Das Wichtigste in Kürze
- IATA BRS, ICAO EGGD: Regionalflughafen für Südwestengland und Südwales, 2025 mit rund 10,8 Millionen Passagieren.
- Tabletop-Lage: Der Platz liegt auf rund 190 Metern Höhe auf dem Plateau Broadfield Down – mit eigenem Wetter.
- Eine Bahn, 09/27, 2.011 Meter: Je nach Wind landen die Maschinen aus Osten oder Westen.
- easyJet prägt das Bild, ergänzt durch Basen von Ryanair, Jet2 und TUI Airways.
- Bristol hat eine lange Luftfahrttradition: Wer da ist, sollte Aerospace Bristol mit der Concorde mitnehmen.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Steckbrief
- 2.Tätigkeitsfelder
- 3.Geschichte im Zeitraffer
- 4.Was du als Spotter wissen solltest
- 5.Stärken und Schwächen
- 6.Vom Kriegsflugplatz zum Regionalflughafen
- 7.Tabletop-Lage: Flughafen mit eigenem Wetter
- 8.Eine Bahn, zwei Richtungen
- 9.easyJet und die Low-Cost-Basen
- 10.Wer sonst in Bristol landet
- 11.Verkehr: Über zehn Millionen auf einer Bahn
- 12.Spotten rund um BRS
- 13.Wachstum, Gerichte und Busse
- 14.Bristol im Vergleich und Abstecher nach Filton
- 15.Fazit
- 16.Häufige Fragen
Steckbrief
| IATA-Code | BRS |
|---|---|
| ICAO-Code | EGGD |
| Lage | Bei Lulsgate Bottom in North Somerset, auf dem Plateau Broadfield Down an den Nordhängen der Mendip Hills, rund 13 km südwestlich der Bristoler Innenstadt |
| Höhe | Rund 190 m (622 ft) über dem Meeresspiegel – deutlich höher als die Stadt im Avon-Tal |
| Start- und Landebahn | Eine Asphaltbahn 09/27 in Ost-West-Richtung, 2.011 m lang; die Schwelle 27 ist um 140 m versetzt |
| Instrumentenlandesystem | ILS der Kategorie 3, seit 2001 in Betrieb – dafür wurde die Landstraße A38 verlegt |
| Terminal | Ein Passagierterminal, eröffnet im März 2000 und seitdem mehrfach erweitert; keine Fluggastbrücken, du gehst zu Fuß oder fährst mit dem Bus zum Flugzeug |
| Größte Nutzer | easyJet (Basis seit 2003, vorher Go), dazu Ryanair, Jet2 und TUI Airways mit eigenen Basen |
| Verkehr 2025 | Rund 10,8 Mio. Passagiere und gut 78.000 Flugbewegungen (Zahlen der britischen Luftfahrtbehörde CAA) |
| Eröffnung | 1. Mai 1957 als Bristol (Lulsgate) Airport, Nachfolger des Stadtflughafens Whitchurch |
| Eigentümer | Seit 2014 lange mehrheitlich beim kanadischen Pensionsfonds Ontario Teachers' Pension Plan; Ende 2025 hat sich die Eigentümerstruktur erneut verändert |
| Für Spotter relevant | Eine einzige Bahn, viel A320-Familie und 737 – und ein Wetter, das auf dem Plateau schneller kippt als unten in der Stadt |
| Offizielle Website | www.bristolairport.co.uk |
Tätigkeitsfelder
Geschichte im Zeitraffer
Flughafen Bristol aus Spotter-Sicht
Deine Checkliste für Flughafen Bristol
- Einen easyJet-Airbus am Heimatflughafen seiner Basis gesehen – und das Kennzeichen notiert, weil die A320-Familie sich sonst kaum unterscheidet
- Eine Boeing 737 von Ryanair, Jet2 oder TUI Airways im Anflug fotografiert
- Eine Landung auf der 27 und eine auf der 09 erlebt – je nach Wind kommt der Verkehr aus Osten oder Westen
- Einen Turboprop erwischt, etwa auf den Inselverbindungen zu den Kanalinseln
- Den Flughafen einmal im tiefen Wolkenband und einmal bei klarer Sicht gesehen – auf dem Plateau ein großer Unterschied
- Einen Abstecher zur Concorde im Museum Aerospace Bristol in Filton gemacht
Stärken und Schwächen
Das spricht dafür
- Übersichtlich: eine Bahn, ein Terminal, keine Verwirrung über Pistenzuteilungen
- Dichte Low-Cost-Wellen mit easyJet, Ryanair, Jet2 und TUI – ideal zum Üben und für Kennzeichen-Sammler
- Lage auf dem Plateau: Anflüge über das hügelige Somerset bieten Motive mit Landschaft
- Mit Aerospace Bristol und der Concorde liegt ein Luftfahrtmuseum gleich auf der anderen Seite der Stadt
Wo es hakt
- Kaum Großraumflugzeuge – Langstrecke spielt in Bristol nur eine Nebenrolle
- Wetter auf 190 m Höhe: tiefe Wolken und schlechte Sicht häufiger als unten in Bristol
- Keine Bahnanbindung – ohne Auto bist du auf Busse angewiesen
- Ländliche Umgebung mit schmalen Straßen; Halten und Parken am Rand ist oft nicht erlaubt
Bristol ist kein Flughafen, an dem du auf Jumbos wartest. Hier geht es um Rhythmus: Morgens starten die stationierten Jets von easyJet, Ryanair, Jet2 und TUI zu ihren ersten Umläufen, über den Tag kommen und gehen sie im Takt der Ferien- und Städteverbindungen. Das Besondere ist die Lage. Der Flughafen liegt nicht im Tal der Stadt, sondern oben auf einem Plateau in North Somerset, rund 190 Meter über dem Meer – mit Anflügen über Hügel und Felder und mit einem Wetter, das sich nicht immer an die Vorhersage für Bristol hält.
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Sichtungen mit Foto, Kennzeichen, Typ und Airline festhalten und später wiederfinden – genau dafür gibt es Planetrack. Die App startet bald, die Anmeldung zur Warteliste findest du unten auf dieser Seite.
Vom Kriegsflugplatz zum Regionalflughafen
Der heutige Flughafen beginnt als Behelf. 1940 legt die Royal Air Force auf dem Plateau Broadfield Down bei dem Weiler Lulsgate Bottom ein kleines Ausweichlandefeld für ihre Flugschulen an, Anfang 1942 wird daraus der Fliegerhorst RAF Lulsgate Bottom. Die Geschichte des Platzes beginnt mit einer Anekdote, die in Bristol gern erzählt wird: Das erste Flugzeug, das hier aufsetzt, ist im Juli 1941 eine deutsche Junkers Ju 88. Ihre Besatzung hatte sich auf dem Rückflug von einem Einsatz von einem umgeleiteten Funkfeuer täuschen lassen und landete ahnungslos auf britischem Boden.
Nach dem Krieg gibt die RAF den Platz 1946 auf, und eine Weile drehen hier sogar Motorräder und Rennwagen ihre Runden. Der eigentliche Neustart kommt Mitte der 1950er-Jahre: Bristols alter Stadtflughafen in Whitchurch stößt an seine Grenzen, die Stadt kauft das Lulsgate-Gelände und zieht im April 1957 mit dem Luftverkehr um. Am 1. Mai 1957 wird Bristol (Lulsgate) Airport offiziell eröffnet. Im ersten Jahr nutzen ihn gerade einmal rund 33.000 Menschen.
Seitdem ist der Flughafen in Etappen gewachsen: eine längere Bahn Ende der 1960er-Jahre, das heutige Terminal im Jahr 2000, ein neuer Kontrollturm und ein modernes Instrumentenlandesystem 2001. Mit Go und später easyJet beginnt Anfang der 2000er-Jahre die Ära, die den Flughafen bis heute prägt.
Tabletop-Lage: Flughafen mit eigenem Wetter
„Tabletop“ nennen Piloten und Spotter Flughäfen, die auf einer Hochfläche liegen, an deren Rändern das Gelände abfällt. Bristol ist kein extremes Beispiel, aber ein typisches: Die Bahn liegt rund 190 Meter über dem Meeresspiegel an den Nordhängen der Mendip Hills, während die Stadt selbst im Tal des Avon nur wenige Meter über dem Meer liegt. Wer vom Stadtzentrum hinausfährt, merkt den Anstieg auf der A38 deutlich.
Das hat Folgen für dich als Spotter. Schon zu RAF-Zeiten war bekannt, dass der Platz bei durchziehenden Warmfronten oft in tiefen Wolken steckt. Umgekehrt bleibt er manchmal frei, wenn sich in den Niederungen ringsum Bodennebel hält. Für dich heißt das: Die Wettervorhersage für die Stadt Bristol sagt wenig über die Sicht am Flughafen aus. Ein Blick auf die aktuelle Flugplatzwettermeldung für EGGD und auf Wetterkarten lohnt sich, bevor du losfährst. Wie du Wetter-Apps und Karten dafür nutzt, zeigt der Beitrag zur Wetterkarte Windy.
Tiefe Wolken als Motiv
Ein Flugzeug, das aus einer niedrigen Wolkendecke auftaucht, kann ein starkes Bild sein – vor allem mit eingeschalteten Landescheinwerfern. Belichte etwas knapper, damit die Lichter nicht ausfressen. Weitere Ideen für trübe Tage sammelt der Beitrag Planespotting bei schlechtem Wetter.
Eine Bahn, zwei Richtungen
Das Layout ist schnell erklärt: Bristol hat eine einzige Asphaltbahn mit der Bezeichnung 09/27, gut zwei Kilometer lang und annähernd in Ost-West-Richtung ausgerichtet. Das Terminal und die Abstellflächen liegen nördlich davon, die Abfertigung der allgemeinen Luftfahrt mit Flugschule und Geschäftsreiseverkehr im Südosten des Geländes. Fluggastbrücken gibt es nicht – die Passagiere gehen über das Vorfeld oder fahren mit dem Bus zum Flugzeug.
Welche Richtung gerade aktiv ist, bestimmt der Wind. Bei Westwind landen und starten die Maschinen in Richtung Westen auf der 27, die Anflüge kommen dann von Osten herein. Bei Ostwind kehrt sich das um. Weil in Großbritannien westliche Winde häufig sind, siehst du die 27 oft in Betrieb – verlass dich aber nicht darauf, sondern schau vorher in eine Flugverfolgung. Die Grundlagen erklärt der Beitrag Betriebsrichtung am Flughafen verstehen.
| Element | Bezeichnung | Was du dort typischerweise siehst |
|---|---|---|
| Bahn | 09/27, 2.011 m | Alle Starts und Landungen des Linien- und Ferienverkehrs |
| Schwelle 27 | um 140 m versetzt | Landungen bei Westwind, Anflug von Osten |
| Hauptvorfeld | nördlich der Bahn am Terminal | Stationierte Jets beim Boarding ohne Fluggastbrücken |
| Allgemeine Luftfahrt | Südostecke des Geländes | Geschäftsreiseflugzeuge, Schulflugzeuge, Privatmaschinen |
Die Bahn ist ausreichend lang für den Mittelstreckenverkehr, für sehr große Langstreckenjets aber knapp. Laut öffentlich verfügbaren Angaben können Muster bis zur Größe einer Boeing 787 oder eines Airbus A330 starten und landen, im Alltag spielen sie jedoch kaum eine Rolle.
easyJet und die Low-Cost-Basen
Wenn du in Bristol stehst, siehst du vor allem Orange. easyJet ist die prägende Airline des Flughafens. Die Geschichte dahinter beginnt 2001, als die damalige British-Airways-Tochter Go Bristol zu ihrer zweiten Basis nach Stansted macht. Nach der Übernahme von Go führt easyJet die Basis ab 2003 weiter und baut sie Schritt für Schritt aus. Auf dem Vorfeld begegnen dir deshalb vor allem Flugzeuge der A320-Familie – vom älteren Airbus A319 über den A320 bis zu den neueren Mustern wie A320neo und A321neo. Welche Variante gerade vor dir rollt, erkennst du mit dem Beitrag A320-Familie unterscheiden.
Seit 2007 hat auch Ryanair eine Basis in Bristol. Damit kommt die Boeing 737 ins Bild, vor allem die 737-800 und die neueren MAX-Varianten. Ergänzt wird das durch zwei britische Ferienairlines mit eigener Präsenz am Platz: Jet2 und TUI Airways, die beide ebenfalls mit Boeing-737-Mustern unterwegs sind und im Sommer viele Ferienziele bedienen.
Jedes Kennzeichen zählt
Bei so vielen gleichen Airbus- und Boeing-Jets ist das Kennzeichen alles. In Planetrack postest du jede Sichtung mit Kennzeichen, Typ, Airline und Flughafen und baust deinen Hangar mit Wunschliste auf. Planetrack startet bald – trag dich unten in die Warteliste ein.
Wer sonst in Bristol landet
Neben den großen Basis-Airlines tauchen weitere Gesellschaften auf, die das Bild auflockern. KLM verbindet Bristol mit Amsterdam und damit mit dem weltweiten Netz des Drehkreuzes Schiphol. Aer Lingus ist mit Verbindungen nach Irland vertreten, Loganair mit Inlands- und Regionalflügen, und Aurigny fliegt auf die Kanalinseln – hier stehen die Chancen auf einen Turboprop wie die ATR 72-600 gut. Dazu kommen Ferienairlines vom Kontinent und aus der Türkei, etwa Edelweiss, Pegasus Airlines und SunExpress.
Welche Airlines welche Strecken fliegen, ändert sich mit jedem Sommer- und Winterflugplan. Prüf deshalb vor deinem Besuch die aktuellen Ankunfts- und Abflugtafeln. Stand Oktober 2026 lässt sich aber eine Faustregel festhalten: Bristol ist ein Low-Cost- und Ferienflughafen, kein Netzwerk-Drehkreuz.
| Airline | Rolle in Bristol | Typisches Flugzeugbild |
|---|---|---|
| easyJet | größte Airline, Basis seit 2003 | Airbus A319, A320, A320neo, A321neo |
| Ryanair | Basis seit 2007 | Boeing 737-800 und 737 MAX |
| Jet2 | Ferienairline mit Präsenz am Platz | Boeing 737, je nach Umlauf auch Airbus |
| TUI Airways | Ferienairline mit Präsenz am Platz | Boeing 737 MAX und 737-800 |
| KLM, Aer Lingus, Loganair, Aurigny | Zubringer und Regionalverkehr | Regionaljets und Turboprops |
Ein Blick zurück: Langstrecke nach New York
Für Langstreckenfans ist Bristol historisch interessant, aktuell eher nicht. Von 2005 bis 2010 flog Continental Airlines nonstop zwischen Bristol und Newark bei New York, eingesetzt wurde die Boeing 757-200. Später bot TUI Airways noch Ferienflüge nach Melbourne in Florida und nach Cancún an, stellte beide Strecken aber zum Ende des Sommers 2023 ein. Seitdem dominieren Ziele in Europa und rund ums Mittelmeer. Großraumflugzeuge siehst du in Bristol daher nur ausnahmsweise, etwa bei Charterflügen oder Umleitungen.
Verkehr: Über zehn Millionen auf einer Bahn
Gemessen an der Infrastruktur ist Bristol erstaunlich ausgelastet. Nach den Zahlen der britischen Luftfahrtbehörde CAA zählte der Flughafen 2019 knapp neun Millionen Passagiere. 2023 waren es bereits gut 9,9 Millionen, 2024 wurde mit rund 10,5 Millionen erstmals die Zehn-Millionen-Marke überschritten, und 2025 kamen rund 10,8 Millionen Fluggäste zusammen. Die Zahl der Flugbewegungen lag dabei 2024 und 2025 jeweils bei gut 78.000.
Für dich als Spotter bedeutet das eine ordentliche Taktung – nicht wie an einem großen Drehkreuz, aber mit deutlichen Wellen. Besonders früh am Morgen starten die über Nacht stationierten Flugzeuge kurz nacheinander. Über den Tag verteilen sich Ankünfte und Abflüge in Blöcken, im Sommer verdichtet der Ferienverkehr das Programm spürbar. Wann genau die Spitzen liegen, hängt vom aktuellen Flugplan ab.
Wetter am Platz prüfen
Nicht die Vorhersage für die Stadt, sondern die Meldung für EGGD ist entscheidend. Auf dem Plateau hängen Wolken oft tiefer.
Betriebsrichtung ermitteln
Westwind heißt Landungen auf der 27 mit Anflug von Osten, Ostwind das Gegenteil. Danach richtet sich, welches Bahnende sich lohnt.
Ankünfte heraussuchen
Gezielt nach Besonderheiten schauen – Turboprops, seltene Ferienairlines, Sonderlackierungen. Der Rest kommt von selbst.
Anreise klären
Ohne Bahnanschluss bleiben Auto oder Bus. Am Straßenrand der schmalen Landstraßen ist Halten oft verboten.
Kennzeichen notieren
Britische Jets tragen G-Kennzeichen, viele Ryanair-Maschinen irische EI-Kennzeichen – ohne Notiz verschwimmen die Sichtungen.
Spotten rund um BRS
Eine Besucherterrasse oder einen ausgewiesenen Besucherpark wie in München hat Bristol nach unseren Recherchen nicht. Spotter weichen deshalb auf öffentliche Straßen und Wege in der Umgebung aus, vor allem in der Nähe der Anflugbereiche an den Bahnenden. Weil das Gelände auf dem Plateau liegt und ringsum abfällt, ergeben sich je nach Standort recht unterschiedliche Perspektiven – mal auf Augenhöhe mit rollenden Maschinen, mal mit Blick auf Flugzeuge, die über die Felder Somersets hereinschweben.
Wichtig: Großbritannien hat eigene Spielregeln. Fotografieren von öffentlich zugänglichem Gelände ist grundsätzlich erlaubt, aber Polizei und Sicherheitsdienst sprechen Spotter durchaus an. Bleib freundlich, erklär, was du machst, und überschreite keine Absperrung. Was du rechtlich wissen solltest, fasst der Beitrag Spotten in Großbritannien zusammen; allgemeine Regeln findest du unter Ist Planespotting erlaubt?.
Landstraßen sind keine Parkplätze
Rund um den Flughafen verlaufen schmale Straßen, auf denen viel Verkehr Richtung Terminal unterwegs ist. Park nur dort, wo es ausdrücklich erlaubt ist, blockier keine Einfahrten und Feldzufahrten und stell dich nie auf die Fahrbahn. Leitern und Stative am Zaun sind ein eigenes Thema – mehr dazu im Beitrag Leiter, Tritt und Stativ am Flughafenzaun.
Zum Licht: Die Bahn verläuft annähernd in Ost-West-Richtung, die Sonne steht mittags im Süden. Von der Nordseite aus hast du tagsüber die Sonne eher im Rücken, von der Südseite fotografierst du um die Mittagszeit gegen das Licht. Morgens und abends kommt das Licht flach von der Seite – an den Bahnenden ein Vorteil, wenn die Flugzeuge auf dich zufliegen. Wie du das planst, erklärt der Beitrag zum Sonnenstand am Fotospot. Mit Planetrack siehst du zu jedem Spot Anreise, bestes Licht, Bewertungen und Community-Fotos auf der Spot-Karte und prüfst mit dem Sonnenstand-Planer, wann die Sonne richtig steht.
Wachstum, Gerichte und Busse
Kaum ein britischer Regionalflughafen hat in den vergangenen Jahren so lange um sein Wachstum gestritten wie Bristol. Ende der 2010er-Jahre beantragte der Flughafen, die Kapazität auf 12 Millionen Passagiere pro Jahr zu erhöhen. Der Kreis North Somerset lehnte das im Februar 2020 ab, die zuständige Planungsbehörde gab dem Flughafen im Berufungsverfahren 2022 aber recht. Klagen von Gegnern scheiterten 2023 vor dem High Court und beim Court of Appeal.
Ende 2024 legte der Flughafen nach und startete eine Konsultation zu einem Wachstum auf 15 Millionen Passagiere. Teil der Überlegungen ist eine Verlängerung der Bahn um rund 150 Meter, um in begrenztem Umfang Langstrecke anbieten zu können. Ob und wann das kommt, ist offen – behalte das Thema im Auge, wenn du auf größere Muster in Bristol hoffst.
Sichtbar verändert hat sich dagegen die Anreise: Im Juli 2025 eröffnete ein neuer Verkehrsknoten mit Busbahnhof auf dem obersten Deck eines neuen Parkhauses. Eine Bahnanbindung fehlt weiterhin; der Airport Flyer und weitere Buslinien verbinden den Flughafen mit Bristol, Bath, Weston-super-Mare und Portishead.
Bristol passt zu dir, wenn …
- du viele Kennzeichen von easyJet, Ryanair, Jet2 und TUI sammeln willst
- du Anflüge mit Landschaft statt Betonkulisse magst
- du den Besuch mit dem Concorde-Museum in Filton verbinden möchtest
Bedingt geeignet, wenn …
- du ohne Auto unterwegs bist und auf Busse angewiesen wärst
- du im Herbst und Winter anreist und tiefe Wolken nicht riskieren willst
Eher woanders, wenn …
- du Großraumflugzeuge und Langstrecke suchst
- du einen offiziellen Besucherbereich mit Infrastruktur erwartest
Bristol im Vergleich und Abstecher nach Filton
Im Vergleich zu den Londoner Flughäfen ist Bristol klein und ruhig. Wer den gleichen Low-Cost-Mix in größerem Maßstab sucht, findet ihn am Flughafen London-Gatwick, wo easyJet ebenfalls eine große Basis hat. Der Flughafen Birmingham ist ein naheliegender Vergleich unter den Regionalflughäfen, und am Flughafen Manchester wartet mit dem Runway Visitor Park genau das, was Bristol fehlt: ein offizieller Besucherbereich mit Langstreckenverkehr.
Ein Pflichtprogramm liegt direkt vor der Haustür. Bristol ist eine der traditionsreichsten Luftfahrtstädte Großbritanniens, und im Norden der Stadt, auf dem früheren Werksflugplatz Filton, zeigt das Museum Aerospace Bristol die letzte gebaute Concorde. Wie du den Besuch dort planst, steht im Spot-Guide zu Aerospace Bristol am ehemaligen Flugplatz Filton; die Hintergründe zum Überschallflugzeug liefert der Beitrag zur Geschichte der Concorde. Für das Notieren der vielen britischen Registrierungen hilft dir außerdem der Beitrag über britische G-Kennzeichen.
Alarm, wenn es spannend wird
Planetrack benachrichtigt dich, wenn ein gesuchtes Kennzeichen, ein Typ, eine Airline oder eine Special Livery Bristol anfliegt – dazu Wetter, Wind und aktive Piste am Flughafen auf einen Blick. Planetrack startet bald. Die Warteliste findest du unten auf dieser Seite.
Fazit
Der Flughafen Bristol ist ein ehrlicher Regionalflughafen: eine Bahn, ein Terminal, viel easyJet und ein solider Mix aus Low-Cost- und Ferienairlines. Großraumflugzeuge sind die Ausnahme, dafür bekommst du dichte Wellen von A320-Familie und Boeing 737 – ideal, um Kennzeichen zu sammeln und Anflüge über die Landschaft Somersets zu fotografieren.
Den Unterschied machen Wetter und Wind. Wer die Tabletop-Lage auf 190 Metern ernst nimmt, die Meldung für EGGD prüft und die Betriebsrichtung kennt, steht zur richtigen Zeit am richtigen Ende der Bahn – und verbindet den Tag am besten mit einem Abstecher zur Concorde nach Filton.
Kurzfazit
BRS ist eine der wichtigsten easyJet-Basen Großbritanniens und liegt als Tabletop-Flughafen auf einem Plateau über der Stadt. Plane nach Wetter am Platz und Betriebsrichtung, respektiere die britischen Spielregeln – und nimm das Museum in Filton mit.
Zusammenfassung
- Bristol ist kein Drehkreuz, sondern ein klassischer britischer Regionalflughafen mit starkem Low-Cost- und Ferienverkehr.
- Die Lage auf dem Hochplateau ist Fluch und Segen: interessante Anflüge über hügeliges Land, aber häufig tiefe Wolken.
- Auf der einzigen Bahn rollen vor allem Airbus A320-Familie und Boeing 737 – Kennzeichen sind hier der Schlüssel zur Sammlung.
- Zusammen mit dem Museum in Filton lohnt sich ein ganzer Tag in und um Bristol.
Häufige Fragen
Was sind die Codes des Flughafens Bristol?
Der IATA-Code ist BRS, der ICAO-Code EGGD. BRS steht auf Bordkarten und Gepäckanhängern, EGGD nutzen Flugsicherung, Wetterdienste und Flugverfolgungsportale.
Warum heißt Bristol ein Tabletop-Flughafen?
Weil der Flughafen nicht in der Ebene liegt, sondern auf einem Plateau namens Broadfield Down an den Nordhängen der Mendip Hills, rund 190 Meter über dem Meer. Rund um das Gelände fällt das Land ab. Schon zu RAF-Zeiten war bekannt, dass der Platz häufig in tiefen Wolken liegt, dafür aber oft frei bleibt, wenn in den Niederungen Bodennebel herrscht.
Wie viele Start- und Landebahnen hat Bristol?
Nur eine: die Asphaltbahn 09/27 mit 2.011 Metern Länge. Ausgestattet ist sie mit einem Instrumentenlandesystem der Kategorie 3. Laut öffentlich verfügbaren Angaben zum Flughafen können darauf Muster bis zur Größe einer Boeing 787 oder eines Airbus A330 starten und landen.
Welche Airline ist in Bristol am stärksten vertreten?
easyJet. Die Airline hat 2003 die Basis der übernommenen Go weitergeführt und seitdem ausgebaut. Daneben haben Ryanair, Jet2 und TUI Airways hier Flugzeuge stationiert.
Wie viele Passagiere nutzen den Flughafen Bristol?
Nach Zahlen der britischen Luftfahrtbehörde CAA waren es 2025 rund 10,8 Millionen Fluggäste, nach gut 10,5 Millionen im Jahr 2024. Damit gehört Bristol zu den zehn größten Flughäfen des Vereinigten Königreichs.
Gibt es Langstreckenflüge ab Bristol?
Kaum. Historisch flog Continental Airlines von 2005 bis 2010 mit der Boeing 757 nach Newark, und TUI Airways bot bis zum Ende des Sommers 2023 Ferienflüge nach Florida und Cancún an. Seitdem gibt es keine Transatlantikstrecke mehr, es dominieren Ziele in Europa und rund ums Mittelmeer. Im Rahmen der Wachstumspläne hat der Flughafen eine kurze Bahnverlängerung ins Spiel gebracht, um begrenzt Langstrecke zu ermöglichen – entschieden ist darüber nichts.
Wie komme ich ohne Auto zum Flughafen Bristol?
Mit dem Bus. Wichtigste Verbindung ist der Airport Flyer, der unter anderem vom Bristoler Hauptbahnhof Temple Meads fährt; weitere Linien führen nach Bath, Weston-super-Mare und Portishead. Einen Bahnanschluss hat der Flughafen nicht.
Darf ich in Großbritannien am Flughafen fotografieren?
Grundsätzlich ja, solange du dich auf öffentlich zugänglichem Gelände aufhältst und keine Absperrungen überschreitest. Rechne aber damit, dass Polizei oder Sicherheitsdienst dich ansprechen. Was dabei gilt, erklärt der Beitrag Spotten in Großbritannien.
Sichtungen rund um Flughafen Bristol sammeln
Foto mit Kennzeichen, Typ, Airline und Spot posten, Funde im Hangar sammeln und Likes und Kommentare aus der Community bekommen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Passende Airlines
Die Fluggesellschaften dazu – mit IATA- und ICAO-Code, Rufzeichen und Lackierung.
easyJet
Die orange Low-Cost-Airline aus Luton: ausschließlich Airbus der A320-Familie, Basen in ganz Europa und drei Gesellschaften unter einer Marke – mit britischen, österreichischen und Schweizer Kennzeichen.
FR / RYRRyanair
Europas größte Low-Cost-Airline aus Irland: fast reine Boeing-737-Flotte, Punkt-zu-Punkt-Verkehr statt Drehkreuz und mehrere Schwestergesellschaften, die unter Ryanair-Flugnummern fliegen.
LS / EXSJet2.com
Britischer Ferienflieger aus Leeds: Boeing 737 und Airbus A321neo, 14 Basen im Vereinigten Königreich, enge Verzahnung mit dem Reiseveranstalter Jet2holidays – und ein Rufzeichen, das an die Frachtvergangenheit erinnert.
BY / TOMTUI Airways
Der britische Ferienflieger der TUI Group: größte Airline im TUI-Verbund, Boeing 737 auf der Kurz- und Mittelstrecke, Boeing 787 auf der Langstrecke und eine Geschichte, die bei Britannia Airways beginnt.
KL / KLMKLM Royal Dutch Airlines
Die niederländische Netzwerk-Airline mit dem hellblauen Rumpf: 1919 gegründet, Drehkreuz Amsterdam-Schiphol, Teil von Air France-KLM und Mitglied von SkyTeam – mitten im Umbau von Boeing zu Airbus.
LM / LOGLoganair
Schottlands Regionalairline verbindet Inseln, Highlands und britische Städte – mit ATR-Turboprops, Embraer-Jets, Twin Ottern auf dem Strand von Barra und Islandern auf dem kürzesten Linienflug der Welt.
EI / EINAer Lingus
Irlands Netzwerk-Airline mit Drehkreuz Dublin: gegründet 1936, seit 2015 Teil der IAG, ohne Allianz – und mit A321LR und A321XLR einer der spannendsten Single-Aisle-Betreiber über dem Nordatlantik.
Typische Flugzeuge
Airbus A320neo
Die Neuauflage des Bestsellers: Die A320neo kombiniert die bewährte A320-Zelle mit einer neuen Triebwerksgeneration und ist heute an fast jedem großen Flughafen zu sehen.
FlugzeugtypAirbus A321neo
Der lange Bruder der A320neo: Die A321neo ist der größte Jet der Familie und fliegt als LR und XLR sogar über den Atlantik. So erkennst du sie und ihre Varianten.
FlugzeugtypAirbus A319
Kurz, kompakt und seit 1996 im Liniendienst: Die A319 ist das gestutzte Mitglied der A320-Familie. So trennst du sie sicher von A318, A320 und A319neo.
FlugzeugtypBoeing 737-800
Das Arbeitspferd der Kurz- und Mittelstrecke: Die 737-800 ist die meistgebaute Version der 737 Next Generation und an vielen Flughäfen Europas ein Dauergast.
FlugzeugtypBoeing 737 MAX 8
Große LEAP-Triebwerke mit gezackten Gondelkanten, gegabelte Flügelspitzen und ein neu geformtes Heck: Die 737 MAX 8 ist die vierte Generation von Boeings Bestseller. So trennst du sie sicher von der 737-800.
Spotting-Spots rund um Flughafen Bristol
Spots, an denen du die passenden Flugzeuge regelmäßig vor die Linse bekommst – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.
Aerospace Bristol – Luftfahrtmuseum am ehemaligen Flugplatz Filton
Auf dem alten Werksflugplatz im Norden von Bristol steht die letzte gebaute Concorde – und du darfst einsteigen. Drumherum erzählt Aerospace Bristol über hundert Jahre Flugzeugbau in Filton, von der Boxkite bis zum Airbus-Flügel. So holst du als Spotter das Beste aus dem Besuch heraus.
BesucherparkRunway Visitor Park am Flughafen Manchester
Großbritanniens bekanntester Besucherpark für Flugzeugfans: Im Runway Visitor Park stehst du auf einem erhöhten Aussichtsbereich wenige Hundert Meter neben der Piste 05L/23R – und hast zwischen den Startwellen eine Concorde, einen Nimrod und eine Trident zum Anfassen.
Weitere Einträge
Aerospace Bristol
In Filton bei Bristol steht die Concorde, mit der 2003 das Überschallzeitalter endete. Aerospace Bristol zeigt Alpha Foxtrot in einer eigenen Halle, dazu ein Jahrhundert Flugzeugbau vom Boxkite über Brabazon und Britannia bis zum Airbus-Flügel – der Guide für Luftfahrtfans.
FlughafenFlughafen Birmingham
Der größte Flughafen der englischen Midlands: eine einzige 3.052 Meter lange Bahn, ein Terminal, vier Low-Cost- und Ferienbasen und täglich der Emirates-A380 – dazu ein denkmalgeschütztes Art-déco-Terminal von 1939 und mehrere Spotterplätze rund um den Zaun.
FlughafenFlughafen London-Gatwick
Eine einzige Hauptbahn, über 40 Millionen Passagiere im Jahr und orange Airbusse im Minutentakt: Gatwick ist Londons zweitgrößter Flughafen und ein Lehrstück dafür, wie viel Verkehr eine Bahn tragen kann. Für Spotter heißt das: kaum Leerlauf, viel easyJet, dazu Langstrecke von TUI, Norse, British Airways und den Golf-Carriern.
FlughafenFlughafen Manchester
Größter Flughafen außerhalb Londons und Heimat einer der bekanntesten Spotter-Szenen Europas: Zwei parallele Bahnen in Ringway, ein bunter Mix aus Ferienfliegern, Low-Cost-Airlines und Golf-Langstrecke – und mit dem Runway Visitor Park ein offizieller Aussichtspunkt samt Concorde.
Passende Guides aus dem Blog
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- Die Geschichte der Concorde: Aufstieg und Abschied einer Legende

