diese Übersicht hilft dir dabei:
| Gesellschaft | Zeitraum | Was sie war |
|---|---|---|
| Maersk Air | 1969–2005 | Dänische Passagier-Airline, Thema dieser Seite |
| Maersk Air UK | 1993–2003 | British-Airways-Franchise ab Birmingham, in BA-Farben |
| Star Air | 1987–2022 | Frachtgesellschaft, flog für UPS ab Köln/Bonn, seit 2022 Maersk Air Cargo |
| Maersk Air Cargo | heute | Frachtairline des Konzerns, unter anderem ab Billund |
| Sterling Airlines | 2005–2008 | Nachfolgerin nach der Fusion, eigene Bemalung |
Sehr wahrscheinlich Maersk Air, wenn …
- ein Passagierflugzeug mit Maersk-Stern zu sehen ist
- eine F27, 720, Dash 7 oder 737 mit OY-Kennzeichen den Stern trägt
- das Foto sicher vor Herbst 2005 entstanden ist
Genauer prüfen, wenn …
- eine 727 oder 757 mit Stern oder UPS-Bezug zu sehen ist
- eine BA-Maschine in Birmingham fotografiert wurde
Eher nicht Maersk Air, wenn …
- ein Großraumfrachter wie Boeing 767 oder 777 den Stern trägt
- das Bild nach September 2005 aufgenommen wurde
Maersk Air heute: ein Thema fürs Archiv
Im Passagierverkehr wirst du Maersk Air nicht mehr sehen. Für Spotter mit Interesse an skandinavischer Luftfahrtgeschichte bleibt die Airline trotzdem spannend. Viele Aufnahmen entstanden in Kastrup und Billund, und in Sammlungen tauchen Maersk-Dias regelmäßig auf. Gleich daneben lohnen sich die anderen dänischen Airlines dieser Zeit, etwa Sterling und Cimber Air.
Wer heute nach Dänemark fährt, findet im Spotterguide Kopenhagen-Kastrup die passenden Standorte, darunter den beliebten Flyvergrillen. Einen Ausflug in die Geschichte bietet das Danmarks Flymuseum am Flughafen Stauning – Stauning gehörte zu den ersten Zielen von Maersk Air.
Häufige Verwechslungen
- Jeden Stern für Maersk Air halten – auch die heutigen Frachter von Maersk Air Cargo tragen ihn.
- Maersk Air UK im Maersk-Look suchen – die britische Tochter flog in British-Airways-Farben.
- Maersk Air für eine reine Charter-Airline halten – sie flog Linie, Charter, Fracht und Hubschrauber.
- Die 737-500 mit der 737-300 verwechseln – die -500 ist sichtbar kürzer.
- Sterling-Fotos ab 2005 Maersk Air zuordnen – nach der Fusion flogen die 737 in Sterling-Farben.
- Die Boeing 720 für eine 707 halten – die 720 ist kürzer und war bei Maersk Air nur bis 1981 im Einsatz.
Alte Schätze, neue Sammlung
Poste deine historischen Aufnahmen mit Typ, Kennzeichen, Airline und Flughafen, tausch dich in der Community darüber aus und finde andere Fans skandinavischer Luftfahrtgeschichte. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
Maersk Air war 36 Jahre lang die Airline der Reederei A. P. Møller-Mærsk. Von Kopenhagen und Billund aus flog sie zuerst mit Fokker-Turboprops, dann mit fast jeder Generation der Boeing 737 durch Dänemark und Europa. Der Kartellfall mit SAS und ein härterer Markt führten 2005 zum Verkauf, im September 2005 ging Maersk Air in Sterling auf. Für dich als Spotter lebt die Airline in Fotos und Logbüchern weiter – und wer Stern, Farben, Typ und Kennzeichen zusammen liest, ordnet diese Bilder sicher ein.
Kurzfazit
Maersk Air (IATA DM, ICAO DAN, Rufzeichen MAERSKAIR) war eine historische dänische Airline von 1969 bis 2005. Erkennbar am weißen Maersk-Stern am Leitwerk, geprägt von Boeing 737 und Fokker – und 2005 in Sterling aufgegangen.
Zusammenfassung
- Maersk Air war die Airline einer der größten Reedereien der Welt und lange die wichtigste dänische Konkurrenz und später Partnerin von SAS.
- Das Netz reichte von dänischen Regionalflughäfen über Europa bis zu Charterzielen am Mittelmeer, dazu kamen Hubschrauber für die Nordsee-Ölindustrie.
- Eine verbotene Marktaufteilung mit SAS brachte 2001 eine hohe EU-Kartellstrafe und erschütterte die Airline.
- Für Spotter ist Maersk Air heute ein Archiv-Thema: Fotos aus Kastrup und Billund lassen sich über OY-Kennzeichen, Typ und Bemalung sauber zuordnen.
Häufige Fragen
Wann gab es Maersk Air?
Die Maersk-Gruppe kaufte 1969 die Fluggesellschaft Falck Air und machte daraus Maersk Air. Als eigene Gesellschaft Maersk Air I/S bestand sie formal ab dem 1. Januar 1970. Im Sommer 2005 verkaufte Maersk die Airline, am 13. September 2005 ging sie in Sterling Airlines auf.
Welche Codes hatte Maersk Air?
Maersk Air flog mit dem IATA-Code DM, dem ICAO-Code DAN und dem Rufzeichen „MAERSKAIR“. Die Flugzeuge waren in Dänemark registriert und trugen Kennzeichen mit dem Präfix OY-. Die britische Tochter Maersk Air UK flog dagegen unter den Codes von British Airways.
Welche Flugzeuge flog Maersk Air?
Am Anfang standen Fokker F27 Friendship und kurzzeitig zwei de Havilland Heron aus dem Bestand von Falck Air, dazu kamen Hawker Siddeley HS 748. Ab 1973 flogen gebrauchte Boeing 720B vor allem im Charterverkehr, ab 1976 die Boeing 737-200 Advanced. Später folgten 737-300, 737-400, 737-500 und ab 1998 die 737-700, außerdem Dash 7, Fokker 50 und Bombardier CRJ200. Dazu betrieb Maersk Air Hubschrauber wie Bell 212 und Super Puma für die Offshore-Industrie.
Wo war Maersk Air zu Hause?
Der Sitz lag in Dragør direkt am Flughafen Kopenhagen-Kastrup. Wichtige Basen waren Kopenhagen und Billund in Jütland, von wo aus Maersk Air ab 1981 Auslandsstrecken aufbaute. In Esbjerg waren Hubschrauber und Regionalflugzeuge stationiert.
Was war der Kartellfall zwischen Maersk Air und SAS?
Maersk Air und SAS vereinbarten 1998 eine Zusammenarbeit, die im März 1999 in Kraft trat. Dahinter steckte auch eine verbotene Aufteilung von Märkten: Maersk Air zog sich etwa von bestimmten Strecken ab Kopenhagen zurück. Nach Durchsuchungen im Juni 2000 verhängte die EU-Kommission 2001 Geldbußen von 17,5 Millionen Euro gegen Maersk Air und 43,75 Millionen Euro gegen SAS.
Was ist aus Maersk Air geworden?
Im Juni 2005 kündigte die Maersk-Gruppe den Verkauf an. Käufer waren isländische Investoren, denen bereits Sterling gehörte. Am 13. September 2005 verschmolzen beide Airlines zu Sterling Airlines, die nur noch Boeing 737 flog. Sterling stellte im Oktober 2008 nach einer Insolvenz den Flugbetrieb ein.
Fliegt Maersk heute noch?
Ja, aber nicht mehr mit Passagieren. Die Frachtsparte blieb beim Verkauf 2005 im Konzern. Die frühere Tochter Star Air heißt seit 2022 Maersk Air Cargo und betreibt heute Frachtflugzeuge mit dänischen Kennzeichen, unter anderem ab Billund. Mit der Passagier-Airline Maersk Air hat das aber nur die Herkunft gemeinsam.
Hatte Maersk Air schwere Unfälle?
Zwei Flugzeuge gingen verloren, jeweils Fokker F27: Ende Dezember 1969 geriet eine F27 bei einem Trainingsflug auf Bornholm von der Piste und landete in der Ostsee, im Januar 1975 verunglückte eine weitere F27 bei der Landung auf Vágar auf den Färöern. Bei beiden Unfällen überlebten alle Insassen. Tödlich endete 1984 ein Hubschraubereinsatz: Ein Bell 212 musste nach einem technischen Defekt über der Nordsee notwassern, beide Piloten und ein Passagier starben.
Maersk Air im Blick behalten
Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Flugzeugtypen in der Flotte
Boeing 737-200
Schlanke Zigarren-Triebwerke unter dem Flügel, eine Kufe am Bugrad und Luftdüsen vor dem Einlauf: Die 737-200 ist der Jet, der auf Schotter landet. Hier erfährst du, wie die -200 und die -200 Advanced entstanden, woran du sie erkennst und wo sie heute noch fliegt.
FlugzeugtypBoeing 737-300
Dicke Triebwerke mit platter Unterseite, ein gestreckter Rumpf und ein neues Cockpit: Mit der 737-300 machte Boeing die 737 Mitte der 1980er fit für eine zweite Karriere. Hier erfährst du, woher sie kommt, wer sie in Deutschland flog und wo du sie heute noch triffst.
FlugzeugtypBoeing 737-500
Klein, kompakt und mit den typischen platten Triebwerkseinlässen: Die 737-500 war die kürzeste 737 Classic und der moderne Ersatz für die 737-200. Hier liest du, wer sie flog, wo sie heute noch unterwegs ist und wie du sie von -300 und -600 trennst.
FlugzeugtypBoeing 737-700
Kurz, stämmig und seit 1997 in der Luft: Die 737-700 ist die kompakte Next-Generation-737. Sie wird seltener – so erkennst du sie und weißt, wo du sie noch findest.
FlugzeugtypFokker F27 Friendship
Hoher Flügel, zwei Rolls-Royce-Dart-Turboprops und große ovale Fenster: Die Fokker F27 Friendship war Europas erfolgreichster Turboprop-Airliner ihrer Zeit. Heute ist sie ein echter Sammlerfang.
FlugzeugtypFokker 50
Hoher Flügel, sechsblättrige Propeller und eine lange Reihe kleiner Fenster: Die Fokker 50 war der letzte Turboprop aus den Niederlanden. Heute fliegt sie nur noch bei wenigen Betreibern – so findest und erkennst du sie.
FlugzeugtypBoeing 720
Etwas kürzer, leichter und mit überarbeitetem Flügel: Die Boeing 720 war die Mittelstrecken-Ableitung der 707. United, Western und auch Lufthansa flogen sie, Pratt & Whitney Canada testete damit bis 2010 Triebwerke. So erkennst du den seltenen Vierstrahler und erfährst, wo er heute steht.
FlugzeugtypBombardier CRJ100/CRJ200
Klein, schlank, Triebwerke am Heck: Der CRJ100/200 war der erste Canadair Regional Jet und startete 1992 bei Lufthansa CityLine. In Europa ist er fast verschwunden, in den USA fliegt er noch – so erkennst du den 50-Sitzer sicher.
Weitere Airlines
Sterling Airlines
Historische dänische Airline: Sterling Airways flog ab 1962 Urlauber in den Süden, ging 1993 pleite, kehrte als Sterling European zurück und wurde ab 2001 ein Low-Cost-Carrier – bis zum Konkurs im Oktober 2008.
NetzwerkSAS Scandinavian Airlines
Die skandinavische Netzwerk-Airline mit dem blauen Leitwerk: 1946 von Dänemark, Norwegen und Schweden gegründet, drei Drehkreuze, seit 2024 bei SkyTeam statt in der Star Alliance – und eine Flotte mit Kennzeichen aus vier Ländern.
RegionalCimber Air / Cimber Sterling
Historische Regionalairline aus Sønderborg: 1950 gegründet, später Partner von Lufthansa und SAS, ab 2009 als Cimber Sterling unterwegs – und im Mai 2012 pleite.
FrachtStar Air
Die dänische Frachtairline der Maersk-Gruppe: seit 1993 mit Frachtern für UPS ab Köln/Bonn unterwegs, lange mit Boeing 767-200 und -300, seit 2022 unter dem Namen Maersk Air Cargo und mit eigenem Drehkreuz in Billund.
NetzwerkBritish Airways
Die britische Netzwerk-Airline aus London: 1974 aus BOAC und BEA entstanden, Drehkreuz Heathrow, Teil der IAG, Gründungsmitglied von oneworld und mit A380, 777 und 787 eine der vielfältigsten Langstreckenflotten Europas.
NetzwerkEstonian Air
Historische Nationalairline Estlands aus Tallinn: 1991 nach der Unabhängigkeit gegründet, zeitweise mit Maersk Air und SAS als Miteigentümern, vom sowjetischen Erbe zu Boeing 737, CRJ900 und Embraer 170 – bis die EU-Kommission im November 2015 die Staatshilfen kippte.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Flughafen Kopenhagen-Kastrup
Der größte Flughafen der nordischen Länder liegt auf Amager, acht Kilometer vom Rathausplatz entfernt: drei Pisten, ein Terminalkomplex mit Metro- und Zuganschluss, SAS als Hausherr – und mit dem Flyvergrillen ein Spotterplatz, der in Dänemark Kultstatus hat.
FlughafenFlughafen Billund
Der Flughafen, den ein Spielzeughersteller baute: Billund begann als Graspiste für die Firmenflugzeuge von LEGO und ist heute Dänemarks zweitgrößter Flughafen – mit einer langen Bahn, viel Umsteigeverkehr über europäische Drehkreuze und einem kräftig wachsenden Frachtgeschäft rund um Maersk Air Cargo.
HerstellerBoeing
Boeing ist der US-amerikanische Gegenpol zu Airbus und baut seit der 707 Verkehrsjets in Serie. Wer 737, 777 und 787 an Fahrwerk, Flügelspitzen und Heck auseinanderhalten kann, bestimmt einen großen Teil des Verkehrs an jedem europäischen Flughafen – auch ohne Lackierungshinweis.
HerstellerFokker
Fokker war über Jahrzehnte der große Name der niederländischen Luftfahrt: erst Jagdflugzeuge im Ersten Weltkrieg, dann die F.VII, später F27, F28, Fokker 50, 70 und 100. 1996 ging der Hersteller pleite. Hier erfährst du, wie es dazu kam, was vom Unternehmen geblieben ist und wo du Fokker-Typen heute noch vor die Linse bekommst.
Wo du Maersk Air vor die Linse bekommst
Spotting-Spots, an denen diese Airline regelmäßig zu sehen ist – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.
Flyvergrillen am Flughafen Kopenhagen
Der Klassiker unter den Spots in Kopenhagen: Seit 1972 steht an der Amager Landevej ein Grill direkt am Flughafenzaun. Von hier schaust du auf die Piste 04L/22R und den Rollweg davor – mit Burger, Toilette und der Sonne am Nachmittag im Rücken.
MuseumDanmarks Flymuseum am Flughafen Stauning
Am kleinen Flugplatz Stauning an der dänischen Westküste steht die größte Luftfahrtsammlung Dänemarks: von Ellehammers Pionierflugzeug über die Draken und den Hunter der Flyvevåbnet bis zur F-16 – und an Sommerabenden fliegen die Oldtimer.
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