Das Wichtigste in Kürze
- Die HS 748 ist ein zweimotoriger Turboprop-Airliner für 40 bis 58 Passagiere, entworfen von Avro als Ersatz für die Douglas DC-3.
- Schnellster Erkennungsweg: Tiefdecker mit zwei Dart-Turboprops und Vierblatt-Propellern, dazu ein hohes Leitwerk mit langer Rückenflosse.
- Von der Fokker F27 trennst du sie über die Flügellage: Die F27 ist ein Schulterdecker, die 748 ein Tiefdecker.
- Robust und vielseitig: Neben Airlines nutzten Luftstreitkräfte von Großbritannien bis Indien die 748, als Andover sogar mit Heckrampe.
- Heute eine Rarität: Die britische Musterzulassung wurde 2025 zurückgezogen; in Indien fliegt die bei HAL gebaute Version bei der Luftwaffe noch weiter.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist die Hawker Siddeley HS 748?
- 2.Die Versionen im Überblick
- 3.Die Andover: Heckrampe und kniendes Fahrwerk
- 4.Die drei Merkmale, die zur Bestimmung reichen
- 5.HS 748, Fokker F27 oder BAe ATP?
- 6.Airliner, Frachter, Militärflugzeug
- 7.Die HS 748 in Deutschland
- 8.Wo du die HS 748 heute noch antriffst
- 9.So planst du die Jagd auf eine 748
- 10.Fototipps speziell für die HS 748
- 11.Fazit
Steckbrief
| Hersteller | Avro, ab 1963 Hawker Siddeley, ab 1977 British Aerospace; Lizenzbau bei Hindustan Aeronautics (HAL) in Indien |
|---|---|
| Familie | Series 1, 2, 2A, 2B, Super 748; Militärableger Andover C.1; Nachfolger: BAe ATP |
| ICAO-Typcode | A748 |
| Erstflug | 24. Juni 1960 in Woodford (Prototyp G-APZV) |
| Erste Auslieferungen | 1962, Erstkunde Skyways Coach-Air |
| Gebaute Exemplare | rund 380, davon 89 bei HAL in Indien |
| Bauzeit | 1960 bis Ende der 1980er-Jahre |
| Triebwerke | 2 × Rolls-Royce Dart (Turboprop) mit Vierblatt-Propellern |
| Länge | 20,42 m (Super 748) |
| Spannweite | 31,23 m (Super 748) |
| Höhe | 7,57 m |
| Sitzplätze | 40 bis 58, je nach Bestuhlung |
| Max. Startgewicht | rund 21,1 t (Super 748) |
| Reisegeschwindigkeit | rund 450 km/h |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Tiefdecker: Der Flügel sitzt unter dem Rumpf – bei F27, ATR und Dash 8 sitzt er oben
- Zwei Rolls-Royce-Dart-Turboprops in Gondeln, die weit über die Flügelvorderkante hinausragen
- Vierblatt-Propeller – die Nachfolgerin BAe ATP hat sechs Blätter
- Hohes, eher steil stehendes Seitenleitwerk mit langer Rückenflosse und tief angesetztem Höhenleitwerk
- Kurzer, rundlicher Rumpf mit großen Kabinenfenstern und einer stumpfen Nase
- Heller, pfeifender Klang der Dart-Triebwerke, ganz anders als das Brummen moderner Turboprops
- Andover-Version: hochgezogenes Heck mit Laderampe und ein Fahrwerk, das sich zum Beladen absenken lässt
Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein kompakter Zweimotoriger rollt heran, die Propeller drehen vor auffallend langen Triebwerksgondeln, und der Flügel sitzt nicht oben, sondern unter dem Rumpf. Dazu ein hoher, fast pfeifender Ton statt des tiefen Brummens moderner Turboprops: Wenn du so etwas siehst, hast du sehr wahrscheinlich eine Hawker Siddeley HS 748 vor dir, auch bekannt als Avro 748. Der britische Turboprop war Konkurrent der Fokker F27, flog bei Airlines auf allen Kontinenten und diente Luftstreitkräften als Transporter, VIP-Jet und Vermessungsflugzeug. Hier erfährst du, wie du ihn erkennst, wie du ihn von F27 und ATP unterscheidest und wo du ihn heute noch findest.
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Was ist die Hawker Siddeley HS 748?
Die HS 748 ist ein zweimotoriges Turboprop-Verkehrsflugzeug mit Druckkabine für 40 bis 58 Passagiere. Ihre Geschichte beginnt Ende der Fünfzigerjahre bei Avro in Manchester. Der Hersteller, bis dahin vor allem für Bomber wie die Lancaster und die Vulcan bekannt, suchte nach dem Ende vieler Militärprogramme ein ziviles Standbein. Marktstudien zeigten einen großen Bedarf an einem Nachfolger für die unzähligen Douglas DC-3, die damals noch im Kurzstreckenverkehr unterwegs waren.
Avro entschied sich Anfang 1959, das Flugzeug auf eigenes Risiko zu bauen. Als Antrieb wählten die Ingenieure das bewährte Rolls-Royce Dart, das schon die Vickers Viscount und die Fokker F27 antrieb. Im Unterschied zur Fokker setzte Avro aber auf einen Tiefdecker. Die Maschine sollte möglichst unabhängig von Bodengeräten sein: mit eigener, hydraulisch ausfahrbarer Treppe, robustem Fahrwerk und guten Kurzstart-Eigenschaften für einfache Plätze. Bei der Struktur legte Avro Wert auf ausfallsichere Bauweise und eine lange Lebensdauer.
Der erste Prototyp mit dem Kennzeichen G-APZV hob am 24. Juni 1960 im Werk Woodford bei Manchester ab. Ein zweiter Prototyp mit stärkeren Triebwerken folgte im April 1961. Erstkunde war die britische Skyways Coach-Air, die ihre Maschinen 1962 übernahm; zu den frühen Abnehmern gehörten außerdem BKS Air Transport und Aerolíneas Argentinas. Da Avro inzwischen im Konzern Hawker Siddeley aufgegangen war, lief der Typ danach als HS 748 weiter. Mit der Gründung von British Aerospace im Jahr 1977 wurde daraus die BAe 748 – mehr zum heutigen Rechtsnachfolger findest du auf der Seite zu BAE Systems, zum Triebwerkshersteller bei Rolls-Royce.
Die Versionen im Überblick
Die 748 wurde fast drei Jahrzehnte lang gebaut und immer wieder verbessert, meist mit stärkeren Dart-Versionen und höheren Gewichten. Die Stückzahlen pro Serie werden in den Quellen unterschiedlich angegeben; die Reihenfolge ist aber klar.
| Version | Besonderheit |
|---|---|
| Series 1 | Erste Serienversion mit Dart Mk 514, nur eine kleine Stückzahl |
| Series 2 | Stärkere Triebwerke und höheres Gewicht, der Durchbruch am Markt |
| Series 2A | Nochmals stärkere Dart-Varianten, meistgebaute Version |
| Series 2B | Um rund 1,2 m größere Spannweite, modernisierte Kabine |
| Super 748 | Ab Mitte der Achtziger, neues Cockpit und Schalldämpfer an den Triebwerken |
| Andover C.1 (HS 780) | Militärtransporter mit verlängertem Rumpf, Heckrampe und absenkbarem Fahrwerk |
| Andover CC.2 | VIP- und Verbindungsflugzeug der RAF auf Basis der normalen 748 |
| Coastguarder | Seeüberwachungsversion, Einzelstück |
| HAL 748 | Lizenzbau von Hindustan Aeronautics, u. a. für die indische Luftwaffe |
Auf einigen Maschinen gab es außerdem eine große Frachttür im hinteren Rumpf, mit der sich die 748 schnell in einen Frachter oder ein Kombi-Flugzeug verwandeln ließ. Die Nachfolgerin BAe ATP war eine gründlich überarbeitete 748 mit längerem Rumpf, neuen Pratt-&-Whitney-Canada-Triebwerken und sechsblättrigen Propellern; sie flog erstmals 1986.
Die Andover: Heckrampe und kniendes Fahrwerk
Für die Royal Air Force entstand aus der 748 ein echter taktischer Transporter. Die Andover C.1 bekam einen längeren Rumpf, ein nach oben gezogenes Heck mit großer Laderampe und ein Hauptfahrwerk, das sich zum Beladen absenken lässt – die Maschine „kniet“ dann auf dem Vorfeld, damit Fahrzeuge und Paletten leichter hineinkommen. Den Erstflug absolvierte ein umgebauter 748-Prototyp im Dezember 1963, die RAF hatte zuvor 31 Maschinen bestellt. Ab 1966 flog die Andover im Truppentransport, unter anderem bei Staffeln in Übersee.
Davon zu unterscheiden ist die Andover CC.2: Sechs fast serienmäßige 748 flogen als VIP- und Verbindungsflugzeuge, über viele Jahre bei der No. 32 Squadron in Northolt, zeitweise auch für Flüge der königlichen Familie. Einige C.1 wurden später zu Kalibrierflugzeugen (Andover E.3) umgerüstet, die Funkfeuer und Landehilfen vermaßen. Zehn gebrauchte Andover gingen ab 1976 an die neuseeländische Luftwaffe, die sie bis 1998 nutzte. Einige ausgemusterte Exemplare landeten bei zivilen Betreibern in Afrika; der letzte kommerziell eingesetzte Andover wurde 2015 im Südsudan irreparabel beschädigt.
Wie du die Andover von anderen Militärtransportern abgrenzt, zeigt der Überblick Militärtransporter erkennen.
Die drei Merkmale, die zur Bestimmung reichen
Flügellage prüfen
Sitzt der Flügel unter dem Rumpf, bist du bei einem Tiefdecker. Damit scheiden F27, [Fokker 50](/flugzeugtypen/fokker/fokker-50), ATR und Dash 8 sofort aus – sie alle sind Schulterdecker.
Gondeln und Propeller ansehen
Die Dart-Gondeln der 748 reichen weit über die Flügelvorderkante hinaus, vorn dreht ein Vierblatt-Propeller. Sechs Blätter würden auf die ATP hindeuten.
Aufs Leitwerk achten
Die 748 hat ein hohes, recht steil stehendes Seitenleitwerk mit langer Rückenflosse, die Höhenruder sitzen unten am Rumpf. Ein deutlich nach hinten gepfeiltes Leitwerk spricht eher für die ATP.
Dazu kommt das Ohr: Die Dart-Triebwerke erzeugen ein helles, fast singendes Pfeifen, das Spotter sofort wiedererkennen. Was Triebwerksgeräusche verraten, erklärt der Beitrag Flugzeugtypen am Geräusch erkennen. Am Ende bestätigt wie immer das Kennzeichen den Typ.
Praxis-Tipp: Proportionen lesen
Die 748 wirkt im Vergleich zur ATP kurz und gedrungen, der Flügel erscheint im Verhältnis zum Rumpf groß. Wer beide einmal nebeneinander gesehen hat, erkennt sie danach schon an der Silhouette.
HS 748, Fokker F27 oder BAe ATP?
Die drei Typen werden am häufigsten verwechselt, weil sie aus derselben Familie oder derselben Epoche stammen. Der Finder hilft beim Eingrenzen.
Schnellbestimmung: klassischer Zweimot-Turboprop
Hawker Siddeley HS 748
Tiefdecker, Vierblatt-Propeller und das steile Leitwerk sind das typische 748-Bild. Siehst du dazu eine Heckrampe, ist es eine Andover.
Fokker F27 Friendship
Der hoch angesetzte Flügel ist das klarste Zeichen für die F27. Mehr dazu auf der Seite zur Fokker F27.
BAe ATP
Langer Rumpf, sechsblättrige Propeller und ein gepfeiltes Leitwerk sprechen für die modernisierte Nachfolgerin. Details auf der Seite zur BAe ATP.
Weitere Tiefdecker-Turboprops, die dir begegnen können, sind die kleinere Saab 340 mit ihren GE-Triebwerken und die größere Convair CV-580, ein umgebauter Kolbenmotor-Airliner mit Allison-Turboprops. Die sowjetische Antonov An-24 aus derselben Zeit ist dagegen ein Schulterdecker. Einen Gesamtüberblick über moderne und klassische Propellerflugzeuge gibt der Guide Turboprops unterscheiden.
Es spricht für die HS 748, wenn …
- der Flügel unter dem Rumpf sitzt
- zwei Dart-Gondeln weit über die Flügelvorderkante ragen
- du vier Propellerblätter zählst
- im Tracking-Dienst A748 als Typ steht
Sieh genauer hin, wenn …
- das Heck hochgezogen ist und eine Rampe zeigt – dann ist es eine Andover
- der Rumpf auffällig lang wirkt – das könnte eine ATP sein
- du die Maschine nur im Gegenlicht oder von unten siehst
Es ist keine HS 748, wenn …
- der Flügel oben auf dem Rumpf sitzt
- die Propeller sechs oder mehr Blätter haben
- das Höhenleitwerk oben auf der Seitenflosse sitzt (T-Leitwerk)
Airliner, Frachter, Militärflugzeug
Ihren Erfolg verdankte die 748 vor allem ihrer Robustheit. Airlines in Südamerika, Asien, Afrika und Australien schätzten, dass sie auf kurzen, unbefestigten Plätzen zurechtkam und wenig Infrastruktur brauchte. Zu den bekannten zivilen Betreibern gehörten neben Aerolíneas Argentinas etwa Varig, LAN Chile, Thai Airways, Philippine Airlines und Indian Airlines. In Großbritannien flogen sie unter anderem British Airways und Dan-Air.
Im späteren Leben wechselten viele Maschinen in die Fracht. Mit großer Frachttür und herausgenommener Kabine transportierten sie Post, Pakete und Versorgungsgüter, in Großbritannien etwa im Nachtpostverkehr. In Kanada wurde die 748 zum Arbeitstier im Norden: Regionalairlines setzten sie als Passagier-, Kombi- und Frachtflugzeug für abgelegene Gemeinden ein, oft auf Schotterpisten. Dort hielt sie sich länger als fast überall sonst im Westen.
Auch Luftstreitkräfte griffen zu. Neben der RAF nutzten unter anderem Australien (Luftwaffe und Marine), Belgien, Brasilien, Kolumbien, Ecuador, Sri Lanka, Thailand und Venezuela die 748 – als Transporter, VIP-Flugzeug oder Navigationstrainer. Der größte militärische Nutzer ist bis heute die indische Luftwaffe: Hindustan Aeronautics baute 89 Maschinen in Lizenz, die meisten davon für das Militär, einige für Indian Airlines.
Die HS 748 in Deutschland
Auch im deutschen Luftraum war die 748 zu Hause. Die DLT, aus der später die Lufthansa CityLine hervorging, setzte ab 1981 mehrere Maschinen im Regionalverkehr ein. Weniger bekannt ist der Einsatz bei der Flugvermessung: Von 1975 bis 1994 flogen einige 748 für Luftwaffe und Bundesanstalt für Flugsicherung vom Fliegerhorst Lechfeld aus und überprüften Funkfeuer und Instrumentenlandesysteme. Dazu kamen die Andover der RAF, die bis Anfang der Neunzigerjahre in Wildenrath stationiert waren.
Einsatz und Zulassung haben sich geändert
Auf Wunsch von BAE Systems hat die britische Luftfahrtbehörde CAA die Musterzulassung der 748 im Jahr 2025 zurückgezogen. Für die zivilen Exemplare ist das ein tiefer Einschnitt, nur die bei HAL gebauten Maschinen haben eine eigene Zulassung. Verlass dich nicht auf ältere Betreiberlisten und prüf vor jeder Tour aktuell, ob überhaupt noch eine A748 in der Luft ist.
Wo du die HS 748 heute noch antriffst
Im Linienverkehr in Europa ist die 748 Geschichte. Ihre letzte große Bastion im Westen war Kanada, wo regionale Betreiber den Typ bis in die 2020er-Jahre flogen. 2025 ging eine der letzten kanadischen Maschinen nach ihrem Abschiedsflug an ein Luftfahrtmuseum in der Provinz Ontario.
Fliegend siehst du die 748 heute am ehesten in Indien. Die HAL-Maschinen der Luftwaffe haben eine eigene Zulassung und dienen vor allem als Trainer und Verbindungsflugzeuge. Die Luftwaffe ersetzt sie schrittweise durch die Airbus C295, die Zahl der aktiven „Avros“ sinkt also. Wie du Militärmaschinen aufspürst, erklärt Militärflugzeuge online verfolgen.
In Großbritannien lohnt der Blick ins Museum. Im RAF Museum Cosford ist eine Andover in der Kalibrierversion E.3A ausgestellt – prüf vor dem Besuch, welche Exponate gerade zugänglich sind. Tipps für den Besuch vor Ort findest du auf der Spot-Seite RAF Museum Cosford. Und wer die Heimat des Typs erleben will, fährt nach Manchester: Das Avro-Werk Woodford lag südlich der Stadt, am Flughafen Manchester erinnert heute der Runway Visitor Park an die britische Luftfahrtgeschichte. Mehr zur Region liefert der Guide Planespotting in Manchester.
| Ort | Trefferchance | Warum |
|---|---|---|
| Indien (Militärflugplätze) | mittel, sinkend | HAL-748 der Luftwaffe, schrittweise Ablösung durch C295 |
| Museen in Großbritannien und Kanada | hoch | Ausgestellte Andover und 748, Bestand vorab prüfen |
| Flughäfen in Mitteleuropa | sehr niedrig | Kein regulärer Verkehr mehr, höchstens Überführungen |
Keine Avro mehr verpassen
Richte einen Sichtungs-Alarm für den Typ A748 oder ein bestimmtes Kennzeichen ein – Planetrack meldet sich, wenn die Maschine an deinem Flughafen im Anflug ist. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.
So planst du die Jagd auf eine 748
Eine fliegende 748 ist heute ein echter Glücksfall. Lohnend wird die Suche, wenn du sie gut vorbereitest. Wie du seltene Typen gezielt aufspürst, steht im Beitrag Seltene Flugzeuge spotten, wie du die Seltenheit einer Sichtung einordnest, in Wie selten ist meine Sichtung?; allgemeine Tipps zu Oldtimern liefert Historische Flugzeuge erkennen.
Bereit für deine 748-Suche?
- Ich habe nach dem Typcode A748 in einem Tracking-Dienst gefiltert.
- Ich kenne die Öffnungszeiten des Museums oder den Flugplan der Maschine.
- Ich habe geprüft, ob Fotografieren am Standort erlaubt ist.
- Ich weiß, wo die Sonne zur geplanten Uhrzeit steht.
- Akku voll, Speicherkarte frei, Verschlusszeit für Propeller geplant.
Gerade bei Militärmaschinen gilt: Nicht jeder Standort ist erlaubt. Was du beachten musst, steht in Militärflugplätze fotografieren.
Fototipps speziell für die HS 748
Propeller drehen lassen
Mit zu kurzer Verschlusszeit wirken die Propeller wie eingefroren. Eine längere Zeit lässt sie als Scheibe erscheinen – wie das gelingt, zeigt der Guide Propeller fotografieren.
Flügel von vorn zeigen
Der Tiefdecker und die langen Gondeln wirken in einer flachen Dreiviertelansicht von vorn am besten. So sieht jeder sofort, dass es keine F27 ist.
Andover von hinten
Bei der Andover ist das hochgezogene Heck das Motiv. Ist die Rampe offen, lohnt eine Aufnahme von schräg hinten.
Museumslicht nutzen
In Hallen hilft ein lichtstarkes Weitwinkel. Draußen planst du das Licht vorab, damit die Rumpfseite nicht im Schatten liegt.
Wann das Licht an deinem Standort passt, berechnest du mit dem Guide Sonnenstand planen für deinen Fotospot.
Fazit
Die HS 748 ist ein Stück britischer Luftfahrtgeschichte: ein Avro-Entwurf aus der Zeit nach den großen Bomberprogrammen und ein robuster DC-3-Nachfolger, der von Argentinien bis Kanada, von Indien bis Deutschland im Einsatz war. Als Andover brachte sie Truppen und Fahrzeuge über eine Heckrampe an Bord, als HAL 748 fliegt sie in Indien bis heute. Für Spotter in Mitteleuropa ist sie vor allem ein Museumsstück – und jede fliegende Sichtung ein echter Glücksfall.
Kurzfazit
Tiefdecker, zwei Dart-Turboprops mit Vierblatt-Propellern und ein hohes Leitwerk mit langer Rückenflosse: Das ist die HS 748. Wer sie sucht, filtert nach A748, schaut nach Indien oder plant einen Museumsbesuch in Großbritannien oder Kanada.
Zusammenfassung
- Die Avro 748 flog am 24. Juni 1960 in Woodford erstmals und ging 1962 bei Skyways Coach-Air in den Liniendienst.
- Bis zum Ende der Achtzigerjahre entstanden rund 380 Maschinen, davon 89 in Lizenz bei Hindustan Aeronautics in Indien.
- Tiefdecker-Layout, Dart-Turboprops und Vierblatt-Propeller unterscheiden sie von Fokker F27, BAe ATP und den modernen ATR- und Dash-8-Familien.
- In Deutschland flog sie bei der DLT und als Flugvermessungsflugzeug für Luftwaffe und Bundesanstalt für Flugsicherung; heute siehst du sie fast nur noch in Museen oder in Indien.
Häufige Fragen
Ist die HS 748 dasselbe wie die Avro 748?
Ja. Entworfen hat das Flugzeug Avro in Manchester, deshalb hieß es zunächst Avro 748. Nachdem Avro im Hawker-Siddeley-Konzern aufgegangen war, lief der Typ als HS 748 weiter, nach Gründung von British Aerospace auch als BAe 748. In Indien heißt die Lizenzversion HAL 748, bei der indischen Luftwaffe ist sie schlicht als „Avro“ bekannt.
Welchen ICAO-Typcode hat die HS 748?
Die HS 748 läuft unter A748. Die Nachfolgerin BAe ATP hat den eigenen Code ATP. Wie solche Codes aufgebaut sind, erklärt der Beitrag ICAO-Typcodes erklärt.
Wie unterscheide ich HS 748 und Fokker F27?
Beide sind Dart-Turboprops aus derselben Zeit und für denselben Markt gebaut. Der Unterschied springt sofort ins Auge: Die F27 ist ein Schulterdecker mit dem Flügel oben auf dem Rumpf, die HS 748 ein Tiefdecker. Bei der 748 ragen die Triebwerksgondeln zudem markant über die Flügelvorderkante hinaus.
Was ist die Hawker Siddeley Andover?
Die Andover ist der militärische Ableger für die Royal Air Force. Die Andover C.1 hat einen verlängerten Rumpf, ein hochgezogenes Heck mit Laderampe und ein Fahrwerk, das sich absenken lässt, damit Fahrzeuge leichter hineinrollen. Die RAF bestellte 31 Stück. Unter dem Namen Andover CC.2 liefen dagegen sechs fast unveränderte 748 als VIP- und Verbindungsflugzeuge.
Fliegt die HS 748 heute noch?
Nur noch sehr vereinzelt. Auf Wunsch von BAE Systems hat die britische Luftfahrtbehörde CAA die Musterzulassung 2025 zurückgezogen. Die bei HAL gebauten Maschinen haben eine eigene Zulassung und fliegen bei der indischen Luftwaffe weiter, die sie schrittweise durch die Airbus C295 ersetzt. Ob irgendwo noch eine 748 unterwegs ist, prüfst du am besten über den Typcode A748 in einem Tracking-Dienst.
Warum war die HS 748 in Kanada so beliebt?
Die 748 war von Anfang an auf einfache Plätze und raue Bedingungen ausgelegt. Sie brauchte wenig Bodengerät, hatte eine eigene Kabinentreppe und kam mit kurzen Pisten zurecht. Genau das brauchten Regionalairlines im Norden Kanadas, wo die 748 bis in die 2020er-Jahre Passagiere und Fracht in entlegene Gemeinden brachte.
Gab es die HS 748 auch in Deutschland?
Ja. Die DLT, Vorgängerin der heutigen Lufthansa CityLine, setzte ab 1981 mehrere 748 ein. Außerdem flogen von 1975 bis 1994 einige Maschinen vom Fliegerhorst Lechfeld aus zur Vermessung von Funkfeuern und Instrumentenlandesystemen. Die RAF stationierte Andover-Maschinen bis Anfang der Neunzigerjahre in Wildenrath.
Hawker Siddeley HS 748 sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
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Wo du die Hawker Siddeley HS 748 siehst
Konkrete Standpunkte mit Betriebsrichtung, Lichtzeiten, Koordinaten und einer ehrlichen Einschätzung, ob sich die Anreise lohnt.
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